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Rezensionen verfasst von
Thomas Schröter "schroe" (Oberlauringen)
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Dante As Philosopher Patriot and Poet: With an Analysis of the Divina Commedia, its Plot and Episodes.
Dante As Philosopher Patriot and Poet: With an Analysis of the Divina Commedia, its Plot and Episodes.
von Vincenzo. Botta
  Taschenbuch
Preis: EUR 18,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Informationsquelle zu einem der ganz Großen, 21. Oktober 2010
Eigentlich habe ich mit italienischer Literatur ja absolut nichts am Hut, v.a. weil ich die Sprache nicht beherrsche und Übersetzungen einfach nicht authentisch genug sind. Aber wie ich feststellen musste, führt an Dante einfach kein Weg vorbei - zu viele Anspielungen auf ihn und seine "Divina Commedia" lassen sich in den verschiedensten Werken aller Epochen finden, als dass man diesen Mann ignorieren könnte. Aufgrund des Titels "Dante as Philosopher, Patriot and Poet. With an Analysis of the Divina Commedia, its Plot and Episodes" habe ich zu diesem Buch gegriffen, in der Hoffnung, dass ich hiermit ein gutes Rundumpaket erhalten würde. Zum Teil stimmte das auch...

Zunächst einmal muss man betonen, dass das Original schon sehr alt ist: 1865 wurde es von Botta Vincenzo geschrieben. Damit einher gehen einige Probleme mit dem Layout. Das Inhaltsverzeichnis ist nicht gerade aufgeräumt und wirkt unübersichtlich, und Kapitelunterschriften im Fließtext sucht man vergeblich. Das hat mich zunächst etwas verwirrt, bis mir aufgefallen ist, dass sich diese auf der Kopfzeile befinden und ihre Gültigkeit mit Beginn des nächsten Absatzes auf der Seite haben. Sehr ungewohnt, aber hier bin ich wohl zu sehr von "modernen" Aufmachungen verwöhnt. Das soll jetzt kein Negativpunkt sein; es ist eben eine Eigenheit der damaligen Zeit.

Das Buch ist in 2 große Teile untergliedert: der erste macht knapp 1/4 des Buches aus, und enthält wertvolle Informationen über die Gedanken und Konzepte von Dante, die einem das Lesen der göttlichen Komödie wirklich erleichtern. Der Autor untersucht jeweils knapp, aber prägnant, seine - wie schon der Titel vermuten lässt - Philosophie, seine politische Einstellung und sein Wirken als Dichter. Darin eingewoben sind wichtige Informationen zu den historischen und politischen Hintergründen Italiens, die für das Verstehen der "Divina Commedia" fat schon unerlässlich sind - wenn man nicht über die "Ghibellins" und "Guelphs" Bescheid weiß, wird es schwer, dem Stück zu folgen. Leider wird im folgenden der Schwerpunkt immer mehr auf die Biographie Dantes verlegt, was für manch einen zwar interessant sein mag, für mich persönlich aber weniger von Belang war.

Der 2. Teil, die "Analysis", macht den größten Teil des Buches aus, ist allerdings auch etwas "gemogelt". Zu Beginn wird noch kurz auf wichtige Konzepte eingegangen, doch ab dem "Prolog" wird man fast ausschließlich mit dem übersetzten Original konfrontiert. Nicht alle Stellen werden aufgeführt, aber den Großteil der göttlichen Komödie liest man wirklich selbst. Unterbrochen werden die Originaltextstellen allerdings von kurzen Bemerkungen von Vincenzo, so dass man fast von einem "betreuten Lesen" sprechen kann - was in Anbetracht der Länge des Stückes und der Langatmigkeit (immerhin besteht der Text fast nur aus Zusammentreffen mit verschiedenen Seelen, die ihre Geschichte erzählen, und das Inferno, der Berg Purgatorio, und der Himmel sind absolut gleich aufgebaut)aber auch nötig ist. So hat man alle 2-3 Seiten einen "Rettungsanker", sollte man irgendwann nicht mehr wissen, was man da eigentlich zusammenliest. Von einer "Analysis" hatte ich mir aber wirklich mehr versprochen.

Ein Wort noch zu dem Buch selbst:
Wie in der Beschreibung steht, handelt es sich hier um ein Ausdruck einer Digitalisierung (in Zusammenarbeit mit googlebooks). Womit ich allerdings nicht gerechnet hatte, waren zum Einen dicke Kopierränder, und zum Anderen Markierungen und teilweise sogar Randnotizen, die ein Leser des Originalexemplars gemacht hatte! Diese wurden allesamt mitkopiert und lassen sich demnach auch nicht entfernen - sowas ist mir noch nie untergekommen...aber man muss es auch mal so sehen: wenn es diese Version nicht gäbe, wäre ich wohl gar nicht an das Buch gekommen...


Kein Titel verfügbar

4.0 von 5 Sternen Gute Kühlleistung und eine nette Idee..., 29. Juni 2010
...die leider nicht ganz so gut aufgeht. Ich spreche hier von dem 2. Schlauch, dessen Sinn es ist, die warme Luft von draußen anzusaugen und diese dann auf 18°C abzukühlen. Der Theorie nach soll so der Unterdruck aufgehoben werden, der bei den herkömmlichen mobilen Klimageräten auftritt. Somit würde auch keine warme Luft mehr durch die Wandritzen nach innen gelangen und das Zimmer wäre hocheffizient gekühlt. Wie gesagt, das ist die Theorie. Die Realität sieht leider etwas anders aus, denn der Ansaugschlauch saugt längst nicht so viel Luft an, wie vom Abluftschlauch ausgestoßen wird - somit wird der Unterdruckeffekt lediglich vermindert, aber nicht aufgehoben. Was aber hat man dann von diesem zusätzlichen Schlauch?
Er macht das Abdichten etwas einfacher, denn die Abdeckplanen für die Fenster "blähen" sich nicht so sehr auf beim Laufen der Anlage - diese haben im Allgemeinen das Problem, dass die Klebestreifen, mit denen sie befestigt werden, nicht lange und schon gar nicht gut halten. Mit der Impression plus dual werden diese immerhin etwas entlastet.

Die Kühlleistung ist dabei wirklich gut - sofern man das Fenster, aus dem die Schläuche raushängen, auch wirkllich gut abdichtet! Es macht einen enormen Unterschied, ob irgendwo noch ein kleiner Luftstrom von außen eintritt oder nicht! Mittlerweile hab' ich das mit der Abdichtung auch gut hinbekommen, was sich deutlich in der Raumtemperatur auswirkt - bei einem Raum mit ca. 90m³ und Außentemperatur von 30°C habe ich im Moment wunderbare 22°C, Abends natürlich noch ein wenig weniger (zum Vergleich: ohne Anlage wären es jetzt 27°C...). Bei einer mangelhaften Abdichtung waren es aber zeitweise 24-25°C....

Der Geräuschpegel ist wirklich verkraftbar, geistige Arbeiten sind ohne weiteres noch machbar.

Ansonsten gibt es noch einen Timer, 3 Ventilatorstufen, Fernbedienung und eine Temperaturregelung bis zu 18°C. Lediglich die verwendeten Materialien enttäuschen ein wenig - im Grunde besteht das gesamte Gehäuse nur aus Plastik...

Insgesamt von mir daher 4 Sterne - die Kühlleistung stimmt, nur muss das mit dem Ansaugschlauch nochmal überarbeitet werden...


My Japanese Coach
My Japanese Coach

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolute Empfehlung für Anfänger, 13. Mai 2010
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: My Japanese Coach (Videospiel)
Ich war ja zunächst etwas sketpisch, wie nützlich die Lernsoftware letztlich sein kann, doch nachdem ich mittlerweile das erste Kapitel abgeschlossen habe, kann ich bereits alle Hiragana- und Katakana Schriftzeichen lesen und schreiben, einfache Sätze formulieren, Verben konjugieren und dadurch Sätze vom Präsens in die Vergangenheit umformen. Ein Blick ins Wörterbuch zeigt jedoch, dass damit längst nicht Schluss ist; im Laufe der nächsten 2 Kapitel kommen auch noch einige Kanji-Zeichen hinzu, und das Vokabular wird sich schätzungsweise auf ca. 1000 Wörter erstrecken.
Dabei spielt es absolut keine Rolle, ob man jemals zuvor ein paar Brocken Japanisch aufgeschnappt hat oder nicht. Am Anfang wird ein "Eignungstest" durchgeführt, um eventuell vorhandene Vorkenntnisse abzuprüfen. Je nach dem, wie gut man hier abschneidet, beginnt man das Programm mit einer fortgeschritteneren Lektion oder am Anfang. Die Lektionen an sich sind dabei wunderbar überschaubar und gut an einem Tag zu bewerkstelligen - mehr als 10 Wörter pro Tag muss man also nicht lernen. Dabei geht es natürlich solange nicht weiter, bis man eine gewisse Punktzahl erreicht hat. In der Regel sieht das so aus, dass man in kleinen Vokabeltests eben die richtige Übersetzung antippen muss (und das pro Wort einige Male) - man wird also zum Wiederholen praktisch gezwungen.
Auch einen "native speaker" braucht man nicht unbedingt, denn das Programm spricht jedes einzelne Wort des Öfteren klar und deutlich aus. Zudem kann man seine eigene Aussprache durch die Aufnahmefunktion auch immer mit dem "Ideal" vergleichen.
Ich weiß noch nicht, wie weit die Reise letztendlich geht, aber in Anbetracht dessen, dass ich nach 1/3 bereits so viele Sachen anstellen kann, gehe ich davon aus, dass man sich nach Beenden des Kurses Richtung Nihon aufmachen kann, ohne Angst haben zu müssen, dass man am Ende verhungert.
Wer also die nötige Disziplin aufbringt, um sich der Sprache zu stellen, bekommt hier einen wirklich empfehlenswerten Begleiter zur Seite gestellt. Es sei aber noch darauf hingewiesen, dass es ohne Lernaufwand nicht funktionieren kann - man muss zwar nicht 24 Stunden dafür durchpauken, aber eine Stunde pro Tag sollte man schon investieren.

Anfängern möchte ich aber noch empfehlen, das "Begleitbuch" "Pict-o-graphix" zu kaufen. Hiermit kann man 1000 Kanji Zeichen und alle Kanazeichen (also die Katakana und Hiragana) aufgrund der vorgeschlagenen Eselsbrücken SEHR viel einfacher lernen und im Kopf behalten.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 9, 2012 5:17 PM MEST


Bosch PAM 19000
Bosch PAM 19000

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einmal hui, einmal pfui, 30. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Bosch PAM 19000 (Werkzeug)
Eines schon mal vorweg: die Anlage kühlt wirklich gut!
Das Problem ist nur, dass man die Fähigkeiten des Gerätes nicht überschätzen darf. In meinem Problemzimmer Nummer 1 im Sommer, einem 18m² großen Raum im Dachgeschoss, bei dem es gerne mal über 30 Grad tagsüber wird, kühlt die Anlage den Raum auf 25 Grad ab, bei geringer Außentemperatur sogar in noch tiefere Regionen. Abends sind dann sogar die 20°Tiefstemperaturen möglich - und das mit einer nichtmal professionellen Abdichtung! (Zwischen dem Rollo und dem fenster liegen nur ein paar Amazon-Verpackungen) Der Lärm hält sich wirklich in Grenzen - ich habe es mir aufgrund vieler Rezensionen viel schlimmer vorgestellt - ich persönlich kann noch ohne weiteres im Raum arbeiten, wenn das Gerät läuft. Soviel zum hui.

Das Pfui liegt nun darin begründet, dass das Gerät nicht wirklich hält, was die Angaben versprechen Das Dachgeschosszimmer ist ziemlich klein, und das packt es auch wunderbar. In einem anderen Zimmer, das sich im Erdgeschoss befindet, und 24m² groß ist, versagt das Gerät auf einmal total. Selbst bei "lausigen" 25° Außentemperatur kann es den Raum dann nicht mal um 1° kühlen - die kühle Luft verpufft einfach im Raum (und das BEI einer professionellen Abdichtung!) Angegeben ist für das Gerät, dass es für bis zu 75 Kubikmeter verwendbar ist, und da müssten die 24m² eigentlich locker abgedeckt sein...MÜSSTE. In diesem Raum ist das Teil absolut nutzlos; es entfeuchtet zwar ganz gut, aber dafür kauft man sich ja nicht allein eine Klimaanlage. Zudem ist die Energieeffizienzklasse mit C-D (manchmal findet man die eine Angabe, anderenorts die andere...) nicht wirklich der Bringer - modernere Anlagen werden teilweise unter A eingeordnet.

Grundsätzlich kann ich das Gerät also durchaus empfehlen - trotz des äußerst spartanischen Bedienelements (2 Drehknöpfe; Luftstrom nur nach oben und unten ausrichtbar; nur 2 Kühlstufen). Man muss sich nur im Klaren sein, dass man die Bosch PAM 19000 nur in kleinen Räumen aufstellen sollte - für Größere muss man eindeutig auch größere Geschütze auffahren (hier haben wir 1,9 kW, nur so zur Info...)


Kyusai No Giho +4 [Hqcd] [Ltd.
Kyusai No Giho +4 [Hqcd] [Ltd.
Preis: EUR 34,09

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bezaubernde Klangwelten aus Japan, 12. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Kyusai No Giho +4 [Hqcd] [Ltd. (Audio CD)
Ich bin ja normalerweise kein Fan von elektronischer Musik, aber von Susumu Hirasawa geht eine Faszination aus, die schon fast unheimlich ist. Manch einer wird sie für abgedreht halten und nur den Kopf schütteln können, doch wer sich darauf einlässt (und den Kulturschock überwindet) bekommt die volle Bandbreite jeglicher (positiver) Stimmungen geliefert, die man sich so denken kann. Von den meisten Songs geht eine einnehmende postive Grundstimmung aus, der man sich nicht entziehen kann. Kaum ein Moment vergeht, an dem das Herz nicht aus dem Körper zu hüpfen versucht, zu den bezaubernden Melodiebögen und wunderbar klaren und sympathischen Stimme von Hirasawa-san durch die Lüfte tanzend sich einfach nur der Musik erfreuen möchte (wenn er nicht gerade akustisch die "Axt schwingt" und ein Brett wie "BERSERK- Forces" raushaut) Manchmal exotisch klingend, manchmal mit einem Hauch Bombast, manchmal poppig und manchmal ruhig bis hin zu melancholischen Momenten - es ist ungeheuer schwer, die Musik zu beschreiben, alleine deshalb, weil sie so herrlich verschieden und abwechlsungsreich ist.

Interessierten Lesern sei daher dringed empfohlen, sich einige Stücke Susumu Hirasawas auf den gängigen Videoplatformen im Internet anzuhören und sich einen Eindruck zu verschaffen, und so eine völlig neue - mir bis dahin unbekannte - Facette der Musik kennenzulernen.
Aus eigener Erfahrung ist es recht schwer, herauszubekommen, welche Songs man eigentlich beim Kauf der jeweiligen Alben erwarten kann. Meine Japanisch-Kenntnisse halten sich leider sehr in Grenzen, daher kann ich nur diejenigen Titel aufzählen, die ich auch "entziffern" konnte:

Town-0 Phase-5 : sehr "rockige" und eingängige Nummer
Moon Time: ein relativ ruhiges Stück, das zum Träumen einlädt
Niwashi-King: eine recht poppige Nummer, dürfte aber vielleicht für den ersten Kulturschock-Moment sorgen
Ghost Bridge: sehr ruhiges, fast meditativ anmutendes Lied
MOTHER : hier wird es wieder etwas schneller, mag für manch einen erst "ungewöhnlich" klingen, hat aber einen Reiz, den man sich nicht entziehen kann
World Cell: ein ergreifendes "Instrumental" Stück
und, wenn mich nicht alles täuscht, das Titelstück: hier zeigt sich die Bombast-Seite von Susumu Hirasawa: geht sofort ins Ohr, klingt mächtig und erhaben; eines meiner Lieblingstücke

Als Bonus gibt es dann noch 4 verschiedene Versionen des Knaller-Songs "Berserk-Forces" (lange Version, kurze Version, GodsHand-Mix und Karaoke) - bekannt aus dem Anime "BERSERK!" und wiederrum ein Beweis für Hirasawa-sans Fähigkeiten im Bombast-Bereich.

Zu guter Letzt noch ein Wort zu der HQ-CD:
Ich hatte zunächst die Befürchtung, dass man sie möglicherweise nicht mit den üblichen CD-Playern abspielen kann - dies hat sich bei mir zumindest nicht bewahrheitet. Sie scheint "formal" eine ganz "gewöhnliche" CD zu sein. Was genau anders ist an dieser CD, kann ich mangels Japanisch-Kenntnisse leider nicht sagen (es liegt eine Infobroschüre bei, leider keine englische Übersetzung). Was mir allerdings aufgefallen ist: die Töne kommen etwas klarer und druckvoller als bei anderen CDs aus den Boxen. Einen qualitativen Unterschied höre ich zumindest relativ deutlich heraus...

Insgesamt ein Höhrgenuss, wie ich ihn nicht oft erleben durfte. Leider sehr teuer in der Beschaffung (wenn man überhaupt an ein Exemplar kommt), doch ich würde den Preis jederzeit wieder bezahlen. Eine gewisse Japan-Affinität ist aber durchaus notwendig, um sich auf das anfangs recht schwierige Werk einlassen zu können, doch im Gegenzug bedankt sich das Album auf eine Weise, wie es keiner anderen CD (außer natürlich anderen Alben Hirasawa-sans...) möglich ist
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 15, 2010 12:36 PM CET


Platons Ideenlehre: Wiederentdeckung eines verlorenen Wegs
Platons Ideenlehre: Wiederentdeckung eines verlorenen Wegs
von Franz Vonessen
  Sondereinband

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn Dichter auf der 2. Stelle stehen..., 8. April 2010
...und die edle Lüge keine ist, dann hat man entweder nicht im Seminar aufgepasst, oder Franz Vonessen gelesen. Ich habe letzteres getan, und bin mittlerweile genau der gleichen Meinung wie er.
Es ist wirklich verblüffend, wie einleuchtend der Autor praktisch die gesamte Philosophie Platons umkrempelt und im neuen Licht erstrahlen lässt, um die Worte des Einbandes zu verwenden. Ausgehend von der Annahme, dass neben den Dialogen, wie sie in den Werken Platons geführt werden, auch immer noch ein zweiter Dialog im Hintergrund stattfindet - der nämlich zwischen Leser und Autor - entwirft Vonessen ein schlüssiges und konsequentes Argumentationssystem, das in der Lage ist, das bei Platon wichtige Mittel der Ironie perfekt aufzudecken und die eigentliche Bedeutung hinter dem Geschrieben zu entdecken. Ich persönlich möchte nicht wissen, wie lange und wie intesiv sich der Autor mit den Schriften Platons beschäftigt haben muss, um auf solch bemerkenswerte Entdeckungen zu kommen. So kommt er unter anderem zu dem Ergebnis, dass die Dichter nach Platon gar nicht so schlecht gewesen sein können, wie es Glaukon noch bestätigte. Und auch die edle Lüge, die den Herrscher-Adepten und Wächtern erzählt wird, ist eigentlich die reine Wahrheit, nur verpackt in einer ironischen Bemerkung.
Warum ich dieses Buch so liebe, ist zudem die Begeisterung, mit der der Autor über Platon zu schreibt - dieser Mann scheint von Platon voll überzeugt zu sein, und es ist für mich ein Vergnügen, ihm bei seinen Asuführungen zu folgen. Dabei nutzt er jede Gelegenheit, diesen großen Denker gegen jeglichen Kritiker in Schutz zu nehmen und Gegenargumente zu entkräften. Für manch einen ist dies vielleicht schon zuviel des Guten, aber für mich persönlich eine Freude.
Man muss allerdings hier anmerken, dass in dem Buch teilweise sehr weit ausgeholt wird. Obwohl es ja eigentlich um die Seelenlehre gehen soll, geht es in den ersten 300 Seiten viel mehr um "Grundlagenforschung", die Verwendung von Metaphern bei Platon und eben die Dichterkritik. Was woanders sicher negativ zu werten wäre, entpuppt sich hier aber als ein Feuerwerk an neuen und interessanten Einsichten, die ich so noch in keiner anderen Sekundärliteratur zu lesen bekam. Gerade mit diesen "komischen" Ideen der Betten, Tische und Stühle hatte ich immer so meine Probleme - nun ergibt alles einen Sinn.
Geschrieben sind die einzelnen Kapitel dabei recht erfrischend; ohne kompliziertem Satzbau oder Fachbegriff-protzerei. Griechische Begriffe fallen hier und da - meistens werden sie aber im selben Atemzug auch übersetzt. Nur manchmal bin ich als Nicht-Griechisch-Könner auf Wörter gestoßen, mit denen ich nicht sofort etwas anfangen konnte...
Neueinsteiger in das Denken Platons werden dieses Werk - so fürchte ich - wohl leider nicht so sehr schätzen können - man muss wohl schon selbst auf die Ironie in der Politeia reingefallen sein und die Dichter für am weitesten von der Wahrheit entfernt gehalten haben, um dann von Vonessen die Augen geöffnet zu bekommen.

Es ist äußerst tragisch, dass diese "Wiederentdeckung eines verlorenen Wegs" offensichtlich schon wieder in Vergessenheit gerät - dass ein solch ein strahlendes Werk neuer "vergessener" Einsichten schon nach 9 Jahren nur noch gebraucht zu beziehen ist, ist schon fast wieder ironisch...


The Cambridge Companion to Shelley (Cambridge Companions to Literature)
The Cambridge Companion to Shelley (Cambridge Companions to Literature)
von Timothy B. Morton
  Taschenbuch
Preis: EUR 22,90

2.0 von 5 Sternen Keine gute Wahl, 22. Januar 2010
Ich habe es wirklich versucht, doch selbst mit allem guten Willen dieser Welt kann ich mit diesem Buch nicht arbeiten...
Erwartet hatte ich ein gut geschriebenes, verständliches und praktisches Einführungsbuch in das Werk von Shelley, und auch die Kapitelüberschriften ließen darauf schließen, dass ich hiermit gut bedient sein würde. Leider verstehen es die meisten Autoren nicht, sich auch nur annähernd klar und einfach auszudrücken. Das verwendete Vokabular ist ein schlechter Scherz; ich habe das Gefühl, die Schreiber hatten einen internen Wettbewerb am Laufen, wer sich am gewähltesten und elitärsten wie nur möglich ausdrücken kann. Damit artet dann auch fast jeder Artikel in Phrasendrescherei aus; das Wichtigste herauszuarbeiten gestaltet sich zu einer Geduldsprobe, bei der man mehr Zeit mit Vokabelnachschlagen verbringt als zu lesen. Die Gedankengänge sind nur schwer nachzuvollziehen und manchmal fragte ich mich wirklich, was das alles gerade mit dem Thema zu tun hatte, mit dem ich mich eigentlich beschäftigen wollte. das Ganze gipfelt dann in einem regelrechten Protzen, was das eigene Wissen der Autoren in der Philosophie angeht - was interessiert mich in einem Einführungswerk über Shelley, wie Heidegger, Habermas und andere Philosophen einen Begriff bezeichnen, der bei Shelley unter anderem Namen auftaucht? Da auch meistens gar nicht weiter darauf eingegangen wird, bleibt beim Lesen immer das Gefühl, einen - pardon - "Großkotz" vor sich zu haben - So macht das Lesen keinen Spaß. Gezieltes Nachschlagen erweist sich aber auch als äußerst schwierig, da zentrale Begriffe ("Necessity" bzw. Doctrine of Necessity", "Oneness", "Mind") gar nicht im Index auftauchen. Der Geduldsfaden riss dann entgültig aufgrund des unmöglich-störrischen Einbandes, der sich mit aller Macht dagegen wehrt, aufgeschlagen zu werden (vielleicht sogar ein "Zeichen", es gar nicht erst zu versuchen...) Selbst mit Gewichten wird man dessen Sturheit nicht Herr - so macht das Exzerpieren keinen Spaß.
Fazit: Wenn das Lesen keinen Spaß macht, und das Exzerpieren auch nicht, was zeichnet dann das Buch aus?? Die Informationen? Kann schon sein, nur wird es einem zu keinem Zeitpunkt nur ansatzweise leicht gemacht, diese herauszufiltern. Ich habe kapituliert, denn schon zu oft hat sich die Theorie bei mir bestätigt: Wer wenig zu sagen hat (bzw. es selbst nicht versteht), schreibt umso komplizierter.


Die Moralphilosophie John Stuart Mills. Utilitarismus
Die Moralphilosophie John Stuart Mills. Utilitarismus
von Manuel García Pazos
  Broschiert

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bestmögliches Werk über Mills (politische und philosophische) Gedanken, 11. September 2009
Philosophische Bücher sind ja eigentlich nie sonderlich einfach zu lesen ' weder die Primärliteratur noch die Sekundärliteratur. Zu kompliziert wirkt der Satzbau und zu viele Fremdwörter und Fachbegriffe stören den Lesefluss. Da muss man sich wirklich manchmal fragen, ob die Autoren a)sich nicht besser ausdrücken können oder b) sie gar nicht wirklich verstanden werden wollen. Und was nützt einem die (theoretisch) aufschlussreichste Fachliteratur der Welt, wenn man sie nicht kapiert'.
Hier ist alles anders. Manchmal kam ich mir vor, als würde ich ein Buch aus der 'Was ist Was' ' Reihe lesen ' nur eben über Mill und den Utlitarismus. Vorkenntnisse werden hier praktisch nicht erwartet; wer die Werke 'Utilitarism' , 'On Liberty', 'Representative Government' oder 'The Subjection of Women' gelesen hat, startet den Lesespaß mit Vorwissen; wer sie nicht gelesen hat, hat aber auch keinen Nachteil davon. Fachbegriffe gibt es natürlich auch zuhauf, nur wird deren Kenntnis überhaupt nicht als bereits bekannt vorausgesetzt ' alles wird in dem Moment erklärt, wo das Wort fällt. Selbst die Begriffe aus der Logik (Inklusion, Deduktion, Konklusion etc.) werden allesamt auf verständliche Weise erklärt. Genauso wenig muss man sich bereits im Utilitarismus auskennen, um mit dem Buch arbeiten zu können. Für das nötige Wissen sorgen ein zusätzliches Kapitel über Jeremy Bentham ' dem Begründer des Utilitarismus, ein Überblick über den Regel- und Handelsutilitarismus, und Hintergrundinformationen zu den Strömungen, die Mill beeinflusst haben. Viel besser kann man dieses Themengebiet gar nicht abdecken.
Was der Autor allerdings voraussetzt, ist Englisch und an manchen Stellen Französisch. Zitate aus Mills Werken werden grundsätzlich im englischen Original angegeben. Insgesamt ist das Buch also zu 10% auf Englisch. Jedoch haben diese Zitate meist nur Belegfunktion, und können notfalls auch übersprungen werden, sollte jemand nicht mit dem nicht anspruchslosen Englisch Mills zurecht kommen. Mir ging es jedenfalls so bei den französischen Zitaten, bei denen ich kapitulieren musste.
Abgerundet wird das toll geschriebene Buch mit 1184 Fußnoten (wohlgemerkt auf 248 Seiten), die es ermöglichen, an fast jeder Stelle tiefer in die Materie einsteigen zu können ' dem langen Literaturverzeichnis sei Dank!
Ich habe nun wirklich schon vieles an Sekundärliteratur ertragen müssen, doch ein so gutes, verständliches und kompaktes Buch wie dieses ist mir bis jetzt noch nicht untergekommen. Wer sich mit Ethik beschäftigt, dem kann ich dieses Werk wirklich nur empfehlen ' ein besseres wird man zu Mill und seinem Utilitarismus nicht finden.
Achso, die Wertung fehlt ja noch:
5 Sterne


Art of War
Art of War

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Damit ist alles im Bereich Power Metal gesagt, 26. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Art of War (Audio CD)
Vergesst Jon Oliva's Pain. Vergesst Hammefall. Vergesst At Vance. Vergesst einfach alles, was ihr bisher für Power Metal gehalten habt, denn Sabaton übertrifft alles an Macht, an Power, an Fülle und Hitstärke was man bisher gewohnt war. Schon der Opener 'Ghost Division' ist wahrlich ein Meilenstein des Metal, solch einen treibenden und stampfenden Song habe ich noch nicht gehört, was vor allem der einzigartigen Stimme von Joakim Brodén zu verdanken ist - eine tiefe und volle Stimme, die wirklich perfekt zu dieser Art von Musik passt (eine Musikzeitschrift nannte das mal abfällig 'bellen', in einem gewissen Maß muss man dem sogar zustimmen, steht es doch für den unheimlichen Druck, mit dem Joakim seine Stimme verwendet, und da sich Sabaton dem Kriegsthema verschrieben haben, ist das dem Ausdruck der Songs nur dienlich). Zum anderen wirkt die Keyboardarbeit enorm, die oft für parallel zur Rhythmusgitarre eingesetzt wird und dadurch diesen 'treibenden' Effekt erzeugt. Hört euch 'Ghost Division' einfach mal an, dieser Song ist das perfekte Beispiel hierzu. Was dann folgt ist ein Hit nach dem anderen, mit den Höhepunkten 'Cliffs of Gallipoli', 'Panzerkampf' und 'Prize of a Mile' ' einem Antikriegsstatement, das wirklich nachdenklich stimmt. Gerade durch 'Prize..' und 'Gallipoli' setzen Sabaton ein Zeichen gegen den Krieg, indem die Songs für einen größtmöglichen Effekt auf den Hörer in der Mitte und am Ende des Albums platziert werden ' und damit den Hörer aus dem 'Kampfrausch' herausholen, in dem sie den Käufer durch die anderen Songs versetzt haben. Ich persönlich kann gerade deshalb die Kritik, Sabaton seien kriegsverherrlichend oder gar rechtsorientiert, nicht nachvollziehen. Aber ich schweife ab, denn im grunde geht es doch nur um die Musik, und die ist einfach umwerfend. Kleine Höhepunkte in den Liedern sind dabei immer die Stellen, die vom typischen Songaufbau abweichen, hier setzen oft noch mehrere Sänger (wie auch bei den meisten Refrains) ein und sorgen für noch mehr Gänsehaut. Und die Tatsache, dass Solo- Intermezzi wirklich Mangelware sind, stimmt mich noch euphorischer .
Was erwartet also dem Käufer? Er bekommt die volle Packung Power in allerhöchster Perfektion, Refrains mit Ohrwurmfaktor, eine Scheibe die im Metalbereich eindeutig zu den Besten des Jahres gehört, eine neue Lieblingsband und wer die Limitierte Version kauft, noch Sun Tzus 'Art of War', auf das das gesamte Album aufbaut.
Auf einer Skala von 0 bis 100 mindestens eine 92 ('Firestorm' habe ich bisher nur zweimal gehört, sagt mir irgendwie nicht ganz zu, und damit ist die Scheibe nicht ganz perfekt)


Unia
Unia
Preis: EUR 16,74

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beste, aber schwerste Platte von Sonata Arctica, 30. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Unia (Audio CD)
Was war das denn??" wird sich der ein oder andere nach dem ersten Durchhören von unia" wohl fragen. Zu komplex, verschachtelt und verrückt scheinen die Songs zu sein. Besonders bei The Vice" sucht man sowas wie eine einheitliche Strophe oder einen Refrain vergebens. Bei mir blieb zunächst jedenfalls kein einziger Song hängen. Doch was mir im Gedächtnis blieb, waren extrem geniale Parts aus einzelnen Songs wie bei Caleb", dem Hammerrefrain von Fly with the black Swan", (besonders die letzten 30 Sekunden des Songs, da spürt man richtig, wie die Ohren warm werden) oder auch der von It won't fade". (Worte können diese Parts kaum beschreiben, man hört sie und wird förmlich umgehauen.) Und von diesen Passagen aus habe ich mich dann vorangetastet, was zu der Erkenntis führte, dass Unia mit die beste Sonata Arctica Scheibe ist, die die Jungs bis jetzt veröffentlicht haben. Es ist fast nicht zu glauben, dass Songs wie it won't fade", The Vice", Paid it full" oder Caleb" von Menschenhand geschrieben sein sollen. Es bedarf natürlich einiger Durchläufe, bis man sie vom Aufbau her durchschaut hat, doch dann setzen sich die Lieder im Kopf fest, und gerade bei den erwähnten Songs ist die Ohrwurmgefahr extrem hoch. Mittlerweile habe ich mich aber dabei erwischt, dass ich manche Stücke einfach überspringe, und immer nur die selben Songs höre, denn leider schaffen es nicht alle Lieder, solch eine übermenschliche Genialität an den Tag zu legen. Natürlich sind in Black and White", Good enough is good enough" oder the Harvest" nicht schlecht, doch gegen die anderen kommen sie einfach nicht an und gehen irgendwie unter.

Unterm Strich ist Sonata Arctica mit unia" eine Bombe mit immenser Power gelungen, von der ich seit etwas mehr als 4 Monaten kaum genug bekommen kann. Wer allerdings schon mit der , im Vergleich zu den früheren Alben, gestiegene Progressivität vom Vorgängeralbum so seine Probleme hatte, wird sich hier keinen Gefallen tun, denn wo die progressiven Elemente bei Wildfire" aus Reckoning Night" aufhörten, fangen sie bei den meisten Songs in unia" erst so richtig an. Auch für das ungeübte Ohr wird das Album eine schwere Hürde dastellen, Neuentdecker der Band sollten deshalb zunächst ihren Spaß mit den Vorgängern haben, bevor sie aus Frust (man braucht wirklich etwas Zeit zum Einhören) am Ende einen Meilenstein beiseite legen.

5 Punkte!


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