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Rezensionen verfasst von
MobyDick

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Verdammnis: Millennium Trilogie 2
Verdammnis: Millennium Trilogie 2
von Stieg Larsson
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nervig und ohne suspense, 7. Januar 2010
War im ersten Teil Lisbeth Salander noch ein belebendes Element nervt sie im zweiten Teil nach einigen Seiten nur noch mit ihrem misantrophen Autismus und ins nahezu lächerlich übertrieben Genialität. Leider wird das bis zum Ende nicht besser, eher im Gegenteil. Auch die anderen Figuren, wie zum Beispiel ihr Halbbruder und Vater, wirken alles andere als authentisch sondern mehr wie drastische Karikaturen und bleiben stets blutleere Kunstfiguren. Suspense habe ich in diesem Roman kaum erlebt, schnell ist klar, wer der Täter ist und wie die unterschiedlichen Handlungsfäden zusammengehören. Nein, ich kann den hype um diese Trilogie absolut nicht nachvollziehen, es gibt wesentlich bessere Kriminalromane.


Verblendung
Verblendung
von Stieg Larsson
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ordentliche Unterhaltung aber nicht mehr, 7. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Verblendung (Taschenbuch)
Verblendung ist ein unterhaltsamer Kriminalroman, der deutlich zu lang geraten ist. Während der Kernplot, die Suche nach dem verschwundenen Mädchen fesselnd und packend geschrieben ist, bricht der Spannungsbogen abrupt ab, nachdem diese ihre überraschende Auflösung erfährt und sich der Roman trotzdem noch über die absehbare und schablonenhafte Rahmenhandlung, also die Wennerström-Affäre, hunderte Seiten weiter hinzieht. Der Roman verliert über diese unnötige Länge einiges an Qualität.

Der Hauptprotagonist ist sehr idealisiert gezeichnet, hat keine Ecken und Kanten und wirkt daher blass und leblos. Er wird mehr durch die Handlung getrieben als selbst Akzente zu setzen. Die weibliche Hauptperson sticht mit ihrer schrulligen Verschrobenheit positiv hervor und belebt die Personendynamik. Die anderen Figuren bleiben oberflächlich und ohne charakterliche Tiefe.

Insgesamt trotz verunglückten Spannungsbogens ordentliche Unterhaltung, die aber qualitativ deutlich hinter der Klasse eines Mankell aus der Wallander-Reihe zurücksteht, insbesondere was die Profilschärfe der handelnden Personen angeht.


Der Drachenbeinthron: Roman
Der Drachenbeinthron: Roman
von Tad Williams
  Taschenbuch

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Guter Durchschnitt, 8. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Drachenbeinthron: Roman (Taschenbuch)
Es ist wieder einmal ein Fantasyroman, bei dem ich mich frage, warum in diesem Genre dauernd junge, noch unreife und profilarme Heranwachsende die Hauptprotaganisten sein müssen. Dabei gibt es durchaus gelungene Charakterzeichnungen in diesem Roman, welcher der erste Teil von insgesamt vieren ist, welche als ganzes eine Saga bilden. Das ganze findet wie üblich vor dem Hintergrund eines mythologisch aufgeladenen und archaischen Kampfes zwischen Gut und Böse statt. Positiv hervorzuheben ist die Detailliebe mit der diese Welt namens Osten Ard beschrieben wird, insbesondere die Religiosität ihrer Bewohner, die in anderen Fantasywerken oft nur oberflächlich gestreift wird. Daß es Parallelen zum christlichen Glauben gibt, macht für mich persönlich den Roman interessant, andere Rezensenten haben es dagegen bemängelt, es ist eben eine Geschmacksfrage.

Der Spannungsbogen baut sich sehr langsam auf, was bei einem vierteiligen Epos wohl verständlich ist. Trotzdem treten manchmal Längen auf, die, denke ich, zu vermeiden gewesen wären. An anderen Stellen sind die Beschreibungen der Landschaften und Personen so schablonen- und fassadenhaft, daß der Lesegenuß deutlich leidet. Der jugendliche Hauptprotaganist bleibt blass, der ihn begleitende Troll Binibuk und sein Lehrer Doktor Morgenes wirken viel lebendiger und farbenfroher. Erst ganz zum Ende hin zeichnet sich aber immer stärker so etwas wie eine Persönlichkeitsentwicklung beim Helden ab, die wohl in den weiteren Teilen ihren Fortgang nehmen wird. Sprachlich erscheint mir dieser Roman anspruchsvoller als die Masse der Werke in diesem Genre, wenngleich manche Analogien und metaphorischen Bilder verunglückt wirken, was jedoch auch mit der Übersetzung zusammenhängen kann.


Raumgleiter
Raumgleiter

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die ultimative Elektro-Scheibe, 19. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Raumgleiter (Audio CD)
Mit dieser CD habe ich schon ein halbes Dutzend bekennender Technohasser zur Elektro-Musik bekehren können. Kristallklare, groovige und breite Flächen zwingen geradezu zum Mittanzen. Es handelt sich eigentlich nicht um verschiedene Tracks sondern um einen stringenten Mix. Diese Scheibe ist bald 10 Jahre alt und immer noch unerreicht. Alles, was Trance einmal zu einer innovativen und alternativen Bewegung gemacht hat, bevor sie via Love Parade und Plattenlabels den Kommerztod starb, ist hier zu hören.


Der Herr der Ringe 1-3. Die Gefährten / Die zwei Türme / Die Rückkehr des Königs.
Der Herr der Ringe 1-3. Die Gefährten / Die zwei Türme / Die Rückkehr des Königs.
von John R. R. Tolkien
  Gebundene Ausgabe

10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Kathedrale der Fantasy, 8. Januar 2006
Was soll man zum "Herr der Ringe" noch schreiben? Durch die Filme ist die Geschichte schon zum Allgemeingut geworden und hat auch im Kino neue Maßstäbe gesetzt. Menschen, die sonst keine Bücher gelesen haben, sieht man plötlich in Bus und Bahn "Der Herr der Ringe" lesen. Die Verkaufszahlen dieses Werkes dürften wohl nur von der Bibel übertroffen werden. Also was macht seine Faszination aus?
Zuerst einmal hat Tolkien durch dieses Werk eine neue Gattung, nämlich die Fantasyliteratur gegründet. "Der Herr der Ringe" hat Maßstäbe gesetzt und bleibt bis heute unübertroffen. Es geht, wie eigentlich in allen Fantasybüchern, um den martialischen Kampf zwischen Gut und Böse. Trotzdem treten im "Herr der Ringe" literarisch große und dramatische Figuren auf, die sich in keine Schwarz-Weiß-Schablone pressen lassen, wie vor allem Gollum und Boromir. Es ist ein monumentales, sprachlich gefälliges Erzählwerk, mit vielen Handlungssträngen, die sich trennen, kreuzen und wieder zusammenfließen und einen immer größeren Spannungsbogen aufbauen. Das Buch besticht auch durch seine Liebe zum Detail, so hat Tolkien z.B. eine eigene Elbensprache (eine Mischung aus finnisch und gälisch) geschaffen und mit Mittelerde eine Parallelwelt, die ein in der Literaturgeschichte einmaliges Eigenleben entwickelt hat. Vor allem wenn man noch das Silmarillion liest, das die Schöpfung, Mythologie und Geschichte Mittelerdes über die Zeitalter beschreibt, bekommt man ein Verständnis für die Größe und Tiefe von "Herr der Ringe" und Tolkiens Mittelerde insgesamt.


Die Zwerge
Die Zwerge
von Markus Heitz
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,99

14 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Solide 08/15 Fantasy, 2. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Zwerge (Taschenbuch)
Angeregt auch durch die vielen begeisterten Kommnetare hier, habe ich "Die Zwerge" gelesen. Um es vorweg zu nehmen, ich hatte mir mehr erwartet und bin enttäuscht gewesen. Über Zwerge habe ich nichts wesentlich Neues erfahren, außer daß sie ständig stinkenden Käse essen und wie die Löcher saufen, wenn sie nicht gerade zu dritt eine ganze Ork-Brigade auseinander nehmen. Darüber hinaus bleibt der Autor dem Klischee und altbekannten abgedroschenen Vorurteilen über das Zwergenvolk verhaftet. Nein, anders als der Titel erwarten läßt, die Zwerge kommen in diesem Werk über die gewohnten und ausgereizten Formen nicht hinaus.
Die Figuren sind zumeist sehr oberflächlich gezeichnet und bleiben blass. Es gibt, anders als bei "Herr der Ringe", keine entzweigerissenen ambivalenten Charaktere, die einen wirklich großen Roman auszeichnen, sondern entweder sind die Figuren gut, oder sie gehören der Achse des Bösen an. Daher unterhält der Roman mehr über die Handlung als über sein personelles Inventar. Den gefälligen Aufbau des Spannungsbogens und einen flüssigen sprachlichen Duktus beherrscht der Autor ohne Probleme, weshalb ich diesem Buch noch zwei Sterne gebe.


Der Zauberberg. Roman.
Der Zauberberg. Roman.
von Thomas Mann
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,95

19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein klassischer Bildungsroman, 26. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Der Zauberberg. Roman. (Taschenbuch)
Wer hier angesichts des Titels Abenteuer, Magie oder Fantasy erwartet, sollte dieses Werk auf keinen Fall lesen. "Der Zauberberg" ist ein klassischer Bildungsroman. Jeder, der die deutsche Sprache liebt und seinen geistigen Horizont erweitern möchte, wird an diesem Buch Gefallen haben. "Der Zauberberg" ist aber auch ein Roman über das Wesen der Zeit an sich.
In diesem Roman geht es um die charakterliche Reifung des Protagonisten Hans Castorp von einem schnöselig-versnobten, blutleer-unbedarften und ichzentrierten Jüngling zu einem leidenschaftlichen, aufgeweckt-gebildeten, loyalen und liebesfähigen Mann. Dies alles geschieht vor dem Hintergrund eines siebenjährigen Sanatoriumsaufenthaltes Castorps, der dort eigentlich nur seinen Vetter besuchen wollte, aber auf dem "Zauberberg" hängen bleibt. Während der erste Tag nicht aufhören will und die erste Woche nur zäh vergeht , beschleunigt sich der Fluß der Zeit immer mehr, bis die sieben Jahre scheinbar wie im Flug vergangen sind und trotzdem wie eine Ewigkeit wirken.
Diese sieben Jahre im Sanatorium in Davos bilden die Kulisse für eine faszinierende Beschreibung des europäischen Geisteszustands vor dem Ersten Weltkrieg, dessen Ausbruch den Roman beendet. Alle wichtigen Ideen, Moden, Glaubensrichtungen und politischen Strömungen treten als Personen in diesem Roman auf und ziehen in ihrer wechselwirkenden Dynamik den interessiert beobachtenden Castorp immer mehr in ihren Bann. Insbesondere zum Humanisten Settembrini entwickelt Castorp ein aufrichtiges und freundschaftliches Verhältnis. Was den Roman neben den Bildungs- und Liebesbemühungen des Protagonisten vor allem ausmacht, sind dann auch die Gespräche und Diskussionen, bei denen Castorp anfangs eher ein wißbegieriger Zuhörer ist als ein aktiver Teilnehmer.
Ein Höhepunkt dieses Werks ist die größtenteils unglückliche Liebesbeziehung Castorps zu Madame Chauchat und der französische Dialog, welcher sich zwischen den beiden im Rahmen einer Karnevalsfeier im Sanatorium entspannt. Typisch für Thomas Mann ist die einzigartige sprachliche Filigranität und Eleganz, mit der all dies erzählt wird. Ein derart tiefes Sprachverständnis und -gefühl hat meiner Meinung nach ansonsten nur Nietzsche erreicht. Alles in allem halte ich den Zauberberg für eines der wichtigsten deutschsprachigen Werke überhaupt, wovon nicht zuletzt der Stapel an Sekundärliteratur zeugt, der sich mit diesem Roman und seiner Interpretation und Bedeutung beschäftigt.


Taxi Driver [Collector's Edition]
Taxi Driver [Collector's Edition]
DVD ~ Robert De Niro
Preis: EUR 8,99

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Psychologie der Großstadt, 22. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Taxi Driver [Collector's Edition] (DVD)
Für mich immer noch einer der besten Filme der Geschichte. Hier passt einfach alles, von Scorseses Regie, über die fantastische Kameraführung, das fast schon legendäre Drehbuch Schraders bis zu einem Robert de Niro auf dem Höhepunkt seines Könnens und eine Jodie Foster am Beginn ihrer Karriere. Niemals gab es eine genauere, psychologisch tiefer ausgeleuchtete Studie über die Einsamkeit und Anonymität des Großstadtlebens, die in einem Gewaltausbruch eruptiert, der Filmgeschichte geschrieben hat. Mit das beste an dieser DVD war es für mich, de Niro als Travis Biggle im Original zu hören. Seine Stimme bringt das schizoide der Rolle so viel besser rüber als die deutsche Synchronisation. Die Klasse dieses Films macht auch die Einheit von Handlung und Person aus, denn bis auf eine Szene ist immer Travis anwesend.
Insgesamt ein emotional intensiver, gut durchkomponierter Film aus einem Guß, ein absolut durchgedrehter Film im wahrsten Sinne des Wortes. Jeder, für den Filme mehr sind als in eine oberflächlich-schematisch Handlung integrierte Special-effects, wird Taxi Driver schätzen!


Solaris
Solaris
von Stanislaw Lem
  Taschenbuch

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Grenzen der Erkenntnis, 22. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Solaris (Taschenbuch)
Dies ist ein Ideenroman, in dem es weniger um die Dynamik der Handlung geht (selbst die Liebesbeziehung des Protagonisten ist vor allem statisch), sondern um eine Charakterisierung der Grundzüge und Grenzen menschlichen Verstehens. Das ganze ist eingebettet in eine melancholisch einsame Raumstation, die verloren über den Planeten Solaris schwebt, den ein mysteriöser, scheinbar lebendiger Ozean bedeckt. Nahezu humorvoll sind die Passagen, in denen die Solaris-Forschung beschrieben wird und die unterschiedlichen, sich widersprechenden wissenschaftlichen Strömungen. Lem verdeutlicht, daß ein Mehr an Informationen nicht zwangsläufig mit einem Erkenntnissgewinn verbunden ist. Selten habe ich etwas so greifbar exotisch-visuelles gelesen, wie Lems Beschreibungen des Ozeans und der exzentrischen Formen und architektonischen Gebilde, welche er hervorbringt.
Insgesamt ein sehr philosophischer Roman, der uns unsere Einsamkeit in den Weiten des kalten Weltraumes nahezu plastisch erleben läßt und zeigt, wie unbedeutend eigentlich all die Sorgen und Nöte sind, mit denen wir uns im Alltag belasten. Einzig die Übersetzung läßt viel zu wünschen übrig, weshalb ich nur vier Sterne vergebe.


V.
V.
von Thomas Pynchon
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,95

12 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Zusammenhangslos und ohne erzählerischen Faden, 22. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: V. (Taschenbuch)
Ein Buch, bei dem ich mich zwingen mußte, es zu Ende zu lesen und nicht vorher in die Ecke zu werfen. Irgendwann nerven einen die zahllosen Sprünge, mal in die Zukunft, mal in die Vergangenheit, nur noch an, phasenweise kommt man überhaupt nicht mehr mit, weil man nicht weiß, ob das Geschilderte ein Traum oder eine tatsächliche Handlung darstellen soll. Figuren tauchen in einem einzigen Nebensatz auf, um dann hunderte Seiten später unvermutet wieder zu erscheinen. Es fehlt ein Rahmen, ein Konzept, eine Idee die all dieses weitgehend zusammenhanglose und wirre Geschehen zusammenhält. Am ehesten ist es noch mit einem sinnlosen Puzzle zu vergleichen.
Einige Passagen sind literarisch gefällig, aber meistens wirkt die Handlung wie in einem mechanisch aufgezogenen Puppentheater. Die Figuren bleiben künstlich, unlebendig und psychologisch blutleer wie schlechte Comicfiguren. Selten war ich so froh, ein Buch durchgelesen und endlich weglegen zu können wie bei diesem. Die tiefere Bedeutung dieses Romans hat sich mir nicht erschlossen, wahrscheinlich aus dem einfachen Grunde, weil es keine gibt. Dies Buch hat mich einfach nur in all seiner inhaltsfreien, hektisch-schrillen Aufgeblasenheit verärgert. Das erste und mit Sicherheit auch das letzte Mal, daß ich etwas von Pynchon gelesen habe. Warum Pynchon der größte lebende amerikanische Autor sein soll, will sich mir jedenfalls nicht erschließen, meiner Meinung nach wird er total überschätzt!
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 19, 2010 9:56 AM MEST


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