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Rezensionen verfasst von
ike (wien)

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Intelligente Verschwendung: The Upcycle: Auf dem Weg in eine neue Überflussgesellschaft
Intelligente Verschwendung: The Upcycle: Auf dem Weg in eine neue Überflussgesellschaft
von Michael Braungart
  Broschiert
Preis: EUR 17,95

3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Der Titel sagt schon sehr viel über die Geisteshaltung der Autoren aus..., 11. Februar 2014
Intelligente Verschwendung - auf dem Weg in eine neue Überflußgesellschaft
Auf dem Einband rosarot blühende Bäume vor himmelblauen Hintergrund

Wieso dreht sich mir bei diesem Anblick eigentlich der Magen um?

Das Vorwort von Bill Clinton. Er beschwört darin die amerikanischen Tugenden, Zuversicht, Kreativität, Fleiß, Optimismus u.s.w.

Vor dem eigentlichen Inhaltsverzeichnis erfährt man dann noch, was das eigentliche Ziel vor Upcycling ist:
Eine wunderbare, vielfältige, sichere, gesunde und gerechte Welt, mit sauberer Luft, sauberem Boden und sauberer Energie.
Eine Welt, in der wir uns in grenzenloser Harmonie erfreuen können.
Bin ich da bei den Zeugen Jehovas oder bei Scientology gelandet ?

Was ist die Botschaft des Buches ?
Soll es ein positives Gegengewicht zu all den Weltuntergangsszenarien und rationalen Zukunftsperspektiven bilden ?
Konsumiert ruhig weiter, am besten noch mehr und "intelligenter" !
Fürchtet euch nicht, wir haben die Lösung !
Wir haben das ökonomische und ökologische perpetuum mobile gefunden.

Der grundlegende Trugschluß des Buches scheint mit die Extrapolation zu sein.
Wir machen was Gutes, und wenn wir mehr des Guten tun, wird alles immer besser.
Die Ameisen werden als erfolgreiche Spezies den Menschen als Vorbild hingestellt...
Hoover Damm und Mondlandung erschienen unmöglich - trotzdem wurden sie realisiert, usw
Die cleveren Autoren schließen von sich, auf die mehr oder weniger intelligenten Konsumenten.

Die Grundidee der Aufwertung, im Zuge der Wiederverwertung, ist an sich gut gemeint und man glaubt damit eine
allumfassende Lösung gefunden zu haben, oder uns eine Lösung verkaufen zu können. Die Lösung der Umweltprobleme
und der Überbevölkerung gibt es jedoch nicht so billig zu haben.

Schauen sie sich nochmals das Buch an, denken sie über den Titel nach, dann kaufen sie es - oder auch nicht.
Es ist auch kompostierbar ! Ja ! Intelligente Verschwendung !


Denken hilft zwar, nützt aber nichts: Warum wir immer wieder unvernünftige Entscheidungen treffen
Denken hilft zwar, nützt aber nichts: Warum wir immer wieder unvernünftige Entscheidungen treffen
von Dan Ariely
  Gebundene Ausgabe

125 von 140 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen interessante Laborexperimente aus dem MIT, 2. Januar 2009
"vorhersehbar unvernünftig" als Titel, wäre wohl treffender gewesen.
Denn ist es nicht gerade die Absicht des Autors, uns zu zeigen, daß das reflektierte Nachdenken über unsere Handlungen, sehr wohl nützt.
Würden die Versuchspersonen,nachdem sie die Experimente kennen, dieselben Fehler wieder machen? ...
Die intelligent und kreativ angelegten Experimente spiegeln die Unvernunft
einiger unserer Entscheidungen, die wir im täglichen Leben treffen, recht gut wieder. Wer sich jedoch bewußt ist, daß der homo öconomicus nie real
existiert hat und sich nur ein wenig mit Psychologie und Verhaltensforschung beschäftigt, für den sind dann die Ergebnisse dieser
Experimente nicht mehr so ungewöhnlich.
Da die positiven Aspekte des Buches (denen ich zustimme) vielerorts
dargebracht wurden, sollen hier auch einige kritische Anmerkungen gestattet sein.
Jene Experimente, bei denen Fragebögen die Grundlage bilden, scheinen mir
nur bedingt aussagekräftig. Lässt sich das Verhalten von Menschen anhand von Fragebögen vorherbestimmen ?
Man stelle sich vor, die Milgram-Experimente wären anhand von Fragebögen durchgeführt worden, z.B. wie: Eine Autoitätsperson befiehlt ihnen, einem
Menschen einen Stromschlag von 250V zu geben. Führen sie diesen Befehl aus ? ja - nein. Welche Aussagekraft hätte das gehabt ?
Sind die Versuchspersonen repräsentativ ? Anfang 20, soziales Umfeld USA,
unerfahren im täglichen Leben, überdurchschnittlich intelligent und ehrgeizig,...(das nehme ich jedenfalls von MIT- und Harvard Studenten an).
Kann man aus Versuchen, bei denen es um 50ct und einzelne Dollar geht,
Rückschlüsse auf die Ehrlichkeit der Mitwirkenden im täglichen Leben ziehen?. Ich zweifle die unmittelbaren Ergebnisse der Versuche in keiner Weise an, die Schlüsse die daraus gezogen werden, muten jedoch recht eindimensional an.
Bedenklich wird es, wenn man die Bürger der USA, sozusagen als "Big Brother" vor ihrer eigenen Unvernunft schützen will (Verkehrssicherheit,
Pensionsvorsorge, Krankenversicherung, usw.).Es währe eher die Frage angebracht: Wer schützt die Bürger vor der Unvernunft der Regierung?
Die zentrale Frage: WARUM HANDELN WIR SO IRRATIONAL ? wird im Buch nicht
nicht ausgesprochen. Warum nicht ? Vermutlich,weil dem Verlag ein Drittel der potentiellen Leserschaft wegbrechen würde, jene die die Evolutionstheorie ablehnen. Die Antwort für unser "unvernünftiges" Handeln, liegt großteils in unserer Entwicklungsgeschichte, was dem Autor sicherlich bewußt ist (er zitiert sogar Konrad Lorenz im Zusammenhang mit der "Prägung").
Wenn man unsere evolutionsbiologische Herkunft akzeptiert, kann man viele
Handlungen, die uns aus heutiger Sicht irrational erscheinen, erklären. Zu anderen Zeiten waren sie rational uns sicherten den Fortbestand der Art. Schade, daß dieser erhellende Aspekt im Buch gar nicht angesprochen wurde.
Die Marketingmaschinerie, die wohl kaum einer besser versteht, als der Autor selbst, hat jedenfalls perfekt funktioniert.
Meine hochgesteckten Erwartungen, die ich von diesenm Buch hatte, wurden leider nicht erfüllt. Für mich ist es nur von eingeschränktem Nutzen und Erkenntnisgewinn.


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