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ROTT
(TOP 100 REZENSENT)   

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Loud Like Love  (Limited Deluxe Edition)
Loud Like Love (Limited Deluxe Edition)
Preis: EUR 14,89

63 von 73 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Echos aus der Vergangenheit, 13. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Um ein wenig meine Gedanken und Zeilen einordnen zu können, vorab meine persönliche Favoritenliste von Placebo. Das Debüt ‚Placebo‘ war aufregend und rauh und zeigte das Potential. Mit ‚Without you I am nothing‘ und ‚Black Market Music‘ haben Placebo dann ihre Meisterwerke und Klassiker abgeliefert. Beide Alben sind voll von Liedern, die ich heute noch gerne und immer wieder höre. ‚Sleeping with Ghosts‘ hielt einige neue elektronische Spielereien bereit, hatte auch noch eine hohe Dichte von klasse Songs, kam aber insgesamt nicht mehr an die beiden Vorgänger heran. Mit ‚Meds‘ setze dann für mich ein Trend ein, Placebo stagnierten, zwar natürlich auf hohen Niveau, aber es zog eine gewisse Gleichgültigkeit und -mütigkeit ein. Wenige Songs stachen noch hervor. Und ‚Battle for the Sun‘ setze das noch fort, rockiger und simpler als die Vorgänger, immer noch gut, aber leider auch immer beliebiger im Sound und in den Songs.

‘Loud like Love’ setzt diesen Trend nicht fort. Von den ersten Takten an, weiß man sofort, dass man sich auf einem Placebo Album befindet. Die Unruhe, die durch die Riffs erzeugt wird, immer wieder verknüpft mit den emotionsgeladenen Stimmungswechseln, die Texte, die sich immer noch um dieselben Themen drehen und dann natürlich die Stimme und Paraphrasierung von Molko’s als die große Konstante. Für den weniger geübten (und besessenen) Placebo Hörer klingt dieses Album wahrscheinlich wie jedes andere. Im Gegensatz zu ‚Battle for the Sun‘ hört sich soundmäßig nicht alles gleich an. Ebenso ist das Tempo etwas herausgenommen und variiert häufiger.

Und, die Songs sind diesmal wieder besser. Die Vorabsingle TOO MANY FRIENDS und HOLD ONTO ME, mit dem sehr atmosphärischen gemurrmelten Mittelteil sind “klassische” gute Placebo Songs, eingängig und gehörig Drive bzw. Stimmung erzeugend. Andere Songs gehen sogar noch einen Schritt voran. EXIT WOUNDS beispielsweise mit einem modernen elektronischen Soundgewand und fast schon schamlosen Drumcomputer Klang, allerdings nur im Verse, im Chorus wird es dann wunderbarst rockig. Oder PURIFY, das schon fast nach Industrial klingt, aber mit seinem düsteren Basspiel und den klassischen Placebo Themen um Versuchungen noch mehr als die Kurve kriegt. Bei diesen Songs zeigt Placebo, dass sie tatsächlich in 2013 angekommen sind, und nicht einfach nur ihre einmal erfolgreiche Erfolgsformel permanent wiederholen. An anderer Stelle wird dann mit einem Augenzwinkern der eigene Backkatalog zitiert, die Ballade A MILLION LITTLE PIECES entleiht Piano und Percussions bei ‚Song to say goodbye‘, ROB THE BANK geht mit seinen schreiende Gitarren sogar einen schönen Schritt in Richtung ‚Every You and Every Me‘.

Fazit: Eine deutliche Steigerung, kein neues Meisterwerk, aber besser als ‚Battle for the Sun‘, endlich wieder mit Melodien, die hängen bleiben. Wie ein alter Bekannter, ein schönes angenehmes Echo aus der Vergangenheit.


Späte Reue: Josef Ackermann - eine Nahaufnahme
Späte Reue: Josef Ackermann - eine Nahaufnahme
von Stefan Baron
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Inhalte zur Finanzkrise sind top, 12. September 2013
Spannend zu lesen, ist diese nicht autorisierte Biographie auf jeden Fall, ob sie tatsächlich ein wichtiges Puzzleteil sein wird, um das etwas lädierte Image des prominenten Schweizers zu polieren, muss man abwarten. Das Buch gibt tatsächlich einige Einblicke, zum einen zur Person des Josef Ackermann, zum anderen dient es aber auch als sehr spannend zu lesende Dokumentation der Banken und Finanzkrise der letzten Jahre.

Die Teile, die sich eher um die PERSON Ackermann drehen, die die Nahaufnahme liefert, sind lesenswert, weil sie einen gewissen Einblick in das Leben eines Menschen geben, der eine Elite angehört - was ja an sich nicht zu verurteilen ist. Man erfährt so einiges zu Führungsstil u.ä., was aber nicht wirklich überrascht. Wer hier nur seine Vorurteile bestätigt wissen will, wird gut bedient werden. Allerdings haben diese Teile auch gewisses Geschmäckle. Die skizzierte Läuterung von Saulus zum Paulus, skizziert weil der Leser natürlich selber drauf kommen soll, nimmt man nicht einfach ab. Josef Ackermann wird als sehr intellektuell und intelligent beschrieben, was ihm wahrscheinlich auch jeder sofort zugesteht, seine Leistungen sind absolut unbestreitbar. Allerdings, wer so elitär ist, schlau und überlegen, der sollte eigentlich schon viel viel früher einige Erkenntnisse über sich selber gewonnen haben, und dann – wir haben es hier schließlich mit einem Macher zu tun – auch entsprechend gegensteuern. Wenn schon Paulus, dann bitte einfach den großen lebenden amerikanischen Philanthropen folgen und nicht lange hadern: es gibt ausreichend Stiftungen, den man sein Vermögen gut anvertrauen an.

Die Teile des Buches die sich um den zweiten Aspekt, die FINANZKRISE, kümmern sind sehr lesenswert und spannend wie ein Wirtschaftskrimi. Autor Baron war langjähriger Mitarbeiter der Deutschen Bank und hat wirklich Aufregendes und Neues zu berichten. Die Kapitel zur Banken und Finanzkrise sind dermaßen spannend beschrieben, dass man das Buch mit mehr weglegen möchte. Besonders die Verhandlungen im Herbst 2008 um die Rettung der HRE und auch die Berichte zu den Treffen zu Beginn der Griechenlandkrise mit dem ständigen Geplänkel zwischen den Bänkern und den Politikern. Hier verschwimmen die Grenzen, hier gibt es kein Gut und Böse, hier wird einerseits sehr deutlich, wie stark der Einfluss der Großbanken auf die Politik ist, hier wird aber andererseits auch deutlich, wie wichtige Josef Ackermann in diesen Zeiten war. Ja, er hat natürlich auch die Interessen der Banken und vor allen seines eigenes Instituts vertreten, aber man muss ihm schon etwas mehr zugestehen. Viele Quellen, u.a. die geleakten Protokolle zur HRE der Bafin vom Oktober 2008, hatten seine herausragende Rolle ja bereits deutlich gemacht. Ackermann war der richtige Lenker an der richtigen Stelle. Dafür zollt ihm der tiefste Respekt. Den er aber wahrscheinlich nicht bekommen wird von der Masse, weil sich ja kaum jemand das was-wäre-wenn gewesen hätte ausmalen können.
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 17, 2013 11:38 AM MEST


Live-the Best of
Live-the Best of
Preis: EUR 18,98

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es war einmal, 11. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Live-the Best of (Audio CD)
... eine Zeit, da bestand die Popmusik aus glamourösen Sounds, schmelzenden Stimmen und einschmeichelnden Harmonien. Da wurde der Romantik ebenso gefrönt wie der großen Geste, da waren die Sänger noch Dandys, da schmolzen Frauenherzen dahin - da war Pop noch Musik. Aus dieser Zeit stammt Roxy Music. Eine Band, wie sie "uncooler" wohl nicht sein könnte, denn Roxy Music hatte den Hang zum großen Gefühl, der theatralischen Pose, Pathos und Schmelz vereinigten sich in der Stimme von Brian Ferry. Gleichzeitig galt Ferry aber auch allen Rockfans als Hassobjekt Nummer 1. Doch die meisten Spötter von damals sind längst in Vergessenheit geraten. Roxy Music dagegen existiert noch immer, wenn auch nicht mehr in der genialen Besetzung, mit der die Londoner Band 1970 ihr erstes Album veröffentlichte. Vor allem Brian Eno, inzwischen als genialer Produzent von U2 eine der wichtigsten Figuren der Branche, wird schmerzlich vermisst. Er könnte Roxy Music wahrscheinlich ein gegenwartstaugliches Klangkonzept verpassen, doch ohne ihn verharren Ferry & Co. in der Vergangenheit.

Bei insgesamt 50 Konzerten in ganz Europa und Nordamerika präsentierte die Band 2001 erstmals seit 18 Jahren ihre größten Erfolge von MORE THAN THIS über AVALON und DANCE AWAY bis JEALOUS GUY, allesamt Titel, an denen niemand, der in den 70er und 80er Jahren seine Jugend erlebte, vorbeigekommen sein dürfte. "Roxy Music live" verewigt zweiundzwanzig Titel dieser Ära auf einer Doppel-CD, deren Erinnerungswert zwangsläufig deutlich über dem aktuellen künstlerischen Gehalt angesiedelt werden muss. Die Rückkehr von Roxy Music auf die internationale Bühne fand nicht unter Aspekten der Erneuerung und Modernisierung statt. Vielleicht auch deshalb war Experimentalist Eno nicht zur Rückkehr bereit. Alle Live-Versionen orientieren sich deutlich an den z.T. dreißig Jahre alten Originalversionen, und gemeinsam bilden sie das Programm einer Revue mit musealem Charakter.

Alte Fans werden in seligen Erinnerungen schwelgen, doch Unkundige werden vermutlich gleichgültig die Achseln zucken. Roxy Music hatte große Bedeutung für die Popper-Bands der "New Romantic"-Welle (Human League, Duran Duran) in den 80ern und beeinflusste auch später noch den mondänen Rock von Bands wie Pulp - doch heute sind sie gemeinsam Geschichte. Diese Entwicklung ist bedauerlich, wissen wir doch, dass es immer weniger adäquaten Ersatz für Bands wie Roxy Music gibt. Deshalb ist "Roxy Music Live" vor allem eines: ein zeitgeschichtliches Dokument nämlich. Es führt uns in eine Ära, als Bands sich noch selbst zusammenrauften und ihren eigenen Sound entwickelten, anstatt sich von Fernsehsendern casten zu lassen um schließlich den seelenlosen Einweg-Pop anderer Leute zu recyceln.


Later...When the Tv Turns to Static (Deluxe Edition)
Later...When the Tv Turns to Static (Deluxe Edition)

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Weniger Tempo, mehr Drama, 10. September 2013
Die Geschichte vom schwierigen dritte Album ist natürlich eine vereinfachende Plattitüde, im Falle von Glasvegas allerdings durchausangebracht. Album 1 schoss sie direkt in den Himmel, ungestüm und rockig, mit dem überflüssigen Hype in UK, allerdings machten sie schon mit Album 2 eine kleine Wende, und verwendeten mehr Elektronik und Synthesizer. Im Ergebnis hat das ihnen wohl einige Hörer gekostet, bei mir war es allerdings genau andersherum, ‚Euphoric Heartbreak‘ war mir ein lieberer Gast. Man durfte also durchaus gespannt sein, wo hin die Reise mit ‘Later ... When the Tv Turns to Static‘ hingehen wird.

Und es gibt tatsächlich wieder neues zu bestaunen, keine Wechsel der musikalischen Lager, dafür aber eine Hinwendung zu Moll, langsameren Stücken, mehr Melodrama und sentimentalen Texten. Natürlich gibt es immer noch satte Rocksongs, wie YOUNGBLOOD, MAGAZINE oder die melodische Hymne IF, an anderer Stelle wird der Fuß aber deutlich vom Gaspedal genommen. CHOICES ist so ein Kandidat, eine sehr schwermütige Klavierballade, ebenso auch der erste Song des Albums, der Titelsong LATER … . Er beginnt gut, die beschriebene Angst ist gut, aber dann irgendwann im Mittelteil geht irgendwas daneben. Vielleicht wächst der Song noch, gehört eher in die dunklere Jahreszeit. Es gibt dann aber auch Highlights, wo dieser Schwenk zur Melancholie und Verlangsamung sehr fein funktioniert, NEO BEDROOMS ist so ein Beispiel.

Also wieder neues Terrain, auf das sich Glasvegas begibt. Diesen Mut muss man der Band zu Gute halten. Sie hätten es sich auch einfach machen können und die Erfolgsformeln der ersten beiden Alben vermischen können und ihnen wäre ein Top 10 Platz (in UK, in Deutschland sind sie ja eh nie so recht angekommen) sicher gewesen. Ich schwanke zwischen *** und **** Punkten, gebe aber **** weil ich so ein Bauchgefühl habe, dass ‚Later …‘ noch Potential hat sich einzugraben in meine Gehörgänge, spätestens dann, wenn dieser herrliche Spätsommer zu Ende geht und die Tage kürzer, dunkler und nasser werden.


Ein fliehendes Pferd. SPIEGEL-Edition Band 22
Ein fliehendes Pferd. SPIEGEL-Edition Band 22
von Martin Walser
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Noch nicht verblasst, 7. September 2013
Martin Walsers Geschichte von Helmut und Sabine Halm, Klaus Buch und seiner Frau Helene hat das Verfallsdatum überschritten, in dem deutsche Literatur spätestens zehn Jahre nach dem Erscheinen versinkt. Es werden immer noch Filme danach gedreht, Walser selbst hat die Geschichte in ein Stück verwandelt.

Die beiden Männer könnten unterschiedlicher nicht sein in der Präsentation nach außen. Wie viel Neid kommt da bei Halm in Bezug auf Buchs Leben auf? Er selber hegt eher ein Faible für die Vernichtung. Dies vor Augen geführt zu bekommen, kann einen schon aus der Bahn werfen. Es bedarf eines Unwetters bei einer Segelpartie, um auch Klaus Buchs Existenz in Frage zu stellen. Was bleibt vom Leben, wenn der eine davor flieht und der andere es ausbeutet?

Eine wunderschöne Erzählung, die der klassischen Forderung nach dem einen Ereignis im Mittelpunkt nachkommt, und auch nach all den Jahren sehr Deutsch anheimelt, jedoch nicht verblasst.


Leaving Babylon (limited edition)
Leaving Babylon (limited edition)
Preis: EUR 23,99

4.0 von 5 Sternen 27 Jahre und ein Schritt zurück, 6. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Leaving Babylon (limited edition) (Audio CD)
Diese Zahl muss man erst mal auf sich wirken lassen. Fast drei Jahrzehnte begleitet Covenant schon die Futurepop / Elektro / EBM / Wie-auch-immer-man-sie-nennen-mag Szene. Irgendwie tummeln sie sich in einem Grenzbereich irgendwo zwischen Synthie-Pop mit seinen melancholische Melodien, EBM mit seiner extreme Tanzbarkeit und Industrial. Dabei hatte das Projekt viele personellen Veränderungen, auch nach dem letzten Album und der letzten Tour wurden wieder zwei Mitglieder ersetzt und mit Andreas Catjar an Keyboard und Gitarre, sowie und Daniel Jonasson an Keyboard zwei neue willkommen geheißen. Und diese Blutauffrischung scheint zu funktionieren. Mit dem letzten beiden Alben 2006 ‚Skyshaper‘ und 2011 ‚Modern Ruin‘ hatten Covenant im Rückblick vielen langjährigen Fans vor den Kopf gestoßen. Ich fand beide, vor allen aber ‚Modern Ruin‘ ein wenig, na ja, irrelevant. Irgendwie wabberte und blubberte alles vor sich hin, der Versuch etwas experimenteller zu wirken ging gründlich nach hinten los und erzeugte keine Aufregung oder Neugier, sondern viel Ratlosigkeit und auch Langeweile.

Dann wurde der Appetizer LAST DANCE im vor zwei Monaten veröffentlicht, und …. Wow! Eine Gänsehaut wie schon lange nicht mehr bei einem Covenant Song. Die Band klingt unverkrampft wieder nach ihren Anfangstagen, Daniel Myer ist ein klasse Produzent, aber es tat gut seine Beats nicht mehr zu hören. LAST DANCE ist absolut clubtauglich, mit seinen treibenden Beats, dem flotten Rhythmus und der warmen Stimme von Eskil. Die Erwartungen waren damit geweckt. Und ‚Leaving Babylon‘ schafft es tatsächlich nachzulegen. Direkt die ersten beiden Songs zeigen den Weg, und der geht direkt in Richtung Tanzfläche, der Titelsong LEAVING BABYLON und PRIME MOVERS sind temporeiche, druckvolle EBM Knaller. PRIME MOVERS hat darüber hinaus einen wunderbaren Refrain und wird ein Ohrwurm werden. Ähnlich hoch halten das Tempo (und die Güte!) auch andere Songs auf dem Album (IGNORANCE & BLISS, AUTO CIRCULATION). An anderer Stelle wird die Schlagzahl aber auch wieder deutlich zurückgenommen, ob das nun das trance-lastige atmospärisch dichte FOR OUR TIME oder das ruhige und melodische NOT TO BE HERE mit seinen schönen Klavierpassagen ist.

Fazit: die Erwartungen waren bei mir nicht hoch, deswegen war es nicht schwer sie zu übertreffen. Ob es ‚Leaving Babylon‘ in meine Alltime Favorit Liste schafft, kann ich noch nicht sagen. Auf jeden Fall ist aber ein gelungener und erfreulicher Schritt zurück zu alten Stärken.


Achtung fertig
Achtung fertig
Preis: EUR 8,49

22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Denkmal .... denk mal, 6. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Achtung fertig (MP3-Download)
Aus dem Projekt ist eine Institution geworden, das hätte ich 2000 nie und nimmer gedacht. Und die beiden Co-Projektleiter sind immer noch abgehoben und verspielt genug, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Und mit „Achtung fertig“ gelingt es Eckert und Humpe tatsächlich wieder ein unheimlich leichtfüßiges Stück Musik zu kreieren. In Interviews versuchen sie es ja immer wieder zu erklären, oft ist das ein wenig abgespact, aber im Kern ist ihr Ansatz simple: Es gibt keine Beschwerden, weil Beschwerden nicht inspirierend sind.Wo andere Künstler Kleinigkeiten zu großen Dramen aufblasen, lassen 2raumwohnung aus diesen Blase die Luft heraus, sie entdramatisieren das Leben.

Und dieser Ansatz funktioniert erneut. BYE BYE BYE verdeutlicht das besonders gut. Es geht um Trennung und den Schmerz, den sie bereitet. Wo andere Bands im Pathos und Melancholie versinken würden, klingt das hier eher federleicht und nach Sonnenuntergang auf einem Balkon mit einer Weinschorle. Ein wenig nähert sich der Sound wieder den ersten Alben an, Humpe’s feenhafter Gesang und ihre eigene Art zu betonen halten den stilsicheren Mix zusammen. Melodien und Pop stehen im Vordergrund, wie zum Beispiel in EIN NEUES GEFÜHL und BEI DIR BIN ICH SCHÖN. Wo andere Acts ganze Armeen von Songschreibern und Produzenten an den Start schicken, wirkt das hier wie aus dem Ärmel geschüttelt.

Eigentlich gehört den beiden ein Popdenkmal gesetzt, aber das würden sie wahrscheinlich selber nicht wollen, sich so auf den Sockel stellen zu lassen. Deshalb, einfach weiter genießen war hier geboten wird und aber auch schon mal den Verlängerungsantrag für dieses Projekt stellen ;-)
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 8, 2013 5:35 PM MEST


Later...When the TV Turns to Static
Later...When the TV Turns to Static
Preis: EUR 19,99

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Weniger Tempo, mehr Drama, 6. September 2013
Die Geschichte vom schwierigen dritte Album ist natürlich eine vereinfachende Plattitüde, im Falle von Glasvegas allerdings durchausangebracht. Album 1 schoss sie direkt in den Himmel, ungestüm und rockig, mit dem überflüssigen Hype in UK, allerdings machten sie schon mit Album 2 eine kleine Wende, und verwendeten mehr Elektronik und Synthesizer. Im Ergebnis hat das ihnen wohl einige Hörer gekostet, bei mir war es allerdings genau andersherum, ‚Euphoric Heartbreak‘ war mir ein lieberer Gast. Man durfte also durchaus gespannt sein, wo hin die Reise mit ‘Later ... When the Tv Turns to Static‘ hingehen wird.

Und es gibt tatsächlich wieder neues zu bestaunen, keine Wechsel der musikalischen Lager, dafür aber eine Hinwendung zu Moll, langsameren Stücken, mehr Melodrama und sentimentalen Texten. Natürlich gibt es immer noch satte Rocksongs, wie YOUNGBLOOD, MAGAZINE oder die melodische Hymne IF, an anderer Stelle wird der Fuß aber deutlich vom Gaspedal genommen. CHOICES ist so ein Kandidat, eine sehr schwermütige Klavierballade, ebenso auch der erste Song des Albums, der Titelsong LATER … . Er beginnt gut, die beschriebene Angst ist gut, aber dann irgendwann im Mittelteil geht irgendwas daneben. Vielleicht wächst der Song noch, gehört eher in die dunklere Jahreszeit. Es gibt dann aber auch Highlights, wo dieser Schwenk zur Melancholie und Verlangsamung sehr fein funktioniert, NEO BEDROOMS ist so ein Beispiel.

Also wieder neues Terrain, auf das sich Glasvegas begibt. Diesen Mut muss man der Band zu Gute halten. Sie hätten es sich auch einfach machen können und die Erfolgsformeln der ersten beiden Alben vermischen können und ihnen wäre ein Top 10 Platz (in UK, in Deutschland sind sie ja eh nie so recht angekommen) sicher gewesen. Ich schwanke zwischen *** und **** Punkten, gebe aber **** weil ich so ein Bauchgefühl habe, dass ‚Later …‘ noch Potential hat sich einzugraben in meine Gehörgänge, spätestens dann, wenn dieser herrliche Spätsommer zu Ende geht und die Tage kürzer, dunkler und nasser werden.


The Flood and the Mercy
The Flood and the Mercy
Preis: EUR 9,99

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bedenkenlos, 6. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Flood and the Mercy (Audio CD)
Beim ersten Album war mit noch etwas bang, meine Befürchtungen war groß dass Ed ohne seine Stammband Live etwas ganz anderes machen würde musikalisch. Die Sorge war aber unbegründet, Alive hat mich damals sehr positiv überrascht und gefiel mir um einiges besser als die letzten beiden regulären Live Alben. Und auch das zweite Soloalbum bleibt der vertrauten Formel treu, Rockmusik mit allerdings immer weniger werdenden Alternative Ansätzen, stets mit großer Dynamik und vor allen unverkennbar geprägt von Ed’s einmaliger Stimme. Sie ist immer noch besonders, sein Gesang transportiert Emotionen ebenso perfekt wie seine Texte immer noch spirituelle Themen berühren.

SEVEN war bereits veröffentlicht und könnte auch eine der besseren Live Stücke aus der Spätphase sein, langsam beginnend, dann immer rockiger werdend, mit einem Refrain der sofort hängenbleibt. Ähnlich aufgebaut ist auch ALL THAT I WANTED. Aber Ed kann auch weiterhin ruhig. Die Ballade ANGELS ON A RAZOR, die zwar einen gewissen Bon Jovi Einschlag hat, die aber trotzdem zu gefallen weiß, Ed’s Stimme reist das Ruder herum. Mit CORNERSTONE wagt Kowalczyk sich auf neues Terrain, die Gospelballade mit viel Klavier und viel Pathos ist sehr gut gelungen. An alte Live Großtaten können dann aber auch wieder mit TAKE ME BACK und vor allen das düstere THE WATCHMAN’S LAMENT zwei andere Songs anknüpfen. Und als Schmankerl haben einige Songs, wie bspw. SUPERNATURAL FIRE einen geschmeidigen R.E.M. Einschlag - dank der Zusammenarbeit mit Peter Buck und Songwriter Scott McCaughey. Peter Buck spielt übrigens bei 7 von 11 Stücken Gitarre. Bei den Songs, denen er nicht seine typische Gitarrensignatur aufdrückt spielt er sehr manschaftsdienstlich. Top!

Alles in allem: Ein sehr reifes Album, die textlichen Themen sind immer noch dieselben, Ed und Live Fans wissen sie einzuordnen und zu schätzen. Ein wenig fehlt an manchen Stellen der Sturm und Drang, viele Stücke drosseln immer wieder das Tempo nach rockigen Teilen. Wenn man sich dann aber vor Augen hält, dass wir eben nicht Mitte der 90er sind, sowohl der Künstler als auch der Hörer, dann geht das schon in Ordnung ;-), Live Fans können bei 'The Flood and the Mercy' bedenkenlos zugreifen.

Ein paar Gedanken noch zur limited Edition. Die paar Euro lohnen sich durchaus, die zweite CD enthält neben der eher ruhigen 2012 ‚The Garden‘ EP sowieso remixes zu den Songs daraus.


AM (Mini-Gatefold)
AM (Mini-Gatefold)
Preis: EUR 13,99

19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Immer noch aufregend, 6. September 2013
Rezension bezieht sich auf: AM (Mini-Gatefold) (Audio CD)
Das verspricht ein sehr spannender Herbst zu werden. Eine Vielzahl von Bands, die vor ziemlich genau zehn Jahren die Musikwelt durcheinander wirbelten, gehen in ihr zweites Jahrzehnt. UND beglücken den geneigten Indierockhörer fast zeitgleich mit Neuveröffentlichungen im August und September. Bloc Party mit der EP „The Nextwave Session“ haben den Anfang gemacht, Franz Ferdinand letzte Woche und jetzt Arctic Monkeys.

Allerdings sind die Ansätze unterschiedlich, während Bloc Party und Franz Ferdinand die Zeit zurück drehen und zum Stil ihrer Debütalbum zurückgehen (in beiden Fällen übrigens sehr gelungen) setzen die Arctic Monkeys ihre Entwicklung fort. Album 5 ist düster und aufheizend geworden, voller unheilvoller aber auch aufregender Beats. Am deutlichsten wird das vielleicht in ARABELLE, das sich anhört wie ein Hip Hop Remix eines Led Zepplin Klassikers. Es gibt keine Grenzen und Schubladen auf ‚AM‘, es gibt Pop, es gibt Glam (der herrlich gelungene I WANT IT ALL) und es Verbeugungen vor den Großen der Rockmusik: vor Lennon (NO. 1 PARTY ANTHEM) und Velvet Underground (MAD SOUNDS) sowie mit freundlicher Unterstützung von Josh Homme auch vor den Stones, ONE FOR THE ROAD borgt sich die „who whoos“ von ‚Sympathy for the Devil‘ aus

Alex Turners Texte sind immer noch bedrohlich, ätzend und scharf, und gleichzeitig komplex in ihren Details und Bildern. Trotz der musikalischen Irrungen und Wendungen macht gerade dieser Eklektizismus ‚AM‘ zu einem sehr belebenden Stück Musik. Das Album setzt setzte die stylistische Entwicklung und Kursänderung von ‚Humbug‘ und ‚Suck it and See‘ konsequent fort. Es lässt einen aufgeregt und gehetzt zurück, Zeit zum Durchatmen gibt es nicht. Vielleicht ist eine Textzeile aus NO 1 PARTY ANHTEM eigentlich Message: “I just want you to do me no good.”


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