|
|
Beiträge von Thilo Spahl
Top Rezensenten Ränge: 443.227
Hilfreiche Bewertungen:
61
|
|
Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".
|
Rezensionen verfasst von Thilo Spahl "thilospahl" (Berlin)
|
|
|
|
|
|
|
14 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Pressestimmen zum Buch, 28. November 2009
Die Evolutionsmediziner verschaffen sich Gehör. Sie denken über ein eigenes Fachjournal und Fachgesellschaften nach, verlieren auf Medizinkongressen wie jüngst dem "Weltgesundheitsgipfel" ihren Exotenstatus. Und das erste deutschsprachige Buch mit Popularisierungsanspruch liegt nun auch schon vor. Geschrieben haben es der Berliner Molekularbiologe Detlev Ganten und die beiden Wissenschaftsautoren Thilo Spahl und Thomas Deichmann. Ihre zentrale These lautet: Gesundheit und Krankheit sind öfter als gedacht das Erbe der Evolution. Schöner liest sich das in ihrem Titel: "Die Steinzeit steckt uns in den Knochen". Und die wichtigste Frage heißt deshalb auch: Warum ist der menschliche Körper bei allen evolutionären Fortschritten - denken wir an das Größenwachstum des Gehirns - am Ende doch so unvollkommen? Wieso also haben wir noch Weisheitszähne und Wurmfortsatz, wieso den engen Geburtskanal bei Frauen, und weshalb hat die natürliche Selektion nicht verhindert, dass wir Gene vererben, die Gefäßverstopfungen befördern oder Fettsucht begünstigen? Schon diese kleine Auswahl macht deutlich, wo die Evolutionsmedizin am Mängelwesen Mensch ansetzt: an vielen Details. (...) Für moderne Kliniker mag es paradox erscheinen: Die "Rückbesinnung auf die Lebensbedingungen unserer Vorfahren", so lautet die Lehre der jungen medizinischen Disziplin, könnte gewaltige Fortschritte bringen. Das Buch der drei Autoren hilft in seiner vollkommen unprätentiösen Sprache, sich zwanglos an diesen Gedanken zu gewöhnen. (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2009) Das Buch "Die Steinzeit steckt uns in den Knochen. Gesundheit als Erbe der Evolution" rollt die Geschichte des Menschen und seiner Krankheiten auf und es geht sehr weit zurück. Detlev Ganten, Thilo Spahl und Thomas Deichmann zeigen, was der Übergang von Einzellern zu Vielzellern vor mehr als einer Milliarde Jahren mit der Entstehung von Krebs zu tun hat. Sie beschreiben, warum wir Menschen heute noch einen Blinddarm haben und erklären, wie ein kleiner Fehler der Evolution beim Bau von Luft- und Speiseröhre zum Erstickungstod unzähliger Menschen geführt hat. Die Fakten in diesem Buch sind alle nicht neu, aber es ist spannend geschrieben, und der Leser erfährt nebenbei und ohne erhobenen Zeigefinger, wie die Evolution wirkt, warum einige vollkommen überflüssige Dinge wie Weisheitszähne uns bis heute erhalten blieben, während andere Entwicklungen schon vor Millionen von Jahren in evolutionäre Sackgassen führten. Die Autoren gehen auf die Ursachen vieler Zivilisationskrankheiten wie Rückenschmerzen, Übergewicht oder Bluthochdruck ein. (...) Das Buch ist unterhaltsam und leicht verständlich geschrieben. Und auch wenn viele Zusammenhänge zwischen Gesundheitsproblemen und Lebensstil hinreichend bekannt sind, machen es die immer wieder auftauchenden verblüffenden Zusammenhänge lesenswert, die zeigen, welchen evolutionären Sinn scheinbar überflüssige Phänomene haben. (Deutschlandradio Kultur, 3.11.2009) Detlev Ganten erzählt deshalb mit seinen beiden Co-Autoren Thilo Spahl und Thomas Deichmann die Naturgeschichte des Menschen. Der wichtigste Ansatz für eine gesunde Lebensführung ist dabei die evolutionäre Medizin. Während man in der traditionellen Medizin gewissermaßen von Außen nach Innen geht und sich anhand der Symptome die entsprechenden Maßnahmen überlegt, nimmt man in der evolutionären Medizin den umgekehrten Weg. Dabei spielt auch die Geschichte des Genoms eine große Rolle. Die kurzweilige Evolutionsgeschichte erklärt nicht nur, warum unser Körper noch immer einem Leben als Jäger und Sammler angepasst ist, sondern gibt auch praxisorientierte Tipps wie wir besser damit umgehen sollten. Es ist beileibe kein Ratgeber zur besseren Lebensführung, vielmehr eine launige Tour in unsere Vergangenheit, auf deren Weg wir viel erfahren über das Immunsystem, über Allergien, unsere Rückenprobleme und warum manche Körperteile einfach schlecht konstruiert sind. (Buchkultur, aus der Nominierung zum "Wissenschaftsbuch des Jahres 2009") Um über den Affen in uns hinauszuwachsen, sollte man ihn gut kennen. Ganten und sein Team geben nicht nur dem Affen Zucker, sondern auch Gedankenfutter vom feinsten. (Dr. Eckart von Hirschhausen)
|
|
|
|
|
|
|
|
|
1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Liegt gut in der Hand, ist geistreich ohne Ende und natürlich hoch vergnüglich., 6. Juni 2008
Lange haben wir auf diesen Erzählband von Bartholmy mit den legendären Karl Napf-Geschichten, von denen einige schon vor Jahren in der Dobermann Rallye erschienen waren, gewartet. Nun ist er endlich da! Und ich habe etwas, das ich guten Gewissens allen Verwandten und Bekannten schenken kann, die irgendwann mal Geburtstag haben. Diese Bestandsaufnahme Deutschlands in 25 Bildern hat das Zeug zum Klassiker. Liegt gut in der Hand, ist geistreich ohne Ende und natürlich hoch vergnüglich. Fast jeder findet Wohnort oder Heimatstadt oder irgendeine andere Haltestelle im Leben aufs Trefflichste porträtiert. Was will man mehr?
|
|
|
|
|
|
|
|
|
18 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die zur Zeit umfassendste Kritik des alarmistischen Ökologismus, die auf dem deutschen Buchmarkt zu haben ist, 31. Oktober 2006
Das "Lexikon der Öko-Irrtümer" behandelt in 15 Kapiteln die Themen Energie, Gentechnik, Gesundheit, Klima, Konsum und Alltag, Landwirtschaft, Luft und Wasser, Mobilität, Müll, Naturschutz, Ozon, Tierschutz, Wald, Weltbevölkerung und schließlich Wirtschaft. Den Autoren kommt das große Verdienst zu, all diese Themen sachlich und ohne jene Aufgeregtheit zu betrachten, die ansonsten die öffentliche Meinung zu diesen Öko-Themen dominiert. Den alarmistischen und zivilisationspessimistischen Thesen stellen sie bekannte und im Grunde leicht zugängliche Fakten gegenüber. Sie belegen vieles, was jeder Mensch, der sich seinen gesunden Menschenverstand bewahrt hat, ohnehin beobachten und oft am eigenen Leib erfahren kann: etwa, daß wir uns heute eines längeren, angenehmeren und gesünderen Lebens erfreuen als je zuvor. Das Ziel des Buches formulieren Maxeiner und Miersch im Vorwort: Es geht uns nicht darum, einen Anspruch auf endgültige und allein selig machende Wahrheiten zu erheben. Es geht uns darum, aus den vereinzelten skeptischen Stimmen ein Gegenbild zusammenzufügen, das den Leser stimuliert, sich anschließend selbst eine Meinung zu bilden. Dieser Ansatz ist in der Tat sinnvoll und auch sehr gut realisiert. Jeder Leser, der einen gewissen Grad an Verbohrtheit noch nicht überschritten hat, wird sich durch die Lektüre des Buches gewiß häufig in seinen Überzeugungen herausgefordert sehen, oft aber bereit sein, das bisher Geglaubte in Frage zu stellen und die angeführten Fakten zur Kenntnis zu nehmen. Die Autoren gehen wirklich behutsam vor, geben sich nie polemisch und können es sich so erlauben, auch heikle Themen, wie etwa die Mär von den angeblich 125.000 Toten durch den Reaktorunfall von Tschernobyl, aufzugreifen. Den Autoren mißfällt vor allem die Ignoranz der Fakten und die Unverhältnismäßigkeit des Kassandrageheuls, durch die heute die Umweltbewegung bestimmt wird. Die ökologische Bewegung ist zu einer Ideologie des Alarmismus verkommen, die in ihrer Plakativität erschreckende Verbreitung gefunden hat und den einst gesunden Menschenverstand gehörig pervertiert. Auch daß die meisten Umweltschützer grundsätzlich nicht ökologisch (wissenschaftlich), sondern moralisch argumentieren und dabei eine deutliche Präferenz zu autoritären Gesellschaftsentwürfen zeigen, erkennen und kritisieren die Autoren. Gewissermaßen wollen sie den Umweltschutz vor den Umweltschützern retten. Sie fordern dazu auf, sich auf Probleme zu konzentrieren, die wirklich welche sind, statt an allen Ecken und Enden den Weltuntergang zu beschwören.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
28 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein wichtiges Buch, 27. Dezember 2002
Das Buch von Maxeiner/Miersch: „Die Zukunft und ihre Feinde" regt zum Nachdenken an und enthält viele wissenwerte Fakten, die geeignet sind, gängige Denkschemata zu durchbrechen. Welches sind die Faktoren, die eine Gesellschaft weiter bringen und wer -oder was - trägt zu gesellschaftlicher Stagnation bei? Dieser Frage gehen die Autoren nach und beschreiben dabei - sehr zutreffend - eine Welt voller Widersprüche. Wir leben heute gesünder und länger als jede Generation vor uns. Dennoch beherrschen Angst vor der Zukunft und Unsicherheit die gesellschaftlichen Debatten. Jede Innovation wird mit Skepsis oder gar Feindseligkeit aufgenommen, auch wenn diese große Vorteile für die Menschheit mit sich bringt: Das Handy hat z.B in den vergangenen Jahren zahlreiche Menschenleben gerettet. Die Frage, ob der vermeintliche „Elektrosmog", der von Handys ausgeht, Gehirnschäden verursacht, dominiert jedoch die gesellschaftliche Diskussion. Die Globalisierung ist zu einem Schreckgespenst der Moderne geworden und wird allgemein als die Ursache für die Verarmung der Welt angesehen. Wer weiß schon, dass es heute den Menschen, auch in den ärmeren Ländern, in der Regel besser geht als vor noch fünfzig Jahren und dass dies ohne die Globalisierung nicht möglich gewesen wäre? Zahlreiche Beispiele dieser Art machen das Buch lesenswert. Maxeiner und Miersch meinen, es lohne sich „zukunftsoffen" zu sein und an das positive, kreative Potenzial des Menschen zu glauben. Die Auseinandersetzung mit den Hauptargumenten der gesellschaftlichen „Bremser" ist daher ein wesentlicher Bestandteil des Buches. Interessant ist in diesem Zusammenhang der Hinweis, dass sich viele Endzeitprognosen der achtziger Jahre als Hirngespinste einer zunehmend verunsicherten Wohlstandsgesellschaft erwiesen haben (Stichwort: Waldsterben, Ressourcenknappheit). Legitim ist auch das Infragestellen moderner „Paniken", die der gleichen vermeintlichen Logik entspringen wie die bereits widerlegten Angstszenarien (z.B. solche, die mit statistischen Hochrechnungen, basierend auf einer Projektion des Ist-Zustands in die Zukunft, begründet werden). Die Autoren zeigen, dass die zur Zeit stark ausgeprägte Fortschrittsfeindlichkeit durchaus sehr negative Folgen für die Gesellschaft hat. Harmlos klingende Forderungen wie die Beurteilung neuer Erfindungen nach dem „Vorsichtsprinzip" oder mehr „Nachhaltigkeit" in der Entwicklungspolitik dienen als Begründung bzw. Legitimierung gesellschaftlicher Rückschritte. Dass sich die herkömmlichen Strukturen und Organisationsformen der Gesellschaft verändern bzw. bereits grundlegend gewandelt haben ist ebenfalls Thema dieses Buches. Rückschrittliche bzw fortschrittliche Kräfte lassen sich nicht in das alte „rechts-links Schema" einordnen. Dieses Buch versucht, die neuen Allianzen und gesellschaftspolitischen Parteien zu definieren. Die Benennung der Fortschrittsfeinde wirkt jedoch manchmal etwas weniger gut recherchiert als der Rest des Buches - vor allem die Ausführungen zu Ostdeutschland wirken teilweise recht „flach". Dennoch: Mir hat das Lesen viel Spass bereitet - nicht nur weil es stilistisch sehr gut geschrieben ist - sondern auch, weil es diese Art Bücher, die sich gegen die gängige „Miesmacherei" richten, viel zu selten gibt.
|
|
Seite: 1
|