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Rezensionen verfasst von
Peter Kensok "Globalscout" (Stuttgart)
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Gequält
Gequält
von Hans Koppel
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Einmal gewehrt. Doch die Qual geht weiter ein Leben lang, 12. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Gequält (Broschiert)
Calle Collin versucht sich als Serien-Journalist an den Biografien von Menschen, die viel zu früh aus dem Leben gerissen wurden. Kent Svensson zum Beipiel, ein dreizehnjähriger Widerling, der seine Umgebung terrorisierte und dann im wahrsten Sinn des Wortes unter die Räder kam. 15 Jahre später können die Recherchen auch Calle Collin das Leben kosten.

Wäre dieHans Koppel gelingt es, die Charaktere der Mitschüler Kent Svenssons und seiner Familie fast rein über das Gesprochene Wort zu zeichnen. Auch die Puffmutter Sara Vallgren und die ermittelnden Polizisten kommen uns so noch näher als über das tatsächliche Tun.

Sara Vallgren schlachtet kaltblütig auf ihrem Weg zu einer unantastbaren Königin der Unterwelt alles ab, was ihr über den Weg läuft. Dass ihr Geldbote Henk die Übergabe an seinen krebskranken Partner versemmelt, ist für sie nur eine weitere Möglichkeit, sich gleich am Anfang von »Gequält« auszuprobieren. Wie ein mexikanischer Drogenboss umschmeichelt sie ihr Opfer, endlich einmal etwas Richtiges zu tun, indem er sich vor ihren Augen die Knarre in den Mund steckt - und abdrückt.

Ein Leben mehr oder weniger, das macht Sara nichts aus. Es wird weitere Tote geben und Schuldige, die ein Leben lang litten, weil sie nicht länger gequält werden wollten. Sie haben sich einmal gewehrt und zahlen dafür im Stillen ihr ganzes Leben lang.


Bewusstsein 2.0: Wie die modernen Medien unser Denken manipulieren
Bewusstsein 2.0: Wie die modernen Medien unser Denken manipulieren
von Sabrina Wallner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

5.0 von 5 Sternen Kein Bewusstsein bei Stromausfall?, 12. April 2014
Sabrina Wallner kam 1983 auf die Welt und nennt sich noch »ein Kind des analogen Zeitalters«. Sie kennt sogar noch Rudolf Steiner und die Anthroposophie mit ihren besonderen Zugängen zu einem höheren Bewusstsein. Bei ihr heißt die moderne Variante davon »Bewusstsein 2.0«.

Jeder Tastenschlag kann mit relativ einfachen Mitteln abgefangen und ausgewertet werden. Auch wer mit seiner Kreditkarte zahlt und Bonuspunkte einsammelt, wird »durchsichtig«. Er bekommt aufgrund seiner Datenprofile nur noch die personalisierten Angebote, die sich von seinen Bewegungen ableiten lassen – physisch und online. Freiheit sieht anders aus. Schlimmer ist jedoch, was wir damit unserem Körper antun. Dem Gehirn beispielsweise. Was auch immer wir wissen können, wird einfach ausgelagert in eine digitale Welt oder Cloud. Bei Stromauswall existiert weder dieses Wissen noch derjenige, der es innerhalb der digitalen Welt nutzt.

Das Gehirn reagiert auf dieses mangelnde Angebot an Arbeit und sinnlicher Erfassung. Es unterlässt, neue Synapsen zu bilden, außer diejenigen für den Daumen zum Scrollen auf dem Smartphone. Eine von sieben Milliarden Menschen bewegen sich mit dem kleinen Helfer durch die Welt. Wer nicht mindestens per SMS erreichbar ist, kann kein Kunde mehr sein.

Fakt ist, dass Computer aus dieser Welt nicht mehr wegzudenken sind. Auch Sabrina Wallner macht sich da nichts vor. Allerdings verschweigt sie auch nicht, dass gerade die »digital natives«, die Generation, die mit Internet und Smartphone aufgewachsen ist, sich keine Gedanken darüber macht, was alles sie den digitalen Medien anvertraut. Statt frei zu sein und selbstbestimmt, öffnen sie gedankenlos jeder Art von Manipulation Tür und Tor, verzichten auf Sinnlichkeit und bewusstes, verlässliches Sein, wo jede noch so flüchtige Identität möglich ist.

Die Aussichten, die Sabrina Wallner in ihrem Buch gut begründet zusammenfasst, sind ziemlich schlimm. Manfred Spitzer bringt sie in dem Begriff »Digitale Demenz« auf den Punkt. Das Gehirn verweigert neue synaptische Verknüpfungen, wo die Lerninhalte nicht anspruchsvoll und für alle Sinne zugänglich erfasst werden. Die Schrift hat Jahrtausende gebraucht, um sich zu verbreiten, die Hersteller immer kleinerer Computer brauchen für die weltweite Einführung modernster Modelle nur Monate. Das ist zu wenig, um sich kritisch im Sinne einer wirklich infragestellenden Durchdringung mit ihnen auseinanderzusetzen.

Auf welche Seite sich Sabrina Wallner schlägt, bleibt bei all ihrer Skepsis offen: »Ich hoffe«, schließt sie, »jeder Leser weiß die Kultur der Digiatalisierung zu schätzen, die dem Menschen genauso viel Mehrwert bringen kann wie die analoge Kultur!«


Otto Moralverbraucher: Vom Sinn und Unsinn engagierten Konsumierens
Otto Moralverbraucher: Vom Sinn und Unsinn engagierten Konsumierens
von Caspar Dohmen
  Broschiert
Preis: EUR 18,95

4.0 von 5 Sternen Engagiertes Konsumieren und die Politik, 11. April 2014
Otto Normalverbraucher könnte ein stärker politisch engagierter Verbraucher sein. Aber verhökert er damit die Moral, die er vertritt und wird zum »Otto Moralverbraucher«? Caspar Dohmen glaubt, dass (politisch) engagiertes Konsumieren nur zu oft das Gegenteil der eigentlichen Absicht bewirkt. Ob der Versuch einer Transformation der aktuellen Wirtschaft gelingt, steht jedes Mal wieder neu in den Sternen.

Caspar Dohmens »Otto Moralverbraucher« richtet sich an den Verbraucher, der sich gar zu pauschal auf der Seite der moralisch Guten sieht. Leider sind unsere Systeme jedoch so komplex, dass jedes Engagement unvorhersehbare Reflexe auslösen kann: Auch die Moral, die wir auf unserer Seite vermuten, hat Folgen für das System.

Konsum ist das Eine und eine ziemlich private Absicht. Am längeren Hebel sitzt die Politik. Auch hier gilt es sich zu engangieren, denn wer schon die Wahlurnen meidet, verzichtet auf den möglicherweise entscheidenden Einfluss. Allerdings: Im Laden um die Ecke kann jeder in fünf Minuten Produkte boykottieren, die seit den letzten Nachrichten zur vollen Stunde unmoralisch sind. Probier das einmal mit einem Volksvertreter gleich nach seiner Wahl!

Ich denke, das beides nötig ist: politisch engagiertes Konsumieren und bewusst auch rund um den Konsum orientiertes Engagement in der Politik. Moral ist ziemlich relativ, und sie verdient eine Chance. Im Tandem mit der Politik verbraucht sie sich zumindest langsamer. Caspar Dohmen regt in diesem Sinn zu Diskussionen an.


Das Geheimnis der positiven Ausstrahlung. Sympathisch, souverän und selbstbewusst in sieben Schritten
Das Geheimnis der positiven Ausstrahlung. Sympathisch, souverän und selbstbewusst in sieben Schritten
von Carolin Lüdemann
  Broschiert
Preis: EUR 9,95

4.0 von 5 Sternen Charisma und das Bewusstsein der eigenen Endlichkeit, 10. April 2014
Ich hatte die ganze Zeit über das Gefühl eines »schon mal gesehen«. »Déjà-vu«. Und zwar vor mehr als 20 Jahren, als ich selbst jung und der positive Denker und Pfarrer Norman Vincent Peale längst ein Klassiker war. Dale Carnegie war mit seinen Büchern zeitgleich ein Dinosaurier der Literatur zum Freunde gewinnen. Tausendmal kopiert und tausendmal ist nichts passiert. Wie im Schlager, der ein wenig anders lautet, zwitschern seit 1912 die Spatzen die immer gleichen Botschaften von der Stange. Längst auch Carolin Lüdemann und Kathrin Emely Springer.

Ich habe mir für das Thema neuen Wein in neuen Schläuchen gewünscht, statt die wieder und wieder ollen Kamellen, die schon dadurch seltsam wirken, dass Charisma mit allseitiger Beliebtheit durch fröhliches, extrovertiertes Auftreten, proaktives Kontakten und eventuell durch »stylischere« Klamotten geprägt ist. Das hier soll dabei herauskommen: Sympathie und Vertrauen!

Die Faktoren von »wahrer Schönheit« sind ein bisschen komplizierter als in diesem Buch, finde ich. Eine positive Ausstrahlung, erst recht Charisma, braucht all die Äußerlichkeiten nicht, die hier beschrieben sind. Wer daran glaubt, hat in einer Welt mit übersexualisierten Idolen wie David Beckham und Dolly Buster keine Chance, wirklich jemals Charisma zu entwickeln. Er/sie wird bestenfalls hoffen, dass der Schein zum Sein wird, falls die Ausdauer dafür ausreicht.

Carolin Lüdemann und Katrin Emely Springer sind erfolgreich mit ihrem Tun. Sie sind »Expertinnen« für Karriere und Knigge, sei es bei Unternehmen und Leistungssportlern. Auch das gehört dazu, zu was auch immer. Auch als Autorinnen sind sie erfolgreich – was alles nichts anderes heißt, als dass sie Antworten wiederholen, wo sie zum Bedarf und zu den Fragen passen. Wie zum Beispiel dazu, eine charismatische Persönlichkeit zu sein.

Vertrauen entsteht nicht durch Äußerlichkeiten, die man sich maßgeschneidert direkt an den Körper tackern lassen kann oder von der Stange kauft. Charakter entsteht immer, egal ob wir Schlimmes oder Gutes tun. Eine wirklich positive Ausstrahlung ist dagegen niemals absichtsvoll. Nur dadurch hat sie überhaupt die Chance, den Ritterschlag »Charisma« zu erhalten. Charisma ist selten und hat nichts mit »up-to-daten« Frisuren, aktuellen Figuren-Trends und Followern auf Twitter und Freundschaften auf Facebook zu tun.

Charisma stellt niemals sich selbst über andere. Deshalb braucht es Dinge wie »Farben erzeugen Wirkung« nicht oder Handlungsanweisungen, die dazu auffordern, ein paar Sekunden auf der Türschwelle stehen zu bleiben und den einen oder anderen mit einem Blick in die Augen zu erfassen.

Sorry: Bayern spielt gerade gegen ManU, da interessieren mich deine Klamotten und deine letzte Erkenntnis aus dem Lüdemann/Springer-Seminar überhaupt nicht! Die Göttin neben mir, die beim Tor von Thomas Müller ausrastet, hat mehr positive Ausstrahlung als du, liebe Barbie, am Eingang zu meinem Pay-TV-Lokal. Weder du noch Ken haben mich jemals beeindruckt. Euer Schmelzpunkt ist einfach zu niedrig

Ich glaube, dass das Geheimnis einer positiven, ja charismatischen Ausstrahlung sehr individuell ist. Wer sich ihm nähert, ja, es auch nur wahrzunehmen wagt, ist sich dessen bewusst. Es ist ein Geschenk und nichts, das man kaufen oder gelehrt werden kann. Man muss es sich erarbeiten, unabhängig von der eigenen Lebensdauer. Dann erstrahlt es für andere erkennbar oder eben nicht. Und selbst wenn es das tut, ist es für den, der Charisma hat, nicht wirklich wichtig.

All das vermisse ich in »Das Geheimnis der positiven Ausstrahlung«. Die sieben Schritte zu einem sympathischen, souveränen und selbstbewussten Auftritt sind einfache Werkzeuge in einem Kasten, der noch erkennen muss, dass auch er selbst eine Rolle spielt. Als Werkzeugkasten eben. Das ist manchmal vielleicht sogar die wichtigste Rolle, die jemand jemals wirklich haben wird. Charismatische Persönlichkeiten spüren selbst in der Öffentlichkeit, dass dem so ist und auch sie davon betroffen sein könnten.


Wrong Turn - Warum Führungskräfte in komplexen Situationen versagen
Wrong Turn - Warum Führungskräfte in komplexen Situationen versagen
von Lars Vollmer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Führungskraft war gestern, 7. April 2014
Führungskräfte sollen führen. Und weil sie dafür bezahlt werden, tun sie es auch – meistens da, wo sie weder kompetent sind noch die Übersicht haben. Nach Lars Vollmer und »Wrong Turn« sollten Unternehmen besser auf sie verzichten. Führungskräfte sind kaum ausgestattet, komplexe Situationen mitarbeiter- oder sogar kundenorientiert zu gestalten. Sie entscheiden auf der Basis von Theorien und Modellen und planen eine Zukunft aufgrund von Faktoren, die unvollständig sind und sich jederzeit ändern können. Mit zahlreichen Beispielen untermauert Lars Vollmer, warum der Glaube an die Fähigkeit unserer Führungskräfte falsch ist – eben »Wrong«.

Lars Vollmer klagt keinesfalls an, sondern er beschreibt Ursachen, die im Taylorismus begründet sind, nachdem sich Arbeitsabläufe vorhersehbar steuern lassen. Spezialisierung ist dabei eines der wichtigen Stichworte, und die größte Kompetenz wird in den obersten Etagen eines Unternehmens vorausgesetzt. Hier setzt Lars Vollmer dann auch zum »Turn« an, zur Wende. Führungskraft wird in der Regel, wer sich an der Basis bewährt hat. Seine Fähigkeiten dort wieder einzuspeisen, könnte den Unternehmen gut tun. Entscheiden sollten ansonsten diejenigen, die den Kontakt zum Verbraucher haben.

Wenn klassische (theoretische) Führungsmodelle die komplexen Prozesse in der Wirtschaft und in der Gesellschaft nicht mehr unterstützen, braucht es etwas Neues. Lars Vollmer zeigt, wie Führung in komplexen Situationen funktioniert und dabei ganz flexibel neue Fühungskonzepte entstehen.


Wieso Frauen immer Sex wollen und Männer immer Kopfschmerzen haben: Die populärsten Irrtümer über Beziehungen und Liebe
Wieso Frauen immer Sex wollen und Männer immer Kopfschmerzen haben: Die populärsten Irrtümer über Beziehungen und Liebe
von Christian Thiel
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sex verkauft sich immer - wenn beide wollen, 7. April 2014
Irgendwie müssen Mann und Frau schon einen ziemlichen Schuss weg haben, wenn jede/jeder Zehnte in den USA auch beim Sex auf dem Smartphone herumdaddelt. Unglaubliche Geschichten präsentiert Christian Thiel, von Männern und Frauen, die mit »das da« zwischen ihren großen Zehen überhaupt nichts mehr anfangen können.

Nach »Wieso Frauen immer Sex wollen und Männer immer Kopfschmerzen haben« gibt es jedenfalls keine Ausreden mehr, wenn »Dinos« (double income no sex) über zu wenig Nähe und Zweisamkeit klagen. Sex ist eben nicht nur für das junge, rollige Ego gut; es bindet auch Ältere aneinander.

Christian Thiels Buch liest sich angenehm, kein Schmuddelkram, sondern ein bisschen Praxiserfahrung rund ums Kuscheln für Menschen in jungen Jahren bis zu solchen, die nicht damit aufhören wollen. Thiel räumt mit vorgefassten Urteilen auf. Er untermauert seine Thesen mit Zitaten aus langfristigen wissenschaftlichen Untersuchungen von Sexualforschern und schaut auch einmal in der Biologie unserer Mitprimaten nach. Dort dauert Sex manchmal nur Sekunden. Mit 7 bis 14 Minuten - ohne Vor- und Nachspiel - kommen die meisten Menschen da noch ganz gut weg, vorausgesetzt sie kriegen den Beruf, die Familie und ihre Partnerschaft unter einen Hut.


Die Kunst des Sterbens: Thriller
Die Kunst des Sterbens: Thriller
von Chris Morgan Jones
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Schwer zu lesen – und leicht zu vergessen, 7. April 2014
Der iranische Milliardär und Kunstsammler Darius Qazai hat sich ziemlich verzockt und braucht Geld. Er engagiert die Firma Ikedu, das fragwürdige Weiß seiner Weste wieder weiß zu machen. Danach könnte er seine Investment-Firma verkaufen und wäre finanziell aus dem Schneider. Mindestens sein Sohn wird bis dahin dran glauben müssen.

Qazai entpuppt sich als ziemlicher S*******, der für den teuren Schein alle täuscht, die jemals an ihn geglaubt haben – auch eine global operierende Sicherheitsfirma. Darius Qazai scheint »lediglich« in einen internationalen Kunstschmuggel verwickelt zu sein. Doch schon die Vermutung, er könnte wertvolles Kulturgut verhökern, reicht, die aktuelle Verklaufsabsicht für seine Investmentfirma scheitern zu lassen. - Und Qazai braucht das Geld.

Die Geschichte ist gut gemeint. Autor Chris Morgan Jones hat zudem Erfahrung in der Beratung von global agierenden Unternehmen, Regierungen im Mittleren Osten, Bankern in New York, Londoner Investmentfonds, afrikanischen Minen-Unternehmen und russischen Oligarchen. All das garantiert jedoch keine frische, immer wieder spannende Geschichte, die den Ritterschlag Thriller verdient. »Die Kunst des Sterbens« ist schwer zu lesen – und leicht zu vergessen.


Spademan: Thriller
Spademan: Thriller
von Adam Sternbergh
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Schwarzes Genre und »Faszinierend!«, 22. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Spademan: Thriller (Broschiert)
Adam Sternbergh entführt uns in das New York der Zukunft. Das ist nicht viel anders als heute, nur mit mehr Radiaktivität, noch mehr Kriminalität und Heilsversprechern, die über Leichen gehen. Der Spademan hat als Müllmann angefangen und macht im Prinzip auch nach der Berufsunfähigkeit nichts anders, nur dass er Leute entsorgt, die für seine Auftraggeber eben mehr oder wenige Müll sind. In den verseuchtesten Vierteln der Stadt, die niemals schläft, muss er sich jetzt um die Tochter eines Predigers kümmern, der der Vater seiner eigenen Enkel sein könnte.

Schwangere umbringen, zudem fast selbst noch Kinder, ist nicht sein Ding. Da verweigert sich irgendwie das Teppichmesser. Also jagt Spademan seinen eigenen Auftraggeber – und wird schon bald selbst zum Gejagten. T. K. Harrow verbreitet seinen Fluch und Segen über die »Limnosphäre«. Wenn schon die Stadt niemals schläft, entziehen sich die New Yorker in diesen eisernen und hochtechnischen Kokons für Stunden der Wirklichkeit. Sie werden »eingestöpselt«, bekommen Nährlösungen und Schläuche für die Ausscheidungen. Ansonsten werden sie mit künstlichen Realitäten zugedröhnt wie seinerzeit Neon in »Matrix« vor dem Erwachen.

T. K. Harrow und seine Mitarbeiter entwickeln immer wieder neue und brutalere Szenarien für die Besucher ihrer Schlafhallen. Pech für den alternden Harrow: Auch er ist ein Limno-Junkie, und er meint es mit den Seinen, seine Tochter eingeschlossen, gar nicht gut. – Und Spademan hat einTeppichmesser. Am Ende löst sich die Jagd in einem Showdown auf, der selbst den Spademan überraschen wird. Denn das trügerische Limno-Spiel macht die Schwachen im richtigen Moment stärker als die scheinbar Starken vermutet hätten.

Irgendwie scheint Adam Sternbergh mit einer kaputten Tastatur zu arbeiten, der die Anführungszeichen fehlen. Das ist gewöhnungsbedürftig und trotzdem irgendwie nett. Dieses Buch ist eben anders und entführt uns in eine Kultur, in der auch das Lesen von vornherein anders ist. Wie hätte Spock eine Galaxie weiter in einer noch ferneren Zukunft als die des Adam Sternbergh gesagt: »Faszinierend!«


Gefahrenzone
Gefahrenzone
von Tom Clancy
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

4.0 von 5 Sternen Ziemlich »Clancy«, 17. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Gefahrenzone (Gebundene Ausgabe)
»Gefahrenzone« ist ziemlich »Clancy«: Viel qualifizierte Ballerei, die Jack Ryans junior und senior und den Campus mit seinen Gegnern in der Welt. Die Guten sind wie immer US-loyal. Allerdings gibt es auch die anderen. Aktuell haben es die Ryans statt mit Russen mit Chinesen zu tun. Dort gibt es einen gewissen Center, der ein ganzes Heer von Computerhackern engagiert, für die der schmutzige Krieg mit realen Toten und Duellen Mann gegen Mann keine Rolle spielt. Sie heben notfalls die Sicherheit in Kernkraftwerken auf und schalten Satelliten aus, damit Kampfjets und Flugzeugträger die Orientierung verlieren.

Ohne Dr. Tong Kwon Kran ginge dabei gar nichts, schon gar nicht der Großangriff im Südchinesischen Meer, die Belästigung Taiwans und der Philippinen zu Wasser und aus der Luft.

Der neue Clancy ist wie seine Vorgänger ein Katalog für Waffennarren. Clancy fantasiert gekonnt um die menschlichen Schwächen der Mächtigen dieser Welt. »Gefahrenzone« ist in jeder Hinsicht ein spannender Jungs-Roman, zudem auch gehört, dass die einzige weibliche Schwäche Jack Ryan jr.s Freundin Melanie Kraft sein wird.

Der fünfzehnte Band aus dem Jack-Ryan-Universum – zwischen den aktuellen Ereignissen um Russland, Ukraine und Krim einfach lesenswert.


Das Fleisch Gottes
Das Fleisch Gottes
von Wolfgang Westphal
  Broschiert
Preis: EUR 12,50

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Medizingeschichte, die man sich kaum anzuschauen traut, 11. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Fleisch Gottes (Broschiert)
Wolfgang Westphal (* 1944) betont im Nachwort zu »Das Fleisch Gottes«, dass er seinen spannenden Thriller zwar auf historischen Elementen aufbaut, die Geschichte aber fiktiv und alle Ähnlichkeiten mit lebenden Personen rein zufällig seien. Hoffentlich! KZ-Ärzte experimentierten seinerzeit mit Menschen als wären sie Laborratten. Sich deren grausame Neugier überhaupt vorzustellen, berührt bereits ein Tabu – bis heute. Wolfgang Westphal tut in »Das Fleisch Gottes« genau das. Er bildet einen Wahnsinn ab, wie er im Namen der Wehrmacht so stattgefunden haben könnte.

Der Autor legt für »Das Fleisch Gottes« in unterschiedlichen Zeiten mehrere Fäden seiner Geschichte an. Da sind auf der einen Seite die 1940er Jahre, in denen der KZ-Arzt Dr. Sigmund Rascher Menschen quält. Von seiner Arbeit in Dachau überdauert ein geheimnisvolles schwarzes Buch. Diese Notizen geraten in die Hände ebenso einflussreicher wie skrupelloser Männer. Sie wollen auf der ehemaligen SS-Ordensburg Heinrich Himmlers, der Wewelsburg bei Paderborn, ein neues Reich heraufbeschwören. Ein Schritt dazu ist die Umsetzung der Forschungsergebnisse des Sigmund Rascher, um aus harmlosen Menschen gehorsame, eiskalte Killerroboter zu machen. Operationen am Gehirn, die Vergabe von Giften des mexikanischen Pilzes Teonancatl (»Das Fleisch Gottes«) und hypnotische Befehle gehören dazu.

Während die Männer um den Psychologen Dr. Conradi ihren skurrilen Wehrmachtsgehorsam pflegen, müssen sie mit Widerstand rechnen. Denn unter den Nachkommen der Opfer des Siegmund Rascher gibt es ebenfalls Menschen, die sich erinnern und vernichten möchten, was auch immer von den damaligen Mördern überdauert hat. - Das braune Gespenst der 1930er geht wieder um. Wolfgang Westphal lenkt den Blick auf einen Bereich der Medizingeschichte, den man sich kaum anzuschauen traut.


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