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Rezensionen verfasst von
ROTT
(TOP 100 REZENSENT)   

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And I'll Scratch Yours
And I'll Scratch Yours
Preis: EUR 8,99

19 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit Verlaub, interessanter als die Partnerplatte, 20. September 2013
Rezension bezieht sich auf: And I'll Scratch Yours (Audio CD)
Die Geschichte dieses Albums ist reichlich bekannt und ich denke jedem Fan vertraut. Gabriel covert eine Reihe seiner Favoriten („Scratch your Back“), und die re-covern ihn drei Jahre später. Bowie stand dabei leider nicht zur Verfügung wegen Arbeiten an seinem eigenen Album und Radiohead’s York hat wohl etwas geschmollt, weil er das Cover von „Street Spirit“ nicht mochte. Es fanden sich aber trotzdem genug hochrangige Künstler und Bands, um aus diesem Seitenprojekt ein Glanzstück und Schmuckkästchen zu machen.

Zusammenfassend: keine Filler, einige gute Songs und ein Haufen Killer. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber diese Platte gefällt mir viel besser als „Scratch your Back“.

Der größte Diamant in dieser Sammlung ist direkt der erste Song, David Byrne macht aus I DON’T REMEMBER einfach mal so einen neuen Talkings Heads Song. Lou Reed zerlegt das majestätische SOLSBURY HILL in einen sperrigen, vor Gitarren berstenden Song. Feist gelingt es DON’T GIVE UP eine neue Dimension zu geben, aus Resignation wird Erotik. Und dann kommt Elbow, nimmt sich mit MERCY STREET einen Song der eigentlich schwierig zu covern sein sollte, und schaffen es tatsächlich ihn noch zu verdeln und aufzupolieren. Die Liste der Homeruns geht weiter, Brian Eno macht einen Spagat und dreht MOTHER OF VIOLENCE durch den (Drum)Computer und erzeugt ein wahnsinnig spannendes waberndes Etwas, Randy Newman transformiert BIG TIME von einer lebensbejahenden Nummer in genau das zynische Gegenteil. Einzig BIKO von Paul Simon ist für mich nicht so gut gelungen.

Einige der Songs waren ja bereits auf itunes veröffentlicht und es sah zwischenzeitlich so aus, als ob das Projekt unvollendet bleiben soll. Ist es aber glücklicherweise nicht. Daumen nach oben, das macht Spaß beim Hören genauso wie es wahrscheinlich Spaß beim Musizieren gemacht hat.

PS. Meine Rezension bezieht sich nur auf die "And I'll scratch yours" Platte. Keine Ahnung warum sie auch bei der De-Luxe Version mit beiden Alben auftaucht. Zusammen würde ich den beiden 4-5 Punkte geben, und dann natürlich aufrunden ;-)
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 24, 2013 6:16 PM MEST


The Last Ship
The Last Ship
Preis: EUR 8,49

119 von 126 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Stell Dir vor ...., 20. September 2013
Rezension bezieht sich auf: The Last Ship (Audio CD)
… es gibt nach 10 Jahren ein Album mit neuen Stücken von Sting und keiner geht hin. Promotion wird kaum gemacht, viele Hörer sind nach 10 Jahren mit Weihnachts-Songs, Mittelalter-Songs, und Was-auch-immer-Songs etwas müde geworden ihrem ehemaligen Helden noch zu folgen und dann kommt irgendwann im Sommer das knappe Announcement, dass es ein Album mit Songs zu einem Musical von Sting geben wird. Und es tauchen Interviews auf, in denen Sting ganz offen zugibt, dass er ja betriebswirtschaftlich vollkommen unabhängig ist und im Prinzip genau das machen kann, was er mag.

Keine guten Vorzeichen. Und dann das erste hektische weil doch etwas aufgeregte Durchhören des Albums. Okay, es ist definitiv keine Poprock Album, kein Nachfolger zu „Sacred Love“ von 2003. Und nochmals okay, man findet schon beim ersten Hören Sounds, die Sting schon immer mal gerne verwendet hat, Pipes und Seemann’s Shanty, keltischen Folk und kleine jazzige Serenaden, aber noch nie so kondensiert.

Also zwei Möglichkeiten, das Album direkt wieder an Seite legen oder einfach noch ein paar Mal hören. Option 1 kann ich nachvollziehen, weil ich selber die letzten Male oft etwas enttäuscht würde, aber wer das macht verpasst etwas. Denn, die ganze Rahmengeschichte zum Musical (Niedergang einer ehemals blühenden Hafenstadt, natürlich autobiographisch) mal außen vor gelassen, bietet „The Last Ship“ dann doch viele bemerkenswerte Songs und beachtenswerte Texte.

Das fängt an mit der schon vorab veröffentlichten Single PRACTICAL ARRANGMENT, die sehr entspannt daher kommt, eine leichte jazzige Serenade nur sanft untermalt von Klavier, Bass, Gitarre und einer Trompete, die langsam ihre Bahnen zieht. Zum getragenen Song passt der Text, in dem ein Mann versucht einer Mutter schmackhaft zu machen, dass man auch ohne die große Romanze ganz pragmatisch zusammen leben kann. Und es geht weiter mit zwei sehr schönen Duetten, zum einen mit der schönen Ballade SO TO SPEAK mit sanften Streichern und mit der (mir) unbekannten Becky Unthank, zum anderen dem Duett mit (dem dann doch eher schon sehr bekannten ;-) Jimmy Nail namens WHAT HAVE WE GOT, in dem Sting mit keltischen Anleihen und einer um Oktaven tieferen Stimme und dem nordenglischen Dialekt den Lord of the Dance aus der Arbeitsklasse gibt. Textlich geht Sting an manchen Stellen sehr ans Eingemachte, besonders die Lieder in denen er sich mit dem Altern auseinandersetzt sind sehr intensiv und berührend (I LOVED HER BUT SHE LOVES SOMEONE ELSE und SO TO SPEAK). Und dann gibt es natürlich auch noch die BALLAD OF THE GREAT EASTERN, die mit den Pipes zu Beginn sehr an „Hounds of Winter“ erinnert und sich dann zu einer majestätischen orchestralen Ballade entwickelt.

Option 2 von oben lohnt sich also, selbst für Fans die bei dem Wort „Musical“ einen Totstellreflex bekommen.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 1, 2013 3:25 PM CET


The Brightest Light Ltd.
The Brightest Light Ltd.
Preis: EUR 16,99

11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schwierig, 20. September 2013
Rezension bezieht sich auf: The Brightest Light Ltd. (Audio CD)
Eine neue Mission Platte ist natürlich ein Musskauf, genau wie das schon immer war, gehörten the Mission doch seit der zweiten Hälfte der 80er mit ihren atemberaubend guten ersten Alben immer in den Kreis meiner Favoriten. Über die 90er und frühen 00er konnte die Band auch immer wieder ihre Klasse aufblitzen lassen, wenn auch nicht mehr mit so einer hohen Dichte an guten Songs wie eben auf den ersten Alben. Nach dem (ersten) Ende der Band gelang es 2006 mit „God is a Bullet“ wieder an den Sound der Anfangstage anzuknüpfen, auch wenn das Album einige Längen hat. So einfach macht es einem „The Brightest Light“ allerdings leider nicht.

Den klassischen Gothic Rock gibt es auf diesem Album nur noch selten, nur in SWAN SONG bleibt dieser vertrauten Sound. Ansonsten wenden sich the Mission eher einem ganz normalen Rocksound zu. Das hört sich nach Blues an, nach Staub, nach Motorrad, EVERYTHING BUT THE SQUEAL ist der Prototyp diesen für the Mission „neuen“ Sounds. Auch Tom Waits muss ein Mal als Blueprint herhalten (AIN’T NO PRAYER IN THE BIBLE CAN SAVE ME NOW), ich sehe vor meinem inneren Auge einige Münder beim ersten Hören offen stehen sehen. So ging es mir zumindest. Auf der anderen Seite gibt es aber auch in diesem neuen Soundgewand einige Stücke, die sofort zu gefallen wissen, zum Beispiel die schöne Ballade WHEN THE TRAP CLICKS SHUT BEHIND US oder das melodiöse und eingängige SOMETIMES THE BRIGHTEST LIGHTS COMES …, in dem vor allen das Gitarrenspiel zu gefallen weiß.

Insgesamt bleibt meine Eindruck aber hin und her gerissen. Vielleicht kann mich das Album später noch ganz überzeugen, aber momentan vermisse ich einfach etwas von den gewöhnlichen Mission, auch wenn ich es immer schade finde, wenn eine Band, die sich musikalisch weiterentwickelt dadurch Anhänger verliert. Drei Punkte, mit Tendenz zu mehr …
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 14, 2013 12:37 PM CET


Imitations
Imitations
Preis: EUR 12,99

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zweites Album in 2013, 20. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Imitations (Audio CD)
Lanegan bleibt ein getriebener kreativer Kopf. Während „Black Pudding” zusammen mit Duke Garwood neues Material im Petto hatte, gönnt sich Lanegan mit „Imitation“ zum zweiten Mal in seiner Karriere nach „I’ll take care of you“ ein Album mit Coverversionen. Hört sich nach Rudis Resterampe und eher langweilig an, ist es aber keineswegs. Es fällt ihm weiter schwer, bei aller Vielfalt seines Katalogs und seiner Umtriebigkeit, ein schlechtes Album abzuliefern :-).

Die Songs auf „Imitation“ wirken im Vergleich zu den Originalen entschlackt und auf das wesentliche reduziert. Diesmal stürzt sich Lanegan aber nicht auf Soul und Singer-Songwriter Material wie im ersten Cover Album, sondern auf Künstler und Songs, die man weitestgehend am ehesten in der Easy Listening Ecke auffinden kann. SOLITAIRE von Neil Sedaka, YOU ONLY LIVE TWICE von Nancy Sinatra und PRETTY COLOURS von Nancy’s Dad sind schöne Beispiele und Anspieltipps. Lanegan hat sich Alben herausgesucht, die seine Eltern zu Hause hörten und er gibt diesen Songs eine ganz eigene Note. Und es gelingt ihm natürlich mit seiner tiefen rauchigen Whiskey geschwängerten Stimme und seiner Paraphrasierung, ihnen neues Leben einzuhauchen und die Stücke so mit magnetischer Kraft in seinen eigenen tiefdunklen musikalischen Orbit zu ziehen. Das gelingt auch bei anderen Songs, wie dem Jazz Standard AUTUMN LEAVES oder Nick Cave’s BROMPTON ORATORY, dem „aktuellsten“ Cover. Vor meinem inneren Augen erscheint ein schummriger verrauchter C-Klasse Club in Vegas, auf der Bühne eine ehemals populärer Crooner, der schon lange abgeschrieben war, sich dann aber noch einmal auf die Bühne wagt nach einer Serie von Schicksalsschlägen. Gänsehaut.

Alle Cover sind für mich allerdings nicht so gut geglückt. Bei MAKE THE KNIFE fragen ich mich, ob die gefühlt tausendste Version wirklich nötig war, und auch Cale’s NOT THE LOVING KIND zündet nicht. Lanegan kann dem an sich schon majestätischen Song nichts mehr hinzufügen. Trotzdem ist „Imitations“ natürlich ein Album, dass Lanegan Fans hören müssen. Wie gesagt, es gelingt ihm auch diesmal nicht, ein schlechtes Album abzuliefern .
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 8, 2014 9:36 PM CET


Dream Theater (Deluxe Edition)
Dream Theater (Deluxe Edition)
Preis: EUR 5,55

92 von 104 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auf hohen Niveau, aber no surprises, 20. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dream Theater (Deluxe Edition) (Audio CD)
Ich hatte mir vorgenommen mich kurz zu fassen, aber was solls :-). Anbei ein Versuch meine vielen Gedanken ein wenig zu sortieren.

Zur Band: Keine allzu großen Überraschungen. John Petrucci frickelt wie gehabt auf höchstem Niveau und in seiner eigenen Liga. Er ist und bleibt ein Virtuose, spielt sich aber wie schon auf „A Dramatic Turn of Events“ nicht zu sehr in den Vordergrund. Was allerdings auffällt, ist, dass John Myung und Jordan Rudess insgesamt mehr Platz gegeben wird. Myung darf sich austoben, sein Bassspiel ist variabler als bisher, an manchen Stellen zischt es förmlich, an anderen knallt es recht heftig in den Vordergrund. Vor allen aber gibt es dem Album für meine Ohren etwas mehr Groove als bei den Vorgängern. Die Keyboards von Rudess tragen vor allen die ruhigeren und melodischeren Parts des Albums, unterbricht sie aber immer wieder mit unerwarteten Wechseln. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Fans diesmal bei den Keyboards „too much“ denken werden. James La Bries Vocals sind die weitere große Konstante, sein Spektrum bleibt dasselbe, Ausflüge in neues Terrain wie auf seinen Soloalben finden sich hier keine. An manchen Stellen wirkt sein Gesang allerdings etwas wenig zu vertraut. Bitte einfach mal THE BIGGER PICTURE mit „Strange Deja Vu“ vergleichen, im letzten Part vor allen. Wer da in den Gesangsparts große Unterschiede findet, bekommt einen Preis ;-). Etwas eindruckslos bleibt Mike Mangini. Guter Job wie schon auf dem Vorgänger, allerdings gelingt ihm nicht wirklich – bis auf seine Parts in ENIGMA MACHINE – dem DT Sound etwas Neues hinzuzufügen.

Zum Album im Vergleich zum Backkatalog: Nicht so einfach einzuordnen. „Self Titled“ führt eigentlich den Sound von „A Dramatic Turn of Events“ fort, das ja von vielen Fans als angenehmer Schritt zurück empfunden wurde und setzt genau wie der Vorgänger wieder sehr viel Gewicht auf Melodien. Vielleicht ist „Self Titled“ am besten einzuordnen mit dem Sound von DT um die Jahrtausendwende, und damit steht es dann im Regal direkt neben „„Scenes from a Memory“. Umrahmt auf der anderen Seite von „Awake“, wegen seiner hohen Anteile an einfachen und eingängigen Refrains und Melodien.

Die Songs: Im Einzelnen, einfach überlesen, wenn es zu langatmig wird.

FALSE AWAKENING SUITE eröffnet das Album orchestral. Ein deutlicher Fingerzeig zu der „Scenes from a Memory“ – „Six Degree of Inner Turbulence Phase“

THE ENEMY INSIDE war schon als Single bekannt. Der Song ist großartig, ein wahrer Stromschlag, sehr heavy. Er beginnt mit einem Riff, das gut eine Minute dauert ;-), erst dann setzen Keyboards und Gesang ein.

THE LOOKING GLASS ist der klassische radiotaugliche „Hit“, der sich auf fast jedem DT Album befindet. Ich sage das, weil ich weiß, dass gerade diese Songs einigen DT Fans übel aufstoßen. Also einfach weiterskippen, wenn Du zu dieser Fraktion gehörst ;-). Wer sich diese schönen melodiösen Nummern immer wieder gerne gibt, wird hier seine wahre Freude haben, bei mir werden Assoziationen zu „Images and Words“ wach. Das Bassspiel und das schöne Gitarrensolo machen den Song zu einem Kandidaten in meiner DT Favoritenliste.

ENIGMA MACHINE ist ein Instrumental. Es beginnt sehr sehr zäh, nimmt dann aber immer mehr an Fahrt auf. Die Harmonien und Stimmung ist sehr düster, die Songstruktur ständigen Wechsel unterzogen. Wie oben schon erwähnt, ist ENIGMA MACHINE der einzige Song, dem Mangini wirklich einen Stempel aufdrücken kann. Besonders sein kurzes halsbrecherisches Solo bei Minute 5 zeigt sein Potential. Spannend!

THE BIGGER PICTURE ist das pure Gegenteil zum vorhergehenden Song. Es wird episch und melodisch. Die Klavierparts von Rudess sind sehr gelungen und tragen die Stimmung des Songs. Eine typische DT Ballade, die erst im letzten Teil des Songs einen kleinen Tempowechsel bietet.

BEHIND THE VEIL kommt einem schon etwas arg bekannt vor, „Awake“ lässt grüßen. Der Song beginnt schön mit einem Keyboardintro, dass dann schnell auf erdige Metallica Riffs trifft. Danach passiert aber nicht mehr allzuviel aufregendes, obwohl die Melodie sehr gelungen ist.

SURRENDER TO REASON ist ein für DT Verhältnisse ziemlich straighter und trockener Song, der sehr an die sehr geschätzten Rush erinnert. Myung Bassspiel ist herausragend aggressiv. Sehr schön!

ALONG FOR THE RIDE ist die zweite Ballade des Album und ich finde etwas besser gelungen als THE BIGGER PICTURE.

ILLUMINATION THEORY hat mir schon beim Lesen des Beihefts das Wasser in Mund zusammenlaufen lassen, 5 Chapter und insgesamt 22 Minuten Länge, das fällt natürlich sofort ins Auge und schürt ziemlich große Erwartungen noch vorm Hören der ersten Takte. Und tatsächlich ist der letzte Song der progressive Höhepunkt des Albums. Alle bekannten Facetten werden neu aufgegriffen und mit einander kombiniert. Petrucci hat ausreichend Platz für seine Solis, Rudess kann an einigen Stellen seinen Hang zu den 70er Vorbildern zeigen und im Mittelteil nimmt sich die Band komplett aus dem Spiel und macht Platz für ein Orchester, das alle zuvor gespielten Themen noch einmal aufgreift und weiterführt. Bevor sich dann der Endteil zu einem wahren Feuerwerk entwickelt, musikalisch, aber auch melodisch. Der Song ist ein deutliches Signal, wie sehr DT ihren Status und die Freiheiten, die er mit sich bringt, genießen.

Fazit: Ein gutes Album, aber diesmal kein sehr gutes Album. Vielleicht war das aber auch einfach der Spannung vor zwei Jahren geschuldet, als noch niemand genau wusste, ob DT den Abgang von Portnoy verdauen wird. Herausragende Songs sind ILLUMINATION THEORY, THE ENEMY INSIDE, SURRENDER TO REASON sowie auf der Balladenseite ALONG FOR THE RIDE. Alle bekannten Elemente sind vorhanden. An manchen Stellen fehlen aber ein wenig die Überraschungen. Ich höre „Self Titled“ und erwische mich dabei, dass mir der Sound natürlich vertraut verkommt, dass ich mich aber auch gleichzeitig frage, ob ich wirklich auf einem neuen Album gelandet bin, oder gerade ein Altes höre. Allerdings ist diese Einschätzung natürlich mit einem großen „aber“ verbunden, den sowohl die Band wird älter, als auch die Hörer. Vielleicht ist es langsam Zeit, einfach etwas dankbarer zu sein, dass DT noch spielen und gute Alben auf hohen musikalischen und kompositorischen Niveau herausbringen, ohne noch weitere Quantensprünge zu erwarten …
Kommentar Kommentare (25) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 19, 2014 10:28 PM MEST


Live In NYC [Explicit]
Live In NYC [Explicit]
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schönes Live Dokument, 17. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Live In NYC [Explicit] (MP3-Download)
Das 2011 Comeback von Jane's Addiction "The Great Escape Artist" war nicht jeder Manns / Fans Sache. Zu sehr hatte sich die Band in manchen Ohren von ihren Ursprüngen entfernt, zuviel Pop war der Vorwurf, den viele machten. „Live in NYC“ sollte diese Eindrücke wieder etwas zurecht rücken. Auf diesem Album zeigt die Band eine Performance, die sich sehen lassen kann, es gelingt tatsächlich alten Klassikern neues Leben einzuhauchen.

Der Opener WHORES vom Debut aus 1987 läutet die Reise durch den musikalischen Backkatalog ein. Hervorzuheben sind die Versionen von THREE DAYS von „Ritual …“ (1990), falls noch jemand Fragen hatte, was für virtuoser Gitarrist Dave Navaro ist und JANE SAYS, ebenfalls vom Debut. Nur mit den Navarro an der akustischen Gitarre und Perkins an den Bongos und Steel Drums bietet der Song dem Publikum die Möglichkeit, als mächtiger Background Chor den Song zu begleiten. Aber auch neue Songs von 2011 wie IRRESISTIBLE FORCE können sich im Livegewand gut sehen lassen.

Wessen Liebe zu Jane’s Addiction also mit den letzten beiden Studioalben etwas eingeschlafen ist, kann sie hier ohne Bedenken wiederbeleben. Bleibt zu hoffen, dass die Band noch ein wenig in dieser Spiellaune bleibt und hoffentlich bald wieder ins Studio geht.


Stars
Stars
Wird angeboten von Film_&_Music
Preis: EUR 12,60

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf dem Zenit, 17. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Stars (Audio CD)
In der Rückschau wird Simply Red vielleicht als die Band gelten, der es gelang, den Pop durch den Einfluss von Soul, Funk und Reggae zu perfektionieren. Mick Hucknell, den man oft synonym mit dem Bandnamen nennt, obwohl Simply Red in wechselnder Besetzung bisweilen Bigband-Größe erreichte. 1991, als die Aufnahmen für das Album begannen, mit dem Simply Red den Zenith ihrer Karriere erreichen sollten, gehörten der Band neun Mitglieder an: Shaun Ward, Mylienda Law, Dee Johnson, Tim Kellett, Fritz McIntyre, Gota, Ian Kirkham, Heitor T.P. - und eben Mick Hucknell. Doch tatsächlich zeichnet Hucknell für fast alle Songs die alleinige Verantwortung, und gerade "Stars" ist in dieser Beziehung sein Werk, die Umsetzung einer sehr persönlichen Vision, die von einem weltweiten Erfolg gekrönt wurde, deren Dimensionen zur selben Zeit nur noch Michael Jackson erreichte. Vier Millionen Exemplare gingen in der Heimat der Briten über die Ladentische, 150.000 allein in der ersten Woche. Die Statistik verzeichnet zudem eine 123 Konzerte umfassende Welttournee mit 1,5 Mio. Zuschauern auf vier Kontinenten. 21 der Konzerte fanden dabei allein in London statt, wo Simply Red an zwei aufeinander folgenden Abenden das Wembley Stadion füllten, acht aufeinander folgende Konzerte in der Docklands Arena gaben - gefolgt von sechs weiteren in der Wembley Arena. Alles spricht also für das mit "Stars" der Zenit erreicht wurde. Mit dem nachfolgenden Album "Life" konnten Simply Red zwar nahtlos anknüpfen, doch "Stars" ist das Album, mit dem Hucknell & Co. Musikgeschichte schrieben.

Deshalb ist dieses Package eine großartige Idee. Noch einmal lässt sich so die schwüle Atmosphäre der Songs entdecken. Ob Fan oder nicht - man kennt sie alle: den elektrisierenden Opener SOMETHING GOT ME STARTED, die jazzige Crooner-Ballade HOW COULD I FALL, den druckvollen Soulpop-Song THRILL ME, das gefühlvolle FOR THE BABIES, den Reggae-Hit MODEL, das funkige FREEDOM das schwelgende WONDERLAND - und selbstredend den perfekt arrangierten Titelsong STARS, ein Lehrstück des zeitgenössischen Pop.

Doch diese ebenso hörens- wie sehenswerte "Collector's Edition" enthält darüber hinaus den Mitschnitt eines Konzerts, das Simply Red 1992 auf dem legendären Montreux Jazz Festival gaben, auf DVD. Die Einladung zu diesem Festival ist für eine Popband gleichbedeutend mit der Erhebung in den Adelsstand, und dem Anlass angemessen startet die Gruppe mit der Interpretation einiger Evergreens des Vocal Jazz: LOVE FOR SALE und EV'RY TIME WE SAY GOODBYE, zwei Cole Porter-Kompositionen, und Bill Whithers' GRANMA'S HANDS. Das Montreux Festival zeigt, dass Simply Red keineswegs als Könige des als seicht verschmähten Easy Listening-Fahrstuhlpop waren. Mick Hucknell hat eine der markantesten Stimmen der Musikwelt, schon sie macht die Unverwechselbarkeit von Simply Red aus. A cappella-Songs (COME ON IN MY KITCHEN), die ebenfalls zum Bonus-Material dieses Sets gehören, offenbaren eine ungeahnte Tiefe seines Ausdrucks.

Es liegt wohl in der Natur der Sache, dass ein Album wie "Stars" nicht zu wiederholen ist. "Stars" wird das Album bleiben, an dem sich ihre Nachfolger messen lassen müssen.

Nochmals in der Übersicht:

CD1
enthält das Originalalbum sowie vier während der "Robert Johnson Sessions" entstandene A cappella-Songs undeinen sechs Titel umfassenden Audiomitschnitt aus der Alsterdorfer Sporthalle in Hamburg, wo Simply Red 1992 an drei Abenden auftraten.

CD2
enthält 11 Remixe der Albumsongs, u.a. von Nellee Hooper, PM Dawn, Perfecto und Steve Hurley

DVD
beinhaltet den Mitschnitt des Auftritts auf dem Montreux Jazz Festivals (25 Songs) sowie die Videoclips der fünf ausgekoppelten Singles.


Rewind the Film (Deluxe Edition)
Rewind the Film (Deluxe Edition)
Preis: EUR 16,99

16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keine Midlife Crisis, 13. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Rewind the Film (Deluxe Edition) (Audio CD)
Nach dem Best Of und den Statements zum 2010 Album (‘Last shot at masscommunication’) musste man um seine Lieblingswaliser (für die Jüngeren, das ist das Land in dem die 100 Millionen Fußballer geboren werden, links von England) schon etwas bang sein. Als aber dann immer mehr Mitteilungen durch die Presse und das Internet gingen, war klar dass die Reise mit den Manic Street Preachers weitergeht, ihre Kreativität ungebrochen ist. Und die Manics verlassen sich wieder auf die eine große Konstante, die sich durch ihre ganze Karriere zieht. Den Mut zur Veränderung. Bis jetzt klangen keine zwei aufeinander folgenden Alben jemals gleich: Garagenrock und Punk, überzogener Guns’n’Roses Glamour oder New Wave Retrospektiven bevor die ganze Welt sie wiederentdeckte.

Und sie tun es wieder. ‚Re-Wind The Film‘ ist tatsächlich wie angekündigt ein fast ausschließlich akustisches Album geworden. Es gibt kaum elektrische Gitarren, dafür haufenweise akustische Gitarren, sowie Streicher und Bläser. Das mag sich langweilig anhören. Dass diese aber gar nicht erst ansatzweise entsteht, ist den Lyrics zu verdanken. Durch das ganze Album zieht sich das Thema des Älterwerdens und des Wandels. Nicht mehr der stürmische jugendliche Wandel, den die Manics ja selber so eindringlich zu Beginn ihrer Karriere propagiert hatten, sondern der natürliche Wandel, der mit dem Lauf der Zeit unvermeidbar einsetzt.

Schon der Opener THIS SULLEN WELSH HEART greift dieses Thema auf. Verzweifelung macht sich breit (“I can’t fight this war any more, time to surrender, time to move on”), wird aber direct wieder eingefangen von Hoffnung und hellerer Stimmung (“the act of creation saves us from despair”). Also keine Bange, hier wird kein Depressions-geschwängerter Soundtrack für die männliche Midlife Crisis dargeboten. Die Wut ist noch da, allerdings geringer geworden und zum Teil auch auf sich selbst gerichtet (BUILDER OF ROUTINES), und auch vermischt mit der Einsicht, dass Musik doch nicht Kraft hat, die Massen zu mobilisieren und auf die Straßen zu bringen (ANTHEM FOR A LOST CAUSE). Kraft genug über die Regierung zu schimpfen, gibt es natürlich immer noch, wenn auch mit einem Augenzwinkern natürlich (30 YEARS OF WAR). Und es wird natürlich den Toten gedacht, stillvoll und angemessen. Neben dem immer noch gegenwärtigen Richey ist auch ein Song dem Selbstmord von Stuart Adamson gewidmet (3 WAYS TO DESPAIR).

Aber keinen falschen Eindruck bekommen, es gibt nicht nur gute, nachdenkenswerte Texte en masse, sondern auch Melodien und Refrains, die sich sehr angenehm festsetzen. Das schon bekannte Duett RE-WIND THE FILM mit Richard Hawley, dessen angenehme Stimme wunderbar mit James harmoniert, schmeichelt sich ein wie ein Schlaflied. HOLY AS THE SOIL klingt wie eine Hymne und hat bemerkenswerte Blechbläser, die einerseits jubilierend und andererseits sorgenvoll klingen. Und dann natürlich SHOW ME THE WONDER, Soul Pop aus einem anderen Jahrhundert in Reinkultur.

Ein sehr schönes Album, mit einer nicht zu leugnenden Nähe zu ‚Automatic for the People‘, wunderbar geeignet für den Herbst. Und im Frühjahr 2014 soll es ja dann den U-Turn geben mit einem Eurodisco (?!) Album. Es bleibt spannend ….


Mgmt
Mgmt
Wird angeboten von FLASH
Preis: EUR 7,38

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Richtungswechsel, 13. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Mgmt (Audio CD)
Weniger paranoid soll das neue Album nach Angaben Wyngarden und Goldwasser sein, mehr Synthesizer sollte es enthalten, Aphex Twins und House sollten die stärksten Referenzen sein. Abgehakt, diese Art von medialen Grundrauschen sollten wahrscheinlich wie so oft nur die Spannung hochhalten, denn mit „Congratulations“ hatten MGMT schließlich einen Blockbuster in 2010 abgeliefert, und da muss die einmal angesprungene Medienmaschinerie natürlich gefüttert und bedient werden. So dachte ich mir das zumindest.

Aber halt, ein wenig bzw. etwas mehr Wahrheit liegt in diesen Announcements schon. MGMT haben sich einen neuen Sound verpasst, und zwar ziemlich grundlegend. Die neuen Songs sind elektronischer, psychedelischer geworden. Deutlich wird das direkt im ersten Song, ALIEN DAYS klingt gespact und abgehoben, und ist die perfekte Brücke zwischen der Bodenständigkeit von „Congratulations“ und dem, was einen auf diesem Album erwartet. Und das wird mit dem Folgesong direkt klar, COOL SONG No 2 ist musikalisch in verschiedenen Schichten aufgebaut, die sich schleichend und sehr trancemässig steigern, während die Texte sind ständig wiederholen. Eine ähnliche Stimmung erzeugt auch ASTRO-NANCY. Sehr monoton (und gut) ist auch A GOOD SADNESS geworden, definitiv sind dies alles keine Song zum Autofahren oder tanzen, eher zum alleine im Dunklen sitzen, wartend auf die guten oder bösen Geister, die da hochkommen mögen. Aber es gibt auch lebendigere Songs, wie die kleine schöne Hymne A LIFE IS A LIE. Textlich verändert sich auch einiges, die Texte sind weniger nach innen gerichtet sondern öffnen sich.

So viele neuen Eindrücke, viel zu viel um sie bei den ersten Hördurchgängen zu erfassen. Wahrscheinlich braucht das Album aber auch noch eine gewisse Zeit, bis es richtig wirkt und sich setzt. Eine Bewertung ist schwierig, irgendwo zwischen 3 und 5 Sternen. Wem „Congratulations“ sehr gefallen hat und eine Neuauflage erwartet, sollte auf jeden Fall zu Erst in aller Ruhe in das neue Album hineinhören. Die Gefahr ist zu groß, ansonsten enttäuscht zu werden. Hörer, die sowieso zwischen den musikalischen Welten wandern und gerne neues entdecken, dürfte „MGMT“ ein wahres Fest sein.

Unabhängig ob jeder diesen Richtungswechsels nachvollziehen will, gebührt Wyngarden und Goldwasser tiefer Respekt. Sie sind smart und clever, sie hätten eine ruhige Kugel schieben können, wenn sie einfach „Congratulations II“ herausgebracht hätten. Das tun sie aber definitiv nicht sondern schrubbeln sich ihre moderne ganz eigene Pink Floyd Variante zusammen …


Zosamme Alt (Limited Deluxe Edition)
Zosamme Alt (Limited Deluxe Edition)
Preis: EUR 20,99

4.0 von 5 Sternen De Stecke herus, 13. September 2013
Viele viele Bap Fans wünschen sich das schon lange, eine große Unplugged Retrospektive der Band. Bis jetzt gab es ja nur einzelne Unplugged Auftritte, über die Jahre verstreut und meist ohne große Vorankündigung vor einem kleinen Publikum eingespielt. Jetzt ist es soweit, Niedecken hat den Bogen weit gespannt und Songs aus allen BAP Phasen neu eingespielt, zusammengehalten wird diese Auswahl thematisch, alle Songs drehen sich um seine Frau. Eingespielt hat das Ganze eine sehr prominente Band, mit solchen Gitarristen wie Larry Campbell und Julian Dawson, mit dem Niedecken schon lange gerne zusammenarbeitet und der ja auch schon viele Bap Konzerte begleitete, im Vorprogramm und als Gastmusiker, sowie der auch schon bekannten Anne de Wolff (Geige) und Rhani Krija (Percussion).

Die Neuinterpretationen sind zum Teil sehr eigenständig, was im Original noch aufgekratzt meist Rock und Blues war, bekommt mit der veränderten akustischen Instrumentierung einen natürlich einen ruhigeren Einschlag, sehr im Folk geerdet. Die Instrumentierung ist klasse, und man merkt den Mitwirkenden an, dass sie nicht erst seit gestern Musik machen. Auch wirken natürlich einige der Texte, aus dem Kontext der damaligen Alben herausgerissen, in diesem Licht ganz anders. Entsprechend ist die Stimmung getragen und entspannt. Natürlich kann man Niedecken vorwerfen, eine ruhige Kugel schieben zu wollen. Natürlich kann man bemängeln, dass er es nur anderen gleich tut. Aber letztendlich ist das alles nur Geplänkel. Niedecken hat niemanden mehr etwas zu beweisen, dieses Album wird seinen Weg eh nur zu Fans finden. Und die wissen in der Regel recht gut und vorab, ob sie sich die Zeit nehmen, um (endlich ;-) Bap Unplugged zu erfahren oder eben nicht.

Und dann heißt es eigentlich nur noch schnell Karten für die Tour 2014 zu sichern.


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