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Beiträge von callisto
Top-Rezensenten Rang: 396
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Rezensionen verfasst von callisto (Freiburg)
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4.0 von 5 Sternen
Interessante Theorie, 19. Juni 2013
Warum nur archivierte Tron das Videomaterial einer Autobahnüberwachungskamera, das nichts anderes als Autos auf der Autobahn zeigt? Warum auch immer, Georg macht sich lieber auf die Suche nach der Quelle seiner Kindheitsalbträume. In dem Traum gibt es ein Schloss und einen Park, in dem Kinder gejagt werden wie Tiere. Diesmal geht es um den Fall Marc Dutroux. Es werden einige Ungereimtheiten aufgegriffen, die die normale Bevölkerung wohl so gar nicht richtig wahrgenommen hat. Angeblich gab es deutlich mehr DNA Spuren als Opfer gefunden wurden. Angeblich hat er die Mädchen nur für andere Zwecke beschafft. Akten sind verschwunden, Beteiligte begehen plötzlich Selbstmord. Wenn das stimmt, was in dieser Episode behauptet wird, dann hat man da sehr viel vertuscht, um einige reiche Perverse zu schützen, oder diese haben sich einfach die Gerichte gekauft. Leider ist es schwer entsprechende Belege zu finden. Insgesamt eine gute Folge mit einer interessanten Verschwörungstheorie über eine Ermittlung bei der zu viel schiefgelaufen ist, um noch Zufall zu sein. Leider fehlt es (wie meist) an Belegen und es bleibt die Frage, was das mit der Serie zu tun hat und wie das die (mittlerweile doch reichlich verworrene) Geschichte voranbringen soll. Auch wundert es schon ein wenig, wie Georg Brand in diese Sache verstrickt ist, das passt für mich nicht wirklich.
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3.0 von 5 Sternen
Sage oder Verschwörung?, 19. Juni 2013
Ein neuer alter Hinweis von Tron. Im Reisebüro von T-Rex Schatzi Nolo hat er ein Modell des TEE-Zugs „Rheingold“ zurückgelassen. Wie gut, dass es da demnächst eine Nostalgiefahrt gibt. Zusammen mit seinem Kumpel Kim Schmittke macht sich T-Rex (Georg Brand) auf die Reise. Die aktuellen Verschwörungstheorien scheinen dem Autor langsam auszugehen. Diesmal hat er sich nämlich der Nibelungensage bedient, nachdem im Zug noch ein bisschen Abhörkrams aus dem 80er entdeckt wird, der noch funktioniert (warum auch immer, bei den neuen Zügen funktioniert nicht mal die Klimaanlage). Naja, jedenfalls hat der Autor so seine Theorie wo der Schatz noch heute liegt, die er anhand verschiedener Varianten der Nibelungengeschichte (Edda, Thiderekssaga und Nibelungenlied) belegt und auf sehr engem Raum unterbringt mit einer kleinen Änderung, aus dem Rhein wird der Rheinbach. Nett, nur, das bringt die Serie weder voran, noch ist es sonderlich spannend noch so eine ausgelutsche Theorie über den Hort der Nibelungen zu hören. Davon abgesehen, dass die Geschichte selber so wenig her machte, dass sie mit Spielszenen aus der Zeit Hagens ergänzt werden musste. Mit eine der schlechtesten Folgen der Serie, fast so schlecht wie die Folgen ohne Jan Gaspard.
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4.0 von 5 Sternen
Situationskomik, Ehrenkodex und sinnlose Gewalt, 12. Juni 2013
Die beiden Auftragsmörder Ray und Ken bekommen kurz vor Weihnachten von ihrem Auftraggeber Harry einen neuen Job. Dieser soll in Brügge steigen, zudem sollen sie dort auch ein Weilchen untertauchen, nachdem beim letzten Job ein kleiner Fehler passiert ist. Die beiden kommen in einer kleinen Pension unter, in welcher sie sich sogar das Zimmer teilen müssen. Ken steht auf Kultur und schleppt den ständig nörgelnden Ray von einer mittelalterlichen Sehenswürdigkeit zur nächsten. Ray findet Chloe viel interessanter, die angeblich Drogen an Schauspieler verkauft. Ein interessanter Film. Einerseits werden diese beiden Berufsmörder als ganz normale Menschen gezeigt, die nur einem Job nachgehen. Ken ist sogar kulturell sehr interessiert und privat eher sanft, während Ray ein Chaot ist, sich dem älteren Kollegen aber soweit unterordnet. Mit Chloe gerät Ray dann auch in skurrile Situationen und scheint sogar letztendlich, so etwas wie ein Gewissen zu entwickeln. Irgendwann jedoch gleitet der Film in eine absurde Ehrenproblematik ab und wird zu einer wilden Schießerei. Aufgrund seiner recht skurrilen Situationskomik und seiner so ungewöhnlich normalen Mörder die erste Hälfte sehr witzig und unterhaltsam, lässt aber ab der Mitte deutlich nach und verheddert sich letztendlich in Klischees und Gossensprache.
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Invasion
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| DVD ~ Nicole Kidman |
| Wird angeboten von Eliware |
| Preis: EUR 8,66 |
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3.0 von 5 Sternen
Alte, ausgelutschte Story in neuem Gewand, pseudowissenschaftlich aufgehübscht und mit Hollywoodgrößen bezuckert, 12. Juni 2013
Ein Space Shuttle (die es mittlerweile gar nicht mehr gibt), explodiert (mal wieder) und Trümmer verstreuen sich über weite Teile der USA (zu weite Teile nach meinem Geschmack, einiges müsste doch noch verglühen). Auf den Trümmerresten, eine thermoresistente außerirdische Überdauerungsform einer Lebensform die gleich mal, spontan, ohne Anpassungsschwierigkeiten durch anderen Stoffwechsel oder genetischen Code, Menschen infiziert. Wenn man davon ausgeht, dass selbst irdische Viren mehrere Generationen brauchen, ehe sie ihren Wirt nicht mehr töten, mehr als unwahrscheinlich. Die Bodysnatchers mal wieder. Ziemlich ausgelutschte Idee, die man durch pseudowissenschaftlich modernisieren wollte. Ein bisschen Sozialkritik sollte aber auch dabei sein, das was man früher nur erahnen konnte, dass diese Welt friedlicher wäre, diese Botschaft wird nun mit dem Holzprügel verbreitet, und natürlich „rettet“ das Militär die Menschlichkeit, sonst wären sie ja arbeitslos und die Rüstungsindustrie müsste abgewickelt werden, das wäre vor allem für das Deutsche BIP eine Katastrophe. Man kann also wohl davon ausgehen, dass Deutschland an dieser Rettungsaktion der menschlichen Grausamkeit und Aggressivität beteiligt war. Dass Emotionen uns erst zu Menschen machen, wage ich auch zu bestreiten. Nichts desto trotz, ist der Film nur ein müder Abklatsch, ein Klischee der Bodysnatcher Klassiker, die in vielen Varianten daherkommen. So gesehen ist Seelen von Stephenie Meyer tatsächlich ein Fortschritt, weil sie sich mit dem beschäftigt, was nach der Befriedung passiert. Fazit: Alte, ausgelutschte Story in neuem Gewand, pseudowissenschaftlich aufgehübscht und mit Hollywoodgrößen bezuckert. Das macht trotzdem keinen guten Film, aber einen relativ unterhaltsamen.
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4.0 von 5 Sternen
A hierarchical society was only possible on a basis of poverty and ignorance, 12. Juni 2013
London, April 1984. Der 39 Jahre alte Winston Smith, Mitglied der Partei arbeitet für das „Ministerium für Wahrheit“. Seine Aufgabe besteht darin, Fakten und Daten und Worte rückwirkend der Parteilinie anzupassen. Winston jedoch kommen immer mehr Zweifel an der Partei, er begeht Gedankenverbrechen, er schreibt Tagebuch, etwas das aufgrund der nahezu flächendeckenden Videoüberwachung auch im Privaten so gut wie unmöglich ist, er besucht die Viertel der Proletarier und versucht herauszufinden, was vor der Partei war und er beginnt eine sexuelle Beziehung zu einer 27jährigen, zur Keuschheit verpflichteten Parteigenossin. 1984 ist zweifellos ein dystopischer Klassiker. Orwell beschreibt eine Welt, in der jeder Bürger komplett überwacht wird. Viele seiner Ideen sind, vor allem für die Entstehungszeit des Romans, revolutionär wie die komplette Kameraüberwachung (heute teilweise im öffentlichen Bereich der Normalzustand und mit der Vorratsdatenspeicherung sogar deutlich extremer als Orwell es sich jemals erträumt hat), die extreme Geschichtsfälschung (eine historische Tatsache zu jeder Epoche, heute, durch elektronische Medien in der Cloud sogar einfacher, als Orwell es sich jemals hätte träumen können) und vor allem, durch Neusprech oder Newspeak und das Konzept, wie Sprache die Gedanken widerspiegelt. Die Umsetzung jedoch, lässt in meinem Augen streckenweise etwas zu wünschen übrig. Der erste Teil des Buches, der diese Welt unter Ingsoc beschreibt, ist genial, wenn auch durch nahezu kompletten inneren Monolog und Beschreibungen ohne wirkliche Handlung, teilweise etwas träge. Der zweite Teil ist langweilig. Eine Affäre eben, als wenn in jedes Buch ebenso etwas hinein muss. Julia ist farblos, diese ganze Beziehungskiste einfach nur gähnend langweilig. Seine Theorie „What was more important was that sexual privation induced hysteria, which was desirable because it could be transformed into war-fever and leader-worship.” Ist eher lächerlich. Wer also keinen Sex hat ist hysterisch und will Krieg führen? Wie erklärt man sich da wohl Nonnen und Mönche und Dauersingles, die keinen umbringen? Es geht aber noch weiter „There was a direct intimate connexion between chastity and political orthodoxy. For how could the fear, the hatred, and the lunatic credulity which the Party needed in its members be kept at the right pitch, except by bottling down some powerful instinct and using it as a driving force? The sex impulse was dangerous to the Party, and the Party had turned it to account.” Aha, wir haben es schon immer gewusst. Konservative Politiker haben keinen Sex, nur so kann man die Politik der CDU/CSU und FDP erklären. Das einzige Highlight des zweiten Teils ist das verbotene Buch, das Winston liest, das einige sehr interessante und wahre Gedanken formuliert: „Even since the end of the nineteenth century, the problem of what to do with the surplus of consumption goods has been latent in industrial society.” - Orwells Lösung: Krieg, unsere: geplante Obsoleszenz. “In the long run, a hierarchical society was only possible on a basis of poverty and ignorance.” - Auch hier sind wir auf dem besten Wege, das umzusetzen. Hartz IV und Akkumulation des Kapitals in den Händen immer weniger Menschen zu Stabilisierung einer hierarchischen Gesellschaft. Einsparungen in der Bildung und Fernsehsender wie RTL2 sorgen für die Verdummung. „. It is deliberate policy to keep even the favoured groups somewhere near the brink of hardship, because a general state of scarcity increases the importance of small privileges and thus magnifies the distinction between one group and another.” - Das Ausspielen der Schichten gegeneinander spielt man in diesem Staat auch sehr gerne, befördert durch die Medien und deren ausgerichtete Berichterstattung: Hartz IV Empfänger gegen die Ausländer, die angeblich die Arbeit wegnehmen. Die noch Arbeit habenden, gegen die angeblich faulen Hartz IV Empfänger. „In principle it would be quite simple to waste the surplus labour of the world by building temples and pyramids, by digging holes and filling them up again, or even by producing vast quantities of goods and then setting fire to them.” – Das lässt mich an Stuttgart 21 und den Berliner Flughafen denken. “They are then overthrown by the Middle, who enlist the Low on their side by pretending to them that they are fighting for liberty and justice. As soon as they have reached their objective, the Middle thrust the Low back into their old position of servitude, and themselves become the High.” – Leider auch nur allzu wahr. So war es bei der französischen und auch bei der russischen Revolution. Der dritte Teil des Romans ist einfach nur noch zäh wir Kaugummi. Winston wird gefoltert: gähn. Ausgesöhnt hat mich nur der Anhang über Newspeak und wie das Beschneiden der Sprache die Gedanken einengt. Einige, vor allem grammatikalische Vereinfachungen fand ich jedoch durchaus logisch und nützlich. Fazit: Ähnlich wie Philipp K. Dick hat Orwell visionäre Ideen jedoch hapert es ein wenig an der Umsetzung als spannender Roman. Dennoch ein wichtiges Buch, besonders in der heutigen Zeit.
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5.0 von 5 Sternen
BBC Hörspiel aus dem Jahr 2012, 11. Juni 2013
1/5 - Recalled to Life An encounter on the Dover Road, and a message. 2/5 - The Old Order Lucie Manette is a witness at Charles Darnay's trial for treason at the Old Bailey, where his defence team includes the dissolute Sydney Carton. Meanwhile, an incident in a Paris street stirs revolutionary fervour. 3/5 - Two Promises In a Paris wine shop information is exchanged about the courtship of Lucie Manette and Charles Darnay, and indeed, in London, it appears that a wedding is indeed in the air. 4/5 - The Grindstone Much against the wishes of his new wife, Charles Darnay is determined to travel to Paris to go to the aid of a family retainer who has been imprisoned by the revolutionary committee. 5/5 - The Substance and the Shadow Sydney Carton is in Paris with Lucie and her father, determined to try and save Charles Darnay's life. An encounter in a Paris street with someone from the import-export trade may just provide the ghost of a chance. Jarvis Lorry, Angestellter der angesehenen Tellson's Bank, erhält einen ungewöhnlichen Auftrag, er soll die Tochter eines guten alten Freundes nach Paris begleiten. Dieser totgeglaubte Freund, Dr. Manette, ist von den Tote wieder auferstanden und wieder aufgetaucht. Er soll jahrelang in der Bastille gefangen gehalten worden sein. Seiner Tochter Lucy, Lucys Gouvernante Miss Pross und Jarvis Lorry machen sich auf die gefährliche Reise in das vorrevolutionäre Paris, um Dr. Manette aus dem Land zu schmuggeln und nach London zu bringen. Auf der Rückreise macht Lucy die Bekanntschaft mit einem gutaussehenden Unbekannten, der sie nicht mit der Nennung seines Names in Gefahr bringen will, denn es ist der in London lebenden Marquis de Evremonde, der sich den Idealen der Revolution verschrieben hat, wofür ihm sowohl in London als auch in Paris die Todesstrafe drohen würde. Das ist die zweite BBC Hörspielproduktion zu diesem Buch. Das erste Hörspiel wurde vor ca. 20 Jahren produziert, dieses stammt aus dem Jahr 2011 und wurde im Rahmen des 200. Geburtstags von Charles Dickens produziert und konnte anschließend als Podcast von der BBC Radio 4 Seite heruntergeladen werden. Dickens veröffentlichte diese Geschichte 1859 als wöchentlich erscheinende Fortsetzungsgeschichte und sie ist zugegebenermaßen recht brutal und blutig. Es ist ein wirklich grandioses Hörspiel und wenn man davon ausgeht, dass die Handlung natürlich gekürzt werden musste, muss das Buch noch viel besser sein. Eine Geschichte, die alles hat, was ein gutes Hörspiel ausmacht: Eine spannende Abenteuergeschichte mit Verwicklungen, Verschwörungen und Geheimnissen. Eine (tragische) Liebesgeschichte, erfüllte Liebe, unerfüllte Liebe und Opfer für die Liebe. Wunderbare Protagonisten mit Ecken und Kanten, die einem ans Herz wachsen. Dazu noch hervorragende Sprecher, auch in den Nebenrollen und stimmige Geräuschkulisse mit dezentem Soundtrack. Das besondere an der Umsetzung dürfte wohl sein, dass man den Erzähler in Form eines ironischen Charles Dickens beibehalten hat, der dem Hörspiel noch einmal Würze gibt, denn viele der wirklich witzigen, gemeinen, ironischen Passagen befinden sich bei Dickens im Erzählstrang, und würden ohne Erzähler einfach verloren gehen. Das Hörspiel konnte Anfang 2013 als Podcast bei der BBC abboniert werden und lief Mai/Juni 2013 auch als Afternoon Drama auf BBC Radio 4 Sprecher: Charles Dickens...Robert Lindsay Jarvis Lorry...Jonathan Coy Miss Pross...Alison Steadman Lucie Manette...Lydia Wilson Dr Alexandre Manette...Karl JohnsonCharles Darnay...Andrew Scott Ernest Defarge...James Lailey Therese Defarge...Tracy Wiles Gaspard...Simon Bubb Jerry Cruncher...Carl Prekopp Joe...Rikki Lawton With Adam Billington and Christopher Webster Music by Lennert Busch Directed by Jessica Dromgoole and Jeremy
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5.0 von 5 Sternen
Die besten Geschichten schreibt das Leben selbst, 10. Juni 2013
In den 1960er Jahren trieb in San Francisco ein Serienmörder namens Zodiac sein Unwesen und hielt die Öffentlichkeit in Atem und auf dem Laufenden. Zu dieser Zeit arbeitete der Comiczeichner Robert Graysmith beim San Francisco Chronicle. Obwohl er nicht offiziell mit diesem Fall zu tun hatte, lässt er ihn doch nicht mehr los. Graysmith liebt Rätsel und an diesem beißt er und die Polizei sich die Zähne aus. 1986 veröffentlicht er Zodiac Unmasked: The Identity of America's Most Elusive Serial Killers Revealed in dem er alle seine Rechercheergebnisse zusammenfasst. Auf diesen Aufzeichnungen basiert dieser Film eines wahren Verbrechens, dessen Täter bis heute im Dunkeln geblieben ist. Die besten Geschichten schreibt das Leben selbst. Das gilt für historische Romane und eben auch Kriminalfälle. Viele Dinge würde sich keiner so ausdenken, man würde die Plausibilität anzweifeln, feilen, ändern und versuchen, dem Zuschauer befriedigende Antworten zu liefern. Gerade das macht diesen Film so spannend. Es ist so passiert, es gibt keine Antworten, jeder Zuschauer kann seine eigenen Schlüsse ziehen und selber mit ermitteln. Wenn dann auch noch die Besetzung und Kulisse stimmt, ist ein spannendes Stück Zeitgeschichte geschaffen, das den Wunsch des Täters nach einem spannenden Film über ihn, schlussendlich doch noch erfüllt. Trotz Überlänge wird dieser Film nicht eine Minute langweilig, das gelingt nur wenigen Krimis. Mit Jake Gyllenhaal als Robert Graysmith und Robert Downey junior als Paul Avery bietet er auch noch was für’s Auge der weiblichen Zuschauer. Ein Film, den man tatsächlich immer wieder sehen kann.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Rente ab 67 ist immer noch zu früh., 10. Juni 2013
Der EX Agent Frank Moses ist Rentier und langweilt sich. Sein Hobby ist es, mit seiner Sachbearbeiterin bei der Pensionsstelle zu schnacken. Eines Nachts wird Frank von einem Killerkommando überfallen, bzw. das Kommando versucht ihn zu überfallen, ist diesem alten Recken aber nicht gewachsen, denn er kann entkommen. Frank versucht natürlich herauszufinden, wer es auf ihn abgesehen hat. Rettet erst einmal seine Sachbearbeiterin und nimmt dann Kontakt zu seinen alten Kollegen auf: Joe 80 Jahre alt, krebskrank, lebt im Altersheim; Marvin Boggs, paranoid, lebt im Sumpf; Victoria, coole alte Lady deren große Liebe leider für die Gegenseite arbeitete. Erste Hineise führen zum Mord einer jugen Reporterin, die eine Todesliste recherchiert hatte, die mit einem alten Auftrag aus dem Jahre 1981 in Guatemala zusammenhängt. Wieder einmal Machtmissbrauch durch die regierenden Eliten, die nun ihre Spuren verwischen wollen. Humorvoll verpackt, indem man ein paar alte Leute auf die jagt schickt. Würde das nicht täglich tatsächlich so ähnlich auf die eine oder andere Art passieren, könnte es wirklich witzig sein. Insgesamt sind die alten Herren wirklich cool und machen Werbung für Rente erst an 67 oder besser noch 80, denn auch alte Menschen können noch was leisten und die Rentenkassen entlasten. Leider erinnert das Team doch sehr (vielleicht durch den paranoiden Boggs) an das A-Team, auch wenn eine Frau dabei ist. Schade, dass sich Hollywood nicht wagt, die heißen politischen Eisen ernsthaft anzupacken und in diesen Fällen lieber mit Klamauk übertüncht oder durch Actionspektakel ablenkt. Insgesamt feiern sich hier eher einige alternde Helden noch einmal in ihren Paraderollen als coole Typen, was sehr unterhaltsam ist, aber leider den Film nicht wirklich aus der Mittelmäßigkeit herausholt, vor allem, wenn man die Logiklücken betrachtet. Schon seltsam, dass die Nachbarn nicht reagieren, obwohl, wahrscheinlich sind die Amerikaner mittlerweile so von ihrer schützenden Staatsmacht verschreckt, dass sie in solchen Fällen wirklich lieber im Bett bleiben und hoffen und beten, dass der Kelch an ihnen vorüberzieht und nur den Nachbarn erwischt. Solide, humorvolle Actionunterhaltung mit (sehr) schwachen, kritischen Untertönen.
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2.0 von 5 Sternen
Verpasste Chance durch wirre Erzählstruktur, 10. Juni 2013
Ein Quantum Trost schießt an Casino Royale an, und bezieht sich auch immer wieder auf diesen Vorgänger. Insgesamt jedoch ist es wirklich schwer zu sagen, um was es in diesem Film geht, denn die Handlung ist streckenweise doch reichlich wirr. Hauptsächlich geht es um den gierigen Großindustriellen Dominic Greene, der das Wasser von Bolivien privatisieren will, um auf Kosten der Bevölkerung Reibach zu machen. Um seine Ziele zu erreichen, setzt der Konzern auch schon mal eine demokratisch gewählte Regierung ab. Wäre der Film nicht so konfus erzählt und gäbe es nicht so viele Verweise auf Casino Royale, an welchen ich mich nur noch dunkel erinnern kann, könnte man ihn als sozialkritisch oder sogar amerikakritisch Bezeichnen. Große Konzerne setzen Regierungen ab, ermorden Präsidenten, und das einzig aus dem Grund ihre Interessen auf Kosten der Bevölkerung durchzusetzen, und Geld zu scheffeln, dass sie an stinkreiche Aktionäre weiterreichen. Traurig ist, dass das tatsächlich die Realität ist, die hier als Actionspektakel verheizt wird. Hätte man linearer erzählt, mehr Wert auf Recherche und Kritik an den Machtstrukturen geäußert, wäre das ein wirklich sehr gelungener Film geworden. Hier versickert die Hauptstory in verschiedenen Nebenhandlungssträngen und sinnfreien Actionszenen. Die Rolle der Geheimdienste bleibt unklar, man kann aber wohl davon ausgehen, dass sie eher auf Seiten der Konzerne stehen. Fazit: Hier wurde eine Chance verpasst mit einer etablierten Agentenreihe die aktuelle Lage der Machtergreifung der Konzerne auf Kosten der Bevölkerung zu thematisieren. Wahrscheinlich ein zu heißes Eisen.
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Thor
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| DVD ~ Chris Hemsworth |
| Preis: EUR 9,99 |
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Stargate auf Germanisch, 10. Juni 2013
Die Germanischen Götter sind genauso real wir die ägyptischen, nur brauchen die Asen unter Odin keine Raumschiffe wie Ra oder Apophis, sie haben dafür ein Dimensionentor namens Bifröst. Glücklich und zufrieden lebte Familie Odin in Asgard, bis die beiden Söhne in Geschwisterzwistigkeiten verfallen, die auch der Göttervater nicht in den Griff bekommt. Thor soll als Erstgeborener Nachfolger Odins werden, was sein listiger jüngerer Bruder Loki gar nicht toll findet. Loki spinnt eine Intrige und seinen starken, gutaussehenden aber eher unterbelichteten Gutmenschen von Bruder aus dem Weg zu schaffen. Die Mythologie wird immer noch ausgeschlachtet. Nach der ägyptischen Götterwelt, die für Stargate herhalten musste, war mit Thor die Götter und Sagenwelt des Nordens dran. Anders als die ägyptischen Götter, sind die Asen natürlich gute Götter, die die Menschen vor den bösen Frostriesen beschützen und Stress gibt es vor allem untereinander. Die Handlung ist eher dürftig und setzt auf Effekte, die, zugegebenermaßen wirklich schön und unterhaltsam sind, den Film jetzt aber nicht wirklich mit Sinn und Handlung erfüllen. Das liegt wohl auch daran, dass der Film auf den gleichnamigen Comics von Stan Lee und Jack Kirby aus dem 1960er Jahren basiert. Optisch gelungenes Popkornkino ohne Sinn oder Tiefgang mit offenem Ende und natürlich einer Liebesgeschichte, wie es gerade voll im Trend ist. Die wirklich gelungenen Animationen trösten ein wenig über die seichte, vorhersehbare Handlung hinweg und Chris Hemsworth ist ein Hingucker für die weiblichen Zuschauer, die von ihrem Partner gezwungen wurden, sich den Film anzusehen.
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