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Rezensionen verfasst von
Ralf Scheler (Bremen)
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Elmato 10212 Insekten-Nistholz, Buche für Käfer und Insekten
Elmato 10212 Insekten-Nistholz, Buche für Käfer und Insekten
Wird angeboten von Wolffstore_GmbH
Preis: EUR 2,15

1.0 von 5 Sternen Ein schlechter Witz, 8. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich möchte gern Null Sterne geben! Auf den ersten Blick fallen einem die doch recht unsauber, ausgefranzt gebohrten Löcher auf. Bei näherer Betrachtung und der Tiefenfeststellung mittels einer Stricknadel stellt man verblüfft fest, dass insbesondere bei den kleinen Löchern eine Tiefe von nur einem Zentimeter (wirklich nicht mehr) vorhanden ist. Diese Nisthilfe ist selbst für wenig ambitionierte Bienen unbenutzbar!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 18, 2014 9:46 AM MEST


Cilio Stabfeuerzeug "Flexi Turbo"
Cilio Stabfeuerzeug "Flexi Turbo"
Wird angeboten von Tritschler - Ihr Fachhändler
Preis: EUR 6,50

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Na ja ..., 15. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Stabfeuerzeug funktioniert gut, fast wie ein kleiner Schweißbrenner. Allerdings ist auch dieses Teil aus Plastik der klapprigen Art und dürfte nicht mehr als 5 Euro kosten!


Philips FC6144/01 Akkusauger (beutellos, 7,2V NiMH-Akku, 2-stufig, zyklon. Luftstrom, aerodynamische Düse, ) rot/weiß
Philips FC6144/01 Akkusauger (beutellos, 7,2V NiMH-Akku, 2-stufig, zyklon. Luftstrom, aerodynamische Düse, ) rot/weiß
Preis: EUR 49,95

5.0 von 5 Sternen Na also, geht doch, 29. Dezember 2012
Nach dem Versuch mit dem AEG Junior (saugte zwar nicht schlecht, aber Freude am preisgünstigen Plastikteil wollte nicht aufkommen, retour) bin ich jetzt vollauf zufrieden, geradezu beglückt! Der Philips saugt wunderbar, die Halte- und Ladestation ist formschön und zweckmäßig, Handhabung zum Entleeren usw. einwandfrei, und der Sauger liegt herrlich in der Hand. Jeder Krümel wird zum Erlebnis!


AEG Junior 2.0 Akkusauger / 3 starke Akkus / 3,6 V / 9 min starke Leistung
AEG Junior 2.0 Akkusauger / 3 starke Akkus / 3,6 V / 9 min starke Leistung
Preis: EUR 29,45

3.0 von 5 Sternen Naja, 29. Dezember 2012
Hab ihn mir bestellt, er kam dann auch prompt. Ja, er saugt. Aber der günstige Preis macht sich schon in der Verarbeitung und dem allgemeinen Gefühl, ein rechtes Plastikteil in der Hand zu haben, bemerkbar. Also retour, und den Philips FC 6144 Akkusauger geordert. Jetzt bin ich zufrieden, ein Klasse-Sauger!


Affe trifft Wolf: Dominieren statt kooperieren? Die Mensch-Hund-Beziehung
Affe trifft Wolf: Dominieren statt kooperieren? Die Mensch-Hund-Beziehung
von Günther Bloch
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Trotzdem lesen, 25. Juli 2012
Ich kann mich, und das klingt vielleicht seltsam, allen Rezensionen irgendwie anschließen. Wenn ich es etwas ketzerisch formulieren würde, würde ich sagen: Bloch ist ein relativ kleiner Mann mit einem relativ großen Geltungsdrang. Ein Peter Maffay der Canidenszene. Seine kölsche Jecken-Art des Opponierens wird mittlerweile zum Selbstzweck. Bloch macht (ansatzweise) aus Borniertheit eine Tugend. Nun gut. Interesssantes findet man in diesem Buch allemal. Verständlich wird Wolfsverhalten beschrieben und auf den Hund "umgemünzt". Dazu ein Ausflug in die Evolution und in die Psychologie des Menschen. Der Aufbau des Buches erleichtert das Lesen und Verarbeiten. Meine seit längerem schwelende Befürchtung, dass Bloch in seiner Kompetenz als "Hundetrainer" den derzeit führenden Leuten wie beispielsweise Grewe und Matthews erkennbar hinterherhinkt, hat sich erneut bestätigt. Zu schnodderig formulierte bis hin zu unsinnigen Erziehungstipps (den neuen Welpen per Verbindungskurzleine an den alten Hund binden, damit der kleine vom großen lerne, ist nicht nur alltagsuntauglich, sondern auch wenig sinnreich, soll doch dem Welpen das Kooperieren, das gemeinsame Lernen mit dem Menschen schmackhaft gemacht werden) tauchen im Buch immer mal wieder auf. Man hat als "CanidExpert@aol.com" schließlich Verantwortung eben auch dafür, wie die eigenen Publikationen vom Durchschnittshundehalter verdaut werden - denn entscheidend ist bekanntlich, was hinten rauskommt. In diesem Kontext muß ich Bloch kritisieren, dass er auf Seite 102 den amerikanischen "dog whisperer" Cesar Millan für ein Zitat verwendet. Millan ist mit seinen aversiven Methoden ein ganz schlimmer Finger! Weltweit überaus umstritten. In öffentlichen Briefen des European Society of Veterinary Clinical Ethology und des American Veterinary Society of Animal Behavior "angeprangert", mehr als zu Recht! Auch wenn sich Bloch zum Egomanen entwickelt, mit all den üblichen negativen Folgen, halte ich seine letzten beiden Bücher (dieses und Wölfisch für Hundehalter) für absolut lesenswert - natürlich mit der gewissen kritischen Distanz.


Hunde brauchen klare Grenzen: Gesetze einer Freundschaft
Hunde brauchen klare Grenzen: Gesetze einer Freundschaft
von Michael Grewe
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

14 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Buntbarsche züchten, 19. Juni 2011
Die Quintessenz der negativen Kommentare überrascht mich nicht, Grewe sicherlich auch nicht: Nörgelt rum, macht alles mies, bietet keine Lösungen. Diese Kritik macht nur zu deutlich, wie Recht Grewe hat. Wenn Grewe sachlich die Schwächen des Methodenirrsinns darlegt, analysiert und seine Kritik kompetent begründet, dann ist das doch keine Nörgelei, oder? Wenn Grewe auf die Individualität von Hund, Halter und anzuwendender "Methode" hinweist, dann kann doch niemand erwarten, daß er ein Buch über die allgemeingültige Erziehung (oder besser Umerziehung, denn die Leser dieses Buches haben, wie ich vermute, zum Großteil länger bestehende Probleme mit ihrem Hund) schreibt, oder? Wenn Grewe die haltlose Überheblichkeit einer erschreckend hohen Zahl selbstgekrönter Hundeflüsterer mit ihren zwar profitablen aber abwegigen, dafür teilweise patentierten Erziehungsmethoden anklingen läßt, dann ist das doch keine Miesmacherei, oder?
Grewes Buch holt den Umgang zwischen Mensch und Hund zurück auf den Boden der Tatsachen, und da gehört er hin. Grewe macht den Haltern mit Schwierigkeiten bewußt, daß die Schwierigkeiten weder am Hund noch an der Methode liegen, sondern am Halter. Persönlichkeit statt Leckerli - das ist mehr als nur eine Floskel, hier liegt das Problem und der Lösungsansatz. Wer das nicht verstehen kann, sollte den Hund gegen ein Aquarium eintauschen. Wenn das vierjährige Töchterlein ein Brotmesser aus der Küche geholt hat und im Wohnzimmer Schwerttänze aufführt, rufen Sie dann den sozialpsychiatrischen Notdienst an und fragen, wie Sie Ihrem Kind das verbieten könnten? Nein, tun Sie nicht? Sie verbieten einfach? Ohne Methode, ohne Buchlektüre, ohne Kinderflüsterer? Klasse, Sie sind auf dem richtigen Weg!
Wer sich nun immer noch schwer tut, der sollte seinen nächsten Urlaub in der Hundeschule von Michael Grewe verbringen. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird ihn die Einfachheit und der Erfolg im Umgang mit seinem Hund verblüffen. Und er wird sich fragen: Warum bin ich da nicht selbst drauf gekommen?
Lesen Sie Grewes Buch, wenn Sie trotz Hundeschule und Methodensucht noch immer Probleme mit sich und Ihrem Hund haben. Und dann fangen Sie neu an - oder züchten Buntbarsche.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 20, 2012 8:18 PM CET


Welpen erziehen mit dem Rudelkonzept
Welpen erziehen mit dem Rudelkonzept
von Uli Köppel
  Gebundene Ausgabe

4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Trumlers unbegabtester Schüler, 23. April 2011
Dies ist im eigentlichen Sinn keine Rezension. Ich möchte mich an den Ersthundbesitzer wenden, der hier ja offensichtlich nach Hilfe bezüglich der Erziehung seines Welpen sucht.

Ein Zitat aus Günther Blochs Wölfisch für Hundehalter: Sie sollten daher wissen, dass es kein einheitliches Erziehungssystem gibt und auch eine patentierte Erziehungsmethode mit eingetragenem Warenzeichen keine allgemeingültige Pauschallösung bieten kann. Insbesondere Ersthundbesitzer sind oftmals überfordert bei dem Bemühen, alles richtig zu machen. Sie hoffen auf Hilfe und Ratschläge, die auch einem gänzlich Unerfahrenen verständlich und logisch erscheinen. Wir raten Ihnen darum, bei der Erziehung Ihres Hundes eine Kombination aus Verstand und Bauchgefühl walten zu lassen ... (Seite 59).

Im Folgendem möchte ich dem Interessierten ein paar Aussagen gegenüberstellen.

Zitat Köppel, Hunde erziehen mit dem Rudelkonzept: Ich empfehle Ihnen dazu das Gesamtwerk von Eberhard Trumler (Mit dem Hund auf Du, von 1974).
Dagegen sagt PD Dr. Udo Gansloßer im Vorwort zu Blochs Buch: Unser Verständnis des Sozialsystems von Wölfen und anderen Hundeartigen hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend gewandelt.

Köppel ist meiner Ansicht nach von zu vernachlässigender Fachkompetenz. Er schreibt populistische Bücher. Auf Seite 34 des Rudelkonzeptbuchs schwafelt er von verwahrlosten Kindern, Amokläufern in Schulen und Schlägertrupps in U-Bahnen. Das ist ja noch lustig. Richtig lustig ist dieses Zitat von Seite 29: Wieso, glauben Sie, haben Mensch und Wolf irgendwann einmal zusammengefunden, wenn es nicht so viele frappierende Ähnlichkeiten gäbe?

Konrad Lorenz hat sich der Thematik in sehr niedlicher, augenzwinkernder Weise (in seinem Buch: So kam der Mensch auf den Hund) angenommen. Bei Köppel ist es reine Unwissenheit, wie seine Gedanken zur Evolution auch in die Lebzeit Darwins gehören.
Gar nicht mehr lustig ist Köppels sogenannte artgerechte Disziplinierung von Seite 59 Rudelkonzeptbuch: Greifen Sie zielstrebig in das Nackenfell des Übeltäters und schütteln ihn kurz.

Bloch schreibt: Der berühmt-berüchtigte Nackenschüttler kommt aus dem Bereich des Beutefangverhaltens. Da Wolfseltern ihre Kinder nicht als Beute ansehen, zeigen sie ihnen gegenüber auch nicht dieses Verhalten. Aus den bereits erklärten Gründen raten wir dringend davon ab, den Nackenschüttler zur Disziplinierung zu verwenden. Es könnte ihr Vertrauensverhältnis zerstören (Bloch S. 126).

Köppel propagiert auf Seite77 Rudelkonzept den Griff an die Kehle, redet von Unterwerfungsverhalten.

Bloch auf Seite 92: Der Alphawurf, der heute noch in manchen Kreisen zum normalen Training gehört, hat in der Mensch-Hund-Beziehung nichts verloren. Da es keine soziale Rangordnung zwischen Mensch und Hund gibt, verstehen so disziplinierte Hunde die Welt nicht mehr und sind völlig verunsichert.

Köppel ist der Mann für die Artgerechtigkeit, zumindest ist das sein Lieblingswort.
Zitat Seite 26 Rudelkonzept: Vielleicht blicken Sie jetzt auf Ihren Hund und stellen sich die Frage, welchen Platz er in einer richtigen Hundefamilie inmitten der Natur einnehmen würde.

Köppel verkauft sein Rudelkonzept mit dem Totschlagslogan der Artgerechtigkeit. Wenn man weiß, daß sich das Verhalten von Gehegewölfen schon gravierend von dem wilder Wölfe unterscheidet, und sich Wolfsverhalten nur wenig auf das Verhalten unserer Haushunde übertragen läßt, dann kommt die Frage auf, was Köppel eigentlich mit artgerecht meint. Er weiß es selbst nicht, niemand weiß es. Es gibt einen hundegerechten Umgang zwischen Mensch und Hund, daran sollte man sich orientieren.

Meine Vorschläge für den Ersthundbesitzer sind diese:
Bloch, Wölfisch für Hundehalter (hier findet man ungleich mehr fundierte Erziehungshilfe als in allen Köppelbüchern), die DVD von Anton Fichtlmeier, Der Weg des Vertrauens, wird jedem Ersthundbesitzer eine Menge Anregungen geben, und das Anschauen am Fernsehgerät ist ein nachhaltiger Genuß. Hier ein Muß-Buch, eventuell nur noch gebraucht zu bekommen: Spielend vom Welpen zum Hund, von Weidt und Berlowitz.


Wölfisch für Hundehalter: Von Alpha, Dominanz und anderen populären Irrtümern
Wölfisch für Hundehalter: Von Alpha, Dominanz und anderen populären Irrtümern
von Günther Bloch
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

153 von 156 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mathe, 8. April 2011
Ich les ja immer erst die schlechten Kommentare. Hier auch. Und was die Negativkommentatoren eint ist ihre Enttäuschung, weil sie eh schon alles wußten. Im Vorwort steht klar zu lesen, für wen dieses Buch geschrieben und warum es so aufgebaut wurde. Bloch preist sein Buch nicht an für Leute, die mehr zu wissen meinen als er selbst. Ich hab seit 30 Jahren Hunde, befasse mich recht intensiv mit dem Thema und finde Blochs Buch sehr informativ. Natürlich wußte ich das ein oder andere schon. Trotzdem viel Neues und vor allem die Bestätigung bezüglich eigener kritischer Gedanken erfahren. Ist doch auch mal nett zu lesen, daß die eigene Denke auf dem richtigen Weg ist, oder?
Was mir allgemein immer wieder auffällt und mich nach wie vor verblüfft ist folgendes:
Viele Leute (und gerade auch die selbsternannten Wissenden) sind immer noch auf der Suche nach einem Zauberbuch. Nach einem Buch, in dem für alle Hunde, alle Menschen und alle Situationen klare und universell gültige Erziehungstipps gegeben werden. Welch ein Blödsinn! Es ist doch wie in der Schule in Mathe. Das richtige Ergebnis war nicht so wichtig; der Lehre wollte erkennen können, daß der Schüler das Prinzip, den Weg begriffen hatte. Und so ist es mit der Hundereziehung auch. Um das Prinzip besser begreifen zu können ist Blochs Buch ganz wunderbar geeignet. Viel Freude beim Lesen, es lohnt sich!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 30, 2012 1:02 PM MEST


Das Prinzip Empathie: Was wir von der Natur für eine bessere Gesellschaft lernen können
Das Prinzip Empathie: Was wir von der Natur für eine bessere Gesellschaft lernen können
von Frans de Waal
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

16 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Naja, 2. April 2011
Ich widme diese Rezension meinem Lageristen Christian, der von dem Buch über drei Wochen tief beeindruckt seiner täglichen Arbeit nachging.

De Waal hat ein nettes Buch geschrieben, es schadet nicht, man kann es beruhigt lesen. Wissenschaftspopulistisch ist es, ein romantisches Postulat, in den vielen Erfahrungsberichten aus dem Tierreich oft rührend, wenn auch ohne Beweiskraft. Ein Jugendbuch. Ich würde es in der Bibliothek in das Regal der romantischen Dichter stellen, zwischen Heine und Theodor Storm. Wie läßt er seinen Schimmelreiter Hauke Haien so selbstlos in den Wind rufen? Herr, nimm mich, verschon die andern!

Ich werde versuchen, meine Kritik chronologisch zu staffeln. Laienhaft natürlich, aber immerhin ...
Als Charles Darwin 1859 sein Buch über die Entstehung der Arten der schockierten Öffentlichkeit vorstellte und von eben dieser Öffentlichkeit die Evolution auf die plumpe und unzulässige Vereinfachung des Rechts des Stärkeren reduziert wurde, da war es den intelligenteren Zeitgenossen schon klar: So einfach funktioniert die Sache nicht. Und spätestens seit Konrad Lorenz 1973 sein Werk Die Rückseite des Spiegels verfaßt hatte, war es nun auch den weniger Intelligenten bewußt. Also was redet de Waal denn eigentlich? Will er mir allen Ernstes unterjubeln, daß der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank sein Handeln mit Argumenten des ohnehin abwegigen Sozialdarwinismus zu rechtfertigen versucht? Was für ein Schelm de Waal doch sein muß. Also verlassen wir diese Schiene des galoppierenden Blödsinns und wenden uns dem Hauptthema zu: Moral und Empathie. De Waal stellt den Zusammenhang, das gegenseitige Bedingen dieser zwei Begriffe als private Einsicht dar, als ganz neue Erkenntnis, als etwas umwerfend Weltbewegendes geradezu. Durchleuchten wir kurz unter welchen Umständen Moral (dieses vielfältige, dynamische, sich ständig wandelnde Sittengebäude) überhaupt erst Sinn machen kann. Ein einzelner Mensch verbringt sein gesamtes Leben allein auf einer Insel. Nur mit sich und dem Meer. Braucht diese bedauernswerte Kreatur eine Moral? Bedarf er einer definierten Sittlichkeit? Nein, sicher nicht, wozu denn auch. Moral macht erst Sinn in einer Gemeinschaft, einer sozialen Gruppe, einer Gesellschaft. Ob es sich um eine urtümliche Dorfgemeinschaft oder ein Wolfsrudel handelt macht keinen Unterschied. Durchleuchten wir nun weiter, was eine soziale Gemeinschaft ausmacht. Sinn und Ziel so einer Gemeinschaft ist das Kooperieren aller Beteiligten zum gemeinsamen Vorteil. Welcher Sinn sollte sonst greifen? Und ein gemeinschaftliches, konstruktives Kooperieren setzt was voraus? Genau, ein gewisses Einfühlungsvermögen in die anderen, das Übernehmen einer gewissen Verantwortlichkeit für das große Ganze.
Wie schon gesagt , ob Dorfgemeinschaft oder Wolfsrudel macht keinen Unterschied, keinen prinzipiellen, bestenfalls einen graduellen, wenn überhaupt.
Wenn Moral immer an Gemeinschaft, und Gemeinschaft immer an Empathie gebunden ist, dann ist Moral folglich immer an Empathie gebunden - eine Selbstverständlichkeit, eine Wahrheit an Schlichtheit unüberbietbar. Ohne Ebbe keine Flut, ohne Flut keine Ebbe. Meine Nachtmütze weiß das. Wieso und wozu schreibt man darüber ein Buch? Gute Frage, oder?

Machen wir einen belanglosen (leider notwendigen) Exkurs: De Waals tierische Erfahrungsberichte.
Jedes einzelne seiner Beispiele ist geeignet, einem Tränen der Rührung in die Augen zu treiben, aber damit hat es sich dann auch. Wir weinen also kurz, gut, schnäuzen. Jetzt wieder denken.
De Waals Anekdötchen werden durch die Protagonisten selbst mit der unerträglichen Leichtigkeit des Seins widerlegt. So versuchen Elefanten eben nicht nur ihre sterbenden Artgenossen zu füttern, nein, Elefantenmütter versuchen auch regelmäßig ihr Neugeborenes wegen des erlittenen Geburtsschmerzes totzutrampeln. Im Zoo verhindern das die Tierpfleger, in der freien Wildbahn übernehmen die Elefantentanten diese Aufgabe. Wie gesagt, jeder Erfahrungsbericht wird quasi durch sich selbst relativiert. Exkurs Ende.

Mit erstaunlicher Naivität versucht uns de Waal einzuhämmern, was alles so in der Natur eines Lebewesens liegt. Was meint er damit? Wenn etwas in der Natur liegt, dann kann es sich nur um eine genetische Determinierung handeln, um etwas, das auf direktem Wege vererbt wird. Wie beispielsweise der Drang der Lachse, nach einigen wundervollen Jahren im Meer, zum Laichen zurück in das Flüßchen an den präzisen Ort der eigenen Geburt zu schwimmen. Dieses Unterfangen kostet die meisten Fische das Leben, viele sterben schon auf dem Weg, der Rest nach dem Ablaichen an Erschöpfung oder im Rachen der Bären. Warum machen die das, warum das eigene Leben riskieren? Die Antwort ist simpel: Sie können nicht anders. Kein Verhalten ist zwingender als das genetisch determinierte (ich formuliere das mal so, laienhaft). Es ist die Natur der Lachse so zu verfahren. Wäre demnach die Empathie der Natur des Menschen zugehörig, dann wäre mitfühlendes Verhalten unausweichlich, jeder von uns müßte empathisch sein.

Es ist selbstredend nicht so. Ganz und gar nicht. Im Großen nicht, im Kleinen nicht. Wenn Vitali Klitschko seinen Titel verteidigt, dann prügelt dieser sicherlich intelligente, gut sozialisierte und im privaten Leben ohne Zweifel liebevolle, mitfühlende Mann elf Runden auf seinen Gegner ein, nimmt ohne zu Zögern in Kauf, einen Menschen krankenhausreif zu schlagen, nimmt sogar bleibende Schäden oder selbst den Tod billigend in Kauf. Wo ist die in seiner Natur angeblich verankerte Empathie geblieben? Weg isse. Das menschliche ganz normale Leben ist voll von dieser Sache, der Sache der Beliebigkeit des Mitgefühls. Mit der Leichtgängigkeit eines Lichtschalters läßt sich unsere Empathie an- und ausschalten, klick. Jeder weiß das, jeder macht fast täglich diese Erfahrung, nur wenige schämen sich dafür. Ist gut so. Genetisch determiniert kann also Empathie nicht sein, wirklich nicht. Sie könnte allerdings, und ich persönlich denke das, genetisch disponiert sein. Ich meine (laienhaft gedacht und formuliert, wie schon erwähnt) damit, daß die Anlage in der menschlichen Natur vorhanden ist, die Möglichkeit sich empathisch zu verhalten (denn auf das Verhalten kommt es letztlich ja an; meine Empathie muss ein Handeln oder ein Unterlassen nach sich ziehen; sich nur als empathisch zu definieren bringt nichts, gar nichts; Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es, Erich Kästner). Und wie beim Hundewelpen die Anlage, sich parallel zum Hund gleichermaßen auch auf den Menschen zu sozialisieren, in seiner Natur liegt, so muß diese Anlage auf bestimmte Umweltsituationen stoßen, der Welpe muss sich sozialisieren können. Hat unser Welpe in den ersten 16 Lebenswochen keinen angemessenen Kontakt zu Menschen, so verpufft seine Anlage, er wird sich nicht mehr an den Menschen binden, aus und vorbei. So funktioniert das Prinzip Empathie auch. Und selbst wenn sie als Verhaltensmöglichkeit sozialisiert wurde, bleibt doch der Lichtschalter ...

Das volle Ausmaß de Waals populistischen Geschwafels verdeutlicht sich in seiner These, der Weg der Empathie begann vor 200 Millionen Jahren mit dem Brutpflegeverhalten. Jeder Menschenmutter wäre der optimale Umgang mit dem Säugling eingeboren, Empathie in ihrer reinsten Form. Millionen hoffnungslos überforderter Mütter, hilflos dem eigenen Unvermögen, der fehlenden Empathie ausgeliefert, bis hin zur Kindstötung widerlegen de Waals verklärter Evolutionsromantik täglich, stündlich, auf der ganzen Erde.

Ich habe als Jugendlicher eine Zeitlang Buntbarsche im Aquarium gezüchtet, Zebrabuntbarsche, brutpflegende Art. Wie sorgfältig die Barschmama den Laichstein putzte, und später jedem einzelnen Ei mit ihren Flossen frisches Wasser zufächelte, über viele, viele Tage, und wie dann die geschlüpften Barschbabies schutzsuchend immer wieder in ihr Maul flüchteten, die Erinnerung daran rührt mich noch heute ... (schnief).

Aus den Erfahrungen meiner jugendlichen Aquaristik nun allerdings den Schluß zu ziehen, Zebrabarsche verfügten über die Verhaltensmöglichkeiten Altruismus, Empathie und Liebe (ja, de Waal schreibt von Liebe), ist mir leider nicht vergönnt. Nein, Herr de Waal, die Welt ist mit der Hure Empathie nicht zu retten (aber das glauben Sie vermutlich selbst nicht). Wir kommen um die Arbeit des rationalen Handelns nicht herum, viel Arbeit liegt vor uns. Der Weg der Vernunft ist ein ungewisser, steinig und schwer - aber es gibt nur diesen Weg.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 15, 2012 3:17 PM MEST


Hunde erziehen mit dem Rudelkonzept: Der Weg zu einer vertrauensvollen Beziehung
Hunde erziehen mit dem Rudelkonzept: Der Weg zu einer vertrauensvollen Beziehung
von Uli Köppel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,95

13 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schaumschlägerei, 26. März 2011
Köppels Rudelkonzept bedient den Wunsch der meisten Hundehalter: Einmal klarmachen, wer Rudelführer ist und die weiteren 12 Jahre läuft der Hund in der Spur. Seine Methode erscheint einleuchtend und schlüssig. Skepsis kommt auf, wenn man realisiert, daß die letzten 35 von insgesamt 122 Seiten des Buches ein durchgängig romantisches Geschwafel sind, wie ideal ein Hund in allen Alltagssituationen funktionieren kann - inhaltslose Träumereien ohne Fundament. Einmal skeptisch geworden stellt man dann weiter in Frage: Wieso wird in diesem Buch in fast jedem dritten Satz das Wort "artgerecht" benutzt? Was meint Köppel mit "artgerecht"? Artgerecht ist nach Köppel die eins-zu-eins-Anwendung der Wolfsforschung auf die Hundeerziehung. Mal abgesehen davon, daß Köppels wölfisches Weltbild von Eberhard Trumler übernommen wurde, über 30 Jahre alt und längst überwiegend widerlegt ist, scheint ihm eine der elementarsten Einsichten noch nicht gekommen zu sein. Nämlich der schlichten Wahrheit, daß Hunde keine Wölfe sind. Man lese bei Erik Zimen (Der Hund) oder bei Günther Bloch (Wölfisch für Hundehalter) an fünf Abenden nach, und weiß dann, was vom Rudelkonzept zu halten ist - gar nix! Wirklich schlimm ist Köppels "artegerechte Disziplinierung", Schnauzengriff, Nackenschütteln, Unterwerfen. Wer sich die DVD noch antun möchte wird "gebrochene" Hunde zu sehen bekommen. Konrad Lorenzs Gefolgschaftstreue in ihrer perversesten Form. Wer möchte denn, daß ihm sein Hund folgt wie ein Soldat unter der Androhung vors Kriegsgericht gestellt zu werden. Ich jedenfalls nicht!
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 7, 2012 5:35 PM MEST


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