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Reisender

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Hochfunktionale Autisten im Beruf: Navigationshilfen durch die Arbeitswelt
Hochfunktionale Autisten im Beruf: Navigationshilfen durch die Arbeitswelt
von Ina Blodig
  Broschiert
Preis: EUR 19,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Weg in Arbeit für AutistInnen: EinHandlungsleitfaden, 28. Januar 2016
Ein wirklich gelungenes Buch mit Handreichungen für alle, die sich mit Autismus und Arbeit beschäftigen. Schon das Buch zum Projekt MAASarbeit war sehr gut, hier wird nun alles pointiert, auf das Wesentliche reduziert und es geht um die Sache, nicht um wissenschaftliches Feintuning. Wie bringt man Autisten in Arbeit – oder besser noch: Wie bringen sich Autisten selbst in Arbeit. Das Buch richtet sich in der Schreibweise an Autisten, spricht sie direkt an. Richtig so! Experten für sich sind die Autisten selbst. Jeder mit der persönlichen Individualität. Deshalb ist als Unterstützung individuelles Coaching/ Jobcoaching das Mittel der Wahl. Viele Fragen werden aufgeworfen, mit denen sich jeder beschäftigen sollte und es werden Unterstützungsmöglichkeiten aufgeführt die hilfreich sein können. Wichtig immer wieder: Selbstreflexion, die eigene Person kennenlernen, Reizüberforderungen erkennen und die Ursachen einschränken oder vermeiden. Der Weg zur Festanstellung ist schwer, aber er lohnt, um sich entfalten und das Leben selbst gestalten zu können.
Das Buch ist sehr gut gegliedert und beginnt mit den Bewerbungsunterlagen. Hier verwendet die Autorin Hesse/ Schrader als Standard. Danke, denn so ist es auf dem Arbeitsmarkt. Kreativität gern bei kreativen Berufen, aber ansonsten bitte schnörkellos.
Jeder Unterpunkt wird durch Erfahrungsberichte von AutistInnen bereichert und dadurch direkt in der Praxis beschrieben. Auch Fördermöglichkeiten sind Thema – aber dafür sollten Fachleute da sein, die durch diesen Dschungel führen, daher ist dieser Teil nur kurz. Dafür geht es um Arbeitsplatzsuche, Arbeitsaufnahme mit den Tücken der ersten Tage, Meetings, Mobbing, Betriebsausflüge und Pausen/ Freizeit/ Urlaub. An jeden Aspekt des Arbeitslebens wird gedacht. Schön: Strategien für einen entspannten Arbeitsalltag. „Bewusst Rosinen essen“ hat mir gut gefallen.
Die Anlagen mit Musterbewerbungen und der „Checkliste durch die Arbeitswelt“ sind eine schöne Ergänzung.
Für Autisten aber auch für Fachleute ein wichtiges Buch: So soll die Arbeit mit der Arbeitsaufnahme von autistischen Menschen zukünftig gestaltet werden. Ich bin auch in diesem Bereich tätig und freue mich, dass wir es genauso machen, wie in diesem Buch beschrieben.

Weitere Buchempfehlungen zu dieser Thematik:
Kyra Müller Autismus und Arbeit: Inklusion von Menschen im autistischen Spektrum in das Arbeitsleben (Wissenschaftliche Arbeiten zum Autismus-Spektrum)
Monika Lang MAASarbeit: Barrierefreiheit auf dem Weg in die Arbeitswelt für Menschen aus dem Autismusspektrum
Liane Willey (Thema Studium) Ich bin Autistin - aber ich zeige es nicht. Leben mit dem Asperger-Syndrom
John Elder Robison Schau mich an! Mein Leben mit Asperger
und nicht zu vergessen der Bestseller von
Peter Schmidt Kein Anschluss unter diesem Kollegen: Ein Autist im Job


Durch den Wind: Savant und Autist: Ein einzigartiges Zeugnis
Durch den Wind: Savant und Autist: Ein einzigartiges Zeugnis
von Josef Schovanec
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Lange kein so intelligentes und dabei witziges Buch zum Thema Autismus gelesen!, 21. Januar 2016
Was für ein einzigartiges Buch: Feinsinnig, intelligent, ironisch, bissig und doch lustig und anregend. Schovanec hat einen einmaligen Schreibstil, der jede Seite zum Erlebnis macht. Dabei stellt er seine Fähigkeiten in keiner Weise in den Mittelpunkt, sondern nutzt sie, um dem Leser einen tiefen Einblick in den Umgang mit Autismus in Frankreich zu geben, seinen Autismus zu beschreiben und viele Therapien und Medikamente zu entlarven. Dabei hält er den Nichtautisten regelmäßig einen häufig durchaus komischen Spiegel vor.
In der Schulzeit verzweifeln Lehrer ihm. Danach bewegt er sich zwischen Genie und Lebensunfähigkeit, besucht eine Elite-Universität und lernt zahlreiche Sprachen. Vorrangig eher exotische Sprachen – denn diese Kurse sind meist wenig besucht. Die Versuche, sich behandeln zu lassen, kosten ihn viel Geld, seine Gesundheit und Lebenszeit – die Diagnose Autismus ist eine Erlösung. Er entdeckt währenddessen durchaus das „humoristische Potential“ der Psychoanalyse und führt auch bekannte Protagonisten regelrecht vor.
Was ist schon „normal“? Von Faust bis Rosemary Kennedy gehen seine Gedanken dazu. Außerdem wäre ein Autist in anderen Ländern sicherlich eher unauffällig – bis hin zu Musterschülern in buddhistischen Klöstern.
So viel schlauer Text! Natürlich auch über Autisten, die Helfer- und Forscherszene (wo trifft man sicher keine Autisten? Bei einem Kongress über Autismus).
Dieses Buch sei jedem empfohlen, der ein tiefgründiges Werk zu einem spannenden Thema lesen möchte. Erheiterungen kommen nicht zu kurz.
In Frankreich ist Schovanec eine bekannte Persönlichkeit, häufig in Funk und Fernsehen als Fachmann für Autismus (auch wenn er von seinen Fähigkeiten nicht wirklich überzeugt ist).

Weitere Bücher zum Thema:
Liane Willey Ich bin Autistin - aber ich zeige es nicht. Leben mit dem Asperger-Syndrom
Mr. Robison Schau mich an! Mein Leben mit Asperger
Temple Grandin Ich sehe die Welt wie ein frohes Tier. Eine Autistin entdeckt die Sprache der Tiere und
Dietmar Zöller Als nichtsprechender Autist in fremden Ländern: Das Unterwegssein als Chance erleben


Leben mit einem Kind im Autismus-Spektrum
Leben mit einem Kind im Autismus-Spektrum
von Brita Schirmer
  Taschenbuch
Preis: EUR 26,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erste Information für Eltern mit autistischen Kindern, 11. Dezember 2015
Das Buch erfüllt ein ganz wichtiges Anliegen: Informationen für Eltern, deren Kinder eine Autismus-Diagnose erhalten haben. Erstaunlich, wie allein Eltern danach häufig gelassen werden.
Nachdem zu Beginn des Buchs eine kurze Einführung zum Autismus mit neusten Erkenntnissen gegeben und auch die Diagnostik beschrieben wird, geht es erst einmal um die Eltern. Heutige Eltern sind ziemlich allein mit der Erziehung und ohne Erfahrungshintergrund, den große Familienverbünde oder Dorfgemeinschaften früher gebildet haben. Es tut gut, das mal knackig zusammengefasst auf wenigen Seiten vor Augen geführt zu bekommen. Auch die Paar- und Beziehungsebene wird offen angesprochen: Sehr wichtig für jedes Elternpaar mit einem besonderen Kind. Selbst wenn das Paar die Herausforderung aushält, geht es mit einem völlig anderen Ablöseprozess der Kinder weiter, der sich gänzlich anders gestaltet, als bei „normalen“ Kindern.
Zahlreiche Interviews mit Eltern bilden den Kern des Buches. Ehrliche, klare Interviews. Es werden gezielt Fragen gestellt, es bleibt nicht bei Selbstdarstellungen, wie man sie oft in Büchern von Müttern findet. Hilfreich ist sicherlich, dass die Autorin die InterviewpartnerInnen häufig schon viele Jahre kennt. Die Interviews sind für andere Eltern mit „frischer“ Diagnose ganz sicher hilfreich, zumal sie diese Situation aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. Für mich war dabei auffällig, dass alle Eltern ihr Leben als wesentlich intensiver beschrieben haben, als ohne Kind mit Behinderung. Durchaus im positiven Sinne, auch wenn es eine Berg- und Talfahrt ist. Die Menschchen wachsen an schwerwiegenden Lebensereignissen („postraumatic groth“) – wenn auch ungewollt.
Sehr professionell ist für dieses Buch, dass die Interviews nicht einfach stehen gelassen werden, sondern eine Auswertung und Zusammenfassung durch eine qualitative Textanalyse erfolgt. Ein sehr wertvoller Buchteil, der die Gemeinsamkeiten, den „Schatz an Erfahrungen“ herausarbeitet.

Im Literaturverzeichnis sind vor allem Bücher von Fachautoren genannt, nicht von Autisten. Eltern, die eine frische Diagnose erhalten haben, sollten Bücher von Autisten als nächstes lesen, um deren Sicht kennenzulernen. Beides zusammen verspricht die richtige Grundlage, einen „intensiven Lebensabschnitt“ zu meistern.

Beispiele für passende Bücher von Autisten:
Robin Schicha Außerirdische Reportagen vom Schulalltag: Ein junger Autist beschreibt seinen Schulalltag
John Elder Robison Schau mich an! Mein Leben mit Asperger
Temple Grandin Durch die gläserne Tür - Lebensbericht einer Autistin
Liane Willey Ich bin Autistin - aber ich zeige es nicht. Leben mit dem Asperger-Syndrom
Daniela Schreiter mit tollen Comics Schattenspringer: Per Anhalter durch die Pubertät
Peter Schmidt mit seinen Bestsellern Ein Kaktus zum Valentinstag: Ein Autist und die Liebe


In Felix veritas: Aus dem Tagebuch einer Asperger-Mutter
In Felix veritas: Aus dem Tagebuch einer Asperger-Mutter
von Klara Westhoff
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,90

4.0 von 5 Sternen Der Weg durch die Instanzen für den Asperger-Sohn, 14. November 2015
Das „Tagebuch einer Asperger-Mutter“ ist tatsächlich ein Tagebuch. Der ganze Weg von der Geburt bis kurz vor dem Abitur wird beschrieben. Was für eine Geschichte! Ein Bericht über die verschiedenen Stadien der Diagnostik zu Beginn, und vor allem über Ämter und die Kämpfe mit den Institutionen. Hier wird mit so manchem Seitenhieb über deren Vorgehensweisen nicht gespart, was verständlich ist bei dem dadurch entstandenen Frust und den finanziellen Nachteilen. Der unbändige Wille, sich gegen die Behörden durchzusetzen, ist beeindruckend. Der „Weg durch die Instanzen“ ist mühsam und leider nicht immer von Erfolg gekrönt. Die Mutter hat oft das Gefühl, das hinter den Kulissen gemauschelt und abgestimmt wird, „Amtsstubenspielereien“, es werden Daten weitergegeben, was am Ende sogar zu einem Verfahren wegen Verdacht auf Kindeswohlgefährdung führt. Das war gefährlich. Klagen, Briefe an Ämter – alles ist im Tagebuch dabei.
Während der Schulzeit wird die Schulbegleitung zum Lotteriespiel – man gewinnt leider selten. Mobbinggeschichten, Unverständnis der Lehrkräfte und Mitschüler – wie so oft. Das dann die Mutter in der Not selbst zur Schulbegleiterin wird, kommt überraschend. Da hätte ich gern mehr drüber gelesen. Mit wenigen Sätzen werden ein Hausbau und die dadurch entstehenden Veränderungen erwähnt. Die Doppelbelastung dürfte an jede psychische Grenze gegangen sein.
Das ein Schulabschluss erreicht wird, ist sicher nicht das Verdienst der Behörden, sondern der Mutter (oder Eltern? Der Vater findet kaum Erwähnung).
Durch den chronologischen Aufbau des umfangreichen Tagesbuchs (290 Seiten) fehlen manchmal Erläuterungen zwischendurch, wenn wenig Zeit zum Schreiben blieb. Auch ein Inhaltsverzeichnis und ein ehrliches Lektorat hätten dem Buch gut getan. Trotzdem eine Leseempfehlung für alle, die es mal genauer wissen möchten, wie es denn so ist mir einem Asperger-Kind.
Warum das Buch kurz vor dem Abitur endet, ist nicht überliefert. Gibt es ein Happyend? Man weiß es nicht, aber eine Fortsetzung ist gewiss, denn nach dem Schulabschluss geht es ins Berufsleben und da warten ganz ähnliche Aufgaben auf die Autorin. Dann heißt der Protagonist vielleicht Felix, denn im Vorwort wird von „meinem Sohn Felix“ geschrieben, während das ganze Buch von Justus handelt.

Weitere Bücher von Müttern:
Gee Vero über sich und ihren Sohn: Autismus - (M)Eine Andere Wahrnehmung
Kristine Barnett: Der Funke: Die Geschichte eines autistischen Jungen, der es allen gezeigt hat
Gisa Anders: Eine Fantasie guckt aus dem Fenster: Vom frühkindlichen Autismus zum selbstbestimmten Leben
Cathleen Lewis: Mein Wunderkind - Eine Mutter, ihr autistischer Sohn und die Musik, die alles veränderte
und eines Vaters: http://www.amazon.de/gp/product/B00GWTW2S6/ref=as_li_qf_sp_asin_il_tl?ie=UTF8&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=B00GWTW2S6&linkCode=as2&tag=wwwradtouren4-21


Geliebter Fremder: Wie Frauen ihren Asperger-Mann lieben und verstehen
Geliebter Fremder: Wie Frauen ihren Asperger-Mann lieben und verstehen
von Eva Daniels
  Broschiert
Preis: EUR 17,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine neue und gute Buchidee: Wie kann frau mit einem Asperger-Mann zusammenleben?, 5. November 2015
Eine neue und gute Buchidee: Wie kann frau mit einem Asperger-Mann zusammenleben? Ohne zuviel zu verraten: Es ist etwas für starke und reflektierte Frauen sowie Männer, die ihre Diagnose verstehen und bereit sind, gemeinsam zu lernen.
Das Buch will kein Fachbuch sein und stellt Erfahrungen von Frauen in den Vordergrund. Es beginnt wie ein Liebesroman, so dass Männer versucht sind, den Deckel gleich wieder zuzuklappen. Dass es für Frauen geschrieben wurde, verrät die Autorin auch gleich zu Beginn, wobei AS-Männer und andere Interessierte durchaus viel Neues erfahren. Durch beschriebene Lebenssituationen liest sich das Buch sehr praktisch und lässt vieles gut nachvollziehen.
Das AS-Partner ihre Zuneigung anders zeigen, darf erwartet werden, dass Frauen es damit nicht leicht haben, auch. Frauen müssen sich demnach dringend Ausgleiche suchen, damit sie nicht „unterversorgt“ sind. Das kann gelten für lange Gespräche, soziales Miteinander, Spontaneität und z. B. Flexibilität.
Kommunikationsprobleme sind das vorherrschende Thema einer AS/NT-Beziehung. Die Beispiele im Buch dazu sind sehr gut gewählt. Wichtig ist immer zu wissen, dass ein AS-Mann niemandes Gefühle verletzten möchte – auch wenn es manchmal schwer zu glauben scheint. Die gemeinsame Sprache eines Paares nennt die Autorin daher auch "aspergisch" oder "Lingua Logicorum".
Am Ende des Buches werden die Stufen einer AS/ NT-Beziehung sehr schön als Kulturveränderung, als Umgang mit einem Kulturschock zusammengefasst. Die "sieben Phasen des Kuturschocks" beschreiben ausgezeichnet den Ablauf des Gefühlslebens für eine NT-Frau in einer solchen Beziehung.
Final wird dann noch der MIBF-Test erläutert, damit jeder sich ein Bild von seinen eigenen Charaktereigenschaften machen kann.
Insgesamt ein tolles Buch für Frauen mit AS-Partner, aber auch für alle Menschen, die ein Zusammenleben mit AS-Männern erleichtern möchten. Das Fazit ist, dass ein Zusammenleben mit einem AS-Mann nicht leicht ist, einer Frau aber auch sehr viele einzigartige Momente und Erlebnisse gewiss sind, die es mit NT-Männern so nur selten gibt.
Nun warten wir auf ein entsprechendes Buch über Asperger-Frauen.

Ein Asperger-Mann erzählt: Schau mich an! Mein Leben mit Asperger
Darf nicht fehlen: Ein Kaktus zum Valentinstag: Ein Autist und die Liebe
Und ein beeindruckender Erfahrungsbericht: Ich liebe einen Asperger!: Unsere Ehe, unsere Kinder - und das Asperger-Syndrom
Viele Buchideen: Alles über Autismus: Bücher, Rezensionen, Filme, Blogs
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 24, 2015 1:15 AM CET


Der König bin ich
Der König bin ich
von Hugo Horiot
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,90

5.0 von 5 Sternen Einzigartiges Buch auch zu extremen Verhaltensweisen von Autisten, 1. November 2015
Rezension bezieht sich auf: Der König bin ich (Gebundene Ausgabe)
Ein französisches Buch, geschrieben von einem Autisten und auf Deutsch übersetzt: Nach meiner Kenntnis bisher einmalig. Hugos Autismus wurde früher schon von seiner Mutter, der französischen Schriftstellerin Francoise Lefevre beschrieben, nun schreibt er selbst ein ganz besonderes Buch.
Mit vier Jahren spricht Julian noch nicht. Bewusst, und nur manchmal rutscht ihm ein Wort heraus. Er beschreibt im Rückblick sehr genau, warum er nicht spricht, sich auf den Boden wirft, schreit und durchdreht. Er begründet viele seiner Verhaltensweisen in einer nie dagewesenen Art und Plausibilität. Hier können Fachleute eine Idee bekommen, welche Hintergründe bei diesem Verhalten vorliegen können.
Mit sechs Jahren bringt er den nicht sprechenden Julian um und nennt sich fortan Hugo, da er merkt, dass es anders nicht mehr geht. Er will seinen Autismus verdammen, kämpft mit ihm: Sehr beeindruckend, wie er diesen Kampf immer wieder dargestellt.
Er leidet in der Schulzeit, verachtet seine Klassenkameraden und lässt sich doch zum Klassensprecher wählen. Mit einer ausgeklügelten Kampagne, die er der Politik abgeschaut hat. Er wird gemobbt, hasst sich selbst, fliegt von der Schule. Fast schon das Übliche für einen Autisten im Schulsystem, muss man leider sagen.
Er vergleicht die Therapien für Autisten (in Frankreich) mit Guantanamo. Vergleichbares gibt es aber durchaus auch in Deutschland. Umso mehr man von Innenansichten der Autisten erfährt, desto abstoßender werden bisherige und immer noch gebräuchliche Therapiemethoden.
Das Buch endet mit einem dramatischen Schlusswort der Mutter, die regelrecht geschockt ist von den Erkenntnissen und Berichten ihres Sohnes und nun viel aus den letzten 30 Jahren deuten kann.

Dieses Buch von Huriot ist in jedem Fall ein ganz besonderes Buch, das jedem Interessierten empfohlen sei.

Weitere passende Bücher zum Thema wären:
Robin Schicha über seine Schulzeit Außerirdische Reportagen vom Schulalltag: Ein junger Autist beschreibt seinen Schulalltag
Dietar Zöller, nichtsprechender Autist Als nichtsprechender Autist in fremden Ländern: Das Unterwegssein als Chance erleben
Weitere Literatur über Autismus im Überblick Alles über Autismus: Bücher, Rezensionen, Filme, Blogs
Gisa Anders über ihren Sohn Eine Fantasie guckt aus dem Fenster: Vom frühkindlichen Autismus zum selbstbestimmten Leben


Schattenspringer: Per Anhalter durch die Pubertät
Schattenspringer: Per Anhalter durch die Pubertät
von Daniela Schreiter
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das am besten lesbare Fachbuch, 2. September 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Endlich der zweite Teil! Wie gut, das ich den ersten Teil erst vor kurzem gelesen hatte, so konnte ich quasi gleich weiterlesen. Das erste Werk hatte ich als "das am besten lesbare Fachbuch" gelobt - Schattenspringer 2 schließt da nahtlos an. Ein grandioses Buch, um die Welt von Menschen mit dem Asperger-Syndrom besser verstehen zu lernen. Natürlich ist jeder Autist anders, aber auch in diesem Teil werden ganz viele Gefühle und Empfindungen von Autisten so schön verdeutlicht, dass man keinen Fehler machen kann, diese zu kennen.
Die Pubertät ist ohnehin eine schwierige Zeit für alle Menschen, die sich damit aus der Kindheit verabschieden müssen - ein Wirbelsturm der Gefühle. Für Asperger-Autisten ist das mindestens doppelt so schwer. Und Daniela Schreiter kann sich mit den Bildern so klar und liebevoll ausdrücken - einfach herrlich. Eines meiner Lieblingsbilder ist, wie sie als Loreley lange Zeit („Spinnweben“) auf den nächsten Prinzen wartet und auf einem kleinen Schild „free W-LAN“ als Zugabe zur Loreley geschrieben steht (S. 98). Für die zahlreichen Details muss man das Buch mindestens zweimal lesen (z. B. Kirsche statt Apple).
Ein absolut gelungener Nachfolger des erfolgreichen Erstlingwerkes und das Beste daran: Es wird noch einen weiteren Band geben. Da muss ich nun leider etwas länger drauf warten, aber zur Vorfreude werde ich die beiden bisherigen Bücher öfter lesen, verleihen und verschenken. Danke für dieses erneute, einfach zu lesende Fachbuch.

Empfehlungen:
Auch mit Cartoons illustriert und über die Jugendzeit eines Aspergers: Robin Schicha Außerirdische Reportagen vom Schulalltag: Ein junger Autist beschreibt seinen Schulalltag
Natürlich Schattenspringer 1: Schattenspringer: Wie es ist, anders zu sein
Immer gut und wichtig: Temple Grandin: Durch die gläserne Tür: Lebensbericht einer Autistin
Asperger und Rock'n'Roll: John Elder Robison Schau mich an! Mein Leben mit Asperger
Und als Übersicht darf nicht fehlen: Alles über Autismus: Bücher, Rezensionen, Blogs, Filme


Sozialtraining für Menschen im Autismus-Spektrum (AS): Ein Praxisbuch
Sozialtraining für Menschen im Autismus-Spektrum (AS): Ein Praxisbuch
von Melanie Matzies-Köhler
  Taschenbuch
Preis: EUR 32,99

5.0 von 5 Sternen Erstmalig in D: Formen des Sozialtrainings für Autisten, 1. September 2015
Nun in der 2. Auflage: Erstmalig in Deutschland werden verschiedene Formen des Sozialtrainings für Autisten übersichtlich vorstellt. Dabei wird schon im ausführlichen Vorwort von Krüger darauf hingewiesen, dass jedes Programm sehr sorgfältig und individuell ausgewählt werden muss. Es ist eine große Verantwortung, das jeweils richtige Programm auszusuchen. Daher weist auch die Autorin darauf hin, dass nach Möglichkeit die Person selbst die entsprechenden Bereiche benennen sollte. Es ist dabei immer wichtig, sich auf vorhandene Fähigkeiten und Potenziale zu konzentrieren und diese zu berücksichtigen.
Zahlreiche Methoden, Kursbeispiele und Trainings werden vorgestellt. Unter anderem wird viel auf die Social Stories nach Carol Gray eingegangen - hier hätte ich mir allerdings auch ein paar grafische Beispiele gewünscht.
Das Buch ist ganz sicher hilfreich und wichtig für Menschen, die mit Autisten arbeiten. Es werden auch Hinweise zu Büchern, Filmen, DVDs, und Software gegeben, die man gut in Sozialtrainings einsetzen kann, bzw. die für das Verständnis der Zielgruppe hilfreich sind.

Detailliert und ausführlich wird auf den Verlauf und die Inhalte einer Sozialgruppe in Berlin eingegangen. Dabei werden die verschiedenen eingesetzten Methoden gut und plastisch vorgestellt. Ehrlich werden die Effekte, Möglichkeiten aber auch Grenzen diskutiert.
Erfahrungsberichte von Teilnehmenden sind eine schöne Ergänzung der Berichte. Hier wird besonders deutlich, wie wichtig der Kontakt in der Gruppe mit anderen Autisten ist: Gerade Jüngere merken dabei, dass sie mit ihrer Sicht auf die Welt nicht allein sind.
Final wird auf die Übertragbarkeit der Gruppenarbeit in den Alltag eingegangen.

In jedem Fall ein wichtiges Buch für alle in diesem Arbeitsgebiet, aber auch für Eltern, die sich mit verschiedenen Möglichkeiten des Sozialtrainings beschäftigen möchten.

Weitere Bücher zum Thema:
Von der Autorin: Autismus: Adlerblick und Tunnelsicht.: Tipps für Kids (Geschwister, Freunde, Mitschüler von Kindern/Jugendlichen im Autismus-Spektrum)
Überblick über weitere Literatur: Alles über Autismus: Bücher, Rezensionen, Blogs, Filme
Kristine Barnett mit der Geschichte ihres Jungen, durchaus kritisch zu (amerikanischen) Trainings Der Funke: Die Geschichte eines autistischen Jungen, der es allen gezeigt hat
Robin Schicha: Außerirdische Reportagen vom Schulalltag: Ein junger Autist beschreibt seinen Schulalltag
Dietmar Zöller: Als nichtsprechender Autist in fremden Ländern: Das Unterwegssein als Chance erleben
Zum Bereich Schule: Autismus - ein häufig verkanntes Problem: Kinder und Jugendliche mit autistischen Verhaltensweisen in allen Schularten


Autismus und Sprache: Wörter, Sätze und Gespräche verstehen
Autismus und Sprache: Wörter, Sätze und Gespräche verstehen
von Melanie Eberhardt
  Broschiert
Preis: EUR 29,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Komplexe Forschungsarbeit zum Thema, 31. August 2015
Autismus und Sprache ist ein ganz besonders spannendes Thema. Der Titel und das Cover dieses Buches suggestieren dabei ein allgemeinverständliches Werk, aber das ist es eher nicht. Es handelt sich bei der Veröffentlichung um eine komplexe und interessante Dissertation, die das Thema "Autismus und Sprache" in aller Ausführlichkeit und Vollständigkeit behandelt (deshalb hätte der Titel eigentlich eineinhalb Sätze lang sein müssen mit noch längerem Untertitel. Für Forscher ist der Titel zu trivial).
In der Dissertation geht es um das Kernkriterium der Diagnostik: Die Sprache. Auf über 300 Seiten setzt sich das Buch mit diesem Thema in allen Details auseinander. Interessant ist die Dissertation deshalb vor allem für Autismus- und Sprachforscher.
Nach der Vorstellung des aktuellen Forschungsstands und der Untersuchungsanordnung, werden verschiedene Experimente inklusive aller Ergebnisse, Tabellen und Grafiken im Detail vorgestellt. Eine beeindruckende Arbeit.

Bei dieser Komplexität kann ich kaum ins Detail gehen. Im Wesentlichen wird weitere Forschung in diesem Bereich als wichtig erachtet und bekannte Theorien zumindest in Zweifel gezogen. Das ist eine gute Grundlage für weitere Entwicklungen. Es wird aber auch deutlich, dass man Autisten eben nicht verallgemeinern kann und der mittlerweile etwas abgedroschene Satz "Kennst Du einen Autisten, kennst du genau einen Autisten" auch durch diese Untersuchung bestätigt wird. So einfach ist die Arbeit natürlich nicht auf den Punkt zu bringen.
Es ist eine herausragende Dissertation, die in kommenden Fachbüchern sicher regelmäßig zitiert werden wird. Daher volle Stern-Zahl für das Buch - immer mit Hinweis auf die besondere Zielgruppe der Forschenden.

Weitere Empfehlungen zu diesem Themenbereich:
Alle Bücher von Peter Schmidt
Robin Schicha: Außerirdische Reportagen vom Schulalltag: Ein junger Autist beschreibt seinen Schulalltag
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Überblick Autismus-Literatur: Alles über Autismus: Bücher, Rezensionen, Blogs, Filme
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Auf den Spuren Hans Aspergers: Fokus Asperger-Syndrom: Gestern, Heute, Morgen
Auf den Spuren Hans Aspergers: Fokus Asperger-Syndrom: Gestern, Heute, Morgen
von Arnold Pollak
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannendes Büchlein zu Hans Asperger, 30. August 2015
Ein interessantes und spannendes Büchlein zu Hans Asperger. Es wurde anlässlich eines Symposions an der Wiener Universitätsklinik herausgegeben, an der Hans Asperger tätig war. Das Buch gibt interessante Einblicke von verschiedenen Autoren in seine Arbeit und Person. Ein wichtiger Teil ist dabei die Überprüfung, ob Asperger während der NS-Zeit Unrecht begangen hat. Zusammenfassend kann man sagen: Nein.
Gespannt war ich auf die Ausführungen seiner Tochter, die aber nicht sehr persönlich geworden sind. Deutlich und sehr nachvollziehbar widerspricht sie der Vermutung, dass ihr Vater selbst Asperger-Autist gewesen sei.
Die Beiträge von Lorna Wing und F. Happe sind leider auf Englisch. Das finde ich sehr schade, auch wenn das möglicherweise für eine wissenschaftliche Veröffentlichung üblich ist. Trotzdem bedeutet das für mich einen Stern Abzug.
Interessant ist auch die Studie von Hippler, in der Erwachsene, die von Asperger und Kollegen diagnostiziert wurden, später erneut untersucht werden. Das Ergebnis verrate ich hier natürlich nicht.

Klare Leseempfehlung, insbesondere für alle die sich mit Asperger auseinandersetzen möchten, ein sehr wichtiges Buch. Und in jedem Fall interessant, über den Namensgeber des Asberger-Syndroms mehr zu erfahren.
Abschließend ein Satz von Hans Asperger von 1960: „Ja es scheint fast, als wäre, für bestimmte wissenschaftliche, auch künstlerische Tätigkeiten, ein Schuss Autismus, eine 'Abgestelltheit' gegenüber der Welt von Nöten! Daraus kann eine unbeirrbare Schlagkraft kommen, welche diese Menschen den 'Normalen' durchaus überlegen macht.“ (S. 41).

Weitere Hinweise zu passenden Büchern:
Übersicht Literatur zum Thema Autismus: Alles über Autismus: Bücher, Rezensionen, Blogs, Filme
John Elder Robison: Schau mich an! Mein Leben mit Asperger
Temple Grandin: Durch die gläserne Tür: Lebensbericht einer Autistin
Robin Schicha: Außerirdische Reportagen vom Schulalltag: Ein junger Autist beschreibt seinen Schulalltag


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