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Rezensionen verfasst von
Dietmar Heil

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Bis nichts mehr bleibt
Bis nichts mehr bleibt
DVD ~ Robert Atzorn
Preis: EUR 9,49

5.0 von 5 Sternen erschütternd, aufrüttelnd, bizarr, 6. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: Bis nichts mehr bleibt (DVD)
Hallo,

nachdem ich den Film schon vor zwei Jahren im Internet entdeckt hatte, lang gezögert habe, und ihn mir vor kurzem angesehen habe, muß ich sagen: ich bin überrascht darüber, daß er die Thematik gut „rüberbringt“.

Die Geschichte ist soweit bekannt, und ich möchte ihren Beginn, und die sich daraus ergebenden Entwicklungen aufzeigen:

der (schon ältere) Architekturstudent Frank, der als Taxifahrer jobbt, und seine Freundin Gnine leben zusammen mit ihrer Tochter ein „alltägliches“ Leben.
Beide scheinen noch nicht ihre Themen / Rollen im Leben gefunden zu haben: er ist unsicher, und weiß nicht, was er will; sie scheint sich sicherer zu sein, wagt aber auch keine Entscheidungen.

Der Film beginnt auf dieser Grundlage - mit einer nicht ungewöhnlichen, – aber für die weitere Entwicklung wichtigen! - Krisensituation: Gnines Vater will sein Unternehmen in eine Stiftung einbringen, seine Tochter soll ein monatliches Einkommen beziehen, Frank – den Gnines Vater nicht leiden kann -, dagegen leer ausgehen.
Gnine weigert sich die nötige Unterschrift zu leisten, und das Paar verläßt die „Szene“.

Frank und Gnine heiraten bald, der Vater arrangiert sich mit der Situation, und akzeptiert Frank widerwillig als Schwiegersohn

Die Beziehung Franks und Gnines unterliegt jedoch permanenten schweren Schwankungen, wobei Gnines Motivationen, mit Frank zusammen zu sein, generell unklar sind.
Weiter wird von vornherein ein eindeutiger Fokus gesetzt: Frank ist derjenige, der sich mit Tochter Sarah sehr gut versteht, sich kümmert, während auch hier Gnines Bezug zu ihrer Tochter nicht klar wird, und sie keine so gute Beziehung zu Sarah zu haben scheint wie Frank.

Folgende vier Punkte bilden also die Voraussetzungen für das Verhängnis, auf das die beiden zugehen:
1. beide schwanken noch, wissen nicht, was sie im Leben wirklich wollen
2. Frank versteht sich sehr gut mit der Tochter, und müht sich, die Familie zu festigen und zusammenzuhalten
3. es „liegt immer eine Krise in der Luft“ – eine Beziehungskrise oder auch eine mit den Eltern / Schwiegereltern
4. es ist Geld in der Familie, genaugenommen bei Gnines Eltern, während Frank kaum welches besitzt.

Und so kommt es dann:
o der Rechtsanwalt (und Scientologe), der in der Anfangsszene im Auftrag von Gnines Vater das Thema „Stiftung“ etc. vorbereitet hatte, wird aktiv, und geht auf Frank zu – mit dem Auftrag, ein Haus zu renovieren
o es folgt ein Essen bei dem Rechtsanwalt: zusammen mit Frank und Gnine und – zu der Zeit noch unbekannt – ausschließlich Scientologen, die von „tollen Erfahrungen“ berichten
o Schließlich macht Frank im nahegelegenen Scientologie-Center einen „Persönlichkeitstest“
o dann belegt er einen Kurs, in dem er lernt, selbstsicherer zu sein – denn man kennt Franks Schwachpunkte aus dem vorherigen Test, und weiß auch, wie man schnelle Erfolgserlebnisse schaffen kann......

Weitere Entwicklungen:
- Sarah landet tagsüber immer häufiger bei den Eltern, wird erst mitten in der Nacht abgeholt,
- Gnine kommt zu Scientologie und hat SOFORT ein großes Erfolgserlebnis.....,
- Franks Unstetigkeit wird ausgenutzt, er hat wenige Erfolge, ist nicht richtig bei der Sache. - Für ihn hat seine Tochter Priorität,
- Gnine und Frank meiden die Eltern / Schwiegereltern, da diese eine „Bedrohung“ darstellen
- Gnine sieht ihre Chance, und geht voll in der Scientologie-Lehre auf, denn sie hat auch das nötige Geld dafür – Auszahlungen aus ihrem Erbe

Am Ende der Geschichte sehen wir den Schluß eines Gerichtsverfahrens, in dem Frank versucht, das Sorgerecht für Sarah zu bekommen, die von Gnine mittlerweile zu Scientologie gebracht und völlig „umgepolt“ wurde.....

Ein paar Folgerungen aus dem Film:
- er macht sehr deutlich: Scientologie weiß, wie man Menschen wirbt und beeinflußt.
Platt ist das kaum; und anfänglich – vom Unbedarften – kaum zu durchschauen. -
Besonders wenn alle so freundlich sind, und zu Beginn gleich Erfolgserlebnisse stehen.
Der Film weist darauf hin, wachsam zu sein, und warnt davor, irrtümlich zu glauben: „das kann mir nicht passieren“,
- es könnte sein, daß Frank lediglich als Köder benutzt wurde, um an das Geld von Gnines Vater zu kommen. - Natürlich hätte man Frank auch gerne „gehabt“..., aber lieber eine „fette Gans“ als....
- es wird gezielt nach Schwächen gesucht – Persönlichkeitstest -, und diese werden ausgenutzt
- Beziehungen zu „denen da draußen“, und zwar EGAL wer es ist: Eltern, Kinder, Freunde, Verwandte, werden früher oder später „gekappt“

Trotz aller „Scientologie-Schrecknisse“ möchte ich auf einen sehr wesentlichen Aspekt des Filmes eingehen, der mich gerade am Ende und darüber hinaus geschockt hat:

Und zwar: das Gerichtsverfahren, bzw. die Richterin.
Ich möchte das als ein juristisches Totalversagen bezeichnen.

1. die Richterin war überhaupt nicht auf das Thema vorbereitet:
sie frägt immer wieder nach verwendeten Begriffen und läßt sich vieles erklären,
2. sie versucht Frank – den Klageführenden – zu „durchlöchern“, seine Berechtigung zu ermitteln, die Mutter wird jedoch kaum befragt,
3. trotz ihres im Prozess gewonnenen Anfangswissens einer deutlich tieferen Problematik, fällt sie schließlich ein undifferenziertes Urteil, ad hoc, scheinbar begründet aus der letzten Aussage Franks, daß ihn seine Tochter in der letzten Zeit nicht mehr hatte sehen wollen

Mir scheint, die Richterin hat den Fall wie einen „normalen“ gesehen, d.h. wenn sich Mann und Frau nicht mehr leiden können, und sich um das gemeinsame Kind streiten.
Sie läßt die „Dimension Psychokult“ völlig außer Acht.

Hätte hier nicht ein Sektenspezialist und ein Psychologe befragt werden müssen, die die Situation besser einschätzen und die uninformierte Richterin hätten substantiell beraten können?

Hätten nicht Fragen der Art gestellt werden müssen:
- wie würde das Leben der Tochter bei der Mutter aussehen? - wie beim Vater?
- wie viel Kind darf Sarah im jeweiligen Kontext sein?
- Wie viel Freiraum wird das Kind haben, um sich selbst zu entwickeln?

Bei einer solchen Richterin „braucht man keine Feinde mehr“.

Fazit:
„Bis nichts mehr bleibt“ ist ein aufrüttelnder Film, der aufzeigt, was einem passieren könnte, wenn man mit Scientologie in Berührung kommt.
Exemplarisch steht er natürlich für alle Sekten und Kulte, die aktiv sind, um Menschen an sich zu binden.

Leider zeigt er auch, daß ein uninformiertes, desinteressiertes oder gar von Vorurteilen geleitetes Gerichtswesen mehr Schaden anrichten kann, als Recht zu sprechen und für Recht zu sorgen.


Sherlock Holmes - Collection (5 DVDs)
Sherlock Holmes - Collection (5 DVDs)
DVD ~ Jeremy Brett
Preis: EUR 16,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen originalnah, aufgebläht, entstellt, 21. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Sherlock Holmes - Collection (5 DVDs) (DVD)
Hallo,

nach der Sherlock Holmes-Kurzgeschichten-Serie Sherlock Holmes - Staffel 1 [4 DVDs] + allen Fortsetzungen konnte man hoffen (oder gar erwarten), mit der vorliegenden Edition Filme gleicher Qualität und Originaltreue zu erhalten. Leider wird man hier jedoch eines anderen „belehrt“.

Während die 41 Kurzgeschichten-Verfilmungen vorgenannter Staffel mit jeweils ca. 50 Minuten dem verarbeiteten Literatur-Material ziemlich gerecht werden, trifft dies bei den fünf Spielfilmen (Laufzeit je um 100 Minuten) dieser Ausgabe nur bei zwei zu.

Denn es wurden lediglich die beiden Sherlock-Holmes-Romane - „Der Hund von Baskerville“ und „Das Zeichen Vier“ filmisch verarbeitet, den anderen drei - „Der König der Erpresser“, „Der letzte Vampir“ und „Der Begehrte Junggeselle“ liegen ausschließlich Kurzgeschichten zu Grunde.

Folglich wurden die Inhalte dieser drei für eine 100-Minuten-Verfilmung zu kurzen Kriminalgeschichten aufgebläht, mit zusätzlichen Inhalten versehen, zwei der Geschichten sogar stark verfälscht.

Zu den Filmen an sich:

„Der Hund von Baskerville“ und „Das Zeichen Vier“:
hier liegen ordentliche Umsetzungen des Originals vor, die Originaltreue wurde Großteils beibehalten, auch wenn es einige Änderungen gab. Zwei Beispiele aus „Der Hund von Baskverville“ : die Verfolgung des Beobachters in London findet nicht im Hotel, sondern eigentlich auf der Straße statt; und: die Frau des Mörders flieht im Original mit ihm, während sie hier zur Schwester wird, die zum Schluß gerettet wird (Happy End denkbar).

Wie oben schon bemerkt lag bei diesen Romanen umfangreiches Material vor.

Noch als ordentlich ist die Umsetzung von „Der König der Erpresser“ zu bezeichnen, denn die Geschichte wurde lediglich aufgebläht, und um viele – nicht originale – Geschehnisse ergänzt. Diese verfälschen jedoch den eigentlichen Inhalt nicht, sondern bleiben immer beim Thema.

Diese drei Filme sind gut gemacht, unterhaltsam, phasenweise spannend, und bringen einen angemessenen Holmes „auf die Leinwand“.

Aber das war es dann auch.

Die beiden letzten Stories - „Der letzte Vampir“ und „Der begehrte Junggeselle“ - wurden stark verändert:
während beim „Vampir“ eine völlig unnötige und ablenkende Rahmenhandlung dazugedichtet wurde, unter der - dazu noch - die eigentliche Geschichte fast völlig verschwindet, wird der „Junggeselle“ zu einem Verbrechermonster (in einer ebenso unnötigen Zusatzhandlung) stilisiert, das jeglicher Originalität entbehrt.

Diese Streifen hat man dazu noch in die Nähe „übernatürlicher“ Phänomene gerückt, und es drängt sich der Eindruck auf, man wollte – leichte - Gruselfilme fabrizieren.

Dabei sind die beiden Geschichten in Wirklichkeit ganz unschuldige, nette Erzählungen.

Löst man sich vom Original und betrachtet die Filme alleinstehend, so kann man sich die Streifen auch schlicht als Krimis ansehen, und wird dabei fünfmal (ganz) gut unterhalten, während die letzten beiden eben einen Touch „Grenzwertigkeit“ enthalten.

Fazit:
die „Sherlock Holmes Edition“ zeigt uns, wie man mit Literatur umgehen kann: mit begrenztem Budget wurden gute bis zweifelhafte Verfilmungen erzeugt: von ordentlicher Originalnähe hin zu deutlicher Entstellung liegt hier verschiedenes vor.
Für Sherlock Holmes-Interessierte ist die Qualität eher zwischen miserabel bis gut einzustufen, für ausschließliche Krimifans kann sie höher liegen.


Der Fall Paradin
Der Fall Paradin
DVD ~ Ethel Barrymore
Wird angeboten von PWT Medien
Preis: EUR 5,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen düster, fesselnd, hintergründig, 17. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Fall Paradin (DVD)
Hallo,

ich kannte „Der Fall Paradin“ bis vor kurzer Zeit nicht. - Und da ich bisher auch sonst nichts davon gehört hatte, war ich mir unklar darüber, was ich erwarten konnte.

Umso überraschter war ich, einen ausgezeichneten und sehr eindrucksvollen Film zu erleben.

Zum Inhalt:
zu Beginn wird Mrs. Paradin verhaftet, und wir erfahren, daß gegen Sie der Verdacht besteht, ihren blinden Ehemann – Oberst Paradin - ermordet zu haben. Darüber hinaus erfahren wir jedoch nichts.
Ein Anwalt wird engagiert – der berühmte Anthony Keane. -
Er kommt, ist beeindruckt von seiner Klientin, und verliebt sich in sie: darum will er an ihre Unschuld glauben, und sie frei bekommen.
Keanes Ehefrau Gay bemerkt die sich entwickelnde Distanzierung von ihr, spricht es offen an, hält jedoch weiter zu ihm, und ist bereit, die entstandene Spannung und die möglichen Folgen zu (er)tragen.

Schließlich kommt es zum Prozeß, und Keane versucht, dem Diener des Oberst den Mord unterzuschieben.

Doch schließlich stellt sich heraus, daß Keane die Sachlage gravierend falsch eingeschätzt hat....
- und wir erleben einen heftigen und ungewöhnlichen Höhepunkt.

„Der Fall Paradin“ kommt als schlichte Liebes- und Kriminalgeschichte daher, entpuppt sich dann jedoch als handfestes, spannungsgeladenes Drama der Extraklasse.
Das Bild des Covers und des DVD-Bedrucks erzeugt von vornherein einen falschen Eindruck, auch wenn man bei näherer Betrachtung nicht gerade eine besondere Innigkeit der Zuneigung
erkennen kann.

Ebenso ist der Text der Boxrückseite verdreht, wenn er schreibt: „Er glaubt an Ihre Unschuld und verliebt sich in sie.“ - Denn es ist genau anders herum.

Ausgezeichnet ist darüber hinaus der Spannungsbogen: er kommt sehr früh auf, und hält sich bis zum Ende, und zwar, weil hier mehrere Geschichten miteinander verwoben sind:

- der ungeklärte Tathergang
- die ungeklärte Schuld Mrs Paradins, bzw. ihre Beziehung zur Tat
- die undurchsichtige Rolle des Dieners
- die ungeklärten Beziehungsverhältnisse im Hause Paradin
- die Liebe Keanes zu Mrs Paradin und seine Blindheit daraus
- die Beziehung der Keanes zueinander und
- der Umgang Anthony Keanes mit seinem eigenen Scheitern

Die einzigen zwei Punkte, die mir etwas „aufgestoßen“ sind:
zum einen: der unbekannte, aber schließlich erkennbar undurchdachte Mord.
Und zweitens, daß wir überhaupt keine Gedanken und Ermittlungsergebnisse der Polizei mitbekommen. - Wir erleben die ganze Geschichte nur aus Sicht eines Rechtsanwaltes, der sich seine Informationen selbst beschaffen muß. - Sogar die Fakten des Tathergangs erfahren wir erst bei der Gerichtsverhandlung (gegen Ende des Filmes).

Fazit:
„Der Fall Paradin“ ist einer der atmosphärisch dichtesten Filme Hitchcocks – von denen, die ich kenne (vielleicht 20).
Der Film lebt davon, daß er einiges sagt, aber vieles, und vor allem die tieferen Zusammenhänge, im Hintergrund, ungenannt, bleiben.

Er handelt von starken Frauen, Leidenschaft – Blindheit aus Liebe! -, und einer deutlichen Kritik an einem gerichtlichen Verteidigungssystem - der Anwalt als Verteidiger -, in dem nicht nach der Wahrheit gesucht wird, sondern der Angeklagte ohne Rücksicht auf Verluste freibekommen werden soll.

Wäre es hier möglich, würde ich 10 Sterne vergeben.

Der Film erinnert mich ein wenig an „Rebecca“.


Ganoven rechnen ab
Ganoven rechnen ab
DVD ~ Lino Ventura
Preis: EUR 10,00

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen hintergründig, komisch, sarkastisch, 27. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Ganoven rechnen ab (DVD)
Hallo,

Lino Ventura – ein Lieblingsschauspieler meiner Jugend (und heute auch noch) – endlich nach Jahren wieder auf DVD.......

Ich kannte diesen Film bis vor einigen Wochen nicht, und bin darum arglos herangegangen.
Das Ergebnis ist ein klares „naja, weiß nicht recht, ganz gut“.

Eines ist jedoch sicher: das ist kein platter Streifen, kein „Popcorn-Kino“: wahrscheinlich werden sich weitere Facetten erschließcn, wenn man ihn mehrfach gesehen hat.

Leider ist eben der Ersteindruck ein durchschnittlicher, weshalb viele den Streifen wohl auch nur einmal sehen werden..... - und er darum vielleicht auch nicht so bekannt ist.

Die Geschichte ist zunächst einfach:

drei Kleingauner planen den „großen Coup“, wozu ihnen aber ein nötiges Werkzeug fehlt – ein Brenner, um den Tresor zu knacken.
Dummerweise ist die Summe im Tresor jedoch etwas klein, um einen „Geldgeber“ zu bewegen, mitzumachen, weswegen man die Dimension der Beute mal ordentlich aufbläht, und dadurch den Kunstdieb Alphonse gewinnt. -
Dieser besorgt das Gerät - und es kann losgehen.......

Ungeschickterweise kommt bei dem „Bruch“ allerdings die Polizei dazwischen und Alphonse landet als einziger „im Bau“. - Wobei er sich aber auch wirklich ungeschickt fangen läßt.

Seine Kumpane haben ihn ab diesem Zeitpunkt „vergessen“, und er „brummt“ viele Jahre.

Kaum ist er wieder „draußen“, geht es los mit einer Rachetour an den Komplizen.
Leider ist mittlerweile ein Freund von damals ebenso zum Feind geworden: der Hehler für die gestohlenen Bilder der Kunstrauberei: er hat die von Alphonse bei ihm gelagerten Bilder nämlich zu Geld gemacht, ist reich geworden, hat gesellschaftlichen Status erreicht, und überhaupt keine Lust, Alphonse sein Geld, bzw. den Gegenwert der Bilder, zu erstatten.

Damit haben wir zwei Handlungsstränge, die ineinander greifen, und aus beiden erwächst ihm leider nach und nach eine „neue Schlinge um den Hals“, weswegen er schließlich wieder im Bau landet .......

Fazit:
„Ganoven rechnen ab“ schwankt zwischen Banalität, Humor und Ernsthaftigkeit hin und her, und scheint nicht recht zu wissen, was er nun sein will: Komödie oder Krimi.
Er wirkt zunächst billig, entwickelt sich nach und nach aber zu einem kleinen „Spielchen“, denn Alphonse manövriert zwischen seinen „Ex-Komplizen“, dem Ex-Hehler und der Polizei, die ihm stetig auf den Fersen ist, herum.

Was ihn jedoch schließlich zu Fall bringt, ist ein vierter „Feind“ - ein völlig unerwarteter.....

Wer den Film sieht, sollte sich auf einen (überaus) derben (sarkastischen!) Schluß gefaßt machen.

Ich schwanke zwischen 3 und 4 Sternen.


Chlorophyll
Chlorophyll
von Frank Jester
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,90

13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen frisch, kurz, zusammenfassend, 1. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Chlorophyll (Gebundene Ausgabe)
Hallo,

vor einigen Wochen habe ich dieses Buch von Frank Jester erstanden, da das Thema „Chlorophyll“ wieder und / oder mehr und mehr in den Fokus gesunder Ernährung rückt – erfreulicherweise gerade auch in den Blick eines breiteren Publikums. - „Grüne Ernährung“ bekommt größeres Gewicht, besonders vor dem Hintergrund immer degenerierterer „Nahrungsmittel“, die teurer und teurer werden und deren Wert für die Gesundheit stetig abnimmt.
- Anlaß sind häufig Bücher über sogenannte „Superfoods“ wie Gräser oder Algen.

An diesem Punkt füllt das vorliegende Buch eine gewisse Lücke, wie der Autor es selbst angestrebt hat. Denn so viele Bücher zu „Chlorophyll“ an sich sind noch nicht geschrieben worden, zumindest populärwissenschaftlicher Natur.

Insofern: ENDLICH ein Buch, das diesen Platz ausfüllt.

Leider füllt es die Lücke nur bedingt, da es einen widersprüchlichen Eindruck hinterläßt, da es eher „leichte Kost“ darstellt, überwiegend schon bekanntes Wissen vermittelt, und beleseneren Interessierten nicht allzu viel zu bieten hat.

Insofern scheinen die Zielgruppen mehr „Einsteiger“ oder „Wissensauffrischer“ zu sein, tiefer an der Materie Interessierte werden jedoch kaum „auf ihre Kosten kommen“.

Was weiter ein – vom Autor jedoch im Vorwort eingeräumtes – Manko ist: das Buch enthält einige Meinungen und Thesen, die jedoch nicht mittels Forschungsergebnissen oder fundierten Erfahrungswerten untermauert werden. Der Autor spricht zwar von eigenen und wenigen Fremd-Erfahrungen, aber hier klaffen eben Lücken – d.h. er liefert uns biologische und chemische Gedanken, aber der „Aufbau“ fehlt fast komplett.

Immerhin klärt er uns über die Themen „Wassermangel“ und „Parodontose“ und wenige andere defizitäre Situationen auf, und welche Konsequenzen eine „grünere“ Ernährung in diesem Zusammenhang hat.

Auch erhalten wir – außer in Bezug auf Fleisch – kaum Informationen, warum andere Nahrungs- / Lebensmittel weniger / nicht dazu angetan sind, Gesundheit zu begünstigen. - Daß etwas ungesund ist, wird erwähnt, aber das Warum kommt zu kurz.

Schön wiederum ist eine jeweils kurze und differenzierende Besprechung der Nahrungsergänzungsmittel Algen – AFA, Spirulina, Chlorella -, Gräser – Weizen- und Gerstengras –, Alfalfa und Ginkgo.

Zudem erweitert er unseren Blick bezüglich Trinkwasser um eine für die Gesundheit günstigere Form davon.

Das Buch ist locker geschrieben und liest sich flüssig. - Das Layout ist großzügig, enthält etliche farbige Bilder, die Schrift und der Zeilenabstand sind recht groß gehalten.

Fazit:
Frank Jesters „Chlorophyll“ ist ein kleiner Ratgeber über einen elementar wichtigen Baustein unseres Lebens. - Er faßt vieles – überwiegend bekanntes – Wissen zusammen, und bringt die Wichtigkeit des Themas auf den Punkt.

Insgesamt würde ich es als Einsteigerbuch bezeichnen, ohne großartig in die Tiefe zu gehen.

Der Preis ist jedoch deutlich überhöht, mit 3/5 (derzeit also ca. 9 Euro) wäre der Kaufwert i.O. - denn gerade durch das lockere Design wird viel Raum benötigt. - Ohne dieses Layout würde der Inhalt von 107 (bzw. 111) auf vielleicht 60 – 70 Seiten zusammenschmelzen.

Ein wenig kommt der Eindruck auf, es handele sich bei dem Buch mehr um ein „persönliches Dossier“, einen in Schriftform gebrachten Vortrag oder ein für den Schulunterricht konzipiertes Werk.


Tim und Struppi, Carlsen Comics, Neuausgabe, Bd.20, Die Juwelen der Sängerin (Tim & Struppi, Band 20)
Tim und Struppi, Carlsen Comics, Neuausgabe, Bd.20, Die Juwelen der Sängerin (Tim & Struppi, Band 20)
von Hergé
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen ungewöhnlich, alltäglich, langweilig, 26. November 2013
Hallo,

ich kaufe nur 1- 2x im Jahr einen Tim & Struppi-Band, weil ich sie wie ein edles Getränk genieße, und mir meine Sammlung so nach und nach vervollständige – die Vorfreude auf einen neuen Titel in meinem Besitz inbegriffen.

Dabei gab es überhaupt nur eine Geschichte, die ich noch nie gelesen hatte, während ich viele der anderen schon seit meiner Jugendzeit immer wieder genossen habe: dieser „fehlende“ Band war „Die Juwelen der Sängerin“. -

Vor ein paar Tagen war es nun soweit, ich kaufte ihn und begann voller Spannung und Vorfreude zu lesen – und wurde enttäuscht..... was mir bisher nur bei wenigen Bänden widerfuhr.

Ich dachte, ich kannte schon den schwächsten (von schlecht will ich nicht reden) Comic der Reihe - von den Geschichten „Tim im Kongo“ und „Tim in Amerika“ als Anfangswerke einmal abgesehen - nämlich „Im Reiche des schwarzen Goldes“. - Aber nun wurde ich eines besseren belehrt.

Dieser Band enthält die Hauptpersonen, die in fast allen (späteren) Werken erscheinen – Tim & Struppi, Prof. Bienlein, Kapitän Haddock, Nestor und die Schulzes – und einige, die immer mal wieder auftauchen, wie Bianca Castafiore samt Luise (Zofe) und Herrn Wagner (Klavierspieler), Herr Kiesewetter, die Metzgerei Schnitzel.

Aber das war es auch schon. - Was dieses Werk NICHT enthält, ist eine Abenteuer- und / oder Kriminalgeschichte, die wir in den anderen Bänden vorfinden. - D.h. der „durchgängige rote Faden“ ist hier bestenfalls in blassem Grau gehalten, und genau genommen ist es nicht ein Faden, sondern es sind mehrere, die alle kaum Spannung aufkommen lassen und jeweils in ein überaus banales, weil alltägliches, Ende münden......

Kostproben:
1. Vom Titel könnte man auf einen Diamantenraub schließen, aber was geschieht:
o einmal scheinen (fast) alle Juwelen zu fehlen. - Sie werden dann jedoch in einem anderen – blöden – Versteck gefunden;
o das zweite Mal fehlt ein Smaragd: dieser wird jedoch in einem Vogelnest entdeckt – von Tim
immerhin. - Aber dieses „Elster-Motiv“ ist schon in „Die schwarze Insel“ verarbeitet worden – und daher weder neu noch originell.
2. die Zigeuner, die praktischerweise gerade anwesend sind, könnten die Juwelen gestohlen haben, da sie wohl eher als „Zi-Gauner“ (zumindest von der Polizei) gesehen werden und damit sowieso unter grundsätzlichem „Generalverdacht“ stehen.....- Gott sei Dank wird dieses Vorurteil ad absurdum geführt.....
3. Nachts Schritte auf dem Dachboden: Tims kriminalistischer Instinkt ist geweckt: Lösung: ein Kauz sucht diesen Ort heim......
4. Herr Wagner spielt schöne Tonleitern – allerdings fährt er gleichzeitig mit dem Rad ins Dorf: wissen Sie die Lösung? - Möchten Sie sie kennenlernen? - Lesen Sie selbst..... aber erwarten Sie nichts außergewöhnliches......

Und so geht es gerade weiter. Bla bla bla bla bla bla

Ich weiß nicht, was Hergé zu solch einem „Durchhänger“ veranlaßt hat, vielleicht ein Art „Revue“ der Hauptcharaktere, um diese nochmals deutlich zu zeichnen, sie sozusagen als Persönlichkeiten auszuformen – und zwar im Kontrast zu einem sehr blassen (und damit nicht ablenkenden) Hintergrund. Oder vielleicht hat er sich an sein ursprüngliches Zielpublikum „Kinder“ erinnert, und diesem dieses Werk gewidmet. Aber sonst?

Fazit:
„Die Juwelen der Sängerin“ tanzt als Teil der Tim und Struppi-Geschichten völlig aus der Reihe: die Handlung ist überaus banal. - Scheinbar spielten bei dessen Entwicklung andere Motivationen eine Rolle als bei den sonstigen Abenteuern.

Ich vergebe zwei Sterne für die liebevolle Detailarbeit – sowohl die Personen, den Witz wie auch die Zeichnungen betreffend (was bei anderen T&S-Abenteuern jedoch ebenso enthalten ist).

Der Titel ist – vor dem Hintergrund dessen, was der Leser erwarten kann und was er schließlich erhält – als „reißerisch“ zu bezeichnen. - Treffender wäre gewesen:

Zwei Wochen mit der hysterischen Bianca

oder auch

Abenteuer auf Schloß Mühlenhof

oder

Viel Rauch um nichts

P.S.: das hier bisher vorhandene Rezensions-Niveau von sieben 5*-Rezensionen ist für mich nur schwer nachvollziehbar.


Der talentierte Mr. Ripley
Der talentierte Mr. Ripley
von Patricia Highsmith
  Taschenbuch

3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen widerlich, scheußlich, zweifelhaft, 3. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Der talentierte Mr. Ripley (Taschenbuch)
Hallo,

ist Tom Ripley talentiert?

Ja, dem muß man zustimmen: Mr. Ripley ist wirklich talentiert: in New York übt er sich als Kleinkrimineller im Scheckbetrug, vielleicht auch eher „Scheckspaß“ zu nennen: denn er fälscht und manipuliert zwar – aber die erhaltenen Schecks löst er nicht ein.

Als Mr Greenleaf – Vater eines fernen Bekannten aus der Schulzeit – ihn beauftragt, nach Italien zu fahren, und dort seinen Sohn Richard „Dickie“ zur „Heimkehr“ zu bekehren: auch das nimmt er in Angriff – mit reichlich Kapital von „Papa Greenleaf“ ausgestattet reist es sich gut, „Dickie“ ist schnell gefunden (in einem Ort namens Mongibello), italienisch wird gelernt.…...

In Europa nutzt er seine Talente erneut, um sich mit Richard zu befreunden, sich in dessen Leben und zwischen diesen und seine Freundin Majorie (Marge) zu manövrieren und schließlich mit ihm eine ganz wichtige Reise nach San Remo anzutreten.....

Und erst hier in San Remo erfahren wir – und er vielleicht sogar selbst – etwas von seiner Hochbegabung zum Schwerkriminellen: nun kommt noch Mord zu seinen „Begabungen“ hinzu, eine neue Entdeckung.

Auf den weiteren ca. 200 Seiten wird die Vielfalt dann noch größer: Täuschung aller: aller möglicher Menschen; Unterschriftenfälschung (das konnte er glaube ich schon in New York); Anmaßung; Betrug in großem Stil; Diebstahl; Heuchelei; Menschen auf das Erbärmlichste ausnutzen, sie belügen, einschließlich sich selbst; Irreführung usw..

Ja, eines steht fest: Mr. Ripley ist wirklich sehr begabt.

Patricia Highsmith hat uns mit „Der talentierte Mr. Ripley“ ein Meisterstück des Genres „Kriminalroman“ dargeboten. - Scheußlich, widerlich und zweifelhaft.

Scheußlich ist die Sichtweise, in der wir die Geschichte erleben: stetig aus der Sicht des Widerlings Tom: sie zeigt uns die Logik seines Handelns, seine Motivation, nur selten in einer Erklärung: Tom handelt einfach und rechtfertigt es nur hin und wieder: dann jedoch mit seiner mißratenen Kindheit (seiner schrecklichen Tante), oder seinen Plänen für die Zukunft, die ohne Geld – das Geld anderer Leute, bzw. Dickies wohlgemerkt – nicht zu erreichen sind.

Scheußlich ist hier auch, daß wir uns in manchen Motivationen selbst wiedererkennen, und uns damit die Amoral Toms als Selbstrechtfertigung „untergejubelt“ wird, so nach dem Motto: „Ich kann doch alles haben: was tun da schon ein paar Betrügereien, Lügnereien, Fälschungen, und ein paar Morde? - Ich will doch nur leben.... „
Er schwärmt ja für die geschichtsträchtigen Orte Italiens, Griechenlands usw.

Als „Einstiegslektüre in Kriminalromane“ wie ein Rezensent hier auf Amazon schreibt, würde ich „Der talentierte Mr. Ripley“ allerdings wirklich nicht bezeichnen. - Das ist ein derber psychologischer Kriminalroman mit „Verführungspotenzial“.

Er gaukelt uns „die Leichtigkeit des Seins“ jenseits gewissenorientierten Handelns vor.
Denn Tom Ripley hat entweder kein Gewissen, oder es ist bei ihm schon lange tot. - Moralische Fragen stellen sich bei ihm nicht (oder nur in einem „kurzen schwachen Moment“: für ihn gilt nur: werde ich erwischt oder nicht? - Er hat nur Angst vor dem „Entdecktwerden“, nicht davor, daß er sich wider seine Mitmenschen verhält / verhalten hat.

Das Thema wird nur angerissen, aber es sieht so aus, als ob seine Kindheit nicht besonders glücklich verlief, und er sich selbst als „Versager“ fühlt. - Den einzigen Ausweg, den er au dieser Situation sieht, ist das Geld und die Identität anderer Leute.

So entwickelt er sich auch im Roman: von „ich Nichtsnutz“ Tom Ripley wird er zu dem „tollen Richard Greenleaf“. - Und erst als diesen zu spielen zu gefährlich wird, wird er wieder zu Tom Ripley. - Aber diesesmal ist er anders: aufgebaut a) durch seine bisherigen „Erfolge“, b) endlich „jemand zu sein“, nämlich derjenige, der den verschwundenen Richard Greenleaf (steht in allen Zeitungen) kannte und c) endlich das nötige Geld (nämlich Richards) zu haben: jetzt kann er endlich er selbst sein: Tom Ripley. - Operation gelungen: alle sind belogen, getäuscht, betrogen, tot, aber Tom Ripley fühlt sich gut. Juhuuu!

Leider geht der Roman für diese Handlung mit einigen Ungereimtheiten und Einseitigkeiten = Zweifelhaftem einher. - Diese möchte ich nun noch anreißen:

1. wie kann Tom Ripley Richard „Dickie“ Greenleaf verkörpern, und das sogar, als er den gleichen Personen – einmal als Tom und einmal als Dickie – begegnet, nämlich den beiden Polizisten aus Rom einmal in Rom und dann später in Venedig: er färbt sich die Haare, trägt andere Kleidung, spricht schlechteres italienisch und dunkelt den Raum ab.

Hier bedient der Roman ein Klischee, das viele Kriminalromane verwenden: das der dämlichen Polizisten, die immer alles falsch machen, blind und blöd sind, und darum von intelligenteren Menschen – meist privaten Detektiven – locker übertroffen, bzw. hier im Roman vom Täter ausgetrickst werden.

Aber der Punkt der „Ähnlichkeit“ zwischen Tom und Dickie wird sowieso sehr schwach behandelt: denn KEINEM AUSSER TOM fällt diese auf: hätten nicht die Greenleafs in New York, Marge, die Bekannten Dickies in Mongibello oder die Freunde, die Tom und Dickie gesehehen haben, feststellen müssen: „ihr seht Euch ja ähnlich“ oder gar „zum Verwechseln ähnlich“.

Aber: warum ist das sonst niemandem aufgefallen? - Weil diese Menschen sich später – als Dickie nicht mehr auftauchte – daran erinnert hätten, und man darum Tom wahrscheinlich schneller „einkassiert“ hätte, als es ihm lieb gewesen wäre.

Auch hätten z.B. Toms Vermieter (wo er sich „Signor Greenleaf“ nannte) in Rom (Signora Buffi), als Richards Bilder in den Zeitungen waren, fragen können: ist das der Mr Greenleaf, der bei uns wohnte: der sieht doch ganz anders aus (wenn doch niemand außer Tom eine Ähnlichkeit gesehen hatte).

2. Das größte Talent Mr. Ripleys scheint jedoch nicht seine „verbrecherische Begabung“ zu sein, sondern sein Glück. - Was der Mann alles steuern kann, manipulieren, und wie ihm die Autorin des Romans hilft, sich immer wieder gut „aus der Affäre“ zu ziehen, ist nicht nur erstaunlich, sondern mit der Zeit sogar erbärmlich, ja öde. - Der Mann hat immer wieder die schlimmsten Ängste vor seiner Entdeckung, aber was geschieht: es löst sich nicht nur alles, nein, das meiste wird hinterher sogar besser. - Hier gehört auch Freddies Tot dazu (denn diesen Mord wird Tom später unterschwellig Dickie anlasten).

3. Im ganzen Roman fehlt mir das Mißtrauen der Freunde, Verwandten und Bekannten Richards und der Argwohn der Polizei. - Gerade die, die Dickie schon länger kannten, konnten sich sein Wesen, sein Verhalten vorstellen, und seine auffällige Veränderung, auch daß er z.B. konsequent „untergetaucht“ sein soll. Aber davon taucht kaum etwas auf.

Auch, daß Tom und Richard seit November nicht mehr am gleichen Ort, gleichzeitig, zu sehen sind:
kein Mißtrauen weit und breit (ich weiß: es kamen ja Briefe von Richard, und trotzdem.....)

- Das ist alles ganz eigenartig.

4. Nun der Hauptkritikpunkt, der gerade und oben schon anklang:
wir erleben den Roman nur aus Toms Perspektive: z.B. will uns der Plot glauben machen, daß Richard so IST, wie Tom ihn sieht! - Und darum handelt Tom so, wie er sich vorstellt, daß Dickie es täte, und voila: es funktioniert! - Immer!

Man kann den Eindruck bekommen: hier wurde eine Geschichte – Toms Geschichte – erfunden, und dann alles andere – New York, die Eltern, Italien, Marge, die Polizei, Freddie, Fausto, Venedig, Mrs Cartwright + Tochter, Griechenland, Cleo etc. als „Füllmaterial“ außenherum und dazwischen drapiert. - Das ist ja häufig so, aber hier fällt es doch sehr auf.

Das erinnert mich an den Spruch von Vater Fisch an den Sohn Fisch: „Die Welt, mein Sohn, ist ein großer Kasten voller Wasser“. -

Gerade dieser Punkt ist doch sehr problematisch, und macht den Roman zu einem „Glückskonstrukt“ zugunsten Tom Ripleys.

Fazit:
„Der talentierte Mr. Ripley“ ist ein guter Krimi mit einer ungewöhnlichen Perspektive. - Agatha Christie hatte vorher schon ähnliche Ideen (die Geschichte „Roger Ackroyd und sein Mörder“ / „Alibi“ ist auch aus Sicht des Täters erzählt).

Der widerliche Protagonist, die scheußliche Handlung, die den Leser ein wenig „einlullt“ und zur Zielerreichung jedes Mittel legitmiert – machen ihn jedoch reichlich unrealistisch und moralisch fragwürdig. - Hinzu kommen einige Zweifelhaftigkeiten.

Der Roman ist ziemlich langweilig und -atmig, und scheint eher ein Reisebericht mit „krimineller Würze“ zu sein.
Die ersten 100 Seiten sind mühsam, danach kommt leichte Spannung auf. - Größere Spannung gibt es erst auf den letzten 50 bis 100 Seiten, wobei keinesfalls von großer / knisternder Spannung gesprochen werden kann.

Ich persönlich hatte mehrfach überlegt, den mühsamen Text wegzulegen, und las nur weiter, in der Hoffnung, der Antiheld würde endlich gefaßt.

Ich habe selten einen scheußlicheren Text gelesen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 4, 2013 12:58 PM CET


Osram 63123B1 Duluxstar E27 Energiesparlampe in Röhrenform 14W/827, warmweiß
Osram 63123B1 Duluxstar E27 Energiesparlampe in Röhrenform 14W/827, warmweiß
Wird angeboten von shop-ar
Preis: EUR 9,35

4.0 von 5 Sternen hell, gelb, brummig, 2. Juli 2013
Hallo,

vor einiger Zeit erstand ich diese Energiesparlampe bei einem Supermarkt als „Preisschnäppchen“.
Da ich zuvor überwiegend neue LED-Lampen gekauft hatte, war ich hier von einem deutlichen Preisvorteil ausgegangen. - Leider wurde mir dann erst nach dem Kauf klar, daß es sich wohl schon um eine Preisreduzierung – schätzungsweise von 25 bis 50 % - gehandelt hatte, Energiesparlampen aber doch deutlich günstiger als LED-Lichter sind.

Trotzdem hatte ich sie nun, und setzte sie ein.

Mittlerweile dürfte sie 3 – 4 Monte im Einsatz sein, und ich bin sogar angenehm angetan von der Leuchte.

Montage:
die Lampe läßt sich ganz gut montieren, etwas umständlicher als konventionelle Birnen, da man sie nicht am Glas anfassen kann (Bruch-, Verletzungs-, sogar leichte Vergiftungsgefahr (durch vorhandenes Schwermetall), sondern sie am Sockel eindrehen muß.
Zudem ist sie etwas länger als eine vergleichbare Glühbirne – man muß also sehen, ob es wirklich paßt; was aber wohl in den meisten Fällen der Fall sein wird.

Der stabile Sockel ist solide und macht einen guten Eindruck.

Aussehen:
naja, also so hübsch wie eine konventionelle ist sie nicht, und auch mit den LED- und Energiespar-Lichtern, die ein „Lampenglas“ haben, kann sie nicht mithalten. - Sie sieht doch eher wie eine Leuchtstoffröhre in kurzform aus. - Aber wenn sie von einem Lampenschirm verdeckt ist, fällt es nicht auf.

Verbrauch:
im Vergleich zu einer ähnlich hellen LED-Lampe benötigt sie doppelt soviel Strom, was aber natürlich im Hinblick auf den Ersatz an konventionellem Licht – 75 W – doch noch deutlich weniger ist: sie benötigt 14 W, eine LED-Lampe würde ca. 7 – 11 Watt benötigen (kostet in der Anschaffung aber auch das 3 – 5fache).

Gemessen habe ich den Verbrauch nicht, hoffe aber, daß die Herstellerangabe stimmt.

Lichtaufbau:
wird die Lampe eingeschaltet, kommt sofort vielleicht 50% des Lichtes und innerhalb einer Minute sind 100% Lichtleistung da.
Anfänglich störte mich das, aber es kann auch nützlich sein, da die 50% nicht (so) blenden, und die Augen sich besser anpassen können.

Lichtfarbe:
das Licht dieser Lampe mit 2500 K ist nun wirklich gelb, richtig sattes gelb, fast schon wieder zu gelb. - Ja, im Vergleich zur konventionellen Glühbirne ist es vor allem zu gleichmäßiges Gelb: „normale“ Glühbirnen geben schwächeres und mehr variierendes gelbes Licht ab. - Diese Energiesparlampe taucht alles in einen gleichmäßigen (intensiven) Gelbton. - Es ist gewöhnungsbedürftig.

Ausleuchtung:
im Vergleich zu den von mir genutzten vier LED-Lampen ist diese Energiesparlampe die beste, was die Ausleuchtung „nach hinten“ betrifft. - Bei den LED-Lichtern ist der Sockel eher ein Lichthindernis, eine Mauer, die in den Rückraum der Lampe nur wenig, oder sogar nur Streulicht läßt.
Die Osram Duluxstar in dieser Ausführung bringt viel Licht „nach hinten“, nicht ganz soviel wie nach „vorn“ oder „seitlich“, aber deutlich mehr als die LED-Lichter. - Das ist mit konventionellen Birnen ziemlich vergleichbar.

Nach vorne ist sie auch gut, wie andere Leuchtmittel auch.

Ton:
leider brummt das Lämpchen vor sich hin. - Am Anfang störte mich das, mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, und höre es nur noch hin und wieder bewußt.

Trotzdem: für Wohnräume sollte man sich überlegen, ob man das „Brummkonzert“ möchte.

Fazit:
mit der Osram Duluxstar 14 W-Energiesparlampe liegt ein gutes Stück deutscher Entwicklungskunst vor (denn hergestellt ist sie – lt. Verpackung – in China).
Sie leuchtet schön (intensiv) gelb, verbraucht wenig Strom, und ist eine gute Lichtquelle.
Würde sie noch das Brummen verlernen und das enthaltene Schwermetall (Quecksilber / ist in allen Energiesparlampen dieser Bauart dabei) loswerden, könnte sie sich zu einem wohnraumverträglicheren und noch umweltfreundlicheren Leuchtmittel mausern.


Hitlers Imperium: Europa unter der Herrschaft des Nationalsozialismus
Hitlers Imperium: Europa unter der Herrschaft des Nationalsozialismus
von Mark Mazower
  Gebundene Ausgabe

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hass, Barbarei, Dilettantismus, 15. Juni 2013
Hallo,

Mark Mazower hat uns ein Buch zum Thema „Deutsche Katastrophe“ - Naziherrschaft und 2. Weltkrieg vorgelegt. - Dabei behandelt er jedoch nicht das "1000jährige Reich" von 1933 - 1945 an sich, auch nicht das strategische Desaster der Kriegsführung, noch setzt er den Schwerpunkt auf die Vernichtung weiter Teile des europäischen Judentums, was man vielleicht erwarten könnte.

Nein, der Historiker zeigt uns auf, wie der „Generalplan“ hinter allem aussah, wie die Führungskräfte des „3. Reiches“ Ihren Feldzug gegen das für sie Böse – die „Untermenschen“ und das europäische Judentum - führten, welch geschickte Planung also dahinter stand - welcher Genius.

Nachdem man das Buch gelesen hat, könnte man diesen Plan in einem Satz zusammenfassen:
„Kein Plan und alle gegeneinander.“ Oder mit einem Wort: „Dilettantismus“.

Wie der Rezensent „Helmut Barro“ schon titelte: „Fassungslos...“: fassungslos kann man wirklich sein, wenn man das so liest.

Die Motivationsgeschichte „hinter allem“:

o Hitler wollte alle Juden und Slawen, und alle, die nicht in sein Arierbild paßten, aus dem „Lebensraum im Osten“ und auch aus dem Rest Europas vertreiben (oder möglichst viele umbringen), um dann den Raum im Osten mit dem vorhandenen Reichsgebiet zu einem großen deutschen Reich zu verbinden. Dazu sollten sich in diesen Ostgebieten nach Eroberung mehrere Millionen Deutsche ansiedeln. - Dabei rechnete er nicht mit großem militärischen Widerstand der dortigen Bewohner, vor allem nicht, nachdem die erste „Etappe“: Polen innerhalb kürzester Zeit eingenommen worden war. Über den „Kram“, WIE das - nach Eroberung durch die bestens organisierte Wehrmacht - gehen sollte, machte er sich scheinbar keine großen Gedanken.
„Einmaschieren, vertreiben, umbringen, Deutsche ansiedeln, mit England Frieden schließen, fertig.“ scheint Hitlers Plan gewesen sein.

Selbst als sich ein längerer Kriegsverlauf abzeichnete, hat er alle ernsthaften (Planungs-) Gedanken abgelehnt, und nur Zwischenlösungen (auf Vorschlag anderer) akzeptiert. - Dafür gab es für „danach“ deutlich mehr Vorstellungen – einschließlich durchgeplanter Metropolen.

o Alfred Rosenberg, Chef des „Reichsministeriums für die besetzten Ostgebiete“, war dagegen für eine Kooperation mit lokalen Behörden und somit auch deren Anerkennung, ob des enormen verwaltungstechnischen Aufwandes. - Hitler hatte dafür aber keine „Antenne“, und Rosenberg konnte sich nicht durchsetzen, da Hitler ihn sowieso nicht ernst nahm.

o Die Wehrmacht wollte zunächst eine Militärverwaltung einsetzen, Hitler mißtraute dem Militär aber, und bemühte sich, schnellstmöglich zivile Verwaltungen/Verwalter zu etablieren.

o Das Innenministerium – als zukünftig ja logischcrweise zuständiges Organ – strebte eine gut durchorganisierte Verwaltung an, aber Hitler bremste es aus.

o Die SS wiederum – Himmler - auch Chef der Gestapo – wollte eine Art Polizeistaat, zumindest eine Verwaltung unter der Führung der SS als „nicht mehr militärische Organisation“

o Und die Protektorats-, Generalgouvernements- und Gauleiter hatten eigene Vorstellungen – jeder für sich -, wobei es ihnen um möglichst großen persönlichen Vorteil ging.

Kurz: Hitler mißtraute fast allen, vor allem den Administratoren, und wollte vor allem eines: unmittelbar Einfluß nehmen können: und so wurden alle ausgebremst, außer den Gebietsleitern, die Hitler direkt und ausschließlich (!) verantwortlich waren, womit das Chaos perfekt war.

Dabei zeigt sich im Verlauf des Buches, daß von ganz entscheidender Bedeutung immer wieder die „Personalfrage“ war, und die „dem Reich“ letztlich vielleicht sogar „das Genick brach“:

o statt mehrerer Millionen Deutsche wanderten nur einige 10tausend gen Osten. Was tun? -
o wer sollte die Felder im Osten bestellen, um Deutschland zu versorgen, wenn alle vorigen Bewohner vertrieben oder ermordet waren?
o wer sollte die notwendigen Arbeiten innerhalb des – alten Reichsgebietes – ausführen, wenn die meisten arbeitsfähigen Männer im Krieg waren?

Dafür wurden dann zwar „Zwischenlösungen“ gefunden, die jedoch schon nicht mehr den „Rassevorstellungen des „Führers“ entsprachen.....

Weiterhin zeigt das Buch auch genau an diesem Punkt ausgezeichnet auf, wohin blinder Hass und die Barbarei Hitlers und seiner vielen Schergen führten:
o von anfänglich: die Menschen – z.B. in Russland – fühlten sich befreit durch die Wehrmacht,
o dann kam allerdings die SS (wobei die Wehrmacht auch ordentlich „mitgemordet“ hat)
o Vertreibung und Mord nahmen zu,
o die Menschen wurden schikaniert, Lebensmittelrationen sanken unter das Lebensminimum,
o ganze Städte wurden ausgehungert (verhungern lassen!)
o es gab immer wieder Deportationen
o drakonische und völlig unverhätnismäßige Racheaktionen an der Zivilbevölkerung nach Partisanenangriffen nahmen zu
usw.

→ Deutschland hat die Einwohner in den besetzten Gebieten innerhalb weniger Monate / Jahre von freundlich gesonnenen, zu Neuem bereiten, Menschen zu erbitterten Feinden gemacht!!!

Deutsche Blindheit und Dummheit als „Leitfaden zur Selbstvernichtung“!

Das Buch befaßt sich darüber hinaus mit vielen anderen Themen dieses - kurzzeitigen - deutschen Imperiums, z.B.:

- Umgang mit Verbündeten. Welche Verbündeten? - Hitler kannte keine gleichberechtigten Verbündeten!
- Genfer Konvention – z.B. Behandlung von Kriegegefangenen: für „Untermenschen“ gilt die nicht!
- Menschenjagden: Arbeitskräftebeschaffung auf Barbaren-Art
- Bereicherung für alle: jeder sollte etwas vom Krieg haben
- natürlich das Thema „Judenbehandlung“: von Vertreibung, „Aussiedlung“, Verschiffung, bis zu Vernichtung
- Gelegenheit der „Verbündeten“ zum „Aufräumen“! - Autorisierte Gemetzel – Begeisterung beim „Führer“!
- Umgang mit den eingenommenen Staaten in Westeuropa
- die letzten Tage des „3. Reiches“ unter dem Staatsoberhaupt Karl Dönitz.
usw.

Fazit:
Mark Mazower hat ein erschreckendes Buch über die Naziherrschaft vorgelegt: er zeigt uns, was der Welt von blindem Hass, Barbarei und Dilettantismus blüht.
Hitler und seine sehr bereitwilligen Kollegen/Mitarbeiter haben Europa mit einem dummen Rassenkrieg ohne Sinn und Verstand überzogen – ein Krieg gegen alle, die nicht in das Bild des „Führers“ von einer „reinen“ Welt paßten, vor allem Juden und Slawen.

Nach der Lektüre des Buches könnte man zu dem Schluß kommen: Hitler wollte in erster Linie alle Juden und „Untermenschen“ vernichten (lassen), und erst sekundär ein „neues deutsches Reich“ schaffen. - Vielleicht erklärt das das Planungsdesaster – der Wille zum Untergang – da das Ziel sowieso nicht erreichbar war..... - aber „so viele „Feinde“ wie möglich mitnehmen“......

- Vielleicht war Hitler aber auch einfach nur ein strategisch unfähiger „Führer“.


Alfred Hitchcock Collection 6 Filme auf 3 DVD
Alfred Hitchcock Collection 6 Filme auf 3 DVD
DVD ~ Cary Grant
Wird angeboten von Movie-Panel
Preis: EUR 8,79

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen tief, spannend, amüsant, 11. Juni 2013
Hallo,

bei DVD-Boxen weiß man ja häufig nicht, was, und in welcher Qualität man es bekommt.

Häufig sind darin gute oder sehr gute Werke gewisser Regisseure, Schauspieler usw. enthalten, genauso wie (eher) Unbekanntes, und man steht immer wieder in dem Spannungsverhältnis, sich zu fragen: ist das Produkt sein Geld wert, oder nicht.

Da jeder seine Höhen und Tiefen hat, seine Anfänge, Hoch- und Endzeiten, es Werke in guter Verfassung, überarbeitete und welche zweifelhafter Qualität gibt, so war auch vorgenannte Spannung bei dieser Box vorhanden.

Obwohl ich schon einige Hitchcock-Filme kenne – und viele bereits x-mal gesehen habe (z.B. „Familiengrab“ oder „Der unsichtbare Dritte“-, kannte ich die Titel der meisten in dieser Sammlung enthaltenen, aber noch keinen einzigen Film an sich.

„Berüchtigt“ war der erste, den ich mir ansah, und ich war gleich „hin und weg“ über die (gewünschte) Qualität.
Weiterhin gab es dann noch bessere und auch schwächere Filme, aber insgesamt ist das eine außerordentliche Zusammenstellung.

Zunächst muß noch gesagt werden, daß die Filme letztlich drei Kategorien zuordenbar sind, auch wenn die Themen nicht recht zusammenzupassen scheinen: 1. psychologische Thriller / Melodramen, 2. Agenten- / Spionage- / Filme, in denen internationale „Beziehungen“ eine Rolle spielen und 3. Filme mit amüsantem Touch.

Zu Kategorie 1 (Psycho-Thriller) gehören „Rebecca“ und „Sabotage“, u.U. auch „Berüchtigt“,
Kategorie 2 (Agenten-Filme) enthält: alle außer „Rebecca“,
in Kategrorie 3 (amüsant): „39 Stufen“, „Der Geheimagent“ und „Eine Dame verschwindet“.

Nun noch eine Kategorisierung der Filme:

augezeichnet:
o Rebecca: eine recht locker und beschwingt beginnende Beziehung zwischen Maxim und einer hübschen jungen Frau, gerät unter den Einfluß des Schattens der verunglückten ersten Frau Maxims - „Rebecca“.

Das ist ein ungemein tiefer und bedrückender Film über die Beziehung zweier Menschen, die überwiegend von der Kraft der Partnerin gehalten, gefördert und schließlich zum glücklichen Ende gekämpft wird.
Meiner Ansicht nach könnte der Film auch schlicht „Das Mädchen“ oder „Die eigentliche Mrs de Winter heißen“.

o Sabotage: Mrs. Velocs Mann ist Besitzer eines kleinen Kinos, hat daneben aber noch „andere Interessen“. - Was sie nicht weiß, die Polizei aber schon: er führt für eine ausländische Macht Sabotage-Akte aus.
Schließlich stirbt bei einer solchen (verunglückten) „Aktion“ der kleine Bruder (Teenager) Mrs. Velocs, Stevie.
Mrs Veloc gerät dadurch in einen überaus beklemmenden emotionalen Strudel.....

Dies ist ein ein ausgezeichneter Film über Schuld, Bestrafung, Erlösung, über die Schwere menschlicher Belastungen.

Sehr gut:
o Berüchtigt: Alicia wird vom CIA-Agent Devlin geworben, um gegen Nazi-Deutschland zu arbeiten, und in einen deutschen Spionage-Zirkel einzusteigen. - Schließlich kommt man ihr auf die Spur und vergiftet sie mit kleinen Arsen-Dosen.....

Ein schöner Suspense-Film, bedrückend, mit ordentlich Spannung, und absehbarem Ende (was kein Abbruch ist).
Die Szenen auf den Treppen zum Schluß erinnern an diejenige in „Der unsichtbare Dritte“, als die Spione mit der Figur und dem gefangenen Mädchen zum Flugzeug gehen.

o Eine Dame verschwindet: Iris Henderson trifft in einem italienischen Hotel auf Mrs Froy, besteigt mit ihr zusammen am nächsten Tag den Zug gen Basel, um dann nach England zu kommen und dort zu heiraten (ihren Verlobten, nicht Mrs. Froy :-)). - Leider verschwindet Mrs Froy während der Zugfahrt aber plötzlich, und keiner will sie gesehen haben..... - Schließlich landen wir in einer „bleihaltigen“ Atmosphäre und danach in London zum Happy End.

Das ist ein schöner Krimi mit einigen Überraschungen, amüsant, spannend und doch warmherzig.
Der Film erinnert stark an Miss Marple-Filme.

gut:
o 39 Stufen: Richard Hannay ist auf einer Veranstaltung mit „Mr. Memory“. - Das panische Veranstaltungsende beschert ihm eine Unbekannte, die von Agenten verfolgt sein, und nach Schottland weiterreisen will. - Als sie am nächsten Morgen tot ist, fällt der Verdacht auf ihn.
Er flüchtet, reist statt ihrer nach Schottland, und gerät dort in die Hände der Gegner. - Auf der Flucht vor diesen und der Polizei, und mit einer zunächst unfreiwilligen „Helferin“, gerät er erneut an „Mr. Memory“, mit dessen Hilfe er den Verdacht gegen sich endlich entkräften kann.

Hier liegt ein guter Krimi mit etwas konstruierter Handlung vor. - Er ist unterhaltend, sehenswert, wenn auch kein Überflicger.

mittel:
o Der Geheimagent: Edgar Brodie soll im Krieg (1. WK) für England gestorben sein. - Allerdings lebt er noch, und soll in der Schweiz einen deutschen Spion ausschalten. - Helfen sollen ihm dabei „Der General“ als Killer und Elsa Carrington, eine Abenteuererin. - Nachdem ein Informant mehr tot als lebendig ist, meinen sie, den Gegenspieler zu haben, und liquidieren ihn. - Leider war es jedoch der Falsche, wobei der Richtige auch bald gefunden ist. - Schließlich erwischen Sie ihn in einem Zug nach Konstantinopel, allerdings etwas anders als erwartet, und doch erwünscht.....

Der Geheimagent ist der einzige mittelmäßige Film in dieser Sammlung; weder Fisch noch Fleisch, weder wirklich ernst und spannend genug für einen Thriller und nicht komisch genug für eine Komödie. - Keine Katastrophe, aber auch nicht mehr als halbechter Schmuck.

Einziger wirklicher Kritikpunkt an diesen Filmen ist die doch immer wieder auftauchende Konstruiertheit. - Z.B. das Ende von „Rebecca“, diejenigen von „Berüchtigt“ und „Der Geheimagent“ oder auch die Handlung von „39 Stufen“.

Fazit:
mit dieser Hitchcock-Collection kann man nicht viel falsch machen: man bekommt einige sehr gute Filme, und keiner ist wirklich schlecht. - Dafür sind alleine schon „Rebecca“, „Sabotage“, „Berüchtigt“ und „Eine Dame verschwindet“ wirklich sehr gelungene Streifen.

Noch ein Wort zur Qualität: aufgrund einiger Kommentare hier war ich skeptisch über diesen Punkt. - Aber – vielleicht beim Bild abgesehen von „39 Stufen“ und „Sabotage“ - war ich überrascht, sowohl von der Güte des Bildes, als auch dessen der Synchronisation.

Ich empfinde es nicht als Manko, daß alte Filme nicht unseren heutigen Qualitätsansprüchen vollauf genügen, sofern es sich tatsächlich nicht um gravierend schlechte Produkte handelt.


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