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Rezensionen verfasst von
Frederick

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Black Lotus
Black Lotus
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen Sister Sin - Black Lotus, 8. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Black Lotus (Audio CD)
Die eigene Identität zu finden dauert eine Weile, das gilt für Bands sicher genauso wie für jedes Individuum auf diesem Planeten. Sister Sin legten 2003 bereits ein viel versprechendes, wenn auch noch etwas zielloses, Debüt vor. Spätestens ab dem 2010 erschienen "Sound of the Underground" scheinen die Schweden ihre Nische gefunden zu haben und wer damals, wie ich, einen Song wie Nailbiter gehört hat und sich dabei dachte "Hey, das ist genau euer Ding!" der wird mit Freude feststellen dass Black Lotus eine konsequente Weiterentwicklung eines solchen Songs ist.
Die Tracks auf Black Lotus sind unglaublich kompakt, melodisch, erdig und rau... und dennoch wunderschöne Ohrwürmer - in Anlehnung an bessere Zeiten, als begriffe wie Rockmusik, Heavy Metal und Punk noch gleichermaßen für den "Krach" standen mit dem sich Jugendliche vom Spießbürgertum der 80er abgrenzten.

Nach Food for Worms, dem berühmten Einstieg nach Maß, jagt ein Volltreffer den nächsten. Chaos Royale ist melodisch durch und durch, clever geschrieben und mit einer schnellen, rhythmischen Hook ausgestattet die sofort ins Ohr geht.
Au Revoir beginnt mit einer eher hymnischen Hook und wird in den Strophen immer mal wieder von stacatto Akkorden aufgelockert. Desert Queen ist ein (flotter) Mid-Tempo Track der über die epische Leadgitarre und Liv's Gesangslinien eine richtig magische Atmosphäre aufbaut die gegen Ende in zuckersüßen Backingvocals gipfelt und ihren Abschluss in einem standesgemäßen fadeout findet.
Count me out legt dann wieder einen Zahn zu und bringt die oben erwähnte Kombi aus Härte und Melodie exakt auf den Punkt. Schnell. dreckig und mega eingängig.
Stones Thrown ist dann vom selben Kaliber wie der Opener - wieder etwas mehr Heaviness als Melodie, aber in beidem unglaublich gut.
Mit The Jinx ist dann noch eine sehr gelungene (halb) akustische Nummer mit an Bord. Als Ballade würde ich den Track nicht unbedingt bezeichnen. Er baut sich langsam auf und verbreitet mit dem ausnahmsweise cleanen Gesang ein verzweifelt-bluesiges Feeling. Nach und nach kommen mehr und mehr Layer an zusätzlichen Snares und Gitarrenspuren hinzu. Der Track fällt auf, aber nicht negativ. Ruled by None zitiert dann noch einmal sämtliche stärken des Albums. Cleveres Songwriting, dreckige Attitüde und ein wahnsinnig Hymnischer Chorus der etwas sehr treibendes an sich hat.
Abgeschlossen wird das Album von Sail North, einer sehr rockigen Nummer deren kurze Hook hauptsächlich aus Gangshouts und Oh Oh's besteht. Das liest sich vielleicht nicht allzu berauschend, geht im Kontext der vorangegangenen Songs aber voll auf:

Black Lotus ist ein ebenso großes wie kurzes Vergnügen mit seinen knapp 37 Minuten Spielzeit. Ein Umstand der zum Teil der bereits erwähnten 80er Schlagseite sowie der hohen Qualität der Songs geschuldet ist (wenn's Spaß macht vergeht die Zeit nun mal viel zu schnell). Allerdings höre ich einen guten Song lieber doppelt als die Spielzeit mit unnötigen Lückenfüllern oder Balladen zu strecken.
Black Lotus ist das bisher stärkste Album von Sister Sin - eine große Überraschung, selbst nach den starken Vorgängern - und definitiv eines der Highlights 2014.

"I put an end to all music that sucks, according to my flawless taste:
No hipster-shit, radio-rock, bubblegum DJ Pop - Heavy Metal all of the way!"

Davon will ich mehr - und ich hoffe mit Black Lotus erreichen Sister Sin einen neuen Meilenstein in ihrer Karriere.


One
One
Preis: EUR 12,42

5.0 von 5 Sternen Vandroya - One, 24. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: One (Audio CD)
Endlich mal wieder richtig straighter Power/Melodic-Speed Metal mit weiblichem Gesang. Die Brasilianer Vandroya schlagen in eine ganz ähnliche Kerbe wie neuere Helloween, stets mit einem dezent progressiven Unterton der an Stratovarius oder (ferner) an Symphony X erinnert - allerdigns ohne je wirklich ins Neo-klassische abzudriften. Ein gelegentliches Problem des Powermetals mit europäischer Prägung ist, aus meiner Sicht, dass die unzähligen Klassik-Referenzen zwar zu wunderschönen Hooks führen, als Solo aber ziemlich statisch daherkommen. "One" steckt zwar voller großer Melodien und Ohrwürmer, soliert wird hier jedoch eher aus dem Bauch heraus. Diese verträumte und spielerische Komponente ist in diesem Genre eigentlich unverzichtbar.

Daisa Munhoz (Vocals) hatt eine schöne und klare Stimme, versteht es aber auch mit Distortion umzugehen und verbreitet mit ihrem dynamischen Gesang eine Menge Energie. In ihrer Stimme schwingt zudem stets eine Portion Blues mit, was ebenfalls Dynamik in ein recht starres Genre einbringt. Alles Qualitäten die an Russel Allen (Symphony X, Adrenaline Mob) erinnern, was schon eine echte Auszeichnung darstellt.

Ein einziges mal wird mit "why should we say goodbye" die Handbremse angezogen. Die Ballade funktioniert dank unverbrauchter Melodie trotzdem sehr gut. Ausflüge ins Mid-tempo gibt es nur vereinzelt und auch die tun dem Gesammtbild keinen Abbruch - ansonsten regieren auf "One" Tempo und Melodie, ganz ohne den üblichen Kitsch und den operesken Bombast vieler female-fronted Metal-Acts. Als Anspieltipps eignen sich "No Oblivion for Eternity" und "Anthem for the Sun" - beide repräsentieren zum einen Teil Eingängigkeit und zum anderen eine Vorliebe für progressive Akzente. Beides zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Album.

Die ganze Instrumentierung ist so tight und verspielt dass man wirklich spürt wie viel Lust die Band auf Musik hatt - die dementsprechend fehlenden Déjà-vu's sorgen dafür dass es ein paar Durchläufe braucht bis das Album wirklich aufgeht. Umso größer ist anschließend die Freude über den neuen Input in einem Genre dass sich sonst oft selbst kopiert. Anhängern der oben zitierten Bands kann ich "One" daher nur wärmstens empfehlen!

Wer letzten Endes Freude an diesem Album hatt sollte hier unbedingt mal reinhören: Oratory - Beyond Earth


Return of the Reaper (Limited Edition, Mediabook)
Return of the Reaper (Limited Edition, Mediabook)
Preis: EUR 16,17

5.0 von 5 Sternen Grave Digger - Return of the Reaper, 26. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Grave Digger sind eine dieser Bands die ich zwar schon immer gut fand, bisher aber nie die Zeit gefunden habe mich durch deren Diskographie zu hören. Ich gehe tatsächlich noch sehr gerne in Musikläden und suche die Regale ab. Oft auf gut Glück, immer nach dem Klang der Bandnamen (EU Power-Metal erkennt man doch auf den ersten Blick) und den nicht weniger plakativen Coverartworks.

So bin ich auch auf "Return of the Reaper" aufmerksam geworden und war nach ein paar Hörproben richtig begeistert. Bis auf das geniale "Tunes of War" (hab ich während meiner Ausbildung bis zum Abwinken gehört) kann ich keine wirklichen Vergleiche mit den vorangegangenen Alben anstellen - allerdings klingt "Return of the Reaper" wie eine Kreuzfahrt quer durch alle Spielarten des klassischen Heavy Metals. Ein Großteil der Songs lässt sich irgendwo zwischen Accept und Herman Frank's Solo-Ausflügen einordnen:
Allen vorran der Opener Hell Funeral, das 80s-lastige Tattooed Rider (die Hook ist sowas von catchy!), das leicht überdrehte Road Rage Killer und Resurrection Day. War God ist ziemlich heavy und thrashig, Satan's Host zitiert gekonnt Motörhead und mit Season of the Witch ist auch eine eher atmosphärische Nummer mit an Bord.
Chris Boltendahl zeigt sich dabei in Bestform und verbreitet mit seiner Reibeisen-Stimme ein ganz besonderes Feeling dass einen Großteil des Charmes von Grave Digger ausmacht - allerdings ist auch die Leadgitarre hervorzuheben. Sie sticht ausserhalb der (kurzen aber knackigen) Solos immer mal wieder zwischen den Zeilen vervor und veredelt die ohnehinn schon gut komponierten Songs. Dass macht das Album zu einer runden Sache und zu einer definitiven Hörempfehlung für Fans der bisher zitierten Bands.

Ich bin echt überrascht von "Return of the Reaper". 2014 war bisher ein saumäßig starkes Jahr was Metal anbelangt und Grave Digger hatte ich schon fast nicht mehr auf dem Schirm. Toll dass die Truppe mal wieder auf sich Aufmerksam macht!


The Return of the First Avenger
The Return of the First Avenger
DVD ~ Chris Evans
Preis: EUR 12,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Captain America II - The Winter Soldier, 25. August 2014
Rezension bezieht sich auf: The Return of the First Avenger (DVD)
Es gibt bloß 2 Dinge die mich, nicht am Film selbst sondern an der Art und Weise auf die er vermarktet wurde, gestört haben. Zum einen wäre da der, fürs deutsche Publikum abgeänderte, Titel sowie die Tatsache dass DVD's heutzutage keinerlei Wertschätzung mehr von seiten der Produzenten erfahren.
Es gibt exakt eine Version der DVD und die kommt ohne nennenswerte Extras daher. Was soll dass? Für die Iron Man Filme war bisher auch pro DVD Release mindestens ein Steelbook drin und "The Winter Soldier" spielt mindestens in derselben Liga!
Mit einem hervorragenden Film endet hier also dass Vergnügen für jeden der nicht Willens ist seine komplette Filmsammlung auf Blue-Ray umzurüsten - desswegen bezieht sich diese 5-Sterne Rezension auch aussließlich auf den Film selbst:

Ich bin seid Iron Man 1 ein großer Fan der MARVEL Verfilmungen - wozu ich aber sagen muss dass ich die Figur bereits vor Robert Downey jr. in Form alter 90er Jahre Cartoons kannte, ich war also voreingenommen. Bei Cap ist dass was anderes. Seinen Charakter habe ich erst durch die Filme kennengelernt und war bereits nach dem ersten Teil positiv überrascht von der Figur des Steve Rogers. Zwar konnte der Film damals nicht wirklich mit seiner Konkurenz mithalten, ich fand ihn aber bei weitem nicht so belanglos wie allgemein behauptet wird. Seid einigen Jahren kommt keine Heldenfigur mehr ohne traumatischen Background oder heftige Laster aus. Der nette Typ der einfach nur versucht ein guter Mensch zu sein ist quasi ausgestorben, was fast schon erschreckend ist wenn man Filme als Spiegel ihres Zeitalters betrachtet. Das klingt jetzt mega philosphisch und scheint vielleicht am Thema vorbei zu gehen, für mich macht aber genau dass einen Großteil des Charmes dieses spannend inszenierten action-thrillers aus.

Ich will hier auf gar keinen Fall Spoilern, also fasse ich die Story so vage zusammen wie ich nur kann;

Hier geht es um einen (quasi) Zeitreisenden Idealisten mit starkem moralischen Kompass der sich plötzlich in einem Zeitalter wieder findet dass, in Form von S.H.I.E.L.D, von skrupellosen Geheimdiensten regiert wird. Der spannende Auftakt des Films zeigt uns einen pflichtbewussten Soldaten der allmählich einem Komplott auf die Schliche kommt und schlussendlich aus moralischen Gründen gezwungen ist sich gegen seinen Auftraggeber zu wenden. Zu allem überfluss taucht plötzlich der myteriöse Winter Soldier auf und macht Jagd auf Nick Fury, Cap und S.H.I.E.L.D - So entbrennt für Steve Rogers ein erbarmungsloser Kampf an mehreren Fronten bei dem ihn seine Vergangenheit wieder einhohlt.

Mehr als dass dieser Plot sehr gut und mit einigen Twists umgesetzt wurde will ich zur Story nicht sagen. Abgerundet wird das ganze von den durchweg überzeugenden Darstellern und einem Feuerwerk an Action - wobei positiv auffällt wie hier spektakuläre CGI Elemente mit großartig choreographierten Martial-Arts einlagen verwoben wurden. Der Film hält dabei das Niveau der Avengers, profitiert aber zusätzlich davon dass hier Menschen gegen andere Menschen Kämpfen. Dass macht die Actionsequenzen leichter nachvollziehbar und ich finde Cap's akrobatischen Kampfstil deutlich interessanter als eine reine Materialschlacht rund um Aliens und Kampfanzüge. Zudem hatt der Film eine brandaktuelle Message was Geheimniskrämerei von seiten einer Regierung anbelangt - während wir alle paar Wochen mal etwas über Edward Snowden, die NSA und diverse Abhörskandale zu lesen bekommen finde ich einen Film wie diesen unglaublich positiv und wichtig.

So! Dass habe ich jetzt alles mit viel mehr Herz als Verstand geschrieben. Der Film hatt mir einfach richtig gut gefallen und ich möchte ihn jedem Menschen der entweder an MARVEL, an beeindruckender Action (ob computergeneriert oder handgemacht) oder an einer philosophischen Portion Zeitgeist seine Freude hatt wärmstens empfehlen!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 26, 2014 6:30 PM MEST


The Hunting Party
The Hunting Party
Preis: EUR 15,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Linkin Park - The Hunting Party, 14. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: The Hunting Party (Audio CD)
Das Linkin Park großartige Songs schreiben war bisher auf jedem Album deutlich herauszuhören, auch durch den Overkill an Filtern der letzten Scheiben. Das ist meiner Meinung nach eine Sache die mehr mit den Kompositionen zu tun hatt als mit dem Tempo oder dem Härtegrad (letzten Endes kann man jeden Song in jedem Tempo spielen). Was Linkin Park auf The Hunting Party abliefern klingt roh, ungeschliffen und aus der Hüfte geschossen. Die Gitarren stehen wieder ganz deutlich im Vordergrund, Screams machen wieder einen Großteil an Chesters Gesang aus und Mike rappt sich angepisst durch die Strophen dass man sich unweigerlich um ein Jahrzehnt zurückversetzt fühlt.

Die Elektrospielereien der Jüngsten Zeit existieren weiterhin, allerdings nur in Form von Breaks und Überleitungen - was fabelhaft funktioniert - und auch Mikes (mittlerweile deutlich dynamischere) Gesangseinlagen treten immer mal wieder in den Vordergrund. Meine bisherigen Lieblingstracks sind;
Keys to the Kingdom (richtig schön Heavy - der perfekte Opener!), War (kurz und heftig - ein schönes Stück Punkrock), Wastelands (pure Nostalgie - Beat, Riffs und Melodie könnten auch von Hybrid Theory stammen) und Rebellion (Chester und Mike im Duett - Der Track zählt ebenfalls zu den schnelleren, der Gesang ist im Kontrast zu den Riffs aber schön entspannt und hypnotisch).

Der Grundton des Albums ist diesmal ziemlich punkig, was Linkin Park richtig gut steht. Das Mastering ist angenehm minimalistisch und der Sound weit weniger überfrachtet - daher wirkt das Album ein bisschen wie Minutes to Midnight II, weil es einmal mehr, trotz Weiterentwicklung, einen kleinen Befreiungsschlag von allem vorangegangenen darstellt. Klar wird wieder eine ganze Schaar am Nörglern bemängeln dass Meteora und Hybrid Theory anders klangen. Ich bin mit den beiden Erstlingen großgeworden und liebe sie bis heute, aber ich bin als Fan froh über die Weiterentwicklung der Band die meine Jugend geprägt hatt wie keine zweite. Ich bin doch selbst älter geworden (und kann mich heute nichtmehr wirklich mit den Sorgen und Problemen eines Teenagers identifizieren).


Empire of the Undead (Special Edition)
Empire of the Undead (Special Edition)
Preis: EUR 14,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gamma Ray - Empire of the Undead, 6. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Da auf Youtube und Facebook schon mehr als ausführlich über die Hintergründe und die turbulente Entstehungsgeschichte des Albums berichtet wurde gehe ich es einfach mal Track by Track durch:

Avalon - einen Opener mit Überlänge haben Gamma Ray zuletzt auf Land of the Free II gebracht. Wellengeräusche und ruhiger Klargesang leiten den Track ein und sobald dann das Hauptriff einsetzt steht die Marschrichtung fest. Avalon ist ein Hymnischer Midtempotrack mit großer Hook und vielen (gelungenen) Breaks ab der zweiten Hälfte, ganz im Stile von Rebellion in Dreamland und Armageddon. Insgesammt ist Avalon jedoch ein eher gelassener Song und ein guter Einstieg in das Album.

Hellbent & Pale Rider - Ziemlich Heavy geht es mit den Tracks 2 und 3 weiter. Hellbent ist im ganzen ein ziemlich thrashiges Stück dass jedoch dank seiner melodischen Bridge immernoch stark zum mittsingen anregt. Abschließend ein kurzes Solo ohne dass das hohe Tempo gedrosselt wird, gefolgt von einer etwas ruhigeren Bridge und einer wiederhohlung der Hook. Hellbent und Pale Rider sind gesanglich ähnlich rauh wie Heart of the Unicorn (2001, No World Order - desshalb stehen sie für mich auch als Einheit), letzterer kommt aber eine ganze Spur rockiger daher als Hellbent und verursacht bei mir richtig gute Laune. Manch einer eschoffiert sich hier über Kais kratzige Vocals, mein Eindruck als langjähriger Fan der Band ist jedoch; Kai klingt hier so losgelöst und rotzig wie auf Walls of Jericho - gefällt mir richtig gut. Pale Rider ist bisher mein Lieblingssong auf Empire of the Undead.

Born to Fly - Track 4 ist bei weitem nicht so episch wie der Titel vermuten lässt - stattdessen handelt es sich bei Born to Fly um einen fröhlichen kleinen Rocksong mit locker-dynamischem Gesang. Als Filler würde ich ihn aber nicht bezeichnen, eher als einen Spätzünder den ich mittlerweile jedoch nicht mehr missen möchte.

Master of Confusion - I want out 0.2, viel mehr lässt sich über den Song und darüber wie gut er ist nicht sagen. Bereits nach den ersten Tönen fällt auf dass Master of Confusion auf weiten Strecken dem Schema seines großen Bruders folgt, allerdings finde ich das nach rund 25 Jahren mehr als in Ordnung, zumal die Band sich hier lyrisch selbst auf die Schippe nimmt. Eine starke Nummer!

Empire of the Undead - Dem Titeltrack merkt man sein Alter deutlich an. Empire of the Undead ist absolut old-school und das Riff transportiert einen energischen Vibe der an Motörhead zu Glanzzeiten erinnert. Dabei fällt sofort auf mit was für einer Authentizität er von Gamma Ray vorgetragen wird, und dass in einem Atemzug mit Avalon oder der folgenden Ballade.

Time for Deliverance - Eine typische Ballade die dank eines großartigen und verträumten Solos jedoch kein bisschen wehtut.

Demonseed - Ein abwechslungsreicher Track der von stampfenden Stakatto Rythmen in den Strophen in eine untypische, kurze Hook übergeht die mir persönlich gut gefällt. Ab der zweiten Hälfte setzt ein großartiges Solo ein und im letzten Drittel wird es ganz ruhig; die Drums wirken distanziert und bauen Spannung auf, vereinzelte, kaum verzerrte Akkorde und entspannte Vocals die sich langsam steigern und schlussendlich zur letzten Wiederhohlung der Hook überleiten.

Seven – Wieder eine eher rockige Nummer, dynamisch wie Born to Fly, etwas flotter und ein wenig klassischer. Ich finde der Track hätte auch gut auf ein Keeper Album gepasst.

I will return – Eingeleitet von einem kurzen Schwarzenegger Sample („I'll be back“) ist I will return vielleicht der Track der am ehesten an die vergangenen 2, 3 Alben erinnert. Schnell, hymnisch, typischer Melodic-Speed Metal und trotz seiner 6 Minuten viel zu schnell vorbei (immer ein gutes Zeichen). Das rund zweiminütige Solo ist herrlich und die Hook zählt ebenfalls zu den besten des Albums.

Built a World – Mysteriös und sphärisch rockt sich das abschließende Built a World durch die erste Strophe und hinein in eine abermals ganz, ganz starke Hook. Ein verträumter midtempo Track mit kurzem, bluesigem Solo, anschließenden Star Trek Synthies und einem ganz abruptem Ende. Ein passender Abschluss. Dem folgen noch (sehr gute) live Versionen von Avalon und The Spirit sowie die Demoversion des Titeltracks.

Empire of the Undead ist ein abwechslungsreiches und untypisches, weil erfrischend altbackenes Album. Gamma Ray wirkten zwar nie wirklich steril, haben über die letzten Jahre hinweg aber ein klein wenig darauf hingearbeitet – Empire of the Undead wirkt dagegen wie ein Schritt zurück zu den Anfängen der Band als, damals noch mit Ralf an den Vocals, rockende Klassiker wie the Spirit oder One with the World entstanden. Kai Hansen klingt hier so jugendlich und unbekümmert wie schon seid langem nicht mehr und auch den Solos und Breaks wird wieder deutlich mehr Freiraum eingeräumt. Ein verdammt starkes Album. Die Bonusversion als Boxset kann ich nur Empfehlen. Sie kommt nebst Album noch mit einem T-Shirt (Qualitativ hochwertig, Größe L, macht in echt mehr her als auf den Bildern), einem Poster, 2 Bonustracks auf Vinyl, 6 Fotos der Band und einer DVD. Diese enthält eine sehr sehenswerte Tour durch die Ruinen des niedergebrannten Studios vermengt mit den Livesongs der Pre-Listening Session und einem kurzen Interview mit Kai Hansen. Gerade wegen seinem Fokus auf der Frühgeschichte der Band (also die 90er) wirkt Empire of the Undead auf den Ersteindruck vielleicht ein wenig unspektakulär, nach und nach entfalten sich die 11 Songs aber zu potentiellen Klassikern von denen es sicher viele ins Live-Set der Band schaffen werden.


Shadows (Ltd.Digipak)
Shadows (Ltd.Digipak)
Preis: EUR 17,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sinbreed - Shadows, 28. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Shadows (Ltd.Digipak) (Audio CD)
Knappe 4 Jahre nach ihrem Debüt "When Worlds collide" gehen Sinbreed in die zweite Runde. Seid Erscheinen des Erstlings gilt die Band zurecht als Hoffnungsträger der deutschen Metalszene; Sinbreed fühlen sich ein bisschen an wie Running Wild, nur heavier, ein bisschen wie Blind Guardian, nur sehr viel straighter, und Herbie Langhans, der hier einmal mehr singt wie ein junger Gott, liegt tatsächlich irgendwo zwischen Rolf Kasparek und Andi Deris. Er wird immer mal wieder durch die allzu genretypischen Chöre unterstützt, wobei aber auch auf Album Nummer 2 wieder positiv auffällt was für ein ausgewogenes Verhältnis aus Härte und melodischer Leichtigkeit Sinbreed hier abliefern. Besagte Chöre und vereinzelnte Ohrwurmmelodien tauchen zwar in jedem Track auf, stehen aber nie so weit im Vordergrund dass man die Musik als Kitsch bezeichnen könnte - umso erstaunlicher wie eingängig die Hooks trotzdem noch sind: Shadows, Call to Arms und Reborn gehen beispielsweise richtig gut ins Ohr - nur eben ohne Abnutzungsgefahr, soweit man das beim Ersteindruck abschätzen kann. Die 10 Tracks auf rund 50 Minuten lassen sich ausnahmslos dem Melodic Speed Metal zuordnen und sind wunderbar produziert. Der Sound ist schön klar, druckvoll, kommt ganz ohne unnötige Spielereien aus und dass Frederik Ehmke und Marcus Siepen (Blind Guardian) an Drums und Gitarre eine unschlagbare Rythmussektion sind erklärt sich auch ganz von selbst.

Ebenfalls erwähnenswert ist das tolle, weitestgehend Klischéfreie Songwriting der Band. Auch wenn hier die typischen Metalthemen verarbeitet werden (Freiheit, Selbstverwirklichung, Vergeltung) sind Texte wie Reborn oder Leaving the Road in Satzbau und Wortwahl unglaublich gut geschrieben.

Hier wurde kurz gesagt alles richtig gemacht! Fans des Vorgängers dürfen blind zugreifen und alle anderen, vorallem auch solche denen im Powermetal oft die Härte fehlt, sollten zumindest einmal reinhören! Sinbreed sind ein herrliches Unikat, Gott sei Dank keine Eintagsfliege und stehen hoffentlich in ein paar Jahren neben etablierten Genregrößen wie Helloween, Blind Guardian und Gamma Ray!


Men of Honor (Limited Mediabook)
Men of Honor (Limited Mediabook)
Preis: EUR 16,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Adrenaline Mob - Men of Honor, 21. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Men of Honor (Limited Mediabook) (Audio CD)
Mit ihrem zweiten Album "Men of Honor" beweisen Adrenaline Mob dass es ihnen als Band ernst ist. Das Album ist definitiv eine musikalische Weiterentwicklung. Immer mal wieder schimmern hier klassischere Einflüsse durch als noch beim Erstling Omertá. Der Sound der Band ist eine wundervolle Symbiose aus minimalistischem old-school und einer kristall-klaren Produktion - quasi der Inbegriff von modernem Metal. Russel Allen nutzt auf "Men of Honor" sein gesammtes stimmliches Spektrum mit dem er, ganz spielerisch, einen riesigen Bogen von ganz sanftem Soul bis hin zu richtig derben Shouts schlägt - nicht nur rein gesangstechnisch: er scheint sich komplett auf die Band und die damit verbundene Mafia-Attitüde eingelassen zu haben und bringt die 12 Tracks um Verrat, Liebe und Ganovenehre richtig authentisch rüber. Ein großer Pluspunkt gegenüber dem Vorgänger ist dass auf "Men of Honor" deutlich mehr Spielraum für die zahlreichen Soli bleibt, jedoch nie auf Kosten der starken Rythmussektion - Die Songs sind so Abwechslungsreich wie es die gewollte Eingängigkeit gerade noch zulässt. Hier wird über 55 Minuten aus allen Rohren gefeuert, trotz 3 Balladen ohne Längen und mit keinem einzigen Track der so weit zurückfällt dass man einzelne Anspieltipps nennen könnte.

Ich wünsche der Band von Herzen eine lange gemeinsame Karriere und freue mich schon auf weiteren Output! =)


Thunder in the Distance
Thunder in the Distance
Preis: EUR 17,99

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Place Vendome - Thunder in the Distance, 3. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Thunder in the Distance (Audio CD)
Thunder in the Distance knüpft musikalisch nahtlos an den Vorgänger "Streets on Fire" an - Auf ihrem dritten Studioalbum klingen Place Vendome nochmal eine Ecke versierter und selbstsicherer, als würde die Mixtur aus Michael Kiskes atemberaubenden lead vocals, ultra-eingängigen Melodien und den (sehr guten und diesmal stärker vertretenen) backingvocals allmählich richtig aufgehen: Lost in Paradise, Never too late, My Heart is Dying und der Titeltrack sind Ohrwürmer allererster Güte und entsprechen für mich, als jemanden der es eigentlich eine Spur heavier mag, meiner Vorstellung von richtig gut gemachtem pop mit großen Melodien. Das äußert sich unter anderem in der kristallklaren Produktion. Die Stimmung der Musik ist von grundauf positiv. Die Instrumentierung der 13 Tracks ist, obwohl stets songdienlich, keineswegs banal und die kurzen Soli sind oft wunderschön und verträumt. Michael Kiske als Sänger macht seine Sache zudem dermaßen gut... seine Stimme hatt rein garnichts von ihrer Magie und Dynamik eingebüßt. Ganz im Gegenteil. Wer die ersten zwei Alben mochte oder den oben stehenden Tracks als Anspieltipps eine Chance gibt (und mag was er hört) kann ohne zu zögern zugreifen. Thunder in the Distance ist ein tolles, in sich schlüssiges Album zwischen stadiontauglichem AOR und Hardrock. Sehr gelungen und mit hörbarer Liebe zum Detail geschrieben, aufgenommen und produziert.

Warum überhaupt noch defensiv darüber geschrieben wird dass "es hier zwar keinen Powermetal gibt, die Musik aber trotzdem gut ist" verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Lasst die Musik doch für sich selbst sprechen und entscheidet dann ob es euch gefällt oder nicht. Alles andere ist ein Vergleich zwischen Äpfeln und Orangen. Musik soll Spaß machen und Gefühle transportieren, beim Musiker wie beim Zuhörer. Darin sind Michael Kiske und seine Mittstreiter ganz groß - ob nun hier, solo, bei Gamma Ray, Unisonic oder eben zu alten Helloween Zeiten. Der Geist ist seid 25 Jahren derselbe und das freut mich als Fan.


Trail of Death
Trail of Death
Preis: EUR 20,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wizard - Trail of Death, 28. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Trail of Death (Audio CD)
Nach 3 verdammt starken Alben melden sich Wizard als eine der beständigsten Bands der deutschen Metalszene zurück. Wie auch die erwähnten Vorgänger ist Trail of Death ein gelungener Querschnitt durch das musikalische Repertoire der Band, das irgendwo zwischen ganz klassischem Heavy/Power Metal und dezenten Thrash Anleihen anzusiedeln ist. Auf Trail of Death sind Wizard direkt wie eh und je: Songs wie Black Death, War Butcher, One for all und Post Mortem Vivere haben ein ordentliches Tempo, sind absolut eingängig und beweisen wieder einmal das Wizard hochambitionierte Serientäter in Sachen Heavy Metal sind und auch nach 20 Jahren noch klingen wie Newcomer. Was nicht heißen soll dass hier keine technische Entwicklung stattgefunden hätte. Zwar ist die Instrumentierung der Songs zu jeder Sekunde songdienlich (stellt in diesem Genre eh keinen Kritikpunkt dar), das aber auf perfektem Niveau. Wer die vorangegangenen Alben mochte wird auch an Trail of Death seine Freude haben!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 5, 2013 2:03 AM MEST


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