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Rezensionen verfasst von
Sir Francis Drake

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Dirt Devil EVO Swiffer Wischer mit Roboter - Technologie
Dirt Devil EVO Swiffer Wischer mit Roboter - Technologie

64 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen teures Spielzeug, 30. September 2012
Ich habe mir einen Dirt Devil EVO als Ergänzung zu meinem Scooba 390 für meine Parkettflächen gekauft, da die Versiegelung nicht mehr die beste ist, und ich keine Schäden durch einen täglichen Scooba-Einsatz riskieren möchte. Auf die Gerätedetails verzichte ich an dieser Stelle, sie gehen zur Genüge aus der Produktbeschreibung und aus vielen anderen Bewertungen hervor.

Der Dirt Deviel EVO muss nicht nur beim ersten mal, sondern immer wenn der Akku leer ist, einen halben Tag lang geladen werden, Zwischenladen wird nicht empfohlen (schadet dem Akku). Die Reinigung kann trocken oder feucht durchgeführt werden, wobei jeweils ein einziges Wischtuch über den Boden geschoben wird. Krümel werden dabei prinzipbedingt nicht aufgenommen. Das alles war mir vor dem Kauf klar - trotzdem wollte ich dem Gerät eine Chance geben.

Nun ja - der EVO orientiert sich mit Hilfe eines "Indoor GPS" genannten Systems (hat aber nichts mit GPS zu tun; ein Navigationswürfel projiziert ein Infrarotmuster an die Decke, an dem sich der EVO orientiert, oder besser gesagt: orientieren soll). Aufgrund dessen sollte jede Stelle systematisch gereinigt werden. In der Praxis konnte der EVO in der Hälfte der Versuche keine Verbindung zum Würfel herstellen. Der Würfel ist stets nutzlos, wenn die Sicht zur Decke nicht frei ist, z.B. unter einem Esstisch. Aber auch mit Verbindung blieben ungereinigte Bereiche zurück, und die feuchtgereinigten Bereiche sind unansehnlich streifig. Der Dreck wird lediglich verteilt, da das Putztuch im Laufe der Reinigung immer dreckiger wird. Und nach ein paar Metzern ist das feuchte Tuch nicht mehr feucht genug.

Auf freier Fläche ist es noch lustig, dem Gerät zuzusehen, es wird aber zu einem Trauerspiel, wenn Hindernisse im Weg sind: der EVO eierte stets recht lange darum herum, und hat auch mehrmals (erfolglos) versucht, die Wand so lange zu rammen, bis sie weg geht. Unter Möbel kommt der EVO recht gut, leider versucht er es auch dann, wenn die Höhe nicht ausreicht, und verklemmt sich dann durch seine nach vorne etwas schräg abfallende Oberseite zuverlässig unter dem Sofa. Der Antrieb ist nicht griffig genug, um sich eigenständig wieder zu befreien.

Nichts für ungut, aber ich kann die vielen guten Bewertungen nicht so recht nachvollziehen. Die Haupteigenschaft des Geräts - die Reinigung - ist schlicht als ungenügend zu bezeichnen. Wenn ich > 200 EUR ausgebe, erwarte ich eine Putzhilfe, und kein technisches Spielzeug, hinter dem ich herlaufen muss, um den Lappen regelmäßig wieder zu befeuchten und das Gerät zu befreien, wenn es sich mal wieder festgefahren hat. Gut, dass es ein Rückgaberecht gibt...
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 12, 2013 1:41 PM CET


iRobot Scooba 390 Nasswisch-Roboter
iRobot Scooba 390 Nasswisch-Roboter

14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Große Hilfe mit kleinen Mängeln, 15. September 2012
Nachdem ich mir einen Saugroboter (Roomba 780) zugelegt, und vom Ergebnis sehr angenehm überrascht bin, musste auch ein Scooba 390 Wischroboter her.

Stromversorgung
Wie alle Geräte diesere Kategorie wird der Scooba mit einem Akku betrieben. Leider wurde ein NiMH-Akku verbaut, der einfach nicht mehr ganz zeitgemäß ist. Das Lademanagement ist leider auch nicht das beste, das Gerät soll, wenn es nicht benutzt ist, ständig am Stromnetz hängen, oder der Akku entnommen werden, da der er sonst tiefentladen wird und Schaden nimmt. Ein simpler Schalter, der den Stromkreis unterbricht, wäre hier nicht zuviel verlangt gewesen.
Über eine Ladestation verfügt der Scooba nicht, man muss also nach der Reinigung das Netzteil immer von Hand anschließen. Der Ladevorgang dauert nur wenige Stunden, was für den Akku aber durchaus Stress bedeutet, und sich negativ auf die Lebensdauer auswirken wird.

Reinigungssystem
Das Gerät sprüht Reinigungsflüssigkeit aus seinem Tank auf den Boden, schrubbt ihn mit einer rotierenden Bürste, und saugt die Flüssigkeit dann an einer Abziehlippe wieder in den Tank. Dieser ist durch eine Membran zweigeteilt, und trennt sauberes von schmutzigem Wasser. Dadurch wird nur wenige Wasser benötigt (beim manuellen Putzen wird deutlich mehr benötigt, weil der Dreck im Putzwasser landet, und man früher und später mit der Dreckbrühe putzt).

Handhabung:
Zunächst muss der Tank gefüllt werden. Der Hersteller gibt normales Wasser vor, dem entweder wenige ml eines speziellen Reinigers von iRobot oder Essig zugefügt werden können; mit der Verwendung anderer Pflegemittel erlischt die Garantie. Schaden nehmen wird der Scooba davon meiner Meinung nach aber nicht, und viele Anwender benutzen auch normales Putzmittel. Allerdings ist das iRobot Reinigungsfluid wirklich gut, und auch Essig ist gerade auf Fliesenböden sehr wirksam (riecht nur nicht besonders gut).

Der Scooba besitzt nur zwei Tasten: einen Ein-/Ausschalter und einen Startknopf. Nachdem letzterer betätigt wird, beginnt das Gerät in spiralförmigen Bewegungen zu wischen, bis es auf ein Hindernis stößt. Wird eine Kontur erkannt, fährt es dieser nach und biegt auch um Ecken ab. Kann es die Kontur nicht erkennen, dreht es relativ zufällig ab, fährt durch den Raum, beginnt gelegentlich eine weitere Spiralbewegung, und der Ablauf wiederholt sich. Niemand würde so mit einem Wischer putzen, und ich lese viele Kommentare, in denen die chaotische Navigation bemängelt wird. Die Navigation ist auch bei weitem nicht so elegant wie beim Roomba 780 des gleichen Hersteller. Es zählt aber das Ergebnis: die Fläche wird vollständig gereinigt. Das dauert deutlich länger als von Hand - aber dafür muss man nicht selbst arbeiten!

Mit Hilfe einer Virtual Wall (eine Infrarot-Lichtschranke) kann man dem Gerät die Durchfahrt versperren, wenn gerade keine Tür zur Hand ist. Sinnvoll z.B. bei dünnen Läufern, an denen sich das Gerät sonst festfahren würde. Dickere Teppiche werden als Hindernis erkannt.

Der Scooba reinigt, bis der Frischwassertank leer ist. Man muss also etwas Erfahrung sammeln, wie viel Flüssigkeit für wie welche Fläche einzufüllen ist. Danach trocknet das Gerät die Fläche, indem es noch etwas herumfährt, und Wasser aufsaugt.

Die Flüssigkeitsabgabe ist höher als bei einem guten Wischer, "nebelfeucht" lässt sich damit nicht erreichen, so dass man unversiegelte Böden damit nicht reinigen sollte. Ein Großteil der Flüssigkeit wird auf glatten Böden aber wieder aufgenommen, bei Fliesen durch die Fugen natürlich weniger.

Reinigungsergebnis
Das Reinigungsergebnis kann sich sehen lassen. Ein Wischtest mit einem trockenen Küchentuch zeigt kaum Rückstände. Von Hand reinige ich NICHT so gründlich! Abstriche: an den Rändern bleiben 1-2cm ungeputzt, und Ecken werden auch nicht gereinigt. Hier muss man also gelegentlich selbst Hand anlegen. Kleine Krümel nimmt der Scooba auf, größere Dreckbrocken - nicht (tut der Handwischer aber auch nicht). Nicht toll ist die Lautstärke des Geräts, das ein unangenehmes und recht lautes Surren von sich gibt. Fernsehen geht nicht gut, wenn der Scooba in Betrieb ist (allerdings habe ich auch noch nie ferngesehen, wenn ich von Hand gewischt habe...).

Wartung
Nach der Bodenreinigung müssen der Tank, ein Sieb, ein Gummistutzen und die Bürste entnommen und abgespült werden. Das dauert ca. 2-3 Minuten. Dass sich manche Besitzer darüber beschweren, hat mich vor dem Kauf verunsichert. Um so unverständlicher ist mir das nun: wenn man von Hand wischt, muss man schließlich auch das Wasser wegleeren und den Kübel reinigen. Demnächst beschwert man sich wohl noch über den Kaffeesatz der Kaffeemaschine, den man aufwändigst wegleeren muss?

Fazit
Ich möchte den Scooba nicht mehr missen! Allein die Küche (PVC-Belag) wird damit nun fast täglich gereinigt. Dazu fehlte mir mit dem Handwischer einfach nicht die Zeit. Wenn die Kinder in der Badewanne sind, und das Bad danach unter Wasser steht, flitzt anschließend auch der Scooba durch. Die Überschwemmung ist dann weg, und der Boden wieder schön sauber.
Gelegentlich putze ich dann mal von Hand durch, damit auch die Ecken und Ränder sauber sind.
Mein gefliester Keller wurde früher sträflich vernachlässigt - jetzt setze ich einfach einmal pro Woche den Scooba auf den Boden, und der Keller ist blitzsauber.
Auf meinem Parkett und Laminat lasse ich den Scooba nur gelegentlich bei starker Verschmutzung fahren, da die Versiegelung nicht mehr die beste ist, und ich keine Schäden riskieren möchte. Dafür könnte der Dirt Devil EVO besser geeignet sein, den ich demnächst testen werde.

Ich lagere den Scooba aufrecht auf einem sog. Caddy (eine Halterung aus Kunststoff), das aber extra gekauft werden muss. Angesichts des Preises hätte ich das eigentlich im Lieferumfang erwartet. Bis auf den Akku und die fehlende Eckenreinigung habe ich am Scooba 390 nichts auszusetzen, und würde ihn jederzeit wieder kaufen. Mein Haus war noch nie so lange kontinuierlich sauber. Zusammen mit meinem Saugroboter ist das ein fast perfektes Gespann!

Nachtrag nach 1,5 Jahren:
Leider muss ich sagen, dass mein Scooba zwischenzeitlich zwei mal defekt war. bei einem Gerät dieser Preisklasse sollte das nicht passieren! Ich habe ein wenig überlegt, die Bewertung deshalb um einen Stern nach unten zu korrigieren, aber mich dagegen entschieden; mir ist der Scooba eine wirklich große Hilfe, und er wurde vom Kundenservice zwei mal problemlos ausgetauscht (derzeit besitze ich also wieder ein Neugerät). Ich hoffe nun, alle guten Dinge sind drei.

Weiterer Nachtrag:
- bemerkenswert an meinem aktuellen Gerät ist, dass die Lärmentwicklung deutlich geringer ausfällt, es ist nun kaum lauter als mein Roomba. Entweder hatte ich hier einfach Glück, oder iRobot hat an dem Modell eine Verbesserung vorgenommen.
- ich hatte beim aktuellen Gerät das Problem, dass während der ersten beiden Einsätze das Schmutzwasser nicht aufgenommen wurde; ähnliches berichten aktuell auch andere Käufer. Durchspülen und schütteln schaffen hier Abhilfe. Möglicherweise wurde auch hier der Produktionsprozess verändert.
- der Kundenservice für AT/DE, Klein Robotics, gehört jetzt zu Robopolis. Die Garantieabwicklung verlief an sich problemlos, allerdings gab es auf e-mails keinerlei Antwort. Das war vorher besser, hoffentlich ist das kein Vorbote einer allgemein schlechteren Servicequalität.


LG VR6170LVM Staubsaug-Roboter (Smarte Raumerkennung ohne anzustoßen, leise, automatische) rot
LG VR6170LVM Staubsaug-Roboter (Smarte Raumerkennung ohne anzustoßen, leise, automatische) rot

160 von 168 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hom Bot 2.0 vs. Roomba 780, 5. September 2012
Als Besitzer eines Roomba 780 kam ich nicht umhin, einen LG Hom Bot 2.0 (VR6170LVM) zu testen, nachdem ich ohnehin einen zweiten Sauger für das Obergeschoß zulegen möchte. Nachdem es schon eine Gegenüberstellung mit dem Roomba 581 gibt, möchte ich einen Vergleich mit dem Roomba 780 ergänzen.

1. Energieversorgung
Betrieben werden beide Geräte per Akku, ein herkömmlicher NiMH-Akku beim Roomba, ein LiPo beim LG. Hier dürfte iRobot mal auf moderne Technik umsteigen, wirklich tragisch ist die Sache aber nicht. LiPos sind haltbarer, die Ladezeit liegt aber bei beiden bei etwa 3h (ca. 12h beim Roomba, wenn der Akku tiefentladen war - kommt normalerweise nicht vor). Beide Modelle fahren zum Laden autonom eine Ladestation an, wobei der Hom Bot hier klar im Vorteil ist (siehe Navigation). Die Ladestation beim Hom Bot ist dabei deutlich klobiger. Meine Roomba Ladestation steht im Bodenfach des Fernsehtisches an der Schrankwand, so dass sie mitsamt Sauger tagsüber quasi unsichtbar ist. Sie wird trotzdem recht zuverlässig gefunden.

Der Hom Bot besitzt einen mechanischen Hauptschalter, der Roomba nicht, und muss daher immer in der ans Netz angeschlossenen Ladestation stehen, oder bei längerer Nichtbenutzung der Akku ausgebaut werden. In der Praxis möchte ich den Sauger ohnehin aber spätestens jeden zweiten Tag laufen lassen, also habe ich damit kein Problem.

2. Navigation
Der Roomba 780 fährt im Automatikmodus nach einem Algorithmus, der relativ zufällig anmutet (aber nicht nicht vollständig zufällig ist!), durch die Wohnung. Wenn er auf ein Hindernis stößt, folgt er den Konturen erstaunlich präzise. Irgendwann dreht er ab, und fährt wieder kreuz und quer durch den Raum, bis er wieder eine Kontur findet. Hindernisse werden dabei meist *nicht* hart angerempelt; der Roomba bremst kurz vorher ab, berührt das Hindernis relativ sanft mit seinem Stoßfänger, und entscheidet über die weitere Fahrt. Stuhlbeine und ähnliches werden sauber umrundet. Nachdem er die Räume nicht kartographiert, fährt er viele Stellen auch mehrfach ab - was die Reinigungszeit erhöht, und vielen Benutzern missfällt. Zumindest überfährt er so aber recht zuverlässig wirklich jede Stelle, auch nachts im Dunklen. Stärker verschmutzte Stellen erkennt er über einen Sensor, und reinigt sie besonders gründlich, idem er mehrfach leicht versetzt vorwärts und rückwärts über die Stelle fährt.
Auf Teppiche fährt der 780 problemlos auf, und passt die Bodenfreiheit angeblich dem Teppich an (ich kann keine sichtbare Veränderung beobachten, aber auch keine Probleme - er fährt und reinigt auf dem Teppich einwandfrei). Um größere Bereiche zu reinigen, grenz man die Räume durch sog. Lighthouses ab, die drei Infrarot-Lichtkegel in den Raum strahlen. Der Roomba ermittelt die Anzahl der Lighthouses beim Start per Funk, und weiß so, wie viele Bereiche er insgesamt bedienen muss. Er orientiert sich auch an den Seitenstrahlen der Lighthouses, und überfährt den mittleren Lichtstrahl erst, wenn er glaubt, mit dem aktuellen Bereich fertig zu sein. Wie genau er ermittelt, wann er fertig ist, ist mit dabei ein Rätsel, aber es klappt ganz gut: kleine Bereiche beendet er wesentlich früher als große. Die chaotische anmutende Navigation ist wohl doch nicht ganz so chaotisch, wie es scheint. Alternativ kann ein Lighthouse als "Virtual Wall" benutzt werden, um den Roomba dauerhaft auszusperren. Zwar werden die Lighthouses automatisch ein- und abgeschaltet, aber sie benötigen dennoch Batterien (zwei Babyzellen). Das ist lästig, besser benutzt man hier Akkus, ggf. mit einem entsprechenden Adapter. Kinder und Haustiere lieben die kleinen Kästchen mitunter, und so kann man sich gelegentlich auf eine spannende Suche danach "freuen". Auch funktioniert das Konzept nicht immer hundertprozentig, manchmal scheint der 780 die Lighthouses beim Start nicht richtig zu registrieren, lässt auch mal einen Raum aus, und findet ggf. auch nicht mehr zur Ladestation zurück. Das passiert aber recht selten, bei der nächsten Reinigung ist dann wieder alles OK.

Der LG Hom Bot 2.0 orientiert sich optisch mit Hilfe zweier Kameras, ähnlich wie eine optische Maus. Er kartographiert die Räume, und merkt sich, welche Stellen bereits abgefahren wurden. Das funktioniert erstaunlich gut, mein voller Respekt für diese Ingenieursleistung! Allerdings verbringt er ziemlich viel Zeit damit, still zu stehen und zu überlegen, wie er am besten weitermachen soll, und fährt insgesamt etwas langsamer als der 780. Man kann zwischen einer schnellen Reinigung für große freie Flächen und einem Modus wählen, in dem das Gerät den Raum in Bereiche aufteilt, und diese nacheinander sauber abarbeitet. Schön wäre, wenn das Gerät hier automatisch wechseln würde, denn was nutzt mir die Einstellung, wenn ich sowohl große frei Flächen als auch Räume habe, die mit Möbeln und Gegenständen zugestellt sind? Zudem verhält sich ein verschmutzter Boden auch nicht wie das Werkstück einer Fräßmaschine, bei dem Material nach der Bearbeitung einfach weg ist. Manchmal bleibt eben etwas Schmutz liegen, oder wird vom Sauger im Raum verteilt und bleibt an Stellen liegen, die das Gerät ja bereits abgefahren hat und daher meidet. Stärker verschmutzte Stellen werden nicht extra berücksichtigt. Dadurch geht das gut gemeinte Navigationskonzept nicht ganz auf. Enttäuscht bin ich von der Navigation um Gegenstände und innerhalb von Stuhlbeinen. Während der Roomba sich recht schnell seinen Weg sucht, rotiert der LG panisch um die eigene Achse, um dann doch gegen das nächste Stuhlbein zu dengeln - im Gegensatz zum Roomba aber ohne sanften Stoßfänger! Die angepriesene, sanfte und berührungslose Reinigung gibt es zumindest in meinem Haus also nur in der Theorie. Bei einer Reihe von Stühlen, die nicht exakt aufgestellt war, dachte ich schon, der Hom Bot findet gar nicht mehr heraus - er suchte und suchte, kollidierte, und kurz bevor er frei gekommen wäre, drehte er wieder ab ins Labyrinth... von Pflanzen und Gegenständen hält er großzügig Abstand, an sich ja gut, aber dadurch bleibt auch viel Dreck liegen. Flache Gegenstände wie die waagrechten Rohre eines Bügelbretts erkennt er nicht, und fährt sich daran gerne fest.
Auch das Auffahren auf Läufer enttäuscht beim Hom Bot. Er benötigt dazu recht lange und mehrere Versuche, oft schiebt er leichtere Läufer dabei auf. Auf dem Teppich angekommen, geht aber alles normal und problemlos weiter.
Mit dem Fahren unter Sofas ist der Hom Bot etwas zaghaft, er kann sich dann nur noch mit einer der beiden Kameras orientieren, während der Roomba hier keine Berührungsängste hat, auch wenn er gerade noch so unter das Sofa passt (kein Wunder, er ist ja ohnehin "blind"). Ob der Hom Bot mit seinen Kameras im Dunklen Probleme hat, habe ich nicht getestet, aber es ist naheliegend.

Schön beim Hom Bot: er benötigt keine Lighthouses, weiß immer, wo die Ladestation ist, und fährt recht zielstrebig wieder heim, wenn er fertig ist oder den Akku nachladen muss. Nach dem Nachladen setzt er die Reinigung da fort, wo er aufgehört hat. Das ist aber nur wichtig, wenn eine Akkuladung nicht für die Gesamtreinigung ausreicht - in meinem Fall ist das mit ca. 80qm nicht relevant, für größere Etagen aber ein echtes Problem. Beim Hom Bot missfällt mir jedoch, dass er nach einer Störung (z.B. Kabel in der Bürste etc.) an sich zwar normal weitermachen sollte, bei mir aber jedesmal trotzdem die gesamte Wohnung von neuem gereinigt hat.

Beide Modelle besitzen einen sog. Spotmodus, mit dem gezielt ein lokal begrenzter Bereich spiralförmig abgefahren wird. Das ist meiner Meinung nach mehr Spielerei, da bin ich mit einem normalen Sauger deutlich schneller - schließlich muss der Saugroboter auch erst mal geholt oder hergefahren werden. Außerdem reinigt der konventionelle natürlich gründlicher. Die Stärke der Saugroboter liegt allgemein definitiv in der regelmäßigen, konstanten Reinigung.
Beide Modelle können auch per Fernbedienung gesteuert werden. Das ist ja ganz lustig, aber auch nur ein recht nutzloses Gimmick. Wer das machen möchte, kauft sich besser ein ferngesteuertes Auto.

3. Kehrsystem
Der Hom Bot besitzt eine Bodenbürste und zwei gegenläufige Seitenbürsten, die der Bodenbürste gröberen Schmutz zuführen, der Roomba zwei gegenläufige Bodenbürsten und eine Seitenbürste. Leider sind die Seitenbürsten beim Hom Bot zu kurz geraten, um auch in die Ecken zu kommen. Kein Problem dagegen beim Roomba, die Ecken werden gut gereinigt. Bei letzterem werden zwar gelegentlich Krümel von der einen Seitenbürste nicht der Bodenbürste zugeführt, sondern in den Raum geschleudert; das wirkt sich aber nicht aus, nachdem alle Stellen prinzipbedingt ja mehrfach überfahren werden. Die Schmutzaufnahme ist beim Roomba durch die Doppelbürste erheblich besser! Der Hom Bot ließ Kuchenkrümel auch nach mehreren Durchgängen liegen, die der Roomba schon beim ersten mal gefressen hat. Insbesondere auf Läufern (KEIN Langflor - da kann ich mir keinen der beiden ein gutes Ergebnis vorstellen) reinigt der Hom Bot nicht zufriedenstellend. Beim Roomba habe ich eher Bedenken, dass er zuviel macht, und den Teppich mit der Zeit abträgt. Teppichfasern finden sich nach der Reinigung in den Bürsten beider Modellen (allerdings auch in der Kehrbürste meines konventionellen Saugers).

Eine Besonderheit ist beim Roomba der Umgang mit Kabeln. Kommt eines in die Bürste, kehrt er die Drehrichtung um, und spuckt es wieder aus (vorausgesetzt, das Kabel liegt nicht einfach komplett lose herum, dann wickelt es sich um die Bürste, und man muss es von Hand entfernen). Das gilt ähnlich auch für die Seitenbürsten. Der Hom Bot hat diese Funktion scheinbar nicht, und hat sich bei der ersten Fahrt so sehr an einem Lautsprecherkabel verheddert, dass ich versucht war, es abzuschneiden, um ihn wieder frei zu bekommen. Nach viel Gefummel habe ich es ohne Schere wieder herausbekommen. An Papierstücken und kleineren Gegenständen (z.B. Legosteine), die in der Bürste hängen, verschluckt sich dagegen der Roomba öfter als der Hom Bot, was ich aber ehrlich gesagt auf die bessere Schmutzaufnahme zurückführe. Was nicht eingesaugt wird, kann nicht in der Bürste hängen.

4. Lautstärke
Ein Traum beim Hom Bot! Man kann problemlos telefonieren, während er sein Werk tut. Der Unterschied zwischen 60 dB des Hom Bot und 70 dB des Roomba ist erheblich (das Dezibelmaß ist logarithmisch, 10 dB mehr sind Welten!). Fernsehen ist aber zur Not durchaus auch möglich, wenn der Roomba läuft (bei meinem konventionellen Sauger wäre das undenkbar). Ich lasse das Erdgeschoß nachts vom Roomba reinigen, und höre im Schlafzimmer im Obergeschoß davon nichts, obwohl das Treppenhaus offen ist, und bis zur Treppe hin gesaugt wird. Dennoch: der Hom Bot ist hier wesentlich angenehmer.

5. Staubbehälter und Filter
Beide Modelle sind mit einem entnehmbaren Staubbehälter und Hepafiltern (ein großer beim LG, zwei kleine beim Roomba) ausgestattet. Sympathisch beim Hom Bot: der Behälter lässt sich von oben entnehmen, ist durch eine Automatikklappe geschlossen und kann nass gereinigt werden. Beim 780 muss man ihn seitlich entnehmen, das ist etwas fummelig, die Reinigung schwieriger, und der Dreck starrt einen am Einlasschlitz offen an. Für Allergiker sicher nicht optimal.

6. Zeitsteuerung
Beim Roomba kann für jeden Wochentag eine Startzeit minutengenau programmiert werden, bzg. die Reinigung deaktiviert werden, so dass z.B. nur an 3 Tagen pro Woche gereinigt wird. Der LG bietet lediglich eine Zeitverzögerung vor dem Start. Man muss ihn also täglich neu starten. Relativiert wird das aber durch die geringe Lautstärke, so dass auf lärmempfindliche Menschen ihn auch tagsüber jederzeit laufen lassen können (sofern Kinder oder Haustiere da keinen Strich durch die Rechnung machen).

5. Design und Verarbeitung
Beide Geräte sind schön anzusehen und wirken robust. Der Roomba ist dabei funktionaler designt, nach einer Woche täglichem betrieb sieht er noch aus wie neu, während der Hom Bot eine sehr edel wirkende Hochglanzoberfläche besitzt, die aber schon nach der ersten Fahrt unter dem Sofa leichte Kratzer erkennen lässt. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie das Gerät nach ein paar Monaten Einsatz aussieht...

7. Bedienung und Anleitung
Beide Geräte sind intuitiv per Touchoberfläche sowie per IR-Fernbedienung bedienbar, dadurch kein Dreck, der sich im Laufe der Zeit an Tasten sammelt. Beide verfügen über eine Sprachausgabe, wobei die des LG wirklich sehr mechanisch klingt (aber wer mag schon mit einem Staubsauger reden?). Die Anleitung des Hom Bot ist ausführlich, aber scheinbar maschinenübersetzt aus dem Koreanischen. Sie strotzt vor Grammatikfehlern. Die des 780 ist gut übersetzt, aber sehr dürftig. Dass die "..."-Taste der Fernbedienung die Dockfunktion aktiviert, muss man selbst herausfinden (zumindest habe ich keine Erklärung in der Anleitung gefunden), der Absatz über die Spracheinstellung ist recht gut versteckt. Ein normalintelligenter Benutzer sollte aber kein Problem mit der Bedienung beider Geräte haben, auch wenn die Anleitung nicht gelesen wird.

8. Reinigung und Wartung.
Kein großer Aufwand bei beiden Modellen. Die Sensoren sollten gelegentlich abgewischt, die Bürsten von Haaren und ähnlichem befreit, und natürlich der Staubbehälter geleert und gereinigt werden. Wie bereits beschrieben, ist das beim LG etwas angenehmer zu bewerkstelligen. Der Aufwand hält sich sehr in Grenzen. Filter und Bürsten können einfach entnommen, und ggf. bei Verschleiß ersetzt werden. Wie lange die Bürsten halten, weiß ich noch nicht.

Fazit
Auch wenn mich die Naviagation des Hom Bot absolut begeistert - ich hätte wirklich nicht gedacht, wie weit entwickelt die Robotik inzwischen ist! - unter dem Strich zählt für mich das Ergebnis, und hier schlägt der 780 den Hom Bot deutlich. Der Unterschied mag auf reinen Hartböden geringer ausfallen, aber sobald Teppiche im Spiel sind, hat der Roomba die Nase vorn. Wenn der Roomba dabei chaotisch fährt, mag das befremdlich wirken, aber er ist nun mal kein Mensch, sondern eine Maschine, die eben eine andere Strategie verfolgt. Der Hom Bot fährt eher, wie ein Mensch reinigen würde; allerdings kann ein Mensch sofort das Ergebnis beurteilen, und ggf. nochmals drüberfahren - und das ist der Pferdefuß der Maschine. Die Lautstärke und Reinigungsdauer ist mir persönlich nicht so wichtig, ich möchte morgens einfach eine saubere Wohnung sehen. Damit möchte ich nicht sagen, dass der Hom Bot wirklich schlecht ist - aber es geht besser und preiswerter. Für mich und meine Gegebenheiten ist der Roomba 780 daher weiterhin das Gerät der Wahl, auch wenn ich aus technischer Sicht irgendwie bedaure, dass der Hom Bot wieder die Heimreise antritt.
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 16, 2013 6:56 PM CET


Angriff auf die Freiheit: Sicherheitswahn, Überwachungsstaat und der Abbau bürgerlicher Rechte
Angriff auf die Freiheit: Sicherheitswahn, Überwachungsstaat und der Abbau bürgerlicher Rechte
von Ilija Trojanow
  Broschiert

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fakten auf dem Tisch, 20. Januar 2010
Schenkt man der politischen Führung - nicht nur in Deutschland! - Glauben, lauert spätestens seit 9/11 hinter jedem Busch ein Terrorist, der den Staat vernichten möchte, indem er sich in die Luft sprengt, und dem nur durch Totalüberwachung, Rasterfahndung und dem drastischen Zurückstutzen von Bürger-, ja sogar von Menschenrechten beizukommen ist.

Dieses Buch entlarvt den Irrsinn, dem unsere Politik verfallen ist, und einiges mehr. Es zeigt die Gefahr auf, in der wir alle schweben - und die der breite Massen gleichzeitig kaum bewusst ist. Dabei verzichten die Autoren auf Verschwörungstheorien und Polemik, und belegen ihre Aussagen dafür mit knapp 30 Seiten Quellenangabe.

Absolute Pflichtlektüre!


Feuchtgebiete
Feuchtgebiete
von Charlotte Roche
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wie man mit Hilfe der Skandalpresse vile Geld macht, 17. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Feuchtgebiete (Taschenbuch)
Um die Geschichte zusammenzufassen: die Hauptfigur, ein 18 jähriges Mädchen namens Helen, muss ins Krankenhaus, nachdem sie sich bei der Intimrasur in die Hämorrhoiden geschnitten hat. Im Laufe der Geschichte wird klar, dass das Mädchen unter einer starken Persönlichkeitsstörung leidet, und ihr Lebensinhalt aus Sex (oder so etwas ähnlichem), dem Züchten von Avocadobäumchen und einer Aversion gegen den Hygienewahn besteht. Letzterer manifestiert sich in einer Art Besudelungsdrang - dem Essen von Popeln, Eiter und Ohrenschmalz, dem Tausch gebrauchter Tampons mit Freundinnen, dem wiederverwenden gebrauchter Eigenbau-Tampons etc. Ursache für die Persönlichkeitsstörung sollen offenbar zerrüttete Familienverhältnisse sein. Die Eltern haben sich scheiden lassen, beide haben neue Partner, und die Mutter hat offenbar irgendwann versucht, sich und dem Bruder der Hauptfigur das Leben zu nehmen.

Dass es sich um ein Skandalbüchlein handeln soll, mit ekeligen und nahezu pornographischen Passagen, weiß man eigentlich vor dem Kauf. Daran muss man sich nicht stören, aber wer sowas nicht verträgt: Finger weg. Wer Erotik oder gar Pornographie erwartet: ebenfalls Finger weg, erstere fehlt völlig, und zu letzterer reicht es nicht (um so befremdlicher wirken auch mich die Leser, die das "Werk" allen ernstes erotisch finden...).

Bleibt die Story drum rum, also die böse böse Realität von Scheidungskindern, die aufgrund ihrer Situation psychische Schäden erleiden. Alles gut und recht - aber um selbiges vermitteln zu wollen, muss man nicht vom Verzehr von Popeln, Eiterpickeln und von Eigenbautampons erzählen. Und wenn, dann sollte man es bitte so machen, dass es auch authentisch wirkt! Oder wenigstens ein Buch schrieben, das nur eklig und wirklich pornographisch ist, ohne künstliche Alibihandlung. Aber dann würde es wohl auf dem Index landen, und sich nicht so gut verkaufen.

Meine ganz persönliche Meinung ist, dass sich die Autorin überlegt hat, wie man mit geringem Aufwand möglichst hohe Verkaufszahlen erreicht. Das funktioniert nicht selten durch einen gewöhnlichen "Skandal", hier in der typischen Form "Oh mein Gott, sie hat das Wort MÖSE geschrieben". Leider ist das Buch abgesehen davon nur in der Hinsicht skandalös, dass die Handlung und die Umstände, in die einige Rezensenten weiß Gott was hineininterpretieren (die ach so traurige Realität von Scheidungskindern etc.) - völlig aufgesetzt wirken, und der Rest weitgehend aus einer Aneinanderreihung dümmlicher, aber medienwirksamer Provokationen besteht.

Dafür, dass die Autorin in ein paar Punkten recht genau hingesehen hat, und dafür, dass sie es Versteht, mit Hilfe der Skandalpresse viel Geld zu machen, zwei Punkte.
Ansonsten eignet sich das Buch allenfalls als Klopapier (mehrfach verwendbar, wer's mag).


Süße feuchte Lust
Süße feuchte Lust
von Lisa Stern
  Taschenbuch

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Mehr überflüssig als feucht, 3. Januar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Süße feuchte Lust (Taschenbuch)
Vielleicht waren meine Erwartungen an dieses nur knapp 90 Seiten fassende Büchlein ja zu hoch. Lisa Stern schildert darin ihre angeblichen Erlebnisse zum Thema Natursekt von Ihrer Jugend bis ins Erwachsenenalter. Nur so recht authentisch will das ganze nicht herüberkommen.

Ich finde es recht seltsam, dass eine Frau, die mit 16 Jahren bereits die "Liebesgrotte" ihrer besten Freundin leckt, und beide sich später mit dem Urin der jeweils anderen im Glas zuprosten, es später beim eigenen Ehemann nicht schaft, das Thema auch nur offen auf den Tisch zu bringen - schließlich ist diese Spielart der Sexualität in keiner Weise abartig oder pervers, auch wenn sie vielleicht nicht zu jedermanns Repertoire gehört, und von manchen wohl als pervers angesehen wird. Diesen Punkt möchte die Autorin sicher vermitteln, aber scheitert bereits an ihrem Ehemann.

Einige Passagen kommen mir vor, als entstammten sie diversem Material aus dem Internet. Recht komisch finde ich die Aussage, Urin schmecke "köstlich". Klar, über Geschmack kann man sich - im wahrsten Sinne des Wortes - streiten. Urin schmeckt im Normalfall zwar nicht "schlimm", vor allem etwas salzig mit einer bitteren Note, abhängig von seiner Konzentration. Aber von "köstlich" zu sprechen?

Sehr störend empfinde ich persönlich die arg gekünstelte Sprache. Man muss sich ja nicht gleich einer vulgären Ausdrucksweise bedienen, aber Wörter wie "Lustschloss", "Lusthöhle", "Mausi", "Liebesgrotte" in ständiger Rotation wirken auf mich einfach nur furchtbar verkrampft. Erotik geht für mich anders, und als Sachbuch geht das ganze schon gleich zwei mal nicht durch.


Krieg der Klone: Roman
Krieg der Klone: Roman
von John Scalzi
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessante Idee schlecht ausgebaut, 2. Januar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Krieg der Klone: Roman (Taschenbuch)
"Krieg der Klone" habe ich zwar innerhalb von zwei Tagen verschlungen, weil das Buch wirklich gut geschrieben ist. Leider ist ein ansprechender Erzählstil aber nur die halbe Miete.

Die Story ist aus Sicht des 75-jährigen Rentners John Perry geschrieben, der sich - wie viele andere in seinem Alter - sich von der "Kolonialen Union" rekrutieren lässt. Keiner der Rekruten weiß, worauf er sich eigentlich einlässt, die Motivation der Rekruten ist die Hoffnung, körperlich wieder fit gemacht zu werden. Niemand weiß, auf welche Weise dies geschehen soll, nur, dass man wohl mit alten, gebrechlichen Soldaten nichts anfangen kann, und die Technologie der Kolonialen der Technologie auf der Erde weit überlegen ist. Mit dem Eintritt in die Armee werden die Rekruten für tot erklärt, verlieren das Recht, jemals wieder auf die Erde zurückkehren zu dürfen, verpflichten sich zu einer Dienstzeit von 2 Jahren, die durch die Armee auf 10 Jahre aufgestockt werden kann, und stimmen medizinischen Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Funktionsfähigkeit zu.

Tatsächlich werden die Rekruten dadurch verjüngt, indem ihr Bewusstsein in einen Klonkörper transferiert wird. Diese Klonkörper sind nicht nur auf dem Stand von zwanzigjährigen, sondern auch noch mit diversen technischen und gentechnischen Verbesserungen wie einer photosynthesefähigen Haut, speziellem Blut etc. ausgestattet. Das I-Tüpfelchen bildet der sog. "BrainPal" - ein direkt ins Gehirn integrierter PDA, mit dem sich die Soldaten untereinander vernetzen können.

Soweit zum ersten, wirklich spannenden und interessanten Drittel. Leider hat der Autor daraus nichts wirklich weltbewegendes weitergesponnen. Das Universum/die Universen außerhalb der Erde, die von der Kolonialen Union abgeschottet wird, ist feindlich, es gibt "Billiarden" von Alienrassen, die sich um diverse Lebensräume und Kolonien kloppen. "Mensch" scheint dabei ein recht weit oben auf den jeweiligen Speisekarten zu stehen. Statistisch überleben nur 20% der Soldaten ihre Dienstzeit. Das Reisen zwischen den Planeten erfolgt nicht dadurch, dass Distanzen zurückgelegt werden, sondern indem mit Hilfe des "Skip-Antrieb" das Universum gewechselt wird.

Es folgt im Wesentlichen die Schilderung diverser Schlachten, in deren Verlauf der Romanheld zwar in immer höhere, militärische Ränge aufsteigt, wodurch sich die Story aber nicht wirklich weiter entwickelt. Warum sich überhaupt alle kloppen, bleibt genau so offen wie die Frage, wer oder was die "Koloniale Union" überhaupt ist, und warum andere Nationen der Erde als Siedler in die Kolonien auswandern können, und es ausgerechnet mal wieder die US-Amerikaner sein müssen, die Universumspolizei spielen (aber auf anderem Wege nicht in eine Kolonie umsiedeln) dürfen.

Die einzige nenneswerte "Entwicklung" im restlichen Buch ist die "Geisterbrigade" - Klone von Menschen, die bereits vor ihrem 75. Geburtstag gestorben sind, aus deren DNA zwar ebenfalls neue Körper gezüchtet werden, die denen der "normalen" Klonen noch ein gutes Stück überlegen sind, aber deren Geist offenbar künstlich geschaffen ist. Offen bleibt für mich u.a., wozu man dann überhaupt noch 75-jährige benötigt, die sich freiwillig melden, wenn man gar kein Bewusstsein transferieren muss. Eine Soldatin der Geisterbrigaden besitzt den Körper, jedoch nicht den Geist der ehemaligen Ehefrau des Romanhelden - schade dass der Autor auch diese Idee letztendlich in etwas Gemetzel verpuffen lässt.

"Krieg der Klone" unterscheidet sich letztendlich von einem beliebigen Kriegsroman nur dadurch, dass die Soldaten technisch aufgepeppt sind. Schade.
Möglicherweise werden einige offene Fragen noch in den Folgeromanen beantwortet, aber ob ich mir die zulege, muss ich mir noch sehr gut überlegen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 28, 2011 4:57 PM CET


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von Barbara Simonsohn
  Taschenbuch

26 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Interessantes mit Redundanz und Schwarzweissmalerei, 5. August 2007
Dieses Buch hat mich leider ganz schön enttäuscht. Man erfährt zwar durchaus etwas über die Pflanze Stevia, ihren Anbau und ihre Anwendung, und sicher:
- Zucker ist bestimmt nicht das gesündeste aller Produkte
- Steviosid wird in Japan seit langer Zeit erfolgreich als Zuckerersatzstoff verwendet
- Stevia ist kalorinfrei
- es ist ein Skandal, wie sich die EU zugunsten der Zuckerindustrie mit Scheinargumenten gegen Stevia abschottet

Aber muss es wirklich sein, diese Aussagen konstant und gebetsmühlenartig das ganze Buch hindurch zu wiederholen?

Spätestens an der Stelle, an der die Autorin Zucker verantwortlich für Drogenkonsum macht - angeblich schwäche Zucker den Willen, Drogen zu widerstehen - kringeln sich mir die Zehennägel.

Schade, dass das Werk nicht etwas sachlicher und weniger propagandistisch gehalten wurde.


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von Jörg Sieghart
  Musiknoten
Preis: EUR 24,95

22 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Alle meine Entchen..., 3. Februar 2001
Dieses Buch eignet sich allenfalls für absolute Anfänger, die zuvor weder ein Instrument in der Hand hatten, jemals Noten gesehen haben, noch irgendein Gefühl für Ton und Rhythmus besitzen. So finden sich auf der beiliegenden CD mit insg. 97 Tracks (die nicht jeder CD-Player verträgt!) allein zehn sog. "Klatschübungen"... Leider wird auf Selbstverständlichkeiten viel zu detailliert eingegangen (Gitarren mit Klemmsattel müssen mit den Feinstimmern gestimmt werden, sonst reißen die Saiten - ach nee!). Noch gegen Ende des Buches sind unter Noten/Tabulatur "Zählanweisungen" geschrieben ("Zähle: 1 e + a 2 e + a ..."). Wer allerdings auf grundlegende Techniken wie Vibrato, Bending, Sliding etc. wartet, also kurz gesagt, all das, was der E-Gitarre eigentlich Sound gibt, wartet vergebens. Viel mehr als "Alle meine Entchen" läßt sich nach Lektüre dieses Buches nicht spielen. Und das ohne Vibrato, dafür aber mit Pentatonik und Wechselschlag in allen Tonlagen...


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