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Rezensionen verfasst von
Frank Höhle "fhoehle" (Wuppertal)
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Brahms: Klavierkonzert Nr. 1 (Ltd. Edt.)
Brahms: Klavierkonzert Nr. 1 (Ltd. Edt.)
Wird angeboten von AZALEE-KLASSIK-DE
Preis: EUR 46,99

16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es gibt nur einen Krystian Zimerman!, 17. September 2006
Das erste Klavierkonzert von Johannes Brahms sprengte den bis dahin gekannten Rahmen eines Klavierkonzerts. Brahms spielte es bei der Uraufführung 1859 in Hannover eigenhändig. Es war weitaus länger als üblich, voll von dunklen Farben, scharfen Kontrasten auf der einen und sanften, intimen Motiven auf der anderen Seite. Die Komposition des Stückes dauerte vier Jahre, wobei Brahms es als Sonate begonnen, in eine Symphonie umgeschrieben und als Klavierkonzert vollendet hat. Das Werk reflektiert unter anderen den Selbstmordversuch von Robert Schumann, der den Freund des romantischen Genies deutlich mitgenommen hat. Die erste Kritik ging mit dem Klavierkonzert hart ins Gericht und bescheinigte Brahms ein "Würgen und Wühlen, ein Zerren und Ziehen". Doch heute wissen es besser. Dieses Werk war einfach seiner Zeit mehr als nur ein Stück voraus und es erfordert heute noch ein mehr an Auseinandersetzung als vergleichbare Werke.

Krystian Zimerman, der 1956 in Polen geboren wurde und heute in der Schweiz lebt, hat sich lange und intensiv damit beschäftigt, immer wieder und am liebsten bei Nacht: "In der Nacht habe ich Ruhe, in der Nacht fließt die Zeit anders, in der Nacht zu arbeiten ist fantastisch. Ich spüre plötzlich dieses Fieber, ich kann nicht mehr weg vom Flügel, und das Nächste, was ich realisiere, ist, dass es bereits sechs Uhr früh ist. Es gibt so viel zu tun - und das Lernen dauert bei mir so lange. Ich brauche eine Periode von zehn Jahren, um ein Stück wirklich fertig zu haben". Zimerman spielt nur einen kleinen Teil seines Repertoires vor Publikum und noch weniger lässt er aufnehmen und veröffentlichen. Er ist ein selbstkritischer Interpret, der sorgsam darauf bedacht ist, nur ein Optimum für die Nachwelt festzuhalten. Deshalb ließ ihn das erste Klavierkonzert von Brahms auch keine Ruhe. Er hatte es bereits mit den Wiener Philharmonikern einmal aufgenommen und war mit der Aufnahme überhaupt nicht zufrieden, u.a. weil er nicht seinen Flügel, welcher auf dem Weg nach Wien beschädigt worden war, benutzen konnte. Im Vorfeld dieser Aufnahme konnte sich Zimerman ausführlich mit dem Flügel auseinandersetzen und es vor allem nach seinen Vorstellungen vorbereiten, was Zimerman extrem wichtig ist.

Krystian Zimerman beweist mit dieser Aufnahme erneut, dass er ein absoluter Ausnahmepianist ist und wird seinem Ruf mehr als gerecht. Er ist kompromisslos in seinem künstlerischen Perfektionismus, kraftvoll und zugleich sensibel in seinem Spiel. Farbig, brillant, federnd virtuos gestaltet er die Sturm-und-Drang-Wildheit der Ecksätze, wie beflügelt von einer Kraft, die von innen kommt und die stets die Leichtigkeit der geistigen Durchdringung spüren lässt. Das Glück wird perfekt im meditativen Adagio-Satz, der bei Zimerman zum Choral wird, oder besser: zum gesungenen Gebet. Wenn er sich als Medium versteht, das dem Geist des Komponisten und der Musik so nah wie möglich zu kommen versucht, dann wird das hier am deutlichsten.

Die Berliner Philharmoniker unter Sir Simon Rattle begleiten Zimerman grandios, um nicht zu sagen perfekt. Wenn man sich die erste Einspielung mit den Wiener Philharmonikern anhört, fällt diese zur Interpretation von Rattle und seinen „Berlinern“ deutlich ab. Die Berliner Philharmoniker stellen mit dieser Aufnahme wieder einmal unter Beweis, dass sie das beste symphonische Orchester der Welt sind. Die „Wiener“ haben dagegen ihre Vorzüge mehr bei Opernaufführungen und Aufnahmen. Die Klangfarben des Orchesters unter Rattle sind eine wahre Pracht und jede Sekunde der Aufnahme ist ein purer Genuss. Dabei lassen weder Zimerman noch Rattle Effekthascherei aufkommen, diese Interpretation ist entstanden aus gründlicher Reflexion und tiefem Verständnis für die Musik von Johannes Brahms.

Es gibt keine schönere Aufnahme vom ersten Klavierkonzert von Johannes Brahms. Die interpretatorische Qualität geht weit über das übliche Maß hinaus. Die Berliner Morgenpost bemerkte treffend: „Es gibt viele großartige Pianisten, aber nur einen Krystian Zimerman"!

Dem ist nichts hinzuzufügen, außer: Kaufen und genießen!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 31, 2015 3:51 PM MEST


Shostakovich: Sinfonien 1-15 (GA)
Shostakovich: Sinfonien 1-15 (GA)
Preis: EUR 29,99

113 von 121 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herausragend!, 14. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Shostakovich: Sinfonien 1-15 (GA) (Audio CD)
Am 25. September feiern wir den 100. Geburtstag des großen russischen Komponisten Dmitri Schostakowitsch. Pünktlich zu diesem Feiertag erscheinen einige CD-Boxen, u.a. fünf von Decca. Aber diese zehn CD-Box von EMI sticht aus allen heraus. Hier finden sich sämtliche Symphonien unter dem Dirigat Mariss Jansons, der als absoluter Kenner von Schostakowitschs Werken gilt. Jansons besuchte in jungen Jahren Proben und Konzerte bei Jewgeniy Mrawinsky in Leningrad, bei dem er auch in die Lehre ging. Mrawinsky hat einige Uraufführungen der Schostakowitsch-Symphonien geleitet und war wie Jansons Vater Arvid ein bedeutender Dirigent der Leningrader Philharmoniker.

Es hat beinahe 17 Jahre gedauert, alle 15 Symphonien mit verschiedenen Spitzenorchestern der Welt einzuspielen. Jansons durfte die Symphonien mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, den Berlinern und Wiener Philharmonikern, dem Philadelphia Orchestra, dem Pittsburgh Symphony Orcherstra, dem Oslo Philharmonic Orchestra und London Philharmonic Orchestra einspielen.

Bei Jansons steht Schostakowitsch mehr als bei jedem anderen Dirigenten im emotionalen Mittelpunkt. Die Aufnahmen der fünfzehn Symphonien klingen alle packend und sind bei aller Detailbesessenheit geschlossen in den formalen Zusammenhängen. Mariss Jansons zeichnet sich wieder einmal mehr als souveräner Strukturalist jenseits aller Emotionalität aus. Man wird zurzeit keinen berufeneren Schostakowitsch-Interpreten finden.

Die fünfzehn Schostakowitsch Symphonien, welche zwischen 1926 und 1972 entstanden, sind ein musikalischer Spiegel der Geschichte der Sowjetunion. Die Symphonien erzählen vom stalinistischen Terror, vom Krieg gegen das faschistische Deutschland und vom Leben im Schatten der Diktatur. Dmitri Schostakowitsch spannt dabei einen Bogen von der Aufbruchsstimmung der jugendlich genialen Ersten bis zur resignativen Fünfzehnten. Die vierte Symphonie zog er kurz vor der Aufführung wieder zurück, weil die Uraufführung einem Selbstmord gleichgekommen wäre. Die vierte Symphonie ist voll von ironischen Walzern und zusammengeschnittenen Marschmotiven, Fugen, grellen Trompetenfanfaren, pathetischen Steigerungen und grotesken Zusammenbrüchen. Die Terrormaschine Stalins lief auf Hochtouren, die Abweichung von der sowjetischen Kunstdoktrin war für viele Künstler ein Todesurteil. Erst acht Jahre nach Stalins Tod wurde sie in Moskau zum ersten Mal gespielt. Man kann dieses Vierte durchaus für seine bedeutendste Symphonie halten, obwohl viele Künstler um sie auch weiterhin einen großen Bogen machen.

Man bekommt mit dieser Box einen umfassenden Überblick über das Werk von Dmitri Schostakowitsch und wird von keiner der Aufnahmen enttäuscht. Mariss Jansons hat sich so viel und intensiv mit der Musik und dem Leben von Schostakowitsch beschäftigt, dass dies die überzeugendste Gesamtdarstellung der Symphonien des großen russischen Meisters darstellt.
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Bach: Violinkonzerte BWV 1041-1043, 1060
Bach: Violinkonzerte BWV 1041-1043, 1060
Preis: EUR 9,96

12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbar!, 12. Januar 2006
Hillary Hahn als ein Wunderkind zu bezeichnen, ist bestimmt nicht übertrieben. Sie wurde 1979 im amerikanischen Baltimore geboren und bekam mit vier Jahren ihren ersten Geigenunterricht am städtischen Peabody Konservatorium. Ihr Talent wurde schnell erkannt und so schickte man sie für fünf Jahre in den Unterricht der Violinpädagogin Klara Berkovich, einer Spezialistin aus St. Petersburg, die bereits in ihren Heimat an einer Schule für musikalisch Hochbegabte gearbeitet hatte. Die Förderung zeigt bald erste Erfolge. Hahn gab als Sechsjährige ihr erstes Solokonzert und gewann verschiedene Ausscheidungen.

Im Herbst 1997 nahm Hilary Hahn mit den "Partiten und Sonaten für Solovioline von J. S. Bach, BWV 1004-1006" ihr Debüt als Solistin auf und verblüffte damit die internationale Fachpresse, die von einer 18jährigen eine derartige künstlerische Umsicht und Reife nicht erwartet hatte. Das Album erhielt unter anderem 1998 den "Diaposon D'Or" in der Kategorie "Neue Talente" und gehörte zu den Bestsellern seiner Sparte.

Das "Bach-Concertos"-Album war die erste Veröffentlichung von Hahn für die Deutsche Grammophon. Wenn man an Johann Sebastian Bach denkt, fallen einem direkt die berühmten Brandenburgischen Konzerte und die Orgelkonzerte ein. Aber der Orgel- und Cembalovirtuose Bach beherrschte auch die Geige sehr gut. Bach bereicherte das Geigenrepertoire durch einige überragende Meisterwerke, wie z.B. die acht Sonaten für Violine und Cembalo und die sechs Stücke für die Solovioline. Auch bei drei der sechs Brandenburgischen Konzerten spielte die Geige eine bedeutende solistische Rolle. Doch seine Hauptwerke für Violine und Orchester sind die vier Violinkonzerte auf dieser Aufnahme.

Hillary Hahn beeindruckt mit ihrer perfekten Technik und der Makellosigkeit ihres Spiels. Sie schafft es, sich perfekt in das Orchester einzubringen und auch beim Konzert für zwei Violinen, hat man den Eindruck, beide spielen als perfekte Einheit. Niemand versucht sich in den Vordergrund zu spielen. Wunderbar. An der zweiten Violine unterstützt Margaret Batjer die junge Geigerin und spielt ebenso wunderbar wie Hahn. Allan Vogel spielt im Konzert für Oboe, Violine, Streicher und Basso continuo die Oboe. Er steht Hahn in nichts nach.

Jeffrey Kahane und das Los Angeles Chamber Orchester verstehen es die Solokünstler taktvoll und metronomisch genau zu unterstützen. Eine sehr gute Vorstellung des Orchesters!

Insgesamt kann man nur positive Dinge zu dieser CD aufzählen. Hahn versteht es mit ihrem Spiel, der Musik neues Leben einzuhauchen. Wenn man sich auf diese Interpretation der Bach Konzerte einlässt, kann man sich herrlich in diese Musik hineinfühlen und man ist schnell begeistert. Man bekommt eine jugendliche und moderne Interpretation der Violinkonzerte von Johann Sebastian Bach.


Neujahrskonzert 2006
Neujahrskonzert 2006
Wird angeboten von nagiry
Preis: EUR 14,28

8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der beste Start ins Jahr! Herrlich!, 6. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Neujahrskonzert 2006 (Audio CD)
Beim diesjährigen Neujahrskonzert gab es zwei Premieren. Mariss Jansons dirigierte zum ersten Mal das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker. Der Lette Jansons ist Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks und des Councertgebouw Orchesters in Amsterdam. Um das Programm für das Neujahrskonzert vorzubereiten, hat Jansons nach eigener Aussage über achthundert Werke der Strauß-Familie gehört und Partituren gelesen. Darüber hinaus hat er alles gelesen, was irgendetwas mit dem Werk oder dem Komponisten zu tun hat. Diese äußerst gründliche Vorbereitung hat sich wirklich gelohnt. Die Werkauswahl ist mehr als gelungen und bietet sowohl vertraute, als auch unbekanntere Werke der Strauß-Dynastie. Hervorzuheben sind sicherlich der Walzer „Künstlerleben“, die „Künstler-Quadrille“ und die „Liebesbotschaft“ – alle von Johann Strauß. Alle Werke werden von den Wiener Philharmoniker wunderbar und beinahe perfekt dargeboten. Mariss Jansons dirigierte akzentuiert und voller Leidenschaft und man kann durchaus sagen durch und durch "wienerisch". Man konnte deutlich sehen und hören, warum der 1943 im lettischen Riga geborene Jansons einer der gefragtesten Dirigenten der Welt ist. Hoffentlich bekommt er noch die eine oder andere weitere Einladung zum Neujahrskonzert.
Natürlich dürfte auch dieses Jahr das Stück nicht fehlen, welches Johann Strauss berühmt gemacht hat: der Walzer „An der schönen blauen Donau“ – wie jedes Jahr einfach göttlich gespielt. Dieses Jahr gab es auch wieder den „Radetzky-Marsch“ von Johann Strauß Vater zum Abschluss, dabei zeigte Jansons, dass er nicht nur die Philharmoniker im Griff hatte, sondern auch das begeisterte Publikum.
Die zweite Premiere war der Ouvertüre zur „Hochzeit des Figaro“ vorbehalten. Die Wiener Philharmoniker eröffneten damit weltweit das Mozartjahr und spielten erstmals ein Werk Wolfgang Amadeus Mozarts beim Neujahrskonzert.
Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker unter Mariss Jansons war ein künstlerisch wundervoller Auftakt in das Jahr 2006. Das Klangbild der Wiener Philharmoniker ist wie immer einfach einzigartig und unverwechselbar schön – es gibt, vielleicht abgesehen von den Berliner Philharmonikern, nichts vergleichbares. Den Mitschnitt des Konzerts kann man uneingeschränkt empfehlen. Herrlich!


Neujahrskonzert 2006
Neujahrskonzert 2006
Wird angeboten von nagiry
Preis: EUR 14,28

3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ausgezeichnet!, 4. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Neujahrskonzert 2006 (Audio CD)
Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker war, wie eigentlich immer, ein wunderbarer Auftakt ins Jahr 2006. Auf die Makellosigkeit des Orchesters, egal welcher Spitzendirigent auch den Taktstock schwingt, war wieder einmal verlas. Man kennt ja den bekannten Witz: „Fragt jemand einen Wiener Philharmoniker: Was dirigiert denn Karajan heute? Sagt der: Keine Ahnung was Karajan dirigiert – wir spielen Beethovens Fünfte.“ Die Wiener Philharmoniker sind ein einzigartiges Orchester, welchem der Dirigent nicht jede Kleinigkeit vorstreiben muss. Es ist ein intelligentes Orchester, der Dirigent braucht Ideen in Bezug auf ein Klangmodell und ein Interpretationsmodell, mit denen er das Orchester begeistert.
Beim Neujahrskonzert gab es dieses Jahr zwei Premieren. Mariss Jansons dirigierte zum ersten Mal das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker. Der Lette Jansons ist Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks und des Councertgebouw Orchesters in Amsterdam. Um das Programm für das Neujahrskonzert vorzubereiten, hat Jansons nach eigener Aussage über achthundert Werke der Strauß-Familie gehört und Partituren gelesen. Darüber hinaus hat er alles gelesen, was irgendetwas mit dem Werk oder dem Komponisten zu tun hat. Diese äußerst gründliche Vorbereitung hat sich wirklich gelohnt. Die Werkauswahl ist mehr als gelungen und bietet sowohl vertraute, als auch unbekanntere Werke der Strauß-Dynastie. Hervorzuheben sind sicherlich der Walzer „Künstlerleben“, die „Künstler-Quadrille“ und die „Liebesbotschaft“ – alle von Johann Strauß. Alle Werke werden von den Wiener Philharmoniker wunderbar und beinahe perfekt dargeboten. Mariss Jansons dirigierte akzentuiert und voller Leidenschaft und man kann durchaus sagen durch und durch "wienerisch". Man konnte deutlich sehen und hören, warum der 1943 im lettischen Riga geborene Jansons einer der gefragtesten Dirigenten der Welt ist. Hoffentlich bekommt er noch die eine oder andere weitere Einladung zum Neujahrskonzert.
Natürlich dürfte auch dieses Jahr das Stück nicht fehlen, welches Johann Strauss berühmt gemacht hat: der Walzer „An der schönen blauen Donau“ – wie jedes Jahr einfach göttlich gespielt. Dieses Jahr gab es auch wieder den „Radetzky-Marsch“ von Johann Strauß Vater zum Abschluss, dabei zeigte Jansons, dass er nicht nur die Philharmoniker im Griff hatte, sondern auch das begeisterte Publikum.
Die zweite Premiere war der Ouvertüre zur „Hochzeit des Figaro“ vorbehalten. Die Wiener Philharmoniker eröffneten damit weltweit das Mozartjahr und spielten erstmals ein Werk Mozarts beim Neujahrskonzert.
Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker unter Mariss Jansons war ein künstlerisch wundervoller Auftakt in das Jahr 2006. Den Mitschnitt des Konzerts kann man uneingeschränkt empfehlen, egal ob als CD oder DVD.


Mozart: Die Violinkonzerte / Sinfonia Concertante
Mozart: Die Violinkonzerte / Sinfonia Concertante
Preis: EUR 23,98

29 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit einem Wort: Wunderbar!, 24. Dezember 2005
Das einst vom Stardirigenten Herbert von Karajan entdeckte Wunderkind Anne-Sophie Mutter feiert 2006 bereits ihr dreißigjähriges Bühnenjubiläum. Es ist kaum zu glauben, wie lange sie die Klassikwelt bereits mit ihrer Virtuosität und ihrem einzigartigen Spiel immer wieder aufs neue begeistert. Zum 250. Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart legt Anne-Sophie Mutter neue Aufnahmen seiner großen Violinwerke vor und beginnt mit den Konzerten. Diese fünf Violinkonzerte entstanden zu der Zeit, als Mozart Konzertmeister am Salzburger Hof gewesen ist. Das Konzert Nr. 1 in B-dur wurde im April 1773 vollendet, die weiteren vier Konzerte folgten in der Zeit von Juni bis Dezember 1775. Ergänzt werden die fünf Violinkonzerte durch die Sinfonia concertante, die 1779 entstanden ist. Für diese hat Mozart die Bratsche einen Halbton höher als üblich stimmen lassen, damit sie der Geige klanglich näher kommt.
Anne-Sophie Mutter gelingt auch bei dieser Einspielung den äußerst hohen Standard ihrer bisherigen Aufnahmen zu halten, wenn nicht sogar zu übertreffen. Ihr Spiel grenzt, man ist schon geneigt zu sagen „wie immer", an Perfektion! Kann man die Geige noch besser spielen? Ich glaube kaum. Dieses Höchstmaß an künstlerischer Darstellung wird eine der ersten Regeln gewesen sein, die Karajan ihr beigebracht hat. Aber Mutter wird den Werken Mozarts und den hohen Anforderungen nicht nur technisch, sondern auch musikalisch vollauf gerecht. Die Perfektion in der Intonation, der Dynamik, des Ausdrucks, kurz gesagt der Magie, die sie mit ihrem Spiel erzeugt, begeistert den Hörer voll und ganz. Dabei nimmt man ihr auch nicht übel, dass sie an der ein oder anderen Stelle ein Vibrato anbringt, wo es eigentlich unmöglich zu sein scheint. Im Gegenteil: Gerade diese Dinge machen auch die Magie ihres Spiels aus. Es ist ein Vergnügen, einer Künstlerin zuhören zu dürfen, die ihr Instrument bis ins kleinste Detail beherrscht und deswegen auch Dinge spielen bzw. zaubern kann, die man nicht erwartet.
An ihrer Seite spielt der großartige Yuri Bashmet die Viola und das London Philharmonic Orchestra begeleitet aufs feinste. Besser geht es kaum!
Mit einem Wort: Wunderbar!


Rolando Villazon - Gounod · Massenet Arias
Rolando Villazon - Gounod · Massenet Arias
Preis: EUR 10,98

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein junger Tenor auf dem Weg nach ganz oben!, 22. Dezember 2005
Rolando Villazon präsentiert nach „Italienische Opernarien" sein zweites Solo-Recital. Es zeugt von Geschmack, wenn ein Tenor sich für ein Recital mit nur zwei Komponisten begnügt, statt das übliche Querfeldein zu bieten: Glückwunsch zur gelungenen Zusammenstellung dieses ausführlichen Portraits zweier französischer Meister, Jules Massenet und Charles Gounod, das sowohl deren bekannteste Arien berücksichtigt als auch eher unbekanntere Perlen ans Licht bringt. Mit diesem Album wandelt Villazon auf den Spuren von Nicolai Gedda, bringt aber im Vergleich mehr stimmliches Gewicht auf die Waage als sein berühmter Vorgänger.
In den letzten fünf, sechs Jahren hat Villazon eine Weltkarriere hingelegt. Alles begann mit dem zweiten Platz beim Operalia-Gesangswettbewerb Placido Domingo im Jahr 1999. Seit dem hat er alle großen Opernhäuser der Welt geradezu im Sturm erobert. Gleichwohl, und das ist das Erstaunlichste, merkt man seiner Stimme die Kraftanstrengung , die das bedeuten haben muss, nicht an. Denn Rolando Villazon ist intelligent und gesund, robust und zartfühlend zugleich - eine nahezu unschlagbare Kombination. Wer ihn dieses Jahr bei den Salzburger Festspielen gemeinsam mit Anna Netrebko und Thomas Hampson auf der Bühne gesehen hat, wird nicht nur von seiner Stimme ,sondern auch von seinen darstellerischen Leistungen beeindruckt gewesen sein. Das lässt eine großartige Zukunft mit vielen umjubelten Auftritten erwarten.
Auf diesem Album finden sich fünfzehn Arien der beiden französischen Meister, neun von Massenet und sechs von Gounod. Man merkt deutlich, dass Villazon mit den Franzosen groß geworden ist, dass die verschiedenen Spielarten des Belcantistischen und Veristischen bei Massenet und Gounod ihm eine Lust sind. Er belässt es keineswegs bei sehr bekannten Arien wie „Pourquoi me réveiller" aus Werther oder „Salut, demeure chaste et pure" aus Faust, sondern nimmt auch ausgesprochene Raritäten wie Gounods „Source délicieuse" aus Polyeucte oder „Anges du paradis" aus Mirelle mit ins Programm. Dazu kommen auch noch eher unbekanntere Werke von Massenet aus Le Roi de Lahore oder Le Mage. Dies macht deutlich, dass es für Villazon einen besonderen Anspruch gibt und eine Neugier jenseits des Erfolges. Dem gebührt Lob!
Auch das zweite Solo-Recital von Rolando Villazon ist ein wunderbares Zeugnis seines Könnens! Man hat beim hören viel Freude, zum einen Dank der wunderbaren Stimme und Darbietung eines jungen, viel versprechenden Tenors, und zum anderen wegen der ausgewählten Werke, die sehr vielschichtig sind. Empfehlenswert.


Live Collection
Live Collection
Wird angeboten von musikdrehscheibe
Preis: EUR 35,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Als wäre man im Konzertsaal - die wunderbare Callas live!, 22. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Live Collection (Audio CD)
Primadonna assoluta! Diesen Ehrentitel können Operndiven erlangen, wenn sie sämtliche Stimmfächer beherrschen: den lyrischen Sopran ebenso wie den dramatischen und dazu noch alle Facetten des Koloratursoprans. Welcher Diva, wenn nicht Maria Callas, steht dieser Ehrentitel verdient zu! Lange ist sie die einzige Assoluta gewesen, bis Montserrat Caballe diesen Titel als erste Sopranistin nach der Divina „erbte". Lange Jahre, ja sogar Jahrzehnte, verkörperte Maria Callas die klassische Operndiva, die nicht nur in allen musikalischen Epochen und Stillrichtungen zuhause ist, sondern auch über einen ganz persönlichen Charme verfügt, dem die Fans zu Füßen liegen. Die ganze Welt lag ihr zu Füßen und die ganze Welt war ihre Bühne!
Die „Live Collection" berichtet auf acht eindrucksvollen CDs von den Highlights der spektakulärsten Bühnenauftritte der großen Callas. Auf sechs CDs kann man die Callas bei ihren wundervollen Live-Darbietungen der großen Opern in den bekanntesten Opernhäusern der Welt bewundern. Herausragend ist sicherlich Verdis „La Traviata" aus Mailand aus dem Jahr 1955! Hier kann man sich einen ausgezeichneten Eindruck über die unglaubliche Bühnenpräsenz der Einzigartigen machen. Man kann diese Präsenz und diese emotionale Tiefe von Maria Callas beinahe spüren, als ob man selbst bei der Aufnahme die Scala besucht hätte. Diese Empfindungen kommen aber auch bei den weiteren wunderbaren Aufnahmen rüber und man ist verzaubert. Zu den weiteren Highlights dieser Box zählt nicht zuletzt Puccinis „Tosca" aus London (1964) und „Lucia di Lammermoor" von Donizetti aus Berlin (1955). Diese beiden dürfen zu den besten Partien von Maria Callas gezählt werden. Gerade als Lucia brilliert die Callas und setzt Maßstäbe, denen bisher nur Joan Sutherland genügen konnte. Auch die Londoner Einspielung von Bellinis „Norma" aus dem Jahr 1952 weiß nicht nur zu überzeugen, sondern zu verzaubern. Es gibt wahrscheinlich keine bessere Live-Aufnahme dieser Oper. Nicht vergessen werden darf die 1957er Einspielung von „Anna Bolena" in Mailand. Auch in diesem Werk Donizettis vermag die Callas die Hörer, gerade in den vorliegenden Live-Aufnahme, zu fesseln und mitzureißen wie keine Zweite.
Verdis „Aida" darf in einer solch erlesen Sammlung natürlich nicht fehlen. Die Aufnahme stammt aus Mexiko City (1951) und gehört ebenfalls in die Rubrik „herausragend".
Auf zwei weiteren CDs bringt diese Box Ausschnitte aus den umjubelten Recitals dieser Jahrhundertstimme, u.a. aus Rom (1952) und London (1959/1962). Diese Ausschnitte aus Recitals sind ebenso wunderbar und einzigartig wie die Opernmitschnitte.
Diese Box ist jedem Opernfan ans Herz zu legen, dem es nicht vergönnt war, die Callas live auf der Bühne erleben zu dürfen. Diese CDs vermitteln den wunderbaren Eindruck, Maria Callas stünde immer noch auf den Bühnen dieser Welt und alle würden ihr immer noch zu Füßen liegen! Primadonna assoluta!


La Mer/Prelude/La Boite a Joujoux
La Mer/Prelude/La Boite a Joujoux
Preis: EUR 14,98

29 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Offenbarung!, 19. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: La Mer/Prelude/La Boite a Joujoux (Audio CD)
Als Sir Simon Rattle seine Amtszeit bei den Berliner Philharmonikern begann, versprach er sich verstärkt um das französische Repertoire zu kümmern. Beim diesjährigen Konzert auf der Berliner Waldbühne gaben das Orchester und ihr Dirigent „eine französische Nacht" und begeisterten die rund 20.000 Zuschauer. Bei diesem Konzert zeigten die Berliner Philharmoniker bereits, dass ihr Spiel moderner geworden und ihr Chef ein Meister für die französische Musik ist.
Rattle ist angetreten um das Orchester zu einen modernen Klangkörper zu formen. Die Berliner Philharmoniker sollen zu einem Orchester des ökonomischen Zeitalters werden, welches Spitzenkräfte vereint und deren Qualitäten variabel einsetzt.
Ein besonderes Merkmal des neuen Klangbildes ist das Ausspielen der Solostimmen. Die Aufnahme von Debussys „Prélude à l'après-midi d'un faune" zeigt dies sehr deutlich: Emmanuel Pahud darf seine Flötentöne wie Schmetterlinge über das Orchester tanzen lassen. Der Chefdirigent lässt seinen Berlinern alle Freiheiten, so dass die fulminanten Solisten des Orchesters zu höchster Form aufspielen. Doch ihre traumhaften Soli bleiben keineswegs isoliert, sondern verschmelzen zu einem harmonischen Ganzen, einem spannungsreichen, flirrenden Strom, der niemals still steht. Der Natur abgeschaut, wie schon Debussys orchestrales Gebilde „La mer". Eine wundervolle Einspielung die das Publikum begeistert, ebenso wie bei dem Konzert auf der Waldbühne.
Sir Simon Rattle geht konsequent „mit der Zeit" und deshalb kann ein Debussy von heute gar nicht anders klingen als bei Rattle!
Neben „La mer" und „Prelude à l'après-midi d'un faune" findet sich noch das Ballet „La Boite à joujoux" und drei weitere „Preludes", die von Colin Matthews brillant orchestriert worden sind. Das Ballet und die Preludes sind eher unbekanntere Werke von Debussy und bekommen durch diese Aufnahme ein breiteres Publikum. Sicherlich werden sie viele Freunde finden!
Für alle, die den modernen Rattle Stil lieben, ist diese Aufnahme eine Offenbarung!


The Very Best Of Maria Callas
The Very Best Of Maria Callas
Preis: EUR 7,97

56 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Primadonna assoluta Maria Callas - göttlich!, 19. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: The Very Best Of Maria Callas (Audio CD)
Primadonna assoluta! Diesen Ehrentitel können Operndiven erlangen, wenn sie sämtliche Stimmfächer beherrschen: den lyrischen Sopran ebenso wie den dramatischen und dazu noch alle Facetten des Koloratursoprans. Welcher Diva, wenn nicht Maria Callas, steht dieser Ehrentitel verdient zu! Lange ist sie die einzige Assoluta gewesen, bis Montserrat Caballe diesen Titel als erste Sopranistin nach der Divina „erbte". Lange Jahre, ja sogar Jahrzehnte, verkörperte Maria Callas die klassische Operndiva, die nicht nur in allen musikalischen Epochen und Stillrichtungen zuhause ist, sondern auch über einen ganz persönlichen Charme verfügt, dem die Fans zu Füßen liegen. Die ganze Welt lag ihr zu Füßen und die ganze Welt war ihre Bühne!
Auf dieser Doppel-CD finden sich beinahe alle wichtigen Arien der Callas, insgesamt einunddreißig der schönsten Aufnahmen. Alle sind unverwechselbar mit der Diva verbunden und sie beeinflusst noch heute die Interpretation der Nachfolgerinnen. Nur die Jahrhundertstimmen Joan Sutherland und Montserrat Cabelle, die ebenfalls den Ehrentitel erhielten, können bei der ein oder anderen Partie mit der göttlichen Callas mithalten. Ein Beispiel hierfür ist die Partie der Lucia aus Donizettis „Lucia di Lammermoor". Alle nehmen Maria Callas als Vorbild, doch nur die Sutherland kann die Meßlatte noch ein Stückchen nach oben verschieben - die ganz großen Diven unter sich! In der heutigen Zeit versuchen die Plattenfirmen eine neue Callas zu schaffen, aber eine Künstlerin wird nicht künstlich produziert sondern verdient sich selbst den Ruhm auf den großen Bühnen der Welt. Sie erobert das Publikum selbst und nicht durch geschickte Publicity!
Von den wundervollen Arien auf der CD sind insbesondere das „Vissi d'arte" aus Puccinis Tosca, „In questa reggia" aus Turandot und „Casta Diva" aus Bellinis Norma exemplarisch hervorzuheben. Zu den Highlights unter den Highlights gehört auf jeden Fall das wunderschöne „Ave Maria" aus Otello - keine singt so gefühlsbetont und herzzerreißend wie Maria Callas.
Dieses Recital sei allen Opernfans wärmstens an Herz gelegt, ebenso wie „Die großen Duette" von Maria Callas mit ihrem kongenialen Partner Giuseppe die Stefano. Aber nur als Ergänzung und nicht als Ersatz für Gesamtaufnahmen mit der Callas. Zu denken ist etwa an die Paraderollen der Callas: Tosca, Lucia di Lammermoor, Norma und nicht zuletzt Violetta aus Verdis „La Traviata" - alles beinahe göttliche Aufnahmen!


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