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Peter Krackowizer "mosaik" (Neumarkt am Wallersee, Salzburg)
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Wirtshäuser: Eine Kulturgeschichte der Salzburger Gaststätten
Wirtshäuser: Eine Kulturgeschichte der Salzburger Gaststätten
von Gerhard Ammerer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 35,00

5.0 von 5 Sternen Über längst vergessene, noch gut bekannte Gaststätten, Gesetze und Vorschriften, 21. Juli 2014
Ich habe während meiner Ausbildung an der Höheren Lehranstalt für Fremdenverkehrsberufe in Schloss Klessheim im alten Grand Café Winkler gearbeitet, als Jugendlicher war ich mehrere Male im Café Centro am Mississippi-Dampfer und das Bild von der Bar des Hotels Winkler an der Franz-Josef-Straße erinnert mich an meine Besuche im Jahr 1981 und 1982 in diesem Hotel, als der österreichische Reiseveranstalter Meridian dort Schulungen für Mitarbeiter der Salzburger Reisebüro veranstaltete. Dies sind nur einige Erinnerungen, die mir beim Blättern und Lesen dieses einzigartigen "Lexikon der Salzburger Gastwirtschaften" gekommen sind.

Freilich kann ich mich nur an die jüngere Vergangenheit vieler Gaststätten erinnern. Umso spannender ist dieses Buch für mich, was die frühere Geschichte anbelangt: wie aus privater oder klösterlicher Gastfreundschaft kommerzielle Herbergen entstanden sind, welche gesetzlichen Bestimmungen Salzburgs Wirte ärgerten, beispielsweise die Gaststättenordnung aus dem Jahr 1595 (56 Wirte wurde durch sie mit 1. Juni 1595 bestätigt) und andere, durchaus spannende Kapitel reihen sich in diesem Buch aneinander. Das herrliche Zunftschild der Brauerei Mödlhamer an der Getreidegasse ziert noch heute ein "M", allerdings das hässliche McDonald's-M. Das Gasthaus zur Goldenen Kugel wurde wiederbelebt - einst befand sich dort eine Brauerei.

"Wirtshausalltag und gastronomische Festkultur" heißt ein Kapitel, das gleich mit dem Beispiel Stieglbräu beginnt. Da wird ein Brandenburgischer Bierbrauersohn, Michael Gapler, erwähnt, der die verwitwete Braumeisterin Maria Risin ehelichte, wie viele "Henner mit Drate Nudeln" bei der Hochzeit des Herrn "Feldwebl Gunth Löm" verzehrt wurden und eine Tanzordnung aus dem Jahr 1794 - viele Geschichten, Dokumente und Bilder beleben dieses wunderbare Buch, das auf über 200 großformatigen Seiten viel lesenswerte Information bietet. Ein eigenes Kapitel widmet sich den Kaffeehäusern in der Stadt Salzburg, ein anderes unter dem Titel "Grill Room, Amis, Café-Espresso" der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.

Wo das "Est, Est, Est" war, welches das älteste Salzburger China-Restaurant ist, das Zeugnis der Köchin Leopoldine Buchsbaum im Hotel Mirabell, der Mord- und Selbstmordversuch in der Gastwirtschaft des Franziski-Schlössls, vom halben Brathuhn um drei Schilling (Speisekarte des Stieglkellers vom 19. September 1937, vom Café Papageno (heute Zirkelwirt) und und und. Ein umfangreiches Literaturverzeichnis schließt dieses hervorragend geschriebene und gestaltete Buch ab. Im Bucheinband vorne und hinten gibt es eine alte Stadtkarte der Stadt Salzburg, auf der die Gaststätten aus dem Jahr 1764 eingezeichnet sind: Stockhamerbräu, Freyhammer Brau, Goldenes Einhorn, Täxisches Wirtshaus, Halber Mondschein, Bettelumkehr? Gerhard Ammerer und Harald Waitzbauer klären auf. Dieses Buch gebe ich sicherlich nicht mehr her!


Im Schatten des Pols: Auf Shackletons Spuren im härtesten Meer der Welt
Im Schatten des Pols: Auf Shackletons Spuren im härtesten Meer der Welt
von Arved Fuchs
  Broschiert
Preis: EUR 19,90

5.0 von 5 Sternen Ein faszinierendes Buch über eine sinnlose Reise von Abenteurern, 9. Juli 2014
„Es nützt uns. Es ist nach unseren Maßgaben ein Stückchen sinnvolle Lebensgestaltung“ meint der Abenteurer Arved Fuchs zur Frage, wem die Reise denn eigentlich nützt. An anderer Stelle meint Fuchs, Journalisten am Schreibtisch sollen nicht urteilen, da sie die Reise nicht selbst miterlebt haben und sich das Leiden, die Angst, die Entbehrungen und Stürme nicht vorstellen können.

Sir Ernest Shackleton hatte mit seiner unvorstellbaren Reise in einem sieben Meter kleinen Segelboot in der Antarktis nur ein Ziel vor Augen: seine 27köpfige Mannschaft nach dem Untergang des Expeditionsschiffes „Endurance“ (Ausdauer, Durchhaltevermögen, Standhaftigkeit) zu retten. Hätte er damals Anfang 1916 seine aus heutiger Sicht hoffnungslose Rettungsfahrt nicht unternommen, wären alle in der Antarktis umgekommen. Doch Arved Fuchs und seine drei Begleiter, zwei Männer und eine Frau, waren nicht schiffbrüchig, als sie im Jahr 2000 die Verzweiflungsfahrt Shackletons in dem originalgetreu nachgebauten sieben-Meter-Segelboot von Shackleton nachahmten. Nach einer dreiwöchigen Segelfahrt mit Orkanen folgte eine achttägige Durchquerung der Insel Südgeorgien zu Fuß, bei der die Abenteurer wiederum in einen heftigen Sturm gerieten.

Tagelang nass und kalt unter Deck, wo sie sich nur gebückt aufhalten konnten, Schlafen mit dem Kopf neben dem Klodeckel, bei jedem sich neu aufbauenden Sturm Angst zu haben, das Boot könnte kentern – Fuchs beschreibt sehr lebendig und abwechslungsreich, wie es zur Reise kam und wie sie verlief. Er schildert die Stunden der Verzweiflung, berichtet von kohlrabenschwarzen Nächten zwischen Eisbergen, den unendlich lang erscheinenden Wachen an Deck und den Urgewalten der Stürme. Sehr gut dazwischen eingebaut erzählt er aber auch die dramatische Geschichte Shackletons, der über den Südpol marschieren wollte, aber schon lange davor im Eis sein Schiff aufgeben und um das Überleben kämpfen musste.

Eindrucksvolles Bildmaterial führt dem Leser die Segelfahrt vor Augen, zeigen aber auch die faszinierende Schönheit der südlichen Eislandschaft. Dazwischen sind immer wieder historische Bilder der Expedition von Shackleton 1914 bis 1916 zu sehen. Eines der für mich schönsten Bilder aber ist jenes der Video-Freak-Pinguine – aber lesen und schauen Sie doch selbst! Seefachmännisches Wissen schadet nicht, da Fuchs alle Manöver mit für Landratten unverständlichen Begriffen beschreibt, aber doch so, dass ich verstanden habe, worum es grundsätzlich ging. Technisch-optisch ist das Buch sehr gelungen und angenehm zu lesen.

Obwohl ich mit Segeln überhaupt nichts am Hut habe, Shackleton nur als Forscher vom Namen her kannte, wollte ich das Buch lesen. Ich war dann fasziniert von den packenden Beschreibungen einzelner Erlebnisse und der Genauigkeit der Information, soweit ich das als Laie beurteilen kann.

„Solange man in dem, was man tut und macht, niemanden gefährdet oder benachteiligt, ist das meiner Meinung nach eine völlig legitime Lebenseinstellung“ meint Arved Fuchs gegen Endes des Buches. Hat er wirklich niemanden gefährdet? Waren da nicht drei Mitreisende? Haben nicht alle Angehörige? Was, wenn sie in Seenot geraten wären und Rettungsmannschaften ihr Leben zur Rettung der vier Abenteurer riskieren hätte müssen? Es kam ja nicht dazu, also ist diese Frage ebenso müßig wie jene nach dem Sinn einer solchen Reise. Wie schreibt Fuchs? Journalisten sollen nicht urteilen, wenn sie nicht dabei waren. Ich urteile nicht, aber für die Vier kommt in mir auch keine Begeisterung auf. Wohl aber für das Buch, das einmalig ist.


Slowenien: Genussland zwischen Alpen und Adria
Slowenien: Genussland zwischen Alpen und Adria
von Hans Messner
  Broschiert
Preis: EUR 24,99

4.0 von 5 Sternen Viele Adressen und gute, kurze Beschreibungen, 7. Juli 2014
Das Buch beschreibt Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten kulinarischer Produkte in den westlichen Gebieten Sloweniens. Es sind die Gebiete, die sich zwischen dem Kärntner Villach im Norden und südlich des italienischen Triest in Friaul – Julisch Venetien, erstrecken: das Soca-Tal im Norden, das Gebiet von Goriska Brda (etwa auf Höhe des friaulischen Cormòns) und des Vipava-Tals (etwa auf Höhe des friaulischen Görz) sowie des Gebiets östlich von Triest mit Lipica und der Adelsberger Grotte und dem slowenischen Küstenstreifen von Koper bis Portoroz.

Kleine Übersichtskarten der einzelnen Gebiete, in denen Nummern die Orte der beschriebenen Lokale kennzeichnen, geben dem Leser und Reisenden einen Überblick. In den Kapiteln geben einleitende Texte eine kurze geografisch-geschichtliche Übersicht mit Genusstipps. Dann folgen genussspezifische Beiträge wie beispielsweise über das Weinland Goriska Broda. Schließlich werden die einzelnen Hotels, Restaurants, Winzer, Vinotheken und Einkaufsmöglichkeiten mit Adresse, E-Mail und Hinweisen zu Ruhetage in unterschiedlicher Länge beschrieben. Doch jede Beschreibung bietet genügend Information, um eine Genussreise zu planen. Am Ende des Buches gibt es ein Register nach Orten, Essens-, Übernachtungs- und Einkaufsmöglichkeiten. Zahlreiche Bilder von Marion und Martin Assam, manche von ihnen ganz- oder doppelseitig, lockern diesen kulinarischen Führer auf, der mir insgesamt recht brauchbar erscheint.


Bistro, mon Amour. Klassiker aus der französischen Küche
Bistro, mon Amour. Klassiker aus der französischen Küche
von Anna & Christoph Heinrich
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,90

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein sehr französisch-authentisches Buch mit Zusatzinfo über Zutaten, 24. Juni 2014
Schlägt man das Buch auf und schaut es sich zunächst einmal nur durch, fühlt man sich ein Bistro in irgendeiner Stadt in Frankreich versetzt. Doch es handelt sich um das „Beaulieu“ im österreichischen Wien. So authentisch hat Rita Newmann die Atmosphäre dieses Lokals in Bilder eingefangen. Nachdem eingangs auf einigen Seiten das echte französische Bistro treffend erklärt wurde, natürlich mit Bildern aus dem „Beaulieu“, geht es mit den Rezepten los.

Salate, Sandwiches, Vorspeisen, Suppen, Quiches, Buchweizen-Crêpes, Hauptspeisen, Desserts und Käse. Da gibt es beispielsweise den „Salade au chèvre chaud“, das mit Ziegenkäse überbackene Baguette auf Salat. Also zunächst immer die original französische Bezeichnung des Gerichts, gefolgt von der deutschen Übersetzung. So gibt es übrigens am Ende des Buches auch ein Register in beiden Sprachen. Doch zurück zu diesem Rezept. Neben, meist ganzseitigem, Bild folgt auf der rechten Seite das Rezept für vier Personen. Oft gibt es noch Tipps oder Weinempfehlungen dazu. Diesem Rezept aber folgt noch etwas. Nämlich eine doppelseitige Beschreibung des „Crottin de Chavignol“, des gereiften Ziegenkäses. Dieses Schema findet sich bei mehreren Rezepten. So wird nach dem Rezept für Weinbergschnecken in Knoblauch-Kräuter-Butter über die Weinbergschnecken geschrieben, nach dem Rezept „Steak Tartare“ unter dem Titel „Raubtierfütterung“ dieses Gericht näher erklärt. Natürlich wird auch über „die Mutter aller Suppen“ nicht nur das Rezept gebracht, sondern auch auf zwei Seiten die Geschichte der Bouillabaisse.

Die hervorragenden Bilder der einzelnen Speisen, die eingestreuten Stimmungsbilder, die übersichtlichen und gut verständlichen Rezepte, die handliche Form des Buches in Hardcover und die angenehme Seitengestaltung machen dieses Buch für mich zu einer wirklich gelungen Ausgabe von Klassikern aus der französischen Küche: vom „Croque-mademoiselle“ – Toast mit Blattspinat und Spiegelei über „Pot-au-feu“ – Rindfleisch-Suppentopf bis „Crêpe Suzette“ – jede Seite bringt wirklich echte Klassiker. Das Buch gefällt mir außerordentlich gut.


Menschen - People: Salzburger Land
Menschen - People: Salzburger Land
von SalzburgerLand Tourismus
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 34,00

5.0 von 5 Sternen Frei von Kitsch und Klischees zeigen Schwarzweißbilder die Menschen, 22. Juni 2014
Dieses Buch zeigt die Menschen aus Stadt und Land Salzburg so, wie sie sind. Natürlich, ohne Schnickschnack, bei ihren alltäglichen Tätigkeiten. Es ist eine wohltuende Präsentation Salzburgs und seiner Menschen, die auf Kitsch und Klischees verzichtet, aber die Schwarzweißfotografie als eindrucksvolles Stilmittel einsetzt. Der Münchner Fotograf Groeger hat die Menschen gekonnt fotografiert, der Salzburger Schriftsteller Walter Müller hat sie beschrieben, wie er sie auf den Bildern sieht. Die Texte sind aber nicht nur gut geschrieben, sondern auch informativ. Der Leser erfährt dabei einiges über das Leben der Menschen im Gebirge, auf der Bühne, in der Werkstatt und über Brauchtum, etwa über die Gasteiner Perchten oder die Stuhlfeldner Tresterer. Die Texte sind auch noch in englischer Sprache zu lesen.

„Wenn er so urig daherkommt wie auf dem Bild, stellen sich dem Uneingeweihten ein paar brennende Fragen […] Ist die Lederhose vom Fritz älter als er? Ist er, der Fritz, in einer Futterkrippe zur Welt gekommen? [...]“ Müller beschreibt hier den Bart-Olympiasieger und -Weltmeister Fritz Sendlhofer aus Zell am See im Pinzgau. Er schreibt über die fröhliche Schnapsbrennerin Elisabeth Ellmer aus Wagrain, über den mit Skipisten sprechenden Peter Hörl aus Hinterreit, über Walter Grüll aus Grödig, Österreichs einziger Kaviar-Produzent, den Wirbelwind in der Salzburger Musikszene, Elisabeth Fuchs, und viele andere.

Mich beeindrucken vor allem die Schwarzweißbilder, wie beispielsweise die der Kindertrachtengruppe Filzmoos. Da sitzen zwei Buben mit Bauernkrapfen und einem Häferl Milch in der Hand vor einer alten Almhütte. Man sieht den Staubzucker der Bauernkrapfen um die Münder der Kinder und merkt, wie gut sie sich unterhalten. 175 A-4-quer-große Bilder, fast ebenso viele Geschichten von Menschen aus Salzburg – ein wirklich gelungenes und beeindruckendes Buch!


Formel 1 / Formula 1: Bilder mit einer Botschaft / Pictures with a message / Imagines con un mensaje
Formel 1 / Formula 1: Bilder mit einer Botschaft / Pictures with a message / Imagines con un mensaje
von Miquel Liso
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,90

3.0 von 5 Sternen Künstlerisch oder Verwertung von Abfallbildern? Ein Buch, schwer einzuordnen, 13. Mai 2014
Ich arbeite selbst als Pressefotograf und meine, dass Fotograf Miquel Liso ein gutes Auge für Motive hat. Da ich aber eben selbst auch fotografiere, meine ich auch, dass ein Teil der Bilder als eigentliche Abfallbilder, neu „interpretiert“, sich hier in diesem Buch finden.

Beispiel: ein doppelseitiges Bild zeigt einen Hinterhof eines Hauses, in dem Schutt und Eisen liegen. Im linken, oberen Eck, etwa ein Sechszehntel der Doppelseite, sieht man Michael Schumacher vorbeifahren. Wobei dieser Teil der Aufnahme sogar etwas unscharf ist. Worin also die die Botschaft der Schutthalde im Zusammenhang mit Formel 1 liegt, weiß ich nicht so recht zu deuten. Ein anderes doppelseitiges Bild zeigt einen Red-Bull-Wagen in Valencia, fast komplett mit blauen Strichen überlagert, so dass man das Auto sehr schwer und ungenau erkennen kann. Bild wurde höchstwahrscheinlich zwei Drittel blau eingefärbt. Die Botschaft? „Blaues Wunder“ nennt sich eine Doppelseite der Skyline von Singapur. Mehr schwarz als blau ragen die Hochhäuser ins Bild, ganz unten, etwa ein Fünfzigstel der Seite eine beleuchtete Kurve des F-1-Kurses. Punkt.

Aber es gibt auch eine Reihe wirklich eindrucksvoller Bilder wie jenes, auf dem ein F-1-Wagen exakt über einem anderen durch die Luft fliegt. Eine gestochen scharfe Aufnahme. Auch aus Boxenstraßen hat Liso imposante Bilder ins Buch gebracht. Eine Aufnahme zeigt eine Bumerang ähnliche rotweiße Kurvenbegrenzung, links und rechts dunkler Asphalt, im oberen Teil ein F-1-Wagen. Hat Stimmung diese Aufnahme. Die Hände von Scheich Salam Bin Hamad Al-Khalifa mit Zigarre, Frank Williams als gebrochener Mann, Schlagschrauber für Reifenwechsel, Startaufstellung beim Nacht-GP in Singapur sind weitere, durchaus eindrucksvolle Bilder.

Die Texte, die von Helmut Lebrink geschrieben wurden, der schon 1954 Juan Manuel Fangio am Nürburgring siegen sah, sind zeitgemäß-modern gehalten, nicht immer zu den Bildern etwas aussagend, aber doch die eine oder andere Information bietend. Die Texte gibt es auch noch auf Englisch und Spanisch im Buch.

Ich meine, ein modernes Buch, über das man philosophieren kann. Der eine wird es toll finden, der andere wird enttäuscht sein und daher ist es für mich schwer, dieses Buch einzuordnen.


Die Bio-Revolution - Die erfolgreichsten Bio-Pioniere Europas
Die Bio-Revolution - Die erfolgreichsten Bio-Pioniere Europas
von Georg Schweisfurth
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,50

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Etwas widersprüchliche Botschaften, lässt Bio elitär und teuer erscheinen, 19. April 2014
21 Bio-Pioniere machen zwar noch keine europäische Revolution, wie es der Buchtitel verheißt, aber geben doch einen recht interessanten Einblick in diese Szene. Der Autor, Georg Schweisfurth, ehemaliges Gründungsmitglied der deutschen Bio-Handelskette basic, führt nun das Gut Sonnenhausen in Glonn, einem Dorf in Bayern zwischen München und Wasserburg. Er reist für dieses Buch zu höchst unterschiedlichen Bio-Unternehmer in Europa.

So besucht er beispielsweise in Österreich die, wie er sie bezeichnet, Eigenbrötlerin, Bäuerin und Brotbäckerin Roswitha Huber in Rauris, zwei Deutsche, die in Spanien echte schwarze Eichelschweine züchten, um den begehrten Schinken Ibérico zu produzieren oder eine Ziegenfarm im Süden Frankreichs, im Languedoc-Roussillon. Er schildert die Geschichten dieser Produzenten, die Schwierigkeiten, die sie überwanden und von ihren Erfolgen. Da sind welche dabei, die nur ab Hof oder im nächsten Dorf ihre Produkte verkaufen. Andere wieder exportieren ihre Waren in andere Länder oder verkaufen sie in weiterer Umgebung. Manchmal liest man von hart erarbeiteten Erfolgen, meist von Ehepaaren, die sich der Bioproduktion verschrieben haben. Es gibt aber auch etliche Beispiele, die schon seit Generationen Unternehmer sind und keine wesentlichen Geldsorgen haben. So hat Maja Hoffmann, Erbin des Hoffmann-La-Roche-Konzerns eine Biolandwirtschaft mit einem Bio-Restaurant, das einen Michelin-Stern hat, in der Camargue in Südfrankreich, aufgebaut. Aus Bayern bringt er das Riedenburger Brauhaus im Altmühltal, in dem seit Generationen Bier gebraut wird.

Beim Lesen dieses Buches wechselten meine Gefühle zwischen unbezahlbaren Bio-Produkten und bodenständigen, preislich erschwinglichen Bio-Erzeugnissen (Beispiel die Sennerei Andeer in Graubünden in der Schweiz) ab. In der 23seitigen Einleitung von Schweisfurth geht er der Frage nach, warum Bio besser ist. Ich kann den Autor aber schwer einschätzen. Er schreibt, was alles falsch läuft in der Landwirtschaft, im Umgang mit Ressourcen, dem Konsumverhalten der Menschen, fährt und fliegt aber Tausende von Kilometern in Europa kreuz und quer, um dieses Buch schreiben zu können. Also unnötige Verschwendung von Ressourcen und Umweltbelastungen. Es beschleicht mich schon auch das Gefühl, der Autor möchte vermitteln, dass Bio etwas ganz Besonderes es ist und daher die Produkte, überwiegend, auch teurer sein müssen. Jedenfalls liegt der Schluss zu dieser Interpretation auf der Hand, wenn man etliche der vorgestellten Bio-Pioniere und ihre Unternehmen betrachtet. Der Nikolaihof in Mautern in der Wachau, den er auch besucht, zählt sicherlich nicht zu den günstigen Winzern und Restaurants. Ich meine, Bio ist ja schön und gut, aber es erscheint mir nach dem Lesen dieses Buches auch doch etwas elitär. Zumindest stellt es Schweisfurth so dar.


Business-Texte: Von der E-Mail bis zum Geschäftsbericht. Das Handbuch für die Unternehmenskommunikation
Business-Texte: Von der E-Mail bis zum Geschäftsbericht. Das Handbuch für die Unternehmenskommunikation
von Gabriele Borgmann
  Broschiert
Preis: EUR 19,90

5.0 von 5 Sternen Gute Tipps, praxisbezogen und mit Beispielen aus dem Geschäftsalltag, 19. April 2014
Ja, so stelle ich mir ein Handbuch für Unternehmenskommunikation vor. Gabriele Borgmann hat einen sehr guten und wortgewandten Schreibstil, der sehr angenehm zu lesen ist. Im Buch geht es um Formulierung, Inhalte und Aussehen von E-Mails, Geschäftsbriefen, Pressetexten, Geschäftsberichten, Reden und die Erstellung von Unternehmensbüchern. Auch der Umgang mit Social Media wird gut erklärt. Schließlich widmet sich Borgmann noch ausführlich dem Texten mit Technik.

„Schreiben Sie ehrlich und authentisch“ meint Borgmann und liefert gleich ein Textbeispiel. Und genau das erwarte ich mir von so einem Buch. Nicht nur graue Theorie, sondern Beispiele. Borgmann bringt im Buch immer wieder Beispiele. Immer wieder gibt sie Tipps, die mittels einem runden blauen Punkt, in der eine Hand auf den Tipp weist, gut auffallen: Internetadressen, wo man kostenfrei Presse- oder Marketingtexte veröffentlichen kann, wie man besser nicht schreibt, wie man richtig formuliert, was bei einem Firmenschreiben wichtig ist usw.

Das Kapitel über die Pressearbeit habe ich sehr aufmerksam gelesen, arbeite ich doch selbst u.a. als PR-Berater. Hier merkt man wieder sehr deutlich, dass Borgmann aus der Praxis schreibt und viele hilfreiche Tipps gibt. Im Kapitel „Reden“ beschreibt die Autorin in drei Schritten eine gelungene Rede. Jeder Schritt bietet Fragen und Antworten („wer sind Ihre Zuhörer?“). Das Kapitel über die Entstehung eines Unternehmensbuchs enthält viele wertvolle Hinweise. Sie erklärt, was ein Ghostwriter ist und warum man besser nicht auf einen Lektor verzichten sollte. Welche Vor- und Nachteil ein Eigenverlag hat u.a.m. „Lassen Sie Ihren Text reifen“ ist eine der Aussagen von Gabriele Borgmann im Kapitel über „Texten mit Technik“. Gerade in diesem Kapitel merke ich wieder die Professionalität und Kompetenz dieser Autorin. Sie erklärt einem genau, wie man es richtig macht, weist auf Tücken hin und gibt Tipps, wie man Schreibblockaden überwindet.

Der Verlag hat am Titel sein Motto abgedruckt „Linde sagt, wie’s geht“ und das trifft in diesem Fall wirklich zu. Ein Buch, in dem auch ich nach 30 Jahren im Berufsleben noch blättern werde.


Habsburg, Hofrat, Heuriger: Der Wien-Führer für Juristen
Habsburg, Hofrat, Heuriger: Der Wien-Führer für Juristen
von Barbara Sternthal
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 23,35

5.0 von 5 Sternen Manches über die österreichische Geschichte wird mit dem Lesen des Buches verständlicher, 17. April 2014
Zunächst einmal wird die Entstehung Österreichs erklärt, um darauf aufbauend die spätere Entwicklung von Justiz und Staat besser verstehen zu können. In diesem Zusammenhang wird auch erklärt, wann und wie der Wein nach Österreich kam und die Heurigen entstanden. Nicht unerwähnt bleibt ein dunkles Kapitel in der Geschichte Wiens, die Geserah der Juden 1420/21, ein Massenmord im Wiener Judenviertel.

Viele Details, wie beispielsweise über das zwielichte Vergnügungsviertel am Spittelberg, den Schweizertrakt in Hofburg, die Keuschheitskommission oder einen begnadigten Attentäter, der auf sein Todesurteil bestand, werden nebenbei in farblich sich vom Text absetzenden Kästen erklärt.

Sehr verständlich werden die Revolution 1847/48 erklärt und vor allem die politischen Vorgänge zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg habe ich in diesem Buch erstmals verständlich erklärt gelesen. Landesverräter Oberst Redl, die Absichten des Antisemiten Engelbert Dollfuß, die verschiedenen Paläste der Wiener Justizia – ein sehr vielseitiges, gut erklärend geschriebenes Buch mit einem umfangreichen Personenregister. Mir gefällt das Buch sehr gut, auch wenn ich nach dem Kapitel, was ein Hofrat ist und wie man es wird, weiß, dass ich kein Hofrat werden kann.


Die Donau: Geschichte und Geschichten vom großen Strom
Die Donau: Geschichte und Geschichten vom großen Strom
von Gerhard Tötschinger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geschichte und Geschichten verspricht das Buch und hält sein Versprechen, 16. Februar 2014
59 Fischarten tummeln sich in der Donau, schreibt Tötschinger und lässt den „Vater der Graffiti-Kunst“, Joseph Kyselak über das „reinlich aussehende Gasthaus“ in Passau erzählen; Adalbert Stifter findet Erwähnung ebenso Schilderungen von Schifffahrten des Leopold Mozart oder des Franz Grillparzer; Tötschinger geht der Frage nach, ob nun Wien an Donau liegt oder vielleicht doch nur an einem Seitenarm; er schildert die Geschichte von Schlössern und Stiften entlang der Donau, Schlachten und Feldherrnschachzüge rund um die Stadt Wien werden ausführlich beschrieben sowie von der Besetzung der Stopfenreuther Au 1984 oder von den letzten Tage des letzten österreichischen Kaisers Karl in Schloss Eckhartsau; er folgt österreichischen Spuren entlang der Donau auf ihrem Fluss durch Ungarn bis zur Mündung ins Schwarze Meer, erzählt von den Römern und der kurzzeitigen Kaperung des DDSG-Schiffs „Radetzky“ und vieles mehr;

Es ist wirklich ein Buch der Geschichte mit Geschichten, die sich entlang des Stroms ereignet haben. Tötschinger findet dabei einen angenehm lesbaren Stil, schreibt nicht nur Geschichtsdaten, sondern schildert verständlich, was er sagen will. Von allem gerade so viel, damit der Leser sich ein gutes Bild des Objekts oder des geschichtlichen Vorfalls machen kann, aber doch so viel, dass das Buch nicht in einem Zug gelesen werden kann oder soll. Zumindest mir ist es aufgrund der Fülle der Information so ergangen und ich möchte ja doch etwas vom Lesen behalten.

Tötschinger hat auch beim Bildmaterial sorgfältig gewählt. Historische Aufnahmen und alte Zeichnungen wechseln sich mit aktuellen Ansichten von Gebäuden oder Landschaften ab. Dadurch wird das Geschriebene anschaulicher. Das Quellenverzeichnis, ein Personen- und ein Ortsregister schließen das Buch ab.

Das Buch ist ein zeitloser Reiseführer, der dem Leser einen der ältesten Kulturräume Europas gut verständlich näherbringt.


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