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Shisei Omukae

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Die Geister des Mondes: Sano Ichirôs zwölfter Fall. Roman
Die Geister des Mondes: Sano Ichirôs zwölfter Fall. Roman
von Laura Joh Rowland
  Taschenbuch

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Band 12, 6. März 2009
Alles beginnt damit, dass Sano und Matsudeira sich langsam spinnefeind sind und scheinbar wechselseitig Anschläge aufeinander verüben. Davon erfährt der schwächliche Shogun natürlich nichts, der hat aber auch andere Probleme mit denen er die Beiden beschäftigen möchte; und zwar hat die Insel Ezogashima nichts von sich hören lassen und Boten kehren nicht zurück von dieser Insel, die zwar zu Japan gehört, aber hauptsächlich vom Stamm der Ainu bewohnt wird. Matsudeira schlägt natürlich vor, Kammerherrn Sano dorthin zu deportieren... ähm, zu entsenden um nach dem Rechten zu sehen. Sano hält von der Idee auf die entlegene Insel mit rauem Klima zu fahren entsprechend wenig, noch dazu wo sein Sohn Masahiro seit einiger Zeit spurlos verschwunden ist, doch Matsudaira überzeugt ihn davon, dass es sinnvoll wäre, seinen Sohn auf Ezogashima zu suchen und so bricht Sano wutschnaubend und mit wehenden Fahnen auf. Im Gepäck hat er natürlich seine Frau, die sich nicht im Traum davon abhalten lassen würde, selbst nach ihrem heißgeliebten Sohn zu suchen ' auch wenn seit geraumer Zeit niemand mehr von der Insel zurückgekehrt ist. Auf der Insel angekommen, hat sich die Zahl der Reisenden schon stark dezimiert und der klägliche Rest der Reisegruppe wird von unfreundlichen Ainu direkt wieder zur Rückkehr animiert, allerdings zu ihrem eigenen Besten, bleiben sie auf der Insel, sterben sie....

Natürlich ist auf der Insel wieder ein Mord geschehen in dem Kammerherr Sano ermitteln muss und natürlich bedeutet sein Rang wieder mal niemandem etwas, also wird er so schlecht behandelt wie eh und je in Frau Rowlands Büchern und wie immer ist er immer kurz davor hingerichtet zu werden, nur diesmal nicht vom Shogun. Das historische Hauptthema in diesem Band ist die Insel Ezogashima, die außergewöhnlich ist für Japan, wie ein Land im Land ' Vatikanstaat und Italien, nur die Verhältnisse sind natürlich anders.

Für mich ist dieser Band jetzt tatsächlich einer der absolut schwächsten der Serie, dass die Auflösung der Fälle immer sehr konstruiert wirkt, ist ja nichts Neues, allerdings hätte sich bei diesem Fall Sherlock Holmes im Grabe umgedreht, so fadenscheinig sind die Beweise, die am Ende zu dem Mörder führen. Ich könnte noch mehr erzählen, z. B. über die ganze Geschichte mit Sanos Sohn Masahiro, bei der ich am Anfang dachte, bitte, lass es nicht so ausgehen wie ich mir das grade ausmale und die dann sogar noch unglaubwürdiger ausging, nur kann ich darüber jetzt schwerlich mehr erzählen, ohne nicht den Grossteil der mageren Geschichte dieses Bandes zu verraten. Ein Wort noch über Hirata, den blassen Abklatsch von Eric van Lustbaders grandiosen Ninjas mit den übernatürlichen Fähigkeiten, im nächsten Band wird er wahrscheinlich Darth Vaders Laserschwert benutzen, das natürlich kurzerhand in Auraschwert umbenannt werden wird, wenn das so weiter geht. Ehrlich, man kann übernatürliche Fähigkeiten auch in eine Geschichte einbauen, ohne dass sie allzu lächerlich wirken und den Spannungsbogen auf ein "Ohhhh nein, bitte nicht!" bringen. Darüber hätte ich jetzt noch fast vergessen, dass wir auch noch jemanden in dieser Geschichte haben, der vom Geist einer Toten besessen ist, ja ehrlich, ernsthaft, kein schlechter Scherz!

Fazit: Tja, was soll ich sagen, der begeisterte Leser der ganzen vorhergehenden Reihe wird auch an diesem Buch nicht vorbeikommen. Natürlich nicht. Wer dieses Buch allerdings überspringen möchte, verpasst nicht viel, zur Sicherheit hier nur die kurze Zusammenfassung was aus diesem Buch noch wissenswert ist für den weiteren Verlauf der Serie: Hirata hat übernatürliche Fähigkeiten erlernt. Die Anschläge die Matsudeira und Sano aufeinander verüben, werden möglicherweise gar nicht von ihnen befohlen und man muss kein Hellseher sein um sich denken zu können, dass es wohl der ehemalige Kammerherr Yanagisawa sein wird, der das größte Interesse daran hat, dass die Beiden hohen Herren sich gegenseitig ausschalten.

Schlussendlich noch etwas Positives: Das Buch ist in üblicher Manier süffig und spannend geschrieben, so dass man es schwerlich aus der Hand legen kann. Zweifellos ein netter Unterhaltungsroman für ein bis zwei verregnete Nachmittage. Sollten sie aber mit diesem Band erst zufällig auf diese Reihe gestoßen sein, lassen sie sich sagen, es gibt viel bessere Bände als diesen hier, also geben sie noch nicht auf. ;-)
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 26, 2009 11:28 AM CET


Das Maya-Ritual
Das Maya-Ritual
von Patrick Dunne
  Taschenbuch

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Panoramaeinblick in den Dschungel Mexicos., 29. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Das Maya-Ritual (Taschenbuch)
Jessica Madison und ihr Partner Ken Arnold sollen aus der Zenote in Chichen Itza den abgeschlagenen Kopf eines Fersehproduzenten bergen. Nach dem Tauchgang stirbt Ken jedoch auf mysteriöse Art und selbst das Krankenhaus vertuscht die wahren Umstände. Jessica wundert sich zunächst nicht allzu sehr über den Herzinfarkt, da sie von Ken wusste, dass er eine dahingehende Erkrankung hatte. Doch nachdem sie mit seinem Hausmädchen gesprochen hatte, muss sie davon ausgehen, dass mehr hinter seinem Tod steckt, als das Krankenhaus zugeben will. So beginnt also ihr Tauchgang in einen Strudel von sehr weitläufigen Verwicklungen...

Fast die ganze erste Hälfte des Buches lässt der Autor es locker angehen, man erfährt sehr viel über die Kultur der Maya, die politischen Gefüge zwischen Amerika und Mexico und er hat eine wunderbar bildliche Sprache um die Landschaft und die Natur zu beschreiben, die sicherlich jeden begeisterten Taucher und Cancun-Urlauber das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Allein beim Gedanken an Zenoten mit so klarem Wasser, dass ein Schwimmer aussieht, als ob er in der Luft schwebt... wer möchte da nicht mal drin schwimmen? Das Buch ist jedenfalls sehr gründlich recherchiert worden und das entschädigte mich allemal für die relativ seicht dahinplätschernde Geschichte in der ersten Hälfte. Ich verliere mich aber auch wirklich gerne mal in Details, sofern sie der Wahrheit entsprechen. Erst in der zweiten Hälfte fängt dann der eigentliche "Thriller" an, eine spannende Geschichte um Naturschutz, fanatische Umweltschützer die sich zu Öko-Terroristen mausern, Eingeborenenrechte, Mayakultur, Politik und nicht zuletzt ein Jahrtausende altes biologisches Gift, das unter Yukatan schlummert und an dem scheinbar mehrere Fraktionen Interesse haben. Alles in Allem also eine moderne Terrorgeschichte vor einer traumhaften Kulisse, allerdings auch mit sehr vielen wissenswerten Informationen gespickt.

Die eigentliche Geschichte ist über die großartigen Recherchen und Beschreibungen allerdings zunächst etwas kurz gekommen. In der ersten Hälfte findet man sie kaum und in der zweiten Hälfte findet man dann kaum noch etwas Anderes. Eine ausgewogenere Verteilung von Hintergrundmaterial und eigentlicher Geschichte hätte diesem Buch sicher nicht geschadet und so manchen Leser wohl auch dazu bewegt, es nicht nach der ersten Hälfte gelangweilt wegzulegen. Nur das Ende überzeugt leider auch nicht wirklich, obwohl es spannend gemacht ist, aber fast nur mit einem Schlauchboot bewaffnet auf eine Insel mit mehreren, skrupellosen Kriminellen fahren zu wollen, das würde mir im Traum nicht einfallen, auch wenn es im Buch dann doch nicht ganz so drastisch durchgeführt wird. Der Autor scheint aber trotzdem vor den letzten 60 Seiten etwas zuviel Tomb Raider gespielt zu haben – danach wohl auch, denn der abrupte Schluss lässt darauf schließen, dass er es eilig hatte, denn zumindest die politische Hintergrundgeschichte wird einfach zur Seite geschoben, genau wie die Geschichte um die moderne Mayaorganisation "Cruzob". Schade eigentlich, die Geschichte hat soviel Potential und wäre in etwas anderer Form sicherlich ein echter Hit geworden.

Für Leute die einen wirklich gut recherchierten Roman in anfangs traumhaft beschriebener Urwaldkulisse suchen und einer leider nur teilweise spannenden, aber auch zum Nachdenken anregenden Geschichte nicht abgetan sind, kann ich dieses Buch tatsächlich empfehlen. Wer nach Hochspannungslektüre sucht, die sich rasend schnell verschlingen lässt, kann ich dagegen nur abraten.

Mir als Detailfetischist wäre die Geschichte fast 4 Sterne wert gewesen, aber objektiv betrachtet, hat sie einfach zuviel von dem aufgebotenen Potential verschenkt. Eigentlich gefiel mir das Buch sehr, nur leider liest es sich schlussendlich wie ein Manuskript, dem der letzte Schliff fehlt. Wem aber Filme wie "Apocalypto" und "Das Relikt" gefallen haben, wird hier sicher auch auf seine Kosten kommen, bereut habe ich jedenfalls nicht, es gelesen zu haben.


Nacht der Engel: Roman
Nacht der Engel: Roman
von Rosemarie Marschner
  Taschenbuch

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Fall der Medici und die Geschichte des Fra. Savonerola., 14. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Nacht der Engel: Roman (Taschenbuch)
Dieses Buch spielt ab 1477 und beginnt mit der Heirat von Fancesca Lanfredini aus Ferrara mit Marco del Bene aus Florenz, erzählt dann von ihrem Umfeld, ihren Familien, ihren Lebensbedingungen und wie Marco sich langsam als Kaufmann einen Namen macht. Natürlich spielt auch Lorenzo de Medici immer wieder eine Rolle, der Florenz, damals die reichste Stadt Europas, mit starker Hand regiert. Als Marco schließlich erfolgreich genug geworden ist, wird auch er mit seiner Frau in Lorenzos Palast eingeladen, wo der zweite Teil des Buches beginnt...

Im zweiten Teil tritt die junge Familie del Bene, inzwischen mit zwei Söhnen gesegnet, etwas in den Hintergrund um der politischen Geschichte Platz zu machen. Hier erfährt man mehr von Lorenzo de Medici, der Pazzi-Verschwörung, der außenpolitischen Situation und Fra Savonarola, einem Bettelmönch aus Ferrara, der in die reiche Stadt kommt und dieses ausschweifende, von Luxus geprägte Leben verurteilt. Solche Bußpredigten finden natürlich auch ihre Anhänger, grade in den ärmeren Bevölkerungsschichten und schließlich auch unter den Kindern der Reichen. Nur mit Lorenzo kann der kleine Mönch es noch nicht aufnehmen, doch das sollte sich bald ändern, denn nach Lorenzo kam sein Sohn Piero an die Macht, aber dank seiner eigenen Unfähigkeit und dem daraus resultierenden Einmarsch des französischen Königs Karl VIII, nicht für lange. Damit wurde dann der Weg frei für Savonarola.

Die Familie del Bene erlebt dabei hautnah die kommenden Veränderungen, dank ihrer beiden Söhne, dem kleinen aufgeweckten Matteo, der einst selbst Lorenzo de Medici bezaubern konnte und Giuliano dem missmutigem älteren Sohn, der ganz und gar auf der Seite von Savonarola steht. Die einstmals so reiche und strahlende Stadt wird zu grauen Büßern und Betern, während Savonarola leidenschaftlich gegen alle Eitelkeiten anpredigt und sein himmlisches Jerusalem erschaffen will. Seinen Höhepunkt sollte Savonarolas Macht mit der Verbrennung der Eitelkeiten "bruciamenti" finden, bei der er von kleinen Jungen alles "Eitle" (Kunst, Bücher, Kosmetikartikel, Spiegel, schöne Kleidung, etc.) in der Stadt konfiszieren ließ und es öffentlich verbrannte.

Wenn nun aber ein kleiner Mönch de facto eine so wichtige Stadt wie Florenz regiert und dabei kein Blatt vor den Mund nimmt und selbst die römische Kirche nicht ungeschoren davon kommt, kann das nicht lange gut gehen. Erst recht nicht, wenn mit Alexander VI ein machthungriger Borgia auf dem Papststuhl sitzt. So erzählt dann dieses Buch auch noch von dem Fall Savonerolas, der bekanntlich (oder auch nicht) ganz übel endete.

Sehr gut recherchiert und wunderbar einfühlsam geschrieben. Ein Buch bei dem man kaum einmal merkt, wie viel Geschichtsunterricht in der bezaubernden und ereignisreichen Geschichte um die Familie del Bene steckt. Und das ist wohl eines der besten Komplimente, das man einem historischen Roman machen kann. Bei diesem Roman ist weder der Leser mit historischem Anspruch, noch der Leser mit reinem Unterhaltungsanspruch verkehrt.


Die rote Chrysantheme: Sano Ichiros elfter Fall
Die rote Chrysantheme: Sano Ichiros elfter Fall
von Laura Joh Rowland
  Taschenbuch

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Teil 11, 8. April 2008
Hirata durchsucht das Anwesen von Fürst Mori, mit dem Verdacht auf Hochverrat. Was er dabei findet, ist wesentlich schockierender als erwartet, denn in Fürst Moris Schlafgemach sitzt eine völlig verwirrte Reiko, ebenso nackt und blutverschmiert wie der erstochene und entmannte Fürst Mori, über den sie sich beugt. Da Reiko selbst nicht wirklich sagen kann, was passiert ist und was von dem an das sie sich erinnert Wirklichkeit war, sieht es ziemlich schlecht für sie aus. Auch ihr Mann Ichiro kann in seiner Stellung als Kammerherr nicht viel tun um sie zu schützen, noch dazu werden auch ganz schnell Unmengen an Aussagen und absurden Geschichten über ihn laut, die besagen, dass auch er ein Hochverräter ist. Weder der Shogun noch Fürst Matsudaira glauben wirklich an die Unschuld von Reiko und Ichiro, und Hoshina hetzt natürlich gegen sie, so gut er eben kann. Werden jetzt die Köpfe der Beiden wirklich fallen? Sicher nicht, der nächste Band ist in den USA ja schon erschienen, aber wie kommen die Beiden aus, mal wieder, so aussichtslosen Situationen heraus?

Das eigentliche Thema dieses Romans ist Pädophilie im alten Japan, dabei kommt mir aber nicht genug heraus, dass Homosexualität, auch mit Jugendlichen, in Japan eigentlich nichts Schlimmes war, echte Pädophilie aber überhaupt nicht angesehen war. Kinder in Bordellen waren zwar nicht unüblich, schließlich muss ja auch der frisch eingekaufte Nachwuchs an die zukünftige Arbeit herangeführt werden, aber normal wären sie nie im Angebot für sexuelle Dienste gewesen, wie es in Frau Rowlands "Blasrohrstand" scheinbar normal ist. Aber Pädophilie gab es immer und ich befürchte, die wird die Menschheit auch nicht so bald ausgerottet bekommen, somit kann man den "Blasrohrstand" wohl als ausgesprochene Ausnahme ansehen.

Da Yanagisawa aber langsam wieder auf dem Spielplan des Romans auftaucht, habe ich das Gefühl, dass auch Frau Rowland bemerkt hat, dass Ichiro auf dem Platz des Kammerherrn keine so gute Wahl war und nicht mehr genug glaubhaften Stoff für weitere Romane liefern kann, denn immer eine Ausrede zu finden, damit er wieder Ermittler spielen kann, das ist auf die Dauer nichts Halbes und nichts Ganzes. Andererseits macht sie einen Schritt weiter ins unsinnig Übernatürliche mit Hirata, denn der lernt jetzt eine mystisch überzogen dargestellte Dim-Mak Version um einen Ausgleich für sein verletztes Bein zu haben. Auch wenn Ichiro am Ende dieses Romans endlich mal feststellt, dass der Bushido, der Ehrenkodex der Samurai, eben nur eine auslegungsfähige "Richtlinie" ist, die man niemals voll erfüllen kann, war Ichiro mir als treu-doofer Trottel, der immer versucht dem Bushido treu zu bleiben, lieber, als wie der Griesgram am Ende dieses Romans. Humor hat übrigens auch noch immer niemand von Frau Rowlands Protagonisten entwickelt, was zu schade ist, bei dem trockenen japanischen Humor, der zu der Zeit üblich war und der früher auch gelegentlich bei Yanagisawa mal anklang, somit bleiben mal wieder alle gewohnt steif dargestellt.

Ich habe langsam das Gefühl, dass die Autorin von dieser Serie ein wenig übersättigt ist und nicht mehr mit dem gleichen Elan schreibt wie früher einmal, andererseits habe ich schon öfter gedacht, dass ihr die Luft ausgeht und sie hat sich doch wieder gefangen. Vielleicht hatte sie auch einfach nur Zeitnot, es zum vereinbarten Termin fertig zu bekommen, denn als sie es schrieb fegte ja Kathrina über ihren Wohnsitz New Orleans, was sie sicherlich aus dem gewohnten Trott gebracht hat. Dieses Buch bleibt also etwas arg verworren, ist historisch noch unglaubwürdiger als die meisten Vorgänger (Frei nach: In Japan wäre das nicht passiert!), aber trotzdem recht spannend, obwohl ihre Protagonisten noch immer wie fremdländische Schachfiguren auf ihrem Japan-Spielbrett erscheinen, aber wen das in den früheren Romanen nicht so sehr gestört hat, wird auch in diesem Roman damit leben können. Am Ende gibt es nur einen kleinen Logikfehler (Reikos Dolch, der ihr am Anfang runterfällt und dann an ihrem Arm entdeckt wird.), ansonsten wurden tatsächlich alle Verwicklungen auch aufgeklärt. Für einen Unterhaltungsroman ist er wirklich nicht schlecht, aber als Historische Romane darf man die ganze Serie nicht bewerten, dafür guck ich dann auch weitaus lieber "Fuurin Kazan" auf der Mattscheibe, auch wenn da nicht so herrlich effekthascherisch in Tabuthemen rumgewühlt wird.

Fazit: Durchaus spannender als der letzte Band, aber scheinbar unter Zeitdruck geschrieben und dadurch erscheint er nicht so wohl überlegt, flüchtig recherchiert und ziemlich verworren. Da ich bei Unterhaltungsromanen Spannung recht hoch bewerte, gleicht es sich irgendwie aus, daher erhält dieser Band ebenfalls 3 Sterne von mir.


Die rote Chrysantheme: Sano Ichiros elfter Fall
Die rote Chrysantheme: Sano Ichiros elfter Fall
von Laura Joh Rowland
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Teil 11., 20. März 2008
Hirata durchsucht das Anwesen von Fürst Mori, mit dem Verdacht auf Hochverrat. Was er dabei findet, ist wesentlich schockierender als erwartet, denn in Fürst Moris Schlafgemach sitzt eine völlig verwirrte Reiko, ebenso nackt und blutverschmiert wie der erstochene und entmannte Fürst Mori, über den sie sich beugt. Da Reiko selbst nicht wirklich sagen kann, was passiert ist und was von dem an das sie sich erinnert Wirklichkeit war, sieht es ziemlich schlecht für sie aus. Auch ihr Mann Ichiro kann in seiner Stellung als Kammerherr nicht viel tun um sie zu schützen, noch dazu werden auch ganz schnell Unmengen an Aussagen und absurden Geschichten über ihn laut, die besagen, dass auch er ein Hochverräter ist. Weder der Shogun noch Fürst Matsudaira glauben wirklich an die Unschuld von Reiko und Ichiro, und Hoshina hetzt natürlich gegen sie, so gut er eben kann. Werden jetzt die Köpfe der Beiden wirklich fallen? Sicher nicht, der nächste Band ist in den USA ja schon erschienen, aber wie kommen die Beiden aus der, mal wieder, so aussichtslosen Situationen heraus?

Das eigentliche Thema dieses Romans ist Pädophilie im alten Japan, dabei kommt mir aber nicht genug heraus, dass Homosexualität, auch mit Jugendlichen, in Japan eigentlich nichts Schlimmes war, echte Pädophilie aber überhaupt nicht angesehen war. Kinder in Bordellen waren zwar nicht unüblich, schließlich muss ja auch der frisch eingekaufte Nachwuchs an die zukünftige Arbeit herangeführt werden, aber normal wären sie nie im Angebot für sexuelle Dienste gewesen, wie es in Frau Rowlands "Blasrohrstand" scheinbar normal ist. Aber Pädophilie gab es immer und ich befürchte, die wird die Menschheit auch nicht so bald ausgerottet bekommen, somit kann man den "Blasrohrstand" wohl als ausgesprochene Ausnahme ansehen.

Da Yanagisawa aber langsam wieder auf dem Spielplan des Romans auftaucht, habe ich das Gefühl, dass auch Frau Rowland bemerkt hat, dass Ichiro auf dem Platz des Kammerherrn keine so gute Wahl war und nicht mehr genug glaubhaften Stoff für weitere Romane liefern kann, denn immer eine Ausrede zu finden, damit er wieder Ermittler spielen kann, das ist auf die Dauer nichts Halbes und nichts Ganzes. Andererseits macht sie einen Schritt weiter ins unsinnig Übernatürliche mit Hirata, denn der lernt jetzt eine mystisch überzogen dargestellte Dim-Mak Version um einen Ausgleich für sein verletztes Bein zu haben. Auch wenn Ichiro am Ende dieses Romans endlich mal feststellt, dass der Bushido, der Ehrenkodex der Samurai, eben nur eine auslegungsfähige "Richtlinie" ist, die man niemals voll erfüllen kann, war Ichiro mir als treu-doofer Trottel, der immer versucht dem Bushido treu zu bleiben, lieber, als wie der Griesgram am Ende dieses Romans. Humor hat übrigens auch noch immer niemand von Frau Rowlands Protagonisten entwickelt, was zu schade ist, bei dem trockenen japanischen Humor, der zu der Zeit üblich war und der früher auch gelegentlich bei Yanagisawa mal anklang, somit bleiben mal wieder alle gewohnt steif dargestellt.

Ich habe langsam das Gefühl, dass die Autorin von dieser Serie ein wenig übersättigt ist und nicht mehr mit dem gleichen Elan schreibt wie früher einmal, andererseits habe ich schon öfter gedacht, dass ihr die Luft ausgeht und sie hat sich doch wieder gefangen. Vielleicht hatte sie auch einfach nur Zeitnot, es zum vereinbarten Termin fertig zu bekommen, denn als sie es schrieb fegte ja Kathrina über ihren Wohnsitz New Orleans, was sie sicherlich aus dem gewohnten Trott gebracht hat. Dieses Buch bleibt also etwas arg verworren, ist historisch noch unglaubwürdiger als die meisten Vorgänger (Frei nach: In Japan wäre das nicht passiert!), aber trotzdem recht spannend, obwohl ihre Protagonisten noch immer wie fremdländische Schachfiguren auf ihrem Japan-Spielbrett erscheinen, aber wen das in den früheren Romanen nicht so sehr gestört hat, wird auch in diesem Roman damit leben können. Am Ende gibt es nur einen kleinen Logikfehler (Reikos Dolch, der ihr am Anfang runterfällt und dann an ihrem Arm entdeckt wird.), ansonsten wurden tatsächlich alle Verwicklungen auch aufgeklärt. Für einen Unterhaltungsroman ist er wirklich nicht schlecht, aber als Historische Romane darf man die ganze Serie nicht bewerten, dafür guck ich dann auch weitaus lieber "Fuurin Kazan" auf der Mattscheibe, auch wenn da nicht so herrlich effekthascherisch in Tabuthemen rumgewühlt wird.

Fazit: Durchaus spannender als der letzte Band, aber scheinbar unter Zeitdruck geschrieben und dadurch erscheint er nicht so wohl überlegt, flüchtig recherchiert und ziemlich verworren. Da ich bei Unterhaltungsromanen Spannung recht hoch bewerte, gleicht es sich irgendwie aus, daher erhält dieser Band ebenfalls 3 Sterne von mir.


When A Man Loves A Man, Band 4
When A Man Loves A Man, Band 4
von Youka Nitta
  Taschenbuch

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Iwakis und Ryos Vergangenheit., 2. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: When A Man Loves A Man, Band 4 (Taschenbuch)
Mit Band 4 "Night Cap" ist jetzt Vergangenheitsbewältigung angesagt, es wird die Geschichte erzählt, wie Iwaki und Ryo sich kennen lernten. Iwaki, damals der Nr. 1 Host im Schnapps, lässt sich von den Damen reichlich beschenken, da er plant sich selbstständig zu machen, aber eigentlich macht ihm sein Beruf als Host schon längst keinen Spass mehr und hinter seiner höflichen, zuvorkommenden Fassade bleibt alles kalt, abgeklärt und ziemlich freudlos. Doch eines Tages findet er einen Jungen auf der Straße schlafend an sein Auto gelehnt. Bald stellt sich auch heraus, dass dieser hübsche Junge eine gewisse Host-phobie hat, die Erklärung dafür folgt natürlich im Manga auch, jedenfalls lehnt der Junge die Hilfe eines "dreckigen Hosts" vehement ab. Damit hätte es jetzt zu Ende sein können, aber natürlich ist es das nicht, denn zufällig geht Iwaki dieser Flegel nicht aus dem Kopf und just in dem Moment, als er wieder an ihn denkt, kommt der kleine Dreckspatz auch ins Schnapps und fragt nach Arbeit. Die Chance auf ein interessantes Spiel mit dem Kleinen lässt Iwakis kaltes Herz dann doch wieder schlagen und er hilft ihm, einen Job als Host zu bekommen... doch wird sein Spielzeug bereitwillig nach seinen Regeln spielen, oder ist mehr dran, an Ryo?

Am Ende des Bandes finden wir dann auch noch ein Kapitel über die Vergangenheit von Kenzaki und Ishii.

Wer sich in den vorangegangenen Bänden über das seltsame Verhältnis von Ryo und Iwaki gewundert hat, wird in diesem Band endlich die Erklärung finden. Grade durch die Geschehnisse in der Vergangenheit bekommt jetzt die ganze Geschichte eine neue Tiefe und man kann den nächsten Band kaum noch erwarten, um zu sehen wie es in diesem Beziehungschaos denn weiter geht.

Dass Youka Nitta immer eine unbedingte Kaufempfehlung für Yaoi-Fans ist, brauche ich wohl nicht mehr extra zu erwähnen. ;)


Kiharu - Memoiren einer Geisha
Kiharu - Memoiren einer Geisha
von Kiharu Nakamura
  Taschenbuch

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Geschichte einer ungewöhnlichen Japanerin., 17. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Kiharu - Memoiren einer Geisha (Taschenbuch)
Kiharu Nakamura war eine echte Shimbashi Geisha, allerdings hatte sie vielen ihrer Kolleginnen gegenüber einen enormen Vorteil, denn sie arbeitete auf eigene Rechnung und hatte keine Schulden abzubezahlen. Das verlieh ihr sicherlich eine recht zwanglose Unabhängigkeit, von der die meisten Geishas, für die der Beruf mehr eine bittersüße Pflicht war, nur träumen konnten.

Fast der ganze erste Teil dieses Buches handelt also von ihr als Geisha, wobei ich sie als nicht wirklich repräsentativ für Geishas im Allgemeinen halte, eben weil sie sozusagen freiberuflich tätig war. Ihre Geschichte ist dennoch verblüffend, beinahe unglaublich und des öfteren klingt sie auch recht selbstverliebt, aber auch das macht den Charme von Kiharu aus, denn allzu große Zurückhaltung hätte ihr in dem Beruf nicht so viel Erfolg beschert. Während sie hier ein wenig die üblichen Klischees aufklärt und einige interessante Details anbringt, erfährt man immer mal wieder von den prominenten Leuten, die sie gekannt oder getroffen hat, sehr viele wichtige japanische Männer und einige ausländische Prominenz, z. B. Babe Ruth, Charlie Chaplin und Paulette Goddard, Pearl White, William Hearst und ihren besonderen Liebling Jean Cocteau. Doch diese schöne, unbeschwerte Zeit sollte schnell zuende gehen und schon 1940, nachdem sie von der Polizei aufgefordert worden war, ihre Kunden zu bespitzeln, entschloss sie sich zu heiraten und den Beruf als Geisha an den Nagel zu hängen. Halb naiv und halb eigennützig klingt es, wenn man liest, wie sie sich den vielversprechendsten von ihren drei ernsthaften Verehrern herausgepickt hat um ihn kurzerhand zu Heiraten und mit ihm nach Indien (er war Botschafter) zu fahren. Allerdings war es damals ja auch noch nicht so ganz üblich aus Liebe zu heiraten. Der kurze Rest des ersten Teils (ca. 30 Seiten) handelt dann auch von ihren Erlebnissen in Indien; Land, Leute und ihre aufregenden Geheimdienstkuriertätigkeiten bis zum Ausbruch des 2. Weltkriegs und der 9-monatigen Internierung aller Japaner in einem Lager im Himalaya, bis sie als Kriegsgefangene ausgetauscht wurden und wieder nach Japan kamen.

Wie man hier schon sehen kann, ist in diesem Buch mehr die Lebensgeschichte einer Frau, die als Geisha begonnen hat, zu finden, als die typische Geschichte einer Geisha.

Im zweiten Teil erfahren wir viel über das Nachkriegsjapan, die schwere Zeit des Wiederaufbaus, das Elend das mit den vielen toten Männern zusammenhing und von den ganzen Amerikanern in Japan. Viele neue Dinge kamen auf die bisher so abgeschottet lebenden Japaner zu und Kiharu befindet sich mitten drin und versteht dank ihrer Englischkenntnisse natürlich viel mehr als der normale Japaner und hat auch viel mehr Möglichkeiten. Hier trennt sie sich auch von ihrem ersten Mann, den sie so lange schmerzlich vermisste und der sich als untreuer Lump herausstellte. Sie wird bald Lehrerin an einer Grundschule, betreibt ein Puppengeschäft und einen Schönheitssalon und kommentiert Modenschauen auf Englisch und Japanisch, womit sie soviel Geld verdient, dass sie sich zwei kleine Häuschen leisten kann, eines für ihre Mutter und Großmutter und das andere für sich, ihren Sohn und ihren neuen Mann, der übrigens unüblicherweise jünger ist als sie. Doch auch diese Zeit soll nicht ewig dauern und so geht sie, als sich 1956 die Chance ergibt, nach Amerika.

Grade dieser Teil über das Nachkriegsjapan ist ein sehr interessantes Zeitzeugendokument, grade weil Kiharu eine nicht sonderlich wichtige Person ist, die trotzdem sehr viel mitbekommt. Sie ist ungewöhnlich emanzipiert für eine Frau und arbeitet von früh bis spät und hat noch immer gute Kontakte zu wichtigen Persönlichkeiten. Selbst den Oberbefehlshaber der amerikanischen Besatzungstruppen lernt sie hier kennen.

Der dritte Teil handelt dann schlussendlich von ihrem Leben in Amerika bis ca. 1987, wo sie eigentlich nur für einen Monat bleiben wollte, schließlich aber den Rest ihres Lebens (sie starb Anfang 2004) verbringt. So manches Mal grinste ich, als sie die Amerikaner als soviel warmherziger und hilfsbereiter als die Japaner beschrieb, denn sie kommt gar nicht auf die Idee, dass das daran liegen könnte, dass eine kleine, höfliche Frau im Kimono in jedem Land außerhalb Asiens besonderes Aufsehen hervorruft, ähnlich wie ein Äffchen im Pagenkostüm. Man kann sagen, Kiharu hat für eine Japanerin eine recht eigentümliche Art an sich, halb brüsk und halb naiv aber grundehrlich und freundlich, mit der sie hervorragend zurecht kommt, egal wie gut oder schlecht ihre Situation grade sein mag. Sie hat ein unheimlich ereignisreiches Leben geführt und obwohl sie keine großartige Schriftstellerin ist, was sie auch nie von sich behauptet, ist ihre Lebensgeschichte faszinierend und absolut lesenswert. Nur sollte man keine typische Geisha-Geschichte erwarten, denn dieses Buch ist eine außergewöhnliche Lebensgeschichte einer emanzipierten Japanerin und damit eben nicht "das Übliche".


Crucifix
Crucifix
von Richard Montanari
  Taschenbuch

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Astreiner Krimi., 17. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Crucifix (Taschenbuch)
In Philadelphia ermordet jemand Mädchen aus katholischen Schulen. Er hinterlässt sie immer in einem religiösen Szenario, mit zusammengeschraubten Händen und einem Rosenkranz an dem bei jedem Mord mehr Perlen fehlen usw. Ermittler in diesem Fall sind Kevin Byrne, ein alter Hase bei der Mordkommission, der eine gehörlose Tochter hat und dessen langjähriger Partner jetzt im Krankenhaus liegt und wohl nicht mehr zurück zum Polizeidienst kommen wird und Jessica Balzano, eine junge, hübsche Frau, die nicht dumm ist und ein gutes Gespür hat, wodurch sie sich in kürzester Zeit bis zur Mordkommission emporgearbeitet hat. Sie hat auch eine kleine Tochter und einen Ehemann, der ebenfalls bei der Polizei ist, mit dem sie aber nicht mehr viel zu tun hat. Nebenbei hat sie ein ungewöhnliches Hobby für eine hübsche Frau: Boxen.

Der Aufbau des Romans ist wirklich geglückt, immer wieder gibt es kurze Kapitel, die aus der Sicht des Mörders erzählen, während die anderen Kapitel vom Leben und Umfeld der Polizisten berichten und von den Ermittlungen in den Mordfällen. Nach und nach werden immer mehr Personen in das Geschehen eingeführt, von denen man nicht wenige immer mal wieder verdächtigt, während immer mehr Mädchen sterben... dabei bleibt es eigentlich fast unvorhersehbar, wer am Ende wirklich der Mörder ist.

Das besondere an diesem Roman sind die ausgefeilten Charakterzeichnungen, die Personen erscheinen als echte Menschen, mit Ecken und Kanten und einem eigenen Leben, jenseits dieses Falles. Dabei verliert der Roman aber nie an Spannung, wie man es sonst so oft liest, wenn andere Romanschreiber ellenlange Abhandlungen über ihre Protagonisten mit reinzuquetschen versuchen. Allerdings ist es auch ein typisch amerikanischer Krimi, aus dem man leicht 5 Folgen CSI machen könnte, aber nie einen Sherlock Holmes Fall.

Fazit: Ein unheimlich spannender, schnell zu lesender Krimi, der ohne erhebliche Fehler auskommt und eine gute Story bietet. Dazu ist er erst der erste Teil einer Serie über Byrnes und Jessicas Fälle bei der Mordkommission, wenn er also gefallen hat, kann man einfach weiter lesen:

1. Crucifix
2. Memphisto
3. Merciless (USA) / Broken Angels (UK) (Bisher noch nicht in Deutschland erschienen.)


Roter Drache
Roter Drache
von Thomas Harris
  Taschenbuch

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Besser als der Film., 17. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Roter Drache (Taschenbuch)
Will Graham wird als Ermittler reanimiert und ist nun auf der Spur der Zahnfee, oder besser gesagt, des Roten Drachens, der ganze Familien abschlachtet. Als er feststeckt, nimmt er Kontakt zu Hannibal Lecter auf, in der Hoffnung, dass er von ihm noch Hinweise bekommt...

Die Geschichte dürfte ja weitestgehend bekannt sein durch den gleichnamigen Film. Das Buch habe ich gelesen, weil ich davon ausging, dass es mehr Einzelheiten und mehr Bezüge enthält und damit lang ich am Ende auch richtig. Allerdings dachte ich schon nach etwa der Hälfte des Buches, dass ich es mir hätte sparen können, da war so wenig Neues zu lesen, dass ich den Film schon für eine sehr gute 1 zu 1 Umsetzung hielt und in Versuchung war, das Buch abzubrechen. Glücklicher Weise tat ich das aber nicht, denn je näher es aufs Ende zugeht umso besser wird das Buch. Im Gegensatz zum Film, wo der Mörder recht eindimensional dargestellt wird, entwickelt man im Buch einen echten Bezug zu ihm. Thomas Harris zeichnet ein Psychogram eines Menschen mit gespaltener Persönlichkeit und gibt reichlich Antworten darauf, warum Dolarhyde so ist, wie er ist. Endlich versteht man den Zwiespalt in dem er sich befindet richtig. Denn Dolarhyde selbst ist eigentlich ein ganz normaler, freundlicher Mann der niemandem etwas zuleide tun will, doch durch seine bewegte Vergangenheit lebt noch eine andere Persönlichkeit in ihm, der rote Drache, der sich nach dem Tod seiner Großmutter an ihre Stelle versetzt hat und Dolarhyde von innen heraus weiter psychisch foltert. Man kann also sagen, Dolarhydes eigene Angst hat sich verselbstständigt und er verhindert damit selbst die Verarbeitung des Todes seiner Großmutter. Indem er sich selbst, durch den Roten Drachen, dazu zwingt zu morden, bleibt er in einem Abhängigkeitsverhältnis, das ihm erlaubt, seine angestauten Aggressionen abzubauen, während er noch immer sagen kann, dass er es selbst nicht wollte, er ein guter Junge ist und keine Verantwortung übernehmen muss. Erst als er Reba McClane kennen lernt, die ihm Vorbehaltlos gegenübersteht und in die er sich langsam verliebt, beginnt er damit, auf eigenen Füßen stehen zu wollen und ein spannender Kampf beginnt in seinem Inneren, kann der kleine Dolarhyde den mächtigen Roten Drachen am Ende besiegen?

Der Film ist aber trotzdem eine mindestens 80 %ige Umsetzung des Buches, daher erscheint das Buch beinahe langweilig, wenn man den Film schon kennt. Nur die Charakterzeichnung von Dolarhyde ist hier wesentlich besser ausgearbeitet, ob es sich dafür lohnt das Buch zu lesen, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.


Das Jesus Video, Film-Tie-In
Das Jesus Video, Film-Tie-In
von Andreas Eschbach
  Taschenbuch

3.0 von 5 Sternen Nett, mehr nicht., 29. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Das Jesus Video, Film-Tie-In (Taschenbuch)
Eine Ausgrabung in Israel steht im Mittelpunkt dieser Geschichte. Dort hat sich Stephen Foxx als Grabungshelfer verdingt. Er ist so ein Schmalspurheld für Arme, wie er konstruierter und unangenehmer fast nicht sein könnte. Mit 19 hat er seine erste Million gemacht, mit einem EDV-Programm, das er von Computer-Indern hat erstellen lassen. Daraufhin kaufte er sich einen Porsche und legte jede Frau flach, die ihm gefiel. Doch das ist ja auf die Dauer langweilig, also hat er hobbymäßig angefangen sich für allerlei Expeditionen und Forschungsreisen zu verdingen. Jetzt schippt er grade Sand in Israel, ist ja gut für die prächtigen Muskeln, und will Judith Menez flachlegen, die ebenfalls als Grabungshelferin arbeitet. Doch bevor es so weit kommen soll, findet er auf einem 2000 Jahre alten Friedhof neben einem Skelett ein zugenähtes Säckchen. Ganz Profiarchäologe schneidet er es sorglos auf und findet einen Plastikbeutel darunter, den schneidet er auch mal eben auf und stopft den ersten bröckeligen Zettel den er darin findet in seinen Kasten für Fundstücke, um dann eine Bedienungsanleitung von Sony aus dem Plastikbeutel zu fischen. (So an dieser Stelle wollte ich ihn standrechtlich erschießen und auf Lebenszeit von jeder archäologischen Fundstelle verbannen, selbst das Graben seines eigenen Grabes hätte ich ihm verboten.) Nun ja, was für ein Fund! Einen Augenblick denkt Foxx noch daran, dass es sich wohl um einen Scherz der Kollegen handeln wird, aber dann wird ihm klar, dass das wohl tatsächlich ein Zeitreisender gewesen sein muss, weil niemand über den Rand seiner Grabungsstelle guckt und lacht (Ich war mir an der Stelle auch nicht mehr sicher, ob ich noch lachen oder schon das Buch weglegen sollte.). Selbiges wird auch dem Multimillionär John Kaun, der diese Ausgrabung finanziert, recht bald klar und er leitet Einiges ein um die bisher nicht gefundene Kamera auch noch zu finden, auf der natürlich alle Bilder von Jesus Christus erwarten, denn was sonst wäre vor 2000 Jahren schon filmenswert gewesen. Doch statt die Sache wirklich Herrn Kaun zu überlassen, sieht sich unser, nebenbei auch super intelligenter, Hobbyabenteurer Foxx dazu bemüßigt, selbst Nachforschungen anzustellen. Wäre ja ne total geile Sache, wenn er die Kamera selbst finden würde, weil den Herrn Kaun, oder Johngis Kahn, wie er ihn gerne nennt, den findet er ja so was von bäh (Weil der mehr Geld hat als er und ihm der Ruf des Managers des nächsten Jahrtausends vorauseilt – Leitmotiv: kindischer Neid *ahrg*) – macht ja nichts, dass der das Ganze bezahlt - den Ruhm und das Abenteuer will Foxx für sich. So stiehlt er dann auch den bröckligen Zettel, den er eh in dem Kasten unter seinem Bett vergessen hatte und gibt ihn dem Bruder von Judith, der zufällig Profi darin ist, alte Schriften zu restaurieren.

Leider wirkt nicht nur der diebische Held der Geschichte sehr konstruiert und teilweise kindisch, sondern auch so ziemlich alle anderen Protagonisten sind überzeichnete Supermänner und Superfrauen, die sich größtenteils ihrem Klischee entsprechend verhalten. Dadurch wird die Geschichte häufig zu vorhersehbar. Über den Anfang der Geschichte musste ich mich deshalb auch reichlich quälen, aber mit der Zeit wird es dann doch endlich besser. Der Autor schafft es, die Spannung einigermaßen hoch zu halten. Zunächst fragte ich mich, was es mit dieser irrsinnigen Zeitreisegeschichte auf sich hat und als das im Laufe des Mittelteils geklärt war, blieb die Frage zurück, was wohl am Ende auf dem Video zu sehen sein wird. Der einzige halbwegs sympathische Charakter in der Geschichte war für mich der als Buhmann auserkorene Herr Kaun, aber um den wirklich zum Buhmann zu machen, war die Charakterzeichnung verkehrt. Spätestens als man mitbekommt, dass er zwar mit einem Bein auf dem Gipfel von Erfolg, Reichtum und Macht steht, aber mit dem anderen Bein im Abgrund der verarmten Bedeutungslosigkeit, wird einem seine rechtmäßige Intention, das Video zu finden und zum größtmöglichen Gewinn auszuschlachten, beinahe sympathisch. Er spielt mit ganzem Risiko, entweder Alles oder Nichts und das wird nur in Gefahr gebracht, durch den miesen kleinen Dieb Foxx. Während Herr Kaun also alles zu verlieren hat, hat Foxx nichts zu verlieren, nicht seine Million auf dem Konto, die er Computer-Indern zu verdanken hat, nicht seine schicke kleine Wohnung mit Putzfrau an der Uni und nicht seinen Studienplatz. Letztenendes wird Herr Kaun auch nur als zweitbösester Buhmann dargestellt, denn den Job des ultrabösen Buhmanns vergibt der Autor dann doch (wie so häufig) an jemanden von der katholischen Kirche. Erwähnenswert wäre noch, dass es einfach zu viele sonderbare Zufälle in diesem Buch gibt, wodurch sich die ganze Geschichte etwas dahingekünstelt liest.

Wenn wir jetzt von den Protagonisten und der Geschichte selbst mal absehen, finden sich auch noch recht gute Seiten an dem Buch, z. B. die wirklich anschauliche Schilderungen der interessanten Schauplätze, die guten Recherchen bei denen sich der Autor wohl wirklich Mühe gegeben hat, die aufgebaute Spannung, die nicht nachlässt und das Ende, das dann zwar etwas seltsam, wie eine "Offenbarung", aber nicht so Hollywood-action-like wie erwartet ausgefallen ist. Wenn man mal nichts zu tun hat, kann man das Buch, sofern man es über den Anfang schafft, gut lesen und es macht dabei gar nichts, wenn man den Held der Geschichte nicht leiden kann (Ich habe die ganzen zwei Tage damit zugebracht, mir zu wünschen, dass er über die eigenen Füße stolpert und sich das Genick bricht.), denn das ist sicherlich nicht ungewollt vom Autor. Allerdings macht es auch gar nichts, wenn man etwas Besseres zu tun hat, als dieses Buch zu lesen, denn es ist wirklich schneller vergessen als gelesen. Auf meiner Gefallens-Skala schafft es nur ganz knapp die 2,5 Sterne, weil es eine gut recherchierte und dauerhaft spannende Geschichte mit etwas tiefgründigerem Ende ist, die allerdings auch keinen neuen Denkansatz mehr für mich bot. Tatsächlich könnte man die Aussage des Buches auch in einem Glückskeks unterbringen – aber immerhin, es hat eine Aussage.

Anzumerken wäre noch, dass in der Ausgabe zum Film, noch 16 Seiten mit farbigen Bildern enthalten sind. Leider haben die mit dem Inhalt des Buches nicht viel zu tun, da sieht man explodierende Hubschrauber, Foxx wie er gefoltert wird, wie Herr Kaun im Thumper von Foxx und Sharon (?) gefangen genommen wird, usw. Das alles kam im Buch nicht vor. Da frage ich mich wirklich, was man da wohl verfilmt hat und vor allem, was die Bilder in diesem Buch verloren haben?


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