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Rezensionen verfasst von
AKF "AKF" (Berlin, Deutschland)

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Keiner war dabei: Kriegsverbrechen auf dem Balkan vor Gericht
Keiner war dabei: Kriegsverbrechen auf dem Balkan vor Gericht
von Slavenka Drakulic
  Gebundene Ausgabe

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mutig und beeindruckend, 12. April 2006
Slavenka Drakulic beschäftigt sich mit der Frage, die uns Europäer spätestens seit dem Zweiten Weltkrieg quält: wie macht der Krieg aus ganz normalen Menschen brutale Mörder, Folterknechte und Vergewaltiger? Obwohl es ihr offensichtlich schwer fällt, beschäftigt sie sich intensiv mit den Tätern - vom kleinen Mitläufer bis hin zu den Männern (und Frauen) die die politische und militärische Verantwortung für die Massaker im ehemaligen Jugoslawien tragen.
Dabei ist das Kriegsverbrechentribunal in Den Haag nur der Ausgangspunkt der Beobachtungen der Autorin, es handelt sich hier keinesfalls um eine Gerichtsreportage. Drakulic zeichnet Porträts der Kriegsverbrecher, die tief unter die Haut gehen. Der Autorin ist der Spagat durchaus gelungen, sich einerseits in die Lage der Täter hineinzuversetzen, anderseits die nötige Distanz zu ihnen zu wahren und niemals vergessen zu lassen, was sie getan haben.
Das Buch hat dennoch seine Schwächen. Drakulic ist Literatin, und als solche betreibt sie keinen investigativen Journalismus. Vielleicht ist das der Grund, warum mancher psychologischer Erklärungsversuch einfach zu spekulativ ausfällt. Stilistisch hat mich auch manches irritiert, vor allem viele Wiederholungen (z.B.: "25. Mai, Titos Geburtstag, Tag der Jugend"). Man merkt auch, dass die Autorin beim Schreiben in erster Linie an ein westeuropäisches Publikum gedacht hat, das nicht mit historischen Details überstrapaziert werden sollte.
Alles in allem ein sehr lesenswertes Buch, das tiefe Einblicke in das Seelenleben der Menschen im ehemaligen Jugoslawien liefert, manche sehr spannende Frage aufwirft und verblüffende Gedanken formuliert - vor allem aber Geschichten erzählt, die einen so schnell nicht loslassen werden.


Stalin: Am Hof des roten Zaren
Stalin: Am Hof des roten Zaren
von Simon Sebag Montefiore
  Gebundene Ausgabe

37 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannender als jeder Krimi, 25. Oktober 2005
Dieses umfangreiche, aber sehr kurzweilige Buch konzentriert sich, wie der Untertitel bereits nahe legt, auf die Person Stalins und die Menschen, die ihn umgaben. Der Erzählstil des Historikers Simon Sebag Montefiore ist sehr unterhaltsam, aber noch beeindruckender ist die Fülle an neuem Material, die er in jahrelanger Recherche in verschiedenen Archiven und im Gespräch mit Zeitzeugen zu Tage gefördert hat.
Herausgekommen ist eine brillante Biographie Stalins, die nicht selten große Überraschungen bietet. Dabei wird das bisherige Bild des sowjetischen Despoten über Bord geworfen, der Leser bekommt eine sehr differenzierte Beschreibung der Zeit und der Umwelt Stalins geboten. Auch erfährt man eine Menge über die Zeit zwischen dem Ende des Zweiten Weltkrieges und dem Tod Stalins im Jahre 1953, eine Periode, die sonst eher im Nebel liegt.
Faszinierend ist die Beschreibung der engen Kreise, die in dieser Zeit Sowjetrussland regierten, die Darstellung ihrer Flügelkämpfe und ihrer Intrigen, die nicht selten in Blutbädern endeten. Das mit Zitaten und Anekdoten vollgespickte Buch schafft es mit Leichtigkeit, den Leser über mehrere hundert Seiten zu fesseln, ohne dabei im geringsten banal zu wirken.
Eine absolute Empfehlung für Menschen, die gerne politische Biographien lesen, oder sich für diese Epoche der Weltgeschichte interessieren, die der skrupellose Georgier maßgeblich mitgestaltet hat.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 3, 2011 12:24 PM MEST


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