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Rezensionen verfasst von
Dr. Olga Lappo-danilewski "OLD"
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Rokoko: Hasse Opera Arias
Rokoko: Hasse Opera Arias
Preis: EUR 17,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weich poliertes Messing, 27. April 2014
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Rezension bezieht sich auf: Rokoko: Hasse Opera Arias (Audio CD)
Mich als Cencic-Fan überrascht bei dieser Aufnahme die ungewohnt dunkle Färbung des Mezzosoprans im Vergleich zu vorangegangenen Aufnahmen: Liegt es an der Entwicklung der Stimme? Hasse Opera Arias sind bei Decca erschienen; ich habe zum Vergleich Einspielungen von Barock- und Rokoko-Musik im Ohr, etwa bei Virgin oder Capriccio, da klingt Cencics Zauberorgan einen Deut heller als in seinem Debüt bei dem traditionsreichen Label. Das tut dem Genuss dieser Hasse-Titel jedoch keinesfalls Abbruch. Die langsamen Tempi des Sängers sind zum Dahinschmelzen in ihren Facetten wie von weich poliertem Messing. Etwa im ersten Titel mit der starken Bläser-Besetzung der rund und voll intonierenden Armonia Atenea unter George Petrou, der seinem Ensemble neben lyrischen Farben durchaus dramatischen Schmiss gibt, so etwa in "Siam' navi" aus "L'Olimpiade". Farinelli-Konkurrenz bietet die Ersteinspielung (davon gibt es zahlreiche auf der CD) einer Schmetterarie aus Hasses "Arminio": Dort blitzt und glänzt es metallisch in den Spitzentönen. Die Perlenkette der Gesangsnummern lockert Hasses dreisätziges Mandolinenkonzert auf als willkommene Unterbrechung des Gesangsfestes. Dieses fordert vom Zuhörer hohe Aufmerksamkeit. Es eignet sich nicht als Tafelmusik zur Entspannung. In den Koloraturen herrscht Feuerwerk, und die lyrischen Nummern haben therapeutische Qualität. Freunde des Countertenors und der Musik des deutsch-italienischen Meisters werden Freude mit "Rokoko" haben. OLD


Ave Maria (Deluxe Version)
Ave Maria (Deluxe Version)
Preis: EUR 10,70

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schöne Stimme - teils kitschige Arrangements, 23. Dezember 2013
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Rezension bezieht sich auf: Ave Maria (Deluxe Version) (Audio CD)
Vittorio Grigólos Einspielung "The italian Tenor" ließ auf eine Fortsetzung auf dieser Ebene hoffen. Mit "Ave Maria" betritt er nun eine andere Kategorie: Andacht für Millionen. Ein stilistisches Mischprogramm, dessen Nummern von Richard Whilds teils so weichgespült arrangiert sind, dass die Geigen in Regenbogenfarben in Zeitlupe am römischen Kirchenhimmel zu schwingen scheinen. Die Aufnahme hat für den Italiener allerdings eine besonders rührende persönliche Komponente: Die Mitwirkung der Pueri und der Kapelle der Sixtina, wo der Knabe Vittorio einst zu Hause war. Die Auswahl der Stücke reicht von der Renaissance bis zur Gegenwart und erklingt in unterschiedlicher Instrumentation, auch in reiner Orgelbegleitung.
Grigólos Tenor - ähnlich typisch italienisch timbriert wie der junge Pavarotti - geht in etlichen Stücken wie Honig in die Ohren. Etwa in dem schlicht vorgetragenen "Ave Maria" von Schubert, das noch einmal als Bonus Track in lateinischer Version angehängt ist, oder im "Ave verum Corpus" von Mozart. Nicht zu vergessen aus Verdis Requiem das "Ingemisco", von Grigólo mit Innigkeit vorgetragen. Hier bietet sich ein Vergleich mit einem dunkler gefärbten deutschen Tenor an: Jonas Kaufmanns "Ingemisco" auf der rezenten Requiem-Gesamtaufnahme ist von ungleich packenderer Dramatik. Bei Grigólos Interpretation tritt hier die Ausdruckskraft eindeutig in die zweite Reihe nach der puren Schönheit der Stimme. Und die bezaubert stets, auch in gefälligem religiösem Kitsch. OLD


Che Puro Ciel
Che Puro Ciel
Preis: EUR 19,68

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Stimme leuchtet, 23. Dezember 2013
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Rezension bezieht sich auf: Che Puro Ciel (Audio CD)
Der Titel des Albums ist perfekt gewählt: "Che puro ciel". Welche Klarheit, Innigkeit und paradiesische Entrücktheit überträgt sich aus Mehtas stimmungsstarkem Vortrag der berühmten Orpheus-Arie aus Glucks Oper! Hier hat man viele qualitätvolle Vergleichsmöglichkeiten, auch mit Frauen-Alt oder der Interpretation von Jochen Kowalski Ende der 80er, der die Counter-Welle so recht ins Rollen gebracht hat. Um bei "Orfeo ed Euridice" zu beiben, da fehlen einem Tenor wie etwa Juan Diego Florez die idealen weichen Nuancen. Doch das ist Geschmacksache. Was da sonst an wunderbaren Stücken aus dem 18. Jahrhundert von Mozart, Traetta, Hasse und Johann Christian Bach auf der Scheibe ist, bietet Abwechslung in Tempi und Emotionen und hört sich im Detail ausgefeilt an. Ein weiterer schöner Verleich ist bei dem bravourösen "Vo scolcando" aus "Artaserse" von J. Ch. Bach möglich, nimmt man die CD "La dolce fiamma" mit dem männlichen Sopran Philippe Jaroussky zur Hand: zwei Stimmlagen wie Juwelen unterschiedlicher Farben.
Auf instrumentaler Seite brillieren die Akademie der Alte Musik und der RIAS Kammerchor unter dem erfahrenen René Jacobs, der einst in der Riege der Counter-Tenöre Maßstäbe setzte. Nach Mehtas reiner Händel-CD "Ombra cara" - ebenfalls unter Jacobs - ist "Che puro ciel" eine Sternstunde zur musikalischen Übergangsepoche, die mit Mozarts Werken auch das Ende der Kastraten-Glanzzeit bedeutet. In den Stücken aus dem 18. Jahrhundert kommen die Farben neben der Virtuosität besonders zum Tragen: Hier leuchtet Mehtas ausdrucksvolle Stimme. OLD


Verdi Requiem
Verdi Requiem
Preis: EUR 9,99

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geht unter die Haut, 2. November 2013
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Rezension bezieht sich auf: Verdi Requiem (Audio CD)
Geht unter die Haut
Schon beim einleitenden "Requiem" mit seiner atmosphäregeladenen Steigerung sowohl im Orchester - da ist Barenboim der erfahrenste, prädestinierte Gestalter - als auch in der Zusammenstellung der Stimmen stellt sich ein starkes, geradezu physisch wirksames Hörerlebnis ein! Die Solisten sind die Crème der dramatischen Stimmen von heute: Harteros' Sopran erhebt sich trotz kraftvoller Substanz gut in die Höhen, glasklar, wenn auch nicht silbern. Die Färbung harmoniert mit Garancas fülliger Altstimme in den Duetten. Und der baritonal anmutende, ausdrucksstarke Tenor von Kaufmann paart sich exzellent mit der Bedeutung der Texte, etwa wenn sich in seinem "Ingemisco" am Schluss die Maiestas Domini "in parte dextra" zu materialisieren scheint. Bass Pape meistert seinen Part souverän mit ansprechender Wärme. Der Chor bringt es in Schattierungen bis zum zischelnden Sprechgesang - beängstigend und bedrohlich. Barenboim wählt suggestive dynamische Kontraste. Eine sehr vielschichtige Interpretation, die es wohl zur Legende bringen wird, so wie das Requiem mit Karajan, Carreras, Baltsa etc. aus den 80ern. OLD


Wagnerheldinnen: Berühmte Isolden und Brünnhilden aus einem Jahrhundert
Wagnerheldinnen: Berühmte Isolden und Brünnhilden aus einem Jahrhundert
von Kirsten Liese
  Gebundene Ausgabe

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Kennerin mit leichter Feder: Kirsten Lieses "Wagnerheldinnen", 19. Juni 2013
Unter den groß dimensionierten Huldigungen zum Wagner-Jahr entzückt ein eher klein dimensioniertes, dafür umso liebenswürdiger geschriebenes Büchlein aus der Edition Karo des Berliner Verlags von Josefine Rosalski: Die Autorin Kirsten Liese erweist sich als fundierte Kennerin der starken Frauenfiguren in Richard Wagners Opern. Auf 142 Seiten richtet sie ihr Augenmerk auf Isolden und Brünnhilden eines ganzen Jahrhunderts - von Frida Leider bis Nina Stemme. Kompakt, vollgespickt mit Information und geschrieben mit leichter, sympathisch persönlich gefärbter Feder widmet sie insgesamt 13 berühmten Sängerinnen je zwei bis drei Seiten, ergänzt von Schwarzweiß-Fotos, die gleichzeitig einen Blick in Inszenierungsstile und Bühnenkostümhistorie bieten. In die Kurzmonographien noch lebender Sängerinnen baut die Autorin auch eigene Gesprächserfahrungen ein. Für die Hommage an die ausgewählte Reihe großartiger Interpretinnen - darunter die weniger bekannte Ludmila Dvorakova - hat Christian Thielemann das Geleitwort verfasst. Anmerkungen, Personenregister sowie Literatur- und Fotonachweise ergänzen das ansprechend aufgemachte Büchlein (deutsch und englisch) einer fachkundigen Musikkritikerin, die den Lesern ihre persönliche Sicht nicht vorenthält - eine lebendige Lektüre! OLD
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 23, 2015 5:48 PM CET


Handel: Faramondo
Handel: Faramondo
Preis: EUR 22,98

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Fest der hohen Männerstimmen, 14. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Handel: Faramondo (Audio CD)
Dank der wunderbaren Sängerbesetzung und einem sensibel dosierten "Barockklang" ist die Einspielung von Händels "Faramondo" mit den Barocchisti unter Diego Fasolis (bereichert vom Coro della Radio Svizzera) ein Ohrenschmaus. Thema der Oper sind die politischen Wirrungen in einer nachantiken Zeit, in der Frankenkönig Faramond, Kimbernkönig Gustav und Suebenkönig Gernand ihre Machtverhältnisse klären wollen, sowie komplizierte, Feindes-Grenzen überschreitende Liebesverhältnisse.
Im Rahmen der Gattung Countertenöre faszinieren hier vier höchst unterschiedlich gefärbte Sopran- bis Alt-Lagen: Max Emanuel Cencic in der Titelrolle könnte man als "Mezzosopran" bezeichnen, Philippe Jaroussky als Kimbernprinz Adolfo präsentiert seine ausdrucksstarke Stimme in Sopran-Lage; hinzu kommt Xavier Sabata (Suebenkönig) als tiefer Alt und in einer kleinen Rolle Terry Wey in etwas gedeckter Mittellage. Expressive Facetten hoher Männerstimmen! Kontrast hinein bringen der eindrucksvoll schwarze Bass von In-Yung-Sim als Kimbernkönig, und Bariton Fulvio Bertini ergänzt in einem Nebenpart. Die beiden Sängerinnen harmonieren in ihrer Stimmfärbung mit den zugeordneten Partnern: Die Sopranistin Sophie Karthauser als Clotilde tritt in lebhaften Zwiegesang mit Jaroussky, die Mezzosopranistin Maria de Liso als Geliebte Faramondos mit Cencic.
Die drei CDs des Labels Virgin Classics mit dem urtümlichen Waldbild auf dem Cover eröffnen auch musikalisch einige wunderschöne Stellen, die den anderen Opern Händels in nichts nachstehen. Das ansprechend aufgemachte Booklet mit informationsreicher Einführung (Markus Cerenak), Synopsis und komplettem Text (italienisch/englisch) verhilft zum Verständnis einer Barockoper, die man heutzutage wohl kaum komplett auf einer Bühne zeigen wird, da die Handlung sich (wohl wegen der vestümmelnden Texbearbeitungen) relativ schwer erschließt. Allein als Hörerlebnis jedoch bereits ein Hochgenuss. OLD


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