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Marc Langels "marclangels" (Saarbrücken)
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Sylvan - Posthumous Silence: The Show
Sylvan - Posthumous Silence: The Show
DVD ~ Sylvan
Wird angeboten von Hausmusik
Preis: EUR 22,07

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen SYLVAN - POSTHUMOUS SILENCE LIVE - Unglaubliche Performance eines unglaublichen Albums, 6. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Sylvan - Posthumous Silence: The Show (DVD)
Der Erfolg des Albums "Posthumous Silence" machte es fast unumgänglich die unheimliche Magie und Intensität der Vorlage auch live einzufangen. Aber es ist schon überraschend mit welchem Aufwand die Konzept-CD im Hamburger Kampnagel auf die Bühne und anschließend auf DVD gebracht wurde - gerade rechtzeitig zum 10-jährigen Bestehen der Band. Musikalisch präsentiert sich die Band an diesem Abend ist absoluter Spiellaune. Das nicht gerade anspruchslose Studio-Epos wird mit geradezu atemberaubender Perfektion - man könnte auch sagen MARILLION-esque - umgesetzt. Dabei macht sich auch der Einsatz eines zweiten Gitarristen (der Hamburger Session- und Studio-Musiker Guido Bungenstock) bezahlt, da dieser viele der Melodie-Parts übernimmt. Zugleich ist "Posthumous Silence Live" der offizielle Einstand des neuen Gitarristen Jan Petersen. Er macht seine Sache sehr gut, genau wie der Rest der Band. Dabei sollte man Sänger Marco Glühmann hervorheben, der das anspruchsvolle weil sehr hoch angelegte Material mit nahezu beängstigender Intensität und Brillanz darbietet.

Neun Kameras tragen dazu bei, dass nun jeder, der nicht vor Ort sein konnte, diesen Auftritt nun in perfekter Qualität am heimischen Fernseher verfolgen kann. Drei Background-Sängerinnen, eine Cellistin und ein Gast-Gitarrist unterstützen dabei eine enthusiastische Band, die sichtlich große Freude an der Möglichkeit hat ihr Magnum Opus in ihrer Heimatstadt vor einem frenetischen Publikum aufzuführen. Zu der Umsetzung gehören neben der optimalen Bühne, der entsprechenden Licht-Show auch Video-Installationen, die dabei helfen die Geschichte vom Vater, der das Tagebuch seiner toten Tochter liest, visuell umzusetzen.

Aber all das würde nichts bringen, wenn ich nicht auch Regisseur und Cutter beim Schnitt das nötige Gefühl für die Musik beweisen würden. Diese Befürchtung muss man hier jedoch nicht haben, denn die Bilder passen auf die Musik wie die berühmtberüchtigte Faust auf das geschundene Auge. Dabei kann man den Musikern mehr als nur einmal genau auf die Finger schauen und sich das ein oder andere abschauen. Akustisch gibt es den Auftritt in den Standard-Ausführungen Stereo 2.0 und Dolby Digital 5.1.. Aber ein überraschendes Highlight sind die Untertitel-Möglichkeiten. Dadurch kann der Zuschauer die Lyrics entweder auf Englisch oder aber Deutsch mitlesen und so die Texte besser nachvollziehen. Zudem geben die Musiker auf einer separaten Tonspur ihre Kommentare über die Show, die Musik, die Tour etc. ab. Diese sind auch für Nicht-Musiker immer wieder interessant, so erklären SYLVAN hier was ein so genannter "Click" ist und wozu er dient.

Enttäuschend ist lediglich der Umstand, dass nicht das gesamte Konzert von jenem Abend auf DVD gebannt wurde, denn außer "Posthumous Silence" bekommt man nur noch den wundervollen Longtrack "Artificial Paradise" geboten. Der Rest des Konzerts bekommt der Fan lediglich auf der entsprechenden Doppel-Live-CD geboten, was aber ein absoluter Anreiz ist, sich auch noch diese zuzulegen.

Zur Entschädigung haben SYLVAN jedoch 96 Minuten Bonus-Material auf die DVD gepackt und diese anderthalb Stunden haben es wahrlich in sich:

- "In the Studio 2005-2006": 22-minütiges Tagebuch der Aufnahmen zu "Posthumous Silence" und dem gleichzeitig entstandenen Nachfolger "Presets". Dabei kann man den Musikern wieder über die Schulter schauen, sehr spaßige Chorproben erleben und sehen, wie schwer es ist ein klassisches Cello zum "grooven" zu bringen.

- "34 Days": Zeigt, wie die Show vorbereitet wird, vom Bühnenaufbau bis kurz vor dem Auftritt der Band.

- "Time Lapse of the Production": Im Zeitraffer wird vorgeführt, wie die Bühne aufgebaut, die Licht-Show getestet und ausgerichtet und alles wieder abgebaut wird.

- "Bonus-Track": Der Band-Klassiker "Artificial Paradise" wird performt.

- "Slide Show": Rund sechs Minuten Fotos von der Band beim Auftritt.

- "Interviews": Die Band-Mitglieder geben Auskunft über die Band, die Produktion, die Musik (zum Beispiel, warum zwei Alben parallel aufgenommen wurden) und Persönliches.

Die Live-Umsetzung von "Posthumous Silence" ist ein wahres Fest nicht nur für Die-Hard-Fans der Band, sondern für jeden, der gut gemachte, ehrliche, häufig melancholische Rock-Musik mit Anspruch mag. War das Album an sich schon ein akustischer Volltreffer ist die DVD-Umsetzung der Live-Show ein wahres Fest für Ohren und Augen. Und all denen, die die Studio-Version von "Posthumous Silence" schon zu Hause stehen haben und sich fragen, ob sie die Live-Version auf DVD brauchen, sei gesagt: ja, das braucht Ihr. Und am besten gleich auch noch die Doppel-Live-CD mit dem gesamten Konzert dazu.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 18, 2009 11:03 AM MEST


Payment of Existence
Payment of Existence
Wird angeboten von all-my-music-lahn-dill
Preis: EUR 8,99

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen COMMUNIC - PAYMENT OF EXISTENCE - Dritter Genistreich der Norweger, 13. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Payment of Existence (Audio CD)
Bereits mit ihren ersten beiden Alben CONSPIRACY IN MIND (2005) und WAVES OF VISUAL DECAY (2006) haben die Norweger COMMUNIC für gehöriges Aufsehen gesorgt und die Metal-Welt im Sturm erobert. Kritiker bemängelten dabei immer wieder Mal, dass COMMUNIC zu sehr nach NEVERMORE klängen, obwohl COMMUNIC-Sänger/Gitarrist/Songwriter ODDLEIF STENSLAND standfest behauptet, die US-Metaller gar nicht zu kennen. Den NEVERMORE-Vergleich weredn COMMUNIC aber alleine schon deswegen nicht loswerden, weil STENSLAND einfach klingt, wie der seit der Geburt verschollene Bruder von NEVERMORE-Shouter WARREL DANE.

Sei's drum, nun liegt mit PAYMENT OF EXISTENCE der mittlerweile dritte Longplayer vor und es gelingt dem Trio aus dem hohen Norden ein wenig mehr Eigenständigkeit zu demonstrieren. So fügen COMMUNIC ihrem technischen anspruchsvollen, teilweise fast proggigen, Metal einige Speed-Elemente hinzu. Und so präsentieren COMMUNIC erneut, wie moderner Metal klingen sollte. Die Stücke sind episch angelegt, voller Breaks und Tempo-Wechsel, geprägt von Klasse-Riffs, die STENSLAND gerne durch Arpeggios auflockert. Der Bass von ERIK MORTENSEN ist mehr als nur ein solides Fundament, er setzt auch manchmal melodiöse Akzente, dazu das starke Drumming von TOR ATLE ANDERSEN und man fragt sich, warum andere Bands teilweise fünf Leute brauchen, um einen solchen Sound zu schaffen. Über all dem herrlichen Inferno von schneidenden Gitarren, groovenden Bässen und Drums thront die schaurig-schöne - meist gedoppelte - Stimme von STENSLAND.

Ein weiterer Pluspunkt ist das weiterhin extrem starke Songwriting der Norweger. Das dritte Album in Folge ohne einzigen Ausfall, dass soll COMMUNIC erst mal einer nachmachen - geschweige denn ein Newcomer. Dabei erweisen sich COMMUNIC als wahre Meister der Komplexität, hier dürfen sich Songstrukturen und musikalische Ideen entwickeln und bekommen den dementsprechenden Raum eingeräumt. Insofern fällt es auch schwer einen einzelnen Song hervorzuheben (auch wenn bereits der Opener ON ANCIENT GROUND ein wahres Fanal ist), der für das gesamte Album stehen könnte. Auch reichen die häufig gewährten 30 Sekunden Anspielzeit nicht, um diese Musik auch nur ansatzweise zu erfassen, geschweige denn in ihrer ganzen erhabenen Schönheit zu begreifen. COMMUNIC zwingen den Hörer dazu, sich eingehend mit der Musik zu beschäftigen. Und dafür wird man dann reichlich belohnt.

Produziert wurde PAYMENT OF EXISTENCE wie schon die Vorgänger von JACOB HANSEN, der es versteht die Musik von COMMUNIC zugleich unglaublich heavy aber auch sehr transparent zu machen. Das ist auch nötig bei einer Band, die abwechselnd wie eine Wall Of Sound daher kommt und im nächsten Moment aber wieder sehr differenziert aufspielt.

Summa Summarum: COMMUNIC werden auch mit PAYMENT OF EXISTENCE den Vergleichen mit NEVERMORE nicht entkommen. Aber es ist ihnen gelungen, auf den vergangenen Erfolg aufzubauen und erneut ein bärenstarkes Album vorzulegen. Es ist davon auszugehen, dass die Band ihren Erfolg graduell auf- und ausbauen wird. Und eines ist klar: so guten und versierten Metal mit spielerischer Klasse bieten derzeit nicht viele Bands.


Lonely Are the Brave
Lonely Are the Brave
Preis: EUR 15,55

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen JORN - LONELY ARE THE BRAVE - Eine großartige Verbeugung vor den Vorbildern des Heavy Rock, 13. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Lonely Are the Brave (Audio CD)
Er liebt sie, die großen Klassiker der Rock-Musik, der Norweger mit der großartigen Stimme. Und so wundert es nicht, dass JORNs neues Werk die Atmosphäre der großen Generation des Rock'n'Roll atmet: RAINBOW, WHITESNAKE, BLACK SABBATH, DIO - sie alle standen Pate für den Heavy Rock, den auch Sänger JORN LANDE bei seinen Solo-Alben bevorzugt.

Im Vergleich zu früheren Alben (wie zum Beispiel OUT TO EVERY NATION) ist LONELY ARE THE BRAVE jedoch straighter, schnörkelloser. Die leicht proggigen Breaks und Soli sind verschwunden, hier wird geradeaus gerockt mit viel Atmosphäre und das besondere Quäntchen ist ohnehin die wunderbare leicht COVERDALE-artige Stimme von JORN LANDE.

Es ist kein Wunder, dass der Norweger immer wieder gerufen wird, wenn es um Projekte wie AYREON (von ARJEN ANTHONY LUCASSEN) und AVANTASIA (von ED GUYs TOBIAS SAMMET) geht. Und auch das von dem Schweden MAGNUS KARLSSON initiierte Projekt ALLEN/LANDE unterstreicht LANDEs Status als einer der besten Rock-Sänger seiner Generation.

Zurück zu LONELY ARE THE BRAVE: hier reiht sich eine Hymne an die andere, mit extrem schweren Gitarren, pumpenden Bässen und fetten Drums. So kommt beispielsweise der Titeltrack mit deutlichen BLACK SABBATH-Anleihen daher und NIGHT CITY hätte auch perfekt auf frühe DIO-Alben gepasst. Stimmlich muss sich LANDE ohnehin nicht vor diesen Größen verstecken, zumal es ihm immer wieder scheinbar mühelos gelingt, hervorragende, eingängige Gesangslinien zu ersinnen. Diese wirken jedoch nie abgekupfert. Sehr positiv ist auch der lyrische Gehalt der Texte hervorzuheben, denn wo zum Beispiel DAVID COVERDALE fasst ausschließlich Ergüsse zu diversen Variationen des Matrazensports findet, setzt sich LANDE mit den Schattenseiten der Menschheit auseinander. Da lohnt es sich schon mal genauer hinzuhören und die Lyrics im Booklet zu studieren.

Was man bei LONELY ARE THE BRAVE bemängeln könnte, wäre der Umstand, dass JORN seinen Fans kaum Zeit zum Verschnaufen lässt. Es folgt ein Metal-Brett auf das nächste. Eine Ballade zum Durchatmen wäre sicherlich willkommen auch um den Gesamteindruck des Albums aufzulockern und abzurunden. So bleibt man nach den neun (normale Version) beziehungsweise elf (Limited Edition) Stücken auf der einen Seite sehr geplättet von so viel Wucht und Intensität dieser Heavy Metal-Attacke allererster Güte, aber auch ein wenig ausgepowert und überfahren. Zumal die stärksten Stücke meines Erachtens direkt am Anfang des Albums stehen. Erwähnenswert sind neben den ersten Songs noch zwei weitere Stücke, da es sich um eine Neuaufnahme (HELLFIRE von BEYOND TWILIGHT, bereits damals mit JORN am Mikro) und das DEEP PURPLE-Cover STORMBRINGER handelt, das sicherlich besser auf die Cover-CD UNLOCKING THE PAST gepasst hätte. Gerade anstatt zwei bekannte Songs noch einmal neu aufzunehmen wären weitere eigene Songs wünschenswert, wie das nur auf der Limited Edition enthaltene sehr gute LIKE STONE IN WATER.

Aber insgesamt gesehen bleibt festzuhalten: LONELY ARE THE BRAVE ist eine absolute Kaufempfehlung für alle Anhänger von gut gemachtem straighter Heavy Metal und JORN dürfte mit diesem Werk seine Fans ein weiteres Mal sehr zufrieden stellen.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 3, 2009 10:13 PM MEST


Revelation
Revelation
Preis: EUR 21,99

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen JOURNEY - REVELATION - Zurück in die glorreiche Vergangenheit, 19. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Revelation (Audio CD)
Nachdem die Mannen um Gitarrist NEAL SCHON und Keyboarder JONATHAN CAIN in den vergangenen Jahren viel Pech mit ihren Sängern hatten (STEVE PERRY und STEVE AUGERI hielten den Anforderungen an die Stimme gesundheitlich nicht stand, JEFF SCOTT SOTO hatte zu viele anderweitige Verpflichtungen) haben JOURNEY einen neuen Sänger und der klingt gleich mal wie der "Alte". ARNEL PINEDA kommt von den Philippinen und sang dort - wen wundert's? - in einer JOURNEY-Cover-Band. Zudem klingt der gute Mann so unglaublich nach Ur-Sänger STEVE PERRY, dass es einem fast kalt den Rücken runter läuft (vor allem auf CD 2).

Musikalisch hat sich nicht viel geändert bei JOURNEY: NEAL SCHON und JONATHAN CAIN schreiben die Songs und die Lyrics. Dass sie das beherrschen beweisen die Beiden immerhin mit Unterbrechungen schon seit den 70ern. Damals wie heute wurden beziehungsweise werden sie von einigen Kritikern als TOTO-Verschnitt belächelt, aber das ist nur die halbe Wahrheit. Sicherlich gibt es große Parallelen im Gesamt-Sound, aber JOURNEY waren immer schon mehr eine straight rockende Band, während bei TOTO sicherlich der ein oder andere Song (JAKE TO THE BONE von KINGDOM OF DESIRE oder aber DAVE'S GONE SKIING von TAMBU) eher für Musiker gedacht war. Aber das war nie das Ding" von JOURNEY. So auch heutzutage.

Auf REVELATION besinnen sich SCHON, CAIN, PINEDA sowie Bassist ROSS VALORY und Schlagzeuger DEEN CASTRONOVO auf ihre Stärken: großartige, treibende Rock-Songs, hymnenhaft schöne Balladen und alles was dazwischen liegt. Die Gitarre bestimmt den Gesamtsound, ohne aber die Keyboards komplett in den Hintergrund zu drängen.

NEVER WALK AWAY beginnt das Album furios mit dickem Gitarren-Riff, treibendem Rhythmus und tollem Refrain. PINEDA beweist sofort, dass er ein würdiger Ersatz für PERRY ist.

LIKE A SUNSHOWER drosselt das Tempo direkt auf Balladen-Niveau herunter, getragen von gezupfter Gitarre und Klavier ist dabei aber keine platte RICHARD MARX-Ballade sondern mit viel Gefühl.

CHANGE FOR THE BETTER ist eine Mid-Tempo-Nummer, wie sie JOURNEY locker aus dem Handgelenk schütteln, die auf den Konzerten aber sofort für Stimmung (und lautes Mitsingen) sorgen wird.

WILDEST DREAM kling ein frappierend nach BAD ENGLISH (der Band, in der SCHON, CAIN und CASTRONOVO Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre mit Sänger JOHN WAITE zusammen spielten).

FAITH IN THE HEARTLAND (bekannt von GENERATIONS) kommt etwas überraschend auf CD 1, denn die Cover-Versionen sind eigentlich auf der zweiten Disc, ist im Prinzip nur von PINEDA neu eingesungen.

AFTER ALL THESE YEARS ist dann wieder eine schöne Klavierballade, die von PINEDA im bester PERRY-Manier vorgetragen wird.

WHERE DID I LOSE YOUR LOVE erneut Mid-Tempo gehalten, mit leicht funkiger Rhythmus-Gitarren-Arbeit in der Bridge und schönem Refrain.

WHAT I NEEDED erneut ein langsames Stück, mit dramatischem Mittelteil und "herzzerreißender" Gitarre.

WHAT IT TAKES TO WIN rockt dann wieder mächtig aber auch mit toller Melodie, hier klingt PINEDA auch nicht so sehr nach PERRY.

TURN DOWN THE WORLD TONIGHT und wieder eine Ballade, wie man sie von JOURNEY kennt, sehr gefühlvoll, mit kleinen Gitarren-Spielereien im Hintergrund. Bei den Classic Rock"-Radiostationen in den USA sicherlich ein Hit.

THE JOURNEY (REVELATION) ist ein NEAL SCHON-Instrumental, bei dem die restliche Band lediglich für die Untermalung zuständig ist, für Gitarristen und Musiker schön für andere wahrscheinlich eher uninteressant.

LET IT TAKE YOU BACK ist der Bonus-Track für Europa. Straighter Rock aber auch der schwächste Song des Albums.

Auf der zweiten CD, die dem Paket beiliegt gibt es dann die größten Hits der Band-Geschichte noch einmal neu eingespielt mit ARNEL PINEDA als Sänger und etwas mehr Gitarrenanteil. Ob das nötig war wird die Zeit zeigen. Die alten Fans werden sich wahrscheinlich lieber die Originale mit PERRY anhören, aber hier beweist PINEDA schon mal, dass er die Songs in Original-Stimmlage zum Besten geben kann. Das lässt für künftige Tourneen hoffen.

Alles in allem ist REVELATION sicherlich keine Offenbarung im Sinne des Wortes, aber eine rundum gelungene JOURNEY-CD. Fans wünschen sich ohnehin nichts anderes. Warum sollten Musiker auch nach 30 erfolgreichen Jahren im Geschäft ihren Sound oder ihre Songstrukturen noch einmal komplett überarbeiten?
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 11, 2008 6:37 PM MEST


Viva La Vida
Viva La Vida
Preis: EUR 30,61

6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen COLDPLAY - VIVA LA VIDA OR DEATH AND ALL HIS FRIENDS - COLDPLAY erfinden sich neu (mit Hilfe von Brian Eno), 19. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Viva La Vida (Audio CD)
Angefangen haben COLDPLAY auf PARACHUTES noch als Independent-Band, die aber schon zu großen, eingängigen Melodien fähig war. Bei A RUSH OF BLOOD TO THE HEAD liehen sie sich ein wenig U2-Feeling und schafften damit den Durchbruch. X&Y fiel dagegen fast rein poppig aus und machte die Jungs um CHRIS MARTIN zu Superstars. Da läge es vom Kalkül doch nahe, den Weg weiter zu beschreiten und "X&Y 2" aufzunehmen. Doch gerade das haben COLDPLAY nicht gemacht - sie sind nicht den sicheren Weg gegangen. Stattdessen haben sie sich mit ihren vergangenen Erfolgen die Freiheit erarbeitet, das zu machen, was sie wollen. Klar ist, sie machen jetzt keine komplett verkopfte Musik wie RADIOHEAD (warum auch, die Band gibt es bereits) und sie haben auch sonst das Rad der Musik nicht neu erfunden. Viel mehr haben CHRIS MARTIN (Gesang, Klavier), JONNY BUCKLAND (Gitarre), GUY BERRYMAN (Bass, Keyboards) und WILL CHAMPION (Schlagzeug) ihren Sound erweitert, neue Einflüsse hinzugefügt und daraus einen schmackhaften Musik-Shake gezaubert, namens VIVA LA VIDA OR DEATH AND ALL HIS FRIENDS.

Die gravierendste Veränderung ist schon mal der Gesang: sang CHRIS MARTIN früher meist in sehr hohen Lagen, so setzt er auf VLVODAAHF mehr seine natürliche" Stimme ein. Für mich ist das ein Pluspunkt, es klingt einfach entspannter und natürlicher - zudem dürfte es seine Karriere länger erhalten, denn das hohe Singen ist auf Dauer extrem strapaziös für die Stimmbänder. Die zweite wichtige Veränderung sitzt auf dem Produzenten-Stuhl und hört auf die Namen BRIAN ENO (unter anderem U2, PETER GABRIEL) und MARKUS DRAVS (unter anderem ARCADE FIRE). Die Beiden haben COLDPLAY offenbar dazu gebracht, darüber nachzudenken, was sie mit ihrer Musik wollen: größtmöglichen Erfolg oder aber doch lieber selbst zufrieden sein?

COLDPLAY entschieden sich offensichtlich für letzteres. Da wird geklatscht, mit Flamencorhythmen experimentiert, zudem öffnete sich die Band für Einflüsse der Weltmusik und lässt die Gitarre schon mal nach Sitar klingen. Aber die Musik lässt immer wieder Platz für große Melodien und Hymnen, für die die Band bekannt ist. Aber immer nur kurz, um dann einen musikalischen Roadblock zu setzen und den Hörer zu überraschen. Dies ist alles nicht wirklich neu, aber es gibt der Musik etwas von ihrem Zauber zurück. Es ist unberechenbarer als X&Y, weniger direkt als A RUSH OF BLOOD TO THE HEAD aber eingängiger (im Sinne von Zugänglich) als PARACHUTES.

Insofern ist VIVA LA VIDA OR DEATH AND ALL HIS FRIENDS eigentlich "DAS" COLDPLAY-Album, da es Stil-Elemente der Vorgänger übernimmt, modifiziert, mit neuen Aspekten versieht, neue Ansätze wagt und den Zuhörer auf eine Reise durch den Musik-Kosmos mitnimmt, die er so schnell nicht vergessen wird. Sollte BRIAN ENO einen ähnlichen Erfolg beim nächsten U2-Album haben, dann hätte er schon zwei der großen Pop-Gruppen davor bewahrt zu Selbst-Plagiaten zu werden.


Viva la Vida [Vinyl LP]
Viva la Vida [Vinyl LP]
Preis: EUR 20,99

41 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen COLDPLAY - VIVA LA VIDA OR DEATH AND ALL HIS FRIENDS - COLDPLAY entwickeln ihre Musik konsequent weiter, 19. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Viva la Vida [Vinyl LP] (Vinyl)
Angefangen haben COLDPLAY auf PARACHUTES noch als Independent-Band, die aber schon zu großen, eingängigen Melodien fähig war. Bei A RUSH OF BLOOD TO THE HEAD liehen sie sich ein wenig U2-Feeling und schafften damit den Durchbruch. X&Y fiel dagegen fast rein poppig aus und machte die Jungs um CHRIS MARTIN zu Superstars. Da läge es vom Kalkül doch nahe, den Weg weiter zu beschreiten und "X&Y 2" aufzunehmen. Doch gerade das haben COLDPLAY nicht gemacht - sie sind nicht den sicheren Weg gegangen. Stattdessen haben sie sich mit ihren vergangenen Erfolgen die Freiheit erarbeitet, das zu machen, was sie wollen. Klar ist, sie machen jetzt keine komplett verkopfte Musik wie RADIOHEAD (warum auch, die Band gibt es bereits) und sie haben auch sonst das Rad der Musik nicht neu erfunden. Viel mehr haben CHRIS MARTIN (Gesang, Klavier), JONNY BUCKLAND (Gitarre), GUY BERRYMAN (Bass, Keyboards) und WILL CHAMPION (Schlagzeug) ihren Sound erweitert, neue Einflüsse hinzugefügt und daraus einen schmackhaften Musik-Shake gezaubert, namens VIVA LA VIDA OR DEATH AND ALL HIS FRIENDS.

Die gravierendste Veränderung ist schon mal der Gesang: sang CHRIS MARTIN früher meist in sehr hohen Lagen, so setzt er auf VLVODAAHF mehr seine natürliche" Stimme ein. Für mich ist das ein Pluspunkt, es klingt einfach entspannter und natürlicher - zudem dürfte es seine Karriere länger erhalten, denn das hohe Singen ist auf Dauer extrem strapaziös für die Stimmbänder. Die zweite wichtige Veränderung sitzt auf dem Produzenten-Stuhl und hört auf die Namen BRIAN ENO (unter anderem U2, PETER GABRIEL) und MARKUS DRAVS (unter anderem ARCADE FIRE). Die Beiden haben COLDPLAY offenbar dazu gebracht, darüber nachzudenken, was sie mit ihrer Musik wollen: größtmöglichen Erfolg oder aber doch lieber selbst zufrieden sein?

COLDPLAY entschieden sich offensichtlich für letzteres. Da wird geklatscht, mit Flamencorhythmen experimentiert, zudem öffnete sich die Band für Einflüsse der Weltmusik und lässt die Gitarre schon mal nach Sitar klingen. Aber die Musik lässt immer wieder Platz für große Melodien und Hymnen, für die die Band bekannt ist. Aber immer nur kurz, um dann einen musikalischen Roadblock zu setzen und den Hörer zu überraschen. Dies ist alles nicht wirklich neu, aber es gibt der Musik etwas von ihrem Zauber zurück. Es ist unberechenbarer als X&Y, weniger direkt als A RUSH OF BLOOD TO THE HEAD aber eingängiger (im Sinne von Zugänglich) als PARACHUTES.

Insofern ist VIVA LA VIDA OR DEATH AND ALL HIS FRIENDS eigentlich "DAS" COLDPLAY-Album, da es Stil-Elemente der Vorgänger übernimmt, modifiziert, mit neuen Aspekten versieht, neue Ansätze wagt und den Zuhörer auf eine Reise durch den Musik-Kosmos mitnimmt, die er so schnell nicht vergessen wird. Sollte BRIAN ENO einen ähnlichen Erfolg beim nächsten U2-Album haben, dann hätte er schon zwei der großen Pop-Gruppen davor bewahrt zu Selbst-Plagiaten zu werden.


Perfect Symmetry (Expanded Edition)
Perfect Symmetry (Expanded Edition)
Preis: EUR 17,62

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen FATES WARNING - PERFECT SYMMETRY - Sternstunde des Prog-Metal, 19. Juni 2008
Ich muss gestehen, dass PERFECT SYMMETRY immer einen speziellen Platz in meiner FATES WARNING-Kollektion behalten wird, war es doch meine erste Platte dieser großartigen Band. Dabei faszinierte mich damals schon das Zusammenspiel von cleanen, gezupften Gitarren (von Bandkopf JIM MATHEOS) auf der einen und den häufig unterlegten verzerrten Metal-Riffs (von FRANK ARESTI) auf der anderen Seite. Zudem spielten FATES WARNING schon zu dieser Zeit häufiger als andere Bands mit gegenläufigen Dynamiken und Rhythmuswechseln (mit dem neuen Drummer MARK ZONDER - der wesentlich variabler und einfühlsamer spielt als sein Vorgänger STEVE ZIMMERMAN - und Bassist JOE DiBIASE) sowie unterschiedlichen Stimmungen. Und darüber thronen die Vocals von RAY ALDER - göttlich.

Aber nicht nur die instrumentalen Fähigkeiten machen FATES WARNING und PERFECT SYMMETRY zu einer Sternstunde des Prog-Metal, auch das Songwriting ist auf dieser CD durchgängig hochklassig: dabei arbeiten JIM MATHEOS und FRANK ARESTI nie nach dem beliebten Prog-Motto, wie viele Noten kann ich in möglichst kurzer Zeit spielen (dem auch YNGWIE MALMSTEEN frönt), statt dessen ist jeder Song sehr komplex strukturiert, so dass die Anfangsstimmung nicht immer die sein muss, die das Lied am Ende zurücklässt. Die Melodien werden immer wieder erneut aufgenommen und weiter entwickelt. Von den verzögerten Eröffnungs-Riffs in PART OF THE MACHINE über das verschachtelte und dennoch eingängige THROUGH DIFFERENT EYES zum gar nicht so statischen sondern eher sehr abwechslungsreichen STATIC ACTS und letztendlich zum anklagenden A WORLD APART.

Die zweite Hälfte des Albums beginnt mit den zögerlichen, zurückhaltenden Akustik-Gitarren-Parts (unterlegt mit Klavier und Violine) von AT FATES HANDS, dass sich dann zu einem Instrumental-Duell zwischen Gitarren und Gast-Keyboarder KEVIN MOORE (ex-DREAM THEATER, OSI) entwickelt; über das eher straighte (für FW-Verhältnisse) THE ARENA zum ruhigen aber eindringlichen CHASING TIME (das bereits einige Songs von QUEENSRYCHEs PROMISED LAND-Phase wie etwa BRIDGE vorweg nimmt) bis hin zum krönenden NOTHING LEFT TO SAY, das wieder alle musikalischen Fäden, die FATES WARNING auf dem Album gesponnen haben, wieder aufnimmt und in einen Track zusammenführt.

Angesichts der Tatsache, dass QUEENSRYCHE gerade kurz zuvor OPERATION MINDCRIME veröffentlicht hatten, wäre FATES WARNING ein ähnlicher Erfolg sicherlich zu wünschen gewesen. Aber dafür ist PS im Vergleich zu OM einfach zu sperrig, als dass sich auch einfache" Heavy Metal-Fans dafür begeistern können. Denn gerade Rhythmen und durchgängige Songs sucht man hier mit der Lupe, Umso beeindruckender, da die Band für die Produktion des Albums gerade mal zwei Monate brauchte und das in einer Zeit, als Bands wie DEF LEPPARD für HYSTERIA vier Jahre und METALLICA für ihr BLACK ALBUM eineinhalb Jahre im Studio waren. Aber das merkt man PERFECT SYMMETRY zu keiner Sekunde an, der Sound von Produzent ROGER PROBERT klingt sehr transparent und dennoch druckvoll. Dies mag daran liegen, dass FATES WARNING wohl bereits perfekt vorbereitet ins Studio gingen und dort "nur noch" ihre Passagen einspielen mussten. Also eines kann man der "thinking man's Heavy Metal band" auf jeden Fall nicht vorwerfen:

"Weary and weakened, victims fall prey
to vague ideals and passionless play.
Systematic spontaneity in synchronized society."

Nun gibt es PERFECT SYMMETRY (wie zuvor schon NIGHT ON BRÖCKEN, THE SPECTRE WITHIN, AWAKEN THE GUARDIAN, NO EXIT, A PLEASANT SHADE OF GRAY, INSIDE OUT und DISCONNECTED es fehlen eigentlich nur noch PARALLELS und STILL LIFE) als remasterte SPECIAL EDITION, die für jeden Fan der Band ein absolutes Muss ist.

Neben der klanglich leicht verbesserten Original-CD kommt das Paket mit einer Bonus-CD, auf der alle Stücke noch einmal als Demos drauf sind. PART OF THE MACHINE und NOTHING LEFT TO SAY sind sogar zwei Mal vertreten. Das hat schon ein wenig was von "Such den Fehler im linken Bild", denn die Unterschiede zur Studio-Aufnahme sind marginal. Zudem ist der Sound leider sehr beschränkt (als Vergleich: die Demos klingen so wie die ersten 20 Sekunden von PART OF THE MACHINE)

Aber was die SPECIAL EDITION zum absoluten Pflichtkauf macht ist die mitgelieferte DVD. Darauf sind mehr als zweieinhalb Stunden Videomaterial aus der PERFECT SYMMETRY-Phase von insgesamt fünf Live-Auftritten der Band, darunter auch der erste Europa-Gig in Amsterdam 16.12.1989. Die Qualität der ist natürlich nicht allzu hoch, da die Konzerte nur von einem Standort und mit einer Kamera (vermutlich Video-8) aufgenommen wurden. Vermutlich musste sich zum Beispiel bei der Aufnahme aus Allentown der Sound-Mensch am Mischpult zusätzlich um die Kamera kümmern. Das kann dann schon mal zu so lustigen Situationen führen, dass die Kamera immer mal wieder nach RAY ALDER suchen muss, oder sich JOE DiBIASE einfach ins Bild schmuggelt.

Aber angesichts der Tatsache, dass es sonst kaum Mitschnitte aus dieser Zeit gibt, ist der Fan gnädig und freut sich über jeden Schnipsel. Zumal neben den Stücken von PERFECT SYMMETRY auch Klassiker wie FATA MORGANA, THE APPARITION, EXODUS (alle von AWAKEN THE GUARDIAN), DAMNATION (von NIGHT ON BRÖCKEN), ANARCHY DIVINE und das THE IVORY GATES OF DREAMS-Teilstück QUIETUS (beide von NO EXIT) live präsentiert werden. Wie gesagt, die Qualität könnte besser sein, aber das macht die Band mit viel Spielfreude wieder wett. Beeindruckend ist auch, wie präzise die Band zusammenspielt.

Die SPECIAL EDITION ist also ein Muss für jeden Anhänger der Band. Aber auch, die einfach nur an anspruchsvoller Musik und insbesondere Rock-Musik interessiert sind, sollten in PERFECT SYMMETRY reinhören. Aber Vorsicht: Es besteht absolute Suchtgefahr!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 10, 2008 7:11 PM MEST


Snakes & Arrows-Live
Snakes & Arrows-Live
Preis: EUR 15,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen RUSH - SNAKES AND ARROWS LIVE - Ein weiteres Denkmal für die Prog-Legende, 9. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Snakes & Arrows-Live (Audio CD)
Früher gab es RUSH-Live-CDs immer nur wenn eine Zäsur im Sound der Band anstand (und jeweils nach vier Studio-Alben). So beendete ALL THE WORLD'S A STAGE einst die Frühphase der Bands, in der sich RUSH von einer LED ZEPPELIN-inspirierten Powerformation zu einer progressiven Art-Rock-Band und leitete zugleich den Übergang zum Experimentieren mit neuen Instrumenten (Keyboards) hin. Diese hielt und vervollständigte sich bis zu EXIT ... STAGE LEFT ehe die poppig geprägte Phase des Trios einsetzte und mit A SHOW OF HANDS endete. Anschließend besannen sich RUSH dann wieder mehr auf die rockige Seite und lieferten mit DIFFERENT STAGES dafür den Beweis. Doch diese ehemaligen "Naturgesetze" scheinen heute nicht mehr zu gelten.

Heute (und damit meine ich seit TEST FOR ECHO) erscheint nach jeder Tour ein neues Werk, dass den Fans erlaubt, sich zu Hause die Erinnerung an die Konzerte ihrer Lieblinge noch einmal (oder so oft sie wollen) zurück zu holen. Manche sehen darin Geldschneiderei, andere begrüßen diese Veröffentlichungsstrategie. Ich bekenne: ich gehöre zu den Letzteren. Ich kann ja schließlich selber entscheiden, ob ich ein weiteres Live-Album der Kanadier haben will und es mir leisten kann. Wenn die Qualität so hoch ist wie bei SNAKES & ARROWS LIVE dann kann ich davon gar nicht genug bekommen.

Auf dieser Doppel-CD bieten GEDDY LEE (Bass und Gesang), ALEX LIFESON (Gitarre) und NEIL "THE PROFESSOR" PEART wieder mehr als zwei Stunden Musik so wie sie sein sollte: anspruchsvoll, melodisch, mitreißend - kurz und gut: einfach perfekt. Das Hauptaugenmerk der letzten Tour lag selbstverständlich auf Songs von SNAKES & ARROWS. Von den 13 Songs des Albums wurden 9 live dargeboten, so dass die Überschneidungen mit anderen Live-CDs auf ein Minimum reduziert wurden. Zudem griffen RUSH einmal mehr in ihren unerschöpflichen Fundus von (fast) vergessenen Diamanten und zauberten gleich nach dem Opener LIMELIGHT zwei lange nicht mehr gespielte Klassiker: DIGITAL MAN (von SIGNALS) und ENTRE NOUS (von PERMANENT WAVES) aus dem Ärmel. Und im weiteren Verlauf kommen dann noch CIRCUMSTANCES (von HEMISPHERES) und A PASSAGE TO BANGKOK (damals auf 2112 enthalten) dazu. Summa summarum also 13 Stücke, die auf den letzten Live-Alben NICHT enthalten waren und daher in keiner Sammlung fehlen sollten. Zudem handelt es sich bei DIGITAL MAN, ENTRE NOUS und CIRCUMSTANCES um drei Stücke, die noch auf keinem offiziellen Live-Album von RUSH vertreten waren. Alleine das ist schon ein Kaufanreiz.

Was mich immer wieder erstaunt ist, wie es die Drei schaffen, ihren komplexen Sound auf die Bühne zu bringen (vielleicht mal abgesehen von RUSH IN RIO, wo der Sound gerade zu Beginn des Konzerts nicht brillant war). Nach 30 gemeinsamen Jahren spielen RUSH so tight, dass sich viele Bands daran ein Vorbild nehmen sollten. Auf Gags wie bei der letzten Tour (als aus den Priestern des Syrinx-Tempels auf einmal die Piraten des Tempels wurden) wurde dieses Mal verzichtet, dafür versinken die drei Musiker geradezu in ihrem eigenen Musik-Kosmos und erfreuen mit hoher Spielfreude, Fertigkeit der technischen Meisterklasse (PEART am Schlagzeug und LEE am Bass dürften zu den größten Könnern an ihren jeweiligen Instrumenten gehören). Aber auch bei der Gitarren-Arbeit ist es auffällig, wie ALEX LIFESON es schafft, die vielen Gitarrenspuren von der Studio-Aufnahme live so miteinander zu verflechten, dass der Unterschied zwischen Studio und Live-Auftritt nur minimal ist.

Wie großartig dieses Konzert ist? Nun so großartig, dass sich die Fans nach weit mehr als zwei Stunden beim Instrumental-Klassiker YYZ (übrigens die internationale Abkürzung für den Flughafen von Toronto) immer noch die Seele aus dem Leib schreien. Und auch der Enthusiasmus der Band, den GEDDY LEE bei den mehrfachen Danksagungen an das Publikum zeigt, ist absolut überzeugend authentisch. Hatten sich viele Rezensenten bei RUSH IN RIO noch darüber beschwert, dass die Fans zu dominant zu hören gewesen seien, ist es nun so, dass die Fans meist nur in den Spielpausen oder bei leisen Passagen zu hören sind. Dennoch ist der räumliche Klang dieses Konzert sehr gut auf die zwei CDs gebannt worden, so dass man wirklich das Gefühl hat, dabei gewesen zu sein. Insofern wird es spannend sein zu sehen, ob die demnächst erscheinende DVD diesen Hörgenuss auch in Bilder umzusetzen weiß, denn auch in dieser Hinsicht haben die Kanadier mit RUSH IN RIO, R30 sowie dem ebenfalls hervorragenden DVD-Paket REPLAY X3 bereits einige Meilensteine gesetzt.

Mit deutlich über zwei Stunden Spielzeit ist SNAKES & ARROWS LIVE auch nicht zu kurz geraten, wie etwa bei der Doppel-CD in der Sonderedition von R30, bei der mehrere Stücke des Konzerts in Frankfurt einfach wegfielen. Zudem spiegelt die CD wieder, wo sich RUSH nach mehr als 30 Jahren im Geschäft wieder finden - immer noch an der Spitze der anspruchsvollen Rock-Musik. Und so haben sie sich selbst mit SNAKES & ARROWS LIVE ein weiteres Denkmal gesetzt.
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Good to Be Bad
Good to Be Bad
Wird angeboten von produXa DE
Preis: EUR 10,95

1 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen WHITESNAKE - GOOD TO BE BAD - Die Weiße Schlange rockt wieder wie Anno 1987, 30. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Good to Be Bad (Audio CD)
Elf Jahre lang brauchte DAVID COVERDALE mit seiner Band WHITESNAKE, bis er sich wieder zu einer Studio-Scheibe durchringen konnte - und er klingt, als wäre er nie weg gewesen. Nach dem eher ruhig gehaltenen RESTLESS HEART (das ohnehin eher als ein DAVID COVERDALE-Solo-Album geplant war, aber aus rechtlichen Gründen dann als WHITESNAKE-Scheibe erschien) rockt die neueste Häutung der britischen Rock-Legende wieder wie zu besten Zeiten.

Soundtechnisch knüpft die Band wieder ganz klar an den Mega-Erfolg "1987" an. Im Prinzip ist GOOD TO BE BAD das Album, das WHITESNAKE bereits vor oder nach SLIP OF THE TONGUE hätte heraus bringen sollen. Der neue Songwriting-Partner DOUG ALDRICH macht einen sehr guten Job, und schneidert Band-Leader COVERDALE knackige Rock-Songs und hymnenhafte Balladen auf den Leib.

So zeigen die beiden Opener BEST YEARS und CAN YOU HEAR THE WIND BLOW direkt, wo es bei GOOD TO BE BAD lang geht - sauber produziert, mit ordentlich Dampf dahinter rockt die Weiße Schlange wieder wie in besten 1987-Zeiten. Auch beim Gitarren-Sound des hervorragend agierenden Duos DOUG ALDRICH und REB BEACH sind deutliche Anklänge an die Zeiten von JOHN SYKES nicht zu überhören (nur als Beispiel mal das Solo in BEST YEARS anhören).

Generell muss man sagen, dass die Band (mit den beiden Neulingen URIAH DUFFY am Bass und Schlagzeuger CHRIS FRAZIER) wunderbar harmoniert. Einzig Keyboarder TIMOTHY DURY scheint irgendwo im Mix versunken zu sein, von ihm hört man so gut wie nichts (außer ein paar sphärische Einsätze im Hintergrund).

Die Anleihen an die bluesigen Zeiten vor dem Mega-Erfolg 1987 (wie in manchen Rezensionen dargestellt) sind eigentlich nur mit viel gutem Willen zu entdecken (etwa bei LAY DOWN YOUR LOVE). Von daher ist GOOD TO BE BAD Anhängern der "alten" WHITESNAKE nur bedingt zu empfehlen, etwa dann, wenn sie auch schon 1987 und SLIP OF THE TONGUE mochten.

Jedoch sind hier und da noch einige leichte Parallelen zum 1993er-Album COVERDALE/PAGE festzustellen, so zum Beispiel bei GOT WHAT YOU NEED und TIL THE END OF TIME. Natürlich ist nichts von dem, was DC und Band hier präsentieren neu oder überraschend, wer das erwartet hatte, der muss sich fragen, ob diese Erwartungen realistisch waren. Wie heißt das schöne Sprichwort? Einem alten Hund (COVERDALE) bringt man keine neuen Tricks (Spielarten) bei.

Anspieltipps für dieses Album sind neben dem Opener BEST YEARS, dem wunderbar griffigen Riff-Monster CAN YOU HEAR THE WIND BLOW und dem lässig dahin groovenden A FOOL IN LOVE noch die wunderschönen Balladen ALL I WANT ALL I NEED und SUMMER RAIN.

Festzustellen bleibt auf jeden Fall, dass GOOD TO BE BAD über ausschließlich hochqualitative Songs verfügt. Kein einziger Song ist ein Reinfall oder aber Füllmaterial. Positiv ist in dieser Hinsicht auch zu Vermerken, dass die vier Appetit-Happen von LIVE IN THE SHADOW OF THE BLUES auf dieser CD NICHT zu finden sind. Da diese aber ebenfalls von ganz hervorragender Qualität sind, lohnt sich auch die Anschaffung dieser Doppel-Live-CD.

Nun hat der Fan wieder die Wahl zwischen der "normalen" Einzel-CD und der preislich leicht teureren Variante, bei der es noch eine Bonus-CD beiliegt: darauf enthalten sind eine wirklich wunderbare Akustik-Version von SUMMER RAIN, zudem der eine Minute 40 Sekunden kürzere Radio-Edit von ALL I WANT ALL I NEED und einer Live-Version von TAKE ME WITH YOU, die jedoch schon auf der Live-CD LIVE IN THE SHADOW OF THE BUES enthalten ist. Zudem gibt es noch das Video zu READY TO ROCK (einem der vier Bonus-Tracks auf der schon mehrfach erwähnten Live-CD). Zudem erhält der Fan im schönen Pappkarton noch ein Poster des Covers, ein postkartengroßes Band-Foto und einen Sticker. Wofür man sich entscheidet ist dabei fast egal, bereuen werden Rock-Fans den Kauf auf jeden Fall nicht.


Good To Be Bad
Good To Be Bad
Preis: EUR 18,57

24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen WHITESNAKE - GOOD TO BE BAD - Die Weiße Schlage rockt wieder, 24. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Good To Be Bad (Audio CD)
Elf Jahre lang brauchte DAVID COVERDALE mit seiner Band WHITESNAKE, bis er sich wieder zu einer Studio-Scheibe durchringen konnte - und er klingt, als wäre er nie weg gewesen. Nach dem eher ruhig gehaltenen RESTLESS HEART (das ohnehin eher als ein DAVID COVERDALE-Solo-Album geplant war, aber aus rechtlichen Gründen dann als WHITESNAKE-Scheibe erschien) rockt die neueste Häutung der britischen Rock-Legende wieder wie zu besten Zeiten.

Soundtechnisch knüpft die Band wieder ganz klar an den Mega-Erfolg "1987" an. Im Prinzip ist GOOD TO BE BAD das Album, das WHITESNAKE bereits vor oder nach SLIP OF THE TONGUE hätte heraus bringen sollen. Der neue Songwriting-Partner DOUG ALDRICH macht einen sehr guten Job, und schneidert Band-Leader COVERDALE knackige Rock-Songs und hymnenhafte Balladen auf den Leib.

So zeigen die beiden Opener BEST YEARS und CAN YOU HEAR THE WIND BLOW direkt, wo es bei GOOD TO BE BAD lang geht - sauber produziert, mit ordentlich Dampf dahinter rockt die Weiße Schlange wieder wie in besten 1987-Zeiten. Auch beim Gitarren-Sound des hervorragend agierenden Duos DOUG ALDRICH und REB BEACH sind deutliche Anklänge an die Zeiten von JOHN SYKES nicht zu überhören (nur als Beispiel mal das Solo in BEST YEARS anhören).

Generell muss man sagen, dass die Band (mit den beiden Neulingen URIAH DUFFY am Bass und Schlagzeuger CHRIS FRAZIER) wunderbar harmoniert. Einzig Keyboarder TIMOTHY DURY scheint irgendwo im Mix versunken zu sein, von ihm hört man so gut wie nichts (außer ein paar sphärische Einsätze im Hintergrund).

Die Anleihen an die bluesigen Zeiten vor dem Mega-Erfolg 1987 (wie in manchen Rezensionen dargestellt) sind eigentlich nur mit viel gutem Willen zu entdecken (etwa bei LAY DOWN YOUR LOVE). Von daher ist GOOD TO BE BAD Anhängern der "alten" WHITESNAKE nur bedingt zu empfehlen, etwa dann, wenn sie auch schon 1987 und SLIP OF THE TONGUE mochten.

Jedoch sind hier und da noch einige leichte Parallelen zum 1993er-Album COVERDALE/PAGE festzustellen, so zum Beispiel bei GOT WHAT YOU NEED und TIL THE END OF TIME. Natürlich ist nichts von dem, was DC und Band hier präsentieren neu oder überraschend, wer das erwartet hatte, der muss sich fragen, ob diese Erwartungen realistisch waren. Wie heißt das schöne Sprichwort? Einem alten Hund (COVERDALE) bringt man keine neuen Tricks (Spielarten) bei.

Anspieltipps für dieses Album sind neben dem Opener BEST YEARS, dem wunderbar griffigen Riff-Monster CAN YOU HEAR THE WIND BLOW und dem lässig dahin groovenden A FOOL IN LOVE noch die wunderschönen Balladen ALL I WANT ALL I NEED und SUMMER RAIN.

Festzustellen bleibt auf jeden Fall, dass GOOD TO BE BAD über ausschließlich hochqualitative Songs verfügt. Kein einziger Song ist ein Reinfall oder aber Füllmaterial. Positiv ist in dieser Hinsicht auch zu Vermerken, dass die vier Appetit-Happen von LIVE IN THE SHADOW OF THE BLUES auf dieser CD NICHT zu finden sind. Da diese aber ebenfalls von ganz hervorragender Qualität sind, lohnt sich auch die Anschaffung dieser Doppel-Live-CD.

Nun hat der Fan wieder die Wahl zwischen der "normalen" Einzel-CD und der preislich leicht teureren Variante, bei der es noch eine Bonus-CD beiliegt: darauf enthalten sind eine wirklich wunderbare Akustik-Version von SUMMER RAIN, zudem der eine Minute 40 Sekunden kürzere Radio-Edit von ALL I WANT ALL I NEED und einer Live-Version von TAKE ME WITH YOU, die jedoch schon auf der Live-CD LIVE IN THE SHADOW OF THE BUES enthalten ist. Zudem gibt es noch das Video zu READY TO ROCK (einem der vier Bonus-Tracks auf der schon mehrfach erwähnten Live-CD). Zudem erhält der Fan im schönen Pappkarton noch ein Poster des Covers, ein postkartengroßes Band-Foto und einen Sticker. Wofür man sich entscheidet ist dabei fast egal, bereuen werden Rock-Fans den Kauf auf jeden Fall nicht.
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