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Rezensionen verfasst von
Chefmaus 68

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The Jim Jones Revue
The Jim Jones Revue
Preis: EUR 14,27

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Boogie-Woogie meets Punk, 20. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Jim Jones Revue (Audio CD)
Das auf dem Cover abgebildete Klavier hat gelitten, wie man sieht - und wie man auf dem Debüt-Album der JIM JONES REVUE auch hört: absolut psychotischer, überdrehter Boogie-Woogie und Rock'n'Roll, wie Jerry Lee Lewis auf Ecstasy und mit einem brennenden Chinaböller in der Hose. Eigentlich ist die Aufnahme total übersteuert und dürfte bei jedem Hi-Fi-Fetischisten zu Ausschlag führen. Aber wisst ihr was? Mir gefällt gerade das! Dieses völlig hyperaktive Geschrei, dieser ungehobelte Sound, der permanente Tritt aufs Gaspedal - das macht so unglaublich viel Spaß und ist extrem kurzweilig.

Die Band nahm die 10 Songs innerhalb von zwei Tagen im Probenraum auf. Es folgten ein Plattenvertrag und zwei weitere Alben, die selbstverständlich besser produziert sind und auch noch ordentlich Dampf machen, die allerdings auch viel glatter klingen und nicht mehr diesen hingerotzten Charme des Debüts haben. Anspieltipps: "Rock'n'Roll Psychosis", "Hey Hey Hey Hey" und "Fish 2 Fry".


Rev
Rev
Preis: EUR 13,96

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zurück zu den Wurzeln, 7. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Rev (Audio CD)
Nein, ich hatte den Reverend nach dem letzten regulären Studioalbum "Laughin' And Cryin'" schon abgeschrieben. Das war 2009. Denn statt Psycho- und Rockabilly war da nur noch gediegener Country zu hören, nett zwar und musikalisch sicherlich hochwertig, aber ohne den Biss, für den ich diese wilde Band doch so liebte.

Mit "Rev" haben die Drei aber die Kurve wieder gekriegt. Haben sie eine Testosteron-Kur hinter sich? Oder wieder ordentlich Martini gekippt? Auf jeden Fall rotzt der Rock von Anfang an aus den Boxen, da wird schon im ersten (Doppel-)Song "Victory Lap/Smell Of Gasoline" ordentlich das Gaspedal durchgetreten. Das ist zwar nicht mehr so brachial wie seinerzeit "Psychobilly Freakout", aber dieselbe Energie wie damals, nur dass die Band diese in noch ausgereifterem Songwriting bündelt. "Schizoid" geht dann so ein bisschen in Richtung "Psychobilly Freakout", "Let Me Teach You How To Eat" eignet sich als eingängiger, erster Anspieltipp, "Spooky Boots" nimmt in seiner fast schon dramatischen Melancholie eine Sonderstellung ein. Erst ab Song 8 ("My Hat") ist mehr Old-School-Rock'n'Roll zu hören.

Ich gebe zu, beim ersten Hören klang zwar alles wie aus einem Guss, aber nicht wirklich neu; so manches Gitarrenlick verschaffte eher ein Déja-Vu in Bezug auf andere Band-Klassiker. Und klar, die Spielarten des Rock'n'Roll und Boogiewoogie sind auch eher eingeschränkt, wenn die Songs auf dem üblichen Bluesschema gründen. Aber spätestens beim dritten Hören kommen die Feinheiten raus, die ausgefeilten und hier auch ausgedehnteren Gitarrensoli, die Rhythmus- und Tempowechsel, da wird zum Schluss noch mal angezogen, die Gretsch-Gitarre geschrubbt, die Double-Base hochgefahren und auf dem Bass geslapt, dass es die wahre Freude ist. Und - zum ersten Mal gibt es auf einem Reverend-Album keine schwachen Songs, keinen Griff nach der Skip-Taste. "Rev" macht durchgängig Dampf und gute Laune!

Sollte es gar mein Lieblingsalbum vom Reverend werden? Das wäre vielleicht verfrüht. Aber 5 Sterne sind es allemal! Also: wer Rock'n'Roll, Rockabilly und Psychobilly liebt, sollte sich unbedingt mit diesem Album beschäftigen!


New Chautauqua (Touchstones Edition/Original Papersleeve) [Original Recording Remastered]
New Chautauqua (Touchstones Edition/Original Papersleeve) [Original Recording Remastered]
Preis: EUR 7,99

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Kleinod des Jazz und Folk, 30. Oktober 2013
Pet Metheny ist einer der ganz großen Jazz-Gitarristen, der auch mit den anderen ganz Großen im Jazz schon zusammengespielt hat. Man könnte jetzt ebenso ausufernd wie begeistert über sein Gesamtwerk, seinen charakteristischen Stil, die musikalische Bandbreite seines Schaffens referieren. Hier möchte ich jedoch nur ein kleines Frühwerk hervorheben, das - als drittes Album 1978 veröffentlicht - bis heute doch eine stilistische Ausnahmestellung unter Metheny's Alben einnimmt.

Auf NEW CHAUTAUQUA präsentiert sich Metheny als Solist auf verschiedenen Akustischen, E-Gitarre und Bass. Stilistisch kann man die (rein instrumentalen) Songs eher schon dem Folk zuordnen, was durchaus als Anreiz zum Reinhören verstanden werden soll, auch wenn man mit Jazz sonst überhaupt nichts anfangen kann.

Das schwungvolle Titelstück eröffnet den Reigen wie ein Soundtrack zu einem Roadmovie, weckt Lust, sich an einem freundlichen Sommermorgen ins offene Cabrio zu setzen und ins Blaue zu fahren. Bis man mittags irgendwo im ländlichen Nirgendwo zur Miniatur COUNTRY POEM eine Pause in der Hitze einlegt. Der zweigeteilte Zehnminüter LONG-AGO CHILD / FALLEN STAR wartet dagegen mit einem kühlen, düsteren Stimmungswechsel auf, eine in hoher Tonlage gezupfte E-Gitarre erzeugt eine mystisch-meditative Gewitterstimmung, die sich in der zweiten Hälfte zu fließender, an- und abschwellender Akustikgitarre ausregnet.

Mit HERMITAGE folgt eine Ballade mit leicht angebluestem Einschlag, dessen wunderschöner Melancholie man sich kaum entziehen kann. SUENO CON MEXICO ist das genaue Gegenteil davon: eine fröhliche, munter gepickte Geschichte mit spanisch-folkloristischen Einflüssen, die mitten ins Herz hinein strahlt. Und wer immer schon mal wissen wollte, wie man die Morgendämmerung bis zum Durchbrechen des ersten Sonnenstrahls vertont, wird dies beim abschließenden DAYBREAK in Perfektion erleben.

NEW CHAUTAUQUA führt uns durch alle Stimmungslagen, zaubert ein wunderschönes Kopfkino herbei, ist in sich völlig stimmig, harmonisch, strahlend, berührend und im besten Sinne entspannend! Ich wurde in den 80ern an das Album herangeführt, habe es dann (innerlich wie äußerlich) verloren, weil ich mich mehr mit psychedelischem Hardrock beschäftigte - und habe es jetzt wiederentdeckt, um es noch mehr zu lieben als damals!

Die remasterte Edition wartet mit warmem, transparentem Klang auf. Die CD befindet sich in einem einfachen Pappcover, das man, wie seinerzeit die LP, aufklappen kann; unspektakulär aber schnuckelig, außer dass das ganze Teil so schmal ausfällt, dass man die Beschriftung auf dem Rücken kaum lesen kann.


5 Album Set (Lost Souls / The Last Broadcast / Lost Sides / Some Cities / Kingdom Of Rust)
5 Album Set (Lost Souls / The Last Broadcast / Lost Sides / Some Cities / Kingdom Of Rust)
Preis: EUR 12,49

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Muss für den Fan anglophilen Poprocks, 10. Oktober 2013
Sie sind Briten und werden oft in die COLDPLAY-Schublade gesteckt, aber diese sprengen sie. Ihr gitarrenorientierter Pop ist höchst melodisch. Sie klingen oft ein bisschen retro, meist melancholisch, oszillieren zwischen kraftvoll-treibenden Songs und zarten, kitschfreien Balladen. Die Melodieverläufe brechen immer wieder mal aus, die Arrangements sind abwechslungsreich, und doch ist ihr Stil unverkennbar.

Vor allem: für einen Spottpreis gibt es die kompletten fünf ersten Alben: das Debüt "LOST SOULS" (2000), das Magnum Opus "THE LAST BROADCAST" (2002), die B-Seiten-Sammlung aus diesen beiden Alben "LOST SIDES" (2003) und die nicht minder starken Nachfolger "SOME CITIES" (2005) und "KINGDOM OF RUST" (2009). Leichter kann einem der Einstieg in diese Band nicht gemacht werden, daher unbedingte Kaufempfehlung.


Blackfield IV
Blackfield IV
Preis: EUR 7,99

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kleines schnuckeliges Pop-Ding, 30. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Blackfield IV (Audio CD)
BLACKFIELD - das ist eine Band in Co-Produktion zwischen dem britischen Prog-Meister STEVEN WILSON und dem israelischen Popstar AVIV GEFFEN, die 2004 das gleichnamige Debütalbum veröffentlichten. Der melancholische Poprock, der hier dargeboten wurde, zählt m. E. zu dem Besten und Schönsten, was die Band produziert hat.

Nun zog sich STEVEN WILSON, der in den Folgejahren mit seinem Hauptprojekt PORCUPINE TREE und neben vielen Nebenprojekten seit 2008 vor allem seine sehr progressiven Solo-Projekte pflegte, immer mehr aus diesem hier zurück, so dass er auf dem vierten BLACKFIELD-Album nur noch in homöopathischer Dosis mitwirkt. Was sich auf dem Vorgänger "Welcome To My DNA" schon abzeichnete, ist auf "IV noch ausgeprägter: jegliche progressive Einflüsse eines Steven Wilson sind verschwunden, dafür schwelgt das Album ausschließlich in Geffens großen Pop-Gesten.

Will sagen: alle Songs sind von Geffen geschrieben. Das ist nicht schlimm, denn seine Melodieverläufe und Refrains wissen, wie man Gänsehaut verursacht. Und dennoch will sich Ärger und Enttäuschung einstellen: zunächst droht Geffen - vor allem in "Jupiter" - in die Sparte "Schlager" abzukippen. Zweitens wirken die Songs nicht richtig auskomponiert und werden meistens abrupt abgewürgt, wenn mit Orchestern und elegischem Melodiebogen gerade erst Stimmung aufgebaut wurde. Drittens sorgt die Spieldauer von gerade mal 31 Minuten für Zähneknirschen - zumal weil bei dem Songmaterial nicht nur mehr Spielraum, sondern auch Spieldauer drin gewesen wäre.

Das "Schlimme" dabei ist: man kann diesem Album trotzdem einfach nicht böse sein! Geffen fängt einen immer wieder mit seinen Melodien ein, allen voran "Pills", "Springtime", "X-Ray" oder "Kissed By The Devil", auch die mit Harfe vorgetragene Miniatur "The Only Fool Is Me". Der Fan des Stadionrock wird das arg kommerzielle "Sense Of Insanity" ebenso lieben wie "Lost Souls", und die Gastsänger fügen sich gut in das Gesamtbild ein.

Bevor nun meine Rezension länger wird als das Album selbst: BLACKFIELD IV ist ein schnuckeliges kleines Dream-Pop-Album, ein leckerer Snack für zwischendurch - auch wenn es nie aus dem Schatten zumindest der ersten beiden Alben heraustreten kann.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 31, 2013 11:56 AM MEST


Kveikur
Kveikur
Wird angeboten von WarehouseDirectUK
Preis: EUR 8,47

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen SIGUR RÓS auf neuen Wegen, 26. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Kveikur (Audio CD)
"KVEIKUR" ist das siebte Studioalbum der isländischen Band SIGUR RÓS, und wie bisher wandeln sie auch bei diesem ihren sehr charakteristischen Stil etwas ab. Noch nie war ein Album der Band so griffig und druckvoll und gleichzeitig so nah dran am Pop. Das dürfte denjenigen Hörern, die mit SIGUR RÓS bislang nichts anfangen konnten, den Zugang sehr erleichtern, mehr als alle früheren Alben.

Die Produktion ist sehr fett, als wollte das verbliebene Trio den Ausstieg des Keyboarders dadurch kompensieren. Damit stellt "KVEIKUR" quasi das Gegenstück zum luftig-flüchtigen Vorgänger "VALTARI" dar oder zum eher kammermusikalisch instrumentierten Vor-Vorgänger "MED SUD I EYRUM VID SPILUM ENDALAUST". Weiterhin verzichtet die Band auf die weitschweifigen, elegischen Spannungsbögen der Alben davor, denn bis auf den Opener "Brennisteinn" sind alle Songs auf Längen unter 7 Minuten komprimiert.

Sie "kommen also zur Sache", als wollten sie das schwache, verhuschte letzte Drittel von "VALTARI" schnell vergessen machen: "Brennisteinn" und "Kveikur" gehören zu dem Düstersten und Druckvollsten, was SIGUR RÓS je geschrieben haben, und auch zu dem Besten! Da vermischen sich kontinuierlich Hölle und Himmel, schwebender Engelsgesang mit düsteren Abgründen, elektronische Gewitter mit feierlich-getragenen Bläsern.

Immer wieder werfen Verzerrungen und Störgeräusche dunkle Schatten auf Musik und Melodie, ohne diese jedoch zu beeinträchtigen. Jonsis Gesang wird oft mit Effekten belegt, da gibt es Verzerrungen oder Rückwärtsecho, das mal engelsgleich entrückt, mal gespenstisch klingt. Und hintergründige Samples setzen wohlplatzierte Akzente. Selbstverständlich gibt es auch luftige Momente in den Songs, so wie in "Hrafntinna", wo die fast sakral anmutenden Bläsersätze zum Ausklang mitten ins Herz hinein treffen.

Bleibt noch Erklärungsbedarf für den Begriff "poppig": straighte Drumloops geben der Musik von SIGUR RÓS klarere Strukturen denn je, und so wird das überragende "Ísjaki" trotz seines wolfsähnlichen Geheuls fast zu einem Tanzhit. Allerdings empfinde ich diese neue Eingängigkeit bei den Songs "Stormur", "Rafstraumur" und "Bláþráður" eher schon als Makel; solche Titel werden sich im großen Stadion sicherlich gut machen, ich empfinde sie allerdings schon fast zu gewöhnlich und gefällig, zu glatt und zu nett - auch wenn sie immer noch eindeutig nach SIGUR RÓS klingen. Hier hat "KVEIKUR" leider durchaus Schwächen. Auch "Yfirborð" wirkt unentschlossen, jedenfalls kriege ich die langsam schwebenden Gesangslinien noch nicht mit dem schnellen Programming im Hintergrund überein.

"Var" stellt als ruhiges Piano-Instrumental dann wieder einen sehr schönen Ausklang dar und erinnert in seiner schönen Schlichtheit noch einmal an "VALTARI".

Da vier von neun Songs nicht zünden wollen, gebe ich einen Stern Abzug, "Brennistein", "Hrafntinna", "Ísjaki" und "Kveikur" allein sind aber schon die Anschaffung dieses Albums wert, auf dem SIGUR RÓS neue Klänge probieren, ohne ihre Identität und ihren charakteristischen Klang zu verlieren.


Bankrupt!
Bankrupt!
Preis: EUR 7,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es ist wieder Sommer ... dank Phoenix!, 16. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Bankrupt! (Audio CD)
Mit ihrem fünften Album läuten die Franzosen von PHOENIX die Sommersaison ein - und das sehr gelungen! Ihr Pop ist markant geblieben, der Stil orientiert sich dabei noch mehr am Vorgängeralbum "Wolfgang Amadeus Phoenix". Wem damals der Song "1901" gefiel, der wird in "Bankrupt!" sein Seelenheil finden. Allerdings haben die 10 Songs nichts mehr mit dem fluffig-leichten Gitarrenpop der Alben "Alphabetical" und "It's Never Been Like That" zu tun; insofern setzen PHOENIX ihre musikalische Entwicklung konsequent fort.

Der Stil ist jetzt noch synthielastiger und komprimierter, orientiert sind am Sound der 80er und webt hier und da dezente asiatische Zitate ein. Mir gefallen die Melodien, vor allem die ersten vier Songs sind grandios, allerdings wirkt der Sound insgesamt schon etwas überproduziert. Außerdem sollten die vier Franzmänner künftig auf die lang(weilig)en Instrumentals (hier den Titelsong) verzichten, was auch auf den Vorgängeralben schon die kleine Schwäche der Band war. Insgesamt jedoch ein kurzweiliges, fröhliches Sommeralbum.


Promises
Promises
Preis: EUR 8,19

7 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Broken "Promises", 16. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Promises (MP3-Download)
"Liebe COLDPLAY- und KEANE-Gemeinde,

wir haben uns heute hier eingefunden, um erneut über die Aufnahme des Londoner Musikquartetts THE BOXER REBELLION als vollwertiges Mitglied abzustimmen. Diese Band hatte nach ihrem rohen Debüt-Album "Exits" bereits vor vier Jahren einen Aufnahmeantrag in unserer Gemeinschaft gestellt und hierfür ihr zweites Album "Union" eingereicht. Dessen glattgeschliffene Ohrwurmqualität und das eindeutige Bekenntnis zur Kommerzialität führte zwar zu einer wohlwollenden Prüfung; die Aufnahme musste seinerzeit jedoch abgelehnt werden, da bereits vor der Abstimmung unserer Versammlung das Drittwerk "The Cold Still" veröffentlicht wurde, das zu ruhig und vor allem zu melancholisch daherkam und somit nicht unserem Anspruch auf Radiotauglichkeit entsprach.

Nun, liebe Freunde der warm durchspülten Ohren: das Quartett hat seine Sünden bereut und unter Vorlage des aktuellen Albums "Promises" erneut die Aufnahme in unsere Gemeinde beantragt. Das neue Werk wurde - dank vieler Keyboards - sehr konsumfreundlich produziert und entspricht dank eingängiger Hymnen wie "New York" und "Always" grundsätzlich unseren Anforderungen.

THE BOXER REBELLION haben sich ebenfalls um optimistischere Melodieführungen bemüht und weisen nur mit der Ballade "Low" einen Rückfall in ihre frühere depressive Stimmungslage auf; diese ist in unserer Gemeinschaft selbstverständlich nicht erwünscht. Die Musikspielgruppe bemüht sich jedoch deutlich um Eingängigkeit und hat es geschafft, mögliche Widerhaken gänzlich auszumerzen und damit die Voraussetzung für eine mögliche Stadiontauglichkeit zu schaffen. Frühere flegelhafte Eigenständigkeiten erlauben sie sich kaum noch, was ebenfalls positiv zur Kenntnis genommen wird.

Die Prüfungskommission hat nunmehr während ihrer obligatorischen Shoppingtour im hiesigen Einkaufs-Center das vorgelegte Tonmaterial gesichtet und legt folgenden Entscheidungsvorschlag vor:

THE BOXER REBELLION werden in unsere Gitarrenpop-Gemeinschaft aufgenommen.

Jedoch angesichts der Tatsache, dass die Bands COLDPLAY und KEANE bereits alle Plätze im Gremium besetzen, erfolgt die Aufnahme zunächst auf Bewährung im Mitgliedsbereich der zweiten Kategorie neben den Gruppen TRAVIS, THE KILLERS, STARSAILOR und SNOW PATROL. Weiterhin empfiehlt die Kommission, das Album "Promises" den einschlägigen TV-Serienproduzenten sowie Sony Music für die nächsten Kuschelrock-Compilation vorzulegen. Die Bewährungszeit beträgt zwei Jahre, und die weitere Mitgliedschaft wird vom kommerziellen Erfolg der Band und ihrem fünften Album abhängig gemacht.

Wer mit dieser Entscheidung einverstanden ist, hebe bitte jetzt die Hand! Vielen Dank!"
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 26, 2013 8:19 PM MEST


Sigur Rós - Valtari Film Experiment
Sigur Rós - Valtari Film Experiment
DVD ~ Sigur Ros
Preis: EUR 8,99

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sigur Rós - Eine Alternative-Band als Art-Projekt, 14. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Sigur Rós - Valtari Film Experiment (DVD)
Wer oder was sind SIGUR RÓS? Zu allererst natürlich eine isländische Postrock-Band. Aber dahinter steckt noch mehr. Nicht nur, dass das Quartett mit seinem unverwechselbaren Stil eine eigene Nische in der Musiklandschaft behauptet (epische Musik zwischen Rock, Walls Of Sound, Ambient und Kammermusik, zu der der Bandleader Jonsi seine Falsettstimme wie ein weiteres Instrument einsetzt). Wer die großartige DVD "Heima" gesehen hat, bekommt auch ein Gefühl dafür, dass die krautige Gruppe in ihrem Heimatland fast schon eine kleine Volksbewegung darstellt, die alle Generationen umfasst.

SIGUR RÓS sind aber mehr als bloß eine (schräg-schöne) Band: ihre Musik löst nicht nur beim geneigten Hörer ein eigenes Kopfkino aus, die Vier haben auch in der Vergangenheit schon ihr Kopfkino in hochwertigen Musik-Videos sichtbar gemacht (siehe Veröffentlichungen auf DVD: "Sigur Rós (Vaka)" - 2003 - sowie "Saeglopur" -2006). Die zeitlupenartigen Phantasiereisen in Hochglanzbildern sind übrigens auf den einschlägigen Internetplattformen zu bewundern. Perfektioniert haben SIGUR RÓS die Kombination von Musik und Bild bei den kunstvollen DVD's "Heima" und "Inni". Und mit dem "Valtari Film Experiment" loten sie die Möglichkeiten weiter aus.

Musikalische Grundlage ist das Album "Valtari" (2012). Die Band beauftragte eine Vielzahl Filmkünstler, sich von den acht Songs des Albums zu Filmexperimenten inspirieren zu lassen. Veröffentlicht sind diese Filme im Internet (unter anderem auf der eigenen Band-Website). Das Ergebnis sind 16 Kurzfilme, die es zusammen mit drei kurzen Making-Of's auf eine Spieldauer von fast zweieinhalb Stunden bringen.

Nun zur Qualität der Filme: wer die früheren Musikvideos der Band kennt, wird auch diese DVD lieben - definitiv. Bei aller Unterschiedlichkeit der Filme haben diese doch meist zwei Dinge mit der Musik gemeinsam: ihren Fantasiereichtum und die Langsamkeit, die die DVD über die gesamte Spieldauer zu einer bunten meditativen Reise machen. Manche Filme lassen eine Deutung zu, meist wirken sie aber über ihre kraftvolle Bildsprache, die zeitweise an spirituelle Kinofilme wie "Baraka", "Samsara" oder "Tree Of Life" erinnern.

Manches ist schräg, aber vieles berührt (allen Filmen voran "Leaving Towards Solace"). Die Filme sind schön, zeitweise schrecklich, bizarr, teilweise erotisch (vor allem der Tanz, der in Christian Larsons "Valtari" dargeboten wird), verträumt - und stets untermalt von den bekannten Songs (die teilweise doppelt und dreifach verwendet werden). Die Musik inspirierte zu den Bildern, aber die Bilder verstärken auch die Musik, so dass ein in der Bandgeschichte doch eher blasses Album plötzlich in ganz anderer Kraft erstrahlt.

Dieses Art-Konzept geht absolut auf und macht die DVD zu einem visuellen und audiophilen Gesamterlebnis. Wer sich auf Musik und Bilder einlassen will (oder einfach nur den nackten Shia LaBoef entdecken möchte), sollte sich diese surreale Filmsammlung nicht entgehen lassen.

Absolute Kaufempfehlung für alle, die sich für eine kunstvolle Kombination von Musik und Bild interessieren!


Still Life With Eggplant
Still Life With Eggplant
Preis: EUR 17,49

25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weder Stillleben noch langweiliges Gemüse, sondern großartiger Psychorock, 13. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Still Life With Eggplant (Audio CD)
Ich kann nicht anders. Es bereitet mir immer wieder Freude, MOTORPSYCHO-Alben zu rezensieren, eine Freude, die nur noch davon getoppt wird, MOTORPSYCHO-Alben zu hören. Ich weiß auch nicht, warum sich die norwegische Band bei mir partout nicht abnutzt. Vermutlich liegt es an ihrer Vielseitigkeit, gepaart mit einem charakteristischem Grundsound, mit dem sie sich im letzten Vierteljahrhundert eine eigene unangefochtene musikalische Nische geschaffen hat (wobei "Nische" zu niedlich klingt für den episch-wuchtigen Breitrock, den die drei Herren zelebrieren).

Dazu: das sechste Album in den letzten acht Jahren, ein Output, der seinesgleichen sucht. MOTORPSYCHO begannen 1989 als Alternative-Metal-Band, schwenkten Mitte der 90er in die Alternative-Rock-Ecke, ehe sie zur Jahrtausendwende eine 60er-Jahre-Psychopop-Phase einläuteten. Dazwischen machten sie gelegentliche Ausflüge in die Country-Musik und präsentierten abgefahrene Kollaborationen mit Jazz-Ensembles. 2007 gab es dann einen sehr relevanten Wechsel des Drummers. Was dann folgte, waren drei epische Meisterwerke: das psychedelische Monument "Little Lucid Moments" (2008), das teilweise freejazzige Rockmonstrum "Heavy Metal Fruit" (2010) sowie das Konzept-Doppelalbum "The Death Defying Unicorn" (2012), eine wilde Geschichte, die (mit Jazz- und kammermusikalischen Einflüssen) den Progrock der 70er gelungen ins neue Jahrtausend beamte.

Und nun, nur ein Jahr später, legen sie mit "Still Life With Eggplant" überraschenderweise schon das nächste Werk vor. Ohne vorher im [...] Soundschnipsel gehört zu haben, waren für mich die Infos über dieses Album vor dessen Veröffentlichung recht spärlich: die Spieldauer mit 45 Minuten relativ kurz für MOTORPSYCHO-Verhältnisse, die Songzahl mit 5 Titeln recht klein, deren Spieldauer verhieß jedoch zumindest psychedelische Überlängen. Was also haben die Jungs nun nach drei fetten Meisterwerken in Folge musikalisch zu bieten?

1. HELL (9:47)
Ein schweres Stück Stoner-Rock, das zunächst schleppend aus den ächzenden Boxen brockt, ehe nach knapp zwei Minuten das Tempo mit einer markanten Hookline angezogen wird, die der der achtarmige Schlagzeuger Kapstad in ein dichtes Netz webt. Der Bass pumpt, die Gitarren grooven, darüber gleitet der zweistimmige Gesang, es folgt das typische psychedelische Gitarrensolo – und fortwährend treibt der Drummer mit dem Irrwitz eines Jazzers den Song voran. Etwas Luft bleibt erst nach 7 Minuten beim anschließenden instrumentalen Wurmfortsatz, dessen Sinn sich mir allerdings noch nicht so ganz erschlossen hat - wobei mich der Groove irgendwie zum Schmunzeln bringt (ich weiß nicht, warum).

2. AUGUST (4:52)
Eine authentische Coverversion des LOVE-Classicers aus 1969 um den 2006 verstorbenen Rock-Rüpel Arthur Lee. Ein Song, irgendwo zwischen Hendrix‘ "Crosstown Traffic" und melodieseligem Country, der an MOTORPSYCHO’s "Tussler"-Projekte erinnert. Aber da ist ja wieder dieser Drummer, der offensichtlich einfach nicht die zehn Pfund Juckpulver aus der Hose kriegt. Ich will nicht behaupten, dass er den Song (gerade während des Gitarrensolos) totprügelt, aber – hey, bitte auch mal einen einfachen 4/4-Takt, damit man auch mal Luft holen kann!

3. BARLEYCORN (7:18)
Für mich der Höhepunkt des Albums – nicht nur, weil ich nach den ersten beiden Stücken endlich mal einen tiefen Atemzug nehmen kann. Denn nur eine einsame melancholische Akustikgitarre leitet den Song ein, der dann jedoch einen leuchtenden, kraftvollen Refrain bietet, wie sie ihn die Psychos schon lange nicht mehr geschrieben haben. Der spätere Break und Zwischenteil wird spacig, die Atmosphäre etwas düsterer, die Solo-Gitarre schwebt klagend in Zeit und Raum – und als Tempo und Drama anziehen, erfolgt die Auflösung in sommerlichem Dur. Großartiger Song!

4. RATCATCHER (17:10)
Ist "Ratcatcher" ein psychedelisches Rockmonster? Ja, "Ratcatcher" ist ein psychedelisches Rockmonster. Es schleicht sich zwei Minuten ein und wird dann zu einer Tour de Force zwischen Hardrock, Psychedelica und Jazz (was natürlich hauptsächlich am Drummer liegt), erinnert aber auch an die motorpsychedelischen Alternative-Epen Mitte der 90er. Der Song ist ein vertonter Drogenrausch, verliert nach rund sechs Minuten zusehends an Strukturen, mäandert irgendwo zwischen Freejazz, Spacerock und Noise. Ein schönes Beispiel, wie MOTORPSYCHO immer wieder mit ab- und anschwellender Dynamik arbeiten, die Band läuft allerdings dennoch Gefahr, sich in selbstverliebter Improvisation zu verlieren, denn "Ratcatcher" nimmt mehr als ein Drittel Spielzeit des gesamten Albums ein und bietet für so eine herausragende Platzierung zu wenig Abwechslung. Wie schon bei "Hell" wirkt der Rattenschwanz ab Minute 13 ein bisschen angeklebt.

5. THE AFTERGLOW (5:57)
Schön! MOTORPSYCHO zitieren noch einmal ihre Psychopop-Phase zur Jahrtausendwende. Ach, ich mag ja diese sommerliche Retromucke, getragen von Akustikgitarre, Musik, die nach den geliebten 70ern klingt, sich allmählich hochschaukelt, ohne jedoch Struktur und Melodie zu verlieren. Hier feiern sich die Psychos noch einmal ab und präsentieren einen wunderschönen Absacker, der nirgendwo besser platziert werden könnte als am Ende eines Albums.

Stilistisch steht "Still Life With Eggplant" dem Album "Heavy Metal Fruit" am nächsten. Beim ersten Hören hat mich vor allem das unglaublich dichte Schlagzeugspiel etwas erdrückt, manchmal sogar genervt, das gab sich aber ab dem zweiten Hören. Da bekamen die Songs schon eine nachhaltige Ohrwurmqualität. Ich hätte mir gewünscht, dass "Ratcatcher" weniger vor sich hinplänkelt und dafür noch zwei andere, kürzere Songs mit aufgenommen worden wären. Insofern steht dieses Album ein bisschen hinter den beiden Vorgängern zurück – aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Wenn ich bei diesem Album von jazzigen Einflüssen spreche, muss ich noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass hier keinerlei Bläser zu hören sind wie auf "Death Defying Unicorn", "In The Fishtank" oder "Roadwork Vol. 2". Die Instrumentierung ist rein die einer klassischen Rockband Anfang der 70er; selbst Keyboards werden nur sehr dezent eingesetzt. Als zweiter Gitarrist unterstützt Reine Fiske die Band bei den Songs 2 bis 4. Ich kannte ihn bislang nicht und habe ihn daher auch nicht bewusst herausgehört.

Wem das "Death Defying Unicorn" zu sperrig war, darf hier aber wieder aufatmen, da sich MOTORPSYCHO auf frühere Tugenden besinnen. Ich bin sehr zufrieden mit diesem "kleinen" Album, mit dem die Norweger einmal mehr ihre Nische im (nonkommerziellen) Rockzirkus behaupten. Und um den Kreis hier nun wieder zu schließen: genug darüber gelesen - bitte selbst anhören!
Kommentar Kommentare (10) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 28, 2013 2:18 PM MEST


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