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Beiträge von Peter Kensok
Top-Rezensenten Rang: 919
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Rezensionen verfasst von Peter Kensok "Globalscout" (Stuttgart)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Alles wie zur Machiavellis Zeiten, 1. Mai 2013
Sascha Adamek verbündet sich in »Die Machtmaschine« zunächst mit Niccolò Machiavelli. Schließlich hatte der schon vor 500 Jahren gesagt, dass Zügellosigkeit die Ursache von tausendfachem Unrecht sei - und vor Amtspersonen nicht Halt mache. Weder als Opfer noch als Täter, müsste man hier ergänzen und darf dann nach Herzenslust auf zeitgenössische Politiker verweisen. Im Grunde wurde Machiavelli von einem zeitgenössischeren Forscher bestätigt. Norbert Elias (1897 - 1990) sagte schon in »Die höfische Gesellschaft«, seit die Ritter sich nicht mehr Mann gegen Mann die Schädel einschlügen, sei Macht nur durch die Nähe zum königlichen Hof und durch Intrigen gesichert. Da schließt sich dann der Kreis zu Sascha Adamek und seiner Zusammenfassung zu Sex, Lügen und Politik. In »Die Machtmaschine« erfahren wir kaum etwas Neues. Sascha Adamek schaut hinter die Kulissen der Politik, um herauszufinden, wie sich Spitzenpolitiker trotz des möglichen Drecks am Stecken immer wieder Macht sichern. Cem Ödzdemir (Grüne) parkte nach seiner Flugmeilenaffäre eine Weile in Brüssel zwischen und mischt längst wieder in Berlin mit. Peer Steinbrück (SPD) werden seine Vortragshonorare nur kurzzeitig vorgeworfen. Sigmar Gabriel (SPD) bandelte vorteilhaft mit Konzernen an. Horst Seehofer (CSU) war hin- und hergerissen zwischen Frau und Freundin und überstand die Empörungswelle, die deswegen auf ihn zurollte, ziemlich schadlos. Dominique Strauss-Kahn wäre vielleicht Nachfolger des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy geworden, hätte er strategisch sinnvoll Schritt für Schritt gemacht statt mit dem Schritt gedacht. Falle hin oder her, für Frauengeschichten war er schließlich bekannt. Die Machträdchen werden nicht nur mit Körperflüssigkeiten und Geld geschmiert, manchmal reicht auch schon eine Doktorarbeit. Karl-Theodor zu Guttenberg fiel nicht als einziger auf die Nase, als er, mit fremden Federn geschmückt, abzuheben versuchte. Erstaunlich ist, dass Skandale selten ohne Nutzen für den betroffenen Politiker enden. Irgendwie steigen sie scheinbar geläutert wieder aus der Asche, die sie sich eigentlich aufs Haupt hätten streuen müssen. Das Bild kommt allerdings noch aus der Zeit vor Machiavelli, als es noch hieß, folge der Lehre der Schriftgelehrten, aber tue nicht wie sie. Sascha Adamek fordert am Ende seiner detaillierten Darstellung einen neuen Verhaltenskodex für alle Beteiligten des Politikbetriebs. Auch Journalisten und Moderatoren gehören dazu. Sie sollten ebenfalls all ihre Mitgliedschaften und Nebeneinkünfte offenlegen müssen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Herrchen grantelt trotz des unverhofften Hundehalterglücks, 29. April 2013
Die Steigerung von zwei Hunden wäre Hundebabys. Und auch wenn Wiki und Luna bei jeder Läufigkeit in diese Richtung tendieren, ist Herrchen das Chaos auf vier Pfoten mehr als genug. Nach »Herrenjahre« und »Herrchen will nur spielen« nudelt sich die Hunderei ab. Das befürchtet auch Michael Frey Dodillet, der nach den beiden ersten Bestsellern seinen Zettelkasten ziemlich ausquetschen muss, damit ihm die Ideen rund um die besten Freunde des Menschen nicht ausgehen. Herrchen ist irgendwann fällig: Ehefrau Stella und die Kinder finden, Hund braucht Hund und Luna einen Spielgefährten gleicher Art. Schließlich ist sie im Haus und mit der Familie recht verträglich und bei jedem Besuch sowie in der freien Natur genau das Gegenteil. Als artgenössisches Korrektiv bietet sich ein Zweithund an. Wiki, männlich, versteht sich auch nach der Bewährungszeit im neuen Zuhause wunderbar mit Luna, der Hausherrin auf vier Pfoten. Er kuschelt sich zum Schlaf zwischen ihre Vorderläufe und bevorzugt ansonsten bewährte Stellen zwischen ihren Hinterläufen, wenn wieder einmal Paarungszeit angesagt ist. Da helfen auch die besten Ratschläge vom Stammtisch nichts: Herrchen muss als menschliches Verhütungsmittel dazwischen gehen, damit aus eins plus eins nicht plötzlich eine ganze Meute wird. Irgendwann relativieren kluge Ratschläge und dass ein vierbeiniger »Rotzlöffel« ihm das Büro vollkotzt den ganzen Hundespaß. In jeder guten Ehe, so hieß es früher, werde aus dem »Schnuckibärchen« irgendwann ein »ausgewachsenes Rindvieh«. Und da selbst die geliebtesten Köter einmal nerven, ändert sich auch bei Michael Frey Dodillet die Ansprache. »Herrchenglück« lautet der Titel. Herrchen wirkt darin meistens gar nicht glücklich. Aber Herrchen beschreibt, worauf jemand sich einlassen muss, der sich für einen Vierbeiner entscheidet. Schmusen ist nur eine Seite des Hundehalterglücks. Am anderen Ende könnten irgendwann mindestens die Möbel zerkaut sein.
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3.0 von 5 Sternen
Das Schalkhafte für die Lust aufs Reisen, 29. April 2013
»Die spinnen, die Engländer« - hört sich irgendwie nach Asterix und Obelix an und spricht für ungewöhnliche Dinge rund um Länder mit eigenen Regeln und Gebräuchen. Dass es auch ein bisschen nach Dingen klingt, die man wissen kann, aber nicht wissen muss, ist kein Zufall. Auch »Unnützes Wissen über Fußball« erschien schließlich bei Heyne. Der Spagat zwischen jugendlichem Gag und klassischem Reiserführer muss natürlich misslingen, selbst wenn der Fernsehsender Pro 7 die Vorlage für die geplante Reihe liefert. »Die spinnen, die Engländer« ist ein eher lustiges Schmankerl am Rande, ein Geschenk für Englandreisende, denen Anekdotenhaftes reicht, sich belesen zu fühlen. Oder solchen, die nach einem deftigen Baedecker ein bisschen was Listig/Lustiges zum Auffüllen der Reiselust vermissen. Das Buch passt in jede Tasche und enthält, woran man sich Jahre nach einer Reise in das Land der Herkunft des Englischen gerade noch erinnern mag. Wimbledon gibt es nur, weil irgendwann ein Tennisclub das Geld erwirtschaften musste, um den Rasen scheren zu lassen. Admiral Lord Nelson gewann unzählige Schlachten zu Wasser, bis es ihn selbst traf und er in einem Fass Branntwein konserviert in die Heimat verschifft wurde und dort sein Staatsbegräbnis erhielt. Die Beatles hießen alles andere als Beatles, bevor sie in die Musikgeschichte eingingen. Es gibt Engländer, die sich auf ungewöhnliche Begräbnisse spezialisieren. Beerdigung im Rolls Royce oder einem Sarg in Gestalt eines Korkenziehers sind kein Problem. Dass man nicht nur in England links fährt, dort aber besonders diszipliniert Schlange steht, gehört eher zum Alltagswissen, weniger jedoch, dass Gymnasium keine höhere Schule sondern eben eine Turnhalle oder ein Fitnessstudio ist. Auch um solche sprachlichen Finessen geht es in »Die Spinnen, die Engländer«. Eine Reise lässt sich nach dem Buch sicher nicht planen. Es enthält mehr die lustigen Geschichten am Rande und achtet darauf, was man sich besser in der Öffentlichkeit nicht küsst, dafür aber eine gehörige Portion Essig über seine frittierten Kartoffeln kippt. Die »Galileo«-Reihe ist die schnell geschnittene Entsprechung der Pro 7-Auslandssendung. Sie macht Appetit aufs Reisen mit einer eher schalkhaften Note und reicht als Oberfläche für einen Ausflug im Umfang einer Städtereise übers Wochenende.
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4.0 von 5 Sternen
Wie man zumindest das Erstinterview besteht, 27. April 2013
Der amerikanische Originaltitel des Buchs heißt »Are You Smart Enough to Work at Google?«, etwa: »Bist du schlau genug für einen Job bei Google?«. William Poundstone bezieht sich in seinem Buch über die Assessment-Center vor allem auf das milliardenschwere Unternehmen, das im Internet alles findet. Oder eben Apple. Wer gar nicht erst in das kuschelige Nest von Google oder Apple möchte und dort eine Anstellung fürs Leben sucht, kann sich in »Wie viele Golfbälle passen in einen Schulbus?« trotzdem allgemein über Assessment-Center informieren. Ganz oben steht nämlich die Frage, ob solch ein Auswahlverfahren wirklich die richtigen Mitarbeiter garantiert. Google kann sich leisten, die Latte besonders hoch zu hängen und dann Absolventen von Eliteuniversitäten anzustellen, die lediglich Reiseanträge von Mitarbeitern bearbeiten. Im Unternehmen gebundene Talente stehen der Konkurrenz schließlich nicht mehr zur Verfügung. In den Assessment-Centern werden vor allem Intelligenz, Kreativität und die Anwendung davon geprüft, das nahezu schlagfertige Problemlösen. Wer schon das erste Telefoninterview versemmelt, hört nie wieder etwas von Google, dem mächtigsten Magier im Informationsuniversum. Über einen Bewerber schon vor dem ersten Gespräch ein 50-seitiges Dossier anzulegen, ist für Unternehmen der New Ecomomy das geringste Problem. Wer auf Facebook den falschen Eindruck hinterlässt, wartet vergeblich sogar auf ein Erstinterview. Tatsächlich ist ein erfolgreich abgeschlossenes Assessment-Centers keine Garantie für einen guten Mitarbeiter. Auch die erfahrensten Interviewer ziehen Nieten, wenn sich jemanden zufällig im Interview angemessen verhalten hat, auf der angestrebten Position dann aber versagt. Umgekehrt könnte ein Kandidat einen schlechten Tag haben und durchfallen und wäre doch auf der neuen Position der Jackpot gewesen. Das ist bestenfalls für den Bewerber bedauerlich. Begehrte Unternehmen wie Google und Apple werden das als Verschnitt abtun, denn das nächste Assessment-Center wartet schon.
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5.0 von 5 Sternen
Spiritualität auf Deix'sche Weise, 26. April 2013
Manfred Deix mag man, oder man mag ihn nicht. Dass er gegen die Kirche wettert, ist bekannt, und er macht das besonders gerne aus aktuellem Anlass. So wie wenn ein Papst in den Ruhestand tritt, ohne deswegen gleich aus dem Leben zu scheiden. Deix bleibt sich treu, während er bitterböse gegen die katholische Kirche zeichnet. Dabei ist ihm keine österreichische oder deutsche Hässlichkeit zu schade, um deren Repräsentanten vom Dorf bis hin zum Vatikan durch den satirischen Farbtopf zu ziehen. Nicht alles gut Gemachte muss auch gleich appetitlich sein. Aber das verbietet sich bei Missbrauchsthemen von selbst. Die Kirche hat längst aufgegeben, Manfred Deix wegen seiner »blasphemischen« Bilder vor Gericht zu zerren. So malt und zeichnet Deix, was sich die meisten im Zusammenhang mit Sexualität und Kirche nicht einmal vorzustellen wagen. Die Abbildungen sind ein gehöriges Stück Pranger, der auch dann noch wirkt, wenn das Thema längst wieder aus den Schlagzeilen ist. Was schneller geht, als in einem Museum abgehängt zu werden. Manfred Deix wurde 1949 in St. Pölten, Niederösterreich geboren. Jenseits der 60 nähert auch er sich konzentriert spirituellen Themen. Hier eben auf typisch Deix'sche Weise.
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5.0 von 5 Sternen
Impulse für die Persönlichkeitsenticklung im Umgang mit der Zeit, 26. April 2013
»Zeit ist Leben - Leben ist Zeit« ist die Zusammenfassung der Lehre von Lothar Seiwert. Und so lautet auch der Titel dieses Buchs mit allem, was es über den Umgang mit der Zeit zu sagen gibt. Die Essenz sozusagen ist teilweise recht alter Wein in einem neu designten Schlauch. So »innovativ« ist die Idee mit dem Wendebuch allerdings nicht, sondern parallel erfunden und im Zweifelsfall von anderen Beispielen modelliert, um zwei Seiten eines Themas aus zwei Perspektiven zu betrachten. Unter »Zeit ist Leben - Die Chancen der Zeit nutzen« begründet der Autor vor allem, wie wichtig Rollenbewusstsein und Werte bei unserem Zeitmanagement sind. Dass wir Visionen und Ziele zur Orientierung nutzen, Zeit für Muße einplanen, möglichst einfach und selbstbestimmt leben sollten. Nach dem Wozu auf der einen Seite geht es in diesem Kapitel eher um das Wie. Wie also können wir die »Hetzkrankheit« verhindern, Stressfaktoren identifizieren, Ordnung entlang unseres Lebenswegs halten, den wir selbstverständlich auch planen dürfen? Seiwert spricht über Prioritäten, die wir nur dann für unseren Lebenssinn setzen können, wenn uns unsere Motive und Antreiber bekannt sind. Der umfangreiche Inhalt wirkt beim Lesen fast schon »lexikalisch«. Das ist der Preis für die Essenz, die mit Übungsaufgaben und Tests zwischendurch auf die Persönlichkeitsentwicklung zielt. Wer meint, Outlook anschließend besser bedienen zu können, ist hier falsch. Das wäre dann fast schon »Hardware«. Das Buch enthält jedoch genügend Anregungen, damit in Outlook nicht zu viel drin steht, was uns dann Probleme in der Zeit und mit der Zeit schafft.
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5.0 von 5 Sternen
Nach Abzug aller Bälle bleiben die Schicksale der Spieler, 23. April 2013
Ob es John Grisham in »Home Run«, seinem ersten Baseball-Roman, gelungen ist, mich für diesen Sport zu begeistern? Sicher nicht, aber den Versuch war es wert. Und trotz allem geht es hier zwischen all den Statistiken und Flugbahnen der Bälle am Ende doch um menschliche Schicksale. Selbst für einen rein fiktiven Roman sind die klasse entwickelt. John Grisham schildert den Fall eines absoluten Überfliegers in dieser Sportart. Der 21-jährige Joe Castle weckt als Calico Joe 1973 nicht nur Begeisterung, sondern eben auch Neid. Sein Gegenspieler, Warren Tracey von den New Yorker Mets, schmettert Joe den harten Baseball direkt an den Schädel. Damit endet eine der viel versprechendsten Karrieren in der Geschichte des Baseballs. Joe bleibt für immer schwer behindert. Gleichzeitig endet auch die ohnehin belastete Beziehung zwischen Warren Tracey und seinem Sohn Paul. Paul schämt sich 30 Jahre lang für seinen Vater. Als bekannt wird, dass Warren schon bald an Krebs sterben wird, setzt Paul alles daran, dass der ehemalige Pitcher sich bei Joe Castle für den fatalen »Beanball« entschuldigt. Aber Baseball wäre nicht Baseball, wenn die Fans sich neben den Statistiken nicht auch die Schicksale der Spieler merken würden. Die Bewohner von Calico Rock, der Heimatstadt Joe Castles, schirmt ihr verhindertes Jahrhunderttalent ab. Ein Besuch Warren Traceys ist auch nach 30 Jahren kaum denkbar. Paul muss somit an zwei Fronten Überzeugungsarbeit leisten: in der Stadt und bei seinem halsstarrigen Vater. John Grisham hat sich mutig daran gemacht, die Seele eines komplizierten Sports und seiner Anhänger aufzudecken. Was für ein Roman! Ich bin froh, dass es hierzulande meistens »nur« um Fußball geht.
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4.0 von 5 Sternen
Milo Weaver - von wegen »Agent im Ruhestand«, 23. April 2013
Xin Zhu ist ein unangenehmer Zeitgenosse. Jedenfalls schildert Olen Steinhauer den Chinesen so, dem es gelungen ist, eine geheime Organisation der CIA nahezu vollständig auszulöschen. Nur wenige »Touristen« haben überlebt, und Xin Zhu ist noch nicht fertig. Dann unterstellen die Vorgesetzten vom chinesischen Ministerium für Staatssicherheit, Guojia Anquan Bu, Xin Zhu, er habe nur deshalb im Alleingang gehandelt, um seinen Sohn zu rächen. Für Xin Zhu geht es fortan nicht mehr nur darum, den Rest der Touristen auszulöschen, sondern auch darum, sein eigenes Leben zu retten. Inzwischen werden die restlichen Touristen aufmerksam. Alan Drummond, der letzte Leiter der Gruppe, scheint psychisch am Ende. Er bittet Milo Weaver, die raffinierten Morde an seinen Agenten aufzuklären und die Täter zu fassen. Doch Weaver sieht sich mit knapp 40 Jahren längst im Ruhestand. Dann verschwindet Alan Drummond von der Bildfläche. Als Weavers Frau mit der kleinen Tochter entführt und sein Vater Jewgeni Primakow in die Schusslinie veschiedener Geheimdienste gerät, ist der Bogen endgültig überspannt. Milo Weaver jagt die Täter rund um die Welt, denn für ihn geht es um alles. Vielleicht ist dieses dann tatsächlich Milo Weavers letzter Einsatz. Autor Olen Steinhauer hat seinen Helden Milo Weaver Ähnliches jedoch schon in » Der Tourist« und in » Last Exit« denken lassen. Schade wär's drum. Tatsächlich habe ich mich an die Irrungen und Wirrungen zwischen den Geheimdiensten aus der Feder Olen Steinhauers inzwischen ebenso gewöhnt wie an den seelischen Zwiespalt Milo Weavers. Am Ende des Showdowns der Touristen mit ihren Gegnern weiß niemand, warum wer wen getötet hat. Die Karten in den Diensten werden neu gemischt. Und vielleicht wird schon bald nicht einmal Xin Zhu mehr wissen, auf welcher Seite er eigentlich steht.
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Bedroht
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von Hans Koppel Broschiert |
| Preis: EUR 14,99 |
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4.0 von 5 Sternen
Am Ende kann nur Anna selbst ihren Stalker stoppen, 23. April 2013
Der eigensinnige Werbetexter Erik Månnson sieht gut aus und gefällt sich darin, abenteuerlustige Frauen zu verführen. Wobei die Redakteurin Anna Stenberg in diesem Sinn alles andere als abenteuerlustig ist. Trotzdem lässt sie sich während der externen Redaktionssitzung ihres »Familienjournals« auf Erik ein - und bereut es gleich am Tag danach. Erik denkt anders darüber als Anna und mischt sich schon bald in das Leben der Familie Stenberg ein. Mit heimlich aufgenommenen, gemeinsamen Bettszenen hat er sie in der Hand. Erst als sie sich einem Polizisten öffnet, scheint Erik einzulenken. Ihre Mutter Kathrine recherchiert unabhängig über den aufdringlichen Liebhaber und stellt ihn schließlich zur Rede - mit fatalen Folgen für sich selbst und ihre Angehörigen. Der schwedische Journalist Hans Koppel, Stockholm, lebt nach seinem Debüt » Entführt: Thriller« inzwischen als Schriftsteller in Stockholm. Auch in seinem neuen Buch schildert er die Ausweglosigkeit einer Frau, die den falschen Personen vertraut und deren Leben dann vollständig aus den Fugen gerät. Wieder tragen die Opfer Mitverantwortung an dem Geschehen und überschätzen sich vollständig. Sie werden die bösen Geister, die sie gerufen haben, nicht mehr los. In diesem Fall einen Täter mit einer Biografie voller Grausamkeiten. Doch Koppel schildert Erik Månnson so, dass die Sympathiepunkte wegen seiner verkorksten Kindheit schon bald aufgebraucht sind. Der vorgetäuschte Selbstmord seiner eigenen Mutter ist nur die Zwischenstation zu einem weiteren brutalen Höhepunkt. Am Ende kann nur Anna selbst ihren Stalker Erik stoppen.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Ist »mit Kind, aber ohne Jens« die einfachere Lösung?, 18. April 2013
Jens Fischer ist schwanger, genauer: Jessi, seine »Ehefrau in spe«, »nicht in spe«, »in spe« ... Zwar ist sie nicht von ihm schwanger, da das Frettchen Idi Amin seines ehemaligen WG-Mitbewohners Jens heißen Draht zur Nachkommenschaft gekappt hat, seinen Samenleiter also. Aber er fühlt sich als werdender Vater. Und »mit Trauschein« wäre nicht nur der Steuer wegen alles leichter ... Jessi hätte gerne mehr Klarheit über ihren zukünftigen Beziehungsstatus, je heftiger das Kind ihren Bauch zu einer beeindruckenden Ausbuchtung formt. Mit jedem Tag im Ungewissen hört sie genauer und empfindlicher hin: Ist Jens wirklich der, mit dem sie »bis das der Tod euch scheidet« und so weiter? Oder ist »mit Kind, aber ohne Jens« die einfachere Lösung? Auch Jens braucht Klarheit. Dass ihm dabei ausgerechnet Sven, der Frettchenzüchter aus seiner ehemaligen Wohngemeinschaft, helfen könnte, steigert das Chaos um eine weitere Dimension. Denn Sven ist nicht ganz so selbstlos, wie es scheint. Sven lässt Weltumradler couchsurfen, möchte selbst mit dem Spezialrad um den blauen Planeten und braucht eigentlich jemanden, der sich inzwischen um die Frettchen Idi Amin und Eva Braun kümmert. Die Geschichte insgesamt ist heiter. Bei »Frettsack«, dem Vorgänger, habe ich für meine Verhätnisse schallend gelacht, bei »Frettnapf« geschmunzelt. Jetzt fürchte ich, dass ich nach dem Wochenbett Band 3 nur noch der Vollständigkeit halber zur Kenntnis nehme.
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