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Rezensionen verfasst von
S.W. "svenwedler" (Mannheim)

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A Dance with Dragons: A Song of Ice and Fire: Book Five
A Dance with Dragons: A Song of Ice and Fire: Book Five
von George R. R. Martin
  Taschenbuch
Preis: EUR 5,99

14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Winter kommt langsam, 17. Mai 2014
*spoilerfreie Rezension*

Jahre nach der Lektüre des letzten Bandes, "A feast for crows" habe ich mich durch die ca. 900 Seiten von George Martins sechstem Band kämpfen müssen. Die Handlungsstränge der Charaktere, die in "Feast" gefehlt hatten werden nun wieder aufgenommen und bewegen sich mit der Geschwindigkeit einer sedierten Schildkröte vorwärts. Einige Charaktere scheinen bewusst idiotische Entscheidungen zu treffen um die Handlung künstlich in die Länge ziehen zu können (Stannis und Dany fallen hier besonders negativ auf), andere Charaktere werden von Missgeschickten heimgesucht, die letztlich nichts tun um die Entwicklung der Charaktere oer die Handlung voranzutreiben, sie aber in letzter Sekunde doch wieder von ihrem Ziel trennen. Man hat as Gefühl, einer Partie "Mensche ärgere dich nicht" beizuwohnen, bei denen alle Spieler vor ihrem letzten Ziel stehen, aber konstant die falsche Augenzahl erwürfeln.

Neue Charaktere und Blickwinkel werden eingeführt, bei denen man das Gefühl hat, sich besser nicht einmal die Namen zu merken nachdem sie bereits nach zwei Zeilen in die Kategorie "Statist" eingeordnet werden können, deren Lebenserwartung wohl den nächsten Band nicht übersteigen wird. Erneut hat man das Gefühl, dass gewisse Dinge einfach nur geschehen, damit den Status Quo in Westeros nicht verändern muss. Dadurch erinnert die Serie mittlerweile fatal an die mittleren Bände von "Wheel of time", die eine anfänglich vielversprehene Buchreihe in dutzenden zunehmend uninteressanteren Handlunssträngen versinken zu lassen.

George Martin beherrscht es nach wie vor, einige spannende Szenen zu schreiben, ein zunehmender Teil der Zeit zwischen diesen Ereignissen beschäftigt sich aber mit der Auflistung von Nahrungsmitteln, die eingelagert, gekocht, gegessen oder verschifft werden. Oder mit der Aufzählung der Namen von Charakteren, die niemals wieder in irgendeiner Weise relevant sein werden, was aber nicht daran hindert, auch die Namen derer Frauen und Kinder aufzuzählen. Es gibt halbe Buchseiten, die nur aus der Aufzählung von Eigennamen und deren Marschreihenfolge bestehen. Besonders interessant, wenn die Auflösung dieses Handlungsstrangs - der sich durch das ganze Buch zieht - dann über einen Brief von 8 Zeilen erfolgt.

Insgesamt beschleicht den Leser das Gefühl, dass Martin selbst keine Ahnung hat, wohin er mit seiner Handlung möchte, und dass er insbesondere keine Lust mehr hat, seine Geschichte jemals zu Ende zu bringen. Man kann nur hoffen, dass der vermulich in 8 - 10 Jahren erscheinende nächste Band wieder an Fahrt aufnimmt.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 30, 2014 10:54 AM MEST


Uncharted 3: Drake's Deception
Uncharted 3: Drake's Deception
Wird angeboten von BalticTrade
Preis: EUR 21,80

8 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Enttäuschende Vorstellung von Naughty Dog, 8. November 2011
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Uncharted 3: Drake's Deception (Videospiel)
Um die Wertung vorneweg zu nehmen: Ich hoffe, das Spiel ist bald vorbei. Ich bin in Kapitel 22 und kann nur hoffen, dass es nicht mehr lange bis zum Ende ist. Damit ich das Spiel vergessen kann und eventuell noch einmal den um Welten besseren zweiten Teil spielen kann.

Ich habe Teil 1 und Teil 2 dieser Serie geliebt, aber Drake's Deception ist ein Enttäuschung auf ganzer Linie.
Im Einzelnen:

Story:
Hat sich bestimmt irgendwo versteckt. Natürlich hatten diese Spiele noch nie Anspruch, gehobene Literatur zu sein, aber Teil 3 ist selbst für Actionfilm-Maßstäbe dämlich. Während ein Grundgerüst geradeso vorhanden ist, muss ich über den Umgang mit den Charakteren den Kopf schütteln. Während in Teil 2 innerhalb der Levels brilliante Dialoge abgelaufen sind und das fast durchgehend vorhandene Kokettieren zwischen Drake und Chloe für Spaß sorgte, wurden die Nebendarsteller in Teil 3 zu charakterlosen Waffenträgern degradiert. Chloe ist am Anfang dabei und verschwindet ohne einen Kommentar von irgendeiner Seite einfach wieder aus der Story. Elena darf auch mal kurz mitspielen hat aber von ihrem charmanten Charakter aus Teil 1 und 2 auch kaum etwas übrig behalten. Immerhin ist Sully für seine derben Sprüche gut, eine sonderliche Tiefe kommt aber trotz etlicher Passagen, die dem Verhältnis von Sully und Drake gewidmet sind, nicht auf.
Ansonsten reiht sich spektakuläre Actionsequenz an noch spektakulärere Sequenz - einen wirklichen Spannungsbogen gibt es allerdings nicht. Ab etwa der Mitte des Spiels war es mir auch völlig egal, wie es weiterging. Besonderer Tiefpunkt ist eine ewig lange Sequenz in einem Hafen und auf mehreren Schiffen, die absolut nichts mit der Handlung zu tun hat. Ein ziemliches Armutszeugnis, das zudem prozentual eine Menge Spielzeit einnimmt.

Leveldesing und Gameplay:
Irgendwie hat Naughty Dog es geschafft, das Handling so zu verschlechtern, dass ich als Veteran beider Vorgänge (im höchsten Schwierigkeitsgrad abgeschlossen) bis zum Ende des Spiels immer noch nicht in der Lage bin, einen Gegener mit weniger als einem Magazin auszuschalten. Die Steuerung ist an mehreren Stellen extrem unpräzose und schwammig.
- gezieltes Feuer ist mit automatischen Waffen praktisch unmöglich
- in Deckung gehen ist oft Glückssache: oft rollt man der Deckung vorbei, oder geht in die falsche Deckung
- gezieltes Springen ist in manchen Kletterpassagen auch nicht möglich da die Kamera so gedreht ist, dass eine Bewegung des
linken Sticks nach links in einem Sprung nach vorne resultiert (insbesondere auf dem Kruzfahrtschiff ein Problem)
Kurioserweise wird dieser Eindruck durch Drakes Animationen noch verstärkt: Wenn man einem Hindernis zu nahe kommt, hebt Drake schützend die Hände oder stößt sich vom Hindernis ab. Auf den ersten Blick eine nette Neuerung, bei zunehmender Spieldauer unterstreicht es allerdings die Tatsache, dass der Spieler mehr oder minder unbeholfen durch die Levels torkelt. Man kommt sich vor als wäre Drake besoffen. Wenn man dann mit einer Waffe zielt ist man sich dessen sicher.

Die Levels selbst sind zwar mehr oder weniger geschickt getarnte Schläuche, gaukeln aber sehr souverän Größe und Offenheit vor. Daran gibt es in meinen Augen bei dieser Art von Spiel kaum etwas auszusetzen. Extrem ärgerlich ist für mich dagegen, dass für mehr als die Hälfte des Spieles durch das Leveldesign daran gehindert wird, ordentlich zu zielen. Als wäre es nicht von der Steuerung her schon schwer genug, darf sich Drake mit:
- bewegten Oberflächen (ab der Mitte des Spiels drei verschiedene Varianten)
- Sandstürmen
- schlechten Lichtverhältnissen (Blende durch Gegenlicht, Dunkelheit)
herumschlagen. Zum absoluten Höhepunkt gerät es dann, wenn der Spieler gegen Ende im Drogenrausch gegen irgendwelche Dämonen kämpfen darf, die sich lustig durch die Gegend teleportieren und somit das ohnehin schon kränkelnde Deckungssystem völlig aushebenln. Interssanterweise werden die Gegner von den Umwelteinflüssen nicht betroffen und schießen durch einen Sandsturm hindurch mit äußerster Präzision über 200 Meter Entfernung mit einem Revolver. Ein Kunststück, dass mir mit einem Scharfschützengewer nicht gelingen wollte.
Es macht den Eindruck als wollte das Spiel nicht, dass zu viel geschossen wird. Das Problem daran ist, dass der Nahkampf eher uninteressant geraten ist. Die Schleicheinlagen sind nach wie vor eine Glückssache und ein Fehler wird mit dem Auftauchen von gefühlten 90 weiteren Gegner bestraft. Interessant ist, dass in diesem Teil auch das Erledigen eines Gegners aus dem Hinterhalt oft aus unerfindlichen Gründen den Rest alarmiert.
Die offenen Prügeleien gehen zwar gut von der Hand, aber auch hier macht einem oft die unheimliche Präzision der Gegner einen Strich durch die Rechnung. Während sich der Spieler nämlich gerade durch den 12ten Quick Time Event in einem Faustkampf quält, steht die Handlung um einen herum nicht still. Also wird man regelmäßig von einem der 500 anstürmenden Gegner in einen Nahkampf verwickelt und dann von einem der anderen Gegner erschossen während man gerade den Konterknopf drückt. Bei Bedarf macht das ein Gegner auch aus 20 Meter Entfernung mit einem Schrotgewehr. Die eigenen Leute bleiben dabei selbstredend unbehelligt.

Für sich allein genommen wären all diese Fehler durchaus vernachlässigbar - da sie sich aber permanent aufsummieren wird das Spiel ab einem gewissen Punkt zu einer Tortur aus trial and error Passagen, in denen man die Laufwege der Gegner auswendig lernen muss um dem Tod im Kugelhagel zu entgehen. Dieser Effekt wird auch dadurch verstärkt, dass Gegner immer wieder aus irgendwelchen unscheinbaren Holzverschlägen oder 20 cm großen Lüftungsschächten erscheinen und dem Spieler die Kugeln um die Ohren jagen bevor man überhaupt eine Chance hat, sie wahrzunehmen.

Positive Aspekte des Spiels gibt es ohne Zweifel auch, aber sie sind eher technischer Natur:
Die Animationen sind fantastisch, selbst Drakes idiotische Ungeschicktheit im Umgang mit Hindernissen ist grandios animiert.
Die Grafik ist eine Augenweide und sucht Ihresgleichen. Wunderschöne Lichteffekte, beeindruckende Umgebungen und eine unglaubliche Detailverliebtheit machen Uncharted 3 zu einem der schönsten Spiele, dich je gesehen habe.
Ebenso überzeugend sind nach wie vor die Sprecher. Insbesondere die Hauptcharaktere von Drake bis Chloe sind perfekt gesprochen (in der englischen Tonspur zumindest) und auch die Nebendarsteller liefern ihre Zeilen auf hervorragende Weise ab. Auch schön, dass tatsächlich englische Sprecher für die Rolle der Engländer engagiert wurden.
Klares Hightlight auf technicher Seite ist für mich der Soundtrack: Passend zum Geschehen, wunderschön arrangiert und von sehr hoher technischer Qualität. Ein Fest für die Ohren.

Während also die technischen Aspekte stimmen, bleiben Story und Gameplay leider diesmal hinter den Erwartungen zurück. Teilweise ist das Spiel durch seine technischen Macken regelrecht nervtötend. Bisher die am wenigsten überzeugende Fortsetzung dieses Jahr:
Während Gears of War 3 nichts neu macht, bleibt es wenigstens handwerklich perfekt. Und Arkham City überzeugt durch technisch hervorragendes Gameplay, fantastische Atmosphäre und spielerische Vielfalt.
Rein von den Produktionswerten her schlägt Drake' Dectpion beide Spiele - inhaltlich und vom Spielspaß her hinkt es beiden hinterher. Schade um die Charaktere, die den zweiten Teil zu einem fantastischen Erlebnis gemacht hatten.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 22, 2011 9:35 AM CET


Traumtänzer
Traumtänzer
Preis: EUR 6,99

19 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ohne Magie, 29. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Traumtänzer (Audio CD)
Tja, nach der verdienten Auszeit der Band ist nun das neue Studioalbum draußen und hinterlässt leider einen sehr schalen Nachgeschmack.
Auf der Habenseite ist zunächst zu vermerken, dass die Umsetzung der Lieder eigentlich perfekt ist. Thomas Gesang ist fantastisch, die Instrumente werden von wahren Meistern gespielt. Daher ist es umso tragischer, dass das Grundwerk diesmal an sich sehr schwach ist. Nichts davon ist wirklich schlecht, allerdings hat mich nur ein einziges Lied wirklich mitgerissen.

Da sind zum einen die Texte, die gerne eine Geschichte erzählen würden, das auf dieser CD aber leider nicht schaffen. Besondere Ausfälle sind in dieser Hinsicht "Auf hoher See" oder "Hexeneinmaleins". Insbesondere bei letzterem Lied habe ich das Gefühl, dass es aus den Überresten anderer Lieder entstanden ist - zumal scheinbar einige Textzeilen direkt aus "Der Alchimist" gefallen sind.
Etwas peinlich ist für mich auch "Bis zum Morgengrauen" - fehlt nur noch das zweite s in Klammer und fertig ist der Lack. Hier schmerzt mich besonders der Vergleich zum genialen "Zweite Seele" auf dem Vorgänger; hier wurde die Thematik um Längen besser behandelt.
"Der Pakt" ist als Tanznummer sicher noch ganz nett, wirkt aber auch wie ein kreativer Überrest von "Der Spielmann".

Letztendlich fällt es mir sogar schwer, die Lieder auseinanderzuhalten - der Großteil klingt sehr ähnlich und die Texte versucht man eher zu überhören. Textlich kamen Schandmaul noch nie an die Poesie von Subway to Sally heran, aber auf diesem Album ist es tatsächlich oft schon peinlich, sich bemühte Reime oder verworrene Fragmente von Geschichten anzuhören. Es fehlt einfach der Funke, die Magie, die Anderswelt zu einem der besten Alben in diesem musikalischen Bereich gemacht hat. Die Magie von "Anderswelt", "Königin" oder "Stunde des Lichts" ist nicht auszumachen, der Groove von "Krieger" oder die textliche Brillianz von "Zweite Seele" sind auf diesem Album leider nicht zu finden.

Positiv aufgefallen sind mir in dieser kreativen Stagnation lediglich der Titelsong (der noch Lust auf mehr macht), "Der Anker" (wenn auch in gerignerem Maße) und der wunderschöne Refrain von "Mein Lied". Dieses Lied passt sehr schön in das Repertoire der Band, bewegt sich genau richtig an der Grenze zum Kitsch und profitiert von Thomas genialem Gesang. Es hat als einziger Titel des Albums wirklich das Potential, den Hörer auf eine kurze Reise aus der Realität mitzunhemen.

Schade also, für die wöchentliche Schandmauldosis müssen weiterhin Anderswelt oder die letzten beiden Dvds herhalten.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 30, 2011 11:43 PM CET


Mass Effect 2 (uncut)
Mass Effect 2 (uncut)
Wird angeboten von Gameland GmbH
Preis: EUR 17,99

29 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Besser als Teil eins, aber kein Rollenspiel, 27. Februar 2010
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Mass Effect 2 (uncut) (Videospiel)
Nachdem ich nun etwa 30 Stunden mit Mass Effect 2 verbracht und die Hauptstoryline abgeschlossen habe, bleibt nun doch wieder nur ein flaues Gefühl im Magen. Mass Effect 2 begeistert zwar mit größtenteils hervorragender Grafik, dem brillianten Dialogsystem und einer soliden Steuerung, enttäuscht allerdings auf anderen maßgeblichen Ebenen auf ganzer Linie.

Technische Aspekte wie stänidge Ladebildschirme mit teils langen Ladezeiten fallen da für mich weniger ins Gewicht als die Tatsache, dass Mass Effect 2 ein guter Shooter aber ein sehr schlechtes Rollenspiel ist.
Ein Rollenspiel sollte sich durch die Entwicklung des Charakter auszeichnen und dem Spieler dementsprechende Möglichkeiten bieten. Der Hauptcharakter von Mass Effect 2 hat anfangs um die 5 ausbaubare Fähigkeiten, später kommt eine weitere hinzu. Diese Fähigkeiten lassen sich in 4 Stufen ausbauen, mir war es bei einem Durchlauf nicht möglich, alle voll auszureizen. Nicht dass ich es vermisst hätte - einige Fähigkeiten sind ziemlich sinnfrei. So erlaubt etwa das Tarnfeld der Infiltrator Klasse, sich für maximal 9 Sekunden unsichtbar zu machen. Der einzige Nutzen dieser Fähigkeit ist also letztendlich, dass man den Schadensbonus ausnutzt um Gegner schneller zu erledigen. Wirklich als getarnte Klasse vorgehen (wie das einige Gegner können) ist leider nicht möglich. Auf die Munitionsarten kann man ebenfalls verzichten, diese zu einer Fähgikeit zu machen, anstatt den Spieler seine Waffen selber basteln zu lassen, war ebenfalls nicht der beste Schachzug. Letztendlich ist jede "Fähgikeit" nur eine besondere Spielart um Schaden zu verursachen, sinnvolle Fertigkeitsbäume sehen anders aus.
Das Spieldesign fordert allerdings ohnehin nur sehr selten den Einsatz von Fähigkeiten:

Die Missionen in Mass Effect 2 sind linear aufgebaute Schläuche durch die man sich durchballert, meistens ohne größeren taktischen Anspruch an Gruppenmanagement oder sinnvollen Einsatz der Fähigkeiten. Wer gut mit Shootern klar kommt, kann ME 2 auch fast ohne Einsatz der Fähigkeiten lösen. Anspruchsvoll wird das Spiel eigentlich erst auf den hohen Schwieirigkeitsgraden. Ebenso ist das Kaufen oder Finden von Waffen und Rüstungen fast vollständig aus dem Spiel entfallen, minimale Veränderung an der Rüstung können vorgenommen werden, die dann aber nur äusserst schwammige Effekte wie "+5% Lebensenergie" haben.

Das Spiel ist also tatsächlich eher ein Shooter, zugegebenermaßen macht es das aber nicht schlecht. Die Kämpfe sind hervorragend inszeniert, die Umgebungen abwechslungsreich genug um zu faszinieren und die Grafik ist stellenweise bombastisch. Es macht also wirklich Spaß, nach und nach ein Team zu rekrutieren um sich in die finale Schlacht zu stürzen.

Blöderweise lässt sich die Story aber auch auf genau das reduzieren. Wir rekrutieren ein Team, machen für jedes Teammitglied eine Bonusmission, finden in drei weiteren Missionen raus, was eigentlich der große Gegner ist und machen ihn dann in der letzten Mission platt. Ende. Ebenso wichtig wie die Möglichkeit einer Charakterentwicklung sollte eigentlich in einem Rollenspiel die Story sein - und die könnte kaum erbärmlicher sein. So toll die Interaktion zwischen Charakteren in Mass Effect schon immer war, so vernachlässigbar ist sie in Teil 2. Alle Nebencharaktere haben eine eigene Hintergrundgeschichte, die dann an einen Auftrag genknüpft wird - aber anstatt, dass man sich mit den Charakteren beschäftigen müsste, wird dem Spieler irgendwann einfach mitgeteilt, dass XY einem gerne sein Problem mitteilen würde. Ich habe mich z.B. weder mit Tali noch mit Grunt mehr als zwei Minuten unterhalten und auch der von der Presse gelobte Assassine hat bei mir keine besondere Verbundenheit ausgelöst. Dementsprechend ist es dann auch letzendlich von geringer Konsequenz wer denn nun die letzte Schlacht überlebt und wer nicht. Und da die Endsequenz ohnehin nur ca. eine Minute lang ist, bekommt man ohnehin kein besonderes Feedback über die Überlebenden.

Was die Nebenmissionen angeht stagniert Mass Effect 2 - das Spiel wird dafür gelobt, dass die sterbenslangweiligen Erkundungsfahrten auf Planeten verschwunden sind. Das ist wahr, ersetzt wurden sie aber durch einen ebenso unsäglichen Scanner, den der Spieler in mühsamer Kleinarbeit über jeden der gefühlten 4000 Planeten ziehen muss um Ressourcen zu bekommen, mit denen man dann weitere Upgrades erforschen kann, die sich im Spielverlauf kaum bemerkbar machen. +50% Schaden für die Schrotflinte klingt auf Anhieb toll, da die Gegner aber ohenhin immer auf dem Level der Spieler sind, ist jede Gegnerart aber allen upgrades zum Trotz am Anfang des Spiels genauso schwer wie am Ende. Die Planeten bringen zwar locker 5-6 Stunden mehr Spielzeit, spielerisch ist es aber ähnlich spannend wie die Makofahrten.

Die wenigen wirklichen Nebenaufträge sind entweder banale "bring mir diesen Gegenstand" Spielereien oder kleine (wenn auch wunderschön designte) Kampfmissionen, in denen man in zwei Räumen 20 Gegner erledigt um dann wieder aufs Schiff zurückzukehren. Trauriger Tiefpunkt ist eine "Bonusmission" in der man in einem mittelgroßen Areal 20 Dogtags einer Schiffscrew finden muss.

Diese banale Queststruktur, dadurch verschlimmert, dass am Ende jedes Auftrags ein "Mission erfolgreich" Bildschirm weggeklickt werden muss, verbaut sich Mass Effect 2 jegliche Stimmung, die anhand der Grafik und des künstlerischen Designs aufkommen könnte. Das Kampfsystem funktioniert toll und es macht lange Spaß, die Rekrutierung seines Teams voranzutreiben, letztendlich bleibt Mass Effect 2 aber seelenlos und macht den Spieler nur ungenügend zum Teil seiner - wenig mitreissenden - Hintergrundgeschichte. Wo Dragon Age mit toller Charakterinteraktion über seine stellenweise entsetzliche Grafik hinwegtröstete, benutzt Mass Effect 2 seine Technik um darüber hinwegzutäuschen, dass das Spiel letztendlich nur eine lieblose Aneinandereihung von Aufträgen ist, die nur sehr bemüht durch eine Geschichte zusammengehalten werden. Eines Rollenspiels nicht würdig, für Fans von SciFi und Shootern definitiv einen Blick wert.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 23, 2012 3:46 PM MEST


Street Fighter IV
Street Fighter IV
Wird angeboten von media-games-berlin-tegel
Preis: EUR 19,95

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Grafikblender für Masochisten, 27. Februar 2009
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Street Fighter IV (Videospiel)
Nach etlichen Stunden Street Fighter IV fühle ich mich nun in der Lage eine Rezension abzugeben. Da ist nun nach Jahren mal wieder ein klassisches Street Fighter und man fühlt sich tatsächlich sofort an die Zeiten auf dem Super Nintendo zurück erinnert. Spätestens dann wenn die ersten Kämpfe gegen Thaiboxer Sagat sich folgerndermaßen anhören:
Tiger! Tiger! Tiger Uppercut!
Und dann ist auch ganz schnell die Ernüchterung da: Street Fighter IV spielt sich tatsächlich haargenau wie sein Vorgänger aus den 90ern. Die Kämpfe beschränken sich darauf, dass beide Kontrahenten versuchen aus möglichst unmöglichen Winkeln ihre jeweilgen Speziattacken auszuführen - ansonsten ist von Taktik oder Finesse keine Spur. Während die meisten modernen Prügler auf Kombos, Konter und verschiedenste Bewegungsabläufe setzen gibt es bei Streetfighter IV eine handvoll Aktionen, die sich im Laufe eine Kampfes ein paar dutzend Male wiederholen. Es gibt zwar wohl tatsächlich ein Kombosystem und in gewissem Maße eine Möglichkeit zu kontern, diese Manöver sind aber in keiner Weise intuitiv und werden auch im Training nicht wirklich erklärt.

Das wäre dann auch der erste Kritikpunkt:
Dem Spiel fehlen Komfortfunktionen, die eigentlich heutzutage selbstverständlich sein sollten.
Im Herausforderungsmodus kann man sich die Aktionen, die verlangt werden nicht vorführen lassen, statt dessen erhält man die Anweisung zwei Tasten zu drücken - Aufschluss über das Timing gibt es nicht. In einem Fall musste ich Internet einen Spieleführer durchlesen um überhaupt herauszufinden, was von mir verlangt wird.
Von technischer Seite ist unverständlich warum im Überlebensmodus nach jedem Kämpfer ein Ladebildschirm kommt. Andere Spiele haben definitv höhrere Anforderungen an die Konsole und brauchen keine Ladezeit in ähnlichen Modi.
Bei einer Niederlage im Hautpspiel ist es nicht möglich, einen verlorenen Kampf sofort wieder beginnen zu lassen, man muss jedesmal den Kämpfer von neuem wählen und den Ladebildschirm in Kauf nehmen - klingt nicht weiter schlimm wenn man aber nach der zehnten Niederlage gegen den gleichen Gegner wieder über das Auswahlmenü gehen muss zehrt es an den Nerven.
Was zum zweiten Kritikpunkt führt: der Schwierigkeitsgrad. Voraussetzung Nummer eins für Street Fighter IV ist eine hohe Schmerzgrenze. Während die ersten drei Schwierigkeitsgrade nach einer gewissen Einspielzeit durchaus machbar sind, wird es ab Nummer vier aufwärts ganz schnell höllisch. Mit jedem Kämpfer kommt man sehr schnell an einen Gegner, der mit seinen Aktionen immer einen Schritt schneller zu sein scheint, und der einfach nur seine Spezialattacken aneinander reiht bis man vor Verzweiflung einfach den Controller weglegt. Besonders enervierend sind dabei Gegner, die sich "teleportieren" können, also etwa Dahlsim oder Abel. Irgendwann laufen die Kämpfe darauf hinaus, dass die Gegner sich so lange teleportieren (oder Vorwärtsrollen machen) bis sie den Spieler mit einer Spezialattacke treffen. Häufig sieht man vom Gegner während des ganzen Kampfes nur die Animation für die Teleportation und einen Wurf .
Das Problem mit dem Schwierigkeitsgrad ist nicht, dass nicht auch Anfänger einen passen Level finden können, das Problem liegt in der Inkonsistenz: Nach 20 Versuchen an ein und demselben Gegner wischt man mit den nächsten drei problemlos den Boden um dann auf einmal wieder gegen eine Wand zu laufen. Oft heisst diese Wand Seth - der Endgegegner des Spiels ist nicht nur langweilig designt sondern auch unfair, da er etliche "Spielregeln" einfach ignoriert und damit oft für Frust sorgt.

Ohne diese Probleme wäre Street Fighter IV trotz des simplen Spielstils ein wunderschönes Spiel - die Grafik, vom Hintergrund über die Animationen bis zum genialen Comiclook der Charaktere - ist über jede Kritik erhaben, es gibt genug Extras freizuspielen, der Sound ist klasse und die Musik nervt nicht und bietet oft sogar schöne Variationen, der bekannten Street Fighter Stücke.
Da auch die Steurung oft kritisiert wurde: Anfänglich hatte ich damit auch Probleme, die geben sich aber nach ein paar Stunden Spielzeit. Gewisse Aktionen funktionieren allerdings tatsächlich während des laufenden Kampfes praktisch nie und einige UltraCombos sind so dermaßen kompliziert auszuführen, dass man sich fragt warum eine Aktion, die eh in 90% der Fälle daneben geht so unnötig schwer auszulösen sein muss. Glücklicherweise kommt man in den niederen Schwierigkeitsgraden auch ohne diese Aktionen aus, so dass man genug Zeit zum Lernen hat bis man sie tatsächlich braucht.

Für Grafik, Spielgefühl und das befriedigende Gefühl wenn man einen Gegner mit einer UltraCombo vom Bildschirm pustet gibt es fünf Sterne. Einen Stern Abzug gibt es wegen unnötigen Designfehlern wie mangelnden Einstiegshilfen und mangelndem Komfort und einen weiteren wegen unausgegorenen Schwierigkeitsgraden die bei gleichen Einstellungen der Schwierigkeit zwischen "Ich wisch mit euch den Boden" und "Was ist in den letzten 10 Sekunden eigentlich passiert?" schwanken.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 6, 2009 9:10 PM CET


Wie Pech und Schwefel
Wie Pech und Schwefel
Wird angeboten von all-my-music-rheingau
Preis: EUR 14,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial, 6. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: Wie Pech und Schwefel (Audio CD)
Die neue CeeDee der Schandmäuler ist schlichtweg genial.
Wenn die meisten Lieder auch textlich und musikalisch etwas düsterer gehalten sind als jene auf "Narrenkönig" kann man das wohl kaum als Kritikpunkt anführen.
Die Stücke sind durchweg "tanzbar" und Lieder wie "Drachentöter", "Das Tuch" und vor allem "Verbotener Kuß" verbreiten die gute Stimmung die man von Schandmaul kennt.
"Kalte Spuren" ist einfach umwerfend, möglicherweise die beste Ballade der Schandmäuler bisher(musikalisch wie textlich)
"Stein der Weisen" mit feiner Ironie erzählt und "Der Sumpf" ist fast eine Fortsetzung von "Waldmär" und mindestens ebenso gut.
Das einzige Lied mit, dem ich mich nicht so ganz anfreunden kann ist der Tyrann.
Auch wäre eines der genialen instrumentalen Stücke mehr schön gewesen.
Der Sound ist in der Tat ein wenig härter geworden, was allerdings mehr an der Produktion liegen muß, da sich die neuen Stücke(auch härtemässig) bei Konzerten bestens einfügen.
Ich hoffe natürlich auch, daß Schandmaul keine Entwicklung in Richtung In Extremo oder Subway to Sally machen - auf dieser CD ist davon allerdings noch nichts zu hören.
Fazit: Wem das Düstergetue von In Extremo und Subway to Sally auf die Nerven geht, wer gerne mit viel Herz gemachte Musik hört und gerne mal über gute Texte schmunzelt, grübelt oder einfach geniale Melodien aus dem Folk/Metall-Genre hören möchte ist mit Schandmaul nach wie vor bestens beraten.


The Glorious Burden/Ltd.
The Glorious Burden/Ltd.

4 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen When the audience cries, 11. März 2004
Rezension bezieht sich auf: The Glorious Burden/Ltd. (Audio CD)
Und wie habe ich geweint, als ich die neue Iced Earth im Laden gehört habe. Während Iced Earth gewöhnlicherweise ein Blindkauf ist, mußte ich mir unbedingt anhören was Tim Owens so als Sänger drauf hat.
Und siehe da Tim Owens kann Matthew Barlow in keinster Weise ersetzen. Da ist kein Charisma, kein Ausdruck in den Songs.
Owens kreicht sich in höchsten Stimmlagen durch dieses Album und kann lediglich gegen Ende mal für ein, zwei Minuten überzeugen. Die Songs mit Mr Barlows Stimme -hell yeah.
Sehr traurig ist dabei, daß die(ohnehin schon unspektakulären) Refrains eigentlich immer mit mehreren Tonspuren und/oder Backgroundsängern aufgenommen wurden, weil Tim Owens einfach kein Stimmvolumen hat.
Noch trauriger ist die Vorstellung Melancholy oder A Question of Heaven von Tim Owens versaut zu hören.
Und noch ein Wort zu den Texten: Au weia, was ist daß denn? George Bush ist sicher stolz auf Schaffer. Ein kitschtriefendes, blutiges Epos über den Bürgerkrieg, mit der amerikanischen Nationalhymne am Anfang.
Meine Güte holt euch lieber eine x-beliebige andere Scheibe von Iced Earth, alles ist besser als dieses Machwerk
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 12, 2010 9:40 PM CET


Das Maya-Ritual
Das Maya-Ritual
von Patrick Dunne
  Taschenbuch

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Auweia, 22. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Das Maya-Ritual (Taschenbuch)
Obwohl ich schon einges an Büchern gelesen habe, mußte ich mich selten mit einem solchen Schwachsinn herumschlagen.
Die ersten Kapitel machen noch Appetit auf mehr, nach dem verhängnisvollen Tauchgang wird die Geschichte allerdings so uninteressant und unglaubwürdig, daß einem die Haare zu Berge stehen. Obwohl Dunne eine Ich-Erzählperspektive verwendet, bleibt Hauptfigur flach und absolut unglaubwürdig. Als Meeresbiologin ist es ihr völlig egal wenn sie Zeuge schrecklicher Morde wird, ihre besten Freunde sterben oder sie alle zehn Minuten in Lebensgefahr schwebt. Außerdem macht sie natürlich noch fast ganz alleine die Bösewichter zur Schnecke.
Dazu kommt eine Geschichte die absolut an den Haaren herbeigezogen ist und jede Menge Philosophie über Gott, die Umwelt und den Völkermord an den Maya.
Gähn


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