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Rezensionen verfasst von
Gröger, Stefan
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Kruso: Roman
Kruso: Roman
von Lutz Seiler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,95

11 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein inhaltlich faszinierendes Werk auf höchstem sprachlichem Niveau, 12. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Kruso: Roman (Gebundene Ausgabe)
Lutz Seiler beschreibt in seinem Roman "Kruso" eine Gruppe von Aussteigern in der ehemaligen DDR, die im Sommer 1989 auf Hiddensee zusammenkommen, und dort im „Klausner“, einem gastronomischen Betrieb, als Saisonkräfte in der Küche, im Abwasch und im Service arbeiten. Der Roman wird aus der Perspektive von Ed erzählt, einem Germanistikstudenten, der versucht, auf der Insel eine persönliche Krisensituation zu verarbeiten. Er trifft dort auf Kruso, der - getrieben durch ein dramatisches familiäres Ereignis – versucht, den „Schiffbrüchigen“, von denen viele das Ziel haben, durch eine riskante Flucht über die Ostsee ihre Freiheit zu erlangen, Unterschlupf und Stabilität zu geben. Kruso propagiert dabei seine Philosophie der „inneren Freiheit“, die es erlauben soll, auch in einer Diktatur ein selbstbestimmtes Leben zu führen, und versucht dadurch, seine Schützlinge vor den unkalkulierbaren Risiken und dem möglichen Tod, welche mit einem möglichen Fluchtversuch einhergehen würden, zu bewahren.

Der Roman ist kein klassischer „Wenderoman“. Die Ereignisse in der DDR, Ungarn und Prag werden von den Protagonisten nur am Rande wahrgenommen, können aber letztendlich auch von ihnen nicht mehr negiert werden, was im Laufe der Zeit dann auch zum Zerfall ihrer Gemeinschaft führt. Lutz Seiler verwendet hierfür eine wunderbare Metapher: Ein Küchenradio, welches sich nicht mehr abstellen lässt und im Hintergrund von den Ereignissen in der Welt außerhalb von Hiddensee und der „Arche“ des Klausners berichtet.

Lutz Seiler hat im Sommer 1989 selbst 2 Monate als Abwäscher auf Hiddensee gearbeitet, und vermag es mit seiner bildreichen, eindringlichen Sprache, die dortige Parallelgesellschaft der Nichtangepassten und Künstler wort- und bildgewaltig zu beschreiben. Der Roman ist dabei natürlich keine genaue dokumentarische Nacherzählung der Ereignisse auf Hiddensee im Sommer 1989. Lutz Seiler verwendet auch phantastische Elemente (z.B. die Gespräche von Ed mit einem toten Fuchs), um Einblick in traumatische Ereignisse zu geben, welche zwischen Ed und Kruso trotz ihrer engen freundschaftlichen Bindung unausgesprochen bleiben.

Das Buch hat auf mich aufgrund seiner metaphernreichen Sprache und seines Sujets eine große Faszination ausgeübt, ich habe es mit dem größten Vergnügen gelesen. „Kruso“ ist ein außergewöhnlicher Roman, von dem ich glaube, daß er auch in einigen Jahren noch Bestand haben wird, und der sich wohltuend aus der Masse des literarischen Fastfood heraushebt. Ich möchte den Roman uneingeschränkt jedermann empfehlen, der bereit ist, sich die notwendige Muße und Konzentration für die Lektüre zu nehmen. Der Buchpreis für Lutz Seiler ist aus meiner Sicht mehr als gerechtfertigt.
Kommentar Kommentare (18) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 11, 2014 4:22 PM CET


DuMont direkt Reiseführer Westliches Mittelmeer Kreuzfahrt
DuMont direkt Reiseführer Westliches Mittelmeer Kreuzfahrt
von Lilly Nielitz-Hart
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Leider nur geringer praktischer Nutzen, 3. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Reiseführer ist nicht schlecht um einen allerersten Überblick über die einzelnen Städte zu erhalten. Allerdings sind die Informationen - selbst für einen kleineren Reiseführer - größtenteils extrem dürftig. Für wenige Städte (z.B. Barcelona) aind die Informationen ausreichend, für andere (Neapel) sind noch nicht einmal die Hauptsehenswürdgkeiten erwähnt. Der grösste Kritikpunkt ist aber das Kartenmaterial. Die Stadtpläne sind sehr klein und enthalten so gut wie keine Strassennamen - absolut untauglich, um sich vor Ort zu orientieren. Die beigefügte Karte enthält eine Übersicht über den Mittelmeerraum - ohne Stadtpläne. Da wäre eine Karte mit kleinen Plänen der Innenstädte (wie z.B. bei einigen Reiseführern der Merian-Reise) wesentlich sinnvoller gewesen. Das Büchlein ist dafür mit nichtssagenden Standardphrasen angefüllt ("Bevor man eine Seereise bucht, sollte man ein wenig recherchieren, um das passende Schiff zu finden." etc.) Das braucht wirklich kein Mensch. Mein Vorschlag: Lieber für die wichtigsten Städte der Seerreise einen kleinen separaten Reiseführer kaufen und den Rest aus dem Internet ziehen.


Geh nicht so schnell in diese dunkle Nacht: Roman
Geh nicht so schnell in diese dunkle Nacht: Roman
von Antonio Lobo Antunes
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 25,50

8 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Geschichte einer zerrissenen Familie, 26. Februar 2006
Maria Clara, genannt Clarinha, deren Vater Luis Filipe im Krankenhaus im Sterben liegt, nimmt dies zum Anlaß, um die Geschichte ihrer Familie Revue passieren zu lassen. Getrieben vom Bedürfnis nach Anerkennung und Liebe, welche sie, die stets im Schatten Ihrer Schwester Ana Maria stand, nie erfahren durfte, rekonstruiert sie in einem inneren Monolog insbesondere das Leben und die Herkunft ihres Vaters, welche innerhalb der Familie stets totgeschwiegen wurde. Clarinha stellt dabei unter anderem die These auf, daß Ihr Vater der Sohn des Dienstmädchens Ihrer Großmutter sein soll und erzählt von den bescheidenen Verhältnissen, aus denen Ihr Vater angeblich stammt. Eindringlich schildert Clarinha auch die Geschäftstätigkeit ihres Vaters als Waffenhändler und seinen Umgang mit "Arabern und Negern", und stellt dieser Sphäre quasi als Kontrast die Lebens- und Anschauungswelt Ihrer Mutter, welche noch ganz in der Vergangenheit kolonialen Herrschaftsdünkels lebt, entgegen. In Ermangelung einer objektiven Kenntnis entwickelt Clarinha dabei verschiedene Wahrheiten, deren Richtigkeit Sie durch offensichtlich fiktive Personen und Anekdoten zu untermauern sucht. Durchbrochen wird diese subjektivierte Erzählweise immer wieder durch Brüche im Erzählfluß, durch welche die anderen Familienmitglieder zu Wort kommen und welche die Erzählung Clarinhas objektivieren. Im letzten Drittel des Buches wird deutlich, daß seit dem Tod Ihres Vaters bereits 10 Jahre vergangen sind und daß die Erzählung Clarinhas de facto ein Tagebuch ist, mit dem sie Ihre Familiengeschichte zu verarbeiten sucht.
Antonio Lobo Antunes hat mit "Geh nicht so schnell in diese dunkle Nacht" einmal mehr einen beeindruckenden, sprachlich funkelnden Roman geschaffen. Antunes greift dabei auf seine gewohnten Stilmittel der mehrstimmigen subjektiven Erzählperspektive, sowie der immer wiederkehrenden Leitmotive zurück, welche dem Buch einen dedizierten Rhythmus verleihen.
Im Gegensatz zu vielen früheren Werken, steht hier jedoch die Vielstimmigkeit verschiedener Personen nicht mehr gleichberechtigt in abgegrenzten Kapiteln nebeneinander. Der ganze Roman wird mehr oder minder durchgängig aus der Sicht von Clarinha erzählt, aber immer wieder durchbrochen mit den - ebenfalls subjektiven - Wahrheiten der anderen Romanpersonen.
Die Lektüre des Buches ist sehr anspruchsvoll, da die Erzählperspektive teilweise mehrfach innerhalb eines Abschnitts wechselt, und der Autor den Leser teilweise bewußt im Unklaren läßt, was an der Erzählung Clarinhas objektive Wahrheit und was Erfindung der gequälten Seele der Erzählerin ist.
Ein großes Buch eines herausragenden Autors.


Operation Shylock
Operation Shylock
von Philip Roth
  Taschenbuch

11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine einzigartige "fiktive Autobiographie", 2. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Operation Shylock (Taschenbuch)
Philip Roth schildert in seinem fiktiven autobiographischen Werk "Operation Shylock" ein Ereignis in einer Lebensphase, durch das er nach einem gerade erst überstandenen psychischen Zusammenbruch mit seinem Alter Ego konfrontiert wird. Dieser zweite Philip Roth lanciert in Jerusalem unter bewußter Ausnutzung des Bekanntheitsgrades des Schriftstellers Roth haarsträubende Thesen zum sogenannten "Diasporismus", dessen Ziel die Rückkehr der Juden aus Israel in die ursprünglichen europäischen Siedlungszentren ist. Der "echte" Philip Roth reist daraufhin nach Jerusalem und provoziert dort mehr oder minder bewußt ein Aufeinandertreffen mit seinem Doppelgänger.
Diese Handlung dient einerseits als Rahmen für Roth's Reflektionen über den Umgang des Staates Israel mit dem Holocaust und der eigenen Vergangenheit, für welche Roth den gleichzeitig stattfindenden Demjanjuk-Prozeß gleichsam als Spiegel verwendet.
Daneben nimmt ein zweiter Handlungsstrang wenigstens ebenso breiten Raum ein, der sich sehr kritisch mit der derzeitigen Politik Israels gegenüber seinen palästinensischen Nachbarn auseinandersetzt.
Philip Roth hat mit "Operation Shylock" ein unglaublich clever konstruiertes Werk mit mehreren Erzählebenen geschaffen. Der Kunstgriff einer "fiktiven Autobiographie" ermöglicht es Roth, einerseits autobiographische Erfahrungen und persönliche Überzeugungen unmittelbar zu verarbeiten, andererseits aber nicht den künstlerischen Einschränkungen, die eine reguläre Biographie mit sich bringt, zu unterliegen.
Im letzten Kapitel des Buches führt Roth diese Technik zur Perfektion, indem er die im Anhang des Buches getroffene Aussage, bei "Operation Shylock" handele es sich um eine Fiktion, relativiert und mit Notwendigkeiten begründet, die mit der eigentlichen Romanhandlung verknüpft sind.
Die Problematik des Gegensatzes zwischen künstlerischer Gestaltungsfreiheit und autobiographischer Arbeit wird von Roth auch in den Rahmenkapiteln seiner realen Autobiograhie "Tatsachen" aufgegriffen. Die Zweifel, die Roth dort als Schriftsteller an der Qualität seiner Autobiographie äußert, sind ja denn auch objektiv betrachtet nicht ganz von der Hand zu weisen. "Operation Shylock" ist mit Sicherheit das mit Abstand bessere Buch.
Fazit: Eines der stärksten Bücher von Philip Roth, das gerade vor dem Hintergrund der derzeitigen Lage im Nahen Osten eine lohnende Lektüre darstellt. Sehr empfehlenswert!


Ein weites Feld
Ein weites Feld
von Günter Grass
  Gebundene Ausgabe

12 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein faszinierender Bilderbogen deutscher Geschichte, 27. September 2001
Rezension bezieht sich auf: Ein weites Feld (Gebundene Ausgabe)
Günter Grass hat mit seinem ambitionierten Werk "Ein weites Feld" einen monumentalen Bilderbogen über die jüngere deutsche Geschichte vorgelegt. Grass beschreibt das erste Jahr nach der Wende aus der Perspektive von Theo Wuttke alias Fonty, einer Reinkarnation von Theodor Fontane, und Hoftaller, der den Weg von Fonty als Mitarbeiter der Staatssicherheit über Jahrzehnte hinweg begleitet hat. Grass verknüpft in seinem Werk virtuos die Geschehnisse aus Fontys Leben mit der Biographie Fontanes und stellt damit immer wieder Parallelen zwischen der deutschen Geschichte des 19. und des 20. Jahrhunderts her. Über die sprachliche Qualität des Werkes können wohl keinerlei Zweifel bestehen. Grass besticht hier wie gewohnt durch seinen ihm eigenen Stil. Inhaltlich bedeutet der Roman für den Leser, der sich auf das Buch einläßt, eine faszinierende Reise durch die deutsche Politik- und Literaturgeschichte. Insbesondere das Werk und die Lebensgeschichte von Theodor Fontane wird natürlich an unzähligen Stellen referenziert. Einen vollständigen Zugang zu diesem großen Buch wird aber nur dem Leser zuteil, der sich intensiv mit Leben und Werk Theodor Fontanes auseinandergesetzt hat. Es ist daher anzuraten, vorher wenigstens die großen Werke von Fontane (Effi Briest, Irrungen,Wirrungen, Der Stechlin) zu rezipieren, auch wenn sich eine unglaubliche Anzahl von direkten und indirekten Anspielungen auf weitere Werke (Frau Jenny Treibel, Unwiederbringlich, Schach von Wuthenow, Stine, L'Adultera, Meine Kinderjahre, etc.) beziehen. Das Buch verlangt viel von seinem Leser, wer sich aber die hierfür notwendige Zeit nimmt, wird fasziniert sein. Entgegen der Meinung vieler Kritiker halte ich "Ein weites Feld" für einen absoluten Höhepunkt im Werk von Grass. Das Niveau, auf dem die Diskussionen um das Buch geführt wurden, disqualifizieren nicht den Schriftsteller Grass, sondern vielmehr dessen Kritiker.


Tod in den Anden: Roman
Tod in den Anden: Roman
von Mario Vargas Llosa
  Gebundene Ausgabe

41 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein kunstvoll komponiertes und fesselndes Buch, 23. Mai 2001
Rezension bezieht sich auf: Tod in den Anden: Roman (Gebundene Ausgabe)
Mario Vargas Llosa beschreibt vordergründig das trostlose Leben in einem Bergdorf in den Anden, das als Stützpunkt für den Bau einer Straße dient. Der Gegensatz zwischen der Hauptfigur, Korporal Lituma, der aus der Küstenregion in die Berge versetzt worden ist, und den einheimischen Arbeitern symbolisiert die Zerrissenheit eines Landes zwischen Tradition und Moderne. Die ständige Bedrohung der Siedlung durch die Terroristen vom Leuchtenden Pfad, Naturgewalten sowie das mysteriöse Verschwinden dreier Bewohner schafft eine klaustrophobische Atmosphäre, die sich im Verlaufe des Buches immer stärker verdichtet. Erst als Lituma auch als "zivilisierter" Mensch lernt, die Natur der Anden, deren Bewohner und (Aber)Glauben zu akzeptieren, kommt er einer schrecklichen Wahrheit auf die Spur, allerdings erst zu einem Zeitpunkt, als diese für ihn schon keine Bedeutung mehr hat. Die Komposition des Buches ist einzigartig, durch das geschickte Verweben von Erzählsträngen werden die Gegensätze des Landes, Sehnsüchte und Realität, Vergangenheit und Gegenwart direkt gegenübergestellt und damit akzentuiert. Das Buch beinhaltet eine Fülle von Erzählsträngen, die aber niemals nebensächlich sind sondern das einzige Ziel haben, ein Ereignis, das isoliert betrachtet nicht zu verstehen wäre, begreifbar zu machen. Ein Buch das den Leser tief in eine fremde Kultur eintauchen läßt und bis zum Ende fesselt, auch wenn es keine leicht verdauliche Kost darstellt.


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