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Rezensionen verfasst von
Chefmaus 68

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http://www.itstartshear.com
http://www.itstartshear.com
Preis: EUR 11,16

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Songwriter-Perle, 5. März 2012
Rezension bezieht sich auf: http://www.itstartshear.com (Audio CD)
Man mag es ja manchmal nicht glauben, aber hinter der schier undurchdringlichen Mauer des Mainstream fängt die Musikwelt erst richtig an. Man muss diese Perlen bloß erst mal finden - oder drauf gestoßen werden. Das gilt zum Beispiel für Peter Broderick, den man im weitesten Sinne als Singer / Songwriter an der Akustikgitarre oder dem Piano bezeichnen könnte. So weit, so gut.

Was den jungen Amerikaner jedoch auszeichnet, ist die Intimität seiner Lieder. Vor ein paar Jahren bin ich durch sein Album "Home" auf ihn aufmerksam geworden, tolle mehrstimmige Gesangssätze in weicher Tonlage zu unaufdringlich gezupfter Klampfe - ein bisschen in Richtung Nick Drake. Danach folgten einige experimentelle Soundwerke bis zu dieser Veröffentlichung, die stilistisch an das angenehm harmonische "Home" anknüpft. Auch hier experimentiert Broderick, wenn auch in minimalistischem Rahmen.

Die Intitmität der Songs ist seine Stärke. Wer mehr über deren Entstehung erfahren oder seine Musik kommentieren möchte, ist herzlich von ihm auf der gleichnamigen Website dazu eingeladen. Dort kann man nicht nur die Songs in voller Länge im Stream anhören, sondern bekommt einen Einblick in die Geschichten. Zum Beispiel in das Gänsehaut-Requiem "Asleep": Broderick widmete einem Freund, der beim Rafting ertrank, ein Gedicht, schickte dieses an viele Freunde und Bekannte, die dieses auf Tonaufnahmen rezitierten. Aus diesen Rezitationen baute Broderick ein getragenes aber kraftvolles musikalisches Andenken zusammen, in dem sich viele Stimmen allmählich zu einer Art gemeinschaftlichem Gebet verdichten - untermalt von dezenten Pianotönen, und man ist ergriffen, weil man spürt, wie sich in realer Trauer Menschen quasi an den Händen fassen und sich gegenseitig Trost geben. Auf Brodericks Website ist dazu ein Foto des Verstorbenen abgebildet. Und plötzlich spürt man förmlich, dass der vielleicht wichtigste Sinn von Musik hinter dem Kommerz liegt.

Broderick vertont und interpretiert weiterhin in "Blue" einen Song seines Vaters - der immer nur für sich komponierte, spielte und sang, und Broderick um so mehr beeindruckte. - Oder in "Trespassing" beschreibt er, wie er mit dem Auto einen Vogel überfuhr - und das ist zerbrechlich und doch weit jenseits des Kitsches. Es ist, als säße man mit Broderick gemeinsam am Küchentisch, ihm zuhörend, ins Gespräch kommend - authentisch, menschlich, warmherzig.

Tragende Instrumente bleiben die Akustikgitarre und das Klavier, meist ergänzt um Nils Frahm am Piano. Mancher Song wird elektronisch unterfüttert, dann wird ein Instrumental wie "With The Notes In My Ears" fast tanzbar. Doch nichts dient dem Selbstzweck; jeder Song ist ein Mikrokosmos für sich.

Wer also Musik mit Herzensnähe sucht, ist bei diesem unaufdringlichen Album auf dem richtigen Weg. Kunst ist manchmal eben mehr als reine musikalische Virtuosität; Kunst ist da, wo sie das Herz des Hörers berührt, wo sich vielleicht die Seelen des Zuhörers und des Musikers berühren - oder zumindest auf empathische Weise annähern. Absoulter Kauftipp!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 8, 2012 3:01 PM CET


The Death Defying Unicorn
The Death Defying Unicorn
Preis: EUR 20,98

30 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mitreißendes Rock-Monument vom Feinsten!, 13. Februar 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Death Defying Unicorn (Audio CD)
Puh - wo fange ich an? Jedem Progrock-Fan (von YES bis PORUPINE TREE) muss ich dieses Album ans Herz legen! Dem MOTORPSYCHO-Novizen empfehle ich, sich über einschlägige Internetseiten mit der über 20jährigen Historie der norwegischen Rocker vertraut zu machen - das würde hier den Rahmen sprengen. Genau so würde ich dem MOTORPSYCHO-Novizen Alben wie "Trust Us" oder "Black Hole / Blank Canvas" als Einstiegsdroge empfehlen. Denn "The Death Defying Unicorn" ist ein derartiger Brocken, dass er als Einstieg verschrecken könnte. Sich dann nicht weiter mit dem Werk zu beschäftigen, wäre ein Verlust für jeden Rockfan, der gerne mal über den musikalischen Tellerrand schaut und im Musikkosmos nach Sternen abseits des Mainstream sucht.

Ich zähle mich zu den Psychonauten (langjährigen MOTORPSYCHO-Fans) - und selbst mich hat dieses Rock-Monument beim ersten (und intensiven) Hören ins Sofa zurückgedrückt. Ich wollte in das Konzeptalbum eintauchen wie ins Meer und wurde zunächst von mannshohen Wellen zurück an den Strand gespuckt. Wo wir gleich beim Thema sind: inspiriert wurde diese musikalische Tour de Force unter anderem von Homers "Odyssee" und Herman Melvilles "Moby Dick". Wer der englischen Sprache kundiger ist als ich, mag mir gerne die Details dieser Havarie-Geschichte übersetzen - musikalisch jedoch kann man die sturmgepeitschte Hochsee mit nasskaltem Schiffbruch kaum besser bebildern.

Was geht musikalisch dabei ab? Zu allererst: progressiver Rock der alten Schule (erinnert zeitweise an die alten YES) - ergänzt um acht Jazz-Bläserinnen (Trondheim Jazz Orchestra) und ein Streicherensemble, die den Rahmen des Rock'n'Roll immer wieder sprengen in Richtung Jazz oder Kammermusik. Manchmal findet auch alles gleichzeitig statt.

Ein jazziges Instrumental-Intro ("Out Of The Woods") gibt einen ziemlich fiesen Opener, in dem sich die E-Gitarren einschleichen und schließendlich das gesamte Rock-Orchester mobilisiert wird und den dramatischen Grundton des Albums vorgibt ("The Hollow Land"). Ein trügerisch dezenter Gesangspart mit Akustikgitarre bläst alsbald zum Aufbruch bei stetig steigendem Wellengang: das Rock-Chaos nimmt seinen Lauf. Das 16minütige "Through The Veil" holt mit einem freejazzigen Intermezzo etwas Luft, nur um dann treibend an die Ruder zu gehen. Am Horizont zieht indes bereits der drohende Sturm auf; Rock und Jazz peitschen gemeinsam die kalte Gischt ins Gesicht, das Schiff gerät vorübergehend in das Auge des Sturms, doch die Stille trügt. Im Instrumental "Doldrums" singen die Sirenen ihr trügerisches Lied, um die Seefahrer in die Tiefe zu locken (hier macht das Album einen Ausflug in die Begleitmusik eines Soundtracks). "Into The Gyre" beginnt mit einer schönen, melancholischen Melodie (erstmals Melodie!). Was in diesen zehn Minuten passiert, klingt wie ein 40 Jahre altes Kleinod, das in YES-Archiven wiederentdeckt wurde; der Song wird nach 6 Minuten zu einem wirbelnden Mahlstrom, der letztlich die gesamte Mannschaft über die Planke gehen lässt. Im abschließenden "Flotsam" treiben die Überlebenden zu dem Klang einer einsamen Violine in der ruhigen See und klammern sich an die Trümmerteile ihres Schiffes.

Teil 2 dieses Epos nimmt einen kammermusikalischen Einstieg. "Oh, Proteus - A Prayer" beginnt wie ein Requiem - ein anschwellender Chor zu klagenden Streichern schafft eine Stimmung, die einen wie Blei hinunter in die Tiefsee ziehen will. Ein dunkler, fuzziger Bass drückt den Kopf unter die Wasseroberfläche, die beiden folgenden Intrumentals "Sculls In Limbo" und "La Lethe" malen mit nicht greifbaren Ambient-Klängen die dunkelblaue Unterwasserwelt vor Augen, wobei letzteres Stück mit anschwellender Dynamik und einem schön griffigen Saxophon-Solo nach fünfeinhalb Minuten so gerade noch erste Längen in der Story umschifft. Nach orchestralem Ausklang greift "Oh, Proteus - A Lament" noch einmal kurz das Klagelied vom Anfang auf, ehe sich die angejazzte Ballade "Sharks" fast lethargisch in ihr Schicksal ergibt. Schweineorgel, Bläser, Streicher und Band bäumen sich noch einmal auf und brechen sich in einem MOTORPSYCHO-typischen 70er-Jahre-Rocker Bahn ("Mutiny!"). Ab Minute 2:48 verneigen sich die Norweger mit einem wohlbekannten Song-Intro vor den großen Yes ("Changes", 1982) und ergehen sich in einem psychedelischen Gitarrensolo - denn was eingängig beginnt, muss ja nicht so beibehalten werden. Nach achteinhalbminütigem Dampf im Kessel geht "Into The Mystic" auf die Zielgerade, greift noch einmal das anfängliche Thema von "The Hollow Lands" auf, um mit einem versöhnlich optimistischen Paukenschlag recht abrupt zu enden.

"The Death Defying Unicorn" ist ein Konzaptalbum im besten, klassischen Sinne und holt die Progrock-Tradition der 70er Jahre mühelos und klischeefrei ins 21. Jahrhundert. Im musikalischen Gesamtkonzept gerät die stilistische Einordnung völlig zur Nebensache. Daher können die Richtungen Rock, Jazz und Kammermusik auch so hervorragend neben- und miteinander bestehen. Das Album hat eine sehr eigene Grundstimmung, die konsequent beibehalten wird - und das alles ohne breitflächige Keyboardteppiche und Elektronikspielereien, die heutzutage im Neo-Progrock gern alles einebnen und zukleistern.

Das Album besticht zweifellos vor allem als Gesamtwerk: ein irrwitziges Monument, eine Hommage an die Musik, die sich nicht anbiedert, eine musikalische Vision, die hier kompromisslos ins Leben gerufen wurde, ohne kommerziell gefallen zu wollen. Und so kann man es lieben oder hassen - das bleibt Geschmackssache, aber wem es gelingt, sich auf dieses Brett einzulassen, dem zaubert es ein Strahlen aufs Gesicht: virtuos, phantasievoll und hochklassig ist dieser Rock-Soundtrack allemal, und das muss im großen Musikzirkus erst mal einer nachmachen. Die Zeit muss es zeigen, aber ich kann mir vorstellen, dass dieses Werk das Zeug zum Meilenstein hat. Also: unbedingt anhören - aber bitte nicht die Schwimmweste vergessen! Sail on, psychonauts!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 7, 2012 6:00 PM CET


Days of the New
Days of the New
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 14,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Akustik-Grunge anno 1997, 13. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Days of the New (Audio CD)
DAYS OF THE NEW waren eine amerikanische Alternative-Rock-Band um den ebenso talentierten wie eigenwilligen Gitarristen Travis Meeks. Das Debutalbum aus 1997 bietet eine trockene Sammlung Songs im Stile eines akustischen Grunge, getragen von Meeks' Bariton, der stark an Jim Morrison erinnert, und von dem erdigen Sound der offen gestimmten Akustikgitarren. Das klingt nach Folk, rockt aber ordentlich ab. Die Songs, die zunächst sehr ähnlich klingen, offenbaren ihre Vielfalt erst nach mehrmaligem Hören, bleiben dann aber im Ohr hängen, ohne sich abzunutzen.

Bandleader Meeks löste die Combo nach internen Querelen auf und führte DAYS OF THE NEW als eigene musikalische Vision mit wechselnden Musikern fort, während der Rest der Band TANTRIC gründete und den Stil dieses Albums mit einer kommerzielleren, halbakustischen Rockvariante fortführte. Für mich eines der besten Alternative-Alben der ausgehenden 90er Jahre und ein absoluter Kauftipp.

Anspieltipps: "Face Of The Earth", "Freak", "What's Left For Me?", "Where I Stand"


Days of the New.2
Days of the New.2
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 10,46

4.0 von 5 Sternen Folk-Grunge der surrealen Art, 13. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Days of the New.2 (Audio CD)
DAYS OF THE NEW war 1996 - 1998 noch eine Band, ab 1999 dann aber nur noch ein Solo-Projekt des Sängers und Leadgitarristen Travis Meeks, der auf diesem zweiten (grünen) Album mit anderen Gastmusikern den Akustik-Grunge-Stil des Debüts in eine abwechslungsreichere Richtung fortführte.

Dem Album scheint ein Konzept zu Grunde zu liegen, da die meisten Songs ineinander übergehen. Stilistisch wird der Unplugged-Grunge mit offen gestimmten Aktustikgitarren erweitert um orchestrale Elemente und stimmliche Unterstützung von Nicole Scherzinger, mal erinnert die Musik an mittelalterlichen Folk, manchmal (besonders bei "Bring Yourself") an die DOORS, mal werden elektronische Beats unterlegt, mal rein instrumentale Intermezzi eingefügt oder psychedelisch verfremdete Stimmen im Hintergrund. Es passt in keine Schublade, und das macht dieses Album so interessant - auch wenn es meines Erachtens in der zweiten Hälfte nachlässt.

Meeks hat übrigens nicht nur stimmlich eine Nähe zu Jim Morrison; so interpretierte er kurz darauf auf dem DOORS-Tribute-Album "Stoned Immaculate" deren Klassiker "L. A. Woman" und "The End" auf sehr gelungene Weise. Großes Publikum hat diese Musik nie bekommen, aber das ist ja zum Glück kein Qualitätskriterium - das gilt auch hier. DAYS OF THE NEW sollten bei keinem Alternativrock-Fan in der Sammlung fehlen.


Trixie 35491 Schwein, Original-Tierstimme, 23 cm
Trixie 35491 Schwein, Original-Tierstimme, 23 cm
Preis: EUR 7,99

1.0 von 5 Sternen Schweinerei!, 17. Januar 2012
Dieses Schwein ist Mist! Unser 7monatiger Mops-Beagle liebte es zwar, doch leider versagte der Gummisau schon nach einer Stunde die Stimme, am nächsten Morgen war das Ohr ab und unser Hund fraß die Wattefüllung (?!!), und im Verlaufe des nächsten Tages zerlegte er das Schrottvieh in sämtliche Einzelteile, die wir dann entsorgen mussten, damit der Arme diese nicht verschluckte.

Das Gummihuhn, das wir ihm schon Monate zuvor im einschlägigen Fachhandel kauften und das täglich von ihm durch die Mangel genommen wird, funktioniert noch heute einwandfrei. Dieser qualitative Unterschied ist eine Riesenschweinerei! Finger weg von diesem Müll!


The Cold Still
The Cold Still
Preis: EUR 17,87

5.0 von 5 Sternen Herbstlich-schöner Indierock, 15. November 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Cold Still (Audio CD)
Gäbe man in einer musikalsichen Suchmaschine die Stichworte "Alternative", "Melancholie", "Melodie", "Gitarrenpop" und "Kopfkino" ein, würde einem garantiert dieses kleine Album empfohlen werden. Das britisch-amerikanisch-australische Quartett aus London liefert auf ihrem dritten Werk "THE COLD STILL" gänzlich kitschfreien, wunderbaren Indierock voller Fernweh ab - allen voran den Opener "No Harm" und das verträumt-traurige "Caught By The Light". Diese herbstliche Musik ist zart und kraftvoll zugleich.

Wer mehr davon braucht, dem seien die Vorgängeralben "EXITS (2005)" und "UNION (2009)" ans wehmütige Herz gelegt. Während das Debütalbum deutlich roher und rockiger klingt und auch mit Rückkopplungen und "walls of sound" nicht geizt, erfreut das deutliche kommerziellere "UNION" sicherlich auch den Fan von COLDPLAY und U2. "THE COLD STILL" verbindet beide Stile perfekt miteinander.


Stromberg 5 (Limited Pop-Up Edition) [3 DVDs] [Limited Edition]
Stromberg 5 (Limited Pop-Up Edition) [3 DVDs] [Limited Edition]
DVD ~ Christoph Maria Herbst

59 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen 3,5 Sterne von einem Fan!, 15. November 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Auch nach dieser 5. Staffel zählt STROMBERG für mich immer noch zu den besten tragikomischen Serienformaten im deutschen Fernsehen. Als Fan der ersten Stunde habe ich allerdings erstmals auch ambivalente Gefühle.

STROMBERG begann mit subtilem Humor und fein gezeichneten Charakteren (auch wenn immer schon Klischeetypen bedient wurden) und Details, die einem manchmal erst beim dritten, vierten Anschauen auffielen. Die 5. Staffel wirkt dagegen völlig überdreht: mittlerweile sind alle Figuren in der Schadensregulierung M - Z ziemlich degeneriert, allen voran Ernie, der nur noch eine überzeichnete Karikatur ist, es wird mit Spielzeugpistolen rumgeballert wie im Kindergarten, es wird gebrüllt, manchmal geprügelt und regelmäßig sinn- und ironiefrei für M*ller-Milchreis geworben. Leider werden die Figuren dagegen immer oberflächlicher. Und gerade zur zweiten Hälfte der Staffel wirkt auch die Inszenierung immer fahriger. Der Sinn der Folge mit der Schiffskasko hat sich mir zum Beispiel nicht erschlossen.

Dazwischen stehen jedoch immer noch genug geniale Momente, die ein mehrmaliges Anschauen wert sind - allen voran der großartige Dialog aus Missverständnissen am Ende der vierten Folge! Schade, dass gerade diese Feinheiten im übrigen Handlungschaos untergehen. Vielleicht ist das STROMBERG-Format inzwischen doch ausgelutscht, obwohl zwischendurch immer wieder das Bemühen zu sehen ist, Bernd Stromberg auch menschliche Züge abzugewinnen.

Sehr gefallen hat mir, dass einige Nebenfiguren aus früheren Staffeln wieder auftauchen, allen voran Lars Gärtner als Herr Becker, der ja nach der vierten Staffel seinen Ausstieg erklärt hatte, aber auch Frau Hilpers, der EDV-Fuzzi, (leider zu selten) Herr Möllers, der "Nazi-Koch", der grantelnde Hausmeister und "Sabbel". Die neu eingeführten Figuren bleiben dagegen recht blass, da sich die Handlung fast ausschließlich auf das Quintett "Stromberg-Schirmchen-Tanja-Ulf-Ernie" beschränkt und der Rest des Schauspielerensembles zu reiner Hintergrundstaffage degradiert wird.

Die "Limited-Pop-Up-Edition" enthält neben der neckischen Verpackung eine Bonus-DVD mit einer recht schläfrigen 45minütigen Doku von den Dreharbeiten (in denen tatsächlich die Nebendarsteller in den Vordergrund gestellt werden) und einem geringfügig geänderten Director's Cut der achten Folge (mit eingeblendeten unterhaltsamen Pop-Up-Menüs an Stelle eines Kommentars). Schade, dass es keine lustigen OUTTAKES zu sehen gibt.

3,5 Sterne von einem absoluten STROMBERG-Fan!
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 25, 2012 4:59 PM CET


The King of Limbs
The King of Limbs
Wird angeboten von badabing7785 zuzüglich Versandkosten (Alle Preise inkl. MwSt)
Preis: EUR 12,45

3 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Stagnation auf hohem Niveau, 2. September 2011
Rezension bezieht sich auf: The King of Limbs (Audio CD)
RADIOHEAD: Kritikerlieblinge - und der Fan liebt jede Veröffentlichung. Es gilt fast als schick, sie gut zu finden. Alben wie OK:COMPUTER und KID A haben fast schon Musikgeschichte geschrieben: die Abkehr vom Britpop zum elektronischen Art-Rock. Innovativ, ein absoult eigener Stil, der es auf der letzten Veröffentlichung IN RAINBOWS mit einfühlsamen Melodien und großartiger Melancholie zur Meisterschaft brachte.

THE KING OF LIMBS dagegen ... stagniert. Die elektronischen Arhythmen, die Gitarren, sie sind vorhanden, aber es wirkt uninspiriert, beliebig. Dazu ist das Album sehr kurz geraten, geht eher als EP durch. Irgendetwas fehlt. Auch wenn man bei dem großartigen CODEX wieder einmal niederknien und den Briten die Füße küssen möchte.

Merke: Ein RADIOHEAD-Album darf fast alles ein, nur eines nicht: langweilig! 6 von 10 Punkten!


Und übrigens noch was ...: Douglas Adams' : Per Anhalter durch die Galaxis. Teil 6 der Trilogie
Und übrigens noch was ...: Douglas Adams' : Per Anhalter durch die Galaxis. Teil 6 der Trilogie
von Eoin Colfer
  Gebundene Ausgabe

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Douglas-Adams-Retro, 2. September 2011
Mutig, mutig: quasi posthum für den verstorbenen Meister DOUGLAS ADAMS einen 6. Teil des legänderen "Per-Anhalter-durch-die-Galaxis"-Epos zu schreiben. Gut, Eoin Colfer ist kein Unbekannter, und dieses Buch ist durch Adams' Witwe autorisiert ... aber konnte Colfer nicht bloß scheitern?

Nein. Meine Erwartungen wurden übertroffen. Colfer trifft wunderbar den britisch-trockenen Erzählstil Adams', und letztendlich saugt der Fan ja eh jede neue Info über Zaphod Beeblebrox & Co. dankbar auf. Zumindest wenn er zu den Fans gehört, die enttäuscht vom Ende des 5. Teiles ("Einmal Rupert und zurück") waren.

Dennoch taugt diese Science-Fiction-Groteske auch nur für diese Fangemeinde. Der Plot des Ganzen ist recht dünn, aber immer noch weit unterhaltsamer und lustiger als die beiden Vorgängerbücher. Sinn macht das Ganze deshalb noch lange nicht, aber Colfer kopiert gekonnt den typischen schrägen Adams-Witz, auch wenn es manchmal sehr bemüht "froody" (Zitat: Beeblebrox) wird.

Fazit: für Fans ein Muss! In seinem absurden Plot auf einer Stufe mit Teil 3 ("Das Leben, das Universum und der ganze Rest") anzusiedeln - nicht nur, weil Thor wieder aus Walhalla auftaucht.


Moritz, lieber Moritz
Moritz, lieber Moritz
DVD ~ Michael Kebschull
Wird angeboten von alphamusic-shop
Preis: EUR 9,99

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kleinod der 70er Jahre, 15. Juni 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Moritz, lieber Moritz (DVD)
MORITZ, LIEBER MORITZ ist Hark Bohm's Nachfolgefilm zu NORDSEE IST MORDSEE. Der Jugendfilm von 1979 erreicht zwar nicht dessen atmosphärische Dichte, stellt aber immer noch ein vergessenes Kleinod dar - zumal es auch ein Wiedersehen mit den beiden Jugendschauspielern Uwe Bohm und Dschingis Bowakow gibt.

MORITZ ist dennoch anders als NORDSEE - spielt diesmal nicht im Hamburger Mileu, sondern im Villenviertel der Hamburger Elbchaussee. Doch auch der pubertierende Moritz aus gutem Hause muss sich mit Konflikten auseinandersetzen: die Kälte des Elternhauses, Sterben und Tod, die erste erotische Erfahrung. Die sprunghafte Erzählung spiegelt Moritz' wechselnde Gemütslage wider.

Dieser Film über das Erwachsenwerden ist ab FSK 16 freigegeben, weil er (zumindest für die damalige Zeit) einige explizite Szenen enthält und die Sterbehilfe thematisiert. Obwohl mittlerweile etwas angestaubt, ist MORITZ LIEBER MORITZ ein eindrückliches Filmdokument und gerade für Nostalgiker ab 40 ein Muss! Bild- und Tonqualität sind in Ordnung, aber nicht mit neueren hochauflösenden Produktionen vergleichbar. Extras gibt's leider keine.


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