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Rezensionen verfasst von
raschke64 "ra"

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Mystery Girl: Roman (suhrkamp taschenbuch)
Mystery Girl: Roman (suhrkamp taschenbuch)
von David Gordon
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1.0 von 5 Sternen Mystery Girl, 18. Juli 2014
Samuel (Sam) Kornberg ist ein ziemlicher Loser. Er nennt sich Schriftsteller, doch seine 3 geschriebenen Bücher vergammeln im Schreibtisch. Ab und zu macht er einen Job, doch die letzten 5 Jahre hat er mehr oder weniger von seiner Frau gelebt, die in der Modebranche arbeitet. Dann verlässt sie ihn und fordert als erstes, das er eine ordentliche Arbeit annehmen soll, sonst würde sie nicht zurückkommen. Er bemüht sich zumindest darum und landet bei Solar Lonsky. Er ist Privatdetektiv, verlässt aber niemals das Haus. Und so wird Sam sein Assistent. Er soll eine mysteriöse Frau beschatten, doch da geht so einiges schief …
Was sich wie eine Art lustiger Krimi anhört oder zumindest wie eine nette Geschichte, war für mich der größte Reinfall seit langer Zeit. Die ersten Seite fand ich den Stil noch ganz witzig, doch das nutzte sich sehr schnell ab. Danach quälte ich mich von Seite zu Seite und war regelmäßig in großer Versuchung, das Buch einfach in die Ecke zu schmeißen. Die Figuren sind durchweg fast alle irgendwie sehr schräg (um nicht das Wort durchgeknallt zu benutzen), die Geschichte ist unglaubwürdig und teilweise auch gähnend langweilig. Dazu kommen noch die seitenlangen Ausführungen zur Freudschen Psychologie und zu allen möglichen (vor allem älteren) Filmen und immer wieder auch viel Pornografie. Möglich, dass ich das Buch einfach nicht verstanden habe, denn in Psychologie habe ich nur Grundwissen und bei den genannten Filmen kenne ich mich kaum aus. Wenn das allerdings die Vorbedingung ist, um das Buch zu verstehen, wird es nicht viele verständige Leser finden. Für mich war es eine einzige Enttäuschung und selbst der eine Punkt dafür ist noch zu viel.


Tante Martha im Gepäck
Tante Martha im Gepäck
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen Martha im Gepäck, 7. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Tante Martha im Gepäck (Kindle Edition)
Karen arbeitet in einer Bank und ist nicht glücklich dabei. Endlich ist Urlaub und sie will mit ihrem Mann Bernd, dem Sohn Mark und Tochter Teresa nach Schottland fahren. Als sich auf der Hinfahrt noch bei Tante Martha vorbeischauen, will diese plötzlich mitfahren. Keiner ist glücklich über die Idee, doch sie können es nicht verhindern. Und dann hat Martha einige Überraschungen im Gepäck: sie spricht perfekt englisch, kennt die Wege, kauft alte Holzfiguren, pokert mit Truckern und landet auf einer Bühne. Und das alles ist eigentlich erst der Anfang – der geplante Urlaub wird gehörig durcheinandergewirbelt.
Das Buch ist nett zu lesen. Eine Familie, deren Alltagsleben schon etwas eingefahren ist, wird mit so einigen Veränderungen konfrontiert und eine alte Dame ist nicht einfach nur eine alte kranke Frau, sondern hat noch viele Ideen und wird völlig unterschätzt. Das Ende ist natürlich dann gut. Das Buch birgt insgesamt nicht so wirklich viele Überraschungen im Ausgang und ist sicher nicht „hohe Literatur“, aber es ist gute Sommerunterhaltung. Und wenn man selbst mal in Schottland war, erkennt man viele Dinge sofort wieder und es ist wie ein eigener kleiner Urlaub. Alles ist nicht bierernst zu nehmen, liest sich gut weg.
Das Cover und die Schnittgestaltung ist sehr nett, was ich allerdings überhaupt nicht verstanden habe ist, warum das Cover wirkt wie für ein Nordsee-Buch und so gar nicht wie Schottland. Was hat sich der Verlag dabei gedacht?


Schnitt
Schnitt
von Marc Raabe
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Schnitt, 3. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Schnitt (Broschiert)
Gabriel arbeitet in einem Sicherheitsunternehmen. Als er einen Alarm in einem verlassenen Haus überprüft, hat er ein ungutes Gefühl. Er erinnert sich an Ereignisse, die 30 Jahre zurückliegen. Seine Eltern wurden ermordet und er war dabei. Überlebt hat nur er und sein jüngerer Bruder David. Doch dann war er lange in der Psychiatrie und hat keinen Kontakt mehr zu seinem Bruder. Er wohnt in der Firma und zu seinem Chef hat er ein besonderes Verhältnis. Dieser hat ihn aus der Psychiatrie geholt und ist eine Art Vaterfigur für ihn. Während er noch in dem verlassenen Haus ist, bekommt er einen Anruf von seiner schwangeren Freundin. Sie wurde überfallen und braucht seine Hilfe. Als er am Ort des Überfalls ankommt, findet er dort Polizei vor und einen Toten – nicht seine Freundin, sondern einen jungen Mann. Auf seine Erklärungen reagiert die Polizei sehr ungläubig, statt dessen wird er verdächtigt, den Mann ermordet zu haben, und in Untersuchungshaft genommen. Er bittet seinen Bruder David um Hilfe. Doch es kommt noch schlimmer – seine Freundin ist verschwunden und taucht in keinem Krankenhaus mehr auf. Statt dessen flieht Gabriel und erhält nach und nach immer mysteriösere Anrufe eines Mannes, der Liz entführt hat …
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Beschreibungen der Verbrechen halten sich in Grenzen und gehen nicht ins Detail. Statt dessen bezieht der Thriller seine unheimliche und immer stärker werdende Spannung allein durch die Einbeziehung der einzelnen Figuren. Der Bruder zweifelt an Gabriel, der Chef wechselt anscheinend die Seiten und verrät Gabriel. Liz bleibt unauffindbar. Jedes Ding scheint nicht so zu sein wie es bisher war. Gabriel hat fast keine Erinnerungen an den Vorfall mit seinen Eltern und je mehr er versucht, sich zu erinnern, desto größere Zweifel hat er, ob er nicht doch der Mörder der Eltern ist. Mit dem stückweisen Aufdecken der Vergangenheit scheint sich das Rätsel eher zu verstärken als zu lösen. Selbst als der Täter einen Namen und eine Identität bekommt, kann Gabriel ihn noch immer nicht zuordnen. Und am Ende gibt es noch eine große Überraschung, was die Gründe der ganzen Vorfälle angeht.
Für mich ist der Thriller sehr gut gelungen, den einzigen Abzug gibt es für mich für einige Geschehnisse, bei denen Liz, Gabriel oder David ein wenig zu heldenhafte Dinge tun. Mit ihren Verletzungen erschien es mir manchmal nicht möglich, das zu tun, was sie angeblich taten. Doch das sind nur geringe Abstriche – ich würde das Buch vorbehaltlos weiterempfehlen.


Treibland
Treibland
von Till Raether
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Treibland, 1. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Treibland (Broschiert)
Kommissar Adam Danowski schiebt einen eher ruhigen Schreibtischjob und will nur seine Ruhe. Zu Hause mit Frau und 2 kleinen Töchtern fühlt er sich völlig überfordert. Als ihm Hypersensibilität bescheinigt wird, ist er fast froh, jetzt eine Art Ausrede für sein Leben zu haben.
Da landet im Hamburger Hafen ein Kreuzfahrtschiff mit einem Toten an Bord. Um einen Skandal zu vermeiden, fordern die Behörden von der Polizei Beamte an, die nicht gerade für ihren Diensteifer bekannt sind. Ein paar Ermittlungen pro forma und dann den Fall an die Behörden in Panama abgeben, die für das Schiff zuständig sind. So wird Danowski ausgewählt, gemeinsam mit seinem Kollegen Finzel, den Fall zu übernehmen. Und es sieht auch alles nach Routine aus und die beiden schieben Dienst nach Vorschrift. Bis Danowski den Toten findet – er sieht schrecklich aus und der Verdacht fällt auf ein ebola-ähnliches Virus. Über das Kreuzschiff wird Quarantäne verhängt. Danowski beginnt nun doch, ein paar Fragen zu stellen. Bei einem erneuten Besuch auf dem Schiff wird sein Schutzanzug undicht und er muss auf dem Schiff bleiben. Nur dort hat er keine Unterstützung. Im Gegenteil: mehrere Anschläge werden auf ihn verübt und er hat große Probleme.

Das Buch ist nicht schlecht. Über weite Strecken gut lesbar und auch nachvollziehbar. Die Figur Danowski ist anfangs eher unsympathisch, doch im Laufe der Geschichte ändert sich das. Auch wenn er für mich etwas distanziert blieb. Die Idee von dem Virus ist in der heutigen Zeit mit dem internationalen Verkehr näher denn je und jederzeit so möglich. Trotzdem fehlte dem Buch im Mittelteil ein wenig die Spannung. Es ging nicht so recht vorwärts. Mit dem Fortgang der Ermittlungen änderte sich das, auch wenn hier ein wenig zu viel korrupte Beamte, unfreundliche Polizisten u. ä. dabei waren und Danowski fast zum Einzelkämpfer mutierte. Für mich auch nicht ganz nachvollziehbar war der Einfluss eines mittleren Beamten der Hamburger Behörde auf Vorgänge und vor allem Angestellte auf dem Schiff. Ein wenig enttäuschend war für mich das Ende – also nicht von der Handlung her, sondern vom Motiv – warum das alles so passieren musste. Trotzdem insgesamt ein gut lesbarer Krimi mit viel „maritimen Flair“.


Die Jasminschwestern
Die Jasminschwestern
von Corina Bomann
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Die Jasminschwestern, 1. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Jasminschwestern (Taschenbuch)
Melanie ist Modefotografien und viel im Ausland unterwegs. Sie will im Sommer ihren Freund Robert heiraten. Gerade von einer weiten Reise zurückgekommen, erfährt sie, dass Robert einen Unfall hatte und ins Koma gefallen ist. Monate vergehen, Robert liegt immer noch im Koma und Melanie fährt jeden Tag ins Krankenhaus. Doch mehr und mehr hält sie den Belastungen und den Vorwürfen ihrer künftigen Schwiegermutter nicht stand und bricht zusammen. Ihre eigene Familie schickt sie aufs Land zur Großmutter und Urgroßmutter. Die Urgroßmutter ist Vietnamesin und bittet Melanie, den Dachboden mit den alten Sachen aufzuräumen. Bei dieser Aktion findet Melanie alte Kleider, Fotos und andere Andenken und endlich erzählt ihr die Urgroßmutter Hanna ihre eigene Geschichte von den Anfängen in Vietnam, dem Leben in Deutschland in den 1920er Jahren bis zu den Jahren in Paris … und Melanie lernt, dass auch andere Menschen schwere Schicksalsschläge verkraften mussten und trotzdem etwas im Leben erreicht haben.

Das Buch hat mich angenehm überrascht. Es ist eine ungewöhnliche Familiengeschichte, die in Vietnam unter der französischen Besetzung beginnt und im vereinten Deutschland endet. Die Ereignisse sind teilweise sehr dramatisch, aber trotzdem hatte ich nicht das Gefühl, dass es zu übertrieben ist. Die Handlungen waren nachvollziehbar, die Geschehnisse gut in die allgemeinen (auch politischen) Gegebenheiten eingepasst und stimmig. Die Personen waren vielschichtig und nicht nur einseitig gezeichnet. Das Buch war sehr gut lesbar und vermittelte neben der Familiengeschichte auch einiges an Zeitgeschehen. Es gab nur ganz wenige in meinen Augen wirklich kitschige Szenen bzw. Beschreibungen. Bedauert habe ich nur das Ende – ich meine damit, dass Hannas Geschichte etwa bis Mitte ihres Lebens sehr ausführlich beschrieben wurde. Dann bricht es aber plötzlich ab und beginnt in der Gegenwart – die vielen Jahre dazwischen werden nur mit wenigen Worten erwähnt, obwohl dort sicher auch noch viel passiert ist. Hier hatte ich das Gefühl, dass der Abgabetermin da ein bißchen zu schnell gekommen ist. Schade – hätte da gern mehr gelesen.
Besonders erwähnen möchte ich noch das schöne Buchcover sowie auch die schöne Einbandgestaltung. Das ist richtig gut passend zum Inhalt.


Das Haus der Lady Armstrong
Das Haus der Lady Armstrong
von Andrew O'Connor
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Das Haus der Lady Armstrong, 19. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Haus der Lady Armstrong (Taschenbuch)
Laut Klappentext baut 1840 Lord Edward Armstrong in Irland für seine Frau Anna ein großes Herrenhaus. Sie bekommen keine Kinder und die Ehe zerbricht. 1913 – die Nachfahren Lord Pierce und Lady Clare haben ebenfalls kein Glück und Clara verlässt das Haus als gebrochene Frau. Anfang des 21. Jahrhunderts verkauft Nico Armstrong das heruntergekommene Anwesen an Kate Fallon …

Selten war ich über so viele Fehler im Klappentext wütend. Die Ehe von Edward und Anna zerbricht nicht, Clare ist keine gebrochene Frau, im Gegenteil –sie lebt ein ganz eigenes Leben. Aber eigentlich sind diese Kleinigkeiten nicht mehr wichtig, denn das ganze Buch war für mich eine Enttäuschung. Ich erwartete eine Familiengeschichte von 1840 bis zur Jetztzeit. Statt dessen gibt es diese 3 Episoden und dazwischen erfährt man fast nichts. Die Figuren des ganzen Buches sind furchtbar klischeehaft und sehr platt. Überhaupt hat das Buch so gar keinen Tiefgang, sondern ähnelte für mich einer einzigen und auch noch ziemlichen banalen Seifenoper. Die Ereignisse in Irland werden nur am Rande erwähnt und dienen eigentlich nur dazu, die handelnden Männer (Sinclair und Pierce) oder Frauen (Anna und Prudence) irgendwie noch abgrundtief böser darzustellen und die jeweils auf der anderen Seite stehenden „Guten“ (Edward, Clara) noch leidender. Da rettet die kleine Überraschung am Ende dann auch nichts mehr. Mein Fazit: wer auf seichte Bücher ohne Tiefgang steht und sich nicht an der extremen schwarz-weiß Zeichnung der Figuren stört, wer keine Hintergrundinformationen erwartet oder nur mal schnell zwischendurch etwas lesen will – ist mit dem Buch gut beraten. Alle anderen werden eher enttäuscht sein. Positiv möchte ich noch anmerken, dass das Buch zumindest gut und flüssig lesbar war.


Der Totschläger: Thriller (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller, Band 5)
Der Totschläger: Thriller (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller, Band 5)
von Chris Carter
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Totschläger, 16. Juni 2014
Detective Robert Hunter erhält einen Anruf. Er soll eine Internetseite aufrufen und dort sieht er gemeinsam mit seinem Kollegen Garcia einen Mann in einem Glaskasten. Der Anrufer fordert den Detektiv auf zu entscheiden, wie der Mann sterben soll: ertrinken oder verbrennen. Ein perfides Spiel beginnt und die Detectivs müssen zusehen, wie der Mann auf bestialische Weise stirbt. Doch die Ermittlungen bringen keine Ergebnisse. Tage später wieder ein Anruf: dieses Mal sollen sie eine andere Webseite aufrufen und müssen den nächsten Mord beobachten – dieses Mal können die User entscheiden, wie getötet werden soll. Auch hier bringen die Ermittlungen nur wenige Fortschritte, statt dessen kommt der Täter näher und näher … und bald ist auch Garcias Frau betroffen. Für den Täter ist das alles ein Spiel – für die Ermittler leider blutiger Ernst und auch die Unterstützung des FBI bringt sie nicht wirklich weiter.

Das Buch ist Klasse. Wieder ein Chris Carter vom Feinsten. Wer den Autor kennt, weiß auch, dass die Todesarten und die Beschreibung oft sehr detailliert und hart sind. Aber von der ersten Seite an ist hier absolute Spannung da. Man kann die Ermittlungen direkt verfolgen. Es gibt nur kleine „Ablenkungen“, wie das Privatleben der Ermittler, aber immer die direkte „Sicht“ auf die Opfer. Gnadenlos geht es vorwärts. Dazu kommt, dass die Ermittlungen gut nachvollziehbar sind, nur ein Mindestmaß an technischen Erklärungen ist nötig. Die Lösung des Falls und damit die Motive des Täters sind verständlich. Für mich das einzige Manko ist der deutsche Titel, den ich überhaupt nicht verstanden habe. Das Original „One by one“ beschreibt den Inhalt um Längen besser. Trotzdem: absolut spannend für Leute, die auf „harte“ Thriller stehen, absolut empfehlenswert. Eigentlich sind 5 Punkte noch zu wenig.


Dreimal schwarzer Kater: Ein Roussillon-Krimi
Dreimal schwarzer Kater: Ein Roussillon-Krimi
von Philippe Georget
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Dreimal schwarzer Kater, 11. Juni 2014
Südfrankreich – in Perpignon herrscht Sommerhitze. Da wird die Leiche einer jungen Holländerin auf einem Campingplatz von einem Rentner gefunden. Die Polizei ermittelt. Gleichzeitig wird eine weitere junge Holländerin vermisst und auch ein Taxifahrer. Scheinbar haben die Fälle nichts miteinander zu tun und Inspecteur Gilles Sebag beginnt, mit seinen Kollegen zu ermitteln. Sie stellen schnell fest, dass die beiden Vermißten sich zumindest kannten. Trotzdem ist Sebag der Meinung, dass die Tote vom Campingplatz nicht dazu gehört. Dann wird versucht, eine weitere junge Holländerin zu entführen. Sie kann sich befreien, aber den Täter nicht wirklich erkennen. Die Polizei tappt auf der Stelle und die Ermittlungen stocken. Gleichzeitig hat Sebag zu Hause Probleme. Es sind Ferien. Seine Kinder sind weggefahren, seine Frau auf eine Kreuzfahrt und er vermutet, dass sie einen Liebhaber hat. Er hat nicht so viel Urlaub und muss zu Hause bleiben. Und der Täter meldet sich und treibt sein Spiel mit der Polizei …

Mich hat das Buch insgesamt enttäuscht. Die Such nach dem Mörder nimmt nur einen verschwindend kleinen Teil ein und oft habe ich mich gefragt, was die Polizei da wirklich macht. Die Aufklärung erfolgt zum großen Teil über das „Bauchgefühl“ und „Eingebungen“ von Sebag. Gleichzeitig herrscht unter den Polizisten zum Teil großer Neid und starkes Konkurrenzdenken, aber keine Teamwork. All das hätte man aber auf nur ganz wenigen Seiten abhandeln können. Der größte Teil es Buches handelt von der familiären Situation von Sebag – seitenweise Auslassungen über seine Kinder, noch mehr über sein Liebesleben und die echten und eingebildeten Probleme mit seiner Frau. Ganz nett zu lesen, aber irgendwie auch zäh und für mich viel zu ausführlich für einen Krimi. So kam für mich während des gesamten Buches überhaupt keine Stimmung auf und mir war es dann irgendwie egal, wer der Täter ist.
Auf der Buchrückseite steht, dass dieses Buch der Beginn einer „neuen hinreißenden Krimiserie“ sein soll. Hinreißend ist für mich etwas anderes und ich bin eher abgeneigt, davon einen 2. Teil zu lesen.


Blutiger Engel: Thriller (Ein Alice-Quentin-Thriller, Band 2)
Blutiger Engel: Thriller (Ein Alice-Quentin-Thriller, Band 2)
von Kate Rhodes
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Blutiger Engel, 2. Juni 2014
London im Sommer, es ist drückend heiß. In der U-Bahn wird ein Mann auf die Gleise gestoßen. Zuerst vermuten alle, es ist ein Unfall. Doch die Polizei findet bei ihm weiße Federn und ein Engelsbild und auf der Überwachungskamera sehen sie, der Mann wurde auf die Gleise gestoßen. Kommissar Burns holt sich bei den Ermittlungen Hilfe von Alice, einer Psychologin. Beide haben schon einmal in einem Fall zusammengearbeitet. Doch Alice stößt nicht überall auf Gegenliebe. Burns Stellvertreter mobbt sie regelrecht, Burns Chefin sieht eher die Kosten als die Hilfe. Doch nach und nach werden weitere Tote gefunden. Sie alle haben Federn und Engelsbilder bei sich. Ein Serienmörder geht um und Alice ist gefährdeter, als sie glaubt …

Die Beurteilung des Buches fällt mir ein bißchen schwer. Es ist insgesamt gut und flüssig lesbar. Allerdings fand ich es für einen Thriller nicht spannend genug. Für einen normalen Krimi fehlte die Ermittlungsarbeit. Man muss die Ergebnisse von Alice einfach so hinnehmen, auch wenn ich mich manchmal gefragt habe, wie sie überhaupt darauf kommt. Außerdem ging es mir in dem Buch ein wenig zu viel um das Privatleben von Alice, das ausführlich ausgebreitet wurde, auch wenn manches davon gar nichts mit dem Fall zu tun hat. Die zwischendurch aufgeführten Verdächtigen fand ich überhaupt nicht verdächtig. Die Lösung des Falls dann allerdings war eine gute Idee. Insgesamt ist das Buch nicht schlecht, hat aber definitiv noch Luft nach oben. Für richtige Thriller-Fans sicher etwas zu „zahm“, aber auch kein totaler Fehlgriff.


Moin: Ein Fastostsee-Küstenroman
Moin: Ein Fastostsee-Küstenroman
von Richard Fasten
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Moin, 2. Juni 2014
Böris Kröger ist in einem kleinen Nest am Oderhaff Polizist. Seine zwei Kollegen sind ständig beim Angeln oder beim Hausbau. So bleibt „alle“ Arbeit an ihm hängen – doch die besteht allenfalls aus gestohlenen Handtaschen oder weggelaufenen Hunden. So halten sich die Anstrengungen in Grenzen. Und er hat Zeit, mit seinem Freund in See zu stechen – um seine ausgeprägte Seekrankheit zu bekämpfen. Denn darunter leidet er stark und schwimmen kann er auch nicht. Doch die beschauliche Ruhe hat ein Ende. Zuerst steht das Dorffest an und Kröger wird vom Bürgermeister zu einer Vorführung verdonnert. Danach findet sich eine Yacht ohne Skipper, dafür voll mit Ratten. Dann taucht die berühmte Krimischriftstellerin Dora Pan auf und will Kröger bei der täglichen Arbeit begleiten. Und zu guter Letzt gibt es einen Toten – ganz nebenbei hat Kröger noch Stress mit seiner Oma … alles doch ein bißchen viel auf einmal.

Das Buch nennt sich nicht Kriminalroman und das ist gut so. Denn auch wenn es um Polizei und um Tote geht – ein Krimi ist es wirklich nicht. Statt dessen hätte es richtig witzig werden können – wenn, ja wenn es nicht in so vielen Details der erfolgreichen Serie von Rita Falk ähnelt. Auch dort kämpft ein Dorfpolizist mit widrigen Umständen, seiner Oma, diversen eigenartigen Dorfbewohnern und schwierigen Fällen. Was bei Rita Falk aber eben das Original ist, wirkt dieses Buch wie der 3. oder 4. Abguss davon. Es gibt einfach zu wenig eigene Einfälle und nur das Verlegen der Geschichte in den Norden reicht nicht wirklich. Einzig das Ende und die Auflösung des Falls ist dann eine gute Idee. Alles andere war für mich einfach zu überzogen.

Mein Fazit: wer nie eins der Bücher von Rita Falk gelesen hat, wird sicher viel Spaß an diesem Buch haben. Wer die Bücher kennt, ist wohl eher enttäuscht.


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