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Rezensionen verfasst von
Pajaro

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Der Feind im Schatten: Roman
Der Feind im Schatten: Roman
von Henning Mankell
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 26,00

7 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vielleicht der beste aller Wallander Romane, 7. Mai 2010
Zunächst einmal für alle, die diese Romanfigur über die Jahre lieben und schätzen gelernt haben: Ja, es ist ein echter Wallander geworden. Ein veritabler Krimi, mehr noch, ein spannender Spionagethriller, der den Leser tief in die Abgründe des Kalten Krieges führt. Ein kalter Krieg, der selbst in den Achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts vor der Küste Schwedens noch brandheiß war.

Das Buch ist aber noch viel mehr. Es beschreibt auf wunderbar melancholische und eindringliche Weise den Abschied Kurt Wallanders von seinem bisherigen Leben. Den Abschied von seiner beruflichen Existenz, die ihm so viel bedeutet hat, den Abschied von seiner Wohnung in der Mariagatan, die so oft Schauplatz vieler Szenen in den bisherigen Wallander Romanen war, in gewisser Weise aber auch den Abschied von seiner Tochter Linda, die nun Mutter ist, eine eigene Familie gründet und von der er sich ungewollt immer mehr entfernt. Es ist einsam geworden um Kurt Wallander, er spürt sein Alter, er erfährt mehr denn je die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit, auch seiner kognitiven Kräfte und er muss dagegen ankämpfen, im Alter nicht so zu werden wie sein Vater. Allerdings ist er auf dem besten Wege dazu und das macht ihm Angst, wie vieles andere in dieser Geschichte ihm auch Angst macht und ihn an sich und seiner Umwelt zweifeln lässt. Sicher war dies immer ein Thema in den Wallander Krimis bislang, aber in dieser Intensität und Tiefe hat Mankell noch nie das Innerste Kurt Wallanders nach außen gekehrt.

Mankell ist mit seinem letzten Wallander Roman ein Meisterstück gelungen. Eine fantastische Mischung aus spannender Kriminalgeschichte und eindringlichem Psychogramm eines alternden Kurt Wallander. Einen besseren und gelungeneren Abschluss dieser Krimireihe kann man sich nicht wünschen. Herzlichen Dank, Herr Mankell, für dieses wunderbare Finale.


SanDisk GSM micro SD HC 4GB (original Handelsverpackung)
SanDisk GSM micro SD HC 4GB (original Handelsverpackung)
Wird angeboten von Zwergenkluft GmbH
Preis: EUR 7,61

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Funktioniert, ist günstig, was will man mehr?, 8. März 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Habe die SD Micro Karte für mein LG KP500 bestellt. Das Einlegen der SD Micro Card in den Handy-Slot ist ein bisschen pfriemelig, die Dinger sind aber auch verdammt klein. Aber mit nicht allzu kurzen Fingernägeln und schmalen Fingerkuppen geht's auch ohne Hilfsmittel. Die Karte wurde anstandslos von meinem Handy akzeptiert, eine Konfiguration o.ä war nicht nötig. Alles bestens. Auch der mitgelieferte SD-Card-Slot-Adapter hat sich bereits bezahlt gemacht. Durch ihn ist es möglich, einfach die Micro SD-Card aus dem Handy in mein Notebook zu stecken und so ohne USB-Kabel, Bluetooth o.ä. Daten vom Handy auf das Notebook und umgehkehrt zu übertragen. Schneller gehts nicht.
Fazit: Gut, passt, macht sich nützlich, keine Einwände.


LG KP500 Cookie Smartphone (7.6 cm (3.0 Zoll) TFT-Touchscreen, 3MP Kamera, QWERTZ-Tastatur) schwarz Handy ohne Branding
LG KP500 Cookie Smartphone (7.6 cm (3.0 Zoll) TFT-Touchscreen, 3MP Kamera, QWERTZ-Tastatur) schwarz Handy ohne Branding

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein richtig gutes Touchscreen-Handy für wenig Geld, 11. Februar 2010
Das LG KP500 "Cookie" ist mein erstes Touchscreen-Handy. Als langjähriger Nutzer von Mobilfunktelefonen komme ich aus der Welt der Tastentelefone und war zunächst skeptisch. Auch ist dies mein erstes LG Handy. Bislang habe ich ausschließlich Nokia und Sony-Ericsson Handys benutzt. Um die Enttäuschung bei Nichtgefallen dieser Technologie nicht zu groß werden zu lassen, wollte ich mich für ein möglichst kostengünstiges Modell entscheiden und habe mit dem "Cookie" wohl eine hervorragende Wahl getroffen. Ein Smartphone von der Kapazität eines iPhone, HTC oder Blackberry kam für mich ohnehin nicht in Frage, da ich weder einen mobilen Browser noch WLAN Connectivity brauche. Auch UMTS bzw. HSDPA Fähigkeit waren für mich keine entscheidenden Kriterien.

Ich habe das KP500 nun knapp eine Woche und bin hoch zufrieden damit. Es dauerte nicht einmal einen Tag, bis ich mit dem Telefon vollends vertraut war. Mit ein bisschen Übung hat man den erforderlichen Druckpunkt für die Touchscreen-Bedienung schnell heraus. Selbst das Tippen von SMS, auch mit der virtuellen QWERTZ-Tastatur (im Querformat nutzbar, da das Handy über einen Lagesensor verfügt und automatisch das Display wechselt), klappt mittlerweile ganz gut. Hervorragend finde ich dabei, dass man spontan nicht nur zwischen T9 und manueller Eingabe wechseln kann, sondern auch zwischen der Eingabesprache und dem Eingabemodus (Buchstaben, Zahlen, Sonderzeichen). Das ist extrem vorteilhaft, da ich viel per SMS kommuniziere und dies abwechselnd in deutsch und englisch. Hinzu kommt, dass die Gestaltung von Benutzerführung und Oberflächendesign außerordentlich gelungen und intuitiv ist. Ein Blick ins Handbuch wird dadurch weitgehend überflüssig. Als Tastentelefonnutzer dachte ich eigentlich, dass in Sachen Benutzerführung Sony-Ericsson und Nokia die Nase vorn hätten, das LG KP500 Touchscreen Handy öffnet mir diesbezüglich jedoch ganz neue Horizonte.

Überhaupt bin ich begeistert von der der Einfachheit und Klarheit des User Interface. Es gibt viele durchdachte Features, wie die automatische Nummernerkennung, die einem bereits anhand der eingetippten Vorwahl mögliche Telefonbucheinträge vorschlägt und man sofort anrufen kann, wenn der richtige Teilnehmer erscheint. Es gibt standardisierte Antworten auf SMS Nachrichten, kurze und übersichtliche Anrufhistorien für jeden Telefonbucheintrag und vieles Nützliches mehr. Ich bin wirklich sehr angenehm überrascht von der Güte, Funktionstiefe und Durchdachtheit der LG Handysoftware.

Auch die Dimensionen des KP500 finde ich extrem gelungen. Es ist relativ leicht, sehr flach und hat ein großes, farbintensives sowie kontrastreiches Display, das sich zudem individuell einstellen lässt. Die leicht gummiert wirkende Oberfläche der Black Edition wirkt qualitativ hochwertig, so wie das ganze Handy allgemein einwandfrei verarbeitet ist. Ich empfinde das Oberflächenmaterial als sehr angenehm, es liegt gut in der Hand, trägt nicht auf und rutscht einem nicht aus der Hand, was mir bei meinen alten Handys immer wieder mal passiert ist und oft unschöne Spuren hinterließ.

Ebenfalls begeistert bin ich von der Kamera. Bei guten Lichtverhältnissen macht die 3 MP Kamera wirklich gute Bilder. Die umfangreiche Kamerasoftware bietet darüber hinaus vielfältige Bearbeitungs- und Konvertierungsmöglichkeiten. Auch dies war mir in dieser Form bei einem Handy bislang unbekannt. Entgegen der Meinung anderer Kommentatoren finde ich den MP3 Player durchaus praxistauglich und von der Benutzerführung und Verwaltung her gut designed. Auch das FM-Radio lässt sich selbst im mobilen Betrieb gut nutzen wenn das Sendersignal stark genug ist. Ich könnte hier noch viele weitere Pluspunkte und Funktionen des KP500 aufzählen, aber die werden in den Funktionsübersichten ohnehin ausreichend dokumentiert.

Für mich ist das LG KP500 ein richtig gutes Handy, das mich voll und ganz überzeugt hat. Allerdings darf man es nicht mit einem echten Smartphone vergleichen. Man kann mit dem 'Cookie' zwar durchaus auch browsen, allerdings steht hierfür lediglich der EDGE Standard zur Verfügung und der macht das Ganze dann doch zu einem nervigen Geduldsspiel. Die E-Mail-Funktion hingegen ist gut nutzbar und arbeitete bei mir bislang fehlerfrei. Apropos Fehler: Ich habe gerade in den ersten beiden Tagen intensiv mit dem KP500 herumgespielt und es dabei richtig 'in die Mangel' genommen. Die Software hat sich dabei nicht ein einziges aufgehängt. Das kenne ich von anderen Handys durchaus anders. Mit der Akkulaufzeit bin ich ebenfalls zufrieden. Bedenkt man, dass ein solches nicht gerade funktionsarmes Touchscreen-Handy ungleich mehr Energie aufwenden muss, als ein schlichtes Bar-Handy mit Tastenbedienung, kann man mit der Akkuleistung durchaus zufrieden sein. Zudem gibt es vielfältige Einstellungen zum Energiesparen beim KP500. Auch sollte man nicht unerwähnt lassen, das dass KP500 mit reichlich Zubehör ausgeliefert wird. So ist ein Stereokopfhörer dabei, der zugleich als Freisprecheinrichtung genutzt werden kann sowie ein USB-Kabel zur Datenübertragung. Auch der Anschluss an einen PC klappt mit der mitgelieferten Software problemlos, was auch keine Selbstverständlichkeit ist. Ein kleiner Schwachpunkt ist vielleicht das etwas magere Zusatzangebot an Downloads für das KP500 auf der LG Webseite.

Mag sein, dass meine Bewertung ein wenig zu überschwänglich geraten ist, um ganz sicher zu gehen und um möglichen Schwachstellen, die sich in Zukunft vielleicht noch zeigen könnten, Rechnung zu tragen, gebe ich daher vier Punkte. Dies sind jedoch vier Punkte mit Stern.

UND HIER, NACHDEM ICH DAS HANDY NUN ÜBER 4 MONATE IN GEBRAUCH HABE, DER SUPERPLUSPUNKT:
Vor zwei Tagen ist mir mein LG KP500 versehentlich ins Wasser gefallen und dabei komplett unter Wasser getaucht worden. Das ist das Ende meines schönen neuen LG Cookie dachte ich. Ich habe das Handy dann abgetrocknet, Stylus, Batteriefachdeckel, Akku und SIM-Karte entfernt (es lief tatsächlich noch etwas Wasser raus), nochmal abgetrocknet und dann im Schatten resttrocknen lassen. Als das Handy komplett getrocknet war, legte ich SIM-Karte und Akku wieder ein und schaltete das Handy an. Natürlich tat sich nichts. Enttäuscht steckte ich das Handy in meinen Rucksack und machte mich auf den Heimweg. Zu Hause wiederholte ich dann das Prozedere. Alles raus, nochmal alles trocken tupfen, leicht mit dem handwarmen Fön reinblasen, was man halt so macht. Ich schaltete das Handy wieder ein - und siehe da, es kam der Hinweis "Akku leer". Also hängte ich das Cookie an das Ladegerät und tatsächlich, es lud auf. Als der Ladevorgang abgeschlossen war, schaltete ich das Handy ein und gab meinen PIN-Code an. Was soll ich sagen - das Handy fuhr hoch. Zwar war das Display durch Kondenswasserbläschen stark eingetrübt und daher kaum bedienbar, aber es bleib an und ging nicht wieder aus. Seit heute sind alle Kondenswasserbläschen komplett und rückstandsfrei weg getrocknet und das Display ist wieder klar und voll funktionsfähig. Das Handy zeigt nicht die geringste Störung, Datenverlust oder sonst etwas. Ich habe alles mehrfach überprüft und kann es selbst kaum glauben. Das habe ich bei einem Handy wirklich noch nie erlebt. Großartig!


AEG Rio 30 schnurgebundenes Tischtelefon schwarz
AEG Rio 30 schnurgebundenes Tischtelefon schwarz

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Super Telefon, 2. Dezember 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Top-Telefon, funktioniert einwandfrei, kann alles, was ein Telefon im privaten Alltag können muss. Für den Preis unschlagbar. Falls man krampfhaft nach einem Wermutstropfen suchen möchte, könnte man bemängeln, dass das Telefon für sein beleuchtetes Display 3 AAA Batterien benötigt (im Lieferumfang enthalten). Dafür spart man sich dann wiederum ein lästiges und stromfressendes Netzteil.

Wie auch immer. Ein richtig gutes Telefon, formschön, handlich von einem namhaften Hersteller zu einem sagenhaftgen Preis. Meine Empfehlung: Kaufen (und ich bin weder von der AEG oder von einem ihrer Distributoren)


Verblendung
Verblendung
von Stieg Larsson
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

5.0 von 5 Sternen Offenbarung, 26. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Verblendung (Taschenbuch)
Stieg Larssons Trilogie Verblendung, Verdammnis und Vergebung ist ein absolutes Meisterwerk, ein Meilenstein im Reigen großartiger skandinavischer Thriller-Literatur. Diese Trilogie ist das Beste, was ich bislang in diesem Genre gelesen habe, und dies sage ich ohne Übertreibung.

Larsson zeichnet in seinen drei Romanen ein düsteres Bild aus Verschwörung, schamloser Gier, Machtmißbrauch, Sadismus und organisierter Kriminalität, die in den höchsten gesellschaftlichen Kreisen Schwedens angesiedelt ist. Er beschreibt in seinem Werk einen verkommenen Apparat, der bis in die höchsten Ämter, Posten und Aufsichtsräte hineinreicht. Unterdrückung, sexuelle Gewalt, Korruption, Neonazismus, Rechtsbeugung und ein grenzenloser Chauvinismus kennzeichen dabei das Bild einer machtigen Elite, die die Fäden in der Hand hält und sich mit einem Mal von einer gewieften Hackerin und Cyber-Rechercheurin mit autistischen Zügen sowie einem furchtlosen Enthüllungsjournalisten bedroht sieht und alle Hebel in Bewegung setzt, diese Gefahr zu neutralisieren.

Larsson beschreibt in seinen drei Romanen, die man unbedingt in chronologischer Reihenfolge lesen sollte, einen unglaublich spannend und intelligent geschriebenen Kampf des Guten gegen das Böse. Er überrascht dabei immer wieder mit geschickt konstruierten Entwicklungen, baut auf realen Begebenheiten auf und flechtet dabei auch reale Personen und politische Entwicklungen in seine Gesichte ein, die der Trilogie halbauthentische Züge verleihen und damit umso bedrohlicher werden lassen.

Man sollte sich unbedingt Zeit nehmen und das Lesen der Bücher auf das Wochenende oder die Urlaubszeit verlegen, da einen diese Bücher derart absorbieren, dass man sie nicht mehr aus der Hand legen kann. Eine atemlose, unglaublich spannend und intelligent konstruierte Story, die einen nicht kalt lassen kann.


Limit: Roman
Limit: Roman
von Frank Schätzing
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 26,00

43 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein unlesbares Buch, 26. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Limit: Roman (Gebundene Ausgabe)
Als Fan des Buches "Der Schwarm" von Frank Schätzing war ich natürlich sehr gespannt auf seinen neuen Thriller - auch wenn mich der Umfang von 1320 Seiten zugegebenermaßen etwas abgeschreckt hat, da ich bereits bei "Der Schwarm" den Eindruck hatte, dass der Autor sich hin und wieder gerne in seinen eigenen Text verliebt und sich darin verliert, bis er den Handlungsstrang wieder aufnimmt, um die Geschichte weiterzuerzählen und den Bogen wieder zu spannen. Beim "Schwarm" konnte er sich diesbezüglich noch disziplinieren, bei "Limit" allem Anschein nach nicht.

Gänzlich unvoreingenommen und in Erwartung eines großartigen, spannenden Lesestoffs machte ich mich gleich nach Erwerb des Buches "an die Arbeit". Und dies ist keineswegs im übertragenen Sinne gemeint! Allein das 1,3 Kilogramm schwere Buch halbwegs ermüdungsfrei beim Lesen zu halten und dabei eine möglichst bequeme und entspannte Lage zu finden, die einem nicht die Arme einschlafen lässt, ist schon die erste Herausforderung. Was den Text selbst betrifft, braucht man bereits einen sehr langen Atem, um die ersten 100 Seiten zu schaffen. Kaum baut sich etwas Spannung auf, scheint die Geschichte endlich Fahrt aufzunehmen und es "irgendwie loszugehen", fängt Schätzing wieder an abzuschweifen, Schauplätze zu wechseln und Klischees aneinanderzureihen, um Personen, Rollen, Orte und Befindlichkeiten zu beschreiben und sie in die Geschichte einzuführen. Bei gefühlten 100 Personen, die in dem Buch eine Rolle spielen werden, ist das ermüdend (nicht nur für die Arme) und lässt einen das Buch immer wieder genervt zur Seite legen.

Wie hier auch von anderen Lesern beschrieben, habe ich dann mit etwas begonnen, was ich beim Lesen eines Romans normalerweise nie tue - ich begann quer zu lesen. Auf diese Weise habe ich versucht, der Geschichte etwas Tempo und Spannung abzuringen, was mir letzlich aber auch nicht gelingen wollte, weshalb ich dann irgendwo bei Seite 400 kapitulierte und den auschweifenden Schätzing mit einer letzten Kraftanstrengung ins Bücherregal wuchtete, um ihn dort nun erst einmal zu belassen. Vielleicht mag der Tag ja irgendwann kommen, an dem ich ihm noch einmal eine Chance gebe. Vielleicht warte ich aber auch auf die Paperback-Ausgabe, um dann wenigstens die rein physische Anstrengung beim Lesen des Buches zu reduzieren.

Mag sein, dass ich dem Autor und der Geschichte unrecht tue, wenn ich mit seinem Werk - ohne es vollständig gelesen zu haben - so hart ins Gericht gehe. Ich fürchte aber, nachdem, was ich bis jetzt gelesen habe, dass das Buch nicht mehr die Kurve kriegt und ein unlesbares Buch für mich bleiben wird.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 3, 2014 2:01 PM MEST


About a Boy
About a Boy
von Nick Hornby
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von großen und kleinen Jungs, 13. August 2009
Rezension bezieht sich auf: About a Boy (Taschenbuch)
About a Boy ist ein sehr lesenswertes Buch. Sicher, es handelt sich bei Nick Hornbys Roman in erster Linie um Unterhaltungslektüre, einer nett erzählten Geschichte, die das Leben durchaus hätte schreiben können. Verpackt in bestem britischen Humor und im angelsächsischen Erzählstil in viele kurze Kapitel aufgeteilt, die der Geschichte Tempo und Rhythmus geben. Aber der Roman hat durchaus Tiefe und trifft mit seinen Beschreibungen, seinen Charakterportraits und der schonungslosen Selbstkritik seiner Protagonisten den Nerv einer durchaus kritisierenswerten Gesellschaft. In seinem dritten großen Roman nach "Fever Pitch" und "High Fidelty" seziert Hornby das Leben Will Freemans, eines Londoner Mittdreißigers, der nicht arbeitet und einem hedonistischen Lebensstil frönt, da er sehr gut von den Tantiemen für einen weltbrühmten Weihnachtssong leben kann, den sein Vater einmal geschrieben hat. Ein wichtiger Aspekt des Buches ist daher, wie jemand, der für seinen Lebensunterhalt nicht arbeiten muss, Ehe und Familie konsequent aus dem Weg geht und Beziehungen zu Frauen selten länger als zwei Monate durchhält, seinem Leben einen Sinn geben kann. Zumindest rätselt sein Umfeld darüber, wie ein Mann, der so lebt, sein Leben mit Sinn füllen kann. Insbesondere seine verheiratete Schwester konfrontiert sich und ihn ständig mit dieser Frage und einige alleinerziehende Mütter, die Will im Verlauf der Geschichte kennen lernt, ebenfalls. Wer sich um diese existentiellen Fragen allerdings am wenigsten Gedanken zu machen scheint, ist der Protagonist selbst. Bis er eines Tages den 12-jährigen Marcus kennen lernt, Sohn einer alleinerziehenden, depressiven und selbstmordgefährdeten Mutter, der Wills Leben, in dem er sich es so gemütlich und katastrophenfrei eingerichtet hat, gründlich durcheinander bringt.

Der Titel "About a boy" ist einerseits eine Anspielung an den Nirwana Song "About a girl", anderseits aber auch ein Hinweis darauf, dass es in dem Buch eben wirklich um einen Jungen geht. Zum einen ist dies der 12-jährige Marcus, zum anderen aber auch Will selbst, der mit seinen 36 Jahren in den Augen vieler (insbesondere den Frauen, den er begegnet) unerwachsen und unreif, eben wie ein großer Junge wirkt. Und hier wird auch die große Diskrepanz sichtbar, die der Film "About a boy" gegenüber Hornbys gleichnamigen Roman aufweist. Der Film folgt dem Handlungsstrang des Buches nur etwa zu zwei Dritteln und bleibt im Gegensatz zum Buch eher oberflächlich und trivial. Im Gegensatz zum Film, ist die Geschichte in Hornbys Roman zu Beginn der Neunziger Jahre angesiedelt und bezieht sich in vielen Passagen auf das Lebensgefühl dieser Zeit. Der Grunge Musik, den zornigen Teenagern, dem Tod Kurt Cobains und den Songs der Gruppe Nirwana. Gerade dieser wichtige Aspekt geht in dem Film völlig verloren, da Marcus durch die Konfrontation mit dieser für ihn völlig neuen Teenagerkultur, die seine drei Jahre ältere Freundin Ellie ihm näher bringt, einen großen Entwicklungsschritt macht. Auch die Konfrontation Wills mit dem echten Leben, den Sorgen, Nöten und Ängsten seiner ihm mit einem Mal immer enger auf die Pelle rückenden Mitmenschen, die ihn letztlich auch an sich und seiner Art zu Leben zweifeln lassen, kommt in dem Film von Chris und Paul Weitz aus dem Jahre 2002 zu kurz. Wer also nur den Film "About a boy" kennt, sollte auf jeden Fall auch das Buch lesen, um die ganze Geschichte zu erfahren.

Ich empfehle dieses Buch, da es einerseits kurzweilig und gut zu lesen ist, und andererseits so viel Alltagsweisheit und konkrete Lebenshilfe beinhaltet, wie man sie in einem ganzen Meter einschlägiger Ratgeberlektüre nicht findet. Ein Buch für Männer, Frauen, Jungs und Mädchen gleichermaßen - ein Glücksfall.


Why Do Architects Wear Black?
Why Do Architects Wear Black?
von Cordula Rau
  Taschenbuch

38 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Black and beautiful, 30. Oktober 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Why Do Architects Wear Black? (Taschenbuch)
"Why do architects wear black?" ist nicht nur ein bibliophiles Kleinod für Menschen, die sich für Architektur und Architekten interessieren, sondern für jedermann, der gerne einmal hinter die Fassade schaut und dem dies anhand der handgeschriebenen Faksimiles renommierter Architekten und Designer unserer Zeit vielleicht auch gelingen mag. Denn die haben sich in diesem Buch verewigt und schreiben spontan in ihrer (nicht immer einfach zu entziffernden) Handschrift auf, warum Architekten so oft und so gerne schwarz tragen. Dabei ist das Buch in puncto Format, Bindung und Papierqualität vermutlich wie das Original gehalten, mit dem die Herausgeberin über die Jahre von über hundert Architekten Statements zu der alles entscheidenden Frage "Why do architects wear black?" gesammelt hat. Wären die einzelnen Einträge auf der jeweils gegenüberliegenden freien Seite nicht dezent noch einmal ins Englische übertragen, könnte man meinen, man blättere im Original. Das macht das Büchlein (Format A6) so besonders, handlich und praktisch wie ein Notizbuch. Man kann es bequem in die Tasche stecken und immer mal wieder darin blättern.

Die Antworten reichen von sachlich, kreativ, ironisch, humorvoll bis hin zu tiefschürfend und gänzlich unerwartet. Eben so, wie man es von dieser Zunft erwarten möchte. Zuweilen sind die Antworten wirklich überraschend, lassen den Leser schmunzeln oder liefern hin und wieder auch ganz pragmatische Gründe dafür, warum Architekten so gerne schwarz tragen. Fast kommt es einem vor, als gäbe hier eine Berufsgruppe auf eine vordergründig unverfängliche Frage recht hintergründige Antworten. Lesenswert und interessant ist mein erster Eindruck. Und wirklich schön gemacht.


In Gottes Namen: Thriller
In Gottes Namen: Thriller
von Tamara Rapp
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Volltreffer, 19. September 2008
Rezension bezieht sich auf: In Gottes Namen: Thriller (Taschenbuch)
Vor kurzem sah ich eine Doku über den deutsch-türkischen Schriftsteller Feridun Zaimoglu. Der Autor des Berichts begleitete Zaimoglu, den ich übrigens sehr schätze, auf einer Lesereise zur Vorstellung seines neuen Buchs. Auf die Frage, was Feridun Zaimoglu denn abends so im Hotel mache, wenn er in irgendeiner fremden Stadt übernachtet, sagte er: lesen, am liebsten Krimis und Thriller. Ob er denn ein Buch empfehlen könne? Ja, er lese zur Zeit "In Gottes Namen" von David Ellis, einen spannenden und außergewöhnlichen Thriller, den er empfehlen könne.

Von diesem fachkundigen Urteil eines Schriftstellers animiert, besorgte ich mir "Im Namen Gottes", eine Geschichte, die mich sofort in ihren Bann zog. Ein spannender, hervorragend komponierter und geschriebener Roman, ganz im Stil des amerikanischen Thriller-Genre von einem Autor, der mir bislang unbekannt war. Eine echte Entdeckung.

Über den Plot selbst ist hier schon viel geschrieben worden, daher beschränke ich mich in meiner Rezension schlicht auf eine Empfehlung an die Amazon Kunden. Guten Gewissens kann ich fünf Sterne geben und freue mich auf weitere Romane von David Ellis. Ein weiteres Lob geht an den Übersetzer Alexander Wagner, der es sehr gut verstanden hat, den nüchternen, fast schon lakonischen Schreibstil und die präzise Sprache des Autors in die deutsche Sprache zu übertragen. Einzig der deutsche Titel stört mich ein bisschen. Warum wurde nicht einfach der Originaltitel "Eye Of The Beholder" übersetzt? Diese Anlehnung an ein Shakespeare-Zitat hätte der deutschen Version auch gut angestanden. "Das Auge des Betrachters" - wahrlich ein passender Titel für das Buch, wie ich finde.


Der Chinese: Roman
Der Chinese: Roman
von Henning Mankell
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein guter Mankell - auch wenn es doch kein Wallander geworden ist, 2. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Chinese: Roman (Gebundene Ausgabe)
Mankell beginnt das Buch in der Tradition eines Wallander Kriminalromans. Dem Leser wird von einem blutrünstigen Massenmord in der nordschwedischen Provinz berichtet. Ein Massaker hat stattgefunden, brutal und bestialisch ausgeführt. Ohne erkennbares Motiv wurde nahezu die gesamte Dorfgemeinschaft getötet, überwiegend alte Menschen, die in dem fast verlassenen Dorf wohnten. Die Polizei steht vor einem Rätsel, die Presse und die Medien belagern den Ort, die Aufklärung des Verbrechens macht keine Fortschtritte. Einzig eine engagierte Richterin aus Südschweden beschäftigt sich aus privaten Motiven mit dem Fall und findet erste Anhaltspunkte, die von der örtlichen Polizei aber nur widerwillig in die Ermittlungen miteinbezogen werden.

Dann macht Mankell mit der Geschichte einen Zeitsprung zurück ins mittlere bis späte neunzehnte Jahrhundert. Der Leser begibt sich mit einem jungen Chinesen auf eine Reise voller Qualen, Entbehrungen und Tod. Mit seinen zwei Brüdern flieht ein junger chinesischer Bauer vor der Wilkür eines Großgrundbesitzers und landet schliesslich als Sklavenarbeiter beim Eisenbahnbau im nördlichen Nevada unter der Knute eines brutalen und menschenverachtenden schwedischen Vorarbeiters. Seine zwei Brüder überleben nicht, nur er schafft es, nach Jahren wieder nach Hause zu kommen, lernt schreiben und zeichnet seine Erlebnisse in Tagebuchform für die Nachwelt auf.

Wieder macht Mankell einen Zeitsprung und wir finden uns im modernen China des Jahres 2005 wieder. Der Leser lernt einen Chinesen mittleren Alters kennen, der viel Geld, Einfluss und Macht besitzt. Aber nicht nur dies, er besitzt auch ein 130 Jahre altes Tagebuch von einem seiner Vorfahren. Schnell wird klar, dass es sich bei dem Tagebuch um die Aufzeichnungen des ehemaligen chinesischen Sklavenarbeiters handelt, der zum Ende seiner Chronik über die Schmach und die verlorene Ehre berichtet, unter der er und seine Familie zu leiden hatten und sich dafür Genugtuung wünscht, die er nun jenen überlassen muss, die nach ihm kommen, da er selbst nun zu alt und zu schwach dafür sei. Der Nachfahre im modernen China ist mit den nötigen Mitteln und dem nötigen Einfluss ausgestattet, diesem Wunsch seines Vorfahren endlich nachzukommen. Er bauftragt einen Vertrauten ins ferne Ausland zu reisen und das zu tun, was zu tun ist.

Nun geht Mankell wieder zurück nach Nordschweden zu der engagierten Richterin, die immer mehr Hinweise zu Täter und Tatmotiv findet und sich immer intensiver der Auflösung des Falls widmet. Sie reist sogar nach China, stösst dabei an Grenzen und gerät in Situationen, die ihr viel abverlangen. Der Roman beginnt nach dieser Vorgeschichte quasi erst und entwickelt sich zu einer dramatischen und spannenden Kriminalgeschichte mit vielen politischen, kulturellen und sozialkritischen Aspekten, wie man es von Mankells Romanen gewohnt ist. Ängste des Autors vor einer Kolonialisierung Afrikas durch die Chinesen werden laut und seine kritische Haltung gegenüber einem chinesischem System, das mittlerweile weltweit zu greifen beginnt, wird spürbar. Eine zugegenermassen sehr konstruierte Geschichte, aber es ist ja schliesslich das Privileg eines Schriftstellers, gute Geschichten zu konstruieren. Und diese Geschichte ist gut, sogar sehr gut, wie ich finde. Ein starkes Buch von Henning Mankell, das nach meiner Meinung zu seinen besten Nicht-Wallander-Romanen gehört. Für Mankell Fans ohnehin ein Muss, für alle anderen gebe ich die Bewertung vier Punkte.


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