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Rezensionen verfasst von
Doerler Gottfried
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Orlando furioso: Roman
Orlando furioso: Roman
von Thomas R. P. Mielke
  Taschenbuch

5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein Ameisenhaufen, 5. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Orlando furioso: Roman (Taschenbuch)
Vorweg sollte ich feststellen, dass ich die Lektüre kurz nach der Hälfte abgebrochen habe.
"Orlando furioso" ist ein "historischer" Roman, ursprünglich das Werk des Renaissance-Schriftstellers Ariost, T. Mielke hat es neu aufbereitet. Historisch ist allerdings nicht der Inhalt, sondern der Roman selbst, mit tatsächlichen Ereignissen hat die "Handlung" wenig bis gar nichts zu tun.

Überhaupt kann man von einer Handlung im engeren Sinne eigentlich nicht sprechen. Der Roman besteht vielmehr aus einer Sammlung unzusammenhängender Einzelepisoden, durchlebt von einer verwirrenden Vielzahl an Charakteren, die Lektüre gleicht dem Betrachten eines Ameisenhaufens.
Dies ist auch der Grund dafür, dass ich nach der Hälfte aufgegeben habe, nachdem ich zur Erkenntnis gelangte, dass alles bisherige nicht als Präludium für eine sich aufzubauende Handlung dient, sondern vielmehr die Sammlung dieser völlig belanglosen, kleinen Einzelabenteuer die "Handlung" ist. Karl der Große und sein Kampf gegen die muslimischen Invasoren bilden lediglich einen losen Rahmen.
Ausserdem sind diese Kleinabenteuer in ihrer Ausformulierung sehr knapp gehalten, ihr telegrammartiger Stil erinnert mehr an Xenophons Anabasis oder die lieblos hingeworfene Questbeschreibung eines Online-Rollenspieles, als an einen Fantasy-Roman.

"Ariost bricht mit allen Schreibregeln des Aristoteles, die selbst in Hollywood noch immer als einzig wahre Rezeptur für erfolgreiche Romane und Filme gelten" schreibt Mielke im Nachwort. Dazu kann ich nur sagen, Aristoteles Regeln gelten vollkommen zu Recht, während "Orlando furioso" ebenso zu Recht in der Versenkung der Geschichte verschwunden ist. Meiner Meinung nach hat sich Mielke keinen Gefallen damit getan, ihn wieder auszugraben.
Wenn sich die im Nachwort angesprochene "fröhliche Leichtigkeit von Ariost" im Fehlen einer Handlung und in unausgebauten Charakteren (deren Beschreibung sich oft genug im Namen erschöpft) manifestiert, kann ich ein Werk nicht für empfehlenswert halten, auch wenn es 500 Jahre alt ist. Man müsste wohl eine Hofdame der italienischen Renaissance sein, um Gefallen an diesem Werk zu finden, und eben solche waren auch das ursprüngliche Zielpublikum.

Wer also einen historischen/fantasy-Roman mit spannender, gut durchdachter Handlung sowie interessanten, gut ausgebauten Charakteren sucht, der sollte eher die Finger von Orlando lassen. 1 Stern von mir, immerhin ist es ein Buch.


Die Armee Friedrichs des Großen: Infanterie & Kavallerie
Die Armee Friedrichs des Großen: Infanterie & Kavallerie
von Haythornthwaite
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen ein guter überblick, aber die übersetzung...., 5. März 2010
das buch bietet einen dem preis angemessenen guten überblick über die organisation und die einzelnen regimenter des preussischen heeres. auch die bilder sind sehr schön und informativ.
großes manko ist die übersetzung.
an den "nicht kommandierenden offizier" oder "offizier ohne kommando" habe ich mich in solchen büchern mittlerweile gewöhnt (siehe auch "die armee gustav adolfs" in selbiger reihe erschienen), wobei es in diesem zusammenhang zu verwirrung kommen kann, da es in friedrichs regimentern tatsächlich (junior-)offiziere ohne kommando gegeben zu haben scheint, die dann offiziersstellen ihres regiments nachbesetzten, so diese frei wurden.
teilweise scheint den übersetzern auch selbst gar nicht klar zu sein, worüber sie eigentlich schreiben. Wörtlich "Der Säbel hatte eine gebogene Klinge und eine eiserne Halterung am Steigbügel,..." (??!) versetzte mich erstmal in verwirrung, bis mir einfiel, dass der griff/handschutz dieser typischen husarensäbel auf englisch "stirrup-hilt" (stirrup = steigbügel) genannt wird und die übersetzer da wohl irgendetwas durcheinander brachten.
auch die übersetzung des "spontoons", den man auf deutsch auch einfach sponton nennen könnte, mit dem altertümlichen ausdruck "kurzgewehr" trägt nicht gerade zur klarheit bei. erst wenn die länge mit bis zu 4m erwähnt wird, ahnt man, dass es sich doch nicht um einen karabiner (kurzes gewehr) handelt.

3 sterne also von mir, da sich das buch leicht liest, dem einsteiger einen guten überblick bietet und mit seinen farbenfrohen illustrationen erahnen lässt, wie eine typische armee der zeit ausgesehen haben mag.
generell würde ich aber eher das original von ospreys empfehlen, da man als militärgeschichtlich vorgebildeter teilweise ob der übersetzung nur den kopf schütteln kann.


Die dunkle Königin. Das Lied von Eis und Feuer 08
Die dunkle Königin. Das Lied von Eis und Feuer 08
von George R.R. Martin
  Taschenbuch

19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen gut- aber preis, 22. Februar 2008
daß die reihe absolute top-fantasy ist, steht außer frage.

was mich allerdings an der deutschen ausgabe stört ist der preis.
in der englischen orginalausgabe sind jeweils 2 deutsche bände, es gibt also insgesamt 4 bis jetzt, und die kosten auch noch die hälfte der deutschen bücher. d.h. wenn man auf deutsch ließt, zahlt man 4 mal (!) so viel.

absolut nicht gerechtfertigt, deswegen habe ich mich auch für die englische entschieden.


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