Profil für Draco Sinister > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Draco Sinister
Top-Rezensenten Rang: 131.234
Hilfreiche Bewertungen: 122

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Draco Sinister

Anzeigen:  
Seite: 1
pixel
Die Welle
Die Welle
DVD ~ Jürgen Vogel
Preis: EUR 6,14

1 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Beeindruckend und bedrückend ..., 31. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Welle (DVD)
Zunächst eine Warnung für alle Liebhaber des Romans: Der Film nimmt sich viele Freiheiten gegenüber der Vorlage heraus. Meiner Meinung nach ist die Adaption aber gelungen, denn wo der Roman vielleicht schon etwas verstaubt wirkt, wurde hier verjüngt und aktualisiert, was die Botschaft unterstreicht: So etwas könnte auch hier und jetzt wieder geschehen.

Die Leistung der Schauspieler ist sehr gut - Jürgen Vogel ist ohne Zweifel die perfekte Besetzung für den unangepassten Lehrer, doch auch die Schüler wirken außerordentlich authentisch. Nur das Mädchen, das von Anfang an dem Experiment kritischer gegenübersteht als seine Klassenkameraden, hat mich nicht so ganz überzeugt; doch das bedeutet zugleich, dass die schwierigste Aufgabe - also die glaubhafte Vermittlung der Tatsache, dass sich die Jugendlichen nach und nach völlig in dieses "Projekt" hineinziehen lassen - absolut geglückt ist! Der Film gibt ausführlich Einblick in das Leben der verschiedenen Charaktere, was notwendig ist, damit man versteht: Hierbei handelt es sich um Individuen, die nach und nach erschreckend gleichgemacht werden. An einem Punkt hatte ich zwar schon die Befürchtung, dass dadurch der Fokus verloren gehen könnte, und für gelegentliches Abrutschen ins Klischeehafte muss ich einen Stern abziehen. Doch dann nimmt die Geschichte wieder an Fahrt auf und gipfelt in einem schockierenden Höhepunkt, der den Film hinterher noch lange nachwirken lässt!


Fifty Shades Darker: Book Two of the Fifty Shades Trilogy
Fifty Shades Darker: Book Two of the Fifty Shades Trilogy
von E L James
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,99

80 von 88 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Fifty Shades Duller, 5. Juli 2012
Nachdem ich entgegen meiner Erwartungen den ersten Teil der *50 Shades Trilogy* sehr genossen habe, konnte ich mich nur mit Müh und Not dazu zwingen, den zweiten Teil zu Ende zu lesen. An dieser Stelle würde ich ja gerne eine knappe Inhaltsangabe bieten, aber das ist bei einem derart handlungsarmen Buch einfach nicht möglich. Teil 1 endete mit einem höchst dramatischen Cliffhanger, der allerdings in der Fortsetzung sehr rasch und sehr fade aufgelöst wird: Christian und Ana kommen ratz-fatz wieder zusammen und beginnen eine Beziehung, die bald das frühere "verboten-erotische" Knistern vermissen lässt. Christians BDSM-Vorlieben werden hier - sehr ärgerlich! - als Ausdruck seiner seelischen Zerquältheit beschrieben, und da die Liebe bekanntlich über alles Böse siegt, wird Mr Grey durch Anas wundersamen Einfluss "gebessert": Was dabei herauskommt, ist ein weichgekochtes, weinerliches Männlein, das der Meinung ist, wahre Liebe nicht zu verdienen, und sich deshalb umso verzweifelter an die Frau an seiner Seite klammert. Stöhn! Ich hatte ja Einiges vom zweiten Teil dieser Trilogie erwartet, aber dass die Story derart hausbacken und schnulzig sein würde, hätte ich wirklich nicht gedacht.
Eine kleine Kostprobe gefällig?

Ana: "You're very easy to love. Don't you see that?"
"No, baby, I don't."
"You are. And I do and so does your family (...) You are worthy."
"Stop." He puts his finger over my lips and shakes his head, an agonized expression on his face. "I can't hear this. I'm nothing, Anastasia. I'm a husk of a man. I don't have a heart."
"Yes, you do. And I want it, all of it. You're a good man, Christian, a really good man (...)" (S. 195)

Und so geht es weiter und weiter. Das ist überhaupt die größte Schwäche des Romans: die unendlich vielen Wiederholungen! Es gibt ganze Sätze, die genau so oder ganz ähnlich mehrmals in dem Buch auftauchen, und die Personen scheinen immer wieder dieselben Dialoge zu führen ("Verlass mich nicht!" "Nein, niemals!" "Ich habe dich gar nicht verdient!" "Doch, hast du, du bist so toll!" "Und du bist so schön!" "Nein, bin ich nicht ..." - mit wechselnden Rollen).

Noch dazu wollte mir einfach nicht einleuchten, worauf sich diese unendlich starke Liebe eigentlich stützen sollte. Etwa darauf, dass beide so wunderschön sind (wobei Ana, obwohl sie mit Komplimenten überschüttet wird, immer noch glaubt, eine graue Maus zu sein)? Oder auf ihre extravaganten Unternehmungen? Die Rolle, die Christians Reichtum in der Geschichte spielt, hat mich sowieso irgendwann ziemlich gestört. Klar ist es romantisch, wenn dir dein Freund ein tolles Auto oder ein riesiges Haus kauft, wenn er mit dir Ausflüge mit seiner Yacht oder seinem Hubschrauber macht und wenn er dich auf einen unglaublich prunkvollen Wohltätigkeitsball mitnimmt. Ist aber auch wieder nichts Besonderes, wenn man bedenkt, dass Christian ungefähr hunderttausend Dollar die Stunde verdient (!!) Ich hätte mir gewünscht, dass die beiden auch mal etwas ganz Normales miteinander unternehmen (und dabei nicht immer wieder denselben Dialog führen), damit man erkennt, dass sie sich auch als "Normalsterbliche" in einander verliebt hätten. Aber so hat mich ihre Beziehung einfach nicht wirklich überzeugt, und die Sexszenen (ebenfalls recht fade, nachdem man den ersten Teil gelesen hat) machen das auch nicht wieder wett.

Zum Schluss möchte ich noch betonen, dass die Geschichte meiner Meinung nach wirklich das Zeug dazu gehabt hätte, wieder so unterhaltsam zu werden wie *Fifty Shades of Grey*. Die Autorin hat sich offensichtlich bemüht, Spannung hineinzubringen: Es gab ein paar Einblicke in Christians verletzte Psyche, außerdem eine sich einmischende Ex-Geliebte, eine verrückte Stalkerin, einen schmierigen Boss und Eifersuchtsattacken sowohl auf Christians als auch auf Anas Seite. Leider verkamen diese Probleme neben dem ständigen Rumgesülze der ach so Verliebten zu bloßen Nebenhandlungssträngen, die auch alle bis auf einen sehr lahm aufgelöst wurden. Das eine, noch ungelöste Problem bildet einen lieblos an die eigentlich abgeschlossene Geschichte gehängten Cliffhanger, der zum Kauf des dritten Bandes verführen soll. Sonderlich verführerisch empfinde ich das aber - so wie den restlichen Roman - leider nicht.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 1, 2012 9:49 PM MEST


Fifty Shades of Grey: Book One of the Fifty Shades Trilogy
Fifty Shades of Grey: Book One of the Fifty Shades Trilogy
von E L James
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,35

8 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Guilty pleasure, 27. Juni 2012
Es ist nicht leicht, dieses Buch zu bewerten, denn vergleicht man es mit Werken hoher literarischer Qualität, dann sind wohl nur ein bis zwei Sterne angebracht. Worum es mir hier allerdings geht, ist pures Lesevergnügen, und das hat mir *Fifty Shades of Grey* auf jeden Fall bereitet. Ich wundere mich auch ein bisschen über einige der 1-Stern-Rezensionen, da hier ganz offensichtlich mit völlig falschen Erwartungen an das Buch herangegangen wurde: Nach einer kurzen Recherche sollte doch jedem potentiellen Käufer klar sein, dass es sich hierbei um einen Erotikroman auf Fanfiction-Niveau handelt, nicht mehr und nicht weniger.

Der Erzählstil ist nicht gerade herausragend: Er ist sehr einfach gehalten, wenn man einmal von ein paar merkwürdigen Vokabeln absieht, die ich nachschlagen musste. (Einmal fragt Ana Mr Grey: "Have you been playing with the thesaurus again?", und diese Frage würde ich der Autorin auch gerne stellen.) Außerdem gibt es zahllose Wiederholungen; irgendwann habe ich mich schon darüber gewundert, warum Anas Kopf nicht explodiert, weil sie so irrsinnig oft errötet, und weshalb sie nicht einen genervten Schreikrampf bekommt, wenn Mr Grey sie zum x-ten Mal zum Essen drängt oder ihr sagt, sie solle nicht auf ihrer Lippe herumkauen, weil ihn das die Kontrolle verlieren lässt. Außerdem ging mir ihr inflationärer Gebrauch von Kommentaren wie "Holy crap", "Holy cow", "Holy Moses" etc. bald ziemlich auf den Keks. Dafür, und für ihr ärgerlich geringes Selbstbewusstsein (was leider zu ermüdenden Dialogen von der Sorte "Du bist so schön!" "Nein, bin ich nicht!" "Doch, bist du!" führt) ziehe ich einen Stern ab.

Besonders gut gefallen hat mir, dass die Autorin sich genügend Zeit dabei gelassen hat, die Hauptcharaktere Anastasia und Christian einzuführen. Obwohl die beiden einander schon gleich am Anfang kennenlernen (wodurch man auch sofort in die Geschichte hineingesogen wird), geht es nicht sofort nach einigen plumpen Einleitungssätzen à la "Wieso liegt hier eigentlich Stroh?" mit dem Sex los, sondern es wird nach und nach richtige Chemie zwischen Ana und Mr Grey aufgebaut. Während Ana eher das typische naive Mädchen ist, handelt es sich bei Mr Grey um eine sehr interessante Persönlichkeit, und ich bin schon gespannt darauf, im zweiten Teil der Trilogie mehr über ihn und seine dunkle Vergangenheit zu erfahren.

Was die Sexszenen angeht, so kann ich all jene, die mit BDSM nicht allzu viel am Hut haben, beruhigen: Weil Ana noch so unerfahren ist, will Christian sie nicht mit allzu viel "kinky stuff" überfordern. Wer also einen durchschnittlichen bis leicht experimentierfreudigen Geschmack in Sachen Erotik hat, dem sollten die Schilderungen in diesem Roman gefallen. Ich muss allerdings sagen, dass ich persönlich diese Szenen schon etwas zu gehäuft fand (Mr Grey und Ana sind wirklich unermüdlich), und weil die Autorin bei ihren Beschreibungen oft dasselbe Vokabular verwendet, war ich etwa nach der Hälfte des Buches schon ein kleines bisschen gelangweilt und hätte lieber mehr Dialoge zwischen den beiden Hauptpersonen gelesen.

Die Dialoge sind nämlich wirklich unterhaltsam, vor allem, wenn sie über E-Mail ablaufen. Hier zeigt sich, dass die Autorin nicht nur erotische Fantasien aufschreiben kann, sondern einen echten Sinn für Humor besitzt. Ich hoffe, dass der zweite Teil in diesem Punkt genauso gut ist und dass darin die Charakterentwicklung noch weiter geht. Ich habe ihn mir jedenfalls sofort nach dem Beenden des ersten Buches heruntergeladen, weil die Geschichte wirklich Lust gemacht hat auf noch mehr *Shades of Grey*!


The Mortal Instruments: City of Bones; City of Ashes; City of Glass
The Mortal Instruments: City of Bones; City of Ashes; City of Glass
von Cassandra Clare
  Taschenbuch
Preis: EUR 25,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Romantische Urban Fantasy vom Allerfeinsten!, 21. Juni 2012
Wer sich meine anderen Rezensionen ansieht, wird bemerken, dass ich vom fünften und neuesten Teil der *Mortal Instruments*-Serie nicht gerade begeistert war. Aber nachdem ich diese Enttäuschung verdaut hatte, habe ich mich wieder mal dran gemacht, die ersten drei Bände durchzulesen - zum gefühlten hundertsten Mal! Denn diese Bücher sind absolut großartig und vereinen alles in sich, was ich an Fantasygeschichten mag:

+ eine gut durchdachte, fantastische Welt (es gibt hier Dämonen, Schattenjäger, Vampire, Feen, Werwölfe und Hexen zuhauf, und doch lassen sich all diese Wesen super mit unserer modernen Welt vereinbaren, ein bisschen so wie bei Harry Potter),
+ facettenreiche, liebenswerte (und zum Teil unerhört attraktive!) Charaktere - da findet jeder seinen Liebling!
+ Spannung und Action (Kämpfe gegen Dämonen sind an der Tagesordnung, und dann ist da noch Valentine, der intrigante, grausame und dabei noch sehr interessante Oberbösewicht ...!)
+ Romantik und Liebe (zwischen einigen der Figuren, aber besonders zwischen den Hauptpersonen Clary und Jace, knistert es ganz gewaltig!)
+ und: Humor! Ein derart sarkastischer Junge wie Jace ist mir weder in anderen Büchern, noch (leider, leider) im echten Leben jemals zuvor begegnet, und auch die anderen Personen sorgen immer wieder für Lacher. Ich habe viele Passagen mehrmals gelesen, weil ich sie so umwerfend komisch fand, und oft habe ich mir auch das eine oder andere Zitat angestrichen, damit ich es später wieder finde.

Denjenigen, die die Serie noch nicht kennen und mit dem Kauf noch zögern, kann ich nur sagen: Legt euch gleich die ganze Box zu, denn wenn ihr den ersten Band (und den Cliffhanger!) gelesen habt, werdet ihr euch garantiert nicht von dieser Welt trennen wollen. Der Preis für den Schuber ist super und das Beste ist, dass die drei Bände - obwohl noch drei weitere darauf folgen - zusammen eine abgeschlossene Geschichte bilden. Danach lässt die Serie ein bisschen nach, wobei ich den Kauf des vierten Teils noch guten Gewissens empfehlen kann; der fünfte hat mich wie gesagt ziemlich enttäuscht. Aber mit dieser Dreierbox kann man wirklich nichts falsch machen!


50/50 - Freunde fürs (Über)Leben [Blu-ray]
50/50 - Freunde fürs (Über)Leben [Blu-ray]
DVD ~ Joseph Gordon-Levitt
Preis: EUR 11,49

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zum Lachen und Weinen, 17. Juni 2012
Ein Film zu so einem Thema kann leicht ins Kitschige abrutschen oder unerträglich traurig werden. Hier passiert aber keins von beidem. Ich habe geweint, mehrmals, und zwischendurch musste ich lachen. Das ist das Tollste an *50/50*: Die Geschichte wird insgesamt sehr ruhig erzählt, aber trotzdem liegen Melancholisches und Witziges hier so nahe beieinander, dass man gar nicht mehr Action braucht, um ständig mitzufühlen und mitzufiebern. Die Schauspieler sind übrigens ohne Ausnahme großartig. Ein sehr schöner Film, den ich lange nicht vergessen werde.


Mortal Instruments 05. City of Lost Souls
Mortal Instruments 05. City of Lost Souls
von Cassandra Clare
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,82

25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hauptsächlich heiße Luft, 16. Juni 2012
Vielleicht hätte Cassandra Clare es doch bei einer Trilogie belassen sollen ... wobei wir dann nicht in den Genuss von CoFA gekommen wären, das mochte ich eigentlich sehr gern. Aber was CoLS angeht - leider hat es die Autorin diesmal geschafft und ich war richtig genervt von dem Buch! Zum Inhalt wurde ja bereits von anderen einiges geschrieben. Was aber unbedingt noch gesagt werden sollte: Es war vor allen Dingen sehr, sehr wenig Inhalt! Warum Cassandra Clare den Roman unbedingt so künstlich aufblasen wollte, ist mir schleierhaft. Hätte sie doch ein paar Szenen einfach rausgenommen (z. B. die absolut unnützen Nebenhandlungsstränge mit Maia und Jordan), dann hätte ich am Ende vielleicht nicht so sehr das Gefühl gehabt, einen riesigen Schwall heiße Luft konsumiert zu haben.

Am allerschlimmsten war für mich, dass dem Buch ein wichtiges Qualitätsmerkmal der früheren Bände fehlt: der Humor! Vor allem in City of Bones war doch beinahe jeder Satz aus Jace' Mund eine sarkastische Bemerkung, ein Wortspiel oder ein Witz. Das hat ihn zwar bisweilen leicht "cartoonartig" werden lassen, aber es war mit ein Grund dafür, warum ich ihn so gern hatte! Nachdem er in CoFA schon etwas weinerlich wirkte, ist er nun wirklich am Tiefpunkt angelangt: Er ist langweilig geworden. Solange er unter Sebastians Einfluss steht, ist er sowieso nur ein Schatten seiner selbst und sobald er sich mal davon befreien kann, labert er ewig herum oder gibt kitschiges Zeug von sich. Auch die anderen Personen schaffen die meiste Zeit nicht mehr als halbherzig miteinander herumzuknutschen und ansonsten ewig zu diskutieren - die Witze könnte man wirklich an einer Hand abzählen! (Und sie sind von einer Qualität à la: Magnus kann sich Simons Namen nicht merken und nennt ihn deshalb Shermin oder Shelvin oder so ... als ob er Simon nicht schon seit mehreren Bänden kennen würde?!)

Sehr ärgerlich fand ich auch Sebastian. Der hatte eigentlich das Potential, eine komplexe, facettenreiche Figur zu werden: Irgendwann war ich mir nicht einmal mehr sicher, ob er nicht generell missverstanden wurde und sich noch zum Guten wenden könnte. Aber dann geschah es - für mich ein absolutes No-Go in Romantasy

(ACHTUNG, SPOILER):

Er versuchte Clary zu vergewaltigen. Im Ernst, was haben so viele Autorinnen bloß mit diesen ewigen Beinahe-Vergewaltigungsszenen?! Damit lässt sich wahrscheinlich gut zeigen, in was für einer schlimmen Lage die Heldin sich befindet und was für ein absolut bitterböser Oberfiesling der Mann ist, aber ich finde so etwas einfach nur grässlich zu lesen, schon gar in einem Jugendbuch, das hauptsächlich unterhaltsam sein will. In City of Glass gab es ja schon diese ekelhafte Szene mit dem Dämon, der seine Tentakel in Alines Hose schieben wollte - da habe ich mir schon an den Kopf gefasst. Und nun ein dämonischer Typ, der seine Schwester vergewaltigen will? Nein, danke.

(SPOILER ENDE)

Und dann das Ende. Wer sich die Überraschung nicht verderben lassen will, soll nach diesem Kommentar nicht mehr weiterlesen: Meiner Meinung nach war das Ende einfach nur dämlich.

(JETZT WIRD WIEDER GESPOILERT): Schon nachdem sich herausgestellt hatte, dass Clary und Jace keine Geschwister sind, war es schwer nachzuvollziehen, warum sie nicht endlich miteinander schlafen wollten. Das ist nicht bloß meine persönliche Ansicht, sondern lässt sich aus der Geschichte herauslesen: Schließlich wollte Clary Jace schon nach ihrem allerersten Kuss in Band 1 mit in ihr Zimmer nehmen, wurde aber von Simon daran gehindert. In Band 4 wurde das dann mit aller Macht herausgezögert, indem Jace seltsame dämonische Anwandlungen hatte, und in Band 5 war er eine Marionette von Sebastian, sodass Clary zwar leidenschaftliche Küsse mit ihm tauschte, aber sobald es zu "mehr" hätte kommen können, dachte sie erschrocken: Oh, das ist ja eigentlich gar nicht mein Jace ...! So, nachdem auch dieses Problem gelöst worden ist, könnten sie doch endlich den nächsten Schritt in ihrer Beziehung tun, oder? Aber nein: Jace wurde von einem Engelsschwert durchbohrt und ist von nun an MIT HIMMELSFEUER ANGEFÜLLT, sodass er Clary dabei irrtümlich ... abfackeln könnte oder so?!! Meine Herren. Da fand ich ja Edwards Bedenken vor seinem ersten Mal mit Bella noch logischer.

(SPOILER ENDE)

Dafür, dass diese Serie mal wirklich gut war und durch die Verwendung der alten, früher sehr liebenswerten Charaktere noch ein bisschen was von dieser Qualität zu spüren ist, gibt es von mir gerade noch drei Sterne. Jetzt bleibt mir bis 2014 Zeit, mir darüber Sorgen zu machen, ob es Cassandra Clare mit dem letzten Buch gelingen wird, den Karren aus dem Dreck zu ziehen ... oder ob diese Serie endgültig den Bach runter gehen wird.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 24, 2013 3:46 PM CET


Seite: 1