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Rezensionen verfasst von
David S. "Student" (Uni Ka)

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A Vigorous Chess Opening Repertoire for Black: Tackling 1.e4 with 1...e5
A Vigorous Chess Opening Repertoire for Black: Tackling 1.e4 with 1...e5
von Or Cohen
  Taschenbuch
Preis: EUR 21,24

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein komplettes Repertoire gegen 1. e4, 30. November 2014
Ein komplettes Repertoire gegen 1. e4

In seinem Buch "A vigorous chess opening Repertoire for Black" stellt Or Cohen, ein FIDE-Meister aus Israel, ein komplettes Repertoire gegen 1. e4 vor. Das Repertoire basiert auf der Russischen Verteidigung 1. e4 e5 2. Sf3 Sf6. Ich vermute der Buchtitel verrät dies nicht, da diese Eröffnung den Ruf einer sehr remislichen Verteidigung hat. Allerdings passt der Titel zum Repertoire ganz gut, da Or Cohen aggressive Abspiele wählt.

Zunächst werden im ersten Teil (70 Seiten) der Buches frühe Abweichungen besprochen. Da gibt es nach 1. e4 e5 bekanntermaßen jede Menge erwähnenswerte Systeme. Meines Wissens nach werden alle wichtigen Systeme besprochen, wobei mir die Analysen unterschiedlich gut gefallen haben. Die Empfehlungen gegen wirklich selten Eröffnungen haben mir gut gefallen (z. B. die portugiesische Eröffnung 1. e4 e5 2. Lb5 oder das Mittelgambit 1. e4 e5 2. d4). Auch die Empfehlungen gegen das im Amateurbereich häufig gespielte Vierspringerspiel nach 1. e4 e5 2. Sf3 Sf6 3. Sc3 Sc6, die ins die spanische oder schottische Partie überleiten können, empfand ich als sehr überzeugend. Gegen das Königsgambit und vor allem das Läuferspiel (1. e4 e5 2. Lc4) sind die Analysen meines Erachtens nicht ganz so gut gelungen. Im ersten Fall wählt Cohen ein Abspiel im abgelehnten Königsgambit, das meines Erachtens nach in theoretischen Schwierigkeiten steckt und zumindest im Fernschachbereich stark und Druck steht. Im Läuferspiel kann Weiß ins die moderne italienische Partie überleiten. Daran ist nichts verkehrt und Schwarz kann vermutlich ausgleichen, aber Cohen bespricht das Abspiel auf ganzen 6 Seiten. Da ich das entsprechende System mit Weiß selber spiele, weiß ich, dass die Empfehlungen für Schwarz hier nicht wirklich ausreichend sind.

Im zweiten Teil und dritten Teil des Buches werden dann die beiden großen Hauptvarianten der russischen Verteidigung besprochen. Das sind 1. e4 e5 2. Sf3 Sf6 3. Sxe5 (120 Seiten) und 3. d4 (60 Seiten). In diesen beiden Bereichen ist das Buch meines Erachtens sehr stark, sowohl was die Analysen, als auch die Vollständigkeit der gebotenen Varianten angeht. Man merkt Herrn Cohen an, dass er wirklich ein großer Fan "seiner" Verteidigung ist, die er mit viel Enthusiasmus erläutert. Das führt dazu, dass Cohen manchmal ein wenig zu optimistisch bezüglich der schwarzen Chancen ist. Man kann sich darüber streiten, ob ein Autor nicht versuchen muss 100% objektiv zu sein. In diesem Fall finde ich den leichten Schwarz-Bias allerdings eher motivierend als störend. An einigen Stellen zeigt Cohen ergänzend Wege auf das Spiel mit einem nicht ganz vollwertigen Zug in wilde Fahrwasser zu leiten, wenn Schwarz unbedingt auf Sieg spielen möchte.
Gerade das in fast jedem Weiß-Repertoire empfohlene System 1. e4 e5 2. Sf3 Sf6 3. Sxe5 d6 4. Sf3 Sxe4 5. Sc3, welches für unvorbereitete Schwarzspieler sehr gefährlich werden kann wird von Cohen intensiv und sehr überzeugend besprochen, sodass man mit Selbstvertrauen und ausreichendem Variantenwissen in dieses Abspiel gehen kann.

Ich denke das Material insgesamt ist sicherlich bis Elo 2000 (ich selber habe Elo 1800) ausreichend, vermutlich eher bis 2200. Allein beim Königsgambit und dem Läuferspiel finde ich die Repertoire-Empfehlungen etwas wackelig. Das Partiematerial was Cohen zeigt ist teilweise sehr aktuell, aber sicherlich wird dieses Buch, wie alle Eröffnungsbücher im Laufe der Zeit veralten. Seit ich das Buch besitze (ca. Jahreswechsel 2013/14) habe ich mein Schwarzrepertoire ganz auf russisch umgestellt und bin bislang sehr zufrieden. Auch im Fernschach (FWZ 1950) habe ich das Buch verwendet und bin zufrieden. Einen Stern abziehen möchte ich für die angesprochenen theoretischen Mängel, die Formatierung (manchmal ist es ein wenig schwierig Haupt- und Nebenvarianten zu unterscheiden) und dafür, dass an manchen Stellen zu viel theoretisch irrelevantes Material gezeigt wird (z. B. ganze Partien, von denen nur die ersten 10 Züge für das Repertoire von Belang sind). Insgesamt jedoch ein empfehlenswertes Buch, dass ich mir wieder kaufen würde. Besonders das Material zur echten russischen Verteidigung in Teil 2 und 3 sind wirklich sehr gut. Für frühe Abweichungen kann es interessant sein ergänzendes Material zu betrachten. Noch eine Anmerkung: Das Buch enthält zwar Erklärungen, ist aber nicht wirklich theoriearm. Für Spieler unter DWZ 1400 ist das Buch vermutlich eher zu kompliziert ....


The Mammoth Book of the World's Greatest Chess Games
The Mammoth Book of the World's Greatest Chess Games
von Graham Burgess
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,28

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich kann mich nur anschließen ..., 3. Juli 2014
... es ist wirklich ein ganz außergewöhnliches Buch. 125 kommentierte Partien aus der Mitte des 19. Jahrhunderts bis ins aktuelle Jahrtausend. Viele der Partien gehören zur "Schach-Allgemeinbildung", andere sind moderne Klassiker. Natürlich konnten die Autoren bei den klassischen Partien auf viele existierende Analysen zurückgreifen, aber an vielen Stellen, haben sie neue Varianten gefunden oder die bestehende Analysen auf ein verdaubares Maß zusammengeführt. Ich war auf jeden Fall überrascht von der Qualität der Analysen und Partiekommentare. Für den Preis (um die 10€) kann man hier Garantiert nichts falsch machen. Durch die ausreichend vielen Diagramme eignet sich das Buch auch als Reiselektüre, wenn man kein Brett dabei hat. Meineserachtens eine Partiesammlung, die sich wirklich jeder Schachinteressierte kaufen kann. Hier kann man absolut nichts falsch machen. 5/5 Sterne


Hannibal
Hannibal
von Christian Dietrich Grabbe
  Taschenbuch

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessante Einblicke ..., 23. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Hannibal (Taschenbuch)
... bieten sich dem geneigten Leser von Grabbes Drama Hannibal. Über die Handlung sei hier nicht viel gesagt, da die historische Grundlage des Stoffes vermutlich hinlänglich bekannt ist.
Interessant ist die Darstellung Grabbes von der Korruptheit Karthago, welches nicht als Staat sondern als Ansammlung von Egoisten agiert. Ihr einziges Genie, Hannibal, der auf Feldzug in Italien ist, belohnt die Stadt nur mit Desinteresse. Das Geschehen im fernen Italien bedeutet den Karthagern nichts. Als Cato postuliert das Karthago vernichtet werden muss trifft der Gegenangriff die Karthager unvorbereitet. Die einzig mögliche Rettung der Stadt durch Hannibal, der damit seinen großen Traum (die Eroberung Italiens) aufgeben muss, scheitert letztendlich an Intrigen der karthagischen Oberschicht, deren Machtinteressen so groß sind, dass sie die Gefahr die Leib und Leben ihres Volkes droht nicht bemerken. Rom (in der Handlung vertreten durch Scipio den Jüngeren und Scipio den Älteren als römische Feldherren) werden dagegen als eiskalt, emotionslos und skrupellos dargestellt. Letztendlich gewinnt jedoch das römische System, da die Römer nicht von Eigeninteressen, sondern politischen Gemeinschaftsinteresse getrieben werden. Eine bemerkenswerte politische Aussage zur Zeit des aufkeimenden Nationalismus in Europa, aber auch im aktuellen Kontext nicht ohne Brisanz.
Hannibal, der vor Karthago besiegt wird und von der Stadt verstoßen wird flüchtet ins Exil. Das er weder in Italien sterben noch mit seiner Heimatstadt untergehen 'durfte' zeigt die Heimatlosigkeit des Genies. Seine Verstoßung die Verkennung des Genies durch sein Landsleute. Diese Verbitterung darf durchaus auch als Anknüpfungspunkt an Grabbes eigene Biografie gesehen werden, wie das exzellente Nachwort von A. Bergmann glaubhaft darstellt.
Insgesamt ein Werk, welches vor historischem und biografischem Hintergrund, aber auch in einer kapitalistschen, westlichen Welt Aufmerksamkeit verdient.


Queen's Gambit Declined
Queen's Gambit Declined
von Matthew Sadler
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,27

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das beste Eröffnungsbuch das ich kenne ..., 24. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Queen's Gambit Declined (Taschenbuch)
Andere Rezensenten haben ja schon einiges über das vorliegende Buch zum abgelehnten Damengambit geschrieben. Zuerst einmal ein ganz wichtiger Hinweis: Es handelt sich um ein Buch über das abgelehnte Damengambit für SCHWARZ. Damit meine ich nicht, dass das Buch überoptimistisch für Schwarz ist oder ähnliches und es werden auch Weißspieler viel lernen können, aber das Buch behandelt wichtige alternativen für Schwarz nicht, sodass Weißspieler zumindest noch andere Quellen benötigen werden. Behandelt werden im ersten Teil die Lasker-Verteidigung, das orthodoxe System und die Tartakower-Variante, von denen sich der Schwarzspieler dann eine nach belieben aussuchen kann. Teil zwei und drei behandeln die Abtauschvariante und Systeme mit Lxf6, die wichtige alternativen Darstellen, auf die Schwarz vorbereitet sein muss.
Warum nun ist dieses Buch also so gut? Es gibt viele Eröffnungsbücher die behaupten, dass sie wichtige Pläne und Strategien vermitteln und der Leser nicht Varianten auswendig lernen muss. Allein, oft ist das nicht der Fall. In diesem Buch ist die Sache allerdings anders. Die Erklärungen (im Frage-Antwort-Stil verfasst) sind wirklich großartig, sodass man die Eröffnung tatsächlich verstehen kann. Die Erklärungen sind wirklich ausführlich (alleine der Zug b6, der das Tartokower-System definiert ist dem Autor eine ganze Doppelseite wert) und selbst für Spieler deutlich unterhalb der 1500-DWZ-Marke verständlich. Der Autor hat ein sehr gutes Gespür dafür, welche Fragen sich ein Nicht-Meister stellt und behandelt mit erstaunlicher Zuverlässigkeit immer die Fragen, die mir in den Sinn kamen.
Auf den genaueren Inhalt des Buches möchte ich gar nicht eingehen, dass das andere Rezensenten schon ausreichend detailliert getan haben. Ich denke jeder, der sich mit dem abgelehnten Damengambit beschäftigt kann von diesem Buch unglaublich viel über diese Eröffnung lernen. Mir sind noch nie bei einem Schachbuch so viele Lichter aufgegangen wie bei diesem. Großartiges Werk. Kaufen.


And They Have Escaped the Weight of Darkness
And They Have Escaped the Weight of Darkness
Preis: EUR 15,99

17 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leider nichts besonderes, 28. Mai 2010
Wie man den Musikstil hier bezeichnen soll weiß ich nicht so genau. Irgendwie ist "And they have Escaped the Weight of Darkness" Postrock (aber ohne Gitarren). Andererseits ist die Musik ein bisschen minimalistisch und natürlich klingt die CD sehr isländisch. Neben allen möglichen Postrock-Bands kommen mir Namen wie Max Richter und Peter Broderick in den Sinn wenn ich die CD höre.
Jedes Stück auf der CD hört sich schon irgendwie gut an und ist durchaus für sich Stimmungsvoll. Leider ist allerdings nichts zu finden, was dauerhaft zu begeistern weiß oder im Ohr bleibt. Spätestens nach 15 Minuten hör ich nicht mehr zu und das Album läuft komplett an mir vorbei. Das liegt sicherlich auch daran, dass die Machart der Stücke relativ eintönig ist. Normalerweise spielt ein Piano irgendwelche kleinen Melodielinien oder Akkordzerlegungen und Streicher legen einen (relativ dünnen) Klangteppich darunter. Das kann man ja gerne mal machen und es klingt auch gut und wer sowas mag, der kann kaufen, aber mir ist das für eine ganze CD zu wenig. Vor 5 Jahren hätte ich die Musik vermutlich noch aufregend gefunden, aber Anno 2010 kann ich mich leider nicht mehr dafür begeistern. Da hole ich lieber A Silver Mt Zion oder Max Richter aus dem CD-Regal und habe mehr davon. Wer einfach nach schöner ruhiger Musik sucht um nebenher zu lesen oder mit Freunden ein Glas Wein zu trinken, der ist hier allerdings vermutlich an der richtigen Adresse...
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 11, 2012 5:38 PM MEST


Appletalk
Appletalk
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen Gehörfälliger Geheimtipp, 10. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Appletalk (MP3-Download)
Das Wort "Geheimtipp" wird eigentlich viel zu häufig verwendet, aber zu dem Zeitpunkt zu dem ich diese Rezension schreibe haben Bim & Bianca bei last.fm gerade mal 36 Hörer, sodass es glaube ich in diesem Fall wirklich zu trifft. Bin rein zufällig über diese Band gestoplert und war gleich interessiert, da hier einiges zusammenkommt was gute Musik verspricht: Skandinavisch, weiblicher Gesang usw.
Die Musik ist ein bisschen poppig, ein bisschen jazzig, ein bisschen trip-hoppig (ok, das Wort gibts nicht ...) und irgendwie trotzdem typisch skandinavisch-melancholisch. Trotz den anleihen an soviele Stile ist die Musik aber nicht reines Replikat von Bekanntem, sondern durchaus im Detail kreativ. Insgesamt 11 Songs und 45 Minuten umfasst die CD. Das Songwriting ist angenehm unpretentiös, zugeschnittet auf den Gesang von Kristine Jacobsen, aber nicht langweilig. Wer vorher mal reinhören möchte, der kann hier auf der Amazonseite oder bei myspace mal reinhören. Da die Musik sich an einigen Stilen orientiert ist es schwierig hier vergleiche zu anderen Bands zu ziehen. Am ehesten fallen mir da Paatos ein, was den Sound angeht und Sarah Brightmans Interpretation von Gloomy Sunday, was den Gesang angeht und neuere Emiliana Torrini, was die lockere fluffige Luftigkeit der Popelemente angeht. Insgesamt ein wirklich sehr gelunges Album, dass ich ohne Bedenken empfehlen kann. Songs zum reinhören kann ich eigentlich nicht besonders herausheben, das hängt dann wohl sehr vom Geschmack des jeweiligen Hörers ab. Bleibt für mich nur die Frage wie die 20 Millionen Skandinavier im Monatstakt neue gute Musik raushauen...
Ich wünsche viel Spaß beim Hören.


Einführung in die Schachtaktik
Einführung in die Schachtaktik
von John Nunn
  Taschenbuch
Preis: EUR 13,95

32 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, 19. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Einführung in die Schachtaktik (Taschenbuch)
Schachtaktik ist enorm wichtig, für alle Spieler, die ihr schachliches Niveau steigern möchten. Für Gelegenheitsspieler und Klubspieler in den unteren Ligen auf jeden Fall viel wichtiger als Eröffnungstheorie und Strategie. Zum Glück ist Schachtaktik auch relativ einfach anhand von Aufgaben zu üben. John Nunns 'Einführung in die Schachtaktik' bietet eine derartige Aufgabensammlung, die gezielt einzelne taktische Motive trainieren soll.
Das Büchlein hat 160 Seiten, die aber beim durcharbeiten viele Stunden in anspruch nehmen. Zu Beginn werden kurz einige schachliche Grundbegriffe, Notation und der Figurenwert erklärt. Dies sollte jetzt aber Vereinsspieler die damit gut vertraut sind nicht abschrecken; dieser Teil des Buches besteht nur aus wenigen Seiten. Danach Folgen 14 Kapitel über taktische Motive. Ich werde die Namen der Kapitel hier kurz auflisten, nur für den Fall, dass es jemanden interessiert:

1. Gabel
2. Abzugsangriff
3. Fesselung
4. Spieß
5. Ablenkung
6. Figurenfang
7. Beseitigung der Deckung
8. Linienöffnung und Liniensperrung
9. Grundreihenmatt
10. Bauernumwandlung
11. Zwischenzüge
12. Taktik in der Verteidigung
13. Kombinationen
14. Vermischte Aufgaben

Jedes Kapitel beginnt mit einem einem einleitendem Text in dem das taktische Motiv definiert wird und einige Beispiele gezeigt werden. Damit gewappnet kann man sich dann an das Lösen der Aufgaben begeben. Innerhalb eines Übungsblocks haben die Aufgaben steigenden Schwierigkeitsgrad. Natürlich ist der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben subjektiv. Für mich (DWZ ~1300 als ich das Buch gelesen hab) waren die ersten Aufgaben jedes Kapitels normalerweise in wenigen Sekunden erledigt während mich die schwereren Aufgabe gegen Ende der Übungseinheiten oftmals über 20 Minuten gekostet haben, teilweise auch ohne, dass ich die Lösung selbstständig wirklich vollständig überblickt hätte. Pro Übungseinheit sind im Mittel ca. 20 Übungsaufgaben gegeben. Ich denke also, dass schwächere Spieler, sowie stärkere Spieler hier Übungsmaterial finden. Natürlich kann nicht jede Aufgabe auf jeden Spieler perfekt angepasst sein, aber das Material bietet ein gewisses Spektrum. Wer natürlich schon andere Taktikbücher (wie zB Jussupows 'Tigersprung auf DWZ 1500') sorgfältig durchgearbeitet hat wird dieses Buch wohl nicht mehr brauchen, Spaß bringen kann es alle mal.
Die Lösungen für die Übungsaufgaben sind im Anhang gegeben und ausführlich genug um sie zu verstehen. Allerdings hätte ich mir für ein paar Problemstellung noch ein wenig mehr Erklärung erhofft. An diesen Stellen hab ich dann auf ein Computerprogramm zurückgegriffen.
Insgesamt kann ich aber sagen, dass das Buch - vor allem für den Preis - sehr gut ist und unerfahreren Spielen (sicherlich bis DWZ 1500) hilfreiche Übungsaufgaben liefert um die eigene Spielstärke zu verbessern.


Nigel Davies: French Defence Strategy
Nigel Davies: French Defence Strategy
Preis: EUR 27,50

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen DVD-Abend gefällig?, 10. April 2010
Wer kennt das nicht: Egal wie motiviert man ist sich mit Schachbüchern neue Eröffnungen anzueignen und egal wie viele Bücher man hat, man schaut einfach nicht rein. DVD gucken ist da schon wesentlich entspannter, nur bleibt die Frage, ob das was bringt und ob diese DVD im speziellen kaufenswert ist.
In dieser Rezension möchte ich Interessierten ein paar Fragen beantworten, die ich man sich stellen könnte bevor man die DVD kauft:

1. Wie ist die DVD aufgebaut?

Die DVD besteht aus insgesamt 26 Teilabschnitten inklusive der kurzen Einführung und einer Zusammenfassung (mit einer Art Repertoirevorschlag). Die restlichen 24 Abschnitte sind jeweils Spiele von Meistern (u.A. Karpow, Korchnoi, Spasski, Nimzowitsch und viele weitere bekannte Namen), die Davies kommentiert. Pro Partie sind knapp 10 Minuten angesetzt. Jeder Partie ist ein charakteristische Merkmal der franz. Verteidigung zugeordnet, auf deren Behandlung besonders hingewiesen wird. Solche typischen Merkmale wären zB der schwache Laeufer auf C8, der weiße Bauernkeil auf d4 und e5, der weiße Doppelbauer in vielen Winawer-Abspielen und so weiter. Den meisten dieser charakteristischen Merkmale sind jeweils 2 Partien gewidmet, einmal mit Hinblick auf die weiße Stärke und einmal mit Hinblick auf die schwarze Stärke. So bekommt man gleich ein Gefühl dafür, wie man (egal ob aus weißer oder schwarzer Sicht) diese Merkmale nutzen kann und wies schieflaufen kann.

2. Wie gut muss man Schachspielen können um die DVD zu verstehen?

Die Frage ist schwierig zu beantworten, aber ich denke man braucht kein hohes Niveau um Davies' Ausführungen verstehen zu können. Man sollte allerdings schon ein wenig Spielerfahrung haben. Ein bisschen Erfahrung mit Bauernstrukturen kann nicht schaden. Unter DWZ 1200 sollte man vermutlich sowieso erstmal allgemeinere Dinge lernen, wer Richtung DWZ >1800 geht wird so eine eher allgemeine Einführungsdvd vermutlich auch weniger brauchen.

3. Wie gut muss man die französische Verteidigung kennen um die DVD zu verstehen?

Ich würde meinen es sind keine Vorkenntnisse nötig; Davies geht sehr gut auf die Pläne die in den jeweiligen Abspielen stecken ein. Natürlich sind gewissen Variantenvorkenntnisse aber von Vorteil und man wird leichter vom Gucken der DVD profitieren können.

4. Verbessert die DVD mein Schach?

Das hängt natürlich auch sehr vom Spieler ab. Wer bis jetzt die französische Verteidigung ohne Plan spielt wird, glaube ich, schon von Davies' Ausführungen relativ leicht profitieren können, da oft eine allgemeine Kenntnisse der Strategie weiterhilft.

5. Ist die DVD für Weiß oder für Schwarz?

Also aus den Spielanalysen kann ich keine Tendenz erkennen, allein die Zusammenfassung ist eindeutig für Schwarzspieler gemacht. Allerdings dauert die eh nur 4 Minuten und ist relativ allgemein gehalten. Daher können auch Weißspieler, die 1. e4 spielen (wollen) auch zugreifen, da auch Erfolgsstrategien für weiß dargelegt werden.

6. Wo liegen die schwächen der DVD

Natürlich ist der Umfang der DVD limitiert, aber die Auswahl der Spiele/Themen ist gut gelungen. Das einzige wirkliche Manko ist meines Erachtens, dass die durchschnittliche Zeit, die sich Davies' pro Spiel nimmt zu knapp bemessen ist. Teilweise würde ich gern noch mehr Varianten hören. Ich denke eher 15 statt 10 Minuten pro Spiel wären geeigneter.

7. Wie gut muss man englisch können um die DVD zu verstehen?

Davies' ist Muttersprachler, spricht aber weder schnell noch undeutlich. Schulenglisch, dass nicht völlig eingerostet, sollte reichen... und falls man mal ein Wort nicht versteht gibts ja immernoch Wörterbücher ...

8. Sonst noch was?

Die Software ist ganz ok und halbwegs übersichtlich gestaltet. Ich hatte am Anfang allerdings Probleme, da das Programm mit meinem veralteten Media Player nicht ging. Service Pack auf Windows XP sollte es aber tun.

Fazit:

Gute DVD, die wirklich Spaß gemacht hat. Wer die Spiele wirklich verstehen muss kommt aber nicht drum rum sich mal ein Brett zu nehmen und die Partien in Ruhe nachzustellen. Mit einmal DVD angucken ists (erwartungsgemäß) halt leider noch nicht getan. Ein Repertoirebuch kann diese DVD auf Grund des geringen Umfangs natürlich auch nicht ersetzen, aber für Interessierte bietet die DVD einen guten Einstieg und Überblich über die französische Verteidigung. Alle wichtigen Varianten kommen vor (Winawer, Tarrasch, klassische Variante, Abtauschvariante). Ich würde mir die DVD wieder kaufen und gebe mal 4 Sterne, weil ich mir eine stellenweise gründichere Diskussion gewünscht hätte. Empfehlenswertes Produkt auf jeden Fall.


Have One on Me
Have One on Me
Preis: EUR 20,99

30 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen BÄM!, 24. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Have One on Me (Audio CD)
Eine Tripel-CD ... sowas gabs auch selten. Eigentlich muss man ja bei solchen Monumentalwerken sehr vorsichtig sein, weil meistens der der hörenswerte Anteil der Musik auf eine CD gepasst hätte, aber andererseits ist das hier ja eine Joanna-Newsom-CD also darf man mal gespannt sein. 3 CDs bedeutet 2 Stunden und 4 Minuten Spielzeit (!) beziehungsweise 18 Songs.

Die Musik ist (für alle die Joanna Newsom noch nicht kennen) dominiert von Frau Newsom eigenwilligem Gesang. Der Vergleich zu Kate Bush ist mittlerweile wirklich ausgewalzt, aber in einigen Liedern dieser CD hat er sich mir doch wieder aufgedrängt. Ansonsten sind die songs harfen- oder pianobegleitet und teilweise orchestriert mit allerlei Instrumenten. Insgesamt sind die Songs schlichter angelegt als auf Ys, was die Arrangements angeht, also weniger prosaisch, was man allein aus der im Mittel deutlich kürzeren Dauer der einzelnen Songs sehen kann. Auch ist das Ganze weniger "aus einem Guss" als Ys, was allerdings sehr zu begrüßen ist, da das Album sonst Gefahr liefe langweilig zu werden. Das Album aber als eine Mischung aus Ys und Milk-Eyed Mender zu beschreiben wird der Sache nicht gerecht. Auch wenn kein brutaler Bruch mit dem bisherigen Werk festzustellen ist sind doch in vielen Details subtile Weiterentwicklungen feststellbar - ein Umstand den ich besonders begrüße. Konsequent wird die bekannte Tonsprache um gewisse Elemente erweitert ohne den Bogen zu überspannen und nach Durcheinander zu klingen. Eine echte Parallele zu Ys stellt dagegen die Tatsache dar, dass man für dieses Album wohl einiges an Zeit benötigt. Erstens ist die Musik ein wenig sperrig (im positiven Sinne) und zweitens ist eben der zeitlich Umfang immens. Falls jemand irgendwo reinhöhren möchte bevor er die CD kauft oder nicht würde ich wohl "baby birch" empfehlen (In dem übrigens eine elektrische Gitarre zu hören ist... damit hätte ich nicht gerechnet). Über die Qualitäten von Joanna Newsom möchte ich wenig Worte verlieren sondern am Besten einfach eine Textpassage aus dem Outro von Baby-Birch hier zitieren, die mir besonders gut gefallen hat:

"There is a blacksmith,
and there is a shepherd,
and there is a butcher boy,
and there is a barber, who's cutting
and cutting away at my only joy.
I saw a rabbit,
as slick as a knife,
and as pale as a candlestick,
and I thought it'd be harder to do,
but I caught her, and skinned her quick:
held her there,
kicking and mewling,
upended, unspooling, unsung and blue;
told her 'wherever you go
little runaway bunny,
I will find you.'
And then she ran,
as they are liable to do."

Insgesamt kann man wohl sagen, dass alle, die Joanna Newsom schon vorher mochten hier voll auf ihre Kosten kommen werden. Wer Joanna Newsom vorher nicht mochte wird hier wohl auch nicht zum Fan werden. Für mich allerdings bis jetzt ganz klar das spannendste Album 2010 ... viel Spaß beim hören.


Little Hells
Little Hells
Wird angeboten von Hausmusik
Preis: EUR 14,22

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Frau Nadler legt vor ..., 18. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Little Hells (Audio CD)
Da werden sich andere Bands durchaus anstrengen müssen um Marrisa Nadlers neues Album namens Little Hells zu überbieten. Ob man diese Music jetzt als Indie Rock, Dream Folk oder Appalachian Folk bezeichnen will sei jedem selbst überlassen. Typisch für Nadlers Musik ist eine geisterartige Atmosphäre, die zu einem guten Teil aus Echo- und Hall-Effekten stammt. Schon das erste Stück der CD 'Heart Paper Lover' zieht mit seiner silbrig feinen Verzweiflung sofort in seinen Bann. Zudem spielt die melancholische Melodieführung des Gesangs eine wesentliche Rolle. Die einzigen wirklichen Ausnahmen bilden hier 'Mary come alive' und 'River of Dirt', welche im Vergleich zum Rest schon fast fröhlich wirken. Im Zentrum steht bei Marissa Nadler meistens der Gesang, während sich die Begleitung dezent im Hintergrund hält.
Keiner der Songs ist deutlich schwächer und die einzige Schwachstelle ist die Spielzeit der CD von 42 Minuten. Ich würde gerne noch 20 Minuten mehr hören. Aber auch so bin ich absolut beeindruckt und vergebe gerne und mit gutem gewissen 5 Sterne. Anspieltipps wären wohl 'Heart Paper Lover' und 'The Hole is wide', aber jeder mag seine eigenen Favoriten finden. Für mich auf jeden Fall eine der frühen Perlen des Jahres 2009.


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