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Rezensionen verfasst von
raschke64 "ra"

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Sailing Conductors: Zwei Leichtmatrosen auf der weltweiten Suche nach Musik. Mit Audio-CD
Sailing Conductors: Zwei Leichtmatrosen auf der weltweiten Suche nach Musik. Mit Audio-CD
von Benjamin Schaschek
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,90

3.0 von 5 Sternen Sailing Conductors, 26. Januar 2015
Ben und Hannes studieren. Ben ist zum Schluss eine ganze Weile in Australien und kommt auf die Idee, mit einem Segelboot zurück nach Deutschland zu fahren und unterwegs in den verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Musikern Lieder aufzunehmen. Hannes ist begeistert. Der Plan ist: ca. 3 Wochen auf See, dann 3 Wochen an Land – und in etwa 6 bis spätestens 12 Monaten zu Hause nach Deutschland zu kommen. Aus diesen geplanten Monaten werden erst mal mehr als 3 Jahre – die meiste Zeit verbringen Ben und Hannes allein auf der „Marianne“ , ihrem Segelboot. Ab und zu begleiten sie Gäste ein Stück auf der Reise. Anfangs sind beide völlige Laien und haben keine Ahnung, im Laufe der Reise eignen sie sich mehr und mehr Kenntnisse an.
Das Buch handelt von der gesamten Seereise. Ben und Hannes schreiben abwechselnd ihre Erlebnisse nieder, ab und zu sind die (B)Logbücher der Gäste eingefügt. Das Ganze ist ganz nett geschrieben, manchmal witzig, oft flapsig (mir anfangs vor allem zu flapsig). So restlos begeistern konnte mich das Buch aber nicht. Zum einen wiederholt sich vieles, weil Ben und Hannes über gleiche Vorfälle erzählen. Zum anderen kommen die immer wiederkehrenden Probleme, vor allem mit dem Motor, ausführlich vor. Einige der Fachbegriffe beim Segeln sind im Anhang erklärt, viele nicht. Als Laie habe ich ab und zu nicht verstanden, was damit gemeint ist. Der Teil Musik kommt im Buch relativ kurz. Es geht vor allem ums Segeln, Bier trinken, Spaß haben. Ich bin beeindruckt, mit wie wenig Wissen und auch Geld die beiden starten und was sie am Ende zustande bringen. Aber insgesamt hat mich das Buch nicht besonders beeindruckt (von vielen Schreibfehlern mal abgesehen). Mir kam es ein wenig vor wie der übliche Schulaufsatz „Wie hast Du die Ferien verbracht“ – nur halt ausführlicher. Alles in allem: nett zu lesen, für Segler und noch mehr für solche, die eine Segeltour planen, sicher interessanter als für jemanden wie mich, der das nie vorhat.


Kuckucksmörder: Thriller
Kuckucksmörder: Thriller
von Raimon Weber
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Kuckucksmörder, 26. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Kuckucksmörder: Thriller (Taschenbuch)
Die Polizistin Eva wird von der Mutter ihrer Freundin angerufen, weil diese sich nicht meldet. Als Eva das Haus aufsucht, findet sie ihre Freundin, deren Mann und beide Kinder ermordet und verstümmelt vor. An den Ermittlungen ist sie dann nicht beteiligt, macht sich aber trotzdem Gedanken und ist ziemlich erschrocken, als sie erfährt, dass ihre Freundin von ihrem Mann geschlagen worden sein soll. Zu allem kommt noch, das Eva starke gesundheitliche Probleme hat. Doch scheinbar ist die Familie ihrer Freundin nicht die einzige, die ermordet wurde …
„Kuckucksmörder“ hat mich nicht richtig überzeugt als Thriller. Fast das gesamte Buch wird aus der Sicht des Mörders erzählt und beschreibt den Grund seiner Morde und das Vorgehen in der nächsten Familie. Dadurch fehlte mir fast jede Spannung. Eva kam nur als Randfigur vor. Ermittlungen der Polizei fast gar nicht. Statt dessen wird ausführlich die neue Familie und deren Situation beschrieben, die sich der Mörder ausgesucht hat. Auch er selber bleibt als Figur für mich eigenartig blass. Ich konnte für ihn keine Antipathie aber auch keine Sympathie empfinden.
Das Ende des Buches war für mich dann mehr als unglaubwürdig, weshalb ich mich für max. 3 Punkte entschieden habe.


Schwarzweiß
Schwarzweiß
von Antonia Fennek
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Schwarzweiß, 20. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Schwarzweiß (Taschenbuch)
Frau Dr. Regina Bogner ist Psychiaterin im Maßregelvollzug. Sie hat lange in Afrika gelebt und nach ihrer Rückkehr nach Deutschland ist sie mit ihrer Tochter allein. Dann bekommt sie einen neuen Patienten – Niklas Rösch hat seine Nachbarin – eine Afrikanerin – bestialisch gequält und ermordet. Ein Arzt attestiert im Schizophrenie, weshalb er nicht ins Gefängnis, sondern in die geschlossene Psychiatrie kommt. Dort allerdings tritt er Regina gegenüber auf, als hätte er die Macht und bedroht sie mit seinem Wissen über Afrika. Regina zweifelt schnell an der Diagnose, aber niemand will glauben. Dann bricht Rösch aus und ein Mord nach dem anderen geschieht, bis sogar Regina selbst und ihre Tochter in Gefahr sind.
Schwarzweiß empfand ich als gelungenes Buch. Das Cover passt zum Inhalt und konsequent wird auch Schwarz/Weiß als Gut/Böse oder Afrikaner/Weiße durchgezogen. Am Anfang handelt das Buch vor allem von den Gesprächen zwischen Regina und Rösch. Nach einer Weile empfand ich das etwas einseitig – um dann festzustellen, dass ich ohne abzusetzen das halbe Buch an einem Stück gelesen hatte. Die Spannung war nicht vordergründig zu merken, aber immer da – so unmerklich, dass ich wie gesagt, gar nicht richtig bemerkt habe, wie das Buch mich in den Bann zog. Im weiteren Geschehen änderte sich der Inhalt zu mehr Aktion. Der Täter wird anfangs eher als nur brutal dargestellt und erst im Laufe des Buches erfährt man mehr über die Hintergründe und bekommt ein wenig Verständnis für die Taten, ohne dass diese in irgendeiner Form gerechtfertigt werden. Ein wenig sehr klischeehaft empfand ich die beiden Vorgesetzten von Regina – der eine ein eher Kriecher, der andere ein Chef, der nur sich gelten lässt. Hier habe ich ein wenig mehr Differenzierung vermisst. Die starke Fokussierung auf Regina und Rösch allerdings fand ich sehr gut. Man wird nicht von allzu vielen Nebenhandlungen abgelenkt. Ob sich die Polizei im Ernstfall wirklich so diletantisch, wie hier manchmal dargestellt, verhält, wag ich zu bezweifeln. Aber es ist ein Buch und kein Tatsachenbericht. Alles in allem ist es sehr gute Unterhaltung.
Warum man aber als Autorin das Buch unter eine Pseudonym schreibt, um dann bereits im Klappentext mit Klarnamen und Foto agiert, erschließt sich mir nicht wirklich. Aber das hat mit dem Inhalt des Buches nichts zu tun.


Am Ende der Treppe, hinter der Tür
Am Ende der Treppe, hinter der Tür
von Sabine Ludwig
  Broschiert
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Am Ende der Treppe, hinter der Tür, 16. Januar 2015
Martha ist 16. Ihr Vater ist an Krebs gestorben und ihre Mutter hat einen neuen Partner gefunden. Martha nennt ihn nur Glatze und ist überhaupt nicht damit einverstanden, dass die Familien zusammengezogen sind. Denn der neue Partner ihrer Mutter bringt eine 4-jährige Tochter mit, sie wird Poppy genannt. Ihre Mutter war bei einem Unfall umgekommen und Poppy war dabei. Poppy hat das noch nicht wirklich verarbeitet, aber Martha ist der Meinung, dass mit Poppy viel zu viel Aufhebens gemacht wird. Sie hasst es, Babysitter zu sein und will nur weg. Einziger Lichtblick ist die Schule. Sie ist in ihren jungen Englischlehrer verliebt und ist auch wegen im ihn der Theater-AG. Als Martha bei ihrer Nachbarin ein Paket abholen will, wird sie Zeuge, wie diese ermordet wird. Sie sieht den Mörder nicht, aber hört ihn. Und da sie Geld braucht, kommt sie zusammen mit ihrer Freundin auf die Idee, den Mörder erpressen zu wollen …

Das Buch ist für einen Leserkreis von 14-17 Jahren geschrieben. Dementsprechend einfach ist der Stil und so ist es gut und flüssig lesbar. Man wird nicht überfordert. Sehr gut beschrieben fand ich die Situation in der Familie. Die Probleme waren völlig nachvollziehbar, die Reaktionen von Martha auch. So fand ich es sehr schade, dass aus diesem Thema kein Buch geschrieben wurde, sondern unbedingt noch eine Art Krimi eingebastelt werden musste. Denn das wirkte in großen Teil stark unrealistisch und konstruiert. Spannung kam nicht wirklich auf, weil die versuchte Erpressung überhaupt erst spät im Buch vorkam und man ziemlich schnell wusste, wer der Täter war (auch wenn man den Grund erst spät erfährt). Das Ende wirkte dann etwas abgehackt und unwirklicher.
Ich bin sicher weit älter als die gedachte Zielgruppe und so vielleicht auch etwas kritischer als diese. Aber ich finde, hier wurde richtig viel Potential verschenkt – schade.


Die Rache des Chamäleons: Thriller
Die Rache des Chamäleons: Thriller
von Åke Edwardson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

3.0 von 5 Sternen Die Rache des Chamäleons, 5. Januar 2015
Peter lebt in Schweden zusammen mit seiner Frau Rita und seinen beiden Töchtern ein normales Leben. Er arbeitet in einer Werbeagentur und versucht, so viel Zeit wie möglich mit seiner Familie zu verbringen. Da bekommt er einen Brief mit Fotos, die zeigen, dass seine Familie überwacht wird. Dann erhält er die Nachricht, dass er zusammen mit seiner Frau nach Andalusien reisen soll. Ein alter Freund braucht ihn und hat dann noch einen brisanten Auftrag für ihn. Denn Peter war in Jugendjahren ein ganz anderer Mensch und niemand in seiner Familie ahnt etwas.

Für mich war es ein eigenartiges Buch. Es war problemlos flüssig zu lesen und hatte eine eigenartige innere Spannung. Trotzdem störten mich die teilweise abrupten Wechsel der Handlungen in den Kapiteln. Teilweise wusste ich gar nicht mehr, um was es genau ging. Meisterhaft gelöst ist zum Ende hin dieses Verwirrspiel. Die „Guten“ und „Bösen“ wechseln ständig und nichts ist so, wie es scheint. Trotzdem konnte ich den Figuren und der Handlung nicht wirklich etwas abgewinnen. Letztendlich waren alle irgendwie auf der falschen Seite, kein einziges Motiv war irgendwie ehrenhaft. Eigentlich war es ein Buch über den internen „Krieg“ Krimineller und die Wandlung von Rita von der komplett ahnungslosen Ehefrau zur „Mitterroristin“ erscheint mir nicht glaubhaft.
Alles in allem hat mich das Buch enttäuscht, Edwardson hat in meinen Augen weit bessere Bücher verfasst. Er ist auch hier sehr gut lesbar und die Sprache ist gut, aber ich würde das Buch trotzdem niemanden weiterempfehlen.


Die Lichtung: Kriminalroman (Jan-Römer-Krimi, Band 1)
Die Lichtung: Kriminalroman (Jan-Römer-Krimi, Band 1)
von Linus Geschke
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Die Lichtung, 5. Januar 2015
Jan ist Reporter bei einer Kölner Zeitung und eigentlich für den Sport zuständig. Doch als Krankheitsvertretung bekommt er von seinem Chef einen „alten Kriminalfall“ aus dem Jahr 1986 aufgebrummt. Er kippt erst mal vom Stuhl, denn was sein Chef nicht weiß: Jan ist in diesen alten Fall viel enger verstrickt. 1986 bei einem Wochenendausflug geschahen in einer Gruppe junger Leute eine Vergewaltigung eines Mädchens mit einem anschließenden Mord und ein weiterer Mord an einem Jungen. Der Täter wurde nie gefunden. Aber Jan gehörte genau zu dieser Gruppe und war an dem Wochenende dabei. Er hatte bisher erfolgreich die Vergangenheit verdrängt, doch jetzt holt sie ihn ein. Und bei seinen Recherchen kommt er dem Täter wohl zu nahe, denn jetzt bedroht der Jan und seine Familie …

„Die Lichtung“ hat mich überrascht und begeistert. Auf der einen Seite ist es ein ganz klassischer Kriminalroman – Täter unbekannt, jemand sucht ihn, kommt ihm näher und findet ihn. Und als Leser begleitet man ihn auf jedem Schritt. Trotzdem fand ich dieses Buch über dem Durchschnitt normaler Krimis. Zum einen ist hier der „Suchende“ ein Reporter, d. h., das Buch kommt ganz ohne die übliche Beschreibung von Polizeiarbeit aus. Dann hat mir der Wechsel zwischen Gegenwart und den 80er Jahren sehr gut gefallen. Zeitweise war sehr viel Humor und Ironie dabei und bei den angeführten Titeln hatte ich beim Lesen quasi sofort die Melodie dazu im Kopf. Es war halt eine Zeit, die man selbst sehr bewusst erlebt hat und vieles war völlig nachvollziehbar. Dann gefiel mir auch sehr gut die detaillierte Beschreibung der Jugendlichen und ihr Verhältnis untereinander: die Angeberei der Jungen, erste große Liebe, Enttäuschungen, Schrauben am Moped oder einfach nur Rumhängen. Alles war sehr stimmig, auch die Charaktere waren gut nachvollziehbar. Die Spannung des ganzen Buches ergibt sich draus, dass man zwar immer eigene Ideen hat, wer der Täter gewesen sein könnte, aber zumindest ich sehr weite Strecken dem Irrtum von Jan und seiner Ex-Kollegin und Freundin Mütze bei den Recherchen folgte. Was wiederum zur Folge hatte, dass ich mit dem Lesen kaum aufhören konnte. Ich wollte einfach endlich wissen, wer war der Täter und warum. Und dabei gab es auf dem Weg zum Ende doch einige Überraschungen.
Mein Fazit: ein für mich überraschend gutes Buch mit viel spannender Unterhaltung und einem tollen Gespür für die 80er Jahre.


Fronleichnamsmord (Zeitreisekrimi, Band 3)
Fronleichnamsmord (Zeitreisekrimi, Band 3)
von Bea Rauenthal
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Fronleichnamsmord, 12. Dezember 2014
Auf ihrer 3. Zeitreise verschlägt es Jo und Lutz gar nicht so weit in die Vergangenheit – nur bis ins Jahr 1974. Jo ist gerade erst Anwärterin bei der Polizei, Lutz ist in einer Hippie-Kommune und genießt das Leben mit Drogen und Alkohol. In der Gegenwart hatten sie sich gerade zerstritten und das nehmen sie auch in der Vergangenheit mit. Dabei ist der Mord an einem Kaufhausbesitzer aufzuklären. Nur der lebt noch, als sie in 1974 landen. Statt dessen wird erst einmal ein anderer Toter gefunden. Während Jo es mit der Aufklärung versucht und bei der Warnung des Kaufhausbesitzers überhaupt kein Glück hat, freut sich Lutz auf die Fußball-WM. Und Jo trifft auch noch auf ihren Vater. Doch bei all diesen Verwicklungen haben sie einen Mord aufzuklären, um in die Gegenwart zurückzukommen.

Das 3. Buch dieser Reihe hat fand ich im Gegensatz zu den Vorgängerbänden nicht so gelungen. Auch wenn vieles aus den 1970er Jahren richtig witzig rüberkommt (eigene Erinnerungen inklusive), fehlte mir hier so jede Spannung. Die Handlung um den privaten Streit von Jo und Lutz lenkt ab. Außerdem erinnerten die Verwicklungen um Jos Eltern und deren „Zusammenkommen“ sehr stark an „Zurück in die Zukunft“. Die Ermittlungen wurden irgendwie mehr und mehr zur Nebensache, das Ende in der Gegenwart fand ich nicht mehr richtig glaubwürdig. Am meisten allerdings störten mich die sehr detaillierten Fußballbeschreibungen inklusive der Aufstellung der Mannschaft zu jedem Spiel. Das Buch ist gut und flüssig lesbar und eine schöne Unterhaltung für Zwischendort. Insgesamt ist es ein nettes Buch geworden, doch im Vergleich zu den beiden Vorgängern fällt es ab und für einen Krimi fehlte mir einfach die Spannung.


Mörderkind: Kriminalroman
Mörderkind: Kriminalroman
von Inge Löhnig
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mörderkind, 8. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Mörderkind: Kriminalroman (Taschenbuch)
Fiona hatte eine schwere Kindheit. Überall war sie nur das Mörderkind, denn ihr Vater hatte seine Geliebte umgebracht, ihre Mutter kurz danach Selbstmord begangen. Sie wächst bei Verwandten auf, fühlt sich dort aber nicht glücklich. In der Schule wird sie regelrecht gemobbt. So legt sie sich einen dicken Schutzpanzer zu und blockt jeden Versuch des Vaters, nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis mit ihr Kontakt aufzunehmen, vehement ab. Doch dann stirbt ihr Vater und ein Rettungssanitäter steht vor ihrer Tür und überbringt die letzten Worte: Ich bin kein Mörder. Anfangs glaubt Fiona das nicht, doch nach und nach kommen ihr immer mehr Zweifel am Unfalltot des Vaters und als sie nachforscht, auch am Mord …

„Mörderkind“ ist ein typischer Inge Löhning, geradliniger Stil, gut lesbar. Nicht immer kann ich alle Reaktionen von Fiona nachvollziehen, insgesamt ist die Figur aber gut angelegt. Auch die weiteren Figuren sind für mich stimmig. Nicht übertrieben schwarz-weiß, jede hat gute und schlechte Seiten. So verfolgt man die Suche von Fiona zusammen mit „Darcy“ nach der Wahrheit und nach der eigenen Entwicklung anfangs mit großer Spannung. Diese lässt in der Mitte des Buches etwas nach, weil man als Leser durch die vielen Rückblicke viel viel mehr Wissen hat als Fiona. Die Rückblicke sind allerdings sofort verständlich und verwirren nicht. Ich fand es ein wenig schade, dass man so zeitig schon den genauen Ablauf der Taten wusste. Am Ende gibt es dann natürlich ein etwas rasanteres Finale und auch noch mal eine neue Wendung.
Insgesamt ist „Mörderkind“ für mich ein sehr solider Krimi, den man flüssig lesen kann und den ich auch weiterempfehlen würde.


Tödlicher Frost: Kriminalroman (suhrkamp taschenbuch)
Tödlicher Frost: Kriminalroman (suhrkamp taschenbuch)
von Asbjørn Jaklin
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Tödlicher Frost, 2. Dezember 2014
In Tromso wird ein Mann ermordet im Kuhstall aufgefunden. Er ist gefoltert worden. Die Polizei hat keine wirkliche Spur und es kommt einem so vor, als ermitteln sich auch nicht richtig. Der Journalist Alexander Winther, Ex-Elitesoldat und in Afghanistan eingesetzt, nimmt sich der Sache an und versucht zu recherchieren. Es stellt sich heraus, dass der Tote ein Serbe ist. Hat er etwas damit zu tun, dass in der Nähe von Tromso im 2. Weltkrieg ein KZ vorwiegend mit Jugoslawen war? Außerdem geht es noch um eine Konferenz 1949 in Norwegen, an der hochrangige ehemalige SS-Offizieren teilgenommen haben, zwar unter Decknamen – doch jeder wusste, wer sie wirklich waren. Die Recherchen führen Alexander bis nach Holland …

Ich muss sagen, dass ich nicht so richtig in das Buch hineingekommen bin. Am Anfang wechseln die Kapitel zwischen dem Auffinden des Toten in der Gegenwart (danach folgt lange erst mal in dieser Richtung nicht viel) und dem Geschehen in dem KZ im 2. Weltkrieg. Dazu kommen ausführliche Erklärungen zu der Situation und ein weiterer Wechsel zu dieser Konferenz 1949 mit wiederum ausführlichen Erklärungen. Anfangs hatte ich das Gefühl, dass ich 3 völlig unterschiedliche Bücher gemischt wurden. Dann kommen noch die Geschehnisse aus dem Krieg in Jugoslawien in der Gegenwart dazu, Kriegsverbrecherverhandlungen in Den Haag und die persönlichen/gesundheitlichen Probleme von Winther sowie sein eher schlechtes Verhältnis zu seinem Vater. Am Ende vermischt sich das zwar alles zu einer runden Sache, doch bis dahin hatte ich bis etwa zur Mitte des Buches ziemlich zu kämpfen und war immer kurz davor, mit dem Lesen aufzuhören. Hier war vieles gut gemeint, doch die Umsetzung war am Ende nicht wirklich mein Geschmack. Dabei war das Buch rein vom Stil her gut zu lesen, doch ich fand zu kaum einer der handelnden Personen irgendwie einen Draht, sie blieben für mich blass.
Gut gelungen fand ich allerdings die Vermischung der verschiedenen Kriege. Ich meine damit, wie weit Handlungen aus der Vergangenheit in das Heute hineinreichen und damit das Leben von Menschen verändern können. Und wie sich Menschen (im Buch im 2. Weltkrieg ein Beamter und im Jugoslawien-Krieg ein Lehrer) und wie sich Menschen unter dem Gefühl von Macht in regelrechte Bestien verändern können. Leider auch erschreckend, dass die Menschheit wohl nichts aus den vergangenen Kriegen und Gräueln gelernt hat.
Alles in allem ist das Buch für mich lesbar, aber nicht unbedingt der ganz große Wurf.


Der Sohn: Kriminalroman
Der Sohn: Kriminalroman
von Jo Nesbø
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Sohn, 13. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Sohn: Kriminalroman (Gebundene Ausgabe)
Sonny ist 30 und sitzt seit 12 Jahren im Gefängnis. Er ist ein netter ruhiger Gefangener, macht nie Ärger, beteiligt sich nie an Gruppenbildungen – und ist inzwischen für die Mitgefangenen zu einer Art Beichtvater geworden. Sie erzählen ihm ihre Geschichten und bitten um seine Vergebung. Alles ist gut. Doch dann erzählt ihm ein Mithäftling davon, wie sein Vater – Sonnys Vater war Polizist – wirklich ums Leben gekommen ist. Denn bis dahin war die Version, dass Sonnys Vater korrupt war und sich selbst das Leben genommen hat. Nun erzählt der andere, dass Sonnys Vater gar nicht korrupt und der Maulwurf im Polizeipräsidium war, sondern dass er den Abschiedsbrief nur unter Zwang geschrieben hat und ermordet wurde. Sonny bricht aus dem Gefängnis aus und beginnt einen Rachefeldzug…

Auch dieser Jo Nesbo ist wieder vom „Feinsten“. Der Autor erzählt die Geschichte sehr direkt ohne größere Abschweifungen. Sonny ist kein Übermensch, es ist glaubhaft, was er macht. Die Spannung kommt vor allem daher, dass man gespannt verfolgt, ob er seine „Feinde“ findet und wirklich umbringt, wie er es macht und vor allem, was sie getan haben. Es wird nicht direkt hinterfragt, ob es richtig ist, was Sonny macht. Für mich verblüffend war, dass ich für Sonny ungeheure Sympathie empfunden habe. Dabei ist er ein Junkie, der für den Stoff ins Gefängnis geht. Und er ist ein mehrfacher und zum Teil brutaler Mörder. Aber ich hatte immer die Vorstellung, dass er kein 30-jähriger Mann ist, sondern immer noch der 18-jährige Junge, der ins Gefängnis kommt. Der Krimi ist kein Harry Hole, der mit eigentümlichen Mitteln die Verbrecher dingfest macht. Aber der hier vorkommende Kommissar Simon hat doch einige Züge von Harry Hole, er ist genau so eigenwillig und stur. Die Auflösung brigt dann doch noch eine Überraschung. Ich kann das Buch uneingeschränkt empfehlen.


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