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Rezensionen verfasst von
Daniel Fischer "Spideragent" (Linz, Austria)
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   

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Mindscape
Mindscape
DVD ~ Mark Strong
Preis: EUR 16,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Kunst der Manipulation., 27. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Mindscape (DVD)
Der auch als “Anna” bekannte Film “Mindscape”, ist das Regiedebüt des Spaniers Jorge Dorado, der bereits als Second Unit Director und bei einigen Kurzfilmen Erfahrungen im Filmbusiness sammeln konnte. Jaume Collet-Serra (“Unknown Identity“, “Non-Stop“) hat den Streifen produziert und die Dreharbeiten fanden unter anderem in Barcelona statt, was dem Film trotz der amerikanischen Beteiligung, einen passenden europäischen Ton verpasst, der der Grundstimmung des Filmes sehr zu gute kommt.

Im Grunde ist dies ja eine Detektiv-Story, bei der der Zuschauer gemeinsam mit der Hauptfigur versucht, das Puzzle zu lösen. Statt dem Ziel näher zu kommen, werden die Beweise aber mit der Zeit immer verwirrender und erst am Ende ist klar, was hier eigentlich gespielt wurde und wer im Endeffekt die Fäden in der Hand hatte. Die Faszination geht dabei vor allem von der Interaktion zwischen dem gebrochenen Helden mit der seltenen Begabung, und der moralisch ambivalenten jungen Dame mit dem überdurchschnittlich hohen Intelligenzquotienten aus.

Hinzu kommt die untrennbar damit verbundene SciFi-Ebene des Einsteigens in Erinnerungen, die nie zum Selbstzweck verkommt, von der Inszenierung her eine eigene Sogwirkung aufbaut und statt für Klarheit zu sorgen, immer noch weitere Teile ans Tageslicht bringt, die man mit dem Gesamtbild irgendwie vereinen soll. Dabei ist dies wirklich ein Film geworden, bei dem man selbst auch überlegt, was nun die Wahrheit ist und ob man den Fall nicht doch schon vor der Hauptfigur lösen kann. Die Auflösung der Geschichte wird übrigens wohl nicht allen zusagen, ich fand das Finale aber – bezogen auf den Rest des Filmes – sehr ehrlich und stimmig.

Natürlich reicht ein starkes Drehbuch, eine feinfühlige Regie, passende Musik und gekonnte Schnitt- und Kameraführung nicht aus, um ein tolles Erlebnis zu garantieren, wenn soviel wie hier von den beiden Hauptdarstellern abhängig ist. Zumindest wenn diese ihre Figuren dann nicht ordentlich spielen können. Hier ist aber genau das Gegenteil der Fall. Selbst Nebenrollen sind mit Brian Cox (Ironclad) als väterlicher Mentor, Indira Varna (Hunted) als möglicher Love-Interest und Noah Taylor (Edge of Tomorrow) als Mindscape-Kollege gut besetzt und überzeugend gespielt.

Mark Strong (Welcome to the Punch) als John ist unheimlich sympathisch. Er hat sich durch sein persönliches Drama kein zynisches Schutzschild wachsen lassen, schmeisst sich dadurch aber vielleicht etwas zu selbstaufopfernd in seinen Arbeitsalltag, auch wenn er das selber wohl nicht so wahr nimmt. Bin froh ihn nach all seinen Bösewicht-Rollen doch endlich mal klar auf der guten Seite zu sehen, er ist eben doch jemand, der so gut wie alles spielen kann. Strong ist stark (das wusste ich bereits, auch ohne den Namen zu übersetzen), aber die wirkliche Entdeckung hier ist für mich Taissa Farmiga.

Zunächst von ihrer großen Schwester Vera Farmiga (Bates Motel) in die Filmindustrie eingeführt, wurde die Welt erstmals aufmerksam auf sie durch ihre Rollen in der “American Horror Story” Serie. Was sie als Anna macht, ist wirklich eine Wucht. Diese Mischung aus erwachsen-überheblich und kindlich-hilflos, gepaart mit einer verspielten Art, verlorenen Blicken, geistreichen Wortspenden und eingestreuten Lolita-Gesten, man kann da einfach nicht anders, als sie interessant und anziehend zu finden. Auch wenn man nie weiß, was nun ehrlich ist und was nur der Manipulation ihres Gegenübers gilt. Hoffe man sieht noch viel von ihr in der Zukunft, auch wenn sie (zum Glück) nicht dem typischen Hollywood-Schönheitsideal entspricht.

Insgesamt daher ein wirklich spannender Film, der seine – nennen wir es “übernatürliche Ebene” – völlig nahtlos in die restliche Handlung einbindet und über ein Drehbuch verfügt, dass durchdacht ist und wo die Charaktere an sich und nicht die optischen Schauwerte, das Wichtigste sind. Hinzu kommen mit Strong und Farmiga zwei ausgezeichnete Schauspieler, die spielend mit der starken Grundatmosphäre mithalten können, was in Summe einen der gelungensten Thriller ergibt, die ich seit langer Zeit gesehen habe.

“Mindscape” bekommt von mir 5/5 mit Hilfe von Erinnerungen das gesamte Leben manipulierende Empfehlungspunkte.


Ironclad 2 - Bis aufs Blut
Ironclad 2 - Bis aufs Blut
DVD ~ Tom Austen
Preis: EUR 12,99

14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Bis aufs Blut? Das ist nicht gut!, 14. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Ironclad 2 - Bis aufs Blut (DVD)
Drei Jahre nach seinem Überraschungshit “Ironclad“, lässt Regisseur Jonathan English nun erneut das blutige Treiben zwischen verfeindeten Rittern/Kriegern hochleben. Dabei wollte er anscheinend sein eigenes Erfolgskonzept kopieren und sogar noch steigern. Mehr Action, noch weniger Handlung, mehr Gewalt, ein paar verrückte Figuren und ein extrem inflationärer Einsatz von Wackelkamera. Leider ist mehr ja nicht immer gleich besser und so ist diese Fortsetzung leider in allen Bereichen schwächer als das Original, dass ich doch ziemlich unterhaltsam fand.

Fangen mir mal mit einem für mich fast schon Reizthema an: die Wackelkamera. Was wohl dynamisch, wuchtig und mitreissend sein sollte, ist leider nur nervig, fördert das Schwindelgefühl und erreicht abgesehen davon, dass man sich wie in einem Computerspiel fühlt, nur eines, und zwar dass Unübersichtlichkeit hier groß geschrieben wird. Dann auch noch in eigentlich ruhigen Szenen “nach zu wackeln”, finde ich sowieso lächerlich, aber wahrscheinlich konnte sich der Kameramann so schnell nicht wieder einbremsen oder ist bei der Arbeit gar seekrank geworden. Armer Kerl eigentlich.

Dann wären da die Charaktere. Der pseudoharte Kriegsheld, der doch nur geliebt werden will. Die hübsche Schlossdame, die auf hochnäsig macht, sich aber auch nur nach ihrem Prinzen sehnt. Die kleine Schwester, unglaublich lieb und herzensgut. Der böse Kelte, der seine ganze Familie verloren hat und alle Engländer umbringen will. So weit so langweilig. Dann gibt es da aber noch die schrägen Sidekicks des Helden wie die irre Killern und den singenden Henker, die zwar auf ihre Art auch klischeehaft sind, doch trotzdem Spass machen und zum Besten gehören, was der Film zu bieten hat.

Vor allem Newcomerin Twinnie Lee Moore (der ich auch mein Titelbild gewidmet habe) als Crazy Mary ist dabei herrlich überdreht und auf eine animalische Art und Weise blutrünstig, was sie eindeutig zur unterhaltsamsten Figur macht. Roxanne McKee (Wrong Turn 5) spielt den trotzigen Love Interest des Helden, während Rosie Day (The Seasoning House) die Schwester spielt und dabei einfach nur liebenswert ist. Überhaupt sind die weiblichen Rollen beziehungsweise ihre Darstellerinnen stärker, denn Tom Austen (Die Borgias) als Guy bleibt blass und auch den meisten anderen Männern, würden ein paar Stunden Schauspielunterricht sicherlich nicht schaden.

Das geringe Budget fällt dann vor allem bei der Belagerung auf, da wären mehr Statisten durchaus hilfreich gewesen, denn das Gefühl eines großen Kampfes zu vermitteln, ist ehrlicherweise höchstens ansatzweise gelungen. Da hilft auch ein halbwegs cooler, mit Hilfe von Computereffekten gepushter Rundum-Schwenk über das Kampfgeschehen nicht viel, es fehlt irgendwie einfach die Stimmung, die nie so richtig aufkommen will. Besonders lächerlich ist übrigens eine CGI-Enthauptung, noch dazu von einem der wichtigeren Charaktere, die antiklimatischer nicht sein könnte.

Insgesamt also als zweiter Teil ziemlich enttäuschend, wer jedoch einen hirnlosen und ziemlich blutigen Ritterfilm sehen will, der von ein paar gelungenen Szenen und abgründig witzigen Figuren lebt, der wird hier durchaus seinen Spass haben. Ansonsten bleibt ja immer noch die Möglichkeit, es wie bei dem noch um einiges mieseren “Legend of Hercules” zu machen: einfach drüber stehen und sich über die Ansammlung an unfreiwillig komischen Szenen freuen. Wir Zuschauer (und hoffentlich auch Regisseur English) haben hier auf jeden Fall gelernt, dass sich selbst zu kopieren, auch nicht immer so klappt, wie man es gerne hätte.

“Ironclad 2: Bis aufs Blut” bekommt von mir 2/5 mit viel zu wenig spannender Atmosphäre ausgestattete Empfehlungspunkte.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 28, 2014 4:09 AM MEST


JoyRide 3
JoyRide 3
DVD ~ Kirsten Prout
Preis: EUR 9,99

13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Rusty findet neue Opfer..., 24. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: JoyRide 3 (DVD)
Rusty Nail ist zurück! Nach seinen Auftritten (bzw. die seines Charakters, er wird ja jedes Mal von einem anderen Darsteller gespielt) im spannenden “Joy Ride” und der eher durchwachsenen Fortsetzung “Dead Ahead“, kümmert er sich nun erneut mit tödlicher Konsequenz um Leute, die ihm auf die Nerven gehen. Regie und Drehbuch stammen dieses Mal von Regisseur Declan O’Brien (Sharktopus) und wer seine letzen drei Beiträge zur Hinterwäldler Slasher-Reihe “Wrong Turn” gesehen hat, egal ob nun “Left for Dead“, “Bloody Beginnings” oder “Bloodlines“, der weiß was kommen wird.

Und so ist es dann auch. Vorbei sind die Zeiten des Originals, wo echter Nervenkitzel statt Gewalt vorherrschte, die Zahl der Opfer vergleichsweise niedrig gehalten wurde und wo Rusty sich im Hintergrund verdeckt hielt, weil vor allem sein Truck die Aufgabe hatte, Menschen das Fürchten zu lehren. Rusty war ja noch nie ein netter Typ und immer schon ein Fall für den Psychiater, aber nun ist aus ihm ein zynischer Killer geworden, der einfach Spass daran hat, Menschen psychisch und vor allem physisch leiden zu sehen, nur um dies dann noch mit einem trockenen Spruch zu kommentieren.

Aber gut, hier hat sich klar die Franchise der Regie unter geordnet und nicht umgekehrt. Wenn man diese Tatsache erst mal fix verinnerlicht hat und den Vergleich mit der ersten “Spritztour” aus seinem Kopf verdrängt, kann man hier als (zumindest zum Zeitpunkt des Filmgenusses) anspruchsloser Horrorfilm-Fan, durchaus mehr Spass haben, als mit dem etwas unstimmigen zweiten Teil. Nach der zugegeben etwas irren Eröffnungssequenz, inklusive Sexszene im Drogenrausch und anschliessender Verteilung einiger Körperteile über den Highway, bleibt der Film seinem Stil treu und versucht vor allem Freunde von eindringlichen Gore-Szenen zu befriedigen.

Passend auch dazu ist die Tatsache, dass die jungen Helden allesamt blass bleiben, im schlimmsten Fall sogar nervig oder unsympathisch sind und man so keine Träne vergiesst, wenn sie das Zeitliche segnen. Könnte natürlich auch der Fall sein, dass dies genau so gewollt ist, damit man bei jedem Opfer den Killer anfeuert, dafür ist mir Rusty aber mittlerweile zu einem zu präpotenten Arsch verkommen, der meiner Meinung nach endlich mal zur Strecke gebracht werden sollte, oder zu alten Glanzzeiten zurückkehrt, was ich aber für unrealistisch halte.

Ein paar Sachen muss man hier einfach so schlucken, wie sie eben sind. Wie etwa dass ein Truck mit einem Rennauto mithalten kann und auch sonst nicht abzuhängen ist, oder dass Rusty munter weiter morden kann ohne dass irgendwer ihn entdeckt, obwohl er immer seinen Namen über Funk benutzt oder auch einfach seine scheinbar körperliche Unzerstörbarkeit, die ihm nach jeden Film-Finale bereit für den nächsten Teil macht. Dafür sind die blutigen Effekte – von abgetrennten Fingern über zerquetschte Köpfe bis hin zu Halbierungen ganzer Menschen – schön im Oldschool-Stil frei von CGI gehalten, doch dauern sie teilweise zu lange und werden in einer Form zelebriert, die mir unangenehm ist.

Stuntman Ken Kirzinger (z.b. war er für Stunts in “The Cabin in the Woods” oder “X-Men Origins: Wolverine” zuständig), der auch schon mal Jason Voorhees in “Freddy vs. Jason” spielen durfte, macht seine Sache als Rusty ganz ordentlich, vor allem physisch und stimmlich kann er überzeugen. Jesse Hutch (Arrow) als Jordan strengt sich sichtlich an, ist aber genau wie Kirsten Prout (Eclipse: Biss zum Abendbrot) als Jewel dem Zuschauer ziemlich egal, weil sie einfach zu austauschbar daher kommen. Nur Leela Savasta (Das gibt Ärger) als Jewel's Freundin Alisa wirkt natürlich, hat aber zu wenig zu tun, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Insgesamt also eine Fortsetzung, die zwar genau das ist was sie sein will, doch mit der Mechanik wie das Original funktioniert hat, so gut wie nichts mehr gemeinsam hat. Die alte Regel bei weitere Teilen – mehr Sex, Gewalt und zynische Sprüche – wurde auch hier treu beherzigt, wer einen einfach gestrickten Instant-Slasher erwartet, der den letzten Arbeiten des Regisseurs entspricht, der ist hier genau richtig. Der “Thrill” ist nun klar dem “Kill” gewichen, was durch die konsequente Machart zumindest sichert, dass man von Beginn an genau weiß, was man bekommt. Im Endeffekt aber ist dieser dritte Teil nur ein weiterer rostiger Nagel im Sarg der Karriere von Rusty Nail.

“Joy Ride 3: Road Kill” bekommt von mir 3/5 mit einem eher stumpfen Nagel etwas zu lange auf den eigenen Kopf einhämmernde Empfehlungspunkte.


Party Invaders
Party Invaders
DVD ~ Rhys Wakefield
Preis: EUR 13,96

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Party deines Lebens?, 17. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Party Invaders (DVD)
Nach seinem intensiven und toll gemachten Remake von “The Last House on the Left“, war ich interessiert was Regisseur Dennis Iliadis wohl als nächstes Projekt verwirklichen würde. Der wie so oft schlecht gewählte “deutsche” Titel “Party Invaders” in Kombination mit dem DVD-Cover, erzeugt die Erwartungshaltung hier eine Highschool-Saufkomödie im Stil von “21 and Over” präsentiert zu bekommen. Irgendwie geht es vordergründig auch genau um das, doch die SciFi-Zusatzebene führt dazu, dass ich keinen blassen Schimmer habe, was Iliadis – der auch am Drehbuch mitgeschrieben hat – hier denn genau aussagen wollte.

Die gesamte Rahmenhandlung widmet sich den Partyszenen und folgt somit Jugendlichen beim Trinken, Tanzen und miteinander Spass haben. Nebenbei versucht Hauptcharakter David, durch ein mehr oder weniger geistreiches Beziehungsgespräch, seine Freundin Jill wieder zurück zu gewinnen. So weit so beliebig und uninteressant. Wer bis jetzt noch Interesse hat, der wird sich wohl an den Szenen erfreut haben, die einen Meteoriten-Absturz und die sich daraus erhebende elektrische Energie zeigen, die sich irgendwie über Stromleitungen fort zu bewegen scheint.

Kurz darauf entstehen ohne Erklärung zeitlich versetzte Zweitversionen der jungen Leute. Drei von ihnen, natürlich Aussenseiter, erkennen die Lage zunächst als einzige und versuchen heraus zu finden, was hier gespielt wird und was sie nun eigentlich dagegen tun sollten. Um ein paar der besten aus der Anomalie resultierenden Momente zu nennen, folgen nun ein paar SPOILER: David kann das gescheiterte Gespräch mit Jill wiederholen, kennt somit bereits ihre Antworten und kann sie so doch noch erfolgreich um Verzeihung bitten. Natürlich gehört da die Ex-Jill beseitigt, oder? Eine Dame kommt sich selbst auf emotionale Ebene näher und gibt sich sogar einen Kuss und ein Pärchen kommt in den zweifelhaften Genuss, sich beim Sex zu beobachten. SPOILER ENDE

Eine Zeit lang wird dann irgendwie versucht Spannung zu erzeugen in dem sich die, die über die Doppelgänger bescheid wissen, fragen, was passiert wenn beide Zeitebenen aufeinander treffen. Steckt ein Plan dahinter? Ist alles nur Zufall? Sind die zweiten Versionen böse? Was ist wenn ich mein zweites Ich töte, wird so der Kreislauf aufgehalten oder schade ich mir selbst? Kann ich die Situation für Veränderungen nutzen? Insgesamt passiert aber leider zu wenig und die Auflösung ist dann doch eher unspektakulär geraten, auch wenn zuvor die Sache in eine blutige und auch irre Richtung ausartet.

Schauspielerisch punktet vor allem Rhys Wakefield (The Purge), der als völlig beliebiger Durchschnittstyp, der am Liebsten nie etwas in seinem Leben ändern will und um seine Freundin wieder zu bekommen, dank der Anomalie eine zweite Chance bekommt, die auch seine manipulative und extremere Seite ans Tageslicht bringt. Ashley Hinshaw (Chronicle) als Jill zeigt vor allem im Beziehungsstreit, wie die gleiche Person völlig unterschiedlich reagieren kann und überzeugt damit, weil sie authentisch wirkt.

Insgesamt also ein Film, bei dem ich keine Ahnung habe, wer die Zielgruppe sein soll. Eine Komödie, die schließlich in den Mystery/Thriller Bereich kippt und am Ende auch noch einige Möglichkeiten zur Deutung über Zeit und die menschliche Natur zulässt? Oder doch nur der irre Alkohol-Fiebertraum eines Regisseurs? Ambitioniert ist das Ganze dann doch irgendwie phasenweise, ich ärgere mich auch nicht ihn gesehen zu haben, doch empfehlen würde ich den Film wohl nur Freunden von doofen Teenie-Komödien, damit sie zunächst glauben genau das zu bekommen, nur um danach von der übernatürlichen Ebene ordentlich irritiert zu werden.

“Party Invaders – Plus One” bekommt von mir 3/5 die zweite Chance moralisch ambivalent nutzende Empfehlungspunkte.


Sparks - Avengers from Hell
Sparks - Avengers from Hell
DVD ~ Chase Williamson
Preis: EUR 13,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Neue Helden braucht das Land (wieder mal), 13. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Sparks - Avengers from Hell (DVD)
Es war schon lange der Wunschtraum von Co-Regisseur Christopher Folino, seine sechs Teile umfassende Graphic Novel “Sparks” als Filmversion zum Leben zu erwecken. Nach einigen Schwierigkeiten, die vor allem die Finanzierung des Projektes betraf, ist nun endlich gemeinsam mit Todd Burrows ein Film entstanden, der bekannte Elemente nimmt und zu einem eigenständigen Mix zusammen fügt.

Zunächst gilt es mal einiges zu schlucken. Auf dieser alternativen Version unserer Erde des Jahres 1948, gibt es bedingt durch einen Meteoriten-Einschlag, den einen oder anderen seltsamen Typen (zunächst 13 Menschen um genau zu sein) mit speziellen Fähigkeiten. Feuerbälle schiessen, Gestalt wandeln und mit einem Körper herum laufen, der mit der DNA eines Krokodils gemixt wurde. Hier ist für Abwechslung gesorgt. Nebenbei rennen auch einige Helden herum, die kostümiert und mit viel Engagement, aber ohne Superkräfte die Unterwelt bekämpfen.

Optisch ist die Geschichte Frank Millers Film Noir Stil von “The Spirit” ähnlich, gemixt mit den bunten Helden-Kostümen von den Genre-Highlights “Super” oder “Kick-Ass” und der trostlosen Düsterkeit eines Nolan “Batman” Abenteuers. Während das persönliche Drama des glücklosen Helden im Vordergrund steht, funktioniert der satirische Teil vor allem auf der Metaebene und der Trashfaktor kommt fast gänzlich nur bei den (wohl dem geringen Budget Tribut zollenden) miesen CGI-Effekten zum Vorschein.

Mit einem sehr eigentümlichen Charme und ohne den sonst üblichen hohen Gewaltrausch von ähnlichen Produktionen wurde so ein Abenteuer entwickelt, dass sich nicht auf Oberflächlichkeiten, sondern interessanterweise wirklich auf die Story verlässt. Der Funke, der den Helden geboren hat, der Aufstieg, der tiefe Fall, der Verlust aller geliebten Dinge, Verrat und schließlich der letzte Weg der Rache, was kann man sich denn noch mehr wünschen von einer klassisch-tragischen Geschichte?

Chase Williamson hat nach “John Dies at the End” nun schon zum zweiten Mal bewiesen, dass er der richtige Mann für ungewöhnliche Heldenrollen ist. Dabei überzeugt er vor allem durch seine Ausstrahlung, die ihn immer irgendwie wie einen ganz normalen Typen erscheinen lässt, doch natürlich lauern da noch einige Abgründe unter seiner Fassade. Ashley Bell (The Day) spielt ihre Lady Heavenly wirklich hinreissend, dass ihr Sparks sofort beim ersten Treffen verfallen ist, ist völlig nachvollziehbar. Und ziemlich schlagkräftig ist die Dame obendrein auch noch.

In Nebenrollen überzeugt Clancy Brown (Sleepy Hollow) als undurchsichtiger Polizist und kurzzeitige Vaterfigur des Helden. Jake Busey (Wicked Blood) spielt in gewohnt unsympathischer Manier und William Matt (Mirrors 2) als Matanza ist nicht nur dank seiner Maske unheimlich und überheblich, was ihn zu einem tollen Schurken macht. Erwähnen muss ich auch noch Marina Squerciati (Chicago P.D.) als Gestaltenwandlerin Dawn, die eine moralisch ziemlich ambivalente Dame spielt und sicherlich auch beim Zuschauer die eine oder andere Frage nach der eigenen Moral aufwirft.

Rein schon dafür, dass augenscheinlich kein großes Studio die Story glattgebügelt hat, verdient der Film meine Aufmerksamkeit und die Tatsache, dass hier wer mit seiner eigenen Vision und seinen Ideen dahinter war und das auch realisieren konnte, ist eine tolle Sache, die in dieser Form viel zu selten zu Stande kommt. Dass man dieses Erlebnis auch ganz leicht angreifen kann (nicht nur für die Computer-Effekte) ist mir klar, doch das Gesamtpaket funktioniert für mich auf eine ganz eigene Art und Weise. Sollte Sparks jemals zurückkehren, ich werde auf jeden Fall dabei sein.

“Sparks” bekommt von mir 4/5 sämtliche Höhen und Untiefen des Helden- und Alltagslebens eines fast normalen Menschen durchlebende Empfehlungspunkte.


In Fear
In Fear
DVD ~ Iain De Caestecker
Preis: EUR 17,92

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gute Idee, interessante Ausführung, kleine Spannungsprobleme, 13. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: In Fear (DVD)
Regisseur Jeremy Lovering hat sein Geld bis jetzt hauptsächlich mit dem Inszenieren einiger Folgen von diversen Fernsehserien (aktuell gerade “Sherlock“) und Dokumentationen verdient. Dies alleine wäre jetzt noch kein klares Indiz für oder gegen seine Qualitäten doch leider fällt bei seinem Spielfilm-Debut auf, dass er – obwohl “In Fear” bereits nach 85 Minuten vorbei ist – eindeutig kürzere Formate gewohnt ist und er somit die Spannung nicht durchgehend aufrecht erhalten kann.

Für einen Independent-Thriller mit kleinem Budget, im Prinzip nur drei Darstellern und einer Handlung, die zu großen Teilen ausschließlich in einem Auto statt findet, hat Lovering aber seine Sache insgesamt gar nicht schlecht und vor allem ambitioniert gemacht. Das liegt vor allem an einem zwar nicht neuen, aber nur selten angewendeten Experiment. Den Schauspielern wurde nämlich jeweils nur eine gewisse Richtung vorgegeben, in der die Story gehen wird, doch genaue Dialoge oder Informationen darüber was als nächstes passieren würde, wurden von der Regie keine gegeben.

Dies führt zu Performances, die in ihrer Natürlichkeit nur schwer zu überbieten sind, da für mich klar die Grenzen zwischen Schauspiel und echten Emotionen verschwimmen. Natürlich ist man als Zuschauer durch diese Vorabinformation schon ausreichend manipuliert, um gerade diese Tatsache positiv zu erleben und hervor zu heben, jedoch wirken vor allem die Szenen zwischen den beiden Protagonisten so spontan und nicht gestellt, dass man diesen eigenen Charme sicherlich auch spürt, wenn man nicht über die genaue Machart bescheid weiß.

Iain De Caestecker (Agents of SHIELD) als Tom ist eher der schüchterne Typ als der Draufgänger, eben ein durch und durch normaler Typ, der einfach seinen Mut zusammen genommen hat, um ein ihm nicht mehr aus dem Kopf gehendes Mädchen, auf einen Trip einzuladen. Alice Englert (Beautiful Creatures) als Lucy ist da etwas verspielter, aber im Prinzip genau so zurück haltend und hat einfach Lust auf ein kleines Abenteuer. Allen Leech (Grand Piano) schließlich als Max spielt den Verletzten, den sie auflesen auf ihrer Irrfahrt und er hatte sichtlich Spaß mit seiner im Prinzip durchgehend undurchschaubaren Rolle.

Die Irrfahrt durch den Wald wird mit eigenständigen und auch gekonnt eine unheimliche Stimmung erzeugenden Kamera-Einstellungen angereichert und die Musik zerrt teilweise auf eine fast surreale Weise, schon stark an den Nerven. Leider können auch diese Tatsachen nicht verhindern, dass nach ein paar Runden im Kreis fahren, in denen sichtlich die Geduld und die Nerven der beiden “Helden” immer weiter strapaziert werden, die Luft etwas draußen ist. Auch die rar gesäten Schockmomente und die langsam ansteigende Ungemütlichkeit können zwar überzeugen, doch irgendwie hat mir etwas gefehlt, dass mein Interesse durchgängig aufrecht erhalten hätte.

Erklärungen für die ganze Sache (ich werde jetzt nicht genauer drauf eingehen, da dies nicht ohne Spoiler ginge) bekommt man übrigens keine, auch für Charakterentwicklung – abgesehen von der Tatsache, dass das Verhalten unter Extremsituationen gezeigt wird, was in weiterer Folge aber nicht wirklich im Film den Charakter/Menschen sicher verändern würde – ist kein Platz und das Ende, auch wenn es mir mutig und nicht ohne Reiz erscheint, ist mir doch etwas zu abrupt und lässt sicherlich einige Wünsche beim Betrachter unbefriedigt zurück.

Insgesamt für mich ein kleiner Thriller, der wohl eine perfekt spannende Episode einer Serie ergeben hätte, doch auf Spielfilmlänge aufgeblasen etwas unter dem völligen Vertrauen auf die eigene “Inszenierungs-Idee” leidet. Die Darsteller sind toll, die Erzählweise ist trotz der Improvisation angenehm flüssig und wenn brutale Szenen vorkommen, dann fühlen sich diese an wie ein Schlag in die Magengrube. Übrigens: Wenn man sich hier nicht völlig auf den Film einlässt, oder statt Grusel vielleicht Horror erwartet, dann wird man sicherlich vom Endergebnis ziemlich enttäuscht werden.

“In Fear” bekommt von mir 3/5 vom schmalen Weg abkommende Empfehlungspunkte.


Pompeii
Pompeii
DVD ~ Kit Harington
Preis: EUR 12,99

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leben und vor allem Sterben in Pompeii., 18. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Pompeii (DVD)
“Pompeii”, selbstverständlich in 3D, ist eine deutsch-kanadische Koproduktion und gleichzeitig der neuerste Streich von Regisseur Paul W.S. Anderson (Resident Evil, Death Race, Die Drei Musketiere). Nun sind seine Regiearbeiten ja nicht unbedingt dafür bekannt, anspruchsvolle Cineasten in Kinosäle zu locken, doch bieten sie meistens immerhin hirnlose Blockbuster-Unterhaltung, die nie vorgibt mehr zu sein, als sie im Endeffekt dann ist. Sein aktuelles Werk kann man nun am ehesten als Mischung aus “Gladiator” und Katastrophenfilmen wie etwa Roland Emmerichs “2012” bezeichnen.

Ich muss ja zugeben, dass bei mir aktuell nach “The Legend of Hercules“, meine Erwartungen auf historisch angehauchte Actionschinken bezogen, doch sehr niedrig angelegt waren. Glücklicherweise ist “Pompeii” dann wirklich doch in jedem Bereich besser, als Renny Harlins abschreckender Karrieretiefpunkt. Einfach gestrickt und zügig erzählt lautete hier wohl die Devise. Die gut eineinhalb Stunden lange Spielzeit weist weder irgendwelche Längen auf, noch auch nur den Hauch einer Charakterentwicklung bei sämtlichen Figuren. Es kommt zwar durch die schnelle Erzählweise keine Langeweile auf, doch kann man nie richtig einen Bezug zu den agierenden Personen aufbauen.

Die romantischen Szenen sind angenehm kurz gehalten und nicht zu kitschig, die Kampfszenen in der Arena wirken dynamisch und wuchtig und sind immer so gefilmt, dass ja das typisch amerikanisch massentaugliche PG 13 Rating nie in Gefahr bringen. Wenn gegen Ende dann der Vulkan ausbricht und in (wie immer etwas zu dunklen) 3D Bildern die Trümmer dem Zuschauer um die Ohren fliegen, dann ist das doch ein gewaltiges Instant-Spektakel, dass zwar wie bei einem großen Feuerwerk kurz zum Klatschen anregt, doch dann gleich wieder vergessen ist. Dass dabei auch noch die finale Verfolgungsjagd eingebaut werden musste, ist zwar nachvollziehbar, aber in seiner leicht lächerlichen Art auch fast schon zuviel des Guten.

Die Landschaftsaufnahmen, die Kulissen und Kostüme sind dafür wunderschön geworden und wirken zu keiner Zeit billig oder unecht. Ein paar als solche deutlich erkennbare CGI-Effekte haben sich besondern beim Finale dann doch eingeschlichen, was aber auch in den meisten Fällen bei ähnlichen Produktionen der Fall ist und das Erlebnis nicht wirklich trübt. Die Filmmusik versucht dafür ein bisschen zu sehr das Gefühl eines epischen Abenteuers zu erzeugen und versinkt so eher im belanglosen Einheitsbrei ähnlich angelegter Scores.

Schauspielerisch sticht vor allem Kiefer Sutherland (Mirrors) hervor, der es doch tatsächlich schafft, dass ich ihn von der ersten Sekunde an schrecklich unsympathisch und auf eine eklige Art und Weise arrogant fand, was ihn zu einem ausgezeichneten Bösewicht machte, für dessen Bestrafung man sich durchaus auch in Gegenwart eines Vulkanausbruchs noch Zeit nehmen will. Vom Charisma kann nur noch Adewale Akinnuoye-Agbaje (Hunted) als Gladiator-Kumpel des Helden mithalten, der vor allem physisch und mit seiner Gestik und Sprache einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Kit Harington (Silent Hill: Revelation 3D) hat bei mir nicht den “Game of Thrones” Bonus, da ich die Serie noch nie gesehen habe. Als Milo hat er sich zwar körperlich sicherlich das Zeug zum Helden antrainiert, doch sonst ist er für mich eher blass geblieben, auch wenn er besonders seine Actionszenen souverän meistert. Emily Browning (Sucker Punch) ist wie immer vor allem optisch ein Hingucker und darf wieder mal große Augen und einen Schmollmund machen, um den Beschützerinstinkt in uns Zuschauern und natürlich Milo zu wecken. Als ihre Eltern sind Carrie-Anne Moss (Matrix) und Jared Harris (Sherlock Holmes: Spiel im Schatten) zu sehen und als ihre Freundin Jessica Lucas (Evil Dead), doch sie bekommen allesamt zu wenig zu tun, um im Gedächtnis zu bleiben.

Insgesamt ist der Film ein Katastrophen-Action Epos geworden, dass auf Kosten der Substanz auf eine schnelle Inszenierung setzt und vor allem mit seinen plakativen Show-Off Momenten punkten kann. Im Endeffekt ähnlich wie beim letzten “Resident Evil: Retribution” Film des Regisseurs, nur eben ohne den Milla Jovovich Bonus. Hat sich die Asche gelegt und der Rauch des Vulkans verzogen, dann ist der Film auch schon wieder vergessen, doch ärgern musste man sich – vor allem auf Grund seiner extremen Kurzweiligkeit – im Verlaufe der Handlung dafür zu keinem Zeitpunkt.

“Pompeii” bekommt von mir 3/5 Liebe und Rache in einem gewaltigen Ausbruch vereinende Empfehlungspunkte.


Patrick
Patrick
DVD ~ Charles Dance
Preis: EUR 12,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Seine "Liebe" ist gefährlicher als Hass., 25. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Patrick (DVD)
Warum sollen eigentlich immer nur die lieben Amerikaner ihrem Wahn nach Remakes nachgeben dürfen? Dieses Mal sind die Australier dran, denn “Patrick” ist das Remake des gleichnamigen Filmes aus dem Jahre 1978, der von der damals erfolgreichen und ebenfalls bereits neu aufgelegten “Carrie” inspiriert wurde. Ausser einer nach aussen hin völlig harmlosen ja sogar hilflosen Hauptfigur inklusive telekinetischen Fähigkeiten, haben diese beiden Filme dabei aber keinerlei Gemeinsamkeiten.

Der sonst auf Dokumentar-Filme spezialisierte und auch schon dafür geehrte Regisseur Mark Hartley, gibt hiermit sein Spielfilm-Debüt. Leider ist seine fehlende Routine doch spürbar, oder das Drehbuch ist einfach zu generisch geraten. Es ist hier eindeutig von Anfang an klar, wer die Heldin ist, wer sicher sterben wird und bei wem die Rettung doch noch wahrscheinlich ist. Meiner Meinung nach muss man hier nicht mal ein Genrekenner sein, aber gut, hat ja niemand gesagt, dass Patrick ein sonderlich subtiles Kerlchen ist.

Die Kameraeinstellungen von oben, von der Seite, eben immer genau so, um etwas anders und unheimlich zu wirken, auch die kalten Farben der eingefangenen Bilder. Das alles könnte auch eine großartig, gruselig stimmige Atmosphäre erzeugen, wird hier aber wie die ziemlich plakative Filmmusik eher zu Instant-Zwecken eingesetzt, um den einen oder anderen Schreckmoment zu erzeugen und dem Zuschauer klar zu machen, dass hier etwas nicht stimmt und sicherlich noch was schlimmes passieren wird. OK, Ziel erreicht, das dürfte nach ein paar Minuten Laufzeit wohl auch der in der hintersten Reihe Schlafende verstanden haben.

Was zwar zum Rest passt aber dann doch negativ auffällt sind wieder mal die CGI-Effekte, die besonders bei Schlüsselszenen – am Anfang, bei einem Unfall in der Mitte und beim Shodown – negativ auffallen. Die gezeigte Gewalt geht zwar ständig von der psychischen Seite aus, doch gibt es auch ein paar physisch ungemütliche Szenen, wobei da nicht unkreativ von schmerzhaft bis tödlich einiges dabei ist. Das Gebäude an sich ist fungiert hier selbst schon als Darsteller und zwar ein zum steigenden Wahnsinn der sich darin befindlichen Menschen sehr gut passender.

Tragen darf den Film zu großen Stücken Sharni Vinson, die nach “Bait 3D” und “You're Next” langsam aber sicher zu einer neuen Horror-Queen mutiert, die sich bereits in den unterschiedlichsten Subgenres ausgetobt hat. Ihre Kathy ist natürlich eine herzliche Person, der ihre Patienten am Herzen liegen, die aber auch in Extremsituationen einen kühlen Kopf bewahrt und sich der Gefahr stellt. Das kann sie sehr gut, besonders weil sie dabei nie den Flair des ganz normalen Mädchens von Nebenan verliert.

Charles Dance (Ironclad) als Doktor ist unglaublich überheblich, abgestumpft und von sich selbst überzeugt, was ihm eine bedrohliche und einschüchternde Aura verleiht. Ihm wünscht man fast ständig, dass er endlich einen Dämpfer bekommt. Rachel Griffiths (Saving Mr. Banks) als seine Tochter und Oberkrankenschwester wirkt da ähnlich, doch sie hat auch diese innerlich zerbrochene Seite, die sie sehr überzeugend im weiteren Handlungsverlauf ans Licht bringt.

Wer also einen kleinen, anspruchslosen Horror zum Zeitvertreib sucht, der in seinen besten Augenblicken schön irre und auch gruselig daher kommt, der kann ruhig zugreifen. Die Darsteller, vor allem in den Hauptrollen, agieren stark und einnehmend und auch handwerklich hat man sich keine groben Schnitzer erlaubt. Natürlich sollte man um mit Patrick Spass haben zu können mit der Tatsache, dass telekinetische Kräfte hier vom Krankenbett aus unter anderem durch Telefone hin Menschen beeinflussen, Autos steuern, Handys zum Glühen bringen und sogar Tote kurzzeitig wieder aufwecken, kein Problem haben.

“Patrick” bekommt von mir 3/5 einen kranken Geist unabsichtlich mit zuviel Macht ausstattende Empfehlungspunkte.


The Art of the Steal - Der Kunstraub
The Art of the Steal - Der Kunstraub
DVD ~ Kurt Russell
Preis: EUR 9,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Über die Kunst, Kunst zu rauben!, 22. April 2014
Rezension bezieht sich auf: The Art of the Steal - Der Kunstraub (DVD)
Dies ist erst der zweite Film von Regisseur und Drehbuchautor Jonathan Sobol. Die kanadische Produktion sollte ursprünglich den Namen “The Black Marks” tragen, wurde später zu “The Fix” geändert, nur um am Ende dann den klingenden Titel “The Art of the Steal” zu erhalten. Neben einem der leider selten gewordenen Auftritte von Altstar Kurt Russell, bekommt man hier auch wieder mal eine lockere und smarte Gaunerkomödie präsentiert, die den Zuschauer mit ähnlich guter Laune hinterlässt, wie zuletzt der ähnlich amüsante “Flypaper“.

Ein Film wie dieser lebt ja vor allem von zwei Dingen: dem geschickt geplanten Verbrechen mit all den damit verbundenen Hindernissen und den liebenswert-interessanten Figuren, die eben dieses ausüben wollen. In diesem Fall funktionieren erfreulicherweise beide Ebenen. Von Beginn an ist der lockere Grundton allgegenwärtig, irgendwo zwischen Ironie und Sarkasmus werden hier die Sprüche hin und her geschoben und mit einer eindeutigen Portion Situationskomik versehen.

Auch wenn es sich nicht grundsätzlich um eine reine Komödie handelt, werden so sämtliche ernsten Bedrohungen leicht abgefedert und ein mögliches Happy End scheint eine sichere Sache zu sein. Dass darunter die Spannung bzw. der Unterhaltungswert nicht leidet, ist neben dem Drehbuch vor allem auch den Schauspielern zu verdanken, die sich als Ensemble gekonnt gegenseitig mit sichtbarer Spielfreude anstecken.

Kurt Russell spielt Crunch mit viel Selbstironie, ein Dieb mit Ehrgefühl, dessen Freunde seine Familie sind, für die er alles tun würde. Natürlich laufen seine Pläne nicht immer so ab, wie er es gerne hätte, wenn er aber etwas stehlen will, dann ist er nur sehr schwer aufzuhalten. Matt Dillon (Takers) als sein aalglatter Halbbruder Nicky ist arrogant und falsch, insgesamt einfach ein unsympathisches Kerlchen. Jay Baruchel (RoboCop) als Nachwuchsdieb hat wieder mal die meisten Lacher auf seiner Seite, seine Nervosität und Ehrlichkeit in jeder Situation ist einfach nur sympathisch.

Herrlich dämlich ist auch Jason Jones (Pitch Perfect) als Interpol Agent, der offensichtlich mit der Gesamtsituation völlig überfordert ist, aber immer glaubt alles im Griff zu haben. Dabei witzig ist vor allem sein Zusammenspiel mit Terence Stamp (Song for Marion), der selbst einen mit trockenen Sprüchen um sich werfenden Gauner spielt, der den Agenten notgedrungen unterstützen muss bei seinen Ermittlungen, damit er früher aus dem Knast wieder heraus kommt. Katheryn Winnick (Choose), hier ungewohnt mit schwarzen Haaren, spielt als einzig wichtige Dame in dieser Männerwelt die undurchsichtige Freundin von Crunch und man weiss erst ganz am Ende, zu wem sie nun wirklich hilft.

Insgesamt ist dies also ein leichter, beschwingter und auch cleverer Film mit viel Humor und gut aufgelegten Schauspielern geworden, der am Ende einen netten Schlusstwist parat hält und endlich die Frage geklärt wird was man tun muss, um ein Buch in einer übergroßen Vagina-Skulptur verstecken zu können. Kanadische Filme sind eben öfters eine wenig anders als die der Amerikaner, doch genau das ist ja gerade das spannende an diesen Produktionen.

“The Art of the Steal” bekommt von mir 4/5 auf diebische Art und Weise für gute Stimmung und Reichtum sorgende Empfehlungspunkte.


Bad Ass 2: Bad Asses
Bad Ass 2: Bad Asses
DVD ~ Danny Trejo
Preis: EUR 9,97

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Was ist besser als ein Bad Ass?, 16. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Bad Ass 2: Bad Asses (DVD)
Nur zwei Jahre nach seinem ersten Abenteuer, lässt Regisseur und Drehbuchautor Craig Moss seinen Helden Bad Ass alias Danny Trejo wieder auf alle Bösewichte los, die ihm in die Finger kommen. Dass dieser zweite Teil zwar noch immer kein Highlight ist, aber ein ganz angenehmer Spass für zwischendurch und somit eindeutig besser als sein Vorgänger funktioniert, liegt vor allem an der Buddy-Dynamik. Den durch seine “Lethal Weapon” Filme darin schon perfekten Danny Glover zu verpflichten, war ein eindeutiger Glücksgriff. Natürlich, wer Trejo nicht ausstehen kann und schon beim Vorteil leiden musste, der ist hier noch immer an der falschen Adresse.

Die besten Momente sind dann auch die, wo auf das Alter der beiden “Action-Opas” Anspielungen gemacht werden. Schimpfen über Hämorrhoiden nach einer Fahrt mit dem öffentlichen Bus, Klagen über eine künstliche Hüfte und ungewollte Blähungen, das alles regt zum Schmunzeln an, weil vor allem Glover diese Sequenzen einfach unheimlich sympathisch rüber bringt. Auch eine Szene, in der er eine junge Dame anflirtet und diese darauf anspricht weil sie nach eigenen Aussagen einen Vaterkomplex hat, kommt irgendwie liebenswert daher.

Trejo hingegen macht das, was seine Rolle als Bad Ass ausmacht. Er ist zu Kindern unglaublich lieblich, hat riesigen Respekt vor Damen, liebt seinen treuen Hund und hat kein Mitleid mit seinen Feinden. Eispickel ins Auge, Messer in die Hand oder der zwar unblutige aber sicher schmerzhafte Einsatz von einem Ventilator unter der Gürtellinie bei der Befragung eines nackten Junkies, zimperlich braucht man als einer der guten Jungs hier scheinbar wirklich nicht zu sein.

Der gesamte Film ist auf dem Charme und der Interaktion der beiden Hauptdarsteller aufgebaut, was wohl auch die völlig belanglose Handlung, die schlechten CGI-Effekte und die wenig actionreiche Inszenierung erklärt. Dafür funktioniert der Wortwitz gar nicht so selten, wobei dies eher daran liegt wer es sagt, als daran was gesagt wird. Der Humor beschränkt sich dabei vor allem auf altersbedingte Witze, aber nicht nur. Als Trejo zum Beispiel bei einer Verfolgungsjagd eine Handgranate auspackt und Glover ihn fragt wo er die her hat, da antwortet dieser einfach “Ein Geschenk der Expendables“.

Danny Trejo (Machete) ist ja ein Darsteller, den man für seine eigene Art entweder liebt, oder nicht weiß, was so toll an ihm sein soll. Ich finde in diesem zweiten Teil wird seine eigene Art nicht überstrapaziert, doch seine Coolness leidet auch hier wie zuletzt bei “Machete Kills” an dem offensichtlichen Einsatz von Stuntleuten bei ein paar Kampfszenen. Natürlich, der Kerl ist in etwa so alt wie es seiner Rolle entspricht, aber dann sollte er aber vielleicht doch auch mal überlegen, etwas ruhigere Figuren zu spielen und so echter zu wirken. Vielleicht wollen ihn seine Fans aber gar nicht anders haben.

Danny Glover (Age of the Dragons) mit seiner mürrischen Art, seinen Magen- bzw. Leberproblemen, seiner offensichtlichen Vorliebe für höchstens halb so alte Damen und seinem grünen Trainingsanzug, ist der eigentliche Grund, warum die überraschungsarme Geschichte bis zum Ende unterhaltsam bleibt. Andrew Divoff (Wishmaster) als Gegenspieler hat hingegen die genau richtig arrogante Art, um als eindeutig durch und durch böser Schurke, das Ziel des Zornes unserer Helden zu werden.

Wer also den ersten Teil mochte, Trejo oder Glover Fan ist, Actionkomödien mag oder einfach nur gerne alten Männern zuschaut, die selbstironisch sich gegenseitig ärgern und viel jüngere Gegner reihenweise zu Boden strecken, der ist hier genau richtig. Für mich noch immer weit von einem guten Film entfernt, dafür ist er ein netter Spass für Zwischendurch und klar besser als Teil 1. Übrigens dreht Regisseur Moss mit seinen beiden Hauptdarstellern gerade den dritten Teil. Die Action-Opas, gehen somit noch lange nicht in Rente.

“Bad Ass 2: Bad Asses” bekommt von mir 3/5 Bösewichten mit doppelter Schlagkraft in die Ärsche tretende Empfehlungspunkte.


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