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SG

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Turtle Beach Impact 100 Gaming Tastatur für PC/Mac
Turtle Beach Impact 100 Gaming Tastatur für PC/Mac
Preis: EUR 47,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klasse Keyboard zum günstigen Preis, 14. April 2016
Es ist merkwürdig, dass sowohl auf amazon.de wie auf amazon.com die Rezensionen nicht "sauber" zugeordnet werden. So finden sich Meinungen über das Impact 500 oder 700 auch auf der Produktseite des Einstiegsmodells Impact 100. Das ist in etwa so sinnvoll, als würde man Meinungen und Tests zum VW Golf GTI auf einer Seite über den Einstiegs-Golf platzieren.

Aber zurück zum Thema: Das Impact 100 ist *kein* mechanisches Keyboard - aber wenn es um Anschlag-/Schreibgefühl geht, kommt es sehr nah an ein solches heran. Und das zu einem unschlagbaren Preis. Ich habe mein Exemplar herunter gesetzt für gerade mal 35 Euro ergattert.

Schreibgefühl
Die Erwartungen und Vorlieben bei den Themen "Schreibgefühl" und "Tasten-Feedback" sind von Benutzer zu Benutzer natürlich unterschiedlich. Ich z.B. ziehe das "knackige" Anschlagsgefühl einer mechanischen Tastatur vor und komme mit dem Typ "Laptop-Tastatur" überhaupt nicht klar. Das "Feeling" des Turtle Beach war mir daher schon beim ersten Probetippen sympathisch. Es erinnert mich an eine Mischung aus "weicheren" mechanischen Tastaturen mit "Cherry Red"-Schaltern und meinem uralten MS Internet Keyboard, das für ein nicht-mechanisches Produkt ein exzellentes Feedback lieferte.
Bei meiner Probetipperei während des Einkaufs bot das Impact 100 in seiner Preisklasse mit Abstand das beste Schreibgefühl. In dieser Beziehung spielt es fast (aber eben nur fast) in der Liga der sündhaft teuren, mechanischen Gaming-Tastaturen von Razer oder Corsair.Der Druckpunkt der Tasten ist knackig, die Tastatur "klappert" beim Schreiben fast wie eine mechanische (ich mag das Geräusch) und die Tasten fassen sich angenehm an.

Design/Verarbeitung:
Das Impact 100 wirkt für seinen Preis extrem hochwertig - ein Gefühl von "Peripherie-Holzklasse" stellt sich hier sicher nicht ein. Die Oberflächen fühlen sich angenehm an, das Design ist schlicht aber nicht hässlich und das Teil hat genau die richtige Schwere - unabsichtliches Verschieben ist praktisch ausgeschlossen. Übrigens: Manche Bilder im Netz lassen etwas anderes vermuten, aber die deutsche Tastatur hat eine Backspace-Taste in gewohnter Größe - nicht die winzige Taste mit der sich die Amis herumschlagen müssen.

Ausstattung
Angesichts des Preises sollte man natürlich keine Wunderdinge erwarten wenn es um Zusatzausstattung geht: Das Keyboard ist einfach nur ein Keyboard. Programmierbare Tasten, Lautstärkeregler, USB-HUBs und ähnliche Goodies sucht man hier vergebens. Lediglich zwei Sonderfeatures bietet das Teil: Ein beleuchtetes "Impact"-Logo auf der Leertaste (lässt sich per "Druck"-Taste an- und abschalten) und die Möglichkeit, die Win-Tasten zu deaktivieren. Die minimalistische Ausstattung hat allerdings auch Vorteile: So braucht man sich nicht mit Treibern oder Firmware-Updates herumzuschlagen, und mehr als einen freien USB-Steckplatz benötigt das Teil auch nicht. Plug-and-Play, eben. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass wir es hier mit einem "Fullsize"-Keyboard zu tun haben: Ein Ziffernblock ist also vorhanden.

Ich nutze die Tastatur jetzt seit einer Woche an meinem Laptop und bin fast aus der Umgewöhnungsphase heraus. Ich habe allerdings noch immer das Gefühl, dass die einzelnen Tasten einen Tick kleiner sind als bei anderen Keyboards und dass sie eine Idee enger beieinander liegen. Vertipper sind in der ersten Zeit also vorprogrammiert. Das ist für mich aber kein wirklicher Meckerpunkt, da man sich bei fast jedem neuen Eingabegerät erst einmal umgewöhnen muss.

Fazit:
Pro:
+ gute Verarbeitung
+ schickes, schlichtes Design
+ prima Tippgefühl
+ problemlose Installation
+ attraktiver Preis
+ bislang keine Problem mit Ghosting

Kontra:
- praktisch null Zusatzausstattung
- keine "echte" mechanische Tastatur

4/5 Sterne.
Abzug gibt es für die minimalistische Ausstattung und weil ich nach so kurzer Zeit natürlich noch nichts über die Haltbarkeit sagen kann. Und nach Erfahrungen mit deutlich teureren Eingabegeräten, die kurz nach Ablauf der Garantie ihren Geist aufgegeben haben, bin ich in diesem Punkt inzwischen lieber etwas vorsichtiger und bremse meinen Anfangs-Enthusiasmus. ;)


Samsung Galaxy S6 Smartphone (5,1 Zoll (12,9 cm) Touch-Display, 32 GB Speicher, Android 5.0) schwarz
Samsung Galaxy S6 Smartphone (5,1 Zoll (12,9 cm) Touch-Display, 32 GB Speicher, Android 5.0) schwarz
Wird angeboten von Innovations International LLC
Preis: EUR 415,00

10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hat mich bekehrt, 23. Januar 2016
Meine Zwischenbilanz nach 1,5 Monaten als Android-User könnte nicht viel besser ausfallen.

Das S6 ist mein erstes Android-Gerät - vorher habe ich Symbian und dann Windows Phone genutzt. Ich war beim Umstieg skeptisch, aber da das neue Lumia 950 noch nicht verfügbar war, und mir Apple-Geräte nicht ins Haus kommen, entschied ich mich dann doch für das derzeit angeblich beste Smartphone auf dem Markt. Insgesamt habe ich den Schritt bislang nicht bereut.

Was die Technik angeht, dürfte es zur Zeit nichts besseres auf dem Markt geben. Die Kamera macht erstklassige Bilder und Videos in erstaunlich hoher Auflösung - besonders angetan hat es mir der Panorama-Modus. Zudem funktioniert (fast) alles so wie es soll: Nämlich schnell, intuitiv und unkompliziert. Das Display ist einfach nur der Hammer - Auflösung, Farben, Kontrast und Reaktion auf Gesten sind top und (natürlich) deutlich besser als bei meinem alten Lumia 925. Texte, Bilder und Websites sehen auf diesem Display tatsächlich schon fast wie gedruckt aus, und dank schnellem Scrolling ist das mobile Surfen im Netz für mich erstmals ein echtes Vergnügen.

Endlich wieder rSAP
Die Sprachqualität (bei vernünftiger Signalstärke) ist durchweg gut, egal ob ins Fest- oder Handy-Netz. Im Urlaub telefonierte ich 7500km nach Deutschland - und meine Gesprächspartner klangen, als säßen sie im Nebenzimmer.
Auch an der Freisprecheinrichtung im Auto macht das Telefon eine gute Figur. Apropos: Da Samsung so nett ist und mit dem S6 weiterhin rSAP unterstützt, kann ich dank meines Umstiegs nun endlich wieder die FSE in meinem VW Golf VI nutzen. Microsoft unterstützt den Standard nämlich nicht mehr, weshalb dieses 500 Euro teure Extra während meiner Lumia-Zeit ungenutzt blieb - und ich einige Knöllchen wegen "Handy-Telefonieren mit aktiviertem Lautsprecher" kassierte.

Hingucker
Nicht, dass es für mich wahnsinnig wichtig wäre, aber auch das Design des Telefons konnte mich rundum überzeugen. Verarbeitung und Materialien wirken edel und hochwertig. Kleiner Meckerpunkt: Das komplett verglaste Design dürfte das Telefon anfällig für Beschädigungen machen. Zudem liegt das S6 dank der edlen Alu-Umrahmung nicht so sicher in der Hand wie es sollte. Bei mir kam daher für den Urlaub ein Lifeproof Fre zum Einsatz und im Alltag steckt es jetzt in einer Otterbox Symmetry-Hülle. Beide verleihen dem Telefon deutlich mehr "Grip" und beschützen das gute Stück bei ungewolltem Bodenkontakt.

Welches Schweinderl hätten's gern?
Die Abwesenheit eines SD-Slots ist zwar ärgerlich, im Alltag habe ich aber festgestellt, dass die 32GB-Variante für meine Zwecke völlig langt. Meine Musik liegt eh auf meinem MP3-Player, und ab und zu löscht man halt ein paar Bilder und Videos vom Gerät - dank Cloud-Speicher auf Google-Fotos geht ja eh nix verloren. Angesichts der recht happigen Aufpreise für die 64- und 128 GB-Varianten kann ich mit diesem minimalen Mehraufwand durchaus leben. Wer ausgiebig HD-Videos schießt, Tonnen von Apps installieren will und gleichzeitig das S6 als Music-Player nutzen will, der sollte aber wahrscheinlich zu einer der beiden teureren Versionen greifen.

Viel Licht, wenig Schatten
Negatives gibt's zwar auch zu berichten, aber insgesamt überwiegen für mich klar die positiven Aspekte.
Akku-Laufzeit: Wie bei einem solchen Gerät zu erwarten, halten auch die 2550 mAh des S6 nicht allzu lange vor. Bei zurückhaltender bis normaler Nutzung langt's bei mir bis ca. 19:00 Uhr bevor ich panisch nach einer Steckdose suchen muss. Der Schnelllade-Modus war im Urlaub übrigens Gold wert. Am Flughafen bekam ich mein S6 in kürzester Zeit von 29 auf 80% - mein Kumpel bekam in derselben Zeit gerade mal 20 zusätzliche Prozent in den Akku seines iPhone 4S gepresst.

Android-Verwirrung: Es liegt wahrscheinlich auch an mir, dem Android-Neuling, dass ich einige Funktionen erst nach ausgiebigem Googlen und Ausprobieren fand. Allerdings ist es schon etwas merkwürdig, dass etwa die Funktion "keine Benachrichtigungstöne im Gespräch" standardmäßig deaktiviert ist, und man diese erst im zweiten oder dritten Untermenü in den Einstellungen findet. Zudem liegt mir die Android-/TouchWhiz-Oberfläche nicht wirklich. Aber da sich Android ja ausgiebig anpassen lässt, läuft bei mir seit der ersten Woche ein Windows-Phone-Launcher, mit dem ich persönlich einfach besser klar komme.
Ebenfalls strange: Standardmäßig kommt Android offenbar nicht mit versteckten SSIDs klar. WLAN auf "sichtbar" stellen, Telefon verbinden und dann das WLAN wieder verstecken funktionierte bislang eigentlich bei allen Geräten, die bei mir im Netz hängen. Nicht aber beim S6. Auf die Art habe ich dann flugs mein mobiles Datenvolumen für Januar aufgebraucht. Erst später fand ich dann heraus, dass hierfür die "Netzwerk hinzufügen"-Funktion benutzt werden muss.

Keine Kamera-Zusatztaste(n): Mir gefiel die Lösung meiner Vorgänger-Handys besser, bei denen es eine dedizierte Auslöser-Taste im Rahmen des Geräts gab und bei denen ich mit den Lautstärke-Tasten rein- und rauszoomen konnte. Auslösen und Zoomen über den Touchscreen funktionieren zwar gut, unter bestimmten Umständen ist die Lösung mit dedizierten, "echten" Tasten meiner Meinung nach aber praktischer.

Genug gemeckert, denn insgesamt bin ich derzeit schwer begeistert vom Galaxy S6. Mir fehlt zwar der Vergleich zum iPhone 6, aber wenn ich mir dessen Preise anschaue und an Apples Weigerung denke, den Benutzer das Telefon an die eigenen Bedürfnisse anpassen zu lassen, kann ich nicht verstehen, warum sich irgendjemand ein iPhone zulegt.

5/5 Sterne - klare Kaufempfehlung - bis dann in ein, zwei Monaten das S7 herauskommt ;).

SG


LifeProof Frè wasserfestes Schutzgehäuse für Samsung Galaxy S6, schwarz
LifeProof Frè wasserfestes Schutzgehäuse für Samsung Galaxy S6, schwarz
Preis: EUR 62,58

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Teuer - aber effektiv, 17. Januar 2016
Ich war gerade vier Wochen zum Angeln in der Karibik und hatte mir kurz vor der Abreise ein neues Galaxy S6 gegönnt. Salzwasser/Sand + hohe Luftfeuchtigkeit + elektronische Geräte sind nie eine gute Kombination, daher musste für den Trip auch eine möglichst robuste und wasserdichte Hülle her. Auf die Schnelle fand ich nur das Fre - also machte es das Rennen.

Der hohe Preis war zuerst ein Schock - insgesamt habe ich die Investition aber nicht bereut. Das Telefon lässt sich sehr einfach ein- und auspacken und für eine Hülle diesen Kalibers trägt das Fre noch nicht einmal stark auf. Klar: Etwas unhandlicher wird das S6 durch die Hülle natürlich schon, aber gegen den Otterbox-Panzerschrank meines Kumpels (Armor-Series für iPhone 4) wirkt das Fre geradezu schlank. Plus: Die Gummiumrandung der Hülle macht das Handy deutlich griffiger und rutsch-unempfindlicher als im ungeschützten Zustand.

Ich war mit dem Telefon vier Wochen lang praktisch täglich am, im und auf dem Wasser. Ins Meer gefallen ist es mir zwar nie, aber sowohl zahlreiche Spritzwasser-Attacken wie auch einen Sturz aus ca. einem Meter Höhe auf harte Fliesen überstand das Teil klaglos und ohne Folgeschäden. Allerdings: Angesichts der hohen karibischen Luftfeuchtigkeit musste ich spätestens nach zwei Tagen das Telefon herausnehmen und das Case unter fließendem Wasser reinigen. Ein wenig Kondensation schlich sich eigentlich immer unter das Fre und tauchte als schillernde "Flecken" überm Display auf. War aber alles halb so wild, und nach Ausflügen im Salzwasser sollte man so oder so jedes Case öffnen und reinigen.
Ein- und Ausbau sind ein Klacks und obwohl ich am Anfang Bedenken hatte, das Fre ständig zu öffnen und zu schließen, scheinen die zahlreichen kleinen Plastiknasen, die Vorder- und Rückteil miteinander verbinden, nicht darunter gelitten zu haben.

Inzwischen bin ich wieder daheim und habe mir für den deutschen Alltag ein weniger dickes Otterbox-Case geleistet. Bevor ich das Lifeproof weggepackt habe, wiederholte ich allerdings noch einmal den Wasser-Test. Der untere Teil (um den Ladeport und Kopfhörerausgang herum) schien nämlich etwas zu weit "offen zu stehen", also wurde das Ding noch einmal 40 Minuten im Wasser versenkt. Ergebnis: Das Fre war noch immer 100% wasserdicht. Kein einziger Tropfen hatte seinen Weg ins Innere des Gehäuses gefunden.

Zum Abschluss noch ein Fazit in Stichpunkten:
Positives:

- Einfache "Installation"
- Case ist wirklich wasserdicht und sturzsicher
- Handy mit Case deutlich griffiger
- Ladeport und Kopfhörerausgang (im geöffneten Zustand) relativ leicht zugänglich (kann die Kritik am Kopfhörerausgang nicht ganz nachvollziehen - bei mir gab's damit - auch ohne den Adapter - keine Probleme)
- für ein Case dieser Schutzklasse trägt das Fre relativ wenig auf

Negatives:
- hoher Preis
- Lautsprecher ist unter widrigen Bedingungen etwas zu leise. Mit Wind am Ohr und dem S6 im Case kann sich das Telefonieren recht schwierig gestalten
- Kopfhörer-Abdeckung etwas fummelig zu öffnen
- nur für Extrem-Ästheten: Case versteckt zu viel vom coolen S6-Design

Insgesamt gibt's von mir eine klare Kaufempfehlung. Allerdings dürfte das Fre für die meisten Leute im (deutschen) Alltag einen Schutz-Overkill darstellen. Ich jedenfalls werde es erst wieder für den nächsten Angeltrip aus der Schublade holen.


CH Pro Throttle
CH Pro Throttle

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Klassiker hat's noch drauf, 14. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: CH Pro Throttle (Personal Computers)
Bevor ich mich über das Produkt äußere, zunächst ein dickes Lob an Amazon. Ich hatte das Teil noch nie in Händen. Also versuchte ich zunächst, ein Ladengeschäft zu finden, welches CH Produkte führt. Damit hatte ich allerdings kein Glück. Also wurde die Throttle an einem Mittwoch Nachmittag "blind" bei Amazon bestellt. Und obwohl die Lieferung aus England kam, hielt ich das Paket bereits am Donnerstag Nachmittag in Händen. Super Service!

Letzten Monat habe ich nach dreijähriger Pause mein Konto bei der MMO-Sim "Battleground Europe" ("WW2 Online") erneuert. In der Vergangenheit bin ich dort mit meinem treuen MS Sidewinder FF2 geflogen. Sekundäre Funktionen wie Trimmung, Klappen, Fahrwerk oder Blickrichtung lagen auf der Tastatur. Seit ich aber TrackIR für den Rundumblick, Teamspeak für die Kommunikation und Bandicam als Schusskamera nutze, wurde mir die Fingerakrobatik wirklich zu stressig und ich entschied mich auf "HOTAS" (Hands on Throttle and Stick) umzusteigen.

Die CH Throttle war von Anfang an mein Favorit - wohl auch deshalb weil ich nur einen Gashebel brauchte. Zum Fliegen nutze ich nach wie vor meinen Sidewinder FF2. Meiner Meinung nach gibt es noch immer keinen anderen Stick, der ein ähnlich geniales Feedback und Steuerungsgefühl wie das Microsoft-Produkt bietet. Fast alle Alternativen zur Pro Throttle kommen aber mit Gashebel und Stick. Das Warthog-System von Thrustmaster reizt mich zwar auch, dessen Preis allerdings weniger. Und mit Saitek-Produkten konnte ich mich noch nie anfreunden.

Blieb also eigentlich nur das CH-Teil.
Das gibt es schon eine gefühlte Ewigkeit: Seit den seligen Zeiten der Gameport-Sticks hat sich die Pro Throttle optisch kaum verändert. Der Look erinnert entfernt an den Gashebel des F-16-Jets - eine genaue Replik ist sie allerdings nicht. Mir persönlich gefällt das relativ schlichte Äußere - wer ein "Kirmes-HOTAS" mit 1000 blinkenden LEDs und sinnlosen Zusatzdisplays à la Saitek X52 sucht, der ist hier fehl am Platz.

Viel wichtiger: Die Ergomomie. Ich habe nicht die größten Hände, und gerade die Replika-Sticks und -Throttles wie der Warthog oder Cougar sind für mich schlicht zu groß. Die Pro Throttle hingegen scheint genau für meine Hand gemacht zu sein. Der Griff passt perfekt, alles liegt da wo es hingehört. Knöpfe, Hats und der Mini-Stick sind leicht erreichbar und ich kann meine linke Hand auch über lange Sessions auf dem Hebel "liegen" lassen, ohne zu verkrampfen. Gerade diese "Kleinigkeiten" lassen erkennen, dass hier jemand am Werk war, der etwas von Design und Ergonomie versteht. So sind etwa die drei Knöpfe auf der Hinterseite des Gashebels genau so platziert, dass mein kleiner, Ring- und Mittelfinger in "Ruhestellung" jeweils neben den ihnen zugedachten Knöpfen liegen. Fehlbedienung ausgeschlossen.

Apropos Knöpfe: Wie es sich für einen HOTAS-Gashebel gehört, bietet die Pro Throttle neben der eigentlichen "Gas"-Funktion eine Vielzahl von Mehrwege-Schaltern und Knöpfen. Die machen allesamt einen sehr hochwertigen Eindruck. Die Druckpunkte sind eindeutig und präzise - nichts erscheint billig, wackelig oder "labberig".

Insgesamt bekommt Ihr:

- Drei Vierwege-"Hatswitches", zwei im Bereich des Daumens, einen für den Zeigefinger an der Hinterseite. Dieser hintere Hat ist übrigens der einzige Knopf, für dessen Bedienung ihr Eure Handposition auf dem Hebel ein wenig verändern müsst. Bei mir liegen hier selten benutzte Funktionen wie "Fahrwerk aus/ein".

- einen Achtwege-"Hatswitch" im Bereich des Daumens

- einen analogen Mini-Joystick mit X- und Y-Achse im Bereich des Daumens. Dieser verfügt zusätzlich über eine Klick-Funktion, mit der Ihr die Throttle in einen von drei programmierbaren Modi schalten könnt. Damit habe ich mich noch nicht beschäftigt - soweit ich weiß, kann mit dieser Funktion die Anzahl an Knöpfen/Funktionen praktisch verdreifacht werden.

- drei Joystick-Knöpfe auf der Rückseite des Gashebels für kleinen, Ring- und Mittelfinger.

Um das Ganze ein wenig abzukürzen: Qualität, Ergonomie und Verarbeitung liegen meiner Meinung nach auf hohem Niveau.
Ja: Das Ganze ist komplett aus Plastik gefertigt, aber der verwendete Kunststoff wirkt sehr hochwertig, stabil und fasst sich angenehm an. Mich erinnern Material und Finish an den Sidewinder ForceFeedback2 - und das ist ein dickes Lob.

Der Gashebel lässt sich gerade so leicht bedienen, dass Ihr beim Gasgeben die Pro Throttle nicht über den Schreibtisch schiebt. Gleichzeitig bietet er gerade genug Widerstand, um sich nicht selbstständig oder ungewollt zu verstellen. Wer ganz sicher gehen will, der kauft im Baumarkt für ein paar Cent einen Velcro-Streifen und fixiert die Throttle damit auf dem Tisch.

Die mitgelieferte "CH Manager"-Software sieht zwar aus als käme sie direkt aus dem Jahr 1998, bietet aber eine Fülle von Funktionen und eine umfangreiche Hilfe. Nach kurzer Einarbeitung ist die Software leicht beherrschbar. Hier könnt ihr so ziemlich alles verstellen. So läuft etwa bei mir die X-Achse des Ministicks nicht als Achse, sondern sendet dank Control-Manager Tastatur-Befehle - nur so konnte ich in WW2Online meine Trimmung auf den Stick legen.

Kritikpunkte:
- Bei meinem Exemplar läuft der Gashebel nicht 100%ig glatt von Leerlauf auf Vollgas. In der Mitte ist eine ganz leichte "Unebenheit" spürbar. Fühlt sich aber überhaupt nicht dramatisch an und hat auch keine Auswirkungen in Spielen.

- keine Trimmräder/Schieberegler. Gerade für Saitek-Nutzer dürfte dies ein KO-Kriterium sein. Ich habe - wie bereits erwähnt - meinen Trim auf den analogen Stick gelegt. Funktioniert super und bislang habe ich die Räder nicht vermisst.

- Für mich persönlich in diesem Fall nicht relevant, aber sicherlich Kritik-würdig: Der Preis. Für 135 €uro bekommt man anderswo ein komplettes HOTAS-Set.

- Keine separate "Nachbrenner"-Stellung auf dem Gas-Schieber. Brauche ich persönlich nicht, aber wer das vermisst, der sollte "CH Pro Throttle Afterburner Detent" googlen. Mit einem einfachen Mod und ein wenig Velcro könnte Ihr dieses Manko problemlos in Heimarbeit abstellen.

Insgesamt gibt's von mir trotz Mini-Kritik die maximale Punktzahl. Für einen gerade noch vernünftigen Preis erhält der Flightsim-Fan mit der CH Pro Throttle ein ausgereiftes und (im Rahmen seines Einsatzgebietes) vielseitiges Qualitätsprodukt.

Klare Kaufempfehlung - 5/5 Sterne


Corsair CO-9050013-WW Air Series SP120 PWM Performance Edition 120mm High Performance High Pressure Gehäuselüfter
Corsair CO-9050013-WW Air Series SP120 PWM Performance Edition 120mm High Performance High Pressure Gehäuselüfter
Preis: EUR 19,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spitzenlüfter, 21. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Gestern war der SP120 endlich in der Post, und heute ist er schon im System verbaut. Bestellt wurde er, um den serienmäßigen Lüfter des H60 zu ersetzen und die ~15 € für das Teil haben sich tatsächlich gelohnt.

Corsair behauptet, dass der H60-Fan auf dem SP120er Design basiert. Rein optisch sind sich die beiden Lüfter sehr ähnlich, aber im Alltagsbetrieb unterscheiden sie sich wie Tag und Nacht. Der H60 Lüfter schafft tatsächlich ordentlich Druck. Ich hatte ihn spaßeshalber gegen zwei normale 120mm Casefans getauscht, und die waren in "push/pull" zusammen nicht so effektiv wie der H60-Fan alleine. Aber: Das Teil macht einen höllischen Radau.

Ganz anders der SP120 - obwohl es die High Performance-Version ist. Der sitzt bei mir nun auch hinter dem Radiator, an der Innenseite der Gehäuse-Rückwand, saugt Luft von außen an und bläst sie durch den Radiator. Unterstützt wird er z.Zt. von einem 120er Alpenföhn, der am CPU_OPT-Anschluss hängt (Lüfter meines alten "Brocken"-Kühlers).

Hörbar wird der SP120 dabei nur unter voller Last, also etwa wenn synthetische Benchmarks laufen (Aida64). Im Alltag (surfen, arbeiten, spielen) ist das Ding praktisch nicht herauszuhören (bei mir sorgen 2x140mm, 2x120mm plus GTX660 Lüfter und PSU-Fan für "Windgeräusche"). Warum das so ist? Keine Ahnung. Ich vermute, es liegt an Details wie den Gummieinlagen in den Befestigungspunkten des SP120 (die hat der Serien-Fan nicht) und höchstwahrscheinlich sind auch Lager und Motor von besserer Qualität. Die Temperaturen sind dabei auf ähnlichem, wenn nicht sogar besseren Niveau wie mit dem Serienlüfter des H60.

Fazit: Nicht ganz billiger aber exzellenter Lüfter im neutralen Design. Corsair sollte das Teil serienmäßig mit den H-series Kühlern ausliefern.

Nur so am Rande: In einigen Tests auf einschlägigen HW-Seiten lag der SP120 auf gleichem bzw. minimal besseren Niveau als die Referenzlüfter von Noctua - und deren Design ist mit seinen "70er-Jahre-Badezimmer"-Farben sicherlich nicht jedermanns Sache ;). Das sollte als Kaufempfehlung eigentlich reichen ...

S.


Enermax  ECA3280A-B-F
Enermax ECA3280A-B-F

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fast perfekt: Solides, gut ausgestattetes Case mit viel Platz, 16. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Enermax ECA3280A-B-F (Zubehör)
Nach rund sieben Jahren treuer Dienste wurde es Zeit, mein betagtes CoolerMaster Centurion 534 in Rente zu schicken. Auf der Suche nach einem Nachfolger habe ich mir so ziemlich alles angeschaut, was derzeit an Gehäusen auf dem Markt ist. Meine Suchkriterien waren:

- Midi Tower
- möglichst viele Staubfilter (das CM sah an den schwer zugänglichen Stellen furchtbar aus - fragt nicht, ich bin Raucher.. :) )
- mindestens zwei vorinstallierte Lüfter
- guter Airflow
- viel Platz allgemein und besonders hinter der linken Gehäusewand (Kabelmanagement)
- Frontpanel inkl. USB 3.0
- Preis: 55 - 80 Euro

Das Ostrog GT lag zwar am oberen Rand meiner Preisvorstellung, aber zahlreiche positive Tests und die Spezifikationen des Gehäuses haben mich dann ziemlich schnell dazu gebracht, das Teil zu kaufen.

Und bisher habe ich diese Entscheidung nicht bereut.

Positives:
Solide, durchdachte Konstruktion mit funktionalen Detaillösungen.

Umfassende Ausstattung "ab Werk" (2x 140 mm LED-Lüfter vorn, 1x 120 mm hinten, kompletter Frontpanel inkl USB 3.0 und An/Aus-Schalter für die Lüfterbeleuchtung, herausnehmbarer zweiter HDD-Käfig (schafft Platz für extra-lange Grafikkarten), versetzbarer SSD-Käfig, ventilierte, wiederverwendbare Slotblenden, Gummi-gelagerte PSU-Aufnahme, Staubfilter vorne, unten und oben).

"Ausgebeulte" Seitenwände schaffen reichlich Platz für versteckte Kabelführung (links) und hohe CPU-Kühler (rechts).

Kabelmanagement wird unterstützt durch zahlreiche Befestigungspunkte am Mainboardschlitten.

Großer CPU-Cutout ermöglicht schnellen Wechsel des CPU-Kühlers bei eingebautem Board.

Case erlaubt praktisch werkzeuglosen Einbau. Einen Schraubenzieher werdet Ihr im Idealfall lediglich fürs Mainboard, die Slotblenden und die Befestigung der SSD im Käfig brauchen.

Airflow scheint exzellent zu sein. Ich habe den hinteren Lüfter ausgebaut und als Exhaust ins "Dach" gesetzt (vordere Position). An der Rückwand sitzen jetzt Lüfter und Radiator des Corsair H60 Wasserkühlers. Mit diesem Setup bleiben alle Temperaturen erstaunlich niedrig. Die über Asus FanXpert 2 gesteuerten Lüfter müssen sich dafür noch nicht einmal besonders anstrengen. Sprich: Sobald ich den Radaubruder-Fan des H60 gegen etwas Leiseres getauscht habe, sollte das Gehäuse schön ruhig bleiben.

Ganz ohne Meckerpunkte kommt mir das Enermax-Case dann aber doch nicht davon.

So ist etwa, für mich, zu wenig Platz im Bereich Rückwand/Oberseite. Sobald H60 Radiator und Lüfter montiert sind, ist die hintere Dachlüfter-Position blockiert. Aber gerade hier hätte ich gerne einen Exhaust eingebaut, da das Corsair-Teil Frischluft ansaugt und durch den Radiator ins Gehäuse bläst. Die nun heiße Luft sollte dann idealerweise vom hinteren Dachfan ins Freie befördert werden. Geht aber wegen Platzmangel nicht.

Auf ähnliche Weise wird der Platz für den optionalen Bodenlüfter von meinem bequiet! Dark Power Netzteil blockiert. Das Teil ist ein kleines Stück zu lang und überdeckt so die Bohrungen für den Bottom-Fan.

Die Staubfilter scheinen ihre Sache bislang gut zu machen. An der äußeren Rückwand habe ich eine Nachrüstlösung von DEMCIflex sitzen, da hier ja auch angesaugt wird. Die serienmäßigen Filter sind deutlich gröber als das teure Teil von DEMCI, mal schauen, wie sie sich auf Dauer halten. Allerdings sind die Teile nicht wirklich benutzerfreundlich: So wird etwa der obere von vier Magneten an der Innenseite des Dachs fixiert. Wenn man dort allerdings Lüfter einbaut, müsste man zur Reinigung des Filters jedesmal die Lüfter ausbauen. Nicht wirklich clever. Meiner liegt inzwischen von außen auf - passt nicht perfekt, funktioniert aber. Der vordere Filter war bei mir zu lang, ragte daher nach innen und blockierte so den unteren Frontlüfter. Meine Freundin die Schere hat dieses Problem schnell gelöst. Der untere Filter ist ebenfalls recht primitiv verbaut. Er ist lediglich in den Boden "geklemmt". Für die Reinigung muss man also jedesmal das Case zur Seite kippen und dann den Filter raus- und wieder reinfriemeln. Warum hier keine "Schubladen"-Lösung zum Einsatz kommt, weiß wohl nur Enermax. Praktisch alle anderen Hersteller verbauen so etwas auch schon in der Mittelklasse.

Weniger störend finde ich die Abwesenheit von Gummi-umrandeten Kabeldurchführungen. Das wäre natürlich schöner für ein noch saubereres Kabelmanagement, aber die Ränder der Öffnungen sind allesamt schön abgerundet und machen nicht den Anschein, als könnten Sie meinen Kabeln gefährlich werden. Und in der Preisklasse gehört dieses Detail sicherlich nicht zu den Standards. Ich persönlich könnte allerdings auf die drei Öffnungen/Durchfühungen zum Einbau einer externen Wasserkühlung verzichten, wenn ich dafür die Gummimanschetten im Inneren bekommen könnte.

Als letzten kleinen Meckerpunkt erwähne ich noch die äußerst rudimentäre Bedienuns-/Einbauanleitung und die Tatache, dass lediglich 5 (Plastik-)Kabelbinder beilagen. Dafür gibt's aber auch zwei sehr schöne Klett-/Stoff-Binder mit schickem Enermax-Logo.

Insgesamt überwiegen beim Ostrog GT für mich aber eindeutig die positiven Aspekte. Das Teil machte mir keine großen Probleme beim Einbau - lediglich der erwähnte Platzmangel im hinteren/oberen Bereich sorgte mit meiner Konfiguration für leichte Irritation. Aber schließlich haben wir es hier nicht mit einem High-End-Gehäuse, sondern einem Vertreter der oberen Mittelklasse zu tun. Und für den ausgerufenen Preis von rund 75 Euro schlägt sich das Enermax-Produkt meiner Meinung nach mehr als wacker.

Gesamtwertung: 85/100. In Amazon-Sternen allerdings nur 4/5, denn perfekt ist es dann doch nicht.


Razer Taipan Gaming Maus
Razer Taipan Gaming Maus
Preis: EUR 76,94

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Geniale Maus mit indisktutablem Treiber-Konzept, 14. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Razer Taipan Gaming Maus (Zubehör)
UPDATE, April 2016:
Nach 2,5 Jahren hier ein paar Beobachtungen zum Thema "Haltbarkeit":

Die Maus selbst sieht noch aus wie am ersten Tag - trotzdem haben 2,5 Jahre Benutzung ihre Spuren hinterlassen:
1. Das geflochtene Kabel löst sich auf - und zwar an der Stelle, an der das Kabel über das (relative rauhe) Razer Mousepad gleitet.
Ungleich schlimmer:
2. Seit einigen Monaten ist die linke Maustaste nicht mehr 100% zuverlässig. "Klicken und Halten" funktioniert machmal nicht mehr, sprich: Die Maus benimmt sich so, als hätte ich die LMB losgelassen, auch wenn diese noch gedrückt ist.
3. Beim Hochfahren des PC wird die Maus manchmal nicht erkannt. USB-Stecker ziehen und wieder reinschieben hat das Problem bisher immer gelöst. Könnte natürlich auch am USB-Port oder Mainboard liegen, aber ich habe schon mehrere Ports ausprobiert und die Maus ist das einzige meiner zahlreichen USB-Geräte, das dieses Verhalten zeigt.

Insgesamt doch recht enttäuschend für ein Gerät in diesem Preisbereich. Meine MS Optical Mäuse waren deutlich günstiger und haben allesamt länger durchgehalten als die Razer. Daher ziehe ich einen ab und gebe nur noch drei Sterne.

Ursprüngliche Rezension:
Als Linkshänder hat man es in der Welt der Eingabegeräte nicht leicht. Ich arbeite seit den späten 80ern mit Mäusen und habe bisher nur eine Handvoll Geräte gefunden, mit denen ich 100%ig problemlos umgehen konnte. Zudem habe ich recht hohe Ansprüche ans grundsätzliche Design. Ich mag weder geschrumpfte Mikro-Mäuse, noch die überdimensionierten Plastikklumpen mit Quasimodo-Buckel, wie sie gerade im Gaming-Bereich seit Jahren en Vogue sind.

Enter the Razer Taipan: Auf der Suche nach einer Linkshänder-Version der Naga Hex stolperte ich über dieses Gerät. Nach kurzer Anfassprobe im Laden wurde das Teil bestellt. Der relativ hohe Preis hat mich dabei nicht abgeschreckt. Ich kenne Razer seit den Boomslang-Anfängen und weiß wie hochwertig deren Produkte verarbeitet sind. Qualität hat eben überall ihren Preis.

Die Taipan macht hier keine Ausnahme. Der Vergleich mit meiner Vorgängermaus von MS ist in etwa so fair wie ein Vergleich zwischen einem VW Golf und einem Bentley. Materialien, Design und Verarbeitung/Finish machen einen wirklich exzellenten Eindruck. Die Tasten liegen mehr oder weniger goldrichtig für mich (die seitlichen sind für meinen Geschmack ein wenig zu klein geraten), das Klickgefühl von LMB und RMB ist genial und das beleuchtete Mausrad ist wohl das beste, das mir je unter den Zeigefinger gekommen ist.

Wichtigster Punkt: Die Ergonomie. Auch hier überzeugt mich die Taipan komplett. Wie immer war eine kurze Umgewöhnung nötig, aber inzwischen kann ich mir nicht mehr vorstellen, eine andere Maus zu nutzen. Dank absolut symmetrischem Layout ist das Teil tatsächlich komplett "ambidextrous", also perfekt für Links- und Rechtshänder geeignet. Die relativ flache (aber nicht zu flache) Konstruktion liegt außerdem perfekt in der Hand. Ich habe nicht die größten Pranken und bin eher ein "Palm"-Typ (Maus liegt hauptsächlich in der Handfläche). Aber auch "Claw"-Nutzer (also Fingerspitzen-Klammerer) sollten mit dem "middle of the road"-Design der Taipan gut klar kommen.

Technik/"Zeigergefühl": Ich persönlich brauche die maximal möglichen 8000 dpi nicht wirklich (1800 funktioniert für mich perfekt), aber es ist erstaunlich, mit welcher Geschwindigkeit die Maus auf höchster Einstellung zu Werke geht. Sie setzt Bewegungen äußerst präzise und flüssig um (kein Zittern/Verwackeln bei kleinen Eingabekorrekturen) und funktioniert 1A unter Windows und in Spielen. Ich nutze sie auf einem Razer Vespula-Pad (rauhe Seite) und das ergibt für mich das beste Eingabegefühl, das ich je mit einer Maus erlebt habe.

Soweit, so gut: Das Teil ist top verarbeitet, funktioniert prächtig, fühlt sich sehr angenehm an und sieht einfach nur genial aus. Das pulsierend beleuchtete Logo im typischen Giftgrün ist Geschmackssache. Mir gefällt's jedenfalls und wer es nicht mag, kann es in der Razer-SW deaktivieren.

Womit wir bei meinem einzig ernsthaften Kritikpunkt angekommen wären - der Razer Software namens Synapse 2.0. Eine Treiber-DVD werdet Ihr in der Taipan-Verpackung vergeblich suchen - das Helferlein muss heruntergeladen werden. Kein Problem, aber sobald die Installation losging, war bei mir unbläubiges Kopfkratzen gefolgt von unkontrollierten Wutausbrüchen angesagt.

Ganz im Stil der schönen neuen Computerwelt ist Synapse nämlich eine Cloud-basierte Anwendung. Sprich: Eure Einstellungen werden nicht lokal in der Maus gespeichert, sondern kommen (ganz hip und trendy) in die Cloud. Angeblicher Nutzen ist der, das man an unterschiedlichen System immer auf dieselben persönlichen Präferenzen zugreifen können soll. Mir erschließt sich das Ganze nicht wirklich. Wozu der Umweg übers Internet, wenn ich meine Daten einfach intern speichern könnte? Ist es bei einer Maus für über 70 Euro wirklich zuviel verlangt, ein paar MB Speicher für die Präferenzen einzubauen? Das Blöde ist halt nur, dass Ihr Synapse installieren *müsst* wenn Ihr die Zusatzfunktionen der Maus nutzen wollt. Ohne die Razer-SW funktioniert das Teil nämlich nur wie eine stinknormale, generische 5-Knopf Maus.

Kein Problem, das ist ja nur ein Maustreiber mit einem Konfigurationsprogramm - wie aufwändig kann's sein? Offenbar extrem aufwändig. Auf meinem System dauerte die Installation eine gefühlte Ewigkeit. Bei 80% Fortschritt schien der Installer zu hängen und insgesamt vergingen locker 15 Minuten, bis das Programm endlich einsatzbereit war. Zudem *müsst* Ihr Euch für den ganzen Quatsch auch noch registrieren *und* einer Vereinbarung zustimmen, dank derer Razer dann fleißig Daten über Euer System sammeln und an Dritte weitergeben darf. Meine HDD jedenfalls ratterte während der Installation derart angestrengt, dass ich mir gar nicht vorstellen will, was da alles an Daten gesammelt wurde. Und das alles für einen Maustreiber - auweia.

Wenn denn erstmal alles läuft, bemerkt man Synapse allerdings praktisch nicht mehr (bis auf das giftgrüne Symbol in der Menüleiste). Das Programm selbst funktioniert erstklassig. Tastenbelegung, Kalibrierung auf generische oder vorgegebene (Razer-)Mauspads, Makroprogrammierung: Alles super einfach und selbsterklärend. Trotzdem bleibt für mich auf der Softwareseite ein Geschmäckle zurück.

Fazit: Top verarbeitete, technisch extrem hochwertige, Linkshänder-kompatible Edel-Maus mit coolem Design, gesalzenem Preis und holperiger Treiber-Installation inklusive Big-Brother Nachgeschmack.

Mit vernünftigen Treibern gäb's von mir die Bestnote, so reicht's "nur" für 4/5 Sterne.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 21, 2013 1:50 PM MEST


Corsair Vengeance K90 Performance MMO Mechanical Gaming Tastatur Deutsch USB 2.0
Corsair Vengeance K90 Performance MMO Mechanical Gaming Tastatur Deutsch USB 2.0

4.0 von 5 Sternen Das Ende der Suche..?, 7. Januar 2013
Wenn's um Tastaturen geht, bin ich extrem pingelig. Ich nutze seit Jahren das exzellente Internet Keyboard Pro von Microsoft, das leider schon lange nicht mehr hergestellt wird. Layout, Zusatzfunktionen und vor allem Schreib-/Tippgefühl sind bei diesem Oldie für mich top und bislang habe ich kein neueres Produkt gefunden, das einen Neukauf rechtfertigen würde.

Dann habe ich über Weihnachten das Corsair in die Finger bekommen. Der Preis ließ mich erst mal schlucken (100 Euro für eine Tastatur??), aber es war ja Weihnachten und wer weiß, wie lange mein MS-Oldie noch durchhält.

Inzwischen benutze ich das K90 seit etwa einer Woche und das Teil schlägt sich im Alltag (gaming, surfen, Texte schreiben) sehr gut. Trotzdem ist noch nicht sicher, ob mein geliebtes MS-Keyboard jetzt wirklich in Rente bleibt. Aber bevor ich meckere, hier erst die Pluspunkte:

Pro:

- Für mich am wichtigsten: Exzellentes Schreibgefühl. Die Tasten fühlen sich "mechanisch" an. Sie haben einen praktisch perfekten Druckpunkt und nicht dieses undefinierte, "labberige" Feeling, das viele aktuelle Tastaturen bieten. Das Corsair fühlt sich tatsächlich nach "Tippen auf einem Desktop-Keyboard" und nicht nach Laptop-Tastatur an.

- Super Look und Verarbeitung. Die Alu-Oberseite wirkt edel und robust, die Beleuchtung ist nachts wirklich hilfreich und sieht auch noch top aus. Die metallenen Media-Tasten (besonders die Lautstärke-Regelung) sind der Hammer. Die halbwegs rutschfeste Handballenauflage fühlt sich angenehm an, ist leicht zu reinigen und erleichtert mir tatsächlich die Arbeit.

- "Offener" Aufbau vereinfacht das Reinigen der Tastatur deutlich. Für mich als Raucher und "am-PC-Esser" auch ein wichtiges Plus.

Eigentlich eine perfekte Tastatur .. sollte man meinen .. aber:

Kontra:
Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich mich bisher vertippt habe weil ich die Nachbartasten erwische. Am nervigsten: Wenn ich das "A" benutzen will, erwische ich in 70% der Fälle die Caps-Lock-Taste (die wurde inzwischen per regeditor abgeschaltet). Der Grund ist simpel - die Tastatur ist zu schmal gebaut. Das Teil müsste ein wenig breiter, die Tasten ein wenig größer sein und sie müssten etwas weiter auseinander stehen. Möglich, dass das eine Gewöhnungssache ist - kann ich mir aber nicht vorstellen.

Nicht genug Zusatztasten. Damit meine ich nicht die Makrotasten (G1 - G18, die benutze ich als Linkshänder eh nicht), sondern Tasten wie "Email-Programm öffnen", "Taschenrechner" oder "Browser öffnen". Während die Tasten des G90 durchaus sinnvoll sind (Mediaplayer-Steuerung, Ton aus, geniale Alu-Walze als Lautstärkeregler), bin ich durch mein altes Keyboard doch an etwas mehr Zusatznutzen gewöhnt.

Mini-Meckerpunkt: Ich mag ein relativ steil stehendes Keyboard. Die ausklappbaren "Füsschen" des K90 sind zu kurz oder stehen im falschen Winkel, sodass das Vorderteil für mich nicht weit genug hoch kommt. Da werde ich wohl irgendwas unterlegen müssen.

Fazit: Ich bereue den Kauf nicht - ärgere mich aber ein wenig darüber, dass eine geringfügige Design-Änderung das K90 zum einem (für mich) praktisch perfekten Keyboard gemacht hätte. Ob das Teil 100 Euro wert ist, muss jeder selbst entscheiden. Empfehlen kann ich das K90 zweifellos - vor allem, wenn Ihr auf dieses typisch mechanische Anschlagsgefühl steht. Allerdings solltet Ihr vorher ausgiebig probetippen. Und zwar nicht nur sinnlos auf die Tastatur hämmern, sondern am besten einen kurzen Text schreiben und schauen, wie oft Ihr Euch verschreibt.

Gesamtwertung: 4.5/5 ... aber halbe Sterne darf ich ja nicht vergeben, daher: 4/5.

Update August 2013: Acht Monate sind vergangen, und das Corsair ist noch immer auf meinem Schreibtisch. Inzwischen habe ich mich fast vollstädig an die etwas geringeren Tastenabstände gewöhnt - die CAPSLOCK-Taste bleibt allerdings weiterhin deaktiviert. Auch den Kritikpunkt "Mangel an Zusatztasten" kann ich nicht uneingeschränkt stehen lassen. Inzwischen hab ich mich mit der mitgelieferten SW beschäftigt, mit deren Hilfe man auch Programme auf die G-Tasten legen kann. Shortcuts zu häufig benötigten Programmen wie Taschenrechner, Outlook, etc. kann man so in wenigen Sekunden einrichten. Allerdings muss man sich dann natürlich merken, auf welcher der 18 G-Tasten welcher Shortcut liegt.

Was sonst noch auffiel:
Tastaturbeleuchtung fällt auf einigen Tasten aus. Das scheint eine typische Schwäche dieses Modells zu sein. Bei mir macht etwa die "7" auf dem Ziffernblock was sie will. Mal leuchtet sie, mal nicht.

Alle Tasten sind gleich, aber einige Tasten sind gleicher als die anderen. Will sagen: Corsair war ein wenig zu geizig und hat nicht allen Tasten die genialen Cherry MX Key Switches spendiert. Die G-Tasten, alle F-Tasten sowie der 6-er Block über den Cursortasten plus die drei darüber müssen mit deutlich popeligeren Schaltern auskommen. Und das spürt/hört man. Stört nicht wirklich, hinterlässt aber bei einem derart hochpreisigen Produkt einen etwas faden Nachgeschmack. Beim Nachfolger K95 wurde dieser Schnitzer korrigiert.

Eigentlicher Grund fürs Update: Das Thema Ghosting. Das kommt nicht wirklich häufig vor, aber doch so häufig, dass es auffäääääääääääällt. Daher finde ich es umso verwunderlicher, dass Corsair auf ihrer Website behaupten, die Vengeance-Keyboards seien "100% Ghosting-frei". Sind sie nicht - oder besser gesagt: Meins ist es nicht.


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5.0 von 5 Sternen Die beste LOTR-Adaption, 27. November 2012
Die Überschrift sagt eigentlich alles: Für mich ist und bleibt die BBC-Adaption die beste Version von Tolkiens Fantasy-Meisterwerk.

Schon das Casting ist deutlich besser gelungen als im Film. Besonders Ian Holm als Frodo ist hier hervorzuheben. Obwohl er "nur" seine Stimme zur Verfügung hat, spielt er den hölzern agierenden Elijah Wood aus der Filmfassung locker an die Wand.

Ein weiteres Plus ist die deutlich größere Werktreue der Hörspielfassung. Aragorn wird nicht künstlich auf den Stereotyp "von Selbstzweifeln geplagter Held" getrimmt, die Zeitabläufe sind identisch mit denen der Bücher (Frodo ist beim Beginn der Reise 50 Jahre alt, 17 Jahre verstreichen bevor die Reise endlich losgeht, etc.) und Merry und Pipin werden nicht zu komischen Nebencharakteren degradiert. Zudem wurde Arwens Rolle nicht nachträglich erweitert, um eine (völlig überflüssige) Lovestory in die Handlung zu pressen.

Ganz frei von Handlungschnitten ist auch diese Adaption nicht - so fehlt etwa mal wieder Tom Bombadil. Das allerdings kann ich verschmerzen, da diese Sequenz auch in den Büchern relativ sinnfrei bleibt (ich persönlich überspringe sie inzwischen beim Lesen komplett).

Ein weiteres Plus ist für mich die Wahl des Mediums. Natürlich interpretiert auch ein Hörspiel das Ausgangsmaterial auf seine Weise - die Abwesenheit von Bildern lässt mir aber immer noch genügend Freiraum, die Welt von Mittelerde in meiner Fantasie selbst auszuschmücken und zum Leben zu erwecken. So bildgewaltig und episch die Filme auch sein mögen: Ein großer Reiz von "Herr der Ringe" besteht für mich darin, mich in die Welt von Frodo, Gandalf und Co. hinzufantasieren, und die Charaktere und Schauplätze in meiner Vorstellung lebendig werden zu lassen. Gerade bei Klassikern wie diesen kann Kopfkino oft schöner und überzeugender sein als echtes Kino.

Fazit: Nicht nur für "Herr der Ringe"-Fans ein absoluter Pflichtkauf - mittelmäßige bis gute Englischkenntnisse vorausgesetzt.

5/5


XCOM: Enemy Unknown - [PC]
XCOM: Enemy Unknown - [PC]
Wird angeboten von Game World
Preis: EUR 7,49

31 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ist das noch X-COM? Entschlackter Strategieklassiker in neuem Gewand, 18. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: XCOM: Enemy Unknown - [PC] (Computerspiel)
Ich bekenne: Ich bin ein riesiger Fan des Genres "Rundenstrategie". Und ich bin alt genug, um das Original "UFO: Enemy Unknown" noch zu kennen. Trotzdem ist die gesamte X-COM-Serie bisher an mir vorübergegangen. Ich bin damals (um 1995) erst mit dem Ur-Jagged Alliance auf den Geschmack gekommen - ein Spiel, das in vielerlei Hinsicht dem jüngsten Sproß der X-COM-Familie überlegen ist. Aber dazu später mehr.

Zurück in die Gegenwart: Das aktuelle "X-COM" ist eines dieser Spiele, deren faire Bewertung nicht ganz leicht fällt. Sprich: Verdient es "nur" eine hohe 80er- oder doch eine 90er-Wertung? Auf der einen Seite ist grundsätzlich schon mal lobenswert, dass ein großer und kompetenter Entwickler Verständnis für uns darbende Rundenstrategen zeigt und statt des x-ten "Battlefield"-, "Call of Duty"- oder "GTA"-Klons den Ausflug in ein (angeblich) unbeliebtes Genre wagt. Auf der anderen Seite suchen wir all die klassischen Kritikpunkte im 2012er "X-COM" eh vergeblich, die "Normal"-Spieler von dieser Art Produkt abschrecken könnten. Ein überfrachtetes, unübersichtliches Interface mit zig Buttons, eines das man nur mit dem Handbuch auf dem Schoß verstehen und erlernen kann? Fehlanzeige. Komplizierte Spielmechanik inklusive Aktionspunkten/Time-Units? Nicht vorhanden. Und selbst das beliebte Killerargument greift hier nicht, nach dem Strategiespiele beim Thema "Präsentation" eine Dekade hinter dem Stand der Technik zurückhinken. "X-COM" sieht dank Unreal-Technik richtig gut aus und Musik sowie Inszenierung sind praktisch auf Spielfilm-Nivau.

Auf den ersten Blick also alles in Butter. Das Spiel - soviel sei vorweggenommen - erhält von mir eine klare Kaufempfehlung. Jetzt kommt allerdings das unvermeidliche "aber":

Die Jubelwertungen einiger Tester um/über 90 Prozent halte ich für überzogen. Und hier folgen auch schon meine Argumente, warum "Enemy Unknown" zwar ein sehr gutes aber eben kein großartiges Spiel ist:

1. Länge:
Gerade habe ich die Kampagne auf zweithöchster Schwierigkeit ("Classic", IIRC) durchgespielt. Und obwohl ich zig Mal geladen habe, um meine besten Kämpfer wiederauferstehen zu lassen, habe ich dafür laut Steam gerade 40 Stunden gebraucht. Das ist schlicht zu kurz. Dabei würde das Spiel deutlich mehr "Stoff" für eine längere Kampagne liefern. Die Missions- und Gegnertypen sind ebenso zahl- wie abwechslungsreich und die Kombination aus Rundenkämpfen und Basis-/Soldaten-Management würde auch locker reichen, mich deutlich länger bei der Stange zu halten. Die Entscheidung, "X-COM" derart "cinematisch" zu gestalten, rächt sich hier. Alle Spezialaufgaben und -projekte, all die Wendungen in der Story, die die Entwickler ins Spiel bringen, müssen natürlich auch mit Zwischensequenzen und Sprachausgabe versehen werden - und das kostet Zeit und Geld in der Entwicklung. Zum Vergleich sei hier nur das deutlich ältere und technisch primitivere "Jagged Alliance 2" genannt, das ebenfalls mit einer Kampagne mit zig festen Ereignissen kommt, den Spieler aber deutlich länger an den Bildschirm fesselt, bevor diese erfolgeich beendet ist.

2. Zu stark simplifiziert:
Der wahrscheinlich wichtigste Kritikpunkt für Liebhaber klassischer Rundenstrategie. Ja: Interface-Entschlackung ist für mich nichts Anrüchiges und ich verstehe auch, dass man die Gelegenheits-Strategen nicht verschrecken wollte. Aber im Fall von "X-COM" ging die Simplifizierungswut dann doch zu weit. Die Spielmechanik, nach der ich meine Jungs und Mädels höchstens zwei Mal ziehen darf (egal ob nur ein Feld oder über ihren maximalen Bewegungsspielraum), bietet mir schlicht zu wenig Raum für kreative Schlachtenlenkung. Viele Dinge, die in älteren Titeln selbstverständlich sind, funktionieren nach diesen Regeln nicht: So kann ich etwa nicht feuern und meine Leute dann die Stellung wechseln lassen. Oder ich kann mich nicht Schritt für Schritt/Feld für Feld an eine Position auf dem Schlachtfeld herantasten. Auch hier muss ich wieder auf "Jagged Alliance 2" verweisen, dessen Aktionspunkte-System deutlich mehr Flexibilität bietet (vor allem, wenn das geniale Fan-Mod 1.13 installiert ist). Hier ist es etwa möglich, einen Soldaten Schritt für Schritt vorrücken zu lassen. Bei Feindkontakt kann ich dieses Vorrücken dann immer noch abbrechen, um meinen Kämpfer nicht ins Feuer laufen zu lassen. In "X-COM" funktioniert das nur bedingt. Ebenfalls nicht vorhanden ist die Möglichkeit, Gegner zu "unterbrechen" - jedenfalls nicht so, wie man es von anderen Rundentaktik-Titeln kennt. Die Unterbrechungsfunktion nennt sich hier "Overwatch" und muss in jeder Runde neu aktiviert werden, damit unsere Soldaten den Zug eines Gegeners unterbrechen und auf ihn feuern, sobald der in ihre Sichtlinie rennt. Wirklich dämlich: Wir haben keinerlei Kontrolle darüber, wann und auf wen die Soldaten bei einem erfolgreichen "Interrupt" schießen. So kann es passieren, dass drei unserer Recken auf Overwatch auf denselben Gegner ballern, während sie andere Feinde in ihrer Sichtlinie ignorieren. Besser wäre es, wenn das Spiel bei erfolgreichem Interrput uns entscheiden lassen würde, wer auf welchen Gegner wie oft schießen soll. So wie zum Beispiel in - Ihr ahnt schon was jetzt kommt - "Jagged Alliance 2".

3. Zu wenig Information:
Überschneidet sich teilweise mit Punkt zwei, aber egal. Für ein doch recht komplexes Spiel bietet X-COM erschreckend wenig Information - sowohl auf als auch abseits des Schlachtfelds. Das fängt beim lachhaften "Handbuch" an, das lediglich ein paar Tastenbelegungen und die Systemvoraussetzungen enthält (PDF-Variante der Steam-Version). Schwerwiegender finde ich allerdings den Mangel an Informationen im Kampf. Mini-Map, gegnerische wie freundliche Sichtkegel oder detaillierte Infos zu den Soldaten sucht man hier vergebens. Die Abwesenheit einer XP-Anzeige für meine Recken könnte ich gerade noch verschmerzen. Dass ich mir aber nicht anzeigen lassen kann, wer auf dem Schlachtfeld wie weit und wohin sehen kann, ist bei einem solchen Titel unverzeihlich. Die Positionierung der Scharfschützen etwa wird so zum trial-and-error-Spiel.

4. Technische Schwächen:
Sehr cool: Die 3D-Landschaften sehen schick aus und sind komplett zerstörbar. Weniger cool: Die Kamera lässt sich nicht frei, sondern nur in vier vordefinierten Schritten drehen. Das liegt wohl auch daran, dass das Spiel für Objekte in der Welt (Autos, Bäume, Felsblöcke, etc.) nur jeweils vier Seiten kennt (vorne, hinten, links, rechts). Das macht das In-Deckung-Gehen an einigen Stellen (UFO-Eingänge) unmöglich. Da stehen zwar Wände und die sehen auch nach Deckung aus, aber durch die technische Umsetzung stehen unsere Kämpfer an diesen Stellen schlicht ungedeckt und im Freien herum. Eine denkbar einfache Lösung dieser Probleme wäre die Verwendung Hexfeld-basierter Karten gewesen. Warum dieser Strategie-Standard hier nicht zum Einsatz kommt, ist mir schleierhaft. Zudem artet das Umschalten zwischen einzelnen Höhen-Leveln teilweise in extreme Fummelarbeit aus. Einen Trupp von sechs Mann in einem großen UFO mit mehreren Ebenen auf Position zu bringen, wird oft zum nervtötenden Herumgefriemel mit der Maus. Zudem sei noch erwähnt, dass das Spiel bei mir relativ häufig abstürzte/sich aufhing. Gelegentlich kam es auch vor, dass sich das HUD/Benutzer-Interface verabschiedete und erst nach dem Laden eines Savegames wieder mitspielen wollte.

5. Enttäuschendes Ende.
Zwecks Spoiler-Vermeidung werde ich diesen Kritikpunkt hier nicht weiter erörtern. Soviel sei aber gesagt: Nach all den schicken Zwischensequenzen mit wichtig und dramatisch klingenden Ansprachen meines X-COM Führungs- und Wissenschaftsstabs, hätte ich mir für die letzte Mission doch deutlich mehr erwartet. Sowohl in Bezug auf spielerische wie auch auf die Story-technischen Aspekte. Was mich am Ende von "X-COM" erwartet, ist relativ einfallslos, antiklimaktisch und der ansonsten durchaus packenden und mysteriösen Story nicht würdig. Aber wer weiß? Vielleicht haben die Entwickler ja schon die Fortsetzung der Geschichte per Expansion-Pack oder "Terror from the Deep"-Remake in der Schublade?

Nach so viel Kritik sollte ich noch einmal meine (fast) uneingeschränkte Kaufempfehlung für "X-COM" bekräftigen. Ja: Das Spiel hat einige Schwächen. Vor allem wenn Ihr Euch zur Gruppe der Hardcore-Strategen zählt, dürften Euch einige meiner Meckerpunkte leicht säuerlich aufstoßen. Insgesamt allerdings macht das Teil richtig Spaß und verdient somit großes Lob. Firaxis ist dafür bekannt, klassische Spielkonzepte gekonnt zu modernisieren und in schicke neue Kleider zu hüllen. Und "X-COM" macht da keine Ausnahme - wohl auch deshalb, weil man trotz Frischzellenkur dem altbekannten, rundenbasierten Spielprinzip im Kern die Treue gehalten hat. Nein: Auf Echtzeit wurde hier, Gott sei Dank, nix umgekrempelt - anders als bei der renovierten Fassung meines geliebten "Jagged Alliance 2" (Back in Action), die viele Strategie-/Tatktik-Fans (mich eingeschlossen) daher auch für Teufelswerk halten. :)

SG

Gesamtnote: 86/100
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 27, 2012 12:17 PM MEST


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