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Mr.Plow

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Fallout 3: Spiel des Jahres Edition
Fallout 3: Spiel des Jahres Edition
Wird angeboten von media-games-berlin-tegel
Preis: EUR 49,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen UNCUT ja, aber KEINE internationale Version!, 5. März 2013
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eines vorweg: Fallout 3 gehört zu den besten Spielen, die ich jemals gespielt habe und steht den ersten beiden Teilen der Serie in Sachen Atmosphäre und Gameplay in Nichts nach. Die Spielewelt zieht einen von der ersten Spielminute in ihren Bann. Der Wiederspielwert ist groß. Bis auf die relativ statische Haupthandlung bleibt es dem Spieler überlassen, wie er sein (Über-)Leben in der postapokalyptischen Ödnis um die ehemalige amerikanische Bundeshaupt bestreitet. Die 5 Add-Ons verlängern den Spielspaß zusätzlich, so dass man sich gut und gerne an die 100 Spielstunden in der Welt von Fallout tummeln kann, bevor sich Langeweile einstellt.

Anders als in einigen Rezensionen hier kritisiert ist die "Spiel des Jahres"-Edition UNCUT (steht schon im Titel). Das bedeutet: der Spieler KANN sehr wohl - for better or for worse - Gliedmaßen abschießen. Kritische Treffer führen in vielen Fällen zu einer ordentlichen Sauerei aus Blutfontänen und herumfliegenden Gedärmen in Slow Motion. Leichen können verstümmelt werden - Kinder eingeschlossen. Wer da noch Zensur wittert, hat sollte sich vielleicht anderweitig Hilfe suchen.

Das eigentliche Problem an dieser Version: Sie ist komplett auf Deutsch und kann nicht umgestellt werden. Selbst mit Hilfe von im Internet teilweise semilegal verfügbaren Audiopakten ist der technische Aufwand für eine saubere Umstellung enorm. Der Hersteller bietet hierzu keine Updates (anders als häufig behauptet wird auch nicht über "Steam"). Wer also Filme gerne im Original sieht und (trotz guter deutscher Synchro) die US-amerikanischen Sprecher (unter anderem Liam Neeson) bevorzugt, muss sich bei den Importversionen aus den USA oder UK umschauen.


Futurist
Futurist
Preis: EUR 14,26

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Popmusik für das 21. Jahrhundert, 2. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Futurist (Audio CD)
Immer wenn Empires martialische Beats und verzerrte Megafonstimme mein Trommelfell kitzeln, sehe ich vor meinem inneren Auge brennende Autos in zerbombten Straßen, marschierende Mauern schwarz uniformierter Einsatzkräfte und Menschenmassen deren Gebrüll selbst im Unerträglichen Lärm des Geschehens untergeht. Eine gute Visualisierung.

Alec Empire spielt nach dem Ende von Atari Teeange Riot weiter mit Endzeitästhetik, setzt den Hörer unter Dauerfeuer anarchistischer Phrasen und mimt den politisch Unangepassten. Hier Verkaufskalkül zu unterstellen wäre ebenso langweilig, wie den guten Mann beim Wort zu nehmen. Straßenschlachtromantik und Kommerz laufen gerne Hand in Hand, wenn man sie nur lässt. Eine Freude für all jene denen das gefällt - und auch für den Rest.

Einfach das Licht der Skepsis ausknipsen, die Augen schließen und Abtauchen in die „Night of Viloence“, aber Vorsicht vor einer „Overdose“, denn unter dem Panzer aus schnellen, trockenen Rockbreakbeats, punkigen Hardrockgitarren und Elekronoise stecken Tracks mit Suchtpotential. Jetzt kann ich sie ja verraten, die Wahrheit: Empire ist einer der größten Popsongwriter des Landes. Ein Elektropunker, dem das Kunststück gelingt Wasser zu Wein, Noise zu Melodie, Phrasen zu Hymnen werden zu lassen. „The Futurist“ züchtet Ohrwürmer die wenige Millimeter vom Gehirn entfernt den Aufstand proben. Hier rettet jemand den Pop ins 21. Jahrhundert.


Die politischen Systeme Westeuropas (Uni-Taschenbücher)
Die politischen Systeme Westeuropas (Uni-Taschenbücher)
von Wolfgang Ismayr
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mir ist kein besseres Nachschlagewerk für politische Systeme bekannt, 15. September 2006
Das Buch von Wolfgang Ismayr ist gewiss keines das man sich vor dem Einschlafen mit auf den Nachttisch legt. Wer jedoch fundierte und detaillierte Analyse der politischen Systeme Westeuropas benötigt, wird um dieses Wer nicht herum kommen. Vom Regierungssystem über das Wahlrecht bis hin zu Medien und Interessenverbänden werden alle für den politischen Prozess relevanten Elemente unter die Lupe genommen. Der Vorteil besteht vor allem im relativ analogen Aufbau der einzelnen Artikel (alle samt von den jeweils führenden Kapazitäten ihres Faches verfasst), was gerade dem Vergleichsaspekt zugute kommt.

Ein angenehmer Bonus ist der Artikel zum politischen System der EU. Dagegen fehlt mir (trotz des Titels) ein wenig eine Abhandlung über die USA, da hiermit (zusammen mit dem zweiten Band zu Osteuropa) eigentlich alle für ein Studium der Politikwissenschaft relevanten Staaten abgedeckt wären. Somit bleibt festzustellen, dass an diesem Basiswerk für den an der Teilsdisziplin „Vergleichende Systemforschung“ interessierten Studierenden kein Weg vorbei führt. Andererseits füllen den Platz natürlich auch weniger häufig gebrauchte Systeme (Malta, Portugal, Island usw.), was die Frage aufwirft, ob es nicht sinnvoller ist sich die wenigen benötigten Kapitel anderwaltig situationsabhängig zu beschaffen.


Einführung in die Internationale Politik: Studienbuch
Einführung in die Internationale Politik: Studienbuch
von Manfred Knapp
  Gebundene Ausgabe

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Problemfeldnahes Standartwerk mit hohem Preis, 15. September 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ist der hohe Preis für ein Einführungsbuch in die Internationale Politik gerechtfertigt? Die Konkurrenz, wie beispielsweise das ebenfalls empfehlenswerte „Handbuch für Internationale Politik“ (Woyke), hat ihre Hausaufgaben gemacht. Was bietet dieses Wer also, was anderen fehlt?

Zu beachten ist erst einmal, dass es sich hier um einen Sammelband handelt. Verschiedene namhafte Autoren ihrer Disziplin geben auf meist 40 – 50 Seiten Abrisse zentraler Forschungsfelder. Dabei Gliedert sich der Inhalt in insgesamt 4 Teilbereiche. Zu Beginn werden die Internationalen Beziehungen als Lehr- und Forschungsgegenstand eingegrenzt und in ihrer akademischen Geschichte nachvollziehbar dargestellt. Danach folgt die Analyse der Außenpolitiken wichtiger Akteure (D, USA, RU, EU, JP, China). Die eigentlichen Issues wie beispielsweise der Nahost-Konflikt oder internationaler Terrorismus werden im Kapitel „Konfliktfelder“ abgehandelt. Abgerundet wird das Ganze durch fünf Artikel zu globalen Ordnungsproblemen (Wirtschaft, N-S-Beziehungen usw.).

Der Knapp/Krell wird im Studium der Politikwissenschaft oftmals als einführendes Standartwerk empfohlen. Dieser Reputation wird er durchaus gerecht, stößt mit seiner sehr praktischen und problemfeldnahen Ausrichtung jedoch auch oft an seine Grenzen. Die für die IB so zentrale Theorie und die damit verbunden (Selbst-)Reflexionen kommen oftmals etwas kurz. Ihre Darstellung in dem dafür vorgesehen Kapitel bleibt skizzenhaft. Daher eignet sich dieses Buch auch für interessierte Nichtstudenten. Aufgrund des Umfangs und der Qualität (+ angemessene Aufmachung) erscheint der Preis durchaus akzeptabel.


Das Eva-Prinzip: Für eine neue Weiblichkeit
Das Eva-Prinzip: Für eine neue Weiblichkeit
von Eva Herman
  Gebundene Ausgabe

47 von 91 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Bedenkenswertes Problem, lächerliche Argumentation, 13. September 2006
Insgeheim wussten wir es doch schon immer. Es ist eben nicht nur der kleine Unterschied zwischen den ansonsten austauschbaren Geschlechtern, sondern ein fundamentales Prinzip. Gottes Werk sozusagen. Männer haben keine Lust zu bügeln, Frauen bauen der Familie gern ein warmes Nest. Klischees? Die letzten Bollwerke gegen den Feminismus? Unsinn, es liegt in der Natur der Sache – den Genen quasi. Also wieso Konkurrenz, Kälte und Selbstentfremdung fernab des heimisches Herdes auf sich nehmen?

Die neue Weiblichkeit könnte so ein Segen sein: Abends endlich wieder warme Malzeiten, familiäre Authentizität und viele kleine zukünftige Christdemokraten. Ein Ende des selbstgefälligen, gesellschaftsfeindlichen, naturfernen Feminismus!

Aber mal unter uns: Im Vergleich zu diesen 264 Seiten geballtem Reaktionismus erscheint das CDU Wahlprogramm von 1949 wie aus der Feder von Alice Schwarzer. Zugegeben ich übertreibe, jedoch sollten die Leser dieses Buches bedenken, dass die aus dem Alltagsdenken heraus durchaus irgendwie nachvollziehbaren Thesen, im Grunde von jedem Soziologie-Studenten im ersten Semester spielend widerlegt werden könnten. Das Eva-Prinzip bedeutet Rückbesinnung – und zwar auf einen wissenschaftlich vorgeschichtlichen Stand.

Der Feminismus irrt, wenn er glaubt, mit einer zwanghaften Angleichung in allen Bereichen eine bessere Gesellschaft schaffen zu können. Nur sind Eva Hermans Überlegungen keine Synthese der vermeintlich unvereinbaren Positionen weiblicher Rollenkonstruktion und feministischem Egalitarismus, sondern ein Rückzugsplan ins traditionalistische Mittelalter.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 16, 2011 11:51 AM CET


Krieg der Welten
Krieg der Welten
DVD ~ Tom Cruise
Preis: EUR 5,49

36 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen An die vielen kritischen Stimmen: Eine Polemik!, 22. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Krieg der Welten (DVD)
Ich kann die Kritik an "Krieg der Welten" durchaus nachvollziehen, bin ich doch selbst kein großer Freund des glatt polierten Blockbuster-Kinos. Spielberg verbrät eine Million US-Dollar pro Minute. Doch wer diesen Film darauf reduziert, tut ihm tatsächlich Unrecht. Denn es ist wahrscheinlich ganz im Gegenteil seine maskierte Unkonventionalität und sein Mut, die ihn vom Genrerest abheben. Wer irgendwelche (kruden) Erklärungen oder halbwegs differenzierte Alibi-Charaktere erwartet, wird enttäuscht, denn darum geht es nicht!
Der Stil des Films ist struktureller und inhaltlicher Reduktionismus. Es sind der archaische Kampf ums Überleben, die nackte Angst, welche die Protagonisten antreibt. Die Urängste des Menschen, der Zerfall der Gesellschaft in ihrem Innersten, unter dem Druck einer äußeren Bedrohung. Krieg der Welten hält der Zivilisation unter allem Hollywood-Lack den Spiegel vor die Augen, wagt einen Blick in den Abgrund der menschlichen Psyche. Es ist aber auch eine Geschichte, um die Bande der Familie, die selbst in Momenten affektiven Handelns doch immer erhalten bleiben. Vielleicht der Beweisversuch, dass elementare tradierte Bindungen, die durch soziale Erosion (Scheidung, Lebenswandel), abhanden gekommen scheinen, Bestand haben, während sich in der Gesellschaft hinter der Maske der Kultiviertheit Entfremdung ausbreitet.
Radikal ist auch die Perspektive. Der Zuschauer erfährt nichts Explizites (= keine Handlung?). Aber wie viel würde der "kleine Mann auf der Straße" realistisch betrachtet bei einer solchen Invasion denn mitbekommen? Wer irgendwelche lächerlichen parallelen Handlungsstränge á la "Independence Day" benötigt, in denen dubiose Wissenschaftler alles zuschauergerecht erklären, und der US-Präsident die Erde rettet - nur zu! Hier wurden die Mittel der Introspektive gewählt. Das äußere Szenario dient nur als Brennglas, als Versuchsanordnung, um einen anderen Blick auf unsere Zeit zu bekommen.
"Krieg der Welten" ist trotz Effekt- und Actionorgie unkonventionell. Sicher auch kontrovers, doch sind nicht gerade das Experiment, und die unter all dem Plakativen versteckten Untertöne, Spielbergs große Leistung? Sicher spielt sich das auch auf einer sublimen Ebene ab, die dem Konsumenten mundgerechter Hollywood-Zubereitung verborgen bleibt. Also kehrt eure Erwartungen beiseite und öffnet die Augen!
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 13, 2010 12:29 PM CET


Der alte Affe Angst
Der alte Affe Angst
DVD ~ André Hennicke

15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Am Ende dreht sich die Welt nur im Kreis - oder sind wir es?, 21. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Der alte Affe Angst (DVD)
Keine 3 Minuten braucht der Film, um den Zuschauer atemlos in eine Welt zu saugen aus der er nicht mehr entkommen kann - denn es ist die gleiche in der er lebt. Oskar Roehler wirft einen tiefen Blick in die Abgründe der Menschen und findet… die Liebe. Doch sie ist nicht romantisch, nicht philosophisch, nicht realistisch und dringt genau aus diesem Grund nah zu ihrem Wesen durch.
Roehlers Charaktere sind verdichtet und überzeichnet, der Film berstet geradezu vor Schicksalsschlägen und grotesken Beobachtungen. Hier seziert jemand die Wirklichkeit schonungs-, aber nicht emotionslos. Der Film schreit von der ersten Minute an; schreit vor Verzweiflung, Hoffnung und Leben. "Der Alte Affe Angst" ist brutal gegen seine Helden, gegen sich selbst und gegen den Zuschauer. Dies ist kein introvertierter Autorenfilm, er geizt nicht mit dramaturgischer Intensität, ungeschönten Bildern und pathetischer Untermalung. Der offensive Charakter, ist das Moment des des Films an welchem sich die Geister scheiden.
Die schauspielerische Darbietung ist schnörkellos, nah und einfach überragend. Sie bewahren den Film in seiner Tollkühnheit davor ins plakative und stilisierte abzudriften. Wie sieht das Glück aus? Am Ende dreht sich die Welt nur im Kreis - oder sind wir es?
Die DVD bietet neben dem Trailer einige interessante Interviews mit den Darstellern und dem Regisseur. Mehr an Ausstattung sollte man allerdings nicht erwarten.


Wonderful Days - Die Tage der Hoffnung
Wonderful Days - Die Tage der Hoffnung
DVD ~ Kim Suk-won
Wird angeboten von jp-top-dvd
Preis: EUR 7,70

12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Klassenkampf reloaded! Leider nur fürs Auge..., 21. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Wonderful Days - Die Tage der Hoffnung (DVD)
Südkorea holt auf. Filmisch lässt der aufstrebende Tigerstaat schon seit Jahren Hollywood die Krümel vom Boden aufsammeln, und auch in Sachen Animationstechnik setzen koreanische Studios neue Maßstäbe. Wonderful Days (aka Sky Blue) schimmert in allen nur erdenklichen Facetten von Licht, reflektierenden Fläche und erdig-grauen Farbtönen. Eine berauschende Komposition aus CGI und computergestützter 2D-Animation erweckt die beklemmende Endzeitwelt zum Leben. Die schon fast im mit einem absurden Detailgrad versehen Einstellungen, werden in jedem Moment des Films in ihrer futuristisch-morbiden Ästhetik zelebriert.
Doch wenn die erste Blendwirkung der Bilder nachlässt, der Nebel sich verzieht, ist ein ungetrübter Blick auf die Substanz des Films ernüchternd. Sozialantagonismus von der Stange: Eine kleine Gruppe privilegierter, leicht dekadenter Unterdrücker haben sich nach der Vernichtung der früheren Zivilisation die Technik zu Nutze gemacht, um durch Ausbeutung der Armen, sowie der Natur, ihren Lebensstandart zu halten. Einige sind skrupellos, andere empfinden Mitleid mit den fast schon naturgemäß rebellierenden Arbeitern. Der Himmel (Leitmotiv des Films), das Symbol für Freiheit (die Sonne ist für alle Menschen gleichermaßen Quell des Lebens) ist verdeckt durch eine schwarze Wolkenwand, welche (irgendwie) durch das Energiesystem der Wohlhabenden produziert wird. Was wohl am Ende passiert? Auch die Geschichte um Liebe, Rivalität und Verrat schafft nicht über das plakative, das phrasenhafte hinauszukommen. Die Charaktere bleiben alle schmerzhaft unterentwickelt. Mit ca. 85 Minuten ist der Film für diesen Stoff ohnehin viel zu kurz und außerdem voll mit (sehr ansehnlichen) Action-Sequenzen.
Wonderful Day ist kurzweilig und optisch überragend, schafft es aber trotzdem nicht zu berühren. Der Plot ist unoriginell, die Umsetzung wimmelt vor Zitaten. Auch die Miyazaki (Mononoke, Chihiro) entliehene Mischung aus Öko-Message und Liebesgeschichte wirkt farblos konstruiert. Die Charaktere scheinen dagegen sehr realistisch und glaubhaft in ihren Emotionen - hier wurde Potential verschenkt. Trotz der virtuosen Optik ist der oft verwendete Begriff der "Kunst" in diesem Falle unangemessen. Vielmehr handelt es sich hier um ein überragendes Design, ästhetisches Handwerk, doch fehlt es an Bildsprache und Tiefe. Kaum auszudenken was passiert, wenn das nächste Mal Technik und ein gutes Drehbuch auf einander treffen!
Die DVD bietet kein Bonusmaterial und ist nicht der Rede wert.


Stem Stem in Electro
Stem Stem in Electro
Preis: EUR 17,08

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Komatöse Visionen, 13. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Stem Stem in Electro (Audio CD)
Informationen zu diesem kanadischen Experimentalrock mit auffällig wenig Vokalen im Namen gibt es kaum. Fest steht, dass wir es hier erneut mit einem Nebenprojekt aus dem Schoss des Montrealer Postrock-Kollektivs Godspeed You Black Emperor! zu tun haben. Doch entfernt sich Gründungsmitglied Mika Moya klanglich von der "Mutterband".
Zaghafte Stimmen nehmen den Hörer gelegentlich bei der Hand, nicht um ihn durch die Klippen zu führen, sondern um ihn unvermittelt in die soundtrackartige Klanglandschaft zu zerren. Der Titel irritiert, stellt man dort fest: Elektronische Klänge hat das Album wenig zu bieten. Vielmehr dominieren melancholische Gitarren, warme Klangflächen und zarte Violinen. Doch der Sehnsucht nach Harmonie werden schmerzhafte Rückkopplungen, polterndes Schlagzeug und dissonant krächzende Streicher entgegen gesetzt. Ein wohltuender Antagonismus zwischen schrammigem LoFi-Indierock und verstörender Avantgarde. Komatöse Visionen schneiden sich mit fragilen Tagträumen - aufwühlend, beängstigend, surreal. Infernale Noisewände bleiben allerdings meist außen vor. Schönheit und Abgrund sind hier zwei Seiten einer Medaille die es erst einmal zu finden gilt.
Der Berg ist hoch. Wer ihn ohne Sauerstoffmaske erklimmen will sollte Durchhaltevermögen mitbringen. Auf dem Gipfel vereinen sich Schönheit und Schmerz.


Horses in the Sky
Horses in the Sky
Preis: EUR 18,99

15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen He has left us alone, but..., 13. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Horses in the Sky (Audio CD)
Das haben wir nun davon: Die Welt liegt in Scherben, vier schwarze Reiter zeichnen sich am Himmel ab und die Menschen kauern zitternd in ihren Höhlen. Zeiten politischer und soziokultureller Umwälzungen erfordern entschlossene Antworten. Diese hier ist zeitlos: "When the world is sick can't no one be well / But i dreamt we was all beautiful and strong". Drei Alben lang haben sie sich verpuppt, gewunden, sind gewachsen. Mit "Horses in the Sky" erblicken wir nun ihre einzigartige Gestalt. Das GYBE!-Gewand haben sie abgestreift und entblößen sich ganz: textlich, gesanglich und musikalisch.
Vor allem Sänger Efrim erhebt nun mehr denn je zitternd, flehend, (an)klagend seine Stimme. Melodien? Tonlagen? Bestenfalls rudimentär vorhanden (vielleicht entfernt Thom Yorke ähnelnd). Dies ist die Stimme derer die sehen müssen und leiden wollen, die gebrochen noch aufrecht lieben, die sprechen für die Tauben und Stummen. Klanglich gewöhnungsbedürftig, für manchen abschreckend. Nur so gelangen die wütenden, klagenden, bangenden und hoffenden Zeilen direkt unter die Haut, von dort über die Blutbahn direkt ins Herz und Gehirn. Suchterzeugend.
A Silver Mt. Zion sind Rock, erdig und melancholisch; sind Kammermusik, sinfonisch und experimentell; sind Postrock; sind Folk. Doch dieses Mal ordnet sich alles dem Prinzip Song unter. Der Gesang steht im Vordergrund, ebnet der Begleitung ihren Weg. Die Stücke sind immer noch 6-10 Minuten lang, diesmal jedoch deutlich fokussierter und stringenter. Die Töne sind gedämpft, doch unter der Oberfläche toben schmerzhafte Kämpfe, vergehen und entstehen Welten. Lärmende Ausbrüche gibt es kaum, auch wenn man sie spannungsgeladen jeden Moment erwartet. Diese Erwartung wird enttäuscht. Gilt es in einer lauten und brutalen Welt das bedächtige Zuhören wieder zu erlernen?


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