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Beiträge von Marie C.
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Rezensionen verfasst von
Marie C.
(TOP 1000 REZENSENT)   

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Getrieben. Durch ewige Nacht
Getrieben. Durch ewige Nacht
von Veronica Rossi
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

4.0 von 5 Sternen Kommt nicht an Band 1 heran, 18. Juni 2013
Da die Bücher dieser Trilogie aufeinander aufbauen, sollte man unbedingt den Vorgänger „Gebannt. Unter fremdem Himmel“ gelesen haben. Es werden zwar einige Details nebenbei wiederholt, doch dies allein dürfte für das Verständnis nicht ausreichen.

Bei Dreiteilern erfüllt der mittlere Band oft eine Lückenbüßerfunktion. Den Eindruck hatte ich leider auch hier. Während mich Band 1 total begeisterte, wollte beim 2. Band der Funke einfach nicht so recht überspringen. Auch dass er ca. 70 Seiten weniger umfasst als der 1., mag ein Indiz dafür sein, dass Frau Rossi hier eigentlich relativ wenig Substanzielles zu erzählen hatte. Vielleicht lag es aber auch einfach daran, dass Aria und Perry über weite Strecken getrennt agieren und so die Gefühle zwischen den beiden nicht recht zum Tragen kommen.

Nichtsdestotrotz konnte mich auch dieses Buch gut unterhalten. Der Schreibstil ist wie gewohnt sehr anschaulich und flott. Das Erzähltempo ist hoch, der Spannungsbogen steigt vom Beginn bis zum Schluss enorm an. Es gibt Kampfszenen, Bedrohungen durch den Äther und durch andere Menschen. Die Handlung bietet einige Überraschungen und unerwartete Wendungen. Offene Fragen aus dem 1. Band werden beantwortet, dafür ergeben sich wieder neue Fragen, die dann hoffentlich im 3. Band restlos geklärt werden. Die Protagonisten entwickeln sich enorm weiter, müssen aber auch den ein oder anderen Rückschlag einstecken. Teilweise hat mich ihr Verhalten aber auch enttäuscht und ein bisschen genervt, weil es nicht immer nachvollziehbar war. Besser als Aria und vor allem als Perry hat mir in diesem Band Roar gefallen. Er ist so ein lieber Kerl, man muss ihn einfach mögen. So hoffe ich nun, dass er im für März 2014 geplanten 3. Band – „Geborgen. In unendlicher Weite“ - eine große Rolle spielen wird.

Flügel aus Asche: Roman
Flügel aus Asche: Roman
von Kaja Evert
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Debütroman mit ausbaufähigem Potenzial, 14. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Flügel aus Asche: Roman (Taschenbuch)
Inhalt:
Der junge Adeen ist als ungesetzlicher Mischling nur aufgrund seiner Fähigkeiten als Schreiber geduldet. Seine Arbeit besteht darin, magische Schriftzeichen auf Papierrollen zu kopieren. Mithilfe dieser Schriftrollen ist es nichtmagischen Menschen möglich, die implizierte Magie anzuwenden. Adeens Heimat ist die fliegende Stadt Rashija, die von einem Herrscher und einem Rat aus Magiern streng regiert wird. Es gibt viele Gesetze, die die Bevölkerung unterdrücken. Zum Beispiel ist jegliche freie Kunst verboten. Dies ist Adeen ein besonderer Dorn im Auge, da er leidenschaftlich gern malt. Mehr durch Zufall stößt er eines Tages auf eine Gruppe von Rebellen, deren Anliegen es ist, Bilder vor der Vernichtung zu retten. Sie wollen aus Rashija fliehen. Adeen schließt sich ihnen an. Damit wird sein Leben komplett auf den Kopf gestellt.

Meine Meinung:
Auf den ersten Blick hat der Debütroman von Kaja Evert alles, was eine gute Geschichte braucht: eine ansprechende und wenigstens in Ansätzen neuartige Handlung (hier vor allem das Magiesystem), einen sympathischen Protagonisten, mit dem man gerne mitfiebert, einen leicht zu lesenden Schreibstil, der aber trotzdem nicht zu simpel wirkt.

Trotzdem konnte mich das Buch leider nicht fesseln. Es ist mir nicht gelungen, in die Geschichte einzutauchen. Ich stand eher wie ein unbeteiligter Beobachter am Rand. Möglicherweise lag das daran, dass oft über viele Seiten einfach erzählt wird, was passiert oder wie etwas aussieht. Hier hätte ich mir zum Teil einfach mehr spritzige Dialoge gewünscht. Sie hätten das Buch lebendiger gemacht. Auch die Beschränkung auf einen einzigen, mehr oder weniger geradlinigen, Handlungsstrang, der nur wenige wirkliche Überraschungen bereithält, konnte mich nicht begeistern.

Die Handlung wäre eigentlich mit wenigen Sätzen erzählt, doch gibt es noch unzählige Kämpfe mit unzähligen Toten. Hier ist positiv hervorzuheben, dass die Beschreibungen nicht besonders grausig und blutig sind und Adeen Skrupel hat, jemanden zu töten.

Außer Adeen und Talanna fehlt es den Charakteren an Tiefe. Bei den wenigsten erfährt der Leser, welche Beweggründe ihrem Tun zugrundeliegen. Adeen hat mir aber wirklich gut gefallen. Er ist besonders sensibel und ein herzensguter Mensch, zuweilen allerdings etwas naiv dargestellt. Doch seine Entwicklung im Buch ist klasse, aus einem unterdrückten Nobody wird eine starke Persönlichkeit, aber zum Glück kein Held. Talanna mochte ich zwar nicht, aber als Charakter hat sie mir trotzdem gefallen, sie hat der Geschichte ein bisschen Würze gegeben. Die Beziehung zwischen Adeen und Talanna konnte ich allerdings nicht so recht nachvollziehen, die erschien mir zu plötzlich und ohne Grund.

Man sieht, ich bin bei diesem Buch hin- und hergerissen. Daher mittelprächtige 3 Sterne :-)

Giftgrün
Giftgrün
von Bettina Plecher
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Mehr Unterhaltung als Spannung, 12. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Giftgrün (Taschenbuch)
Inhalt:
Die junge Ärztin Frieda May folgt ihrem Doktorvater Georg Nader, in den sie auch ein bisschen verliebt ist, an die (fiktive) Münchner Eisbachklinik. Doch schon am 1. Tag wird Nader selbst mit Vergiftungssymptomen in die Klinik gebracht. Hat der Hobbykoch etwa Bärlauch mit den giftigen Blättern der Herbstzeitlosen verwechselt? Frieda May und ihr Mitbewohner, der Toxikologe Quirin Quast, glauben nicht daran. Als Nader am 2. Tag tot ist und die Polizei keinerlei Ermittlungen aufnimmt, suchen Frieda und Quirin auf eigene Faust nach Hinweisen. Schon bald wird klar, dass Nader mehr Feinde an der Klinik hatte, als gut für ihn war…

Meine Meinung:
Der Debütroman von Bettina Plecher ist ganz unterhaltsam geschrieben und wartet hin und wieder mit einer Prise Humor auf. Die Handlung ist gut durchdacht und perfekt in den Klinikalltag eingepasst. Sehr realistisch werden die Klinik, die verschiedenen Ärzte und Schwestern, ihre Verbindungen und Intrigen beschrieben. Die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet, teils sympathisch, teils weniger sympathisch, alle mit Ecken und Kanten, und wirken sehr authentisch. Unterstützt wird dies noch durch wenige wohldosierte Häppchen des Münchner Dialekts, die auch für Nichtbayern verständlich sein sollten.
Mir persönlich kamen für einen Krimi die Ermittlungen etwas zu kurz bzw. schienen mir teilweise zu halbherzig und planlos. Einiges war schnell zu durchschauen, doch kann der Roman auch mit Überraschungen punkten. An Spannung hätte es ruhig etwas mehr sein dürfen, ein paar brenzlige Situationen mehr hätten nicht geschadet.

Drei Songs später
Drei Songs später
von Lola Renn
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

4.0 von 5 Sternen Realistisches Jugendbuch, 10. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Drei Songs später (Gebundene Ausgabe)
Inhalt:
Zeta ist etwa 16 Jahre alt. Sie hat ein Ziel: Sie möchte Tänzerin werden. Doch scheint dies am Widerstand ihres cholerischen Vaters zu scheitern. Für ihn kommt ein musisches Abitur überhaupt nicht in Frage. Selbst als Zeta am „normalen“ Gymnasium an Mathe und Physik zu scheitern droht, gibt er nicht nach. Und leider ist dies nicht der einzige Punkt, den er in Zetas Leben bestimmen will. Seine Ansichten sind dabei zum Teil schon sehr abstrus und für einen Außenstehenden nicht nachvollziehbar. Zetas Alltag ist geprägt von Schulstress, Angst vor Vaters Wutausbrüchen und Nasenbluten. Zum Glück hat sie ihre Freundin Sarah und ihren Freund Micha und natürlich das Ballett, wo sie zwischendurch auch mal wieder aufatmen kann. Als die Situation zu Hause immer unerträglicher wird, will Zeta das nicht länger hinnehmen…

Meine Meinung:
Lola Renns Debütroman greift ein leider immer aktuelles Thema auf. Mit Zeta als Ich-Erzählerin steckt der Leser dabei mitten in der Handlung und Zetas Problemen drin. Durch die jugendliche Sprache, zum Teil Umgangssprache, wirkt das Buch sehr authentisch und realistisch. Obwohl der Sprachstil eher emotionslos und neutral wirkt, kommen Zetas Gefühle gut zum Ausdruck. In diese Protagonistin kann man sich wirklich gut hineinversetzen. Auch die Beweggründe der Mutter konnte ich gut nachvollziehen. Sie liebt ihren Mann und ihre Tochter, hat aber einfach nicht genug Rückgrat, um sich gegen ihren Mann zu stellen, und lässt Zeta somit im Stich. Doch was den Vater zu seinem üblen Verhalten antreibt, wird in dem Roman nicht klar. Er spricht dem Alkohol mehr zu, als ihm guttut. Doch warum tut er das? Hier hätte ich mir noch etwas mehr Hintergrund gewünscht. Am Schluss geht alles recht schnell. Das hätte man eventuell auch noch etwas ausbauen können. Da das Buch ja recht dünn ist, hätten ein paar Seiten mehr sicher nicht geschadet.

Fazit:
Ein Jugendroman, der berührt, aufrüttelt und Hoffnung gibt, der uns zeigt, dass wir als Betroffene Hilfe suchen und als Außenstehende hinsehen und helfen sollen. Für Jugendliche und Erwachsene zu empfehlen!

Wenn die Nacht in Scherben fällt
Wenn die Nacht in Scherben fällt
von Anika Beer
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

5.0 von 5 Sternen Außergewöhnliche Idee, atmosphärisch dicht, 9. Juni 2013
Inhalt:
Nele ist 16, als sie mit ihren Eltern von München in die kleine (fiktive) Stadt Erlfeld zieht. Ohne ihre Freundin Lilly ist sie ziemlich auf sich allein gestellt, denn die Eltern haben wenig Zeit. Und dann spielen auch noch ihre Träume verrückt! In ihren Träumen, die Nele normalerweise selbst bestimmen kann, taucht plötzlich ohne ihr Zutun ein fremder Junge, Seth, auf. Nele fühlt sich seltsam von ihm angezogen, doch gleichzeitig begegnet sie ihm auch mit gesundem Misstrauen. In der Realität dagegen freundet sie sich mit ihrem Mitschüler Jari, einem Jungen aus „schwieriger Familie“ an. Als Jari eines Tages verschwindet, liegt es an Nele und ihrer besonderen Traumgabe, ihn zu finden.

Meine Meinung:
Dies ist der zweite Jugendroman von Anika Beer. Schon von „Als die schwarzen Feen kamen“ war ich sehr angetan. Aber „Wenn die Nacht in Scherben fällt“ gefiel mir sogar noch besser. Beers Schreibstil ist wunderbar bildhaft und mitreißend. Beschreibungen sind so detailliert, dass sofort das Kopfkino anspringt und man sich mitten im Geschehen wähnt. Während des Lesens konnte ich ganz tief in die Geschichte eintauchen und alles um mich herum vergessen. Das schaffen nur wenige Autoren! Die Sprache wirkt jugendlich und lebendig, aber nicht umgangssprachlich oder zu einfach.

Die Handlung ist wirklich außergewöhnlich. Die Autorin hat eine ganz besondere Traumwelt erschaffen, die sie logisch entwickelt. Hier gibt es Traumkammern, Traumwächter, ein Nachtglas und Vieles mehr. Was das alles zu bedeuten hat und wie es mit der realen Welt zusammenhängt, möchte ich hier aber nicht verraten, das sollte jeder beim Lesen selbst herausfinden.

Die Erzählperspektive wechselt zwischen der Traumwelt und der realen Welt, wobei die Traumwelt durch Kursivschrift gekennzeichnet ist. In der realen Welt begleitet der Leser meistens Nele, aber auch mal Jari. So wird das Geschehen von verschiedenen Seiten beleuchtet und es ergibt sich ein rundes Ganzes.

Die Charaktere sind sehr liebevoll ausgearbeitet, allen voran Nele. Sie ist von Anfang an sehr sympathisch und offen, hat aber auch ihre Geheimnisse und Sorgen, Ecken und Kanten. Sie weiß zwar, was sie will, hat aber trotzdem auch viele Zweifel. Das lässt sie sehr authentisch wirken. Jari ist ein Außenseiter, ein Einzelgänger, doch hinter der abweisenden Fassade verbirgt sich ein schreckliches Geheimnis und ein eigentlich doch ganz netter Junge. Im Laufe der Geschichte wird sehr deutlich, wie wichtig Freundschaft und Vertrauen sind.

Nele und Jari geraten in allerlei gefährliche und unheimliche Situationen. Dabei baut sich die Spannung langsam auf, um gegen Schluss ihren Höhepunkt zu erreichen. Hier will man das Buch wirklich nicht mehr aus der Hand legen, bevor der letzte Satz gelesen ist.

Das Buch ist in sich abgeschlossen, es sind am Ende so gut wie alle Fragen gelöst. Einige Handlungsfäden würden sich allerdings auch noch für eine Fortsetzung anbieten, die ich sehr gerne lesen würde.

Fazit:
Ein fantasievolles und mitreißendes Jugendbuch mit einer außergewöhnlich dichten Atmosphäre.

Garantiert wechselhaft
Garantiert wechselhaft
Preis: EUR 9,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Witzig-leichte Sommerlektüre, 31. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Garantiert wechselhaft (Kindle Edition)
Inhalt:

Als die Endvierzigerin Nina einen alten Gasthof in der Fränkischen Schweiz erbt, zögert sie nicht lange. Sie bestellt eine Umzugsfirma, packt ihre 16-jährige Tochter Marie ins Auto und zieht von Berlin nach Wiestal, um Ex-Mann und Ex-Freund endlich loszuwerden und ein neues Leben zu beginnen. Doch auf dem Land geht es alles andere als ruhig zu. Ein paar Dorffrauen passt es gar nicht, dass Nina im Gasthof wohnt. Sie mobben sie bei jeder Gelegenheit. Nur Nachbarin Gundi unterstützt Nina, wo es nur geht. Gustl, der Nachbar auf der anderen Seite, hat gleich ein Auge auf Nina geworfen, doch die träumt eher von Schreiner Christian. Und dann ist da auch noch der nette Anwalt, der sich um Nina bemüht. Kein Wunder, dass die Stimmung im Gasthof äußerst wechselhaft ist.

Meine Meinung:

Das Autorenduo Fanny Wagner und Carolin Birk schafft es mit diesem Roman, seine Leserinnen wirklich gut zu unterhalten. Die Geschichte ist ganz spritzig und witzig, wenngleich sie nur wenige Überraschungen bereithält. Mir haben vor allem die Charaktere gefallen, die allesamt, von den Protagonisten bis zu den Nebenpersonen, liebevoll ausgearbeitet sind und relativ authentisch wirken. Man kann sehr schön Ninas Schwierigkeiten nachvollziehen, wenn ihr der „fränggische Dialeggd“ nur spanisch vorkommt, ebenso ihre Bemühungen, in die Dorfgemeinschaft aufgenommen zu werden. Dazu kommen dann immer wieder die leidigen Hitzewallungen, die Ninas Laune auch nicht gerade heben. Doch am Ende sind es genau diese, die den Stein ins Rollen bringen.

Ganz witzig finde ich auch die Idee, jedes Kapitel mit einer Art Stimmungs-Wettervorhersage zu überschreiben.

Fazit:

Wer humorvolle, leichte Unterhaltung sucht, ist hier wirklich gut bedient.

Wen küss ich und wenn ja, wie viele?: Lilias Tagebuch
Wen küss ich und wenn ja, wie viele?: Lilias Tagebuch
von Mara Andeck
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vom Liebeschaos einer 16-Jährigen, 30. Mai 2013
Lilia lässt uns mit diesem Buch an ein paar turbulenten Tagen ihres jungen Lebens teilhaben. In Form kurzer Tagebucheinträge legt sie ihre Gedanken offen. Sie beginnt mit ihrem 16. Geburtstag, den sie allein in ihrem Zimmer verbringt. Aus der erwarteten Überraschungsparty wird nichts. Die Freunde haben keine Zeit, da sie für eine Bio-Arbeit am nächsten Tag lernen müssen. So kommt Lilia ins Grübeln und stellt schließlich fest, dass sich was ändern muss. Sie ist nun 16, und damit ist es Zeit, dass sie endlich mal geküsst wird. Doch wer ist der Richtige? Und wie bekommt man ihn rum?

Von allen Seiten holt Lilia sich Tipps zum Flirten. Im Rahmen eines Bio-Referats befasst sie sich mit dem Balzverhalten und überträgt das kurzerhand auf die menschliche Spezies, denn schließlich ist der Mensch auch nur ein Tier ohne Fell, nicht wahr? Dass diese Rechnung nicht aufgeht, dürfte jedem Leser sofort klar sein. Doch wie sich Lilia von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen hangelt, ist einfach herrlich. Um dem Objekt ihrer Begierde näher zu kommen, übt sie erst mal an einem anderen. Dass ein Dritter in sie verliebt ist, schnallt sie dabei viel zu spät.

Mir hat der Aufbau der Geschichte gut gefallen. Die mehr oder weniger kurzen Tagebucheinträge lassen sich flott lesen und vermitteln eine gute Einsicht in Lilias Gedanken und Gefühle. Ihre trockene, zum Teil sarkastische Art hat mir gut gefallen und viel zum Witz beigetragen. Hilfreich sind auch die E-Mail-Passagen ihrer männlichen Freunde, die quasi die Gegenseite darstellen, sodass der Leser immer ein bisschen mehr weiß als Lilia selbst.

Klar ist manches etwas übertrieben dargestellt, und ich hoffe nicht, dass ein Mädchen tatsächlich so handelt, aber hey, in einer fiktiven Geschichte darf man schon mal über die Stränge schlagen! Ich habe mich auf jeden Fall bei der Lektüre köstlich amüsiert und denke auch, dass die meisten 12-15-jährigen Leserinnen ihren Spaß daran haben werden. Da das Buch recht kurz und damit schnell gelesen ist, ist es auch für Lesemuffel gut geeignet. Und wer dadurch auf den Geschmack gekommen ist, kann sich schon gleich auf die Fortsetzung freuen, die voraussichtlich im August 2013 unter dem Titel „Wer liebt mich, und wenn nicht, warum?“ erscheinen wird. Ich freue mich drauf!

Das Land jenseits der Zeit: Elvancor 1 - Roman
Das Land jenseits der Zeit: Elvancor 1 - Roman
von Aileen P. Roberts
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

4.0 von 5 Sternen Prima Mischung von Fantasy, Spannung, Gefühl und Humor, 29. Mai 2013
Inhalt:
Lena hat gerade ihr Abitur gemacht, als sie in eine dumme Sache gerät. Statt wie geplant durch die Welt zu reisen, verbringt sie den Sommer mit Sozialstunden im Altenheim. Hier lernt sie die alte Frau Winter kennen, die gerne Geschichten von früher erzählt, von einem fernen Land, in dem die Zeit anders läuft, und von ihrem Geliebten Maredd, der eines Tages kommen wird, um sie zu sich nach Elvancor zu holen. Wen wundert es, dass Lena diese Geschichten für Hirngespinste einer alten Frau hält? Doch als Frau Winter stirbt, hinterlässt sie Lena einen Brief. Zusammen mit Ragnar, dem Enkel der alten Dame, soll sie sich auf Schatzsuche begeben. Ein Abenteuer nimmt seinen Anfang…

Meine Meinung:
Der Titel und der Klappentext lassen auf einen tollen Fantasy-Roman schließen. Den bekommt man auch. Allerdings ist der Fantasy-Anteil in diesem 1. Band noch relativ gering. Die Autorin lässt ihren Charakteren und ihrer Story dafür genügend Zeit, um sich logisch und sensibel zu entwickeln. Die Handlung findet hauptsächlich in unserer Welt statt, genauer gesagt, in der Fränkischen Schweiz. Dabei greifen die beiden Welten ganz allmählich immer mehr ineinander. Mir hat diese Vorgehensweise ausgesprochen gut gefallen.

Das Buch lässt sich flott lesen, der Schreibstil ist erfrischend geradlinig. Trotzdem kommen auch detaillierte Beschreibungen nicht zu kurz. Ich konnte mir die Landschaft und die Personen gut vorstellen, hatte ein klares Bild davon vor Augen.

Wer’s gefühlvoll mag, ist hier ganz richtig: Von Trauer über Liebe und Wut bis zu Angst sind hier alle Gefühle vertreten. Und auch wer Spannung sucht, kommt auf seine Kosten.

Ein großes Plus dieses Romans sind die Charaktere. Sie sind so unterschiedlich, aber alle sind sehr gut getroffen. Die 18-jährige Lena wirkt anfangs noch etwas unreif und oberflächlich, entwickelt sich aber im Lauf der Geschichte zu einer selbstbewussten und kritischen jungen Frau. Besonders gut hat mir auch Lenas Oma Gisela gefallen, eine Art Kräuterhexe mit Hippie-Vergangenheit. Sie ist Lena eine große Stütze im Umgang mit den spießigen Eltern und sorgt für manches Grinsen im Gesicht des Lesers. Ragnar wirkt anfangs oft launisch und scheint voller Geheimnisse zu stecken. Zu Beginn mag Lena ihn nicht wirklich, aber für die Schatzsuche müssen sich die beiden ja notgedrungen zusammenraufen. Dabei erleben sie so manche schöne, aber auch gefährliche Stunden.

Ein gut gelungener Auftakt der Dilogie, deren 2. Band voraussichtlich im August 2013 unter dem Titel „Das Reich der Schatten“ erscheinen wird.

Die Auserwählten - In der Todeszone
Die Auserwählten - In der Todeszone
von James Dashner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Wie Thomas sagen würde: "Gut, das.", 29. Mai 2013
Nach „Die Auserwählten – Im Labyrinth“ (Band 1) und „Die Auserwählten – In der Brandwüste“ (Band 2) liegt nun endlich der 3. und letzte Band der Reihe vor. Man sollte unbedingt die ersten beiden Teile gelesen haben, denn das Buch baut auf den Vorgängern auf und man dürfte sonst doch einige Verständnisprobleme haben.

Wie bereits gewohnt erleben wir die Handlung wieder aus Thomas‘ Sicht. Die Jugendlichen befinden sich im Hauptquartier von ANGST und sollen ihr Gedächtnis zurückbekommen. Dafür ist eine kleine Operation am Gehirn notwendig. Ist das nur wieder ein Trick von ANGST oder sagen sie dieses Mal wirklich die Wahrheit? Thomas wehrt sich gegen eine erneute Manipulation an seinem Gehirn und will lieber ohne Erinnerungen weiterleben, zumal er sich auch davor fürchtet, was zum Vorschein kommen könnte. Mit einigen Freunden flieht er. Von nun an ist es ihr Ziel, ANGST auszuschalten. Dafür suchen sie Verbündete in der freien Welt, wo Der Brand, die tödliche Seuche, schon stark auf dem Vormarsch ist.

Für Thomas liegt das Hauptproblem darin, dass er nie weiß, wem er wirklich vertrauen kann. Zu oft ist er schon belogen worden, ob von ANGST oder von sogenannten Freunden. Schließlich bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich auf seine Intuition zu verlassen. Doch stets nagen Zweifel an ihm. Diese darzustellen, ist Dashner sehr gut gelungen. Man spürt Thomas` Misstrauen und Unsicherheit. Doch der Junge lässt sich nicht unterkriegen und tut einfach, was er für richtig hält. Von der psychologischen Seite her hat mir das Buch sehr gut gefallen.

Auch dieses Buch ist wie die beiden Vorgänger sehr spannend. Der Schreibstil ist mitreißend und bildhaft. Man kann sich das Beschriebene leicht vorstellen. Das Kopfkino kommt beim Lesen sofort in Gang. Der Autor hält die ein oder andere Überraschung und unerwartete Wendung bereit, sodass die Spannung stets hoch ist. Allerdings gibt es auch viele brutale, fast schon horrormäßige Szenen, grausame Kämpfe und jede Menge Tote, worauf ich bei einem Jugendbuch auch gut verzichten kann. Positiv empfinde ich es hier, dass der Protagonist Thomas es immer sehr bedauert, wenn andere verletzt oder gar getötet werden. Es lässt ihn nicht kalt. Und in einer Dystopie geht es eben in der Regel gewalttätiger zu als in unserer Gesellschaft.

„Die Auserwählten - In der Todeszone“ bildet einen gelungenen Abschluss für diese Trilogie. Alle bisher noch offenen Fragen werden geklärt, und auch das Ende der Geschichte fand ich richtig befriedigend. Wer die ersten beiden Bände gerne gelesen hat, sollte sich auf keinen Fall diesen Teil entgehen lassen. Ich kann mich nur den Lichtern anschließen: „Gut, das.“

Toskanische Verführung
Toskanische Verführung
Preis: EUR 3,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Prima Unterhaltung mit Liebe, Humor und Spannung, 11. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Toskanische Verführung (Kindle Edition)
Mit diesem Ausflug ins Genre der Liebesromane hat Susanne Gerdom alias Franziska Hille mal wieder ihre außerordentliche Vielseitigkeit bewiesen. Liebesromane meide ich normalerweise, doch weil ich von dieser Autorin schon so viele super Bücher gelesen habe, wollte ich es hier mal drauf ankommen lassen. Zum Glück verschont uns die Autorin mit Schmacht-Szenen, die sich über mehrere Seiten hinziehen und legt den Schwerpunkt mehr auf die Rahmenhandlung. So konnte auch ich dieses Buch mit einigem Vergnügen lesen.

Flannery Gardner arbeitet für ein Auktionshaus. In der Toskana soll sie die Bibliothek des Grafen Alessandro della Gherardesca begutachten. Dieser ist allerdings gar nicht davon begeistert, eine junge Frau in seiner feudalen Villa beherbergen zu müssen. So begegnet er ihr zunächst mit offener Abneigung. Flannery versucht, dem arroganten Grafen aus dem Weg zu gehen, was leider nicht immer möglich ist. Kaum treffen die beiden mal aufeinander, entbrennt schon gleich ein heftiges Wortgefecht, denn Flannery sagt dem Grafen ordentlich die Meinung. Herrlich! Dabei fühlt man aber schon sehr bald, wie es zwischen den beiden sachte knistert. Doch ein düsteres Familiengeheimnis verhindert ein schnelles Näherkommen.

Ich liebe den Schreibstil dieser Autorin! Da ist es ganz egal, in welchem Genre sie schreibt, sprachlich hebt es sich immer positiv von der Masse ab. Der Roman ist sehr unterhaltsam, die Charaktere wirken lebendig, wenn auch nicht immer sympathisch. Zuweilen konnte ich die schnellen Stimmungswechsel der Protagonisten nicht ganz nachvollziehen. Die Dialoge sind mit einer großen Menge Humor gespickt, sodass man auch öfter mal etwas zu lachen hat. Dabei ist das Ganze noch mit einer deftigen Portion Spannung aufgepeppt. Franziska Hille treibt mit dem Leser ein klasse Verwirrspiel, bei dem es einem schwer fällt, die Personen richtig einzuordnen. Man rätselt bis zum Schluss, wer welche Rolle spielt.

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