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Rezensionen verfasst von
Anna Verano

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Ein fast perfekter Plan
Ein fast perfekter Plan
von Petra Hammesfahr
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

4.0 von 5 Sternen Mystery-Thriller, 13. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Ein fast perfekter Plan (Taschenbuch)
Petra Hammesfahr wurde mir schon mehrfach als Autorin spannender Geschichten empfohlen. Darum griff ich zu, als mir jetzt - eher duch Zufall - "Ein fast perfekter Plan" in die Hände fiel. Es war mein erstes Buch dieser Autorin.

Das Buch hat mich in seinen Bann gezogen. Ich fand den Schreibstil gelungen, die Geschichte spannend, die Personen lebendig beschrieben und ihre Verstrickungen gut konstruiert. Ich konnte kaum erwarten, zu erfahren, wie es ausgeht. Je weiter die Geschichte voran schritt, desto mehr machte sich aber Enttäuschung breit. Das Buch ist kein Psychothriller (wie im Untertitel angekündigt), sondern, wenn überhaupt, ein Mystery-Thriller. Nichts gegen Mystery und Phantasy - z. B. habe ich "Harry Potter" oder den Film "Ghost - Nachricht von Sam" geliebt und verschlungen. Wenn man aber, nur um die Geschichte zu einem Ende zu bringen, auf einmal übersinnliche Kräfte bemühen muss, dann ist das schlicht Pfusch - als wäre der Autorin sonst keine Auflösung eingefallen.

Weil die ganze Geschichte so sagenhaft gut geschrieben ist, ist mir das Buch trotzdem 4 Punkte wert.


HUNGER & LUST: Das erste Buch zur Kulinarischen Körperintelligenz
HUNGER & LUST: Das erste Buch zur Kulinarischen Körperintelligenz
von Vito von Eichborn
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,20

3.0 von 5 Sternen Gute Kernaussage, aber ziemlich lang und einseitig beschrieben, 10. März 2014
Knop vertritt eine äusserst sympathische und herzerfrischende Theorie: Wer auf die Signale seines Körpers hört, wer isst, wann er Hunger hat, und zwar das, worauf er Lust hat, hält "sein" Gewicht mühelos und von ganz allein. Es ist kontraproduktiv, seine Ernährung durch die Vernunft zu steuern und nach Ernährungsratgebern auszurichten. Essen nach Kalorien- oder Nährstoffempfehlungen bringt die "kulinarische Körperintelligenz" durcheinander. Das Ergebnis ist oft Gewichtszunahme, manchmal sogar eine ausgewachsene Ess-Störung.

Der Autor hat Hausaufgaben gemacht. Er zitiert Studie um Studie mit vermeintlichen Erkenntnissen zur gesunden bzw. schlank-machenden Ernährung und zeigt, dass sie sich allesamt widersprechen und nichts wirklich bewiesen ist. Leider aber wird genau dadurch das Buch ziemlich lang und langweilig. Und so attraktiv die Kernaussage ist: Einen Beleg für die viel-gepriesene "kulinarische Körperintelligenz" legt der Autor nicht vor. Er ist einfach der Meinung, dass sie existiert und funktioniert, fertig. Obwohl (bzw. gerade weil) ich die These des Buchs intuitiv für richtig halte, hätte ich gerne eine etwas fundierte Untermauerung für sie gesehen.

Völlig vermisst habe ich einen Hinweis, dass einer der Gründe für die relativ hohe Anzahl an Menschen mit Gewichtsproblemen die heute konsumierten Nahrungsmittel sein könnten: Unser Essen ist durch die industrielle Fertigung völlig anders zusammengesetzt als noch vor 100 oder gar 1000 Jahren. Unsere heutigen Lebensmittel enthalten ein Vielfaches an Zucker und Fetten, diverse Zusatzstoffe, Nebenprodukte und sind anders verarbeitet. Darüber verliert der Autor kein Wort. Es wäre doch immerhin denkbar, dass die von ihm so hoch gelobte Körperintelligenz mit diesem Input überfordert ist?

Alles in allem hat mir an dem Buch gut gefallen, dass endlich einmal nicht die x-te Diät angepriesen wird und dass Übergewichtige nicht für faul, willenlos oder undiszipliniert gehalten werden. Das Buch hat aber etliche Längen und wiederholt sich häufig, und den Schreibstil finde ich etwas gezwungen. Der Appell, auf den eigenen Körper zu hören und Ernährungsratschläge mit Skepsis aufzunehmen ist nicht neu und wurde bereits von Autoren wie Udo Pollmer oder Gunther Frank vorgebracht (und von ihnen, wie ich finde, sowohl fundierter als auch unterhaltsamer zu lesen).


Ubik
Ubik
von Philip K. Dick
  Taschenbuch

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen faszinierend, aber keine schlüssige Story, 26. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Ubik (Taschenbuch)
Dieser Roman führt in eine fremde Welt. Einige Menschen haben übernatürliche Fähigkeiten, z. B. können sie Gedanken lesen oder die Zukunft vorhersehen. Andere Menschen können diese Fähigkeiten stören - worauf sich eine lukrative Firma aufbauen lässt. Und schliesslich können Menschen - rechtzeitig konserviert - nach ihrem Tod in einem Halbleben weiterexistieren und Verbindung zu den noch Lebenden aufbauen.

Nichts gegen das Spiel mit Fähigkeiten und Techniken, die es heute nicht gibt - davon lebt Science Fiction und Fantasy. Die Geschichte sollte aber in sich stimmig sein. Wenn ständig neue Annahmen gemacht werden müssen, wenn ständig falsche Fährten gelegt und im letzten Moment andere Erklärungen aus dem Hut gezaubert werden, wird es für den Leser unbefriedigend. Und wieso das - immer wieder losgelöst von der eigentlichen Handlung eingestreute - Ubik der Schlüssel zur Lösung ist, wird auch nicht wirklich klar.

Der Roman ist wie ein abstrakten Gemälde. Er besteht aus Gedankenfetzen, erzeugt ein Gefühl, hinterlässt einen Eindruck, stellt aber letztlich nichts dar. Mich hat er nicht motiviert, noch ein Buch von Dick zu lesen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 8, 2014 8:10 PM CET


Die Schere im Bauch: Mysterien der Medizin
Die Schere im Bauch: Mysterien der Medizin
von Atul Gawande
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

5.0 von 5 Sternen Spannende Einblicke in die heutige Medizin, 23. Dezember 2013
Ein Arzt erzählt aus seinem Alltag. Wie man sich als angehender Mediziner das notwendige Können aneignet - mit Patienten als Übungsobjekten. Warum im Medizinbetrieb so viele Fehler passieren, was bereits verbessert wurde und was noch alles getan werden könnte. Warum manche Ärzte sich überschätzen und ausser Kontrolle geraten. Wie viel bzw. wie wenig die Medizin gegen diverse Krankheiten ausrichten kann. Und vieles mehr. Das Buch ist weder eine Fundamentalkritik am Gesundheitswesen, noch eine Glorifizierung des Arztberufes. Es ist einfach nur informativ, auf eine Weise, die ich bei einem medizinischen Sachbuch vorher noch nie angetroffen habe. Gerade deshalb - spannender zu lesen als ein Krimi.


Bluebell: Tagebuch einer Katze
Bluebell: Tagebuch einer Katze
von Jan D'Lord
  Taschenbuch

2.0 von 5 Sternen Ganz nett, 23. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Bluebell: Tagebuch einer Katze (Taschenbuch)
Alltagsgeschichten, erzählt aus der Perspektive einer Katze. Hier und da zum Schmunzeln. Ganz nett. Aber auch nicht mehr.
Ich liebe und sammele Katzenbücher. Aber dieses Buch kommt nicht in die Sammlung. Ich werde es jetzt, nachdem ich es ausgelesen habe, weiter verschenken.


Blink!: Die Macht des Moments
Blink!: Die Macht des Moments
von Malcolm Gladwell
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Lehrreich, gut geschrieben, empfehlenswert, 8. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Blink!: Die Macht des Moments (Taschenbuch)
Das ist jetzt (nach Tipping Point: Wie kleine Dinge Großes bewirken können und Überflieger: Warum manche Menschen erfolgreich sind - und andere nicht) das dritte Buch von Malcolm Gladwell, das ich gelesen habe, und dasjenige, das mir bisher am besten gefallen hat. Es geht um Denken und Handeln aus dem Augenblick heraus, um die Dinge, die manche Menschen einfach wissen, ohne selbst so recht erklären zu können, woher.

Gladwell hat ein Talent, seine Aussagen in spannende Geschichten aus dem richtigen Leben zu verpacken - auch wenn sie manchmal vom Thema wegführen und seine Schlüsse und Interpretationen nicht immer ganz überzeugen. Aber Unterhaltung und Lesevergnügen sind garantiert, es fällt schwer, das Buch wieder aus der Hand zu legen. So erzählt er beispielsweise die Geschichte vom Beinah-Ankauf einer antiken Statue durch ein namhaftes Museum, aber von einigen Kunstkennern wird sie auf einen Blick als Fälschung erkannt. Oder vom Psychologen, der nach wenigen Sätzen aus dem Gespräch eines Ehepaars zuverlässig vorhersagen kann, ob diese Beziehung halten wird.

Dankenswerterweise widersteht Gladwell der Versuchung, die Macht des ersten Eindrucks zu glorifizieren. Er beschreibt auch Fälle, in denen eine Beurteilung aus dem Bauch heraus gründlich daneben geht. Der schlechtere Musiker ergattert die Stelle im Orchester, weil das Auswahlkommitee unbewusst mehr nach Geschlecht oder Statur geht statt das musikalische Können zu beurteilen. Da gibt es den tragischen Fall, in dem Polizisten einen unschuldigen Verdächtigen erschossen, weil sie ihn aufgrund von Hautfarbe und Wohngegend für einen bewaffneten Angreifer hielten. Solche Fehlleistungen ist eben so spannend und aufschlussreich wie die Positiv-Beispiele.


Syndrom X oder Ein Mammut auf den Teller! Mit Steinzeitdiät aus der Wohlstandsfalle
Syndrom X oder Ein Mammut auf den Teller! Mit Steinzeitdiät aus der Wohlstandsfalle
von Nicolai Worm
  Broschiert
Preis: EUR 19,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessante These, aber viel Polemik, 24. Oktober 2013
Nicolai Worm ist sicher ein ausgewiesener Ernährungsexperte. Ein guter Buchautor ist er eher nicht. Trotz einer interessanten These - nämlich, dass eine Ernährung "wie in der Steinzeit" dem Menschen besser zuträglich wäre - schleppt sich das Buch über fast 30 Kapitel (und über 270 Seiten) dahin. Die Gründe für die Wohlstandskrankheiten von heute - Übergewicht, Bluthochdruck, hohe Blutfettwerte, Diabetes - werden zum X-ten Mal und von der X-ten Seite beleuchtet. Da gewinnt der Begriff vom Syndrom X eine ganz neue Bedeutung.

Das Buch rät dazu, mehr Fleisch zu essen, weil unsere Vorfahren das angeblich auch getan haben. Dazu wird ständig gegen Vegetarier gehetzt. Das ist ein bisschen fantasielos: eine Empfehlung für eine Nährstoffzusammensetzung ist das eine. Wie sie dann erreicht wird, steht auf einem anderen Blatt. Und da gibt es in unserer modernen Zeit bestimmt Verfahren, die in der Steinzeit noch nicht verfügbar waren. Ausserdem scheint das Buch auf der unausgesprochenen Annahme zu beruhen, dass für jeden Menschen das gleiche gut ist und dass es so etwas wie eine "richtige" Ernährung überhaupt gibt.

Die Ausbeute an konkreten Ratschlägen ist insgesamt eher dünn und lässt sich kurz zusammenfassen: Erstens weniger Kohlenhydrate, mehr Eiweiss und mehr Fett (und dabei schön auf das Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 achten!). Zweitens, wenn schon Kohlenhydrate, dann Vollkorn, Obst und Gemüse. Das erste ist (bis auf den Tipp, mehr Nüsse zu essen) ein bisschen abstrakt. Das zweite ist ein Allgemeinplatz, das haben uns andere Ernährungsratgeber auch schon erzählt.


Die erfolgreiche Abschlussarbeit für Dummies (Fur Dummies)
Die erfolgreiche Abschlussarbeit für Dummies (Fur Dummies)
von Daniela Weber
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Planung, Hilfsmittel und Checklisten, 21. Oktober 2013
Das Buch behandelt ...
Wie man eine Bachelor-, Master- oder Magisterarbeit plant und in einzelne Aktivitäten gliedert.
Welche Hilfsmittel es gibt und wie sie benutzt werden, von Post-It, Zettelkästen bis zu Mind-Maps, Textverarbeitungs-, Literaturverwaltungs- und Statistikprogrammen, der Benutzung von Formatvorlagen und der Erstellung von Inhalts-, Tabellen- und Abbildungsverzeichnissen.
Welche Literatur geeignet ist, wie man sie recherchiert, beschafft und ordnet, wie man wissenschaftlich zitiert und wie ein Literaturverzeichnis strukturiert wird.
Was beim Drucken- und Binden-Lassen der Arbeit beachtet werden muss.

Eingestreut finden sich auch ein paar Tipps zum Umgang mit Startschwierigkeiten, Schreibblockaden und sonstigen Problemen, die fast jeden Studenten beim Schreiben einer solchen Arbeit heimsuchen. An vielen Stellen ist das Buch ziemlich allgemein gehalten. Einige Hinweise beschränken sich auf den Rat, weiterführende Literatur zu lesen oder Hilfe bei Verwandten oder bei der Studienberatung zu suchen. Aufgrund der Vielfalt der behandelten Themen ist es auch gar nicht möglich, auf jeden Aspekt vertieft einzugehen.

Das Buch hält, was das Cover verspricht. Wer gerade vor Beginn seiner Abschlussarbeit steht, wer einen Leitfaden für seine Aktivitäten haben möchte, für den ist das Buch sicher nützlich.
Trotzdem bleibt bei mir ein leises Unbehagen. Gefühlte 99% des Buches handeln von Rahmenbedingungen und Formalitäten. Es erweckt fast den Eindruck, als wäre die Beschäftigung mit dem eigentlichen Thema zweitrangig, als wären Planung und das Einhalten formaler Kriterien das Wichtigste an einer Abschlussarbeit. (Vielleicht ist das ja auch so?) Da mutet es fast ein bisschen ironisch an, wenn die Autorin anmerkt: "Vergessen Sie nicht, dass Sie denken können."


Miese Stimmung: Eine Streitschrift gegen positives Denken
Miese Stimmung: Eine Streitschrift gegen positives Denken
von Arnold Retzer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Stark angefangen, stark nachgelassen, 20. Oktober 2013
Die Einleitung liest sich klasse. Obwohl es um miese Stimmung geht - Angst, Depression und das Gefühl hereinbrechender Krisen - ist der Leser nach der Lektüre dieses Kapitels gut gelaunt. Die Einleitung nimmt den Zwang zu ständigem Glücklichsein und Positiv-Denken kritisch unter die Lupe und macht neugierig auf den Rest des Buches.
Danach aber wird es langatmig und langweilig. Das Buch geht verschlungene Umwege und verliert sich in allgemeinen Betrachtungen, über Helden und Krisen, Angst und Hoffnung, Fehler und Traumata. Das Kapitel von den toten Gäulen ist selbst ein Beispiel für so ein tot gerittenes Pferd, es wegzulassen hätte das Buch deutlich aufgewertet.
Dabei hat der Autor die besten Absichten, und er hat einiges zu sagen: Der Zwang, ständig und in allen Lebensbereichen erfolgreich und fröhlich zu sein, macht Menschen depressiv. Um dem Druck standzuhalten und den Alltag zu bewältigen, greifen viele zu stimmungsaufhellenden Tabletten. Dieses Hirndoping ist weit verbreitet und (ausser im Leistungssport) völlig legal. Viele Ärzte stufen es als unbedenklich ein und verschreiben es, und wer bei diesem "Neuro-Enhancement" nicht mitmacht, gerät ins Hintertreffen.
Leider braucht der Autor ziemlich viele unnötige Seiten, um auf diesen Punkt zu kommen. Schade, mit weniger Text und einem klareren Fokus hätte man mehr aus dem Thema machen können.


Mythos Übergewicht: Warum dicke Menschen länger leben. Was das Gewicht mit Stress zu tun hat - überraschende Erkenntnisse der Hirnforschung
Mythos Übergewicht: Warum dicke Menschen länger leben. Was das Gewicht mit Stress zu tun hat - überraschende Erkenntnisse der Hirnforschung
von Achim Peters
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Ein Beitrag zur Sachlichkeit, 15. September 2013
Die wichtigste Information, die ich aus diesem Buch mitgenommen habe, besteht darin, dass übergewichtige Menschen - entgegen landläufiger Meinung - nicht faul, gefräßig und undiszipliniert sind. Wie einige von Peters angeführte Studien nachweisen, ist das Gegenteil der Fall; Menschen mit Übergewicht kontrollieren ihr Essverhalten viel stärker als Normalgewichtige, allerdings meist ohne Erfolg.

Zwei Faktoren sind gemäß Peters für Übergewicht verantwortlich, zum einen die Stellung des Gehirns im Energiestoffwechsel und zum anderen die Art und Weise, wie ein Körper auf Stress reagiert.
Im Energiestoffwechsel steht das Gehirn an oberster Stelle. D. h. das Gehirn steuert ihn und sorgt aktiv dafür, dass sein eigener Energiebedarf immer gedeckt ist, zur Not auf Kosten der anderen Organe.
In bezug auf Umgang mit Stress gibt es zwei verschiedene, angeboren Typen:
Werden Menschen vom B-Typ gestresst, passen sie sich mit der Zeit an. Das bewirkt einerseits, dass sie Stress einigermassen gut verkraften, andererseits aber stört es die Energieanforderung des Gehirns an den Körper. Als Folge davon müssen solche Menschen mehr essen, um den Energiebedarf des Gehirns doch noch zu decken, und werden dadurch dick. Tun sie es nicht, ignorieren sie den vom Gehirn signalisierten Bedarf und hungern sich dünn, erleiden sie andere Schäden.
Menschen vom A-Typ dagegen passen sich nicht an Stress an, sie laufen dauerhaft auf Hochtouren. Ihr Gehirn zieht gerade unter Stress große Mengen Energie ab, die dem restlichen Körper dann nicht zur Verfügung steht. Das lässt sie schlank bleiben oder unter Stress sogar abmagern.
Gleichzeitig ist ihr Körper gegenüber stressbedingten Schäden viel anfälliger, sie erleiden häufiger als die B-Typen Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall etc.
Diese Theorie erklärt auch die paradox erscheinende Tatsache, dass dicke Menschen schwere Krankheiten häufiger überleben und besser überstehen als dünne. Dieses Phänomen ist vorwiegend Medizinern bekannt, während in der Normalbevölkerung die Meinung vorherrscht, dick zu sein würde Krankheiten auslösen oder zumindest verschlimmern.

Gut gefallen hat mir, dass Peters mit diesem Buch das Phänomen Übergewicht sachlich und von einer medizinischen Warte in Angriff nimmt.
Das Buch erteilt keine Ratschläge zum Abnehmen, es schreibt nicht vor, was, wie viel und wann man essen sollte, um Gewicht abzubauen (was auch alles nicht funktioniert hat, sondern gäbe es das Problem Übergewicht nicht mehr).
Den Zusammenhang zwischen B-Typen, Stress und Dickwerden erklärt das Buch meiner Meinung nach nicht besonders einleuchtend, hier bleibt die Ursachenkette im dunkeln. Vielleicht ist sie im vorangehenden Buch von Peters erklärt (das ich nicht gelesen habe: "Das egoistische Gehirn: Warum unser Kopf Diäten sabotiert und gegen den eigenen Körper kämpft")? Auch bleibt der Begriff "Stress" schemenhaft, darunter kann man vieles verstehen.
Schliesslich bleibt das Buch - abgesehen von einigen Hinweisen auf Verhaltenstherapie - eine schlüssige Lösung schuldig, was ihm allerdings nicht anzulasten ist. Die wenigsten Menschen können einfach ihre Arbeit aufgeben oder ihr soziales Umfeld verlassen, um Stress zu entgehen.


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