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Rezensionen verfasst von
Helmutealando

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Creation
Creation
Preis: EUR 16,99

18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erschaffung von Musik im Grenzbereich zwischen Komposition und Improvisation, 12. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Creation (Audio CD)
Creation nennt Keith Jarrett sein neuestes, pünklich zu seinem 70. Geburtstag erschienenes Werk. Der Titel dürfte sehr bewusst gewählt sein, da die Kunst Keith Jarretts bei seinen Solokonzerten nach seiner Abkehr von längeren Vortragsblöcken und der Zuwendung hin zu kürzeren Stücken immer mehr in den Grenzbereich zwischen Improvisation und Komposition gerückt sein dürfte. Viele dieser nach seiner Krankheit veröffentlichten Solostücke deuten darauf hin, dass der Kern der dahinter steckenden musikalischen Idee(n) vorweg ausgearbeitet wurde, die konkrete Verarbeitung und Fortentwicklung dann aber dem Augenblick des Konzerts überlassen blieb. Weder der Begriff Komposition noch Improvisation träfe dann aber das Wesen der späten Solokonzerte Jarretts. Hier von Erschaffung von Musik zu sprechen, wäre weitaus passender. Nachdem bisher Keith Jarrett daran festgehalten hat, dass er bei seinen Solokonzerten quasi aus dem nichts improvisiert, könnte der Titel des Albums auf eine - dann bemerkenswerte - Korrektur des eigenen Selbstverständnisses hindeuten.

Neu ist auch, dass mit einer Veröffentlichung nicht ein ganzes Konzert - oder zumindest ein repräsentiver Spannungsbogen davon - wiedergegeben wird, sondern ein Querschnitt stilistisch zusammenpassender Stücke mehrer Konzerte. Ist dies das (weitere) Eingeständnis, dass er das (vor allem von ihm selbst gesteckte) hohe Niveau der Darbietung nicht mehr über ein ganzes Konzert halten kann? Er bricht jedenfalls wohl immer öfter Konzerte frühzeitig ab, was ich aus eigener Erfahrung für das - Eingang in das Album gefundene - Konzert in Paris im Juli 2014 bestätigen kann, aber offensichtlich auch in Japan 2014 wiederholt der Fall gewesen sein muss. Wie auch immer man hierzu steht, es eröffnet aus meiner Sicht einen fazinierenden neuen Ansatz in der Kunst Keith Jarretts: wird doch die von ihm selbst vorgenommene Auswahl und Zusammenstellung zu einem weiteren Teil des künstlerischen Prozesses. Hier sind es die lyrischen, melodischen und nachdenklichen Töne, die durch die Veröffentlichung repräsentiert werden und die er wie kein zweiter beherrscht. Es ist schon faszinierend nachzuhören, welche Intimität Keith Jarrett mit seiner Musik in einem großen Konzertsaal erzeugen kann. Kein Mucks des Publikums ist - ohne bisher mit dem Kopfhörer nachgelauscht zu haben - zu hören und selbst die Publikumsreaktionen werden ausgeblendet, was ich nicht als Mißachtung des Publikums sondern eher als den Verzicht auf - die ihm immer mal wieder vorgeworfene - Selbstbeweihräucherung interpretiere.

Für mich schreit das Album nach einer Transkription, also der (nachträglichen) Niederschrift in Noten. Mit Ausnahme des Köln Concerts hat sich Keith Jarrett bisher dieser weiteren Zugänglichkeit zu seiner Musik immer versperrt. Ich finde das sehr schade, weil selbst das wiederholte Anhören seiner Musik nicht mit Gewissheit die ganze Genialität seiner Musik offenlegen kann. Ein Nachspüren durch ein Studium der Noten und den Versuch der Nachinterpretation würde zum Verständnis seiner Musik erheblich beitragen und den Genuß vertiefen.

Schade auch, dass das Cover nicht etwas mehr an Informationen über die Hintergründe dieses Albums - und die Schwierigkeiten des Enstehungsprozesses im Konzertsaal - preisgibt, man erfährt aber immerhin, von welchen Konzerten die einzelnen Stücke stammen. Dafür ist das Artwork und die Soundqualität - wie erwartet von ECM - excellent. Vor allem der japanische Toningenieur hat in meinem Ohren hervorragende Arbeit geleistet.

Alles in allem: ein würdiges Geburtstagsgeschenk an alle seine Fans. Happy Birthday Keith Jarrett!


Fingerpicking Beatles: 30 Songs Arranged for Solo Guitar in Standard Notation & Tablature
Fingerpicking Beatles: 30 Songs Arranged for Solo Guitar in Standard Notation & Tablature
von The Beatles
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,11

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr gut gemachtes Buch für den Nichtvirtuosen, 31. Januar 2012
Die Rezension von Frau Passlack mit ihrer geradezu vernichtenden Kritik kann meines Erachtens nicht unwidersprochen stehen bleiben. Wenn Frau Passlack tatsächlich in der Lage ist, kurzfristig ein 90 Minuten Soloprogramm in den unterschiedlichsten Stilistiken zusammen zu stellen, so verfügt sie über außerordentliche gitarristische Fähigkeiten, die das Prädikat "virtuos" verdienen. Für diese Zielgruppe ist das Buch sicherlich nicht gedacht, darauf deutet der schlichte Titel "for Solo Guitar" aber auch nicht hin (auch waren ja die Beatles selbst alles andere als Virtuosen auf ihren Instrumenten). Bei aller Gewandheit stellt sich dann aber die Frage, warum sie nicht den onlineshop "sheetmusicplus" kennt, der im Regelfall - so auch für dieses Buch - ein paar Beispielseiten bereit hält. Hierdurch kann man sehr gut den Schwierigkeitsgrad eines interessierenden Buches herausfinden...

Ich würde mich als fortgeschrittenen Gitarristen bezeichnen, der sicherlich nicht durch das Niveau der Arrangements überfordert war. Dennoch habe ich viel Spass mit diesem Band. Zugegeben: Nicht alle Arrangements sind gut, insbesondere die Balladen - wie auch "Let it be" sind etwas arg zurecht gestutzt. Zum Grossteil wird aber die Balance zwischen Werktreue und Spielbarkeit sehr gut getroffen. Besonders gefallen haben mir die Umsetzungen von Eleanor Rigby, When I'm sixty for, Octopus's Garden, Love me do und Lady Madonna. Gerade dann wenn man die Stücke etwas flotter spielt als das Original, kommt dabei Laune auf. Und der Teufel steckt bekanntlich im Detail: Die Dinge müssen erst einmal zum Klingen und Swingen gebracht werden...

Der Arrangeur beschränkt sich bei seinen Arragements auf die Normalstimmung und das sogenannte Drop-D-Tuning (das Herunterstimmen der tiefen E-Saite auf D). Auch insoweit dürfte er den Bedürfnissen der großen Masse (und der "Nur-Notenleser") entsprochen haben, die sich mit weitergehenden Umstimmereien oftmals schwer tun. Ich persönlich hätte in diesen Punkt allerdings etwas mehr Mut begrüsst.

Dennoch: Alles in allem ein sehr gelungenes Buch, das vielen Hobbygitarristen und Beatles-Liebhabern gefallen dürfte. Extravagante und virtuose Arrangements enthält es allerdings nicht.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 9, 2012 4:28 PM CET


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