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Rezensionen verfasst von
Caracalla

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Western Digital WD20EZRX 2TB interne Festplatte (8,9 cm (3,5 Zoll), 5400rpm, SATA 6Gb/s, 64MB Cache) grün oder blau- Auswahl ist nicht möglich
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Wird angeboten von ELECTRONIS
Preis: EUR 83,79

1.0 von 5 Sternen Nach drei Jahren Betrieb defekt, 22. Juni 2016
Die Platte war in der 2-TB-Version in einem Synology-NAS (DS112j) in Betrieb. Nach drei Jahren letzte Woche zuerst 295 Blöcke defekt, jetzt laufend I/O-Fehler (Schreib-Lesefehler). Da das NAS auch schon so alt ist, ist schon ein neues bestellt (QNAP TS 251+).

Langzeit-Zuverlässigkeit geht anders. Für das neue NAS sind jetzt WD Red-Platten bestellt. Mal sehen, ob die länger halten.

Edit: wer nach dem Grund für das relativ frühe Versagen sucht, kann sich das mal zu Gemüte führen
https://www.amazon.de/gp/customer-reviews/RV54T4OY0KO1M/ref=cm_cr_arp_d_viewpnt?ie=UTF8&ASIN=B008YAHW6I#RV54T4OY0KO1M


Der Erste Weltkrieg: und das Ende der Habsburgermonarchie 1914-1918
Der Erste Weltkrieg: und das Ende der Habsburgermonarchie 1914-1918
von Manfried Rauchensteiner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 45,00

1.0 von 5 Sternen Antiquiert und unübersichtlich, 17. Juni 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Was uns der "Münkler" oder "Leonhard" ist dem Österreicher der "Rauchensteiner". Es sollte der Rundumschlag zur Aufarbeitung des ersten Weltkriegs aus österreichischer Sicht sein. In epischer Breite lässt sich Verfasser also über den ersten Weltkrieg aus dem Blickwinkel der Habsburger-Monarchie aus. Der Versuch ist lobenswert, misslingt aber gründlich. Nein, besser: ich verstehe nicht, was uns Rauchensteiner mit diesem Schinken eigentlich sagen will.

Alles wird wie mit dem Seziermesser auseinandergenommen, Orden gezählt (ja, dazu gibt es sogar nach Regimentern aufgestellte Tabellen) und Waggons aufgelistet, akribisch auch kleinste Details und Abläufe beschrieben, aber bei diesem Blick durch die Lupe geht die Sicht auf Zusammenhänge zumindest für den Leser - und ich fürchte auch leider für den Verfasser - verloren.

Der willige Leser quält sich durch die im Plauderton k.k. Salons dahinplätschernden Ereignisse, oft vorgetragen im Stil eines Quasi-Dialogs. Ständig fragt man sich dabei (zumindest mir ging es so), was Rauchensteiner uns mit seiner Detailverliebtheit eigentlich sagen will. So erfahren wir z.B. wieviele Gramm Brot ungarische Einheiten mehr denn deutsch-österreichische oder tschechische zugeteilt bekamen, wieviele Millionen dieser und jener Unternehmer in Kriegsanleihen gesteckt hat und so weiter und so fort....

Karten, die dem Leser die oft ungewohnte Geographie erläutern und/oder den Text illustrieren und auflockern, fehlen völlig. Fotos gibt es zwar, aber nur eingangs der einzelnen Kapitel und das in unterirdischer Qualität.

Immer wieder klingt für mich auch ein respektvoller und völlig deplazierter Umgang mit den Protagonisten des Dramas an. So ist oft nicht vom "Kaiser" oder "Franz-Joseph", sondern in unterwürfiger Manier von "Seiner Majestät" die Rede, auch erfahren gerade diese Trauergestalten eine geradezu mystische Überhöhung in Rauchensteiners Darstellung. Man muss sich dabei vor Augen halten, dass es u.a. Franz-Joseph war, der wie eine beleidigte Leberwurst reagierend Serbien die Vernichtung erklärt hat und damit die Urkatastrophe des Jahrhunderts mit ausgelöst hat. Bei Rauchensteiner gewinnt man fast den Eindruck, als könne er dem alten Herrn diese Reaktion nachsehen.

Kein Wort der Kritik auch am späteren Kaiser Kaiser Karl, ja es macht den Eindruck, als ob Rauchensteiner diesen als Spielball des eigenen Militärs (und das wiederum als Marionette der deutschen Heeresleitung) darstellen wollte und nicht als jemanden, der auch noch kurz vor dem Ende Tausende Soldaten als Kanonenfutter verheizt und die Bevölkerung in allergrößte Not gestürzt hat.

Dass sich Rauchensteiner aus meiner Sicht überhaupt nicht mit der Frage der Verantwortung der österreichischen Monarchen auseinandersetzt, grenzt fast an einen historischen Skandal. Zu groß und gewichtig war deren Rolle, ganz anders als Wilhelm behielten sie immer das Heft in der Hand und gaben es nie an Gestalten vom Schlage Ludendorffs und Hindenburgs ab. Noch ganz am Schluss versucht Karl schließlich, sich der Verantwortung zu entziehen, indem er einen untergeordneten Generalstabsoffizier ohne dessen Wissen (!) zum Chef des Generalstabs erklärt.

Gänzlich zu kurz kommt auch das Zusammenspiel der Achsenmächte und die Beteiligung deutscher Verbände an den Vorgängen im Osten und an der italienischen Front. Es bleibt bei nahezu beiläufigen Erwähnungen einiger Besuche Wilhelms und seiner Militärs oder der einen oder anderen deutschen Einheit. Auch die Rolle, die K.u.K-Einheiten an der Westfront spielten geht völlig unter.

Ebenfalls merkwürdig pauschal wird der österreichisch-italienische Konflikt abgehandelt. Die zahlreichen Isonzo-Schlachten finden eher beiläufige Erwähnung, der ungeheuer grausame Stellungskrieg im Hochgebirge wird quasi im Vorbeigehen abgehandelt.

Stattdessen immer wieder: Aufzählungen, Statistiken, Zahlen, Skandälchen und nebensächliche Ereignisse, die minutiös ausgebreitet werden. Als ob die das Phänomen erklären könnten. Aber diese Erklärung suchen wir in Rauchensteiners Buch vergeblich. Keine Analyse, keine Zusammenschau politischer Großwetterlagen, keine Nachschau der Nachkriegssituation. Krieg zu Ende, Vorhang und Buch zu. Danksagung.

Das alles soll der Stand der Weltkriegsforschung im Alpenland sein ? Wo bleiben scharfsinnige und kluge Analysen wie die der eingangs erwähnten Münkler und/oder Leohnhard ? Wo bleibt die Aufarbeitung der unglückseligen Rolle der Habsburger Alpenkrieger, die diese bei der Auslösung des Konflikts gespielt haben ? Keine Spur. Es bleibt bei der Schilderung, Analysen gibt es nur ansatzweise und halbherzig.

Bleibt noch, sich über die seltsame Sprache des Verfassers zu wundern. Diese ist durchsetzt mit "Austrizismen", die ein im hochdeutschen Sprachgebiet angesiedelter Leser manchmal nur schwer verstehen kann. Wenn Rauchensteiner daran gelegen war, das Buch nur in Österreich zu verkaufen, mag das ja angehen. Aber als Werk für den deutschen Sprachraum hätte das ein Lektor eigentlich verbessern müssen. Ganz am Schluss schaut man ungläubig auf das Erscheinungsjahr. 2013 steht da. Es hätte auch 1953 sein können.

Fazit: wer wirkliches Hintergrundwissen und historisch korrekte Recherche und Analyse will, sollte diesen mehr als 1000 Seiten starken Wälzer im Regal stehen lassen. Schade, dass es keine wirkliche Alternative zu diesem Aspekt des 1. Weltkriegs gibt. Chance vertan.


Garmin Edge 800
Garmin Edge 800

3.0 von 5 Sternen Als Navigationsgerät unbrauchbar, sonst "na ja", 6. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: Garmin Edge 800 (Ausrüstung)
Nach nunmehr ziemlich genau 4 Jahren Nutzung des Edge 800 ist es Zeit für eine Beurteilung.

Ich nutze das Gerät vor allem zur Erfassung von Leistungs- und Routendaten bei Rennrad- und MTB-Touren. Hin und wieder verwende ich auch die Navigationsfunktion. Gekauft wurde das Gerät im Juli 2012 mit der damals aktuellen Topo 25 Deutschland, die ich auch heute noch nutze. Insgesamt habe ich an vier Bikes Sensoren (Rennrad, Crosser und 2 MTB's), die alle mit dem Garmin benutzt werden.

Den Edge (und fast alle anderen Garmin-Geräte) kann man nur sinnvoll mit dem Garmin Training Center nutzen, mit dem man die Tourendaten herunterladen und auswerten kann. Daneben gibt es noch einiges an anderer Software, hier erwähnt sei nur Garmin Base Camp.

Die eigentliche Inbetriebnahme geht relativ einfach von statten. Geht man jedoch daran, das Gerät nach seinen eigenen Vorstellungen und Wünschen zu konfigurieren, merkt man schnell, dass die Bedienung alles andere als intuitiv und die Menüstruktur völlig unlogisch aufgebaut ist. Selbst nach vier Jahren intensiver Nutzung und mehr als 20000 damit gefahrenen km muss ich immer noch nach bestimmten Einstellungen im Menü suchen. Man kann mit dem Edge 800 zwar bis zu fünf (Rad-)Profile erfassen, diese aber nicht getrennt auswerten, weil das Profil nicht in den Leistungsdaten abgelegt wird (oder ich habs noch nicht gefunden).

Relativ schnell werden auch genügend viele GPS-Satelliten gefunden. Selten vergeht hierfür mehr Zeit, als ich brauche, um mir die Radschuhe anzuziehen und loszufahren. Der Empfang ist selbst im Wald bei dichtem Blätterdach, in tiefen Taleinschnitten und bei sehr schlechtem Wetter mit geschlossener Wolkendecke gut bis sehr gut. Kein Vergleich mit manchen Auto-Navis, die oft bis zu 10-15 Minuten benötigen, um Satellitenempfang zu bekommen.

Etwas seltsam ist die Höhenmessung. Ganz offenbar wird nur zu Beginn der Fahrt die barometrische Höhe mit der GPS-Höhe abgeglichen, unterwegs wird nur die barometrische Höhe ermittelt. Man kann das zwar z.B. an Wegweisern manuell nacheichen, das führt aber bei bestimmten Wetterlagen zu teils heftigen Höhensprüngen. Da ist noch ein bisschen Verbesserungspotential vorhanden.

Ein Manko ist das bei Tageslicht und/oder mit Sonnenbrille praktisch unleserliche Display, das nur die Daten-Seiten, nicht jedoch die Kartendarstellung erkennen lässt. Selbst bei größter einzustellender Helligkeitsstufe kann man die Kartendetails bestenfalls erraten. Ds gilt auch beim Abfahren einer voreingestellten Strecke. Trotz zahlreicher Farboptionen gibt es keine, die sich von den Kartenfarben so stark unterscheidet, dass man den Streckenverlauf während der Fahrt gut erkennen kann.

Mit der Navigation verhält es sich ähnlich. Während Adressen mehr oder minder gut eingegeben werden können, ist das bei POI's auf der Strecke so gut wie unmöglich. Es werden hier nämlich die Bezeichnungen aus der TK25 übernommen, bspw. wird auf der Suche nach einem bestimmten Denkmal in der Auswahlliste z.B. 25x "Denkmal" angezeigt. Nett, aber völlig sinnfrei... Über die Qualität der Navigation lasse ich mich hier nicht aus, auf der Straße sollte man das besser lassen - die Streckenführung und die Abbiegehinweise grenzen manchmal an fahrlässige Körperverletzung. Im Gelände hingegen sind die Navigationsfunktionen ganz brauchbar, besonders wenn man sich nicht wirklich gut auskennt und hin und wieder nicht weiss, ob ein Feld- oder Waldweg ins Nirvana oder ans Ziel führt.

Die Software "Base Camp" soll dem Nutzer die Möglichkeit geben, auf der Karte eine Strecke zu planen und diese dann aufs Gerät zu übertragen. Das scheitert schon daran, dass es mindestens 30-40 Minuten dauert, bis die Karte im Gerät auf den Rechner hochgeladen ist, weil natürlich nur USB 2.0 unterstützt wird (gut, das war halt 2012 Stand der Technik). Ebenso lange dauert es, Streckenpunkte anzuklicken, jedesmal zeigt sich minutenlang das Spinning Wheel (die Sanduhr auf dem Mac). Fazit: völlig unbrauchbar, es ist besser, sich auf entsprechenden Foren oder Plattformen fertige Strecken zu suchen und diese direkt manuell auf das Gerät zu übertragen. Leider ist auch das nicht dokumentiert, erst nach einigem "Trial-and-Error" bin ich darauf gekommen, wie das geht.

Eine riesige Schwachstelle des Systems sind die Sensoren. Sowohl der Herzfrequenzsensor mitsamt mitgeliefertem Gurt als auch mehrere Trittfrequenz-/Geschwindigkeitssensoren haben in den vier Jahren ihren Geist aufgegeben. Zwischenzeitlich habe ich einen Polar-Gurt genutzt, der funktionierte sehr lange und gab erst auf, als er völlig schweiss- und salzdurchtränkt war (trotz Wäsche...). Auch der völlig unzuverlässige GC10 Hinterbausensor wurde inzwischen durch ein magnetloses System ersetzt.

Ebenfalls schwach ist der Akku. Längere Touren als 120 km (5-6 Stunden) hält er nur bei stark gedimmter Beleuchtung und ohne häufige Seitenwechsel aus. Auch die Navigationsfunktion sollte man tunlichst nicht nutzen. Negativrekord bei mir: auf einer Rennradtour von 120 km, deren Streckenverlauf ich nicht gut kannte und nach einer heruntergeladenen Strecke abgefahren hin (mit Navi) hat der Akku nach ca, 95 km schlapp gemacht. Unnötig zu sagen, dass er vorher bei 100% war....

Hin und wieder hängt sich das Gerät auch auf und lässt sich dann mit ein bisschen Glück ohne Datenverlust neu starten. Bis auf einmal im letzten Sommer: Totalabsturz, der in einem Werksreset sein Ende fand. Alles weg. Einstellungen, Konfigurationen..... Es hat mich Stunden gekostet, das wieder in Ordnung zu bringen, dass der Absturz auch noch unterwegs passierte, machte die Sache nicht besser. Am Rande: Kartenupdates sind übrigens nicht möglich und eine neue Topo kostet um die 150€.

Positiv hervorzuheben: das Gerät hat einen kapitalen "Kopfüber-Sturz" mit einem eingedrückten Display überlebt und funktioniert seitdem seit ca. 1.5 Jahren immer noch. Da die eingedrückten Stellen relativ klein sind und in den Displayecken liegen, leidet die Ablesbarkeit nur ein wenig, die Touchfunktion funktioniert übrigens ebenfalls noch.

Fazit: für den vergleichsweise hohen Preis (ich meine damals um die 400€ mit Karte, mehreren Befestigungssets und Sensoren) bekommt man ein recht gutes System zur Leistungserfassung bzw. einen brauchbaren Radcomputer. Navigation ist nur eingeschränkt möglich, auch die Bedienung ist sperrig, kompliziert und wenig intuitiv. Schwächen gibt es auch an der Peripherie (Akkus und Sensoren). Nichstdestoweniger hält das Teil jetzt schon einige Jahre und wenn man sich an die Schwächen gewöhnt hat, kommt man mit dem Rest ganz gut klar. Mittlerweile gibt es zwei Nachfolgemodelle (Edge 810 und 1000), vielleicht hat man denen ja die Kinderkrankheiten ausgetrieben, da ich das aber nicht wirklich glaube, werde ich erst einmal bei meinem alten 800er bleiben.


Kaspersky Internet Security for MAC 2016
Kaspersky Internet Security for MAC 2016
Wird angeboten von BoraComputer
Preis: EUR 36,08

1.0 von 5 Sternen Gott sei Dank gibt es Testversionen !, 4. Juni 2016
Als langjähriger Mac-Nutzer war ich eigentlich immer ein Abstinenzler in Sachen Sicherheitssoftware. Lediglich ClamX fristete auf meinem Macbook (und den anderen Macs im Haushalt) ein Schattendasein. Dann häuften sich die Meldungen über Ransom-Software, Trojane und anderes Ungeziefer und ich beschloss, einmal ein kommerzielles Viren/Internet-Security-Programm zu kaufen. Da ich beruflich hin und wieder auch Windows-Software benötige und diese über eine Parallels-Virtualisierung betreibe, fiel meine Wahl ziemlich schnell auf das auch dort eingesetzte Kaspersky IS 2016. Auch auf den Windows-Rechner meiner Mitarbeiter läuft diese Anwendung völlig problemlos. Bestätigt in der Wahl fühlte ich mich auch durch positive Tests in einschlägigen Portalen und Zeitschriften. Vor dem Kauf einer Lizenz sollte es aber erst einmal ein Testlauf sein. Kaspersky bietet dazu eine 30-Tage-Testversion mit vollem Leistungsumfang der Lizenzversion an.

Also diese heruntergeladen, installiert und gestartet.

Was für ein Unterschied (zur Windows-Version) ! Eine spartanische Benutzeroberfläche und kaum Konfigurationsmöglichkeiten. Nicht einmal eine Überwachung des Mail-Verkehrs kann konfiguriert werden. Stattdessen poppen alle paar Sekunden Hinweise auf sicheren Zahlungsverkehr auf, wenn man im Netz unterwegs ist, das nervt derart, dass ich diese Option schnell wieder abgeschaltet hatte. Dafür gibt es billigere und vor allem bessere Software (Plugins), die z.B. die meisten Online-Aktienportale zum Download anbieten.

Gleich nach der Installation habe ich eine Komplett-Untersuchung über meinen Mac laufen lassen. Vorher die Option zum Löschen oder Verschieben infizierter Files deaktiviert, weil ich keine Lust hatte, mir meine Mail-Datenbank zu ruinieren (bei Mac OS sind alle Mails in einer großen Datei abgelegt, die dann in Gänze gelöscht oder verschoben wird, wenn eine Mail als infiziert eingestuft wird). Zu meinem Entsetzen wird trotzdem die einzige infizierte Datei (ein WIN-Trojaner, der mit einer phishing-Mai als gefakte Ebay-Rechnung ankam) in die Quarantäne verschoben !!!! Ein absolutes No-Go auf einem Mac.

Damit ist KIS definitiv nicht zur Überwachung des Mailverkehrs in Mac OS geeignet. Überhaupt bremst die Echtzeitüberwachung den Mac aus, es dauert deutlich länger, bis Anwendungen und Dateien geöffnet werden, Browsen mit Safari wird zur Geduldsprobe, weil das Öffnen von Seiten gefühlte Ewigkeiten dauert.

Eine laufende Überwachung des Dateisystems ist im Grunde nur sinnvoll möglich, wenn man bestimmte, besonders gefährdete Verzeichnisse (Download, E-Mail Download etc.) festlegt und vom Wächter überwachen lässt.

Am Ende war mir das flüssige Arbeiten und die Leistungsfähigkeit meines Mac wichtiger, als das letzte Quäntchen Sicherheit. Das größte Risiko sitzt ohnehin an der Tastatur und gegen Blödheit oder Neugier hilft das beste Virenprogramm nicht.

Fazit: ich bin froh, dass ich noch kein Geld für KIS ausgegeben hatte. Das Programm ist imo für einen Mac unnötig und nicht zu gebrauchen, in Teilen sogar schädlich, weil die Gefahr besteht, dass systemrelevante Dateien gelöscht werden, obwohl diese Option deaktiviert ist. Ich kann jedem Mac-Nutzer nur empfehlen, die üblichen Sicherheitsvorkehrungen zu nutzen (keine Mails unbekannter Herkunft öffnen oder zweifelhafte Links anzuklicken, Root-Admin nicht aktivieren, Vorsicht bei Terminalbefehlen -sudo walten lassen....). Wer dennoch auf ein Security-Programm nicht verzichten will, sollte zu Sophos greifen (kostenlos, hatte ich jahrelang im Einsatz) oder evtl. ClamX AV nutzen. Letzteres bietet Grundfunktionen und beeinträchtigt ein Mac OS-System noch mit am wenigsten. Seit neuestem kostet allerdings eine Lizenz ca. 25€ (die kann aber lebenslang auf unbegrenzt vielen Geräten genutzt werden). Von Kaspersky (und von anderen kommerziellen) Programmen dieser Art rate ich ab. Sie sind teuer, unnütz und gefährden zumindest teilweise die Systemstabilität.


Stalingrad: Die Einsamkeit vor dem Sterben. Roman
Stalingrad: Die Einsamkeit vor dem Sterben. Roman
von Christoph Fromm
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

5.0 von 5 Sternen Buch zum Film, 24. Mai 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wer den Film "Stalingrad" (von 1993) gesehen hat, ahnt, was ihn erwartet. Bilder, die an die Grenze des Erträglichen gehen, Erlebnisse, die surreal erscheinen, so irrwitzig und grausam werden sie geschildert und menschliche (oder sollte ich besser sagen "unmenschliche" ?) Verhaltensweisen jenseits jeglicher Vorstellung....

Der junge Hans von Wetzland wird mit seiner Einheit von Sturmpionieren aus Nordafrika nach Stalingrad verlegt. Was mit einer übermütigen, in Unmengen von Bier ertränkten Reise anfängt, endet in den ersten Kampfeinsätzen in Stalingrad, die alles bisher Erlebte schnell in den Schatten stellen. Bald verliert Hans seinen Patriotismus und versucht mit Hilfe seines Onkels, eines Obersten der Wehrmacht, aus Stalingrad versetzt zu werden. Das gelingt nicht, stattdessen werden er und einige Gefährten (Rollo, Bubi, Fritz..) in ein Strafbataillion versetzt, wo sie den rätselhaften Soldaten Gross kennenlernen, der nur noch als menschliche Ruine und Kampfmaschine in diesem Inferno existieren kann.

Immer tiefer werden die Soldaten in den Strudel der Vernichtung gezogen, angefangen vom Einschluss in den Kessel bis hin zur Verteidigung der letzten Ruinen in der völlig zerstörten Stadt. Was sie dabei erleben, kann man kaum schildern, doch genau das gelingt Christoph Fromm mit einer eindrücklichen, mitreissenden Bildersprache, die den Leser gebannt und bis ins Mark entsetzt zurücklässt.

Wer den Film gesehen hat, dem entstehen vor dem inneren Auge wieder genau diese Bilder: erfrierende und tote Soldaten, eingehüllt in stinkende Lumpen, übersät von Läusen; sterbende und schreiende Verwundete in überfüllten Lazaretten, notdürftig betreut von überforderten Ärzten, dazwischen Profiteure, Schnorrer und die unvermeidlichen Henker des Systems, die in all diesem Chaos und Sterben noch vermeintliche Deserteure und Feiglinge exekutieren. Immer wieder erlebt der Leser verzweifelte Abwehrkämpfe, gefochten von Verwundeten und Sterbenden, teils mit blossen Händen gegen Panzer kämpfend, im eisigen Matsch zermalmt werdend....

Christoph Fromm schafft es mit bewundernswerter schriftstellerischer Disziplin bei all diesen Schilderungen nie ins Reisserische oder Voyeuristische abzugleiten. Dennoch oder gerade dadurch vermag er durch die Nähe zu seinen Protagonisten, denen er fast "über die Schulter schaut", den Leser in diesen Mahlstrom der Vernichtung und Grausamkeiten zu ziehen.

Das alles lässt den Leser ratlos und entsetzt zurück. Nicht einmal das vermeintliche Happy End (es gelingt Hans tatsächlich, aus dem Kessel zu entfliehen) versöhnt. Zurück bleibt zwar ein Überlebender, der aber seine verbleibenden Tage gefangen mit dem Erlebten in einem zerstörten Körper und noch mehr zerstörtem Geist fristen muss.

Wer das alles ertragen kann, der sollte zu diesem Buch greifen, um die Ereignisse um diese historische Schlacht hautnah (das ist wörtlich zu nehmen !) zu erleben und vielleicht nachzuvollziehen. Flankierend und als geschichtliche Grundlage empfehle ich auch hier parallel oder vorher "Stalingrad" von Antony Beevor zu lesen oder (wenn sich die Gelegenheit ergibt) den Film anzusehen. In jedem Fall ein starkes Stück lesenswerter Kriegsliteratur.


Durchbruch bei Stalingrad
Durchbruch bei Stalingrad
von Carsten Gansel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 34,00

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Pseudo-autobiographisches Schlachtengemälde, 12. Mai 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Durchbruch bei Stalingrad (Gebundene Ausgabe)
Vollmundig angekündigt als der lange in KGB-Archiven verschollene, authentische Stalingrad-Roman, hat das Buch in mir einige Erwartungen geweckt.

Wie war mein Eindruck...

Wie so viele ähnliche Werke leidet das hier vorliegende unter seinem "Pseudo"-Charakter. Es will dokumentarisch sein, dennoch sind die Protagonisten - mit Ausnahme der höchsten Ränge - fiktiv. Es wimmelt denn auch von allerlei Charakteren, angefangen vom mutigen und selbstlosen Offizier bis hin zum opportunistischen Deserteur, den am Ende das gerechte Schicksal ereilt. Sehr schwer fällt es auch, den jeweiligen Erlebnissen und Handlungssträngen zu folgen, zu zahlreich ist das Tableau der Handelnden, zu verwirrend die Ortsnamen und Bezeichnung militärischer Einheiten.

Beim Lesen kann man den Eindruck gewinnen, als würden die Wehrmachtssoldaten ihr Schicksal ziemlich unkritisch als gegeben hinnehmen. Erst gegen Ende scheint Verzweiflung und Resignation durch. Stellenweise kling sogar so etwas wie militärischer "Hurra-Patriotismus" durch. Was fast völlig fehlt, ist die Kritik am System und an der Unfähigkeit der militärischen Führung, auch irgendeine kritische Beschäftigung mit dem nationalsozialistischen System sucht man vergebens. Interessant ist dagegen die Darstellung des russischen Gegners. Mehr als einmal werden Szenen geschildert, in denen Deserteure und Zurückgebliebene freundlich empfangen und menschlich behandelt werden. Es wird auch Verständnis dafür gezeigt, dass der vorrückende Feind in Feldlazaretten nicht mehr transportfähige Verwundete einfach tötet.

Aber vielleicht sehe ich das alles nicht ganz aus dem richtigen Blickwinkel. In der Rückschau kann man immer auf die geschichtliche Interpretation zurückgreifen, die uns als "richtig" beigebracht wurde. Gansel hingegen schreibt aus der Sicht des Teilnehmers an dieser historischen Schlacht, die eine Zeitenwende einleitet. Man muss ihm also sicher zugute halten, dass er die Situation unreflektiert und aus persönlichen Motiven heraus beschreibt. Er ist eben ein Kind des Systems, das diese Katastrophe verursacht hat.

Fast spannender als der eigentliche Roman war der umfangreiche Anhang, der die "Entdeckung" des verschollenen Romans schildert. Dass dieses Kapitel angehängt wurde, ist dem Verlag hoch anzurechnen, stellt er doch damit Gansels Werk in den historischen Kontext der Nachkriegszeit, in der allzu offensichtlich versucht wurde, den Autor und seine Erlebnisse zu heroisieren.

Wurden meine Erwartungen also erfüllt ? Einerseits ja. Das Buch liest sich, obgleich in etwas "altertümlichem" Stil geschrieben, flüssig und reisst den Leser mit in den Mahlstrom der Ereignisse. Andererseits nein. Dazu fehlt mir der kritische Ansatz und die Auseinandersetzung mit dem Hintergrund der Ereignisse. Auch leidet durch die pseudodokumentarische Erzählweise die Authentizität der Erzählung. Vielleicht hat der Autor das aber auch nicht beabsichtigt und wollte sich nur sein eigenes Kriegstrauma von der Seele schreiben.

Als Einstieg in die Thematik ist "Durchbruch...." aus meiner Sicht denkbar ungeeignet. Es empfiehlt sich z.B. Antony Beevors "Stalingrad" zuerst zu lesen oder zur zahlreich vorhandenen Literatur historischer Forschung zu greifen. Dann ist Gansels Werk Teil des Ganzen und hat auch dort mit Recht seinen Platz.


A Monstrous Commotion: The Mysteries of Loch Ness (English Edition)
A Monstrous Commotion: The Mysteries of Loch Ness (English Edition)
Preis: EUR 12,99

5.0 von 5 Sternen Ein Mythos wird entzaubert, 8. Mai 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Selten habe ich ein Buch gelesen, das mich derart unterhalten hat und sich doch eigentlich mit einem trockenen und vielfach ausgelutschten Thema befasst.

Williams führt den geneigten Leser denn auch erst einmal auf den buchstäblichen Holzweg. Wer nur den ersten Teil seines Buchs liest, erfährt viel über die Geschichte des berühmten "Monsters", lernt die Akteure kennen und wird mit den sogenannten Beweisen für die Existenz "Nessies" vertraut gemacht. Das alles geschieht mit viel trockenem britischen Humor, der mir eins ums andere Mal ein Grinsen ins Gesicht getrieben haben, aber ohne jegliche Wertung....

Ist Williams also ein "Believer" ? Den Eindruck könnte man gewinnen, wenn man nicht weiterlesen würde.

Jetzt - im zweiten Teil - räumt der Autor mit Legenden, Lügen und veritablem Betrug auf, indem er mit intensiver Recherche und schonungsloser Offenheit einen der sogenannten Beweise um den anderen als gefaked entlarvt. Das reicht von kleinen U-Booten mit Nessie-Köpfen (das berühmte "Foto des Chirurgen") bis hin zur Entlarvung von Selbstdarstellern und Hochstaplern. Dass diese sowohl in der wissenschaftlichen wie auch der politischen Prominenz des Königreichs zu finden sind, stört Williams in keinster Weise.

Derart vorbereitet konfrontiert Williams im abschliessenden Teil seines Buchs mit der (vermeintlichen ?) Realität: das Monster erblickte Anfang der 30er Jahre als Werbegag das Licht der Welt, mit dem man erhoffte, dem von der Weltwirtschaftskrise schwer gebeutelten Tourismus in den Highlands neues Atem einzuhauchen. Das ging gründlich in die Hose, aus der Idee wurde eine selbsterfüllende Prophezeiung, die bis in unsere Tage Massenhisterien und vermeintliche Sichtungen des Monsters zur Folge hat.

Am Ende zeigt sich Williams trotz der Demontage des Mythos versöhnlich. Fast schon wehmütig schildert er im Nachwort seine Reise um den Loch Ness und taucht die Orte der Nessie-Sichtungen in ein nostalgisches Licht. Fast könnte man am Ende solchermassen den Eindruck gewinnen, es wäre ihm lieber gewesen, das Geheimnis nicht entzaubert zu haben.

Was bleibt dem Leser ? Ein amüsanter Trip durch eines der "letzten Rätsel des Planeten", vergleichbar mit Yeti und anderen kryptozoologischen Absonderlichkeiten. Mag sich doch jeder selbst seine Meinung bilden: einen Nessie-Gläubigen wird Williams mit seinem Buch nicht vom Wege abbringen. Für mich war es das klassische: "Wenn es schon nicht wahr ist, ist es wenigstens gut erfunden".


The German War: A Nation Under Arms, 1939-45
The German War: A Nation Under Arms, 1939-45
von Nicholas Stargardt
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,95

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Es bleibt ein zwiespältiger Eindruck, 19. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Stargardt unternimmt einmal mehr einen Versuch, die Geschichte des 2. Weltkriegs von 1939-1945 durch die Aufzeichnungen von Zeitzeugen nachzuzeichnen. Gezeigt werden soll, dass durch die tief in der Bevölkerung verankerte Indoktrination der Nazis es diesen mehr oder minder gelungen sei, ein ganzes Volk für ihre kriegerischen Zwecke zu vereinnahmen.

Das kann so nicht gelingen. Seltsam blutleer und schlaglichtartig bleiben die von Stargardt zitierten Zeitzeugnisse, für ein Werk diesen Ausmasses auch auf eigenartig wenige Personen begrenzt. So ist das Ergebnis der Recherche vorhersehbar und es bleibt ein Resumée wie vom Autor angekündigt.

Zwar mag das im Einzelnen ganz spannende Episoden hervorbringen, mit seriöser historischer Forschung hat das nichts zu tun. Dafür fehlt der geschichtliche Hintergrund, den der Autor gänzlich auf ein paar aus dem Zusammenhang gerissene Zitate und Äußerungen einiger Nazigrößen (v.a. Goebbels) beschränkt. Der Rest wird im Eiltempo, durchsetzt mit isoliert erzählten Episoden, abgearbeitet.

Schließlich kommt das Werk zum Ende. Im Schlusskapitel wird dann wiederum - ebenfalls ohne vernünftige Zitate und Quellen - dargestellt, wie sich nach Meinung des Autors ein ganzes Volk kollektiv zu ent-schulden sucht. Zwar ist sicher korrekt dargestellt, dass dies gerade in der Adenauer-Aera politisch nicht ungewollt war, aber auch hier fehlt dem Autor jedes Verständnis für individuelle Nuancen, Verallgemeinerung auf dünner Grundlage bleibt auch hier das Prinzip seines Schaffens.

So bleibt ein oberflächliches, gleichwohl relativ leicht lesbares Werk, das stellenweise ganz interessante Einblicke in das Leben und das Empfinden von Zeitzeugen bietet. Insgesamt aber entbehrlich und von mir keine Kauf- oder Leseempfehlung.


Hitler: Biographie
Hitler: Biographie
von Peter Longerich
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Blick ins Reich der Finsternis, 24. März 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hitler: Biographie (Gebundene Ausgabe)
Vorweg: ich habe weder die Biographien von Fest noch von Kershaw (um nur die bekanntesten zu nennen) gelesen. Insofern kann ich auch nicht beurteilen, ob die Selbstbewertung Longerichs, er zeige hier auf, dass Hitler im Gegensatz zur bisherigen Geschichtsschreibung durchweg treibende Kraft und nicht so sehr Getriebener der eigenen Sache war, im Vergleich zu den älteren biographischen Werken tatsächlich korrekt ist.

Wie geht man nun an so etwas heran ? Leicht fällt mir das nicht. Versuchen wir es mit einer Übersicht und Gliederung.

Das vorliegende Werk lässt sich grob in drei Abschnitte einteilen. Diese entsprechen mehr meinem persönlichen Empfinden und nicht so sehr der Gliederung des Buchs.

Im ersten Teil schildert Longerich Herkunft und Werdegang Hitlers bis in die Zeit nach dem ersten Weltkrieg. Der geneigte Leser wird mit zahlreichen Details aber auch mit ungelösten Fragestellungen aus dieser Frühphase des späteren Diktators versorgt. Breiten Raum nimmt die Erforschung der familiären Details ein, später die Zeit in Österreich und München, aber auch der Weg Hitlers durch den ersten Krieg, aus dem er als einer von unzähligen ziel- und zuletzt auch heimatlosen Veteranen zurückkehrt.

Für mich der spannendste und informativste Teil des Buchs befasst sich mit dem Weg Hitlers durch die nationalkonservativ-reaktionäre Parteienlandschaft, die schließlich zum misslungenen Putschversuch und der Landsberger Festungshaft führt. Mindestens ebenso - in fast romanhaftem Stil - ausführlich geschildert wird der Aufstieg in und mit der Partei und schließlich die Machtergreifung.

Das letzte Drittel des Buchs nimmt die Zeit und der Weg bis zum Kriegsausbruch und die Entwicklung der Persönlichkeit Hitlers durch die Kriegsereignisse bis zum Untergang ein.

Obgleich das Buch mehr als 1000 Seiten umfasst, habe ich mich keine Minute gelangweilt. Das liegt sicher am flüssigen und direkten, wenig verschachtelten Schreibstil Longerichs, der in fast erzählerisch-romanhafter Art und Weise daherkommt und den Leser ungemein fesselt und neugierig macht. Für mich eine geradezu bahnbrechende Erkenntnis in meinem Verständnis der Geschichte des 3. Reichs war die Tatsache, dass Hitler tatsächlich und bis ins Detail hinein (und vor allem bis zum bitteren Ende) agiert und die Ereignisse persönlich gesteuert hat. Ebenso neu war für mich die Erkenntnis, wie umfassend Partei, Politik und Militär in einer unglückseligen Allianz verwoben waren und wie diese Struktur die gesamte Gesellschaft durchzogen und kontrolliert hat. Verblüfft habe ich gelernt, dass es dem Diktator damit gelungen ist, ohne eine wirklich etablierte Regierungs- und Verwaltungsstruktur Land und Volk mit eiserner Faust seinem ureigenen Willen zu unterwerfen.

Im Gegensatz zu den Werken über diese Zeit (keine Biographien), die ich bisher gelesen habe, treten die Figuren in Hitlers Umgebung (Göring, Goebbels, Bormann....um nur einige zu nennen) dabei deutlich in den Hintergrund. Sie scheinen eben doch nicht diese Rollen gespielt zu haben, die ihnen die historische Forschung und die allgemeine Meinung bislang zugedacht hatte. Stattdessen unterwarfen auch sie sich vorbehaltlos dem Despoten.

Erfreulicherweise nimmt die Schilderung des Kriegsverlaufs keinen großen Raum in Longerichs Werk ein. Er hält sich weder mit der Schilderung von Feldzügen oder Schlachtgemälden auf, sondern beschränkt sich auf schlaglichtartige Beleuchtung der wichtigsten Ereignisse und stellt diese in den Kontext der Person Hitlers und deren Entwicklung. Hier wird deutlich, dass die bereits bekannten Einmischungen Hitlers in die miltärische Führung bis hinunter auf die taktische Ebene konsequente Folge seiner Persönlichkeitsentwicklung und Fortsetzung seines Handelns auf politischer und gesellschaftlicher Ebene sind. Hitler hatte zu jeder Zeit und in jedem Bereich seines Reichs stets die Fänden fest in der Hand.

Zurück bleibt ein ungläubiges Kopfschütteln.

Wie konnte es ein mehr oder minder ungebildeter, offenbar paranoider Psychopath schaffen, derart umfassende Macht zu erlangen und die ganze Welt an den Abgrund (und darüber hinaus) zu bringen ? Die Antwort dazu gibt Longerich nur soweit, wie er sie in der Person Hitlers finden kann. Gezeichnet von der - Hitlers Meinung nach - ungerechtfertigten Niederlage im 1. Weltkrieg, unfähig, Niederlagen und Rückschläge zu verkraften und eine völlig überzogene Hybris, gepaart mit einer abgrundtiefen Paranoia und Misstrauen jedem gegenüber...

Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit. Den Rest - die Rolle von zig-Millionen Mitläufern und Parteigängern - bleibt Longerich schuldig. Aber das war auch nicht Intention und Ziel des Buchs. Brilliant recherchiert, spannend erzählt und die Person Hitlers aus einem neuen Blickwinkel betrachtet: das sind die Verdienste, die sich Peter Longerich mit diesem Werk erworben hat. Ob es den gleichen Stellenwert wie die eingangs zitierten Standardwerke einnimmt, muss die Zeit zeigen.

Für den Moment: ein wichtiges Werk der geschichtlichen Forschung, das jedem Interessierten nur empfohlen werden kann.


The Thirteenth Coffin: DCI Mark Lapslie (4) (Dci Mark Lapslie 4) (English Edition)
The Thirteenth Coffin: DCI Mark Lapslie (4) (Dci Mark Lapslie 4) (English Edition)
Preis: EUR 4,99

3.0 von 5 Sternen Ganz OK..., 20. März 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
...wenn man Krimis "english style" mag....

Ein Detektiv mit Beziehungsängsten-/-problemen trifft auf einen sadistischen Psychopathen, der sich dann den Protagonisten auch noch als Ziel aussucht. Daneben kämpft dieser mit Kompetenzgerangel in der eigenen Polizeiorganisation, das manchmal breiteren Raum als die eigentliche Handlung einnimmt. Das Ende und die Lösung sind dann eher banal und nehmen der Story noch den letzten Schwung.

Wer unterkühlte Spannung mag, ist hier gut aufgehoben. Für mich war es eher durchschnittlich und wenig aufregend. Der erst und der letzte "Lapslie"...


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