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Rezensionen verfasst von
Pajaro

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In Gottes Namen: Thriller
In Gottes Namen: Thriller
von Tamara Rapp
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Volltreffer, 19. September 2008
Rezension bezieht sich auf: In Gottes Namen: Thriller (Taschenbuch)
Vor kurzem sah ich eine Doku über den deutsch-türkischen Schriftsteller Feridun Zaimoglu. Der Autor des Berichts begleitete Zaimoglu, den ich übrigens sehr schätze, auf einer Lesereise zur Vorstellung seines neuen Buchs. Auf die Frage, was Feridun Zaimoglu denn abends so im Hotel mache, wenn er in irgendeiner fremden Stadt übernachtet, sagte er: lesen, am liebsten Krimis und Thriller. Ob er denn ein Buch empfehlen könne? Ja, er lese zur Zeit "In Gottes Namen" von David Ellis, einen spannenden und außergewöhnlichen Thriller, den er empfehlen könne.

Von diesem fachkundigen Urteil eines Schriftstellers animiert, besorgte ich mir "Im Namen Gottes", eine Geschichte, die mich sofort in ihren Bann zog. Ein spannender, hervorragend komponierter und geschriebener Roman, ganz im Stil des amerikanischen Thriller-Genre von einem Autor, der mir bislang unbekannt war. Eine echte Entdeckung.

Über den Plot selbst ist hier schon viel geschrieben worden, daher beschränke ich mich in meiner Rezension schlicht auf eine Empfehlung an die Amazon Kunden. Guten Gewissens kann ich fünf Sterne geben und freue mich auf weitere Romane von David Ellis. Ein weiteres Lob geht an den Übersetzer Alexander Wagner, der es sehr gut verstanden hat, den nüchternen, fast schon lakonischen Schreibstil und die präzise Sprache des Autors in die deutsche Sprache zu übertragen. Einzig der deutsche Titel stört mich ein bisschen. Warum wurde nicht einfach der Originaltitel "Eye Of The Beholder" übersetzt? Diese Anlehnung an ein Shakespeare-Zitat hätte der deutschen Version auch gut angestanden. "Das Auge des Betrachters" - wahrlich ein passender Titel für das Buch, wie ich finde.


Der Chinese: Roman
Der Chinese: Roman
von Henning Mankell
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein guter Mankell - auch wenn es doch kein Wallander geworden ist, 2. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Chinese: Roman (Gebundene Ausgabe)
Mankell beginnt das Buch in der Tradition eines Wallander Kriminalromans. Dem Leser wird von einem blutrünstigen Massenmord in der nordschwedischen Provinz berichtet. Ein Massaker hat stattgefunden, brutal und bestialisch ausgeführt. Ohne erkennbares Motiv wurde nahezu die gesamte Dorfgemeinschaft getötet, überwiegend alte Menschen, die in dem fast verlassenen Dorf wohnten. Die Polizei steht vor einem Rätsel, die Presse und die Medien belagern den Ort, die Aufklärung des Verbrechens macht keine Fortschtritte. Einzig eine engagierte Richterin aus Südschweden beschäftigt sich aus privaten Motiven mit dem Fall und findet erste Anhaltspunkte, die von der örtlichen Polizei aber nur widerwillig in die Ermittlungen miteinbezogen werden.

Dann macht Mankell mit der Geschichte einen Zeitsprung zurück ins mittlere bis späte neunzehnte Jahrhundert. Der Leser begibt sich mit einem jungen Chinesen auf eine Reise voller Qualen, Entbehrungen und Tod. Mit seinen zwei Brüdern flieht ein junger chinesischer Bauer vor der Wilkür eines Großgrundbesitzers und landet schliesslich als Sklavenarbeiter beim Eisenbahnbau im nördlichen Nevada unter der Knute eines brutalen und menschenverachtenden schwedischen Vorarbeiters. Seine zwei Brüder überleben nicht, nur er schafft es, nach Jahren wieder nach Hause zu kommen, lernt schreiben und zeichnet seine Erlebnisse in Tagebuchform für die Nachwelt auf.

Wieder macht Mankell einen Zeitsprung und wir finden uns im modernen China des Jahres 2005 wieder. Der Leser lernt einen Chinesen mittleren Alters kennen, der viel Geld, Einfluss und Macht besitzt. Aber nicht nur dies, er besitzt auch ein 130 Jahre altes Tagebuch von einem seiner Vorfahren. Schnell wird klar, dass es sich bei dem Tagebuch um die Aufzeichnungen des ehemaligen chinesischen Sklavenarbeiters handelt, der zum Ende seiner Chronik über die Schmach und die verlorene Ehre berichtet, unter der er und seine Familie zu leiden hatten und sich dafür Genugtuung wünscht, die er nun jenen überlassen muss, die nach ihm kommen, da er selbst nun zu alt und zu schwach dafür sei. Der Nachfahre im modernen China ist mit den nötigen Mitteln und dem nötigen Einfluss ausgestattet, diesem Wunsch seines Vorfahren endlich nachzukommen. Er bauftragt einen Vertrauten ins ferne Ausland zu reisen und das zu tun, was zu tun ist.

Nun geht Mankell wieder zurück nach Nordschweden zu der engagierten Richterin, die immer mehr Hinweise zu Täter und Tatmotiv findet und sich immer intensiver der Auflösung des Falls widmet. Sie reist sogar nach China, stösst dabei an Grenzen und gerät in Situationen, die ihr viel abverlangen. Der Roman beginnt nach dieser Vorgeschichte quasi erst und entwickelt sich zu einer dramatischen und spannenden Kriminalgeschichte mit vielen politischen, kulturellen und sozialkritischen Aspekten, wie man es von Mankells Romanen gewohnt ist. Ängste des Autors vor einer Kolonialisierung Afrikas durch die Chinesen werden laut und seine kritische Haltung gegenüber einem chinesischem System, das mittlerweile weltweit zu greifen beginnt, wird spürbar. Eine zugegenermassen sehr konstruierte Geschichte, aber es ist ja schliesslich das Privileg eines Schriftstellers, gute Geschichten zu konstruieren. Und diese Geschichte ist gut, sogar sehr gut, wie ich finde. Ein starkes Buch von Henning Mankell, das nach meiner Meinung zu seinen besten Nicht-Wallander-Romanen gehört. Für Mankell Fans ohnehin ein Muss, für alle anderen gebe ich die Bewertung vier Punkte.


Die Akte
Die Akte
von John Grisham
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Das Buch ist besser als der Film, 12. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Akte (Taschenbuch)
Ich kann jetzt nicht für die deutsche Ausgabe sprechen, da ich Bücher lieber im Original lese. Ich kenne allerdings den Film von Alan J. Pakula und finde, dass ihm exakt jene Passagen fehlen, die im Buch beschrieben sind und die Geschichte plausibler, stimmiger und runder machen. Einzig der kitschige Schluss der Romanversion stört, das ist im Film besser gelöst.

Die Geschichte selbst ist hochbrisant, sehr politisch und beschreibt in Grishams klarer, pointierter Sprache den enormen Zynismus einer verkommenen Welt aus Winkeladvokaten, korrupten Politikern, Regierungsangestellten und Ölmagnaten, die über Leichen gehen und durch ihre Macht und ihre Mittel langsam aber sicher vom Wahnsinn zerfressen werden. Allein die Figur des Victor Mattiece, eben jenes skrupellosen Ölmaganten, kommt im Film viel zu kurz, bzw. erscheint gar nicht. Auch die sich langsam aufbauende Beziehung zwischen Darby Shaw, der Jurastudentin und Gray Grantham, dem investigativen Journalisten der Washington Post (der im Buch übrigens weiß ist) wird in der Romanversion wesentlich dichter und facettenreicher beschrieben. Ich konnte jedenfalls keine Längen in der von Grisham meisterhaft erzählten Geschichte erkennen. Im Gegenteil, das Buch ist temporeich, unglaublich spannend und wirkungsvoll. Einzig der bereits erwähnte schwache und seichte Schluss trübt den Eindruck ein wenig, weshalb es auch keine volle Punktzahl gibt.

Auch wenn man den Film bereits gesehen hat, lohnt es allemal das Buch zu lesen. Man erfährt wesentlich mehr über die Hintergründe der Geschichte, wird eingeführt in den erbitterten Kampf engagierter Umweltaktivisten gegen das Ölkartell, das rücksichtslos auch noch die letzen Winkel eines einzigartigen Ökosystems im Mississippidelta von Lousianna in blinder Gier ausbeuten und zerstören will. Man bekommt intime Einblicke in die Machtzentrale der amerikanischen Regierung und erfährt, wie Strippen gezogen werden und Politik gemacht wird. Parallelen zur aktuellen Regierung drängen sich auf, auch wenn das Buch bereits 1992 geschrieben wurde. Insofern ist es zeitlos, eben historisch und visionär zugleich, wenn man aus der Zeit der frühen Neunziger Jahre gesehen, auf Watergate zurückblickt und es heute mit der Politk der Bush-Regierung vergleicht, die eher seinen Freunden und Geldgebern und nicht seinen Wählern nutzen soll.

Lesen Sie das Buch, es ist besser als der Film. Wesentlich dichter, genauer, plausibler und schockierender. Für mich gehört "The Pelican Brief", wie das Buch im Original heisst, zu den besten Grisham Romanen. Der Film ist gut, temporeich und spannend erzählt - keine Frage, das Buch aber ist nochmal eine Klasse für sich und absolut lesenswert. Sollten Sie des Englischen mächtig genug sein, empfehle ich Ihnen die Geschichte im Original zu lesen. Grisham in seiner Muttersprache zu lesen ist ein absoluter Genuss und trägt viel zur Güte dieses Buches bei, das vor allem von seinen hervorragenden Dialogen lebt.


Der letzte Weynfeldt
Der letzte Weynfeldt
von Martin Suter
  Gebundene Ausgabe

92 von 103 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Buch wie eine schweizer Uhr, 17. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Der letzte Weynfeldt (Gebundene Ausgabe)
Was könnte Martin Suter doch für fantastische Romane schreiben. Es scheint mittlerweile, als habe der Autor sein Pulver als großer Geschichtenerzähler bereits mit seinen beiden ersten Romanen "Small Word" und "Die dunkle Seite des Mondes" verschossen. Zu belanglos, zu beliebig, uninspiriert und in ihrer Entwicklung vorhersehbar waren alle literarischen Werke, die danach kamen - "Der letzte Weynfeldt" leider eingeschlossen.

Was mich allerdings bei Suter hält, ist seine wunderbare Sprache. Die Präzision, in der er Charaktere, Stimmungen, Empfindungen, Orte und Begebenheiten beschreibt, ist selten geworden in der deutschen Gegenwartsliteratur. Es gelingt ihm immer wieder mit schnellen, präzisen und sprachlich wunderbar virtuos geführten Strichen, Wortbilder zu zeichnen, die den Leser so tief und umfassend in seine Geschichten eintauchen lassen, als nähme man als stiller Beobachter unmittelbar an der Handlung teil. Als könne man die von Suter beschriebenen Szenen, Protagonisten, Räume, Speisen, Gerüche, Requisiten und Kulissen mit allen Sinnen erfahren. Martin Suter hat hierfür ein unglaubliches Können entwickelt, aus diesem Grund schätze ich ihn und lese ihn immer wieder gern.

Seine Geschichten werden hingegen zuehmend banaler, gehen immer mehr ins Klischeehafte, erzeugen keine Nachhaltigkeit, bleiben flach und damit letztlich nur unterhaltend. Sollte dies seine Intention sein, also schlicht zu unterhalten, dann gebührt ihm großer Repekt, viel besser kann man es nämlich nicht machen. Ich weigere mich allerdings zu glauben, dass Suter einfach nur ein Autor für Unterhaltungsliteratur sein will. Einer der regelmässig einen neuen Roman produziert und damit schlicht einen Beruf ausübt. Dafür spürt man in seinen Büchern zu viel Leidenschaft am Erzählen und Beschreiben, zu viel Liebe zum Detail und am Sujet. Zugute halten muss man Martin Suter allerdings, dass er immer wieder interessante Themen als Rahmen für seine Geschichten wählt. Er recherchiert hierfür sehr gut, lässt eigene Erfahrungen einfließen, schafft damit Aufmerksamkeit für bestimmte Themen und bietet dem Leser neue Blickwinkel. Hierbei geht Suter auch durchaus kritisch und ironisch mit einem Thema um. Beispielsweise mit dem Literaturbetrieb in "Lila, Lila" oder mit dem internationalen Kunstmarkt in seinem aktuellen Buch. Das gefällt, wirkt authentisch und rettet so manche Geschichte davor, gänzlich in Belanglosigkeit zu verschwinden. Legt man den ausgelesenen Roman dann aber beiseite, bleibt nichts zurück. Man kann sofort wieder zur Tagesordnung übergehen und hat die Geschichte nach kurzer Zeit schon wieder aus seiner Erinnerung verloren. Das war bei seinen frühen Romanen anders.

Und hiermit komme ich wieder zu meinem einleitenden Satz. Was könnte Martin Suter doch für fantastische Romane schreiben. Er hat ein großes Talent, hat diese wunderbare Sachlichkeit, Klarheit, Unaufgeregtheit und Präzison in seiner Sprache. Leider überträgt sich dieses Können nicht auf die Entwicklung seiner Geschichten. Er könnte ein wirklich großer Literat werden, würde er wieder zu der Dichte und Intensität seiner frühen Geschichten zurückkehren. Dies ist das Dilemma mit Martin Suter. Er schreibt zu gut, als dass man seine letzten Bücher als reine Unterhaltungsliteratur abtun könnte. Aus diesem Grund bringt es auch der Literaturkritker Denis Scheck nicht übers Herz, Suters jüngsten Roman "Der letzte Weynfeldt" in seiner Sendung "Druckfrisch" die berühmte Ausschußrampe hinunterzustoßen, sondern auf den Stapel der lesenswerten Bücher zu legen, wenn auch zögerlich und dies rein Suters hervorragendem Erzählstil geschuldet. "Der letzte Weynfeldt" ist ein schönes, lesenswertes Buch. Ästhetisch, präzise, solide und gediegen. Ein Buch wie eine schweizer Uhr. Man kann sich daran erfreuen, aber letztlich erfüllt sie nur einen banalen Zweck.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 8, 2016 9:51 PM CET


Des Teufels Alternative: Thriller
Des Teufels Alternative: Thriller
von Frederick Forsyth
  Taschenbuch

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nun ja, 29. Oktober 2007
Forsyths Buch "The Devil's Alternative" ist bereits einigermassen betagt (Erstauflage meines Wissens 1979), dies muss man dem Roman dann letztlich doch zugute halten. In gewisser Weise ist das Buch stellenweise sogar visionär, sieht es doch den Zusammenbruch der Sowjetunion voraus, den schwindenden Einfluss der Falken im Kreml und die zunehmende Unzufriedenheit der Bevölkerungen in den ehemals freien Ländern, wie bespielsweise den drei baltischen Staaten, der Ukranine, Weißrussland etc., die damals noch Sowjetrepubliken waren. Als Forsyth das Buch seinerzeit schrieb, unmittelbar vor dem Einmarsch der Sowjets in Afghanistan, war sicher noch nicht abzusehen, das Glasnost und Perestroijka und damit letztlich auch die Auflösung der UdSSR nur zehn Jahre später Wirklichkeit werden würden. Insofern, Hut ab vor des Autors Einschätzung zum Zeitpunkt als das Buch von ihm geschrieben wurde. Damit endet der positive Teil meiner Kritik allerdings auch.

Was das Buch selbst betrifft, so muss man mit Sicherheit Forsyth-Fan sein, um es gut zu finden. Zu schal sind die ewig bemühten Klischees, die ewig hoch gehaltenen Tugenden des britischen Wesens, was stellenweise recht arrogant und chauvinistisch daherkommt, die klare, sehr konservative Aufteilung der Geschlechterrollen, wie überhaupt der in seinen Büchern immer wieder recht offen zur Schau gestellte Konservatismus sowie der Dogmatismus und die Vorhersehbarkeit der Handlung. Einzig überraschend mag vielleicht ein kleines erfrischendes Detail des Plots sein, das Forsyth sich bis zur letzten Seite aufhebt. Also, ich muss wirklich sagen, es gibt in der Tat spannendere und bessere Bücher dieses Autors, unabhängig davon, dass dieses Buch bald 30 Jahre alt ist. Es hat Längen, könnte gut und gerne 150 Seiten kürzer sein. Es liest sich stellenweise dann doch recht zäh und man hofft innerhalb der unnötig in die Länge gezogenen Passagen dann doch bitte bald wieder in die interessanteren Handlungsstränge geführt zu werden. Diese sind am Umfang des Buches gemessen allerdings rar, da die Handlung einfach nicht mehr hergibt.

Nun ja, als Forsyth-Fan kann man das Buch durchaus noch lesen, allzuviel sollte man sich aber dann doch nicht erwarten. Ich glaube jedenfalls, dass dies mein letztes Buch dieses Autors war. Irgendwie sind sie alle gleich - die Bösen und die Guten, die Helden und die Versager, die kühnen Männer und die nach ihnen schmachtenden Frauen. Die ins letzte Detail beschriebene Militär- und Nachrichtentechnik und die völlig undetailliert und unliterarisch beschriebenen menschlichen Charaktere.


Ghost
Ghost
von Robert Harris
  Gebundene Ausgabe

15 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hochaktueller Polit-Thriller eines echten Insiders, 18. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Ghost (Gebundene Ausgabe)
Wenn man weiß, dass Robert Harris gut mit Tony Blair bekannt ist (mittlerweile ist er dies wohl nicht mehr so unbedingt) und hin und wieder auch sein Ghostwriter für die eine oder andere Rede gewesen sein soll, liest sich das Buch natürlich umso spannender. Der im Buch beschriebene Ex-Premier Adam Lang ist natürlich Tony Blair, er springt einem förmlich ins Auge, so wie Harris ihn in seinem Roman "The Ghost beschreibt". Ebenso seine Frau Ruth Lang, deren Figur im Buch von Kapitel zu Kapitel dunkler und mysteriöser wird und völlig unzweifelhaft an Cherie Blair erinnert. "Ich weiß nicht, was Robert sich dabei gedacht hat" zitiert die Süddeutsche Tony Blair zu "The Ghost" in ihrer Online-Ausgabe und die Times schreibt "Die originellste Blair-Biographie des Herbstes".

Für mich ist das Buch eindeutig Robert Harris' persönliche Abrechnung mit Tony Blair. Die Abrechnung mit einem Mann, den er einst als charismatischen, idealistischen und charmanten Kämpfer für die richtige und gerechte Sache kennen und schätzen gelernt hat, dessen Freund er wurde und der ihn dann am Ende als Bushs treuer Pudel und Kriegstreiber so bitter enttäuscht hat.

Es zeichnet Harris als echten Profi aus, dass er diesen persönlichen Groll, den er heute gegen den Ex-Premierminister hegt, auf so geschickte Weise in einem äußerst spannenden, brisanten und hochaktuellen Buch abarbeitet und damit auch noch Spitzenauflagen erzielt.

Mein Tipp: Lesen Sie dieses Buch. Es ist ungeheuerlich in vielerlei Hinsicht. Als Thriller, als bitterböse Polit-Satire, als spannender Roman in Ich-Erzählform und als fiktionales Zeitdokument. Ich bin begeistert und gebe fünf Sterne.


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