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Rezensionen verfasst von
SG

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Corsair Memory Air Series SP120 PWM High Performance Edition Lüfter (120x120x25mm)
Corsair Memory Air Series SP120 PWM High Performance Edition Lüfter (120x120x25mm)
Preis: EUR 17,02

5.0 von 5 Sternen Spitzenlüfter, 21. August 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Gestern war der SP120 endlich in der Post, und heute ist er schon im System verbaut. Bestellt wurde er, um den serienmäßigen Lüfter des H60 zu ersetzen und die ~15 € für das Teil haben sich tatsächlich gelohnt.

Corsair behauptet, dass der H60-Fan auf dem SP120er Design basiert. Rein optisch sind sich die beiden Lüfter sehr ähnlich, aber im Alltagsbetrieb unterscheiden sie sich wie Tag und Nacht. Der H60 Lüfter schafft tatsächlich ordentlich Druck. Ich hatte ihn spaßeshalber gegen zwei normale 120mm Casefans getauscht, und die waren in "push/pull" zusammen nicht so effektiv wie der H60-Fan alleine. Aber: Das Teil macht einen höllischen Radau.

Ganz anders der SP120 - obwohl es die High Performance-Version ist. Der sitzt bei mir nun auch hinter dem Radiator, an der Innenseite der Gehäuse-Rückwand, saugt Luft von außen an und bläst sie durch den Radiator. Unterstützt wird er z.Zt. von einem 120er Alpenföhn, der am CPU_OPT-Anschluss hängt (Lüfter meines alten "Brocken"-Kühlers).

Hörbar wird der SP120 dabei nur unter voller Last, also etwa wenn synthetische Benchmarks laufen (Aida64). Im Alltag (surfen, arbeiten, spielen) ist das Ding praktisch nicht herauszuhören (bei mir sorgen 2x140mm, 2x120mm plus GTX660 Lüfter und PSU-Fan für "Windgeräusche"). Warum das so ist? Keine Ahnung. Ich vermute, es liegt an Details wie den Gummieinlagen in den Befestigungspunkten des SP120 (die hat der Serien-Fan nicht) und höchstwahrscheinlich sind auch Lager und Motor von besserer Qualität. Die Temperaturen sind dabei auf ähnlichem, wenn nicht sogar besseren Niveau wie mit dem Serienlüfter des H60.

Fazit: Nicht ganz billiger aber exzellenter Lüfter im neutralen Design. Corsair sollte das Teil serienmäßig mit den H-series Kühlern ausliefern.

Nur so am Rande: In einigen Tests auf einschlägigen HW-Seiten lag der SP120 auf gleichem bzw. minimal besseren Niveau als die Referenzlüfter von Noctua - und deren Design ist mit seinen "70er-Jahre-Badezimmer"-Farben sicherlich nicht jedermanns Sache ;). Das sollte als Kaufempfehlung eigentlich reichen ...

S.


Enermax Ostrog Giant Blue Fan bk ATX
Enermax Ostrog Giant Blue Fan bk ATX
Wird angeboten von Happiness At Home - Kundenzufriedenheit und schnell Lieferung (auch weltweit)
Preis: EUR 88,43

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fast perfekt: Solides, gut ausgestattetes Case mit viel Platz, 16. August 2013
Nach rund sieben Jahren treuer Dienste wurde es Zeit, mein betagtes CoolerMaster Centurion 534 in Rente zu schicken. Auf der Suche nach einem Nachfolger habe ich mir so ziemlich alles angeschaut, was derzeit an Gehäusen auf dem Markt ist. Meine Suchkriterien waren:

- Midi Tower
- möglichst viele Staubfilter (das CM sah an den schwer zugänglichen Stellen furchtbar aus - fragt nicht, ich bin Raucher.. :) )
- mindestens zwei vorinstallierte Lüfter
- guter Airflow
- viel Platz allgemein und besonders hinter der linken Gehäusewand (Kabelmanagement)
- Frontpanel inkl. USB 3.0
- Preis: 55 - 80 Euro

Das Ostrog GT lag zwar am oberen Rand meiner Preisvorstellung, aber zahlreiche positive Tests und die Spezifikationen des Gehäuses haben mich dann ziemlich schnell dazu gebracht, das Teil zu kaufen.

Und bisher habe ich diese Entscheidung nicht bereut.

Positives:
Solide, durchdachte Konstruktion mit funktionalen Detaillösungen.

Umfassende Ausstattung "ab Werk" (2x 140 mm LED-Lüfter vorn, 1x 120 mm hinten, kompletter Frontpanel inkl USB 3.0 und An/Aus-Schalter für die Lüfterbeleuchtung, herausnehmbarer zweiter HDD-Käfig (schafft Platz für extra-lange Grafikkarten), versetzbarer SSD-Käfig, ventilierte, wiederverwendbare Slotblenden, Gummi-gelagerte PSU-Aufnahme, Staubfilter vorne, unten und oben).

"Ausgebeulte" Seitenwände schaffen reichlich Platz für versteckte Kabelführung (links) und hohe CPU-Kühler (rechts).

Kabelmanagement wird unterstützt durch zahlreiche Befestigungspunkte am Mainboardschlitten.

Großer CPU-Cutout ermöglicht schnellen Wechsel des CPU-Kühlers bei eingebautem Board.

Case erlaubt praktisch werkzeuglosen Einbau. Einen Schraubenzieher werdet Ihr im Idealfall lediglich fürs Mainboard, die Slotblenden und die Befestigung der SSD im Käfig brauchen.

Airflow scheint exzellent zu sein. Ich habe den hinteren Lüfter ausgebaut und als Exhaust ins "Dach" gesetzt (vordere Position). An der Rückwand sitzen jetzt Lüfter und Radiator des Corsair H60 Wasserkühlers. Mit diesem Setup bleiben alle Temperaturen erstaunlich niedrig. Die über Asus FanXpert 2 gesteuerten Lüfter müssen sich dafür noch nicht einmal besonders anstrengen. Sprich: Sobald ich den Radaubruder-Fan des H60 gegen etwas Leiseres getauscht habe, sollte das Gehäuse schön ruhig bleiben.

Ganz ohne Meckerpunkte kommt mir das Enermax-Case dann aber doch nicht davon.

So ist etwa, für mich, zu wenig Platz im Bereich Rückwand/Oberseite. Sobald H60 Radiator und Lüfter montiert sind, ist die hintere Dachlüfter-Position blockiert. Aber gerade hier hätte ich gerne einen Exhaust eingebaut, da das Corsair-Teil Frischluft ansaugt und durch den Radiator ins Gehäuse bläst. Die nun heiße Luft sollte dann idealerweise vom hinteren Dachfan ins Freie befördert werden. Geht aber wegen Platzmangel nicht.

Auf ähnliche Weise wird der Platz für den optionalen Bodenlüfter von meinem bequiet! Dark Power Netzteil blockiert. Das Teil ist ein kleines Stück zu lang und überdeckt so die Bohrungen für den Bottom-Fan.

Die Staubfilter scheinen ihre Sache bislang gut zu machen. An der äußeren Rückwand habe ich eine Nachrüstlösung von DEMCIflex sitzen, da hier ja auch angesaugt wird. Die serienmäßigen Filter sind deutlich gröber als das teure Teil von DEMCI, mal schauen, wie sie sich auf Dauer halten. Allerdings sind die Teile nicht wirklich benutzerfreundlich: So wird etwa der obere von vier Magneten an der Innenseite des Dachs fixiert. Wenn man dort allerdings Lüfter einbaut, müsste man zur Reinigung des Filters jedesmal die Lüfter ausbauen. Nicht wirklich clever. Meiner liegt inzwischen von außen auf - passt nicht perfekt, funktioniert aber. Der vordere Filter war bei mir zu lang, ragte daher nach innen und blockierte so den unteren Frontlüfter. Meine Freundin die Schere hat dieses Problem schnell gelöst. Der untere Filter ist ebenfalls recht primitiv verbaut. Er ist lediglich in den Boden "geklemmt". Für die Reinigung muss man also jedesmal das Case zur Seite kippen und dann den Filter raus- und wieder reinfriemeln. Warum hier keine "Schubladen"-Lösung zum Einsatz kommt, weiß wohl nur Enermax. Praktisch alle anderen Hersteller verbauen so etwas auch schon in der Mittelklasse.

Weniger störend finde ich die Abwesenheit von Gummi-umrandeten Kabeldurchführungen. Das wäre natürlich schöner für ein noch saubereres Kabelmanagement, aber die Ränder der Öffnungen sind allesamt schön abgerundet und machen nicht den Anschein, als könnten Sie meinen Kabeln gefährlich werden. Und in der Preisklasse gehört dieses Detail sicherlich nicht zu den Standards. Ich persönlich könnte allerdings auf die drei Öffnungen/Durchfühungen zum Einbau einer externen Wasserkühlung verzichten, wenn ich dafür die Gummimanschetten im Inneren bekommen könnte.

Als letzten kleinen Meckerpunkt erwähne ich noch die äußerst rudimentäre Bedienuns-/Einbauanleitung und die Tatache, dass lediglich 5 (Plastik-)Kabelbinder beilagen. Dafür gibt's aber auch zwei sehr schöne Klett-/Stoff-Binder mit schickem Enermax-Logo.

Insgesamt überwiegen beim Ostrog GT für mich aber eindeutig die positiven Aspekte. Das Teil machte mir keine großen Probleme beim Einbau - lediglich der erwähnte Platzmangel im hinteren/oberen Bereich sorgte mit meiner Konfiguration für leichte Irritation. Aber schließlich haben wir es hier nicht mit einem High-End-Gehäuse, sondern einem Vertreter der oberen Mittelklasse zu tun. Und für den ausgerufenen Preis von rund 75 Euro schlägt sich das Enermax-Produkt meiner Meinung nach mehr als wacker.

Gesamtwertung: 85/100. In Amazon-Sternen allerdings nur 4/5, denn perfekt ist es dann doch nicht.


Razer Taipan Gaming Maus
Razer Taipan Gaming Maus
Preis: EUR 66,10

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geniale Maus mit indisktutablem Treiber-Konzept, 14. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Razer Taipan Gaming Maus (Videospiel)
Als Linkshänder hat man es in der Welt der Eingabegeräte nicht leicht. Ich arbeite seit den späten 80ern mit Mäusen und habe bisher nur eine Handvoll Geräte gefunden, mit denen ich 100%ig problemlos umgehen konnte. Zudem habe ich recht hohe Ansprüche ans grundsätzliche Design. Ich mag weder geschrumpfte Mikro-Mäuse, noch die überdimensionierten Plastikklumpen mit Quasimodo-Buckel, wie sie gerade im Gaming-Bereich seit Jahren en Vogue sind.

Enter the Razer Taipan: Auf der Suche nach einer Linkshänder-Version der Naga Hex stolperte ich über dieses Gerät. Nach kurzer Anfassprobe im Laden wurde das Teil bestellt. Der relativ hohe Preis hat mich dabei nicht abgeschreckt. Ich kenne Razer seit den Boomslang-Anfängen und weiß wie hochwertig deren Produkte verarbeitet sind. Qualität hat eben überall ihren Preis.

Die Taipan macht hier keine Ausnahme. Der Vergleich mit meiner Vorgängermaus von MS ist in etwa so fair wie ein Vergleich zwischen einem VW Golf und einem Bentley. Materialien, Design und Verarbeitung/Finish machen einen wirklich exzellenten Eindruck. Die Tasten liegen mehr oder weniger goldrichtig für mich (die seitlichen sind für meinen Geschmack ein wenig zu klein geraten), das Klickgefühl von LMB und RMB ist genial und das beleuchtete Mausrad ist wohl das beste, das mir je unter den Zeigefinger gekommen ist.

Wichtigster Punkt: Die Ergonomie. Auch hier überzeugt mich die Taipan komplett. Wie immer war eine kurze Umgewöhnung nötig, aber inzwischen kann ich mir nicht mehr vorstellen, eine andere Maus zu nutzen. Dank absolut symmetrischem Layout ist das Teil tatsächlich komplett "ambidextrous", also perfekt für Links- und Rechtshänder geeignet. Die relativ flache (aber nicht zu flache) Konstruktion liegt außerdem perfekt in der Hand. Ich habe nicht die größten Pranken und bin eher ein "Palm"-Typ (Maus liegt hauptsächlich in der Handfläche). Aber auch "Claw"-Nutzer (also Fingerspitzen-Klammerer) sollten mit dem "middle of the road"-Design der Taipan gut klar kommen.

Technik/"Zeigergefühl": Ich persönlich brauche die maximal möglichen 8000 dpi nicht wirklich (1800 funktioniert für mich perfekt), aber es ist erstaunlich, mit welcher Geschwindigkeit die Maus auf höchster Einstellung zu Werke geht. Sie setzt Bewegungen äußerst präzise und flüssig um (kein Zittern/Verwackeln bei kleinen Eingabekorrekturen) und funktioniert 1A unter Windows und in Spielen. Ich nutze sie auf einem Razer Vespula-Pad (rauhe Seite) und das ergibt für mich das beste Eingabegefühl, das ich je mit einer Maus erlebt habe.

Soweit, so gut: Das Teil ist top verarbeitet, funktioniert prächtig, fühlt sich sehr angenehm an und sieht einfach nur genial aus. Das pulsierend beleuchtete Logo im typischen Giftgrün ist Geschmackssache. Mir gefällt's jedenfalls und wer es nicht mag, kann es in der Razer-SW deaktivieren.

Womit wir bei meinem einzig ernsthaften Kritikpunkt angekommen wären - der Razer Software namens Synapse 2.0. Eine Treiber-DVD werdet Ihr in der Taipan-Verpackung vergeblich suchen - das Helferlein muss heruntergeladen werden. Kein Problem, aber sobald die Installation losging, war bei mir unbläubiges Kopfkratzen gefolgt von unkontrollierten Wutausbrüchen angesagt.

Ganz im Stil der schönen neuen Computerwelt ist Synapse nämlich eine Cloud-basierte Anwendung. Sprich: Eure Einstellungen werden nicht lokal in der Maus gespeichert, sondern kommen (ganz hip und trendy) in die Cloud. Angeblicher Nutzen ist der, das man an unterschiedlichen System immer auf dieselben persönlichen Präferenzen zugreifen können soll. Mir erschließt sich das Ganze nicht wirklich. Wozu der Umweg übers Internet, wenn ich meine Daten einfach intern speichern könnte? Ist es bei einer Maus für über 70 Euro wirklich zuviel verlangt, ein paar MB Speicher für die Präferenzen einzubauen? Das Blöde ist halt nur, dass Ihr Synapse installieren *müsst* wenn Ihr die Zusatzfunktionen der Maus nutzen wollt. Ohne die Razer-SW funktioniert das Teil nämlich nur wie eine stinknormale, generische 5-Knopf Maus.

Kein Problem, das ist ja nur ein Maustreiber mit einem Konfigurationsprogramm - wie aufwändig kann's sein? Offenbar extrem aufwändig. Auf meinem System dauerte die Installation eine gefühlte Ewigkeit. Bei 80% Fortschritt schien der Installer zu hängen und insgesamt vergingen locker 15 Minuten, bis das Programm endlich einsatzbereit war. Zudem *müsst* Ihr Euch für den ganzen Quatsch auch noch registrieren *und* einer Vereinbarung zustimmen, dank derer Razer dann fleißig Daten über Euer System sammeln und an Dritte weitergeben darf. Meine HDD jedenfalls ratterte während der Installation derart angestrengt, dass ich mir gar nicht vorstellen will, was da alles an Daten gesammelt wurde. Und das alles für einen Maustreiber - auweia.

Wenn denn erstmal alles läuft, bemerkt man Synapse allerdings praktisch nicht mehr (bis auf das giftgrüne Symbol in der Menüleiste). Das Programm selbst funktioniert erstklassig. Tastenbelegung, Kalibrierung auf generische oder vorgegebene (Razer-)Mauspads, Makroprogrammierung: Alles super einfach und selbsterklärend. Trotzdem bleibt für mich auf der Softwareseite ein Geschmäckle zurück.

Fazit: Top verarbeitete, technisch extrem hochwertige, Linkshänder-kompatible Edel-Maus mit coolem Design, gesalzenem Preis und holperiger Treiber-Installation inklusive Big-Brother Nachgeschmack.

Mit vernünftigen Treibern gäb's von mir die Bestnote, so reicht's "nur" für 4/5 Sterne.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 21, 2013 1:50 PM MEST


Corsair Vengeance K90 Performance MMO Mechanical Gaming Tastatur Deutsch USB 2.0
Corsair Vengeance K90 Performance MMO Mechanical Gaming Tastatur Deutsch USB 2.0

4.0 von 5 Sternen Das Ende der Suche..?, 7. Januar 2013
Wenn's um Tastaturen geht, bin ich extrem pingelig. Ich nutze seit Jahren das exzellente Internet Keyboard Pro von Microsoft, das leider schon lange nicht mehr hergestellt wird. Layout, Zusatzfunktionen und vor allem Schreib-/Tippgefühl sind bei diesem Oldie für mich top und bislang habe ich kein neueres Produkt gefunden, das einen Neukauf rechtfertigen würde.

Dann habe ich über Weihnachten das Corsair in die Finger bekommen. Der Preis ließ mich erst mal schlucken (100 Euro für eine Tastatur??), aber es war ja Weihnachten und wer weiß, wie lange mein MS-Oldie noch durchhält.

Inzwischen benutze ich das K90 seit etwa einer Woche und das Teil schlägt sich im Alltag (gaming, surfen, Texte schreiben) sehr gut. Trotzdem ist noch nicht sicher, ob mein geliebtes MS-Keyboard jetzt wirklich in Rente bleibt. Aber bevor ich meckere, hier erst die Pluspunkte:

Pro:

- Für mich am wichtigsten: Exzellentes Schreibgefühl. Die Tasten fühlen sich "mechanisch" an. Sie haben einen praktisch perfekten Druckpunkt und nicht dieses undefinierte, "labberige" Feeling, das viele aktuelle Tastaturen bieten. Das Corsair fühlt sich tatsächlich nach "Tippen auf einem Desktop-Keyboard" und nicht nach Laptop-Tastatur an.

- Super Look und Verarbeitung. Die Alu-Oberseite wirkt edel und robust, die Beleuchtung ist nachts wirklich hilfreich und sieht auch noch top aus. Die metallenen Media-Tasten (besonders die Lautstärke-Regelung) sind der Hammer. Die halbwegs rutschfeste Handballenauflage fühlt sich angenehm an, ist leicht zu reinigen und erleichtert mir tatsächlich die Arbeit.

- "Offener" Aufbau vereinfacht das Reinigen der Tastatur deutlich. Für mich als Raucher und "am-PC-Esser" auch ein wichtiges Plus.

Eigentlich eine perfekte Tastatur .. sollte man meinen .. aber:

Kontra:
Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich mich bisher vertippt habe weil ich die Nachbartasten erwische. Am nervigsten: Wenn ich das "A" benutzen will, erwische ich in 70% der Fälle die Caps-Lock-Taste (die wurde inzwischen per regeditor abgeschaltet). Der Grund ist simpel - die Tastatur ist zu schmal gebaut. Das Teil müsste ein wenig breiter, die Tasten ein wenig größer sein und sie müssten etwas weiter auseinander stehen. Möglich, dass das eine Gewöhnungssache ist - kann ich mir aber nicht vorstellen.

Nicht genug Zusatztasten. Damit meine ich nicht die Makrotasten (G1 - G18, die benutze ich als Linkshänder eh nicht), sondern Tasten wie "Email-Programm öffnen", "Taschenrechner" oder "Browser öffnen". Während die Tasten des G90 durchaus sinnvoll sind (Mediaplayer-Steuerung, Ton aus, geniale Alu-Walze als Lautstärkeregler), bin ich durch mein altes Keyboard doch an etwas mehr Zusatznutzen gewöhnt.

Mini-Meckerpunkt: Ich mag ein relativ steil stehendes Keyboard. Die ausklappbaren "Füsschen" des K90 sind zu kurz oder stehen im falschen Winkel, sodass das Vorderteil für mich nicht weit genug hoch kommt. Da werde ich wohl irgendwas unterlegen müssen.

Fazit: Ich bereue den Kauf nicht - ärgere mich aber ein wenig darüber, dass eine geringfügige Design-Änderung das K90 zum einem (für mich) praktisch perfekten Keyboard gemacht hätte. Ob das Teil 100 Euro wert ist, muss jeder selbst entscheiden. Empfehlen kann ich das K90 zweifellos - vor allem, wenn Ihr auf dieses typisch mechanische Anschlagsgefühl steht. Allerdings solltet Ihr vorher ausgiebig probetippen. Und zwar nicht nur sinnlos auf die Tastatur hämmern, sondern am besten einen kurzen Text schreiben und schauen, wie oft Ihr Euch verschreibt.

Gesamtwertung: 4.5/5 ... aber halbe Sterne darf ich ja nicht vergeben, daher: 4/5.

Update August 2013: Acht Monate sind vergangen, und das Corsair ist noch immer auf meinem Schreibtisch. Inzwischen habe ich mich fast vollstädig an die etwas geringeren Tastenabstände gewöhnt - die CAPSLOCK-Taste bleibt allerdings weiterhin deaktiviert. Auch den Kritikpunkt "Mangel an Zusatztasten" kann ich nicht uneingeschränkt stehen lassen. Inzwischen hab ich mich mit der mitgelieferten SW beschäftigt, mit deren Hilfe man auch Programme auf die G-Tasten legen kann. Shortcuts zu häufig benötigten Programmen wie Taschenrechner, Outlook, etc. kann man so in wenigen Sekunden einrichten. Allerdings muss man sich dann natürlich merken, auf welcher der 18 G-Tasten welcher Shortcut liegt.

Was sonst noch auffiel:
Tastaturbeleuchtung fällt auf einigen Tasten aus. Das scheint eine typische Schwäche dieses Modells zu sein. Bei mir macht etwa die "7" auf dem Ziffernblock was sie will. Mal leuchtet sie, mal nicht.

Alle Tasten sind gleich, aber einige Tasten sind gleicher als die anderen. Will sagen: Corsair war ein wenig zu geizig und hat nicht allen Tasten die genialen Cherry MX Key Switches spendiert. Die G-Tasten, alle F-Tasten sowie der 6-er Block über den Cursortasten plus die drei darüber müssen mit deutlich popeligeren Schaltern auskommen. Und das spürt/hört man. Stört nicht wirklich, hinterlässt aber bei einem derart hochpreisigen Produkt einen etwas faden Nachgeschmack. Beim Nachfolger K95 wurde dieser Schnitzer korrigiert.

Eigentlicher Grund fürs Update: Das Thema Ghosting. Das kommt nicht wirklich häufig vor, aber doch so häufig, dass es auffäääääääääääällt. Daher finde ich es umso verwunderlicher, dass Corsair auf ihrer Website behaupten, die Vengeance-Keyboards seien "100% Ghosting-frei". Sind sie nicht - oder besser gesagt: Meins ist es nicht.


The Lord of the Rings (Hörspielfassung, 10 Audio-CDs)
The Lord of the Rings (Hörspielfassung, 10 Audio-CDs)
von J.R.R. Tolkien
  Audio CD
Preis: EUR 49,95

5.0 von 5 Sternen Die beste LOTR-Adaption, 27. November 2012
Die Überschrift sagt eigentlich alles: Für mich ist und bleibt die BBC-Adaption die beste Version von Tolkiens Fantasy-Meisterwerk.

Schon das Casting ist deutlich besser gelungen als im Film. Besonders Ian Holm als Frodo ist hier hervorzuheben. Obwohl er "nur" seine Stimme zur Verfügung hat, spielt er den hölzern agierenden Elijah Wood aus der Filmfassung locker an die Wand.

Ein weiteres Plus ist die deutlich größere Werktreue der Hörspielfassung. Aragorn wird nicht künstlich auf den Stereotyp "von Selbstzweifeln geplagter Held" getrimmt, die Zeitabläufe sind identisch mit denen der Bücher (Frodo ist beim Beginn der Reise 50 Jahre alt, 17 Jahre verstreichen bevor die Reise endlich losgeht, etc.) und Merry und Pipin werden nicht zu komischen Nebencharakteren degradiert. Zudem wurde Arwens Rolle nicht nachträglich erweitert, um eine (völlig überflüssige) Lovestory in die Handlung zu pressen.

Ganz frei von Handlungschnitten ist auch diese Adaption nicht - so fehlt etwa mal wieder Tom Bombadil. Das allerdings kann ich verschmerzen, da diese Sequenz auch in den Büchern relativ sinnfrei bleibt (ich persönlich überspringe sie inzwischen beim Lesen komplett).

Ein weiteres Plus ist für mich die Wahl des Mediums. Natürlich interpretiert auch ein Hörspiel das Ausgangsmaterial auf seine Weise - die Abwesenheit von Bildern lässt mir aber immer noch genügend Freiraum, die Welt von Mittelerde in meiner Fantasie selbst auszuschmücken und zum Leben zu erwecken. So bildgewaltig und episch die Filme auch sein mögen: Ein großer Reiz von "Herr der Ringe" besteht für mich darin, mich in die Welt von Frodo, Gandalf und Co. hinzufantasieren, und die Charaktere und Schauplätze in meiner Vorstellung lebendig werden zu lassen. Gerade bei Klassikern wie diesen kann Kopfkino oft schöner und überzeugender sein als echtes Kino.

Fazit: Nicht nur für "Herr der Ringe"-Fans ein absoluter Pflichtkauf - mittelmäßige bis gute Englischkenntnisse vorausgesetzt.

5/5


XCOM: Enemy Unknown
XCOM: Enemy Unknown
Preis: EUR 16,76

30 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ist das noch X-COM? Entschlackter Strategieklassiker in neuem Gewand, 18. Oktober 2012
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: XCOM: Enemy Unknown (Computerspiel)
Ich bekenne: Ich bin ein riesiger Fan des Genres "Rundenstrategie". Und ich bin alt genug, um das Original "UFO: Enemy Unknown" noch zu kennen. Trotzdem ist die gesamte X-COM-Serie bisher an mir vorübergegangen. Ich bin damals (um 1995) erst mit dem Ur-Jagged Alliance auf den Geschmack gekommen - ein Spiel, das in vielerlei Hinsicht dem jüngsten Sproß der X-COM-Familie überlegen ist. Aber dazu später mehr.

Zurück in die Gegenwart: Das aktuelle "X-COM" ist eines dieser Spiele, deren faire Bewertung nicht ganz leicht fällt. Sprich: Verdient es "nur" eine hohe 80er- oder doch eine 90er-Wertung? Auf der einen Seite ist grundsätzlich schon mal lobenswert, dass ein großer und kompetenter Entwickler Verständnis für uns darbende Rundenstrategen zeigt und statt des x-ten "Battlefield"-, "Call of Duty"- oder "GTA"-Klons den Ausflug in ein (angeblich) unbeliebtes Genre wagt. Auf der anderen Seite suchen wir all die klassischen Kritikpunkte im 2012er "X-COM" eh vergeblich, die "Normal"-Spieler von dieser Art Produkt abschrecken könnten. Ein überfrachtetes, unübersichtliches Interface mit zig Buttons, eines das man nur mit dem Handbuch auf dem Schoß verstehen und erlernen kann? Fehlanzeige. Komplizierte Spielmechanik inklusive Aktionspunkten/Time-Units? Nicht vorhanden. Und selbst das beliebte Killerargument greift hier nicht, nach dem Strategiespiele beim Thema "Präsentation" eine Dekade hinter dem Stand der Technik zurückhinken. "X-COM" sieht dank Unreal-Technik richtig gut aus und Musik sowie Inszenierung sind praktisch auf Spielfilm-Nivau.

Auf den ersten Blick also alles in Butter. Das Spiel - soviel sei vorweggenommen - erhält von mir eine klare Kaufempfehlung. Jetzt kommt allerdings das unvermeidliche "aber":

Die Jubelwertungen einiger Tester um/über 90 Prozent halte ich für überzogen. Und hier folgen auch schon meine Argumente, warum "Enemy Unknown" zwar ein sehr gutes aber eben kein großartiges Spiel ist:

1. Länge:
Gerade habe ich die Kampagne auf zweithöchster Schwierigkeit ("Classic", IIRC) durchgespielt. Und obwohl ich zig Mal geladen habe, um meine besten Kämpfer wiederauferstehen zu lassen, habe ich dafür laut Steam gerade 40 Stunden gebraucht. Das ist schlicht zu kurz. Dabei würde das Spiel deutlich mehr "Stoff" für eine längere Kampagne liefern. Die Missions- und Gegnertypen sind ebenso zahl- wie abwechslungsreich und die Kombination aus Rundenkämpfen und Basis-/Soldaten-Management würde auch locker reichen, mich deutlich länger bei der Stange zu halten. Die Entscheidung, "X-COM" derart "cinematisch" zu gestalten, rächt sich hier. Alle Spezialaufgaben und -projekte, all die Wendungen in der Story, die die Entwickler ins Spiel bringen, müssen natürlich auch mit Zwischensequenzen und Sprachausgabe versehen werden - und das kostet Zeit und Geld in der Entwicklung. Zum Vergleich sei hier nur das deutlich ältere und technisch primitivere "Jagged Alliance 2" genannt, das ebenfalls mit einer Kampagne mit zig festen Ereignissen kommt, den Spieler aber deutlich länger an den Bildschirm fesselt, bevor diese erfolgeich beendet ist.

2. Zu stark simplifiziert:
Der wahrscheinlich wichtigste Kritikpunkt für Liebhaber klassischer Rundenstrategie. Ja: Interface-Entschlackung ist für mich nichts Anrüchiges und ich verstehe auch, dass man die Gelegenheits-Strategen nicht verschrecken wollte. Aber im Fall von "X-COM" ging die Simplifizierungswut dann doch zu weit. Die Spielmechanik, nach der ich meine Jungs und Mädels höchstens zwei Mal ziehen darf (egal ob nur ein Feld oder über ihren maximalen Bewegungsspielraum), bietet mir schlicht zu wenig Raum für kreative Schlachtenlenkung. Viele Dinge, die in älteren Titeln selbstverständlich sind, funktionieren nach diesen Regeln nicht: So kann ich etwa nicht feuern und meine Leute dann die Stellung wechseln lassen. Oder ich kann mich nicht Schritt für Schritt/Feld für Feld an eine Position auf dem Schlachtfeld herantasten. Auch hier muss ich wieder auf "Jagged Alliance 2" verweisen, dessen Aktionspunkte-System deutlich mehr Flexibilität bietet (vor allem, wenn das geniale Fan-Mod 1.13 installiert ist). Hier ist es etwa möglich, einen Soldaten Schritt für Schritt vorrücken zu lassen. Bei Feindkontakt kann ich dieses Vorrücken dann immer noch abbrechen, um meinen Kämpfer nicht ins Feuer laufen zu lassen. In "X-COM" funktioniert das nur bedingt. Ebenfalls nicht vorhanden ist die Möglichkeit, Gegner zu "unterbrechen" - jedenfalls nicht so, wie man es von anderen Rundentaktik-Titeln kennt. Die Unterbrechungsfunktion nennt sich hier "Overwatch" und muss in jeder Runde neu aktiviert werden, damit unsere Soldaten den Zug eines Gegeners unterbrechen und auf ihn feuern, sobald der in ihre Sichtlinie rennt. Wirklich dämlich: Wir haben keinerlei Kontrolle darüber, wann und auf wen die Soldaten bei einem erfolgreichen "Interrupt" schießen. So kann es passieren, dass drei unserer Recken auf Overwatch auf denselben Gegner ballern, während sie andere Feinde in ihrer Sichtlinie ignorieren. Besser wäre es, wenn das Spiel bei erfolgreichem Interrput uns entscheiden lassen würde, wer auf welchen Gegner wie oft schießen soll. So wie zum Beispiel in - Ihr ahnt schon was jetzt kommt - "Jagged Alliance 2".

3. Zu wenig Information:
Überschneidet sich teilweise mit Punkt zwei, aber egal. Für ein doch recht komplexes Spiel bietet X-COM erschreckend wenig Information - sowohl auf als auch abseits des Schlachtfelds. Das fängt beim lachhaften "Handbuch" an, das lediglich ein paar Tastenbelegungen und die Systemvoraussetzungen enthält (PDF-Variante der Steam-Version). Schwerwiegender finde ich allerdings den Mangel an Informationen im Kampf. Mini-Map, gegnerische wie freundliche Sichtkegel oder detaillierte Infos zu den Soldaten sucht man hier vergebens. Die Abwesenheit einer XP-Anzeige für meine Recken könnte ich gerade noch verschmerzen. Dass ich mir aber nicht anzeigen lassen kann, wer auf dem Schlachtfeld wie weit und wohin sehen kann, ist bei einem solchen Titel unverzeihlich. Die Positionierung der Scharfschützen etwa wird so zum trial-and-error-Spiel.

4. Technische Schwächen:
Sehr cool: Die 3D-Landschaften sehen schick aus und sind komplett zerstörbar. Weniger cool: Die Kamera lässt sich nicht frei, sondern nur in vier vordefinierten Schritten drehen. Das liegt wohl auch daran, dass das Spiel für Objekte in der Welt (Autos, Bäume, Felsblöcke, etc.) nur jeweils vier Seiten kennt (vorne, hinten, links, rechts). Das macht das In-Deckung-Gehen an einigen Stellen (UFO-Eingänge) unmöglich. Da stehen zwar Wände und die sehen auch nach Deckung aus, aber durch die technische Umsetzung stehen unsere Kämpfer an diesen Stellen schlicht ungedeckt und im Freien herum. Eine denkbar einfache Lösung dieser Probleme wäre die Verwendung Hexfeld-basierter Karten gewesen. Warum dieser Strategie-Standard hier nicht zum Einsatz kommt, ist mir schleierhaft. Zudem artet das Umschalten zwischen einzelnen Höhen-Leveln teilweise in extreme Fummelarbeit aus. Einen Trupp von sechs Mann in einem großen UFO mit mehreren Ebenen auf Position zu bringen, wird oft zum nervtötenden Herumgefriemel mit der Maus. Zudem sei noch erwähnt, dass das Spiel bei mir relativ häufig abstürzte/sich aufhing. Gelegentlich kam es auch vor, dass sich das HUD/Benutzer-Interface verabschiedete und erst nach dem Laden eines Savegames wieder mitspielen wollte.

5. Enttäuschendes Ende.
Zwecks Spoiler-Vermeidung werde ich diesen Kritikpunkt hier nicht weiter erörtern. Soviel sei aber gesagt: Nach all den schicken Zwischensequenzen mit wichtig und dramatisch klingenden Ansprachen meines X-COM Führungs- und Wissenschaftsstabs, hätte ich mir für die letzte Mission doch deutlich mehr erwartet. Sowohl in Bezug auf spielerische wie auch auf die Story-technischen Aspekte. Was mich am Ende von "X-COM" erwartet, ist relativ einfallslos, antiklimaktisch und der ansonsten durchaus packenden und mysteriösen Story nicht würdig. Aber wer weiß? Vielleicht haben die Entwickler ja schon die Fortsetzung der Geschichte per Expansion-Pack oder "Terror from the Deep"-Remake in der Schublade?

Nach so viel Kritik sollte ich noch einmal meine (fast) uneingeschränkte Kaufempfehlung für "X-COM" bekräftigen. Ja: Das Spiel hat einige Schwächen. Vor allem wenn Ihr Euch zur Gruppe der Hardcore-Strategen zählt, dürften Euch einige meiner Meckerpunkte leicht säuerlich aufstoßen. Insgesamt allerdings macht das Teil richtig Spaß und verdient somit großes Lob. Firaxis ist dafür bekannt, klassische Spielkonzepte gekonnt zu modernisieren und in schicke neue Kleider zu hüllen. Und "X-COM" macht da keine Ausnahme - wohl auch deshalb, weil man trotz Frischzellenkur dem altbekannten, rundenbasierten Spielprinzip im Kern die Treue gehalten hat. Nein: Auf Echtzeit wurde hier, Gott sei Dank, nix umgekrempelt - anders als bei der renovierten Fassung meines geliebten "Jagged Alliance 2" (Back in Action), die viele Strategie-/Tatktik-Fans (mich eingeschlossen) daher auch für Teufelswerk halten. :)

SG

Gesamtnote: 86/100
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 27, 2012 12:17 PM MEST


IL-2 Sturmovik: Cliffs of Dover
IL-2 Sturmovik: Cliffs of Dover
Wird angeboten von games.empire
Preis: EUR 14,99

88 von 95 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wo ist das Spiel...?, 2. April 2011
= Spaßfaktor:2.0 von 5 Sternen 
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Ich werde mich hier jetzt nicht über die offensichtlichen Bugs und den unerklärlichen Hardware-Hunger von CoD auslassen. Ich denke, diese Aspekte dürften inzwischen bekannt sein.

Wenn ich die zahllosen technischen Probleme ignoriere und mir anschaue, was für eine Art *Spiel* sich dahinter verbirgt dann wird die Lage für CoD nicht wirklich rosiger.

1. Teils hässliche, düstere Menübilder (z.B.: Deutscher Ladebildschirm). Merkwürdige Menüstruktur. Erster Eindruck: Ein Fan-Projekt.

2. Kampagne? Welche Kampagne? Die Luftschlacht um England wäre ein idealer Kandidat für eine dynamische Kampagne à la Falcon 4.0/AF. 1C meint, sowas brauchen wir nicht. Stattdessen gibt's lieblos aneinander gereihte Einsätze, die in ihrem Umfang nicht annähernd an die historischen Geschwader-Stärken herankommen. BoB2 Wings of Victory machte schon vor einigen Jahren vor, dass riesige Formationen von Heinkel-Bombern in einer Sim keine Illusion bleiben müssen. CoD hat schon Probleme, wenn mehr als 10 - 15 Bomber auf dem Schirm sind. Huch! Ich wollte doch nicht von der Technik schreiben! Egal: In der "Kampagne" kann der Spieler noch nicht einmal den Namen seines Piloten oder dessen Staffel festlegen - geschweige denn, kleine Goodies (z.B.: Killboard, Piloten- oder Staffel-Management) genießen.
Sowas gab's in Red Baron schon im Jahr 1990.

3. Überflüssig detaillierte Features, während Wichtigeres fehlt oder nicht funktioniert: Warum kann ich für jedes einzelen MG meiner 110 den Patronengurt individuell zusammenstellen, finde aber nirgendwo einen simplen Befehlsbildschirm, um die Konvergenz meiner Waffen einzustellen? Und wie kann es sein, dass die Bf109 selbst laut den spielinternen Daten im kampfbereiten Zustand (100% Sprit & Munition) um 100kg *überladen* ist? (verglichen mit historischen Werten sind's übrigens sogar 140 kg). Am meisten vermisse ich jedoch den genialen Quick-Mission-Builder von Il-2. Die CoD-Schnelleinsätze sind ganz nett, lassen sich aber viel weniger feintunen als mir lieb wäre. Und auch hier fehlen Beschreibungen, Details, halt irgendwie alles, das auch nur im Ansatz Atmosphäre verbreiten könnte. Wenn ich da an die Menüs und die Musik vom Uralt-Oldie "Secret Weapons of the Luftwaffe" denke ...

4. Merkwürdiger Mehrspielermodus: CoD hat das vielleicht umständlichste Benutzerinterface, das ich je erlebt habe. Allein, um mir im Multiplayer-Part ein simples Chat-Fenster auf den Bildschirm zu zaubern, bräuchte es wohl Grundkenntnisse in Programmierung. Wieso wird hier nicht standardmäßig ein simples, funktionierendes und per Tastatur aktivierbares Chat-Fenster angezeigt? Zudem enthält auch der Multiplayer-Part Features, die niemand braucht: Statt mir einfach ein Flugzeug zu schnappen und die Welt zu betreten, muss/kann ich ganze Gruppen "spawnen" und dann in der Welt von Cockpit zu Cockpit hüpfen. Wozu? Wer braucht sowas in einem Online-Dogfight?

Zusammenfassend bleibt nur ein Schluss: Selbst wenn 1C es schafft, in kurzer Zeit die gravierenden technischen Mängel zu beheben, so bleibt am Ende doch immer noch ein Spiel übrig, das keines ist. Atmosphäre? Null. Story? Null. Historischer Informationsgehalt: Geht gegen Null. Mit einer dynamischen Kampagne und einer ansprechenderen Präsentation hätte CoD einer der großen Hits des Jahres werden können. Und gerade in puncto Atmosphäre/Präsentation ist doch die hier simulierte Schlacht so etwas wie ein Elfmeter: Junge, gutaussehende Ritter der Lüfte, die 1940 über dem sonnenbeschienenen Ärmelkanal zum tödlichen Duell antreten. Wie kann man ein derart romantisches Szenario nur derart nüchtern und trocken umsetzen?

Ach ja: Und der technische Stand bei Auslieferung ist natürlich einfach nur "Sechs, setzen!". Patches oder nicht: In dieser Form dürfte kein Spiel veröffentlicht werden - vor allem keines, das 7 Jahre in der Entwicklung war.

2/5
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 26, 2013 3:08 PM CET


Patrizier IV PC
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Preis: EUR 5,85

15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gute Ansätze, teils schluderige Umsetzung, 9. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Patrizier IV PC (Computerspiel)
Nach einer Woche intensiven Spielens (und Ärgerns) hinterlässt P4 bei mir gemischte Gefühle. Auf der Haben-Seite stehen eine solide Wi-Sim mit guten Ideen, relativ unverbrauchtem Szenario und nicht zu verleugnendem Sucht-Potenzial. Allerdings überwiegen für mich ein wenig die negativen Aspekte. So ist das Spiel keineswegs bugfrei. Die KI reagiert teilweise mit unpassenden Kommentaren, Aufträge werden trotz erfüllter Kriterien teils nicht als abgeschlossen gezählt (Stichwort: Piratenjagd), Städte mit reichlich Nahrungsvorräten leiden unter Hungersnöten und nach längeren Sessions stürzt das Spiel regelmäßig ab. Außerdem werde ich mal auf wichtige Ereignisse hingewiesen (fertiggestelltes Schiff, meine Wahl zum Eldermann) und ein anderes Mal bleiben diese Hinweise aus.

Damit wären wir auch beim wichtigsten Kritikpunkt, und der hat in deutschen Wi-Sims schon Tradition: die Bedienung. Gerade im späteren Spielverlauf ist das Tagwerk des virtuellen Patriziers ohne den automatischen Handel über Konvois und Kontorverwalter nicht mehr zu stemmen. Zu blöd also, dass gerade der Screen für die Handelsrichtlinien der eigenen Kapitäne und Verwalter unnötig kompliziert ist. Ja: Wenn man erstmal verstanden hat, wie der Handel nach Vorgaben funktioniert, läuft dieses Feature so wie beschrieben. Intuitiv gestaltet sind diese Menüs allerdings nicht: Selbst mit ausreichend Erfahrung muss ich mich beim Erstellen einer neuen Handelsroute jedesmal selbst laut durch die einzelnen Schritte "sprechen". Hier hätte man sich ruhig ein Beispiel an den automatischen Handelsrouten der Anno-Reihe nehmen dürfen. "Pirates!", ein anderes Genre-fremdes Spiel, hätte als Vorbild für die Seekämpfe dienen sollen. Die sind derart mau umgesetzt, dass ich sie inzwischen überhaupt nicht mehr selbst erledige. Meiner Meinung nach ein unverzeihlicher Lapsus, denn gerade diese Actioneinlagen hätten eine wunderbare Auflockerung des handelslastigen Patrizier-Alltags sein können.

Zudem fühle ich mich alleingelassen, sobald das Arbeitspensum steigt: Aufträge der Hanse/Landesfürsten oder Verwaltungsarbeiten als Bürgermeister/Eldermann muss ich mir jedesmal selbst in den Städten abholen. Das macht zig Klicks nötig, und da alles in Echtzeit abläuft, verpasse ich zwangsläufig viele Aufträge. Warum gibt's hier keine Einblendung auf der Übersichtskarte, sobald ein wichtiger Auftrag irgendwo verfügbar oder ein Landesfürst sauer wird? Auch die Handhabung der Aufträge selbst ist unglücklich gelöst: Anstatt mir ab Annahme eines Auftrags eine Frist (also z.B.: Tag der Annahme plus drei Wochen) zur Erfüllung zu gewähren, sind die Aufträge an fixe Abgabetermine gekoppelt. So kann es passieren, dass mir ein Auftrag angeboten wird, der in der verbleibenden Zeit gar nicht mehr erfüllbar ist - etwa in zwei Tagen Ware von Bergen nach Riga befördern. Das ist umso ärgerlicher, wenn es sich um seltene Sondermissionen handelt - z.B. die Gründung einer neuen Siedlung.

Aaaber: Trotz aller berechtigter Kritik hat P4 ein ziemlich hohes Suchtpotenzial - wenigstens solange der Spieler noch Ziele vor Augen hat. Obwohl Grafik und Sound bestenfalls Durchschnitt sind, zieht mich das Spiel immer noch in seinen Bann. Das liegt wohl auch daran, dass mir nicht zu viele Automatismen an die Hand gegeben werden. Trotz automatischer Handelsrouten und Kontorverwalter muss ich mich immer noch "persönlich" in den wichtigen Städten sehen lassen und nach dem Rechten schauen. Auch die Warenproduktion, die teilweise in Ketten von zwei oder sogar drei Städten läuft, hält mich auf Trab. Sprich: Es gibt eigentlich immer etwas zu tun für den Patrizier. Dass die Optik mindestens drei Jahre der aktuellen Entwicklung hinterherhinkt, kann ich verschmerzen: Schließlich reden wir hier über eine Wi-Sim und nicht über einen Ego-Shooter. Nicht verschmerzen kann ich die etwas lieblos umgesetzte Kampagne, die eigentlich nicht viel mehr als ein "kommentiertes" Endlos-Spiel ist. Ich weiß, dass viele den Endlos-Modus lieben, ich allerdings spiele lieber auf ein festes Ziel hin. Und so hätte ich mir ein paar "Mini-Kampagnen" gewünscht, in denen ich bestimmte Ziele erreichen muss ("baue X Dörfer zu Hansestädten aus", "vernichte x Piratennester", etc.).

Mein Fazit ist etwas zwiespältig: Wer auf Wi-Sims aus deutschen Landen steht und mit geringem Anspruch an Präsentation und Benutzerführung an das Spiel herangeht, der sollte sich "P4" ruhig näher anschauen. Wer sich allerdings vom Szenario in die Irre leiten lässt, und eine Art "Anno" mit etwas mehr Tiefgang erwartet, der muss zwangsläufig enttäuscht werden.

Meine Wertungen:
Grafik: 65%
Sound: 60%
Spielspaß: 70%

Update vom 11.09.: Dieser Test bezieht sich auf die Verkaufsversion "out of the box". Inzwischen ist Version 1.11 erschienen, die einige der Ungereimtheiten und Abstürze für mich behoben hat. Die Produktionsmengen scheinen gedrosselt, der Handel mit dem Mittelmeer und die Auslieger bringen nicht mehr so extrem viel Profit und (Trommelwirbel!) die Übersichtskarte hat jetzt ein paar animierte Wellenkämme. Die grundsätzlichen Kritikpunkte bestehen aber weiter. Vieles wird nicht, oder nur unzureichend, erklärt, nach einiger Zeit blieben bei mir die Sound-Untermalungen der kleinen Hinweis-Videos aus und einige Missionen (Dorfausbau) scheinen in der vorgegebenen Zeit immer noch unlösbar. Umso erstaunlicher, dass ich trotzdem gestern die halbe Nacht vor P4 verbracht habe ...


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