Profil für Tannenbaum > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Tannenbaum
Top-Rezensenten Rang: 8.813
Hilfreiche Bewertungen: 159

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Tannenbaum "der Große" (Wald)

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3
pixel
Könige Ohne Krone
Könige Ohne Krone
Preis: EUR 20,99

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der edelste Underground aus Deutschland auf einem Sampler vereint- Nur für Kenner oder solche, die es werden wollen!, 1. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Könige Ohne Krone (Audio CD)
Demnächst gibt es selbst noch im Hip Hop eine Szene von Hipstern, die die Leute mit den richtigen Skills bereits lange vor ihrem Durchbruch abfeiern. Solche Menschen, die dann als krasse Namedropping-Experten vorerst als sonderbar ausgemacht werden, denn warum kann man sich schließlich nicht einfach auf Kollegah und einer Standarduniform in Form einer Hoodie einigen?

Die Antwort dazu liegt in dieser bunten Mischung hier: Wer lange sucht, erkennt das deutscher Hip-Hop noch längst nicht tod ist und sogar noch wahnsinnig großes Potenzial birgt! Das Potenzial sieht man spätestens in solchen Acts wie den Concsious-58muzik-Rappern Absztrakkt und CR7z oder der großen Überraschung des Samplers: Silvio Vincent. Auch schießt etwa der mit Wortwitz bewaffnete Amok laufende Rapper Grim104 sonderlich präzise. Auch bei manch anderen Rappern wie etwa Ali As ist das Sprachrohr in jedem Fall entsichert.
Der mit Video ausgestattete Allstar-Track punktet mit einem fetten Beat und es ist ganz sicher einmalig so viele Rapper innerhalb eines Tracks rappen und spitten zu hören. Es entsteht da eine derbe Symbiose, dem Dogma folgend nicht nach der Krone zu lechzen wie manch anderer, sondern diese in Skills, Swag und Tiefgang zu representen und da darf man auch mal verzeihen wenn man mal von Kollegah bitet. Dieser ungekrönte Adel ist sicht-bar für bar wie Tyrion Lannis-ter, doch auch nur für diejenigen, die dann auch tatsächlich mit links zur Prinzessin Zelda gelangen wollen.

Es scheiden sich natürlich die Gesichter. Könnte man den einen oder anderen Rapper nicht austauschen? Ich finde die Selektion klasse! Da hat sich jemand Gedanken gemacht! Und eine solche Kollektion, auch wenn ich einige der Tracks sowieso schon vor dieser Veröffentlichung hatte, scheint mir mehr als sinnvoll!


Nature's Way, Cholin 500 mg Bitartrat, 100 Tabletten
Nature's Way, Cholin 500 mg Bitartrat, 100 Tabletten
Wird angeboten von Atlantic Trading Company
Preis: EUR 6,36

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Stoff aus dem die Träume sind..., 2. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wenn man Lust hat auch den Drittel seines Tages in dem man schläft sinnvoll zu gestalten, dann ist Choline ein Hilfsmittelchen der ganz besonderen Sorte. Klarträume, luzide Träume und darüber hinaus werden bei gezielter Anwendung, beispielsweise mit Schlafunterbrechung, hiermit erreicht. Ich hatte bisher nur dieses Cholin und es funktioniert prächtig.

Die Tabletten sind recht groß, deshalb immer mit einem ordentlichen Schluck Wasser trinken, sonst kann es schon mal vorkommen, dass man sich ein wenig verschluckt.


Shutter Island [Blu-ray]
Shutter Island [Blu-ray]
DVD ~ Leonardo DiCaprio
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Modernes Gehirnwäschekino- Diese Rezension mag deine Gehirne spoilern, 28. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Shutter Island [Blu-ray] (Blu-ray)
"Shutter Island" ist der Geheimtipp sowohl unter Di Caprio-Kennern als auch unter Scorsese-Kennern. So hat er sich aus diesem Status, auch aufgrund der tief verwurzelten ab vom Mainstream geläufigen Story, nicht zu mehr entwickeln können.

Das was diesen Film besonders herausragend macht, ist wie der Protagonist Federal Marshall Teddy Daniels als möglichst nachvollziehbarer Held inszeniert wird und wie die Geschichte des Zuschauers damit übereinkommt, der Teddy Daniels schließlich zu verstehen meint, der ihn schließlich zu identifizieren mag und als den Helden oder später auch als Anti-Helden annimmt, den man aus ihm zu inszenieren versucht und wie man schließlich vor den Kopf gestoßen wird, dass man diesem Gespinst, dass der Film ein Happy-End bekommen würde, tatsächlich verfallen ist. Wie man sich in die Tücke führen lassen hat.

Highlight ist die Szene mit dem Direktor, in der ein Persönlichkeitsaspekt von Daniels ihn zur Realität zurückzerren will. Rückblickend mögen diese Szenen nur metaphorische Übersetzungen und Gespräche von Daniels mit sich selbst sein. Gespräche in denen Daniels sich selbst in einem großen Gespinst als großen Helden ausmacht und gerade deshalb an dieser Krankheit festhält. Viel mehr mag letztendlich alles was man sieht nur im Kopf von Teddy Daniels ablaufen und gerade deshalb kann man so gut diesen Heldenstatus nachvollziehen. Die Story ist so großartig, da man eben mit verschiedenen Charakteren innerhalb eines Charakters spielt und der Zuschauer dies beim ersten Schauen erst am Ende kapieren kann.

Die Fragen, die der Film aufruft sind tief und nichts für Entertainmentjunkies:
Sind wir nicht alle potenziell schizophren und wahnsinnig, da wir einfach an Scorseses Spiel, indem er uns auf aller beste Art verkauft, dass Daniels ein Happy-End erlangen kann, eben auf die Art wie Daniels an seiner Schizophrenie festhält? Wer hat sich schließlich nicht am Ende ertappt und gedacht Teddy Daniels müsste geheilt sein und war dann verblüfft? Waren wir nicht anstatt in Daniels Kopf, in unserem eigenen Kopf? ;-)

Wenn man an dieser Rezension und den Fragen mit denen sie sich beschäftigt Interesse findet, könnte einen der Film auch gefallen.


The Fountain
The Fountain
DVD ~ Hugh Jackman
Wird angeboten von docu-films
Preis: EUR 6,68

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Film wie kein anderer!, 28. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: The Fountain (DVD)
Erstmal vorweg zu diesem, einer meiner liebsten Filme: Beim ersten schauen, hatte es bei mir nicht gleich "Klick" gemacht, aber so war zumindest ein Interesse da ihn nochmal anzuschauen. Schließlich waren so viele Themen ineinander verwoben, denen ich ein großes Interesse zuspreche: Liebe, der Zwiespalt zwischen Tod als Form von "Schluss" und Tod als Form von "Es geht weiter", Glaubensbekenntnissen und vieles mehr.

Die Handlung ist recht komplex und tief, oftmals werden Sprünge gemacht und die Ebenen sind nicht alle einfach zu verstehen und gerade dadurch fällt es einen schwer diesen Film inhaltlich zu fassen. Einige Dinge sind auch denke ich zur eigenen Interpretation offen: So könnten die Ebenen von verschiedenen Leben oder gar von verschiedenen Traumexistenzen handeln. Dies wirkt für einige dann zu schwammig, für andere die den Kreisel in "Inception" als "open for your own interpretation" oder viel mehr "choose for yourself" verstanden haben, dagegen als sehr interessant. Um den Film zu begreifen, geht es viel mehr über einen emotionalen Spürsinn: Ich denke den Film kapiert man richtig, wenn man schluchzt und Tränen weint.


Ink [DVD]
Ink [DVD]
Wird angeboten von ___THE_BEST_ON_DVD___
Preis: EUR 11,87

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ...und dann so langsam aber sicher entfaltet der Indiefilm sich zu einem gewaltigen Meisterwerk, 28. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Ink [DVD] (DVD)
Dieser Film fängt mit vielen Fragezeichen an. Man kann aus dem was man sieht nicht richtig einen Reim machen und dies ist bewusst so gehalten, deshalb ist dies auch ein Film wo man nicht spoilern sollte, weil dies einiges kaputt macht! Die erste Stunde fordert einen Zuschauer, der es sich wagt tiefere und intensivere Filme anzunehmen für das was sie sind und dafür auch mal auf eine nicht so gnadenlos unterhaltsame, aber auf eine zu dem Zeitpunkt auf vielen Ebenen noch fragmentarische "Ich-weiß-nicht-wie-ich-mir-darauf-einen-Reim-machen-soll-aber-irgendwie-interessiert-mich-es-ob-ich-mir-darauf-überhaupt-noch-einen-Reim-machen-kann"-Story zu setzen und daran eben nicht gleich zu verzweifeln. Die letzte Stunde ist dafür ein exzellenter Pay-Off, gerade weil die Story sich zuvor sehr verflechtet, dass es sehr kompliziert ist, sie wieder zu einem geschlossenen Handlungsstrang zusammenzukriegen!

Besonders hervorzuheben ist sicherlich das schauspielerische Talent, das die Schauspieler hervorbringen. Auch ist der Soundtrack gnadenlos gut und hat es nicht umsonst auch auf viele andere Soundtracks geschafft. Das dieser Soundtrack von Winans selbst noch erschaffen worden ist, zeigt nicht zuletzt mit wie viel Herzblut er sich diesem großen Projekt, welches zudem fast 100 Drehtage aufwies (für einen Indiefilm viel zu viel), widmete.

Ähnlichkeit hat dieser Film zu der überraschenden Gehirnwäsche-Handlung von "Shutter Island" von Scorsese, deutlich wird auch Winans großes Vorbild Aronofsky in diesem Film, so kann man durchaus "The Fountain" vom tiefst emotional ansprechenden Wert des Filmes Ähnlichkeiten zusprechen. Wenn du dich für weitsichtige und tiefgründige Filme, die sich mit spiritueller Thematik aussetzen wie etwa "Inception", "eXistenz" oder "Matrix" interessierst, könnte das hier fast mit Sicherheit was für dich sein.


Enclosure
Enclosure
Preis: EUR 16,99

14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Chaostheorie von John Frusciante, 11. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Enclosure (Audio CD)
John Frusciante's "Enclosure" wird von dem Meister selbst als "my last word on the musical statement which began with PBX" benannt. Grund genug war das für mich um einen Hype zu entwickeln, der mit dem Abschießen der Rakete "Sat-JF14" in die erdische Umlaufbahn das ungeahnte nächste Level einer Album Promotion erfahren hat und der sehr überraschend kam. Denn angesichts der geringen Größe und dem sonst eher kleineren Tohuwabohu, welches das Label "Record Collection" um die Alben ihres Top-Sellers sonst so veranstaltet, war dies wahrlich der Megagau, der vermeintlich selbst unter größten Frusciante-Anhängern als Aprilscherz eingeordnet wurde. Noch weniger hätte man es schließlich dem vom Rampenlicht zurückgezogenen Ex-Rockstar Frusciante zugetraut, der anstatt kreischenden Mädchen und Sixpack auf neueren Pressefotos einfach mit Loch im Pulli erscheint.

Doch so schaffte es die Rakete nicht bis zum Releasetag unterwegs zu sein, die Idee, das "wofür" und "weshalb" dieses Album in die Sphären geschossen wurde, bleibt aber immer noch ein Interessantes, denn kein Schritt im Leben eines John Frusciante scheint "einfach so" gemacht worden zu sein. Stets war die Musik eine Sprache für ihn mit der er sich besser artikulieren konnte. Das diese seine Sprache gemeinhin als etwas "Universelles" bezeichnet werden könnte, liegt nicht fern. Besteht sie doch aus Gefühlen und sind die Wörter doch im Wesentlichen nur Werkzeuge...

Sein zweites Homestudio-Album in Folge hört sich immer noch an manchen Stellen ein wenig willkürlich und eigenwillig an, ist aber wesentlich mehr als lediglich "Arbeitsnachweis".
Es hat immer noch den Charme eines Eigenbrödlers. Dies wird sicherlich vielen missfallen und auch nur wenig neuen Anklang und wenn überhaupt, dann auch nur bei den begeisterungsfähigsten Freunden der originelleren Form der Popmusik finden. Doch den Miteifern von dem Werdegang des John Frusciante, wird gerade dieses Album ein Segen bereiten. Sind die lyrischen Strukturen doch oft viel ästhetischer und mit mehr Wollen und Willen behaftet als auf dem Vorgänger.

So muss nicht unbedingt die "1st Take-we-take"-Gitarrensoli wie auf "Cinch" oder "Stage" jeden gefallen außer vielleicht denjenigen die hier ihre Albenkollektion all der größten Rockgitarristen zusammenstellen wollen und neben Satriani, Vai und Fripp jetzt wissen wollen wie Frusciante am Fretboard im Jahre 2014 jammt.
Highlights auf diesem Album stellen hier viel mehr die Momente da, in denen wieder die Persönlichkeit John Frusciante durchblitzt. In denen man sich wieder in diesen Künstler selbst wiederfinden kann und in dieses Abbild aufs Neue (wieder)-verlieben kann.
Die Drummachines sind diesmal wesentlich grooviger gewählt und passen oft mehr in den Kontext. Man merkt wie er das Chaos wesentlich besser strukturiert hat. Es ist quasi, die gewagteste Ordnung die ihn anscheinend reizt. Wie viel kann man anders machen und doch noch richtig machen? Selbst der für seine heutigen Verhältnisses"easy-Listening"-Track "Fanfare" verabschiedet sich nach 80ies Pop gen Ende in eine sehr progressive Struktur. Die Lyrics haben teilweise den Glanz der 2004er Alben. Wenn etwa "Excuses" letzte zwei Minuten ertönen oder wenn der Streichersynthie in "Zone" dazu kommt, entstehen schon fast heilige Momente für den Hörer. Manchmal driftet er ab in diese Momente, in denen man herausfindet was ihn als Künstler daran reizt. Wenn er quasi bei "Run" das Tempo raus- und reinnimmt fühlt der Hörer sich entweder "angenehm interessiert" oder "unangenehm interessiert". Vieles ist filigraner ausgefeilt als auf PBX, anderes wirkt noch ein wenig "too much", so wünsche ich mir z.B. bei "Silent Desert" ein bisschen weniger Gitarre, die Gitarrensoli wie vorher angesprochen sind mir persönlich ein wenig zu willkürlich und lang. Dieser Stimmungswechsel wie etwa im letzten 1/4 von "Sleep" indem unkreativ einfach das Volume runtergedreht und ein neues Drummachinemotiv kommt, wirken auf mich ein wenig songfremd, sind in der Menge allerdings doch rarer geworden und wiegen nicht mehr all zu stark.

So bleibt für mich festzuhalten: Wenngleich es das finale Statement ist, scheint es neben einem außergewöhnlich schönen Update, noch nicht der Olymp seines "Synth-Pop". Ich sehe hier noch kleines Potenzial. Doch das er sich dem abwendet sehe ich ebenfalls gern. Denn John Frusciante ist ein Transformer der ganz speziellen Art!


Warpaint
Warpaint
Preis: EUR 14,99

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bisschen zu verträumt, 29. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Warpaint (Audio CD)
Wo "The Fool" noch die einzigartige Signatur von Warpaint trug ist dieses Album manchmal nicht genau so zielführend. Manchmal in den großen Momenten des Albums wie etwa bei der Single "Love Is To Die" oder dem Closer "Son" hört man das raus was sie so einzigartig macht. Diese nach innen greifenden zum Tagträumen anregenden Melodien, die auf einen Klimax hinaus wollen. Hier ist es nicht immer so ausdrucksstark wie auf ihrem Debüt, jedoch auch weit davon ab eine Enttäuschung zu sein. Der Klartraum, der hier skizziert wird, geht oftmnals ins hypnagogische Unbewusste. Zurückzuführen ist das auf den stärkeren Einsatz vom Keyboard/Synthesizer anstatt einer zweiten Gitarre.

Das Artwork ist sehr schön mit den Silhouetten der hübschen Kalifornierinnen und Oregonians. Das Digipak kommt mit einem Poster. Diese Poster am besten vorher kalt bügeln, damit sie faltenfrei aufgehangen werden können.


25
25
Preis: EUR 22,98

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meraviglioso!, 10. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: 25 (Audio CD)
Meraviglioso heißt übersetzt aus dem Italienischen "Wunderbar".

Es ist nun bereits 25 Jahre her seit d-e-m lebensveränderten Ereignis im Leben des José Carreras: Dem Eintritt der Leukämie.

Danach hatte er um sein Leben gekämpft und hat schließlich den drei Tenören den ergreifenden, überragenden Pathos beschert, der den einen die WM 1990 versüßte und den anderen die Stimme und die Identifikationsfigur eines wahren und herausragenden Maestros gab.

Wieso sollte Carreras jetzt selbst mit klassischen Popstrukturen intervenieren? Wieso muss man noch mal eine CD raus bringen, in der man sich auf das Singen bereits komponierter Songs beschränkt? Muss man wirklich noch diesen Versuch unternehmen einen auf diese Vita drauf setzen zu wollen im bereits erhobenen Alter?
Alles firlefanzige Fragen, die nicht zum Disput stehen sollten. Denn so ist es ganz sicher keine Pflichtaufgabe für José Carreras dieses Album zu singen. Er singt die Songs seiner größten Idole ein. Lässt andere daran teilhaben, wie er die Musik als Ventil benutzt. Wie er sich von einem Crescendo ins Nächste erhebt und seinen Korpus zum beben bewegt wie es eben nur ganz Wenige können. Er, der an Leukämie erkrankte und schließlich durch seine Leukämie-Stiftung anderen zu dem Lebensmut und der Lebensbereitschaft verhalf, die ihn selbst ausmacht hat vor Allem an einer Sache immer festgehalten: Der Musik.

José Carreras wirkt vom Stimmumfang auf "25" noch wie ein ganz Junger! Von der Lebensfreude mit der er singt ebenso! Es ist fast verblüffend. Als wäre er in der Blüte seines Lebens! Es ist wie eine vollendete Umdrehung in der Pirouette seines Lebens- die Leukämie hat ihn das Leben schätzen gelernt und nun zahlt er dem Leben das Heim was es verdient, einen vollendeten Tenor am Zenit seines Lebens.
Die großen Songs wie "Meraviglioso" und "Adoro" tönen und tenören ganz groß! Das Album machen nicht nur diese Songs groß, sondern auch die vielen Gäste, die Carreras an Board hat. Ein Wiedersehen mit José Feliciano steht an. David Garrett, Lang Lang und Allison Balsom sind ebenfalls nicht die schlechtesten Akteure, die sich da um Carreras versammeln. Sie fügen sich perfekt ein und scheinen ihre Melodien auf das Konzept des Albums angepasst zu haben.

Die Songs und die Melodien sind manchmal nicht so ernst und doch sehr aufrichtig. José Carreras lässt es zu, locker und doch durchdringlich zugleich auftreten zu können. Die Aussage und die Botschaft scheinen ihm wichtiger denn je!

Es hat mir wahre Freude bereitet diese CD zu hören und ich freue mich auf alle weiteren Durchgänge! Es ist für mich genau das richtige zur Adventszeit :-)


Outsides Ep
Outsides Ep
Preis: EUR 11,56

9 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen John Frusciante!, 28. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Outsides Ep (Audio CD)
Im Musikwissenschaftlerdeutsch zusammengefasst hat sich John ganze zwei Jahrzehnte auf den Thron der Popmusik, der U-Musik, zu etablieren versucht. Die Charts, die Rolling Stone-Best-Of-Listen oder die bekannteren Blogs a la Pitchfork werden dies sicherlich nicht bestätigen können, aber es mag überraschend viel Zuspruch hageln wenn man erwähnt, dass John Frusciante möglicherweise die Popmusik so weit gebracht hat wie nie jemand vor ihm und hiermit lasse ich ganz sicher den Katalog an Red Hot Chili Peppers-Alben aus, denn alleine die 2004-er Record Collection Album-Explosion greift viel tiefer. Mit seinem Geschick für herausragende Melodien, für seine Feinsinnigkeit, dieses Equilibrium aus schnellsten Galopp und Slow Gait Trab ist er bekannt. Er lässt Gefühle so roh und aufrichtig im Raum stehen, wie es sich sonst niemand traut und doch lässt er sie manchmal von der Leine. Oftmals hatte er Gefühle gegenseitig aufgespielt. Das gespenstisch anmutende Böse gegen das zarte Crescendo-Lachende. Spannungen entluden sich und der Hörer zelebrierte die Kämpfe der Gefühlspaletten als seine Eigenen und stets verlieh John Frusciante dem Ganzen post-Smile ein Happy-End oder viel mehr einen Gefühls-Sieger.
Ein direkt vermittlenderes Klanguniversum begründet in der Popmusik mit den Instrumenten und Aufnahmetechniken der 60ies und 70ies entdeckte er, welches viel tiefer griff als quasi -Alles Zuvor-. Die Zügel schien er stets fester, konsequenter und zielstrebiger im Griff zu halten. Sein Griff wurde schließlich immer fester und fester. Fast verbittert und krampfhaft mag er diesen Griff an den Zügeln gehalten haben und mit dem Loslassen muss eine Last von ihm gefallen sein.
So oder so ähnlich könnte man die Geschichte zusammenfassen, die John Frusciante zunehmends ausmachte und dazu brachte eine Kehrtwende anzupeilen.

John Frusciante 2013: Der Eine mag es zu verkopft finden, der Andere zu eigen. Wieder ein Anderer mag diese EP als interessant bewerten. Ungewiss ob der Hörer dabei mit strahlenden Augen Aha-Erlebnisse feiert oder mit grummeligen Gesicht seine Augenbrauen verzieht in der Hoffnung das kurze Melodiestafetten ihm etwas aus dem Song als einprägsam darbieten. Ganz sicher sei gesagt: Dies ist Musik für niemanden mit einer kurzen Aufmerksamkeitsspanne.
Viele Hartgesottene regt diese neue EP an gleich auf Kriegskurs zu gehen. Das nächste Real-Life Künstler-Opfer a la Syd Barrett ist gefunden. Jemand der es sich selbst vermasselt hat, schließlich war John doch mal ein Rockstar mit viel Popularität und Ansehen und nun mag er ein Einsiedler sein, der im heimischen Studio abgeschottet von der Außenwelt sein sehr eigenes Ding macht.
All das ist kein Wunder, denn John Frusciante hat ausnahmsweise musikalisch nichts mehr im Griff. Allerdings ist dies auch gar nicht schlimm wie ich finde. Er lässt sich gehen und sein Prozess Musik zu machen ist viel mehr nicht mehr darin gesteuert seine künstlerische Reputation zu beherrschen, sondern sich einfach dahin zu bewegen wohin ihn die Musik führt. Sehr pragmatisch und natürlich eben! Sehr stark aus dem Spaß begründet, den es ihm bereitet.
Alles läuft auf Outsides in einem Synchron-Zusammenspiel ab. Die Rhythmuskette und die Frequenz verschiedener Synths ist zumeist sehr zusammen"hörig". Am Anfang von Shelf sickert man in seiner Aufmerksamkeitsspanne in dieses erwartungsvoll-aufladende Intro ein. Die chromatischen Melodien, die sich dann loslösen erinnern stark an Frank Zappa's Stravinski-Phase (Grand Wazzoo, Burnt Weeny), von der John ja ein bekennender Fan ist. Als dann die Stimme, nach einem kurzen Aphex Twin-Era Analogue Bubblebath-Interlude, sich zu erkennen gibt wissen selbst die, die nicht PBX oder Letur Lefr kennen, dass die Musik tatsächlich von John stammt. Wie erwärmende Sonnenstrahlen macht sich der Synthesizer im Hintergrund erkennbar.
Der Opener Same dagegen ist ein Gitarrensolo, das wenn man an die Chili Pepper-Tage denkt sich so willkürlich anfühlt wie irgendwie möglich. Bei näheren Überprüfen findet der eine hier was, dem anderen bleibt es ein Geheimnis. Ich finde es in konzentrierten EP-Hörgängen äußerst spannend!
John Frusciante bewegt sich hier outside in allen Momenten. Die E-Musik lässt grüßen und er ist nicht nur "out there", sondern nun auch "out" there. Er macht sich den Kopf um sich, in dem Sinne was er will. Vorher machte er sich den Kopf um sich, in dem Sinne was er tun sollte im Kontext der Musik- Vielleicht sollte gerade das der eigentliche Anspruch sein, den ein Künstler verfolgt als etwa "nur" einem Künstlerabbild nachzueifern. Klar indes- auch in seinem Künstlerabbild kann man selbst sein und vieles Neues für sich entdecken. Aber ein Künstler mit der Größe eines John Frusciante bekam es möglicherweise oftmals mit den Grenzen zu tun. Mit der Einkerkerung in einen gleichbleibenden Rhythmus und der Einbetonierung in einen Refrain etwa. John Frusciante hatte zu entscheiden: Weiterhin als eine mustergültige Inszenierung zu leben oder sich selbst zu leben und erfahren ganz ohne jegliche Grenzen. Die Entscheidung ist gefallen!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 29, 2013 6:12 PM MEST


The Belt
The Belt
Preis: EUR 18,98

10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf geht's in den aufsehenerregenden Tagtraum-Limbus!, 17. August 2013
Rezension bezieht sich auf: The Belt (Audio CD)
Zum Einen ist da die melancholische, zarte Stimme von Angela Gail, die mit ihrem leidenden Pathos und schmachtenden Blick ihrem männlichen Pendant Jeffrey Jacob entgegen, ganz nebenbei Lana Del Rey Konkurrenz macht. Zum anderen: Jeffrey, gehüllt in drallen Hosenträgern vermittelt er in jeder Sekunde mit seinem Look, der irgendwo zwischen Amish-Chic und Cosmopolitan-Hippie angesiedelt ist, wie es aussieht, wenn man die Erwiderung des Augenkontakts zu einer der hübschesten Part-Time Model-Front-Frauen der Welt einfach ignorieren kann. All das in Kombination mit dem Video zur Single "Peaches", welches auf formidabelste, ästhetischte Art den "YOLO"-Aufschrei der Hashtag-Generation ertönen lässt, lechzt gerade zu danach der neueste Indie-Hype und das größte Hipster-Furorum zu werden, denn es ist so inszeniert, so gekünstelt und so durchgestylt wie die Anfangsszenen eines Ryan Gosling-Films und bewahrt sich zugleich genügend Tiefgang um nicht mit plakativen Spoilern zu viel von sich Preis zu geben.

Wieder ist so eine Runde losgebrochen, in der man sich fragen muss, ob man das neueste große Indie-Thema gut finden soll, ob man es gut finden kann, oder gar gut finden muss?

Ich als braver Part-Time-Indiehörer stelle mich höflichst in der Reihe hinten an und beschließe stets den Hype erst dann zu fröhnen oder mich tierisch über ihn aufzuregen sobald das dazugehörige Album raus ist. Rein nach dem Motto: Die Wahrheit liegt auf dem Platz. So war es schon einst bei dem Debüt der Arctic Monkey, so war es bei dem Debüt von The XX und zuletzt auch bei Alt-J. Oh ja! Auch bei Alt-J gab es die vielen verdrehten coolen Dreiecke die in den Videos aufblitzten, gab es das momentan auf Dauerschleife berieselnde Fitzpleasure aus der Nokia-Werbung und all das lenkte mich dann doch nicht davon ab den Content als Accessoires zu betrachten, sondern dem tiefen Soundspektakel zu fröhnen, welches auf dem Album versteckt ist. Hier ist wieder einmal so ein Fall!

Nach dem Ohrwurm-Track Peaches finden sich zehn weitere große Songs auf dem Album und zudem einige weitere Hochkaräter. Immer bleiben die beiden dabei auf Zielkurs zu ihrem Valley Below. Oftmals wirkt es sehr verträumt, gar zeitlupenartig, ab- und zu getragen von einer mystischen Romantik. Doch immer wieder kriegen sie einen mit sehr einfühlsamen und ebenso einprägsamen Melodien. Der Schlenker etwa der in "Neverminders" unternommen wird zu dem Backgroundgesang von Angela lässt einen zum einen des unnormalen Akkordwechsels aufhorchen doch zugleich nicht den Refrain missen. Es ist etwa eine Bridge, die gar nicht zurück schauen will, während dann doch urplötzlich das Duo sich abermals als "Neverminders", vielleicht für den einen als Atheisten, vielleicht für den anderen als Keine-Bock-Generation platzieren. Dabei pendeln sie sich irgendwo zwischen bunter aufputschender Gefühlspalette und sinnesbetäubender Paralyse ein. Das große Spektakel besteht darin, wie dieses Duo kombinieren kann. Die Hosenträger passen zum Hemd, die Gitarre zu den Keys, der simple four-to-the-floor-Beat zur linken Pan-Gitarrenspur, das zarte Timbre von Angela zur rauen Attitüde des Herrn Jacob, das Motif des Gitarrensolo passt zur Akzentuierung einer Botschaft eines gesamten Songs und am Ende passt schließlich die musikalische Chemie zwischen Angela Gail und Jeffrey Jacob. Dazu sind die Lyrics außergewöhnlich gut: Immer wieder finden sich zweideutige Wortspiele in den Texten ein: "Isn't that nice?" oder "Last Soul", dass gerne auch mal mit "Asshole" verwechselt wird sind da sicherlich vorrangig zu erwähnen. Diese Wortspiele schaffen Tiefe und geben eine mehrdeutige, allumfassendere Interpretation für den Hörer wieder.

Schlussaus: Da haben sich zwei gefunden und es ist ein Glücksfall dabei zu sein. Das hören ist etwa wie das Beiwohnen einer Hochzeit bei der man die Gefühle des Brautpaars in jedem Moment selbst erfühlen und vollständig nachvollziehen kann. Nur ob die beiden tatsächlich ein Paar sind, die Frage bleibt glaube ich noch offen... aber das ist dann wohl gewollt... der Anfang eines Ryan Gosling-Films mit dem Ende eines Christopher Nolan-Films... was will man mehr? Auf gehts in den aufsehenerregenden Tagtraum-Limbus!


Seite: 1 | 2 | 3