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Veronika

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14 - Tagebücher des ersten Weltkriegs: Farbfotografien und Aufzeichnungen aus einer Welt im Untergang. Das Buch zur TV Doku Serie auf arte, ARD und ORF. Mit einem Vorwort von Peter Englund.
14 - Tagebücher des ersten Weltkriegs: Farbfotografien und Aufzeichnungen aus einer Welt im Untergang. Das Buch zur TV Doku Serie auf arte, ARD und ORF. Mit einem Vorwort von Peter Englund.
von Gunnar Dedio
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 36,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut empfehlenswert!, 9. Juni 2014
100 Jahre nach dem Beginn des Ersten Weltkrieges ist die Gelegenheit Zeitzeugen zu dem für alle Nationen der Welt prägenden Ereignis der Geschichte zu befragen endgültig verstrichen. Umso wichtiger ist es, dass Forscher und Privatpersonen sich mit den Tagebüchern, Feldpostbriefen, Bild- und Filmdokumenten auseinandersetzen, um dazu beizutragen, das Vergessen zu verhindern. Bei diesem Einblick, geht es um weit mehr, als beim Leser Mitgefühl und emotionale Bindung zu den Betroffenen zu erwecken. Aus der Beschäftigung mit Einzelschicksalen können neue Erkenntnisse zur Geschichte gewonnen werden. Die Einordnung einzelner Ego-Dokumente in den größeren geschichtlichen Zusammenhang ist deshalb in der Geschichtswissenschaft unabdingbar. Die einzelnen, im Werk berücksichtigten Zeitdokumente, sind genau jene Puzzle-Teile, die in ihrer Gesamtheit das Geschichtsbild prägen.

Die Autoren dieses Werkes haben erkannt, dass eine bloße auf Daten und Fakten bezogene Geschichte des Ersten Weltkriegs nicht zielführend sein kann. Die Kombination der wichtigsten geschichtswissenschaftlichen Darstellungsmöglichkeiten – Bild, objektive Erklärungen und subjektive Wahrnehmung der Betroffenen Zeitzeugen mehrerer Nationen – tragen dazu bei, ein möglichst authentisches und mehrdimensionales Geschichtsbild zu vermitteln. Alle Bilder – und das sind immerhin allein aus dem Archiv des berühmten Fotographen August Fuhrmann etwa 300! – sind mit authentischen Tagebuch- oder Briefausschnitten versehen und zusätzlich mit historischen Fakten belegt und erklärt. Mit dieser breiten Herangehensweise ermöglichen die Autoren den Lesern die einmalige Chance, sich in eine längst vergangene Zeit einzufühlen, die so nachhaltig die heutige Gegenwart mitgeprägt hat.

Obwohl die Bezeichnung ‚Weltkrieg‘ per Definition die komplexen Verflechtungen mehrerer Nationen und die Schicksale von Menschen aller Länder impliziert ist es in der Vielzahl der Werke zum Ersten Weltkrieg längst nicht selbstverständlich, dass der Blickwinkel über Deutschland hinaus gespannt wird. Das allein ist bereits eine lobenswert zu erwähnende Leistung, die mit dem Werk „14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs“ erbracht wird. Schmerz, Stolz, Ehre, Vaterlandsliebe, Mut, Angst, Freundschaft und Liebe sind nun einmal nicht auf eine Nation beschränkte Gefühle und Emotionen. Sie haben den Krieg weltweit entscheiden mitgeprägt.

Bereits im ersten Kapitel wird deshalb das Verhältnis Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens, Russlands und des Osmanischen Reiches zueinander in den Blick genommen. Auch der Imperialismus, die Mächteverhältnisse in der Kolonialzeit, die die schnell entwickelte weltweite Dimension des Krieges erklären, werden thematisiert.
Neben der chronologischen Nachvollziehbarkeit des Kriegsverlaufes durch die Kapitelanordnung „Die Welt vor dem Krieg“, „Kriegsbeginn“, „Kriegsalltag an der Front“ und „Kriegsende“ werden weitere Perspektiven auf den Krieg eröffnet:
Im Kapitel „Mensch und Maschine“ wird eine Tragweite der neuen technischen Dimension des Krieges deutlich, die damals wie heute die Phantasie übersteigt. Die unwirkliche Kombination aus dem Einsatz von Waffen, wie Granaten, Bomben, Gas und Maschinengewehre auf der einen Seite, den zehntausenden marschierenden Soldaten, der Einsatz von Pferden und der direkte Feindkontakt im Feld übersteigt noch heute die Vorstellungskraft.
Im Kapitel „Leid, Verlust, Ernüchterung“ werden die Auswirkungen dieser neuen Art der Kriegsführung in den Blick genommen. Krankenschwestern, Verwundete und Heimatvertrieben kommen zu Wort. Die Kapitel „Heimatfront“ und „Kriegsgräuel“ unterstreichen ein weiteres Mal, den ganzheitlichen und nachhaltigen Umfang des Ersten Weltkrieges.

Besonders die Kombination aus erklärendem Text, den Bildern und den subjektiven Empfindungen der Zeitzeugen machen das Werk zu einem einzigartigen Dokument der Zeitgeschichte.

Dieses Werk ist – unabhängig davon, ob die Lesenden die TV Doku Serie kennen oder nicht – absolut empfehlenswert.


Der Erste Weltkrieg 1914 - 1918: Der deutsche Aufmarsch in ein kriegerisches Jahrhundert
Der Erste Weltkrieg 1914 - 1918: Der deutsche Aufmarsch in ein kriegerisches Jahrhundert
von Harald Potempa
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 45,00

14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr empfehlenswert!, 18. November 2013
Mit dem Werk „Der Erste Weltkrieg 1914-1918. Der deutsche Aufmarsch in ein kriegerisches Jahrhundert“ haben es die Herausgeber geschafft, Experten der Militärgeschichte und Neuen Neuesten Geschichte zu formieren, welche mit ihren informativen und fachlich auf dem neusten Stand der Forschung beruhenden Aufsätzen das Buch zu mehr als einem Überblickswerk machen. Der Erste Weltkrieg am Anfang des turbulenten 20. Jahrhunderts hat die Entwicklungen zum Zweiten Weltkrieg und zum Kalten Krieg entscheidend mitgeprägt und sollte in der „Aufarbeitung“ der Deutschen Geschichte einen besonderen Stellenwert einnehmen.

Der inhaltliche Schwerpunkt des Werkes liegt auf der preußisch-deutschen Armee und der Kaiserlichen Marine während des Ersten Weltkrieges. Es enthält Informationen zu Kriegsstrategien, einzelnen Schlachten (zu Land, in der Luft und im Meer) und weltweiten Kriegsschauplätzen. Alles ist sowohl sehr verständlich, als auch detailreich erklärt und anhand neuem Kartenmaterial illustriert. Die Thematisierung des Alltags der Soldaten, des Verhältnisses von Front und Heimat, die Frage der Kriegsverbrechen und die Formen der Erinnerung an den Krieg haben mich besonders überzeugt. Diese Bereiche sind in anderen Werken, welche ich mir angeschaut habe, aufgrund der meist im politischen Bereich gesetzten Schwerpunkte häufig ausgeblieben. Die mit Zwischenüberschriften gegliederte Auswahlbibliographie ermöglicht zudem einen guten Überblick über weiterführende Literatur.

Das Werk bietet eine gute Mischung von Informationen zum politischen und militärstrategischen Bereich und den sozialen Aspekten des Krieges in Bezug auf die Soldaten. Sowohl Geschichtskenner, als auch „Neulinge“ im Bereich des Ersten Weltkrieges kommen hier auf ihre Kosten. Allein schon das äußerst umfangreiche, seltene Bildmaterial (u.a. aus dem Militärhistorischen Museum der Bundeswehr und aus dem Bundesarchiv), welches zudem noch prägnant beschriftet ist, macht das Werk empfehlenswert.


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