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Rezensionen verfasst von
rosa mund

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Kleine Literaturgeschichte der DDR: Erweiterte Neuausgabe
Kleine Literaturgeschichte der DDR: Erweiterte Neuausgabe
von Wolfgang Emmerich
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,50

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen nicht alles war schlecht, 16. April 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
ein erstaunlich gut lesbares buch mit einer fülle von informationen über schriftsteller in der ddr in der zeit und in der gesellschaft, in der sie ihre arbeiten fertigten. hat mit persönlich eine menge anregungen gegeben, mich wieder einmal mehr mit ddr-literatur zu beschäftigen (es lohnt sich wirklich, den hinweisen auf gute werke nachzugehen). der autor brilliert mit einem umfangreichen wissen um hintergründe und zusammenhänge, über autoren und ihre rollen im ddr- literaturbetrieb. las sich zeitweise wie ein krimi so spannend.

der aufbau folgt immer dem schema prosaautoren, theaterautoren, lyriker. da mich theater und lyrik nicht so sehr interessiert, habe ich für mich persönlich nur vier sterne gegeben. andere werden sicher anders werten. alles in allem für literaturinteressenten sehr zu emfehlen.


Karl Marx
Karl Marx
von Klaus Körner
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,00

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen über marx und den marxismus und andere irrtümer, 22. Januar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Karl Marx (Taschenbuch)
klasse buch! sehr zu empfehlen all denen, für die dieser deutsche philosoph das schreckgespenst an sich ist. hier wird in gut lesbarer, aussagekräftiger kurzer form völlig spekulationsfrei über karl marx berichtet, der sich einst schon als junger mann gedanken darüber machte, wie man den ausgebeuteten gegenüber den ausbeutern helfen könnte. dabei wird vor allem auch der mensch marx in seinen vielfältigen widersprüchen dargestellt (nicht mit geld umgehen können, frauenaffairen, aufbrausend und ungerecht sein könnend etc.), es wird eingegangen auf die wesentlichen punkte seiner gesellschaftsanalyse, auf sein verhältnis zur deutschen arbeiterbewegung, zur sozialdemokratie, es wird berichtet über freundschaften und die menschliche trägodie seiner eigenen familie (ausbürgerung, judentum, kindersterblichkeit, die tragödie der töchter usw.) das ganze ist reich und aussagekräftig bebildert.
am ende fühlt man sich gut informiert über den menschen und philosophen karl marx und wünscht sich weitere unvoreingenommene, gerne auch ausführlichere werke über diesen großen deutschen (denn seine originaltexte sind ja aus dem 19. jahrhundert und lesen sich verdammt schwer).
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 6, 2011 6:31 PM MEST


River: Roman
River: Roman
von Donna Milner
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen fast perfekt gelungen, 22. Januar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: River: Roman (Taschenbuch)
die geschichte hat mich gefesselt, was nicht zuletzt an der angenehmen erzählweise der autorin liegt. in rückblicken wird auf spannende art und weise das geheimnis einer kanadischen farmerfamilie stückchenweise gelüftet. es geht um kindheit und um den schritt hinüber in die welt der erwachsenen, manchmal wird man dahin vom leben gestoßen, und ist schneller über die grenze als man möchte. und dann steht man da, und weiß nichts mit sich und der neuen welt anzufangen. und es tun sich manchmal gräben auf und es zeigen sich schatten, wo vorher nie welche waren.

es wird nie langweilig, dies buch zu lesen. vielfältige dinge werden angesprochen, natürlich die liebe, die erlaubte und die geheimnisvolle, es geht auch um pädophilie und um homophilie in einer bigotten menschenlandschaft. es geht ein bißchen um wehrdienstverweigerung, es geht um schuld und unschuld, es geht um verzeihen und vergeben, um leiden und verdrängen, überraschende wendungen lassen das mitfühlende und bangende herz gelegentlich galoppieren. ich bin sehr froh, dass ich dieses buch gefunden habe.
einen stern ziehe ich ab: der schluß ist dermaßen kitschig und trieft nur so von holywood- schmalz- wahrscheinlich wird bald eine verfilmung folgen. aber alles in allem empfehlenswert.


Der nackte Berg: Nanga Parbat - Bruder, Tod und Einsamkeit
Der nackte Berg: Nanga Parbat - Bruder, Tod und Einsamkeit
von Reinhold Messner
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen klasse schmöker, 19. Januar 2011
mein erstes buch von messner, ich muß sagen, es hat mich nicht losgelassen. der stil gefällt mir ganz gut, schnörkellos, eher nüchtern, kein larifari, irgendwelche ausschweifende ausschmückungen findet man nicht.
es ist der bericht eines interessanten mannes aus der riege des eigenwilligen volkes der extrembergsteiger aus dem letzten jahrhundert, denen es noch um die herausforderung ging und nicht um irgendwelche preise oder lobende erwähnungen in dubiösen rekordlisten. es sit die geschichte einer bergbezwingung, über der eine besondere tragik liegt. es ist ein spannendes abenteuerbuch, gut illustriert, mit ausflügen in die geschichte des ringens um den nanga parbat.

was letztlich für eine wahrheit noch nicht erzählt ist, darüber mögen sich andere streiten oder den kopf zerbrechen. das buch gibt eine antwort: über allem liegt ein großer schatten, der schatten des toten günther messner, und über allem liegt auch die verzweiflung des reinhold messner, der die wahrheit als einziger kennt, aber entweder kann er sie nicht sagen,oder er will es nicht, oder er sagt die wahrheit und verhält sich so, dass ihm keiner glauben kann, der es sowieso nicht glauben will.(messner wird immer ein in die enge getriebener sein, was wohl ursachen in seiner biografie hat.) eine tragödie für alle beteiligten, auch wenn sie überlebten.
punktabzug für die ständig versteckten anschuldigungen gegen andere mitglieder der klettergruppe. logisch, dass man sich da keine freunde macht, und dass sich da widerstand regt. aber das buch ist eine gut erzählte geschichte.


Von Ratlosen und Löwenherzen: Eine kurzweilige, aber nützliche Geschichte des englischen Mittelalters
Von Ratlosen und Löwenherzen: Eine kurzweilige, aber nützliche Geschichte des englischen Mittelalters
von Rebecca Gablé
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

8 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen nichts für mich, 19. Januar 2011
in diesem büchlein wird auf 230 seiten das englische mittelalter abgehandelt, und zwar auf eine sehr saloppe, publikumswirksame art und weise. die autorin, bekannt als verfasserin von dicken historischen romanen, hat hier offensichtlich versucht, ihr anstudiertes wissen über diese zeit verkaufsträchtig, weil nicht wissenschaftlich- seriös, unters volk zu bringen. dazu wählt sie eine volkstümliche sprache (nur ein beispiel von seite 183: henry IV....war eine ganz arme socke)!

das ist nicht meine sprache, und deshalb gebe ich dem buch nur drei sterne. inhaltlich ist eigentlich sonst nichts auszusetzen, außer, dass die autorin in den kapiteln, in denen es nicht um kunterbuntes königsgemetzel oder ähnliches geht, sondern um die lebensumstände des volkes, welches diese adelsanarchie erst möglich gemacht hat und ertragen muß, irgendwie ihre spitze zunge (entschuldigung:feder) hat abstumpfen lassen, denn in diesen abschnitten werden die schilderungen etwas trocken.

wer sich für englishce könige interessiert(und die zeit, in der sie lebten), der findet hochinteressantes und nicht wenig spannendes in büchern wie "englische könige im mittelalter" oder "englische könige und königinnen" aus dem beck-verlag.


Doktor Shiwago: Roman
Doktor Shiwago: Roman
von Boris Pasternak
  Taschenbuch

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ein mutiges buch, 9. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Doktor Shiwago: Roman (Taschenbuch)
pasternak schrieb seinen roman in einer zeit nach dem tode stalins, die als tauwetter-periode bekannt ist, aber offensichtlich war schon neuer frost ins land gezogen, der eine veröffentlichung derartiger schriften in der sowjetunion schon wieder nicht zuließ. im buch geht es nämlich um die abrechnung mit dem bolschewismus, der die existenz einer persönlichkeit, eines lebens außerhalb der kommunistischen doktrinen und vorgaben nicht zuließ.
das individuum wurde zu einem nichts degradiert, zu einem hilflosen spielball der umstände, wenn es sich nicht kompromißlos der herrschenden bolschewistischen meinung anschloß, wenn es sich erlaubte, außerhalb der revolutionären vorgänge einfach leben zu wollen. intelligente, selbständige menschen wie schiwago gerieten ins elend, wenn sie sich nicht verallgemeinern lassen wollten. sie mußten an allen fronten scheitern. diese unmenschlichkeit versucht pasternak in seinem buch dem leser vor augen zu führen, die botschaft dürfte ja vor allem auch an seine landsleute gerichtet gewesen sein.
"revolutionen werden von aktiven, einseitigen fanatikern gemacht, von genies der selbstbeschränkung. diese stürzen in wenigen stunden oder tagen eine alte ordnung um. solche umschwünge dauern wochen oder jahre, und hinterher verbeugt man sich jahrzehnte-, jahrhundertelang vor dem geist der beschränkung, der den umschwung herbeigeführt hat, wie vor einem heiligtum."
"ein unfreier mensch neigt stets dazu, seine unfreiheit zu idealisieren." solche und ähnliche gedanken dürften den einst in der sowjetunion herrschenden nicht gefallen haben, und zur bekannten ächtung des buches dort geführt haben.
auch zur verleihung des nobelpreises an den autor.
den stern abzug gibt es nicht für den inhalt, sondern für die stilistischen schlaglöcher. das erste drittel des buches zog sich mächtig,ich war nahe am aufgeben. da ich den film aber nicht kenne (hollywood!?), wollte ich nun aber doch wissen, worum es in der viel gepriesenen geschichte geht. fazit: ein besseres buch zum thema fällt mir nicht ein.


Der letzte englische König: Roman
Der letzte englische König: Roman
von Julian Rathbone
  Taschenbuch

3.0 von 5 Sternen nicht überzeugend, 4. Dezember 2010
es ist sicher eine schwierige sache, über geschichtliche ereignisse, die so lange zurückliegen wie im vorliegenden buch, eine spannende, packende und doch historisch weitgehend authentische geschichte zu schreiben.
der autor hat sich ausgedacht, dass einer der engsten begleiter des letzten angelsächsischen königs harald nach der schlacht von hastings 1066 durch europa irrt, richtung heiliges land, dabei verschiedene skurrile typen trifft, die ihn mehr oder weniger lang bei dieser reise begleiten, bis ihm irgendwo plötzlich einfällt, er will doch zurück in die heimat. zwischendurch erzählt er seinen begleitern von den zuständen in englischen königshöfen vor dem normanneneinfall, von intrigen, von machtkämpfen, von schwulen monarchen und so weiter.

das ganze kommt irgendwie nicht richtig in fahrt, zieht sich teilweise sehr hin, der autor springt gern in der zeit hin und her, was recht verwirrt, denn man muß immer wieder zurückblättern, um den anschluß an vorher gesagtes wieder zu finden.
dass hin und wieder deftige szenen eingestreut werden soll wohl bedeuten, dass man im mittelalter eben eher von der groben art war. nun ja, kann sein, ist aber eigentlich von keinerlei bedeutung.
sehr schwierig ist es, wenn man nicht gerade ein entsprechendes geschichtsbuch dabei hat. die verwandtschaftsverhältnisse im nicht gerade königsarmen vornormannischen zeitalter sind in einem satz eben oft nicht verständlich zu machen. auch wäre eine zeittafel oder eine historische karte vom schauplatz des romans nützlich gewesen. alles fehlanzeige.

der autor weist im nachwort selbst auf einige eigenartigkeiten seines stils hin, zum beispiel auf die umgangssprache seiner protagonisten und auf das verwenden von zitaten. er will damit vielleicht besonders originell sein, was in meinen augen unnötiger firlefanz ist.
zum beispiel legt er könig harald churchills "blut, schweiß und tränen" in den mund, auf der selben seite meint der normannenherzog "wir sind angeschissen". später spricht wilhelm sogar vom "mainstream der geschichte" und auf der nächsten seite wird im übertragenen sinne sogar "starwars" bemüht, wenn "die macht auf unserer seite" ist. wie schon gesagt, finde ich das in dieser geschichte alles fehl am platze. mein geschmack isses nicht, deshalb nur gerade so ein "ok", vor allem für die schilderung der schlacht, für einige zärtliche menschliche episoden, für die erinnerung an harold godwinson.


Wenn die Mondblumen blühen: Roman
Wenn die Mondblumen blühen: Roman
von Jetta Carleton
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wundervoll und erstaunlich zeitlos, 30. Oktober 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
ich habe dieses buch schnell lieben gelernt. es liest sich sehr schön, hat eine stellenweise umwerfende poetische sprache, ist erstaunlich modern übersetzt, ist schön ohne je kitschig zu werden und bietet viel stoff zum nachdenken.

hier wird die geschichte einer familie aus dem mittelwesten der usa erzählt, beginnend mit dem ende des 19.jahrhunderts bis in die 1960er jahre. ein mann, seine frau, seine töchter. es beginnt als sommeridylle und erzählt in rückblicken aus dem leben der einzelnen familienmitglieder. hier wird der leser mit wendungen überrascht, wie er sie bei dieser puritanerfamilie nicht vermuten würde, denn es gibt so einige geheimnisse im leben eines jeden, die einen staunen machen.
gelegentlich wird die bibel bemüht, wenn die personen in ihren zweifeln halt und rat suchen, aber es artet nicht aus zum katechismus.

letztendlich geht es in diesem buch über die liebe in ihren vielen formen, wie sie uns begegnet, dass sie schön ist aber auch krank und leiden machen kann, dass sie vor niemandem halt macht, dass sie uns immer wieder auch herausfordert, dass man um sie kämpfen muß, dass sie uns quälen kann usw. ich habe selten so wunderbar über dieses thema gelesen, so ganz weit weg von pilcher und co.

auf alle fälle top- leseempfehlung für literaturliebhaber.


Das Mädchenschiff: Roman
Das Mädchenschiff: Roman
von Michal Zamir
  Broschiert

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen da scheint was faul..., 13. Oktober 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Mädchenschiff: Roman (Broschiert)
...im staate israel, oder was ist sonst die absicht der autorin, um eben dieses zu thematisieren? eine höhere ausbildungseinrichtung der israelischen armee entpuppt sich als moralischer sumpf, in dem die dienstzeit der frauen sich nicht zuletzt nach der anzahl der ausschabungen richtet, wo die wehrpflichtigen büromädchen oder kaffeeköchinnen in uniform einer sexistischen willkür der vorgesetzten ausgeliefert sind, zwischen zwei seiten kopie mal eben ein quickie auf dem bürotisch (weil diese offiziere sonst nichts sinnvolles in dieser armeehochschule zu tun zu haben scheinen). die protagonistin beschreibt dieses leben, sie hat die meisten ungewollten schwangerschaften in ihrem dienstjahr, und sie scheint es emotional gar nicht wahrzunehmen, was da mit ihr passiert. gelegentliches selbstmitleid wechselt mit kämpferischem durchhaltewillen, scheinbare unterlegenheit kokettiert mit scheinbarer überlegenheit.
man weiß nicht, soll es eine satire sein oder eine anklageschrift oder ein aufsatz im auftrag eines psyochologen zur aufarbeitung und verarbeitung dieses traumas der autorin, die offenbar selbst erlebtes niederschreibt?- und das auch erst zwanzig jahre nach dem erleben, wie sie selbst bekennt. oder will sie sich nur revoluzzerhaft wichtig tun als tochter eines ehemaligen mossad-chefs?

für mich war dieses buch ein weiteres auf dem weg zur erkenntnis, dass israel auch kein heiliges land ist und die leute dort auch probleme haben, nicht zuletzt mit sich selbst. aber ein lese-muß ist dies buch meines erachtens nicht.


Bis ans Ende der Meere
Bis ans Ende der Meere
von Lukas Hartmann
  Broschiert
Preis: EUR 11,90

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen als wäre er selbst dabei gewesen, 13. September 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bis ans Ende der Meere (Broschiert)
so schreibt lukas hartmann über das leben des malers john webber, der an der letzten der drei entdeckungsfahrten des james cook sozusagen als bildberichterstatter teilnahm. dem autor gelingt es zu fesseln, wenn er über das abenteuer schifffahrt im 18. jahrhundert schreibt, über die vielfalt der menschen und der motive, die sie an der expeditionteilnehmen ließen, über die probleme beim zusammenleben auf so engem raum mit zum teil zwielichten typen, über das zusammentreffen der kulturen in indonesien, über entbehrungen, verzweiflung, abenteuerlust, recht und unrecht. hartmann schreibt keinen reißer, er vertraut auf die kraft der stillen töne, unaufdringlich, aber plastisch schildernd. die begebenheiten sind wahr, die figuren selbst real, das erzählerische drumherum gekonnt zu einem roman erfunden, der in moderner sprache eine abenteuerliche zeit wieder auferstehen läßt und die figur eines charismatischen james cook, der dargestellt wird nicht als der abenteuerhungrige jungspund, der er vielleicht einmal war, sondern abgeklärter, auch verbrauchter, sehr menschlich auch in seiner ambivalenz zwischen dienen (seinem könig und seinem land) und erobern (nämlich die vielen souveränen königreiche im pazifik), bis hin zu seinem tragischen ende, mit dem die geschichte selbst aber noch nicht endet. später in der heimat wird er noch zum helden mißbraucht, der er vielleicht so gar nicht sein wollte.
er klingen fragen an, die den umgang mit fremden kulturen betreffen, ob der eigene glaube wirklich dazu da ist, ihn anderen als einzig wahre religion aufzuzwingen. wie geht man mit dem fremden an sich um. hat es eine eigene existenzberechtigung? fragen, die es möglicherweise in dieser intensität damals nicht gab, die aber in der heutigen zeit zu stellen sind, in der hoffnung auf antworten.


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