Profil für ROTT > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von ROTT
Top-Rezensenten Rang: 117
Hilfreiche Bewertungen: 4483

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
ROTT
(TOP 500 REZENSENT)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Monuments to An Elegy
Monuments to An Elegy
Preis: EUR 9,99

24 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fokussiert (auch zeitlich), sehr heterogen und sehr eingängig, 5. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Monuments to An Elegy (Audio CD)
Ich hoffe, diese Album geht nicht bei allzu vielen Fans nach hinten los. Billy hat seit Anfang des Jahres ziemlich kryptisch, die Medien mit dann doch recht eigenartigen Aussagen angeheizt. Mein Lieblingsstatement: „I feel like it’s there, and all of the response that I’ve gotten behind the scenes is off the charts. Just a really, really intense response. Things like people saying, ‘This is the record I’ve been waiting for you to make for 15 years.’ That kind of stuff, very grandiose things, but it tells me that we’re on point, in terms of hitting the right note. Because if you made like, ‘Hahaha, Siamese Dream 2,’ people wouldn’t have that response. They wouldn’t see it as current, and I know that from my own list, so it feels current to people that are hearing it.”

Klar, oder? Läuft bei Dir, Billy.

Dafür ist „Monuments to an elegy“ dann doch relativ schlank und unkryptisch geworden. Billy Corgan hat immer noch etwas beizutragen, das Album klingt sehr abwechselungsreich, die Songs sind kompakt und fokussiert und sind vor allen Dingen sehr auf Melodie und Eingängigkeit getrimmt. Es ist nicht „Siamese Dream II“ oder „Mellon Collie … II“, ebenso nicht die direkte Nachfolge zum fast schon progressiven vertrackten „Oceania“, aber wenn man sich mit der Eingängigkeit der Songs (ja, ich meine hier, dass manches poppig wirkt :-) anfreunden kann, dann wird man sehr zufrieden sein.

TIBERIUS eröffnet das Album. Bei den Gitarrenriffs findet man sich sofort heimelig, sie erinnern sehr an die Pumpkins in der frühen Phase. Allerdings geben die Klavierpart und der “Ghosts and Gods” Refrain dem Song einen frischen Anstrich. Ein sehr gelungener Opener für ein abwechselungsreiches Album

BEING BEIGE ist schon seit einiger Zeit bekannt, früher hätte man gesagt es sei die Lead Single des Albums. Bei den ersten Durchläufen hat mich dieser Song sehr irritiert und auf dem falschen Fuss erwischt, wahrscheinlich war ich dann doch zu sehr auf den Vorabhype hereingefallen und hatten einen rockigeren, härteren Song erwartet. Aber BEING BEIGE wächst. Besonders auch durch die Texte. Wo andere ältergewordenen rockige Zeitgenossen ihre Message nicht mehr so glaubhaft rüberbringen können, klingt Billy Corgan mit dann doch bald schon 50 immer noch verloren und auf der Suche nach Nähe. Und der Song hat natürlich eine sehr poppige Melodie und Refrain.

ANAISE! ist dann ein Break nach der Stimmung, die die ersten beiden Songs erzeugt haben. Der Rhythmus wagt sich in unbekannte (funkige) Weiten und die Mischung mit den Synthesizern wirkt ein wenig schräg. Das ganze mündet in einen dann doch wieder gut ins Ohr gehenden Refrain. Die Zeit wird zeigen, ob dieser Song dann doch nicht eher ein Kandidat wird, der übersprungen wird beim Hören.

Während man sich noch wundert und schüttelt, was das bitte im Song zuvor genau war, wird es mit ONE AND ALL sofort wieder klar, dass man sich auf einem Smashing Pumpkins Album befindet. Der Song ist „klassische“ 90er Jahre, mit einem fetten Grunge Riff, undurchdringlichen Gitarrenwänden und keinem einzigen elektronischen Gepiepse.

RUN2ME ist dann ein klassischer Spalter, bei dem es tatsächlich nur 0 oder 1 und keinen grauen Bereich dazwischen gibt. Angetrieben durch Synthesizer, mit Referenzen an New Order und Springsteen, sogar ein wenig an die Killers und einer großartiger, pathetischen Melodie („Run to me, my love is strange“) wird es bei den Fans komplette Ablehnung oder sofortiges Niederknieen geben. Ich kniee nieder, so ein Händchen für einen klasse Popsong hätte ich bei Corgan nicht erwartet.

DRUM + FIFE fällt auch wieder durch seine Eingängigkeit auf. Nach kurzem Intro kommt der Song sofort auf den Punkt, die Melodie.

MONUMENTS hat ähnlich wie ANAISE! dann wieder einen leichten Club und Tanzvibe. In diesem Song funktioniert das Experiment allerdings besser, weil die „modernen“ Elemente geschickt mit „klassischen“ Smashing Pumpkins Passagen gemischt werden.

DORIAN ist ein Referenz an “Adore”. Ein lustiger Autor meinte der Song wirkt wie ein Erasure Remix eines Smashing Pumpkins Songs. So ganz kann man das nicht von der Hand weisen, aber irgendwie muss man auch wie so oft den Hut ziehen, dass Corgan einfach keine Grenzen kennt.

Mit ANTI-HERO schließt das Album dann mit einem Highlight. Ziemlich rockig, aber weniger im Alternative Grunge Rock Sinne, sondern eher in Richtung Pop Punk. Und wieder mit einer Melodie ausgestattet, die sich sofort festsetzt.

Musikalisch ist das Album also eine Wundertüte, ein Mix aus vielen Stilen, die eigentlich nur durch eines verbunden wird. Die Songs kommen sehr direkt auf den Punkt und sind fast alle mit eingängigen Melodien ausgestattet sind. Wenn in diesem Sinne auch sehr poppig geworden, so werden sich sicherlich viele Fans an dem einen oder anderen Song die Zähne ausbeißen. Bei mir sind das ANAISE und DRUM+FIFE, die ich nicht so dolle finde. TIBERIUS und ANTIHERO zündeten sofort, BEING BEIGE und RUN2ME brauchten etwas, sind aber dann unverzichtbar. Wenn es was zu bekritteln gibt, dann ist es die Länge des Albums (33 Minuten) und dass an manchen Stellen Chamberlin fehlt und leider nicht mit einem Drum Computer gearbeitet wurde (anstelle mit diesem zum Teil unsagbaren 80er Jahre Föhnlockenrocktrommler ;-).


LOST DMAIN(+bonus)
LOST DMAIN(+bonus)
Wird angeboten von -uniqueplace-
Preis: EUR 21,93

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Besonders, 22. November 2014
Rezension bezieht sich auf: LOST DMAIN(+bonus) (Audio CD)
Tim Wheeler’s Solo Debut ist ein besonderes Hörerlebnis. Nicht musikalisch, hier ist unverkennbar der Kopf von Ash am Werk, auch wenn das Album eher Klavier und Streicher als Gitarren erklingen lässt, sondern vielmehr in den Texten und dem Kontext des Albums. ‚Lost Domain‘ dreht sich um die langjährige Alzheimer Krankheit und das Ableben seines Vaters. Außer den beiden instrumentalen Liedern des Albums dreht sich jeder Song um dieses Thema. Dabei unterteilt sich das Album in drei Teile, Themen: den initialen Schock der Diagnose, den langen Prozess bis zum Ableben des geliebten Menschen, und schließlich das finale Abschied nehmen.

Dabei wirkt ‚Lost Domain‘ nie platt oder depressiv, sondern sucht den Weg nach vorne. Die Offenheit und Durchlässigkeit die Tim Wheeler hier an den Tag legt ist atemberaubend und – ja – kann sehr ergreifend sein. Ohne auf weitere einzelne Titel einzugehen, möchte ich aber doch besonders den Song VIGIL hervorheben. Obwohl der traurigste schmerzvollste Moment überhaupt beschrieben wird, die letzten Momente im Krankenhaus, umgeben von der Familie, wird ein positive Stimmung zu erzeugen und auch diese schrecklichen Moment angemessen zu schätzen und ihn lebensbejahend entgegen zu nehmen. Es ist schwierig in Worte zu fassen, Menschen die eine ähnliche Situation durchlebt haben, werden von diesem Album mehr als nur berührt sein. Es ist Katharsis pur, nicht nur wahrscheinlich für Tim, sondern möglicherweise auch für den aufmerksamen Zuhörer

Bis zu diesem Album mochte ich Tim als fast schon ewig jugendlichen Gitarrenhelden, der mich schon seit ‚Jackie Chan‘ und ‚Girls from Mars‘ immer zum lächeln gebracht hat. Mit ‚Lost Domain‘ bekommt er aber einen ganz besonderes Platz nicht nur in der Musiksammlung.


THE CHRISTMAS ALBUM by TIM WHEELER & EMMY THE GREAT [Music CD]
THE CHRISTMAS ALBUM by TIM WHEELER & EMMY THE GREAT [Music CD]

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alternative Weihnacht, 22. November 2014
Was für eine schöne Überraschung. Tim Wheeler, Kopf der Indierocker Ash und Emmy the Great, die ich bis dahin noch gar nicht kannt (shame!, muss ich nachholen) bringen ein Weihnachtsalbum raus. Als Ash Mailinglist Abonent bekommt man das glücklicherweise mit, sonst würde dieses Album wahrscheinlich im Klibber der üblichen Xmas Veröffentlichungen untergehen. Was schade wäre, denn dieses Album ist anders. Emmy und Tim haben zwar ausführlich seasonal music gehört, v.a. Phil Spector, überall sind sind Jingle Bells zu hören, aber alle Songs auf diesem (kurzen, nur 31 Minuten) Album sind selbstkomponiert.

Und machen Spass! Neben solchen lieblichen Dueten wie CHRISTMAS MOON oder HOME FOR HOLIDAYS, die dem herkömmlichen Soundtrack für diese Jahreszeit am nähesten kommen, gibt es auch einige atemberaubende Perlen. CHRISTMAS DAY (I WISH I WAS SURFING) zum Beispiel, Tim wie man ihn mit Ash kennt, ein Song der abgeht und auch auf eines der ersten Weezer Alben gepasst hätte. Oder Emmy's Alleingang mit DON'T CALL ME MRS CHRISTMAS, im 60er Jahre Soundgewand wird hier die Geschichte von Frau Santa erzählt, der Liebe zum Alten jedes Jahr mehr abkühlt, weil der ja schliesslich Weihnachten nicht zu Hause ist. Oder aber ZOMBIE CHRISTMAS, ein schöner Anti-Weihnachts-Song, der etwas schmutzig mit 80er Jahre New Wave Synthi Gerumpel daher kommt.

Ich weiss schon, was bei der ganzen Fahrerei über die Feiertage aus den Autolautsprechern dudelt. Wenn wir in einer gerechten Welt leben würden, würde dieses Album die Michael Bubbles und Georg Michaels dieser Welt dieses Jahr hinter sich lassen. Wenn ... so wünschen wir ihm, dass es zumindest eine kleine Schar Menschen happy macht ;-)
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 5, 2014 6:51 AM CET


Lost Domain
Lost Domain
Preis: EUR 18,47

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Besonders, 21. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Lost Domain (Audio CD)
Tim Wheeler’s Solo Debut ist ein besonderes Hörerlebnis. Nicht musikalisch, hier ist unverkennbar der Kopf von Ash am Werk, auch wenn das Album eher Klavier und Streicher als Gitarren erklingen lässt, sondern vielmehr in den Texten und dem Kontext des Albums. ‚Lost Domain‘ dreht sich um die langjährige Alzheimer Krankheit und das Ableben seines Vaters. Außer den beiden instrumentalen Liedern des Albums dreht sich jeder Song um dieses Thema. Dabei unterteilt sich das Album in drei Teile, Themen: den initialen Schock der Diagnose, den langen Prozess bis zum Ableben des geliebten Menschen, und schließlich das finale Abschied nehmen.

Dabei wirkt ‚Lost Domain‘ nie platt oder depressiv, sondern sucht den Weg nach vorne. Die Offenheit und Durchlässigkeit die Tim Wheeler hier an den Tag legt ist atemberaubend und – ja – kann sehr ergreifend sein. Ohne auf weitere einzelne Titel einzugehen, möchte ich aber doch besonders den Song VIGIL hervorheben. Obwohl der traurigste schmerzvollste Moment überhaupt beschrieben wird, die letzten Momente im Krankenhaus, umgeben von der Familie, wird ein positive Stimmung zu erzeugen und auch diese schrecklichen Moment angemessen zu schätzen und ihn lebensbejahend entgegen zu nehmen. Es ist schwierig in Worte zu fassen, Menschen die eine ähnliche Situation durchlebt haben, werden von diesem Album mehr als nur berührt sein. Es ist Katharsis pur, nicht nur wahrscheinlich für Tim, sondern möglicherweise auch für den aufmerksamen Zuhörer

Bis zu diesem Album mochte ich Tim als fast schon ewig jugendlichen Gitarrenhelden, der mich schon seit ‚Jackie Chan‘ und ‚Girls from Mars‘ immer zum lächeln gebracht hat. Mit ‚Lost Domain‘ bekommt er aber einen ganz besonderes Platz nicht nur in der Musiksammlung.


Avonmore
Avonmore
Preis: EUR 14,99

28 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der naive Musikromantiker …, 21. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Avonmore (Audio CD)
… in mir stellt sich das ungefähr so vor: Im gepflegten Cottage in Südengland, mit modernen Musikstudio im Nebengebäude, ist seit Woche großer Betrieb. Flea und Nile Rodgers erzählen sich Geschichten aus ihren glorreichen Zeiten während sie mit Bass und Gitarre jammen, immer wieder werden die Sockengeschichten des inzwischen ja auch nicht mehr ganz frischen Red Hot Chilli Peppers Bassisten zum besten gegeben. Zwei ältere grau melierte Herren, direkt auf den ersten Blick als Britten zu erkennen sitzen hinter dem Mischpult, plaudern, trinken Earl Grey. Der gut aussehende von Ihnen einen muss allerdings immer wieder zur Tür, um einen der weiteren Besucher hineinzulassen. Die Begrüßung ist immer überschwänglich bei jedem, der dazu kommt, dem kleinen verhuschten Schwarzhaarigen, der versucht etwas jünger auszusehen, als er ist (Johnny Marr ….hihi), dem Amerikaner mit dem Saxophonkoffer oder dem Briten mit der Knollennase. Es wird gearbeitet, aber auch viel geplaudert und gelacht.

So oder so ähnlich muss sich das zugetragen haben ;-)‚ Olympia‘ war ein wundervolles Album und schaffte den Spagat zwischen Retro und Moderne. Um ehrlich zu sein hatte ich danach und nach ‚Jazz Age‘ nicht mehr mit neuem Material von Bryan Ferry gerechnet. Als dann im Spätsommer die Ankündigung kam (alleine der Albumname), stieg die Vorfreude sehr, umso mehr mit der Vorabveröffentlichung von LOOP DE LI, einem verführerischen Song, ganz im Stile der großen erfolgreichen Zeit Anfang und Mitte der 80er.

Um die Bewertung jetzt direkt vorweg zu nehmen. Wer von Ferry weitere leichte Variationen oder gar Innovationen erwartet, ein zurück in die experimentellen artrockigen 70er mit einem Schuss Moderne, wie ja auf ‚Olympia‘ an einigen Stellen angedeutet, der wird bitter enttäuscht sein. Wer – wie ich – die 80er Schaffensphase von Roxy Music und Ferry seine Favoriten nennt, der wird ‚Avonmore‘ lieben und nicht mehr aus der Hand legen in den nächsten Wochen. Das Album ist absolut konsequent und geschlossen, bis auf einen kleinen Ausreißer am Schluss, aber dazu später, und erzeugt genau die Atmosphäre des perfekten Pops, an denen sich die Klassiker ‚Avalon‘, ‚Boys & Girls‘ und ‚Bete Noire‘ bereits versucht hatten.

LOST ist das schönste Beispiel. Luftig und abstrakt mit einem Rhythmus ohne Hast, vielen wohlplatzierten Percussions, einer perlenden Gitarre, die die Melodie trägt, und einem wunderbaren Refrain verbeugt sich der leider viel zu kurze Song eindeutig vor ‚Avalon‘. LOOP DE LI, MIDNIGHT TRAIN oder DRINVING ME WILD sind dann typisch 80er Jahre Solo Ferry. Midtempo Songs, mit einem leicht funkigen Einschlag, geschmackvollen Synthesizern, vielen Schichten von Gitarren. Alles sehr elegant, düster, etwas mystisch, um ein altes Bild zu benutzen, Tanzmusik bei der man das Jackett anlassen und einen Drink in der Hand halten kann. An anderer Stelle gibt Ferry den gewohnten Womanizer, A SPECIAL KIND OF GUY bspw. ist ein Song, den man wahrscheinlich nur ihm durchgehen lassen wird. Immer auf der Grenze zu einer Parodie seines selbst („When you’re with me every problem seems to disappear/ Fields of roses burst into flower and everyone a tear”) kippt der Song nie und bleibt immer auf der Perlen Seite. ONE NIGHT STAND gehört textlich in dieselbe Schublade, allerdings mag der Song bei den ersten Hördurchläufen etwas befremdlich wirken. So ging es zumindest mir, zuviel 80er auf einmal mit dem zackigen Beat, dem schwülstigen Saxophon und den aufgedonnerten Background Dame. Aber nach ein paar mal Hören hat es auch bei diesem Song klickt gemacht. Zu den schlechteren, d.h. mittelmässigen und nicht schlechten, Song gehören die Johnny Marr Kooperation SOLDIER OF FORTUNE, ein Gitarrenshuffle, das leider nicht die Qualität der Zusammenarbeit auf ‚Bete Noire‘ erreicht und das Stephen Sondheim Cover SEND IN THE CLOWNS, das nach einem schönen atmosphärischen Anfang, leider nicht die Güte des Originals erreicht. Das schafft dann allerdings wieder das John Palmer Cover JOHN AND MARRY. Im Vergleich zum Original mit seinen flirrenden Synthesizer wird das Tempo reduziert, ein simpler dunkler Beat, Handclaps, ab und an eine Gitarre, die sich zu verlaufen scheint, und ein Ferry, der noch mehr zu hauchen scheint, als er eh schon tut – herrlich. Über allen thront dann natürlich noch der Titelsong AVONMORE. Eingespielt von drei (!) Bassisten und fünf (!!!) Gitaristen entwickelten sich ein über einem davoneilenden Rhythmus eine Songperle voller Eleganz und Charme die den Ferry’schen Mikrokosmos noch einmal zusammen fasst …. „I want a love that’s never ending / Through all the thunder and the rain / But there’s no sense in pretending / I know I’ll never fall in love again”

Die großartigen Musiker bleiben bis auf Nile Rogers, dessen Rhythmusgitarre doch eine einmalige Signatur hat, dann doch eher unsichtbar und ordnen sich dem Großen und Ganzen unter. Alles wird zusammengehalten von Rhett Davies, dem wahrscheinlich wichtigsten Teil im Puzzle. Er schafft es, den Gesamtsound im Rahmen zu halten, im einen Rahmen zu geben. Falls dieses Album seines letztes sein sollte, dann ist es ein würdiger Abschluss. Falls seine musikalische Reise allerdings weitergeht, dann könnte er sich zum Beispiel etwas nachdrücklicher in die Hände des Produzenten Todd Terje begeben und die Pfade von JOHNNY AND MARRY noch etwas ausleuchten. Oder aber – der Gedanke darf natürlich nicht fehlen ;-) - es kommt doch noch zu einer letzten finalen Wiedervereinigung. Phil Manzanera hatte vor kurzem in einem Interview zum Pink Floyd Album, das er mitproduzierte, eine Andeutung gemacht, die sehr viel Spielraum lies.

So oder so, für ‚Avonmore‘ bin ich dankbar.

PS. Phil Manzanera Interview bei Eclipsed: [...] ... der allerletzte Absatz.
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 7, 2014 7:43 PM CET


Rhythm
Rhythm
Preis: EUR 17,96

4.0 von 5 Sternen Nur Rhythmus und Gesang, 16. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Rhythm (Audio CD)
Stimme und Percussions. Mehr bekommt man auf 'Rhythm' nicht. Wildbirds & Peacedrum sind ein schwedisches Duo, bestehend aus Mariam Wallentin und Andreas Werlin, die mehr als auf eine Weise mit einander verheiratet und verwoben sind. Es gehört schon sehr viel Mut und Vision, sich auf diese simple Formel aus Stimme und Percussions zu reduzieren, und dies auch spannend mehrere Alben durchzuhalten.

Die neun Songs sind sehr sehr stark reduziert und funktionieren dennoch. Mr. Welin entwirft einen Rhythmus und Mrs. Wallentin legt ihren Gesang darüber, mit ihrer ausdrucksstarken, verführerischen Stimme, die in manchen Momenten fast schon meditativ im positiven Sinne einlullt, und in anderen Momentan sehr soulful vor allen auf Beine und Unterleib abzielt. Und obwohl das Duo sich keine weiteren Instrumente erlaubt, gelingt es ihnen viele Stile darzustellen, vom Blues wie in GOLD DIGGER bis zum latino angehauchten GHOSTS & PAINS.

Faszinierend! Für alle Musikliebhaber, die ihren Ohren auch gerne einmal etwas anbieten möchten.


Collected (Limited Edition Boxset)
Collected (Limited Edition Boxset)
Preis: EUR 58,99

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Stattliches Paket für Sammler und Neueinsteiger, 16. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Collected (Limited Edition Boxset) (Audio CD)
Nach gut 25 Jahren haben sich Nick Hallam ('The Head'), Robert Birch ('Rob B') und Ian Rossiter ('Owen If') mal ein paar ruhige Abende zu Hause gegönnt und sind in ihr eigenes Archiv hinabgestiegen. Wieder herausgekommen sind sie mit einem wirklich beeindruckenden Paket, das deutlich macht, welche Einfluss die Stereo Mc’s musikalisch hatten und das für alle Dance Music Liebhaber geeignet ist – egal ob Die Hard Fans, Leute, die die Stereo MCs schon immer mochten aber auch neugierige Beobachter, die das Oeuvre bis jetzt noch nicht kannten. „Collected“ enthält eine DVD, alle sieben regulären Studioalben, 2 CDs mit Remixen und weniger bekannten Material, sowie drei neue Songs (GOOD FEELING, DANCE TONIGHT, AUTUMN LEAVES).

Aber der Reihe nach, die Zeit muss bei so einem allumfassenden Retrospektive einfach sein. Das Debut ‚33 45 78‘ erschien 1989 zu einer Zeit, als sich in England gerade Rock und Tanzfläche mit einander paarten, die Älteren unter uns werden das noch unter dem Stichwort ‚Madchester‘ kennen. Herausragende Stücke auf diesem Debut, das seine Spuren hinterlies, sind ON 33, NEIGHBOURHOOD, BACK TO THE FUTURE und WHAT IS SOUL.

Ein Jahr später waren die Stereo MCs dann bereits mehr als ein Geheimtipp. Und mit dem Anschub eines Major Labels (Island) brach dann ‚Supernatural‘ über die Tanzflächen und Clubs erst Englands und dann der ganzen Welt herein. ‚Supernatural‘ war etwas glatter, polierter aber auch mit (noch) besseren Songs versehen: I AM A BELIEVER, ELEVATE MY MIND, TWO HORSE TOWN und vor allen auch das funkige LOST IN MUSIC. Wer sich schon immer gefragt hat, woher Air und Groove Armada die Inspiration für entspannte Beats und reale Instrumente haben, der sei auf TWO HORSE TOWN verwiesen.

Album 3 (‘Connected’) brachte dann zwei Jahre später den großen kommerziellen Durchbruch, hohe Chartsplatzierungen und sogar den Brit Award für das beste Album des Jahres. Allerdings erst 1994, denn ‚Connected‘ brauchte etwas Anlaufzeit, bevor es dann aber auch so richtig zündete. Die großen Hits waren der Titelsong CONNECTED, sowie STEP IT UP, weitere Highlights PRESSURE und CREATION. Irgendwie mochten die Stereo MCs aber diese Welle des Erfolgs nicht zu Ende reiten und zogen sich erstmal aus der Aufmerksamkeit der Maße zurück – zurück ins Studio und vor allen auf ihre geliebten DJ Aufgaben. Das hat ihnen vielleicht viel Geld gekostet, aber macht sie im Nachhinein noch sympathischer.

Dann statt schnellen ‚Connected II, III‘ Nachfolgern gab es ersteinmal eine lange lange Pause bis zum nächsten Album. ‚Deep Down & Dirty‘ kam erst 2001 auf den Markt und versuchte vielleicht etwas arg, an die Muster des Erfolgsalbum anzuknüpfen. An einigen Stellen wirkt das Album auch heute noch etwas unkonzentriert und fahrig, trotzdem sind solche großartigen Songs wie SOFISTICATED und DEEP DOWN & DIRTY erhalten.

2005 mit ‘Paradise’ kam dann der triumphale Befreiungsschlag. Die Stereo MCs hatten mit den 90ern abgeschlossen, versuchten sich erfolgreich an neuen Sounds und Ideen. ‚Paradise‘ klang wieder frisch, neu, nicht als ob Mittdreissiger an den Reglern wären und enthielt mit WARHEAD, SET IT OFF, FLOAT ON und I FEEL YOU einige sehr bemerkenswerte Songs.

Die 00er Jahre schlossen die Stereo MCs dann mit ‚Double Bubble‘ ob. Die Güte von ‚Paradise‘ wurde 2008 nicht mehr so ganz erreicht, trotzdem gibt es auch hier einige Diamanten wie GRINGO, SHOW YOUR LIGHT und HUMAN.

Das letzte reguläre Album erschien dann 2011. ‚Emperor’s Nightingale‘ gehörte wieder zu den besseren Veröffentlichungen des Jahres. Die Stereo MCs blieben ihrem Stil treu, machten aber auch ein paar Schritte auf neues Terrain, wie zum Beispiel im Duett BOY mit dem Jazz Sänger und Pianisten Jamie Cullum. Weitere Anspieltipps auf diesem letzten Album sind FAR OUT FEELING, TALES und BRING IT ON.

Die beiden weiteren CD sind kleine Schatzkästchen. Die Remixe sind wie eine kleine Zeitreise, man erkennt ihnen sehr schön die Entstehungsperioden an, wie der geniale Future Sound of London CONNECTED remix. Weitere kleine Überraschungen sind der wunderbare BREEZE remix, der Autobahn remix von CITY OF LIGHTS sowie das von Leftfield veredelte STEP IT UP.

Auf der DVD gibt es dann einen Konzertmitschnitt aus den 'Connected' Hey Days der Band, der natürlich optisch sehr 90er ist, aber trotzdem zu gefallen weiss. Die Livenergie wird auf jeden Fall gut eingefangen. Außerdem geben eine Reihe von Interviews von Freunden (Shaun Ryder, Mike Gee), Zeitgenossen (der junge Robbie Williams ;-) und Förderern (Island's Chris Blackwell) eine Reihe von interessanten Einblicken, gerade auch zu dem Druck durch den kommerziellen Erfolg. Bei den Musikvideos fällt noch SWEETEST TRUTH auf, ein wunderbar smooth perlender Track, der 1995 auf der Charityplatte 'The Help Album' enthalten war.

Alles in allem ist das eine sehr sorgfältige und willkommene Veröffentlichung und ein wohlverdienter Tribut an eine Band, die sich ihren Platz redlich verdient hat. Geeignet wie gesagt für Diehard Fans aber auch für Neugierige, die mit der Band noch nicht so recht vertraut sind.


No Fixed Address
No Fixed Address
Preis: EUR 9,99

21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Da traut sich jemand was ..... 4 Punkte PLUS 1 Extrapunkt, 14. November 2014
Rezension bezieht sich auf: No Fixed Address (Audio CD)
Vielleicht ist doch etwas dran an der magischen Zahl 40. So kommt es mir zumindest vor, wenn ich die vielen privaten Zwistigkeiten des fast schon zu bedauernden Chad Kroeger, sein Alter und das neue Album in einen Topf schmeiße. „No fixed adress“ wagt tatsächlich viele Schritte außerhalb der gewohnten Pfade. Und zwar soviele, wie ich Nickelback ehrlich gesagt nicht zugetraut hätte. Ich hoffe die treue Fangemeinde weiß das zu schätzen und wendet sich nicht ab. Die Veränderung, vielmehr Erweiterung des Musikalischen Horizont zwar sorgsam, könnte aber einigen Fans ziemlich abrupt erscheinen. Es gibt immer noch Post-Grunge Riffs, genauso wie hymnische Songs, den oft ruppigen Gesang, der nie Langweile aufkommen lässt, aber ... es wird auch ordentlich Software eingesetzt.

Direkt im Opener MILLION MILES AN HOUR wird das deutlich. Chad’s Stimme wird elektronisch verfremdet, der gesamte Song klingt wie durch einen Elektrofilter aufgenommen, auch bei den Gitarren fragt man sich zeitweise, ob sie aus dem Synthesizer kommen. Ich war baff erstaunt, musste den Song noch ein paar mal hören, um sicher zu gehen, ob hier nicht irgendwas falsch ausgeliefert wurde. Aber nein, eindeutig Nickelback, klasse. Und so geht es weiter. Selbst die erste Single EDGE OF REVOLUTION bringt Veränderung. Musikalisch eine typische Nickelback Single wird man sich spätestens dann wundern, wenn man die Texte liest. So politisch waren Nickelback noch in keinem Song. Hut ab! SHE KEEPS ME UP wird die Fans wahrscheinlich in zwei Lager spalten, der Song ist Disco Funk und auch erst beim x-ten Mal hören eindeutig als Nickelback zu identifizieren. Die auffälligste Veränderung aber, die sich ja auch durch mehr als einen Song zieht, ist der Einsatz von Keyboards. Ab und zu mal ein Klavier gab es ja schon immer schon, aber auf „No fixed address“ geht es viel viel weiter. Fast jeder der Midtempo Songs und Balladen enthält Synthesizer und wird dadurch etwas poppiger. Was ich aber richtig finde, die Songs WHAT ARE YOU WAITING FOR, SATELLITE, MISS YOU and THE HAMMER’S COMING DOWN gehören zu den Highlights des Albums. Wird spannend zu sehen, wie andere Fans das finden und vor allen auch, wie sie das live umsetzen wollen.

Alles in allem: ein gutes Nickelback Album dem ich eigentlich **** Sterne geben würde. Einige Fans könnte enttäuscht sein, weil es eben ein paar Änderungen gibt, die werden das Album dann wahrscheinlich schlechter bewerten zu Beginn, aber vielleicht nach einigen Wochen doch noch zu einem milderen Urteil kommen. Mir geht es allerdings genau anders herum, deswegen bei der Gesamtbewertung noch einen Punkt oben drauf für den Mut :-)


The Other I
The Other I
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dunkelschwestern, 10. November 2014
Rezension bezieht sich auf: The Other I (Audio CD)
Vor zwei Jahren waren das Debut Album der beiden Schwestern Colette and Hannah Thurlow ein großartiges Beispiel, wie man den Geist der klassischen 80er Wave Rocks in die Jetztzeit transportieren kann. Warpaint verheiratet mit The Cure, wie es besser nicht gehen kann. Das zweite Album geht genau diesen Weg weiter und leuchtet aber gleichzeitig auch neue Ecken im eigentlich dunklen Raum aus, wobei aber nicht verloren geht, was das erste Album ausmachte.

Schon über dem Opener ORION hängen dunkle und düstere Wolken, sofort werden Assoziationen zum Cure’s „Disintegration“ wach. Wem das erste Album gefiel, kann hier wie gesagt bedenkenlos zugreifen, BLINDFOLD beispielsweise könnte auch von den Aufnahmesession vom Debut stammer, düster und magisch, Musik und Texte ziehen einen heraus aus dem Licht, hinein in die magische dunkle Welt. NO BETTER PRIZE dreht dann die Gitarren auf, ebenso SLEEPWALKER. Allerdings schleicht sich bei zweiterem Song dann auch wieder die „Disintegration“ Atmosphäre ein. Es gibt auch sanftere und besinnliche Momente, wie zum Beispiel TENDER SHOTS, hier gibt es dann einen Unterschied zum Debut, dass doch sehr gleichmässig in Tempo und Sound klang.

Gerade diese etwas größere Dramaturgie und Variabilität macht „The Other I“ sogar noch einen Tick besser als das Debut. Die beiden düsteren Schwestern haben ihr Eckchen gefunden, auch wenn dahin kein allzu großes Publikum folgen wird, bleiben sie in der dunklen Seite des Raumes. Wobei …. Wer weiß das schon. Wenn die Qualität weiter so hochbleibt, finden die beiden vielleicht mehr Fans an man denken könnte.


Sonic Highways
Sonic Highways
Wird angeboten von sent2u
Preis: EUR 12,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Genervt, 10. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Sonic Highways (Audio CD)
… von “Sonic Highway” war ich eigentlich schon lange – wegen der Marketing Kampagne drumherum und der schnippchenweisen Anheizerei, die schon fast 1 Jahr über den FF geneigten Fan herein brach, über alle Kanäle und alle Medien. Deswegen möchte ich auch kein Wort über den Entstehungsprozess verlieren (mein Gottchen, das haben ja nun auch schon andere Bands gemacht, und in den Studios ihrer Idole bzw. mit persönlichen Bezug aufgenommen). Also weg mit dem ganzen Nebelbomben, „Sonic Highway“ also. Und um es mit einem kurzen Absatz vorweg zu nehmen. Nicht so gut wie „Wasting Light“, was aber auch wirklich schwer zu bewerkstelligen gewesen wäre, weniger härter und rauher, dafür aber eingängig und mit einem großen Schritt in Richtung Classic Rock, aber immer noch eindeutig als FF zu erkennen.

SOMETHING FROM NOTHING ist ein klasse Opener, eine archetypische FF Single im Stile von ‚Best of You‘ und ‚The Pretender‘, die sich nach einem gemächlich Begin Strophe um Strophe in ihrer Intensität steigert, bis man bereits schon beim zweiten Mal hören Grohl’s Schrei „F… it all, I came von nothing“ laut mitgröhlt.

Der zweite Song THE FEAST AND THE FAMINE weicht dann direkt von den bekannten Schemen ab. Die Riffs springen wie bei einer Start-Stop Automatik sofort an, und während man noch überlegt, vor wem sich da eigentlich verbeugt wird, kommt der Chorus und es fällt einem wie Schuppen von den Augen. Bowie! Psychedelic! Einfach Klasse! Das zweite Highlight direkt im zweiten Song.

Nach so einem vielversprechenden Start dann CONGREGATION und wie soll ich das jetzt formulieren …. Magsch garnicht! :-) Was soll das sein? Schon ein netter Song, aber was ist das bloß für eine schreckliche Musik. Southern Rock, Pop Rock, AOR? Da hilft mir wie gesagt auch die eigentlich ganz nette Melodie und die Tatsache, dass Grohl gewohnt dynamisch schreit nichts.

WHAT DID I DO? / GOD AS MY WITNESS ist dann eine kleine Rockoper, ein bischen Queen am Anfang und dann eigentlich sehr britisch. Bleibt nicht wirklich hängen, tut aber auch nicht richtig weh.

OUTSIDE ist ein kleines Biest. Es fängt zumindest so an. Der Bass pumpt ein paar Sekunden, dann wird es schnell und punkig. Aber dann schwanken Tempo und Stimmung und es geht stark in Richtung Shoegaze. Spannend und definitiv gelungener als die beiden Songs zuvor.

IN THE CLEAR wird dann wieder richtig gut. Neben einem schönen simplen Riff, gefallen vor allen die (Achtung!) Bläsersätze. An manchen Stellen erinnert mich der Song an irgendeinen alten Song, aber ich komme jetzt nicht drauf. Auf jeden Fall sehr gelungen.

SUBTERRANEAN ist schon fast kontemplativ. Grohl sinniert über die Gruncharea, seine Jugendzeit und wie es ihm schwer fiel, sie musikalisch hinter sich zu lassen. Das dürfte ihm übrigens wenn nicht mit ‚Wheels‘, dann spätestens mit diesem Album gelungen sein. Ab Mitte des Songs wird das etwas Tempo gesteigert, und der Song bekommt einen angenehmen Brit Rock Touch.

I AM A RIVER Ein leichtes Schaudern beim Blick auf die Trackliste, nicht nur dass „Sonic Highway“ nur 8 Songs enthält, nein, es sind auch Songlängen dabei die weit über das gewohnte Maß hinausgehen. Bei I AM A RIVER hatte ich leicht zitternde Hände, als der Song gemächlich anfängt und ich dann beim Nachschauen sehe, dass der Song 7.04 Minuten lang ist. Definitives Neuland für FF, und so schlängelt sich der Song auch 2 Verse gemütlich dahin, bis er dann ab Minuten 3 deutlich Fahrt aufnimmt. Auch wieder kein typischer FF Song, aber trotzdem mit hohen Wiedererkennungswert und ein Schlusssong wie es sich gehört.

Alles in allem ein etwas zu aufgeblasenes Album, das ein wenig seine Richtung sucht. Ich persönlich habe kein Problem damit, dass die FF inzwischen Stadien füllen, sie haben die Klasse dazu. Mit diesem Album scheinen sie sich allerdings dann doch ein wenig zu wichtig zu nehmen. So schlecht wie von vielen Kritiken und Zeitschriften vorab beschrieben, ist „Sonic Highway“ allerdings auch nicht geworden. Ich werde mir daher keine Doku oder TV Serie anschauen, die Grohl mit Brille und in Schwarz Weiss zeigt, sondern freue mich zumindest eine gute Handvoll neue Klassiker bekommen zu haben (SOMETHING FROM NOTHING, THE FEAST AND THE FAMINE, IN THE CLEAR und I AM A RIVER) und freue mich ebenso auf die nächsten Konzerte, die dem einen oder anderen Song vielleicht doch noch etwas herauskitzlen können.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20