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Poldis Hörspielseite
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Schwarze Strömung - Lacey Flint 4: Thriller
Schwarze Strömung - Lacey Flint 4: Thriller
von Sharon Bolton
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Lacey Flint - 4. Schwarze Strömung (Sharon Bolton), 28. Juli 2015
Lacey Flint hat seit kurzem wieder ihren Dienst aufgenommen, den sie fortan bei der Londoner Flusspolizei verrichtet. Auch ihren Lebensmittelpunkt hat sie auf die Themse verlegt und wohnt in einem kleinen Boot, von dem sie allmorgendlich einen kleinen Schwimmausflug startet. Doch die scheinbare Idylle wird bald gestört, als Lacey eine Leiche in den Fluten des Flusses findet – und es soll nicht der einzige geheimnisvolle Todesfall bleiben...

Bereits den vierten Roman über Lacey Flint hat sich Autorin Sharon Bolton mit „Schwarze Strömung“ erdacht, wobei die Geschichte auch ohne Vorkenntnisse aus den früheren Bänden gut verständlich ist. Dabei spielt auch das Privatleben der Protagonisten immer wieder eine Rolle – besonders im ersten Teil – sodass Leser der vorigen Bände endlich erfahren, wie es mit den lieb gewonnenen Figuren weitergeht. Die Handlung wird in kurzen Kapiteln aus der Sicht von ganz unterschiedlichen Charakteren geschildert, was mir hier sehr gut gefallen hat. Denn so bekommt man auch immer wieder kleine Ausschnitte aus dem Handeln des Täters präsentiert, ohne seine Identität oder sein Motiv zu verraten. Zudem wirkt die Handlung dadurch sehr dynamisch und steigert durch die vielen Cliffhanger die Spannung zusätzlich. Dass der Täter einen direkten Bezug zu Tracey Flint zu haben scheint, bringt zusätzliche Brisanz in den Fall, der sich durch zahlreiche unerwartete Wendungen auszeichnet. Hochspannend wird es gerade im letzten Drittel der Handlung, und auch die Auflösung des Ganzen ist sehr packend formuliert und krönt die sehr gelungene Erzählung.

Sharon Bolton zeichnet ein sehr genaues Bild ihrer Charaktere, die recht komplex und vielschichtig dargestellt werden. Dieser Eindruck wird durch die unterschiedlichen Erzählperspektiven noch verstärkt, sodass man jeweils einen kleinen Eindruck von der Gedankenwelt der Protagonisten erhält. Neben Lacey steht auch immer wieder ihre Vorgesetzte Dana im Mittelpunkt, die in einer lesbischen Beziehung lebt und mit Lacey immer wieder in Reibereien gerät. Gerade der Kontrast dieser beiden Rollen ist ein sehr gelungener Aspekt dieses Bandes. Die Verwendung der Sprache ist dabei stets treffend und sehr bildlich, sodass die einzelnen Szenen ihre volle Wirkung entfalten können. Bolton setzt dabei eher auf kurze, prägnante Sätze denn auf verschachtelte Konstruktionen, was dem Lesefluss sehr zuträglich ist.

Ein sehr spannender und packender Roman, der auch ohne Kenntnis der Vorgänger seinen Reiz entfalten kann. Die rätselhaften Morde stellen des Ausgangspunkt für eine Reihe von sehr interessanten Ermittlungen dar, die zu einem sehr packenden Finale mit prägnanten Hintergründen führen. Der kurzweilige Verlauf mit den sehr feinsinnig gezeichneten Charakteren konnte mich vollends überzeugen.


Mann ohne Herz: Psychothriller
Mann ohne Herz: Psychothriller
von Camilla Grebe
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Mann ohne Herz (Camilla Grebe, Asa Träff), 28. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mann ohne Herz: Psychothriller (Taschenbuch)
In einem ungewöhnlich warmen Stockholmer Sommer tritt Psychologin Siri Bergmann eine neue Stelle bei der Polizei an, sie soll hier Täterprofile erstellen. Gleich ihr erster Fall hat es in sich, denn es werden gut situierten, homosexuellen Männern die Herzen aus dem Leib geschnitten, um sie später in einer hübschen Silberschale zu präsentieren. Haben die Taten tatsächlich einen homophoben Hintergrund?

Camilla Gräbe und Asa Träff setzen mit „Mann ohne Herz“ ihre Buchreihe um Siri Bergmann fort, wobei es die neue Arbeitsstelle und damit die neue Ausgangssituation es ermöglicht, auch neuen Lesern den Einstieg zu finden, viele Hintergründe werden hier noch einmal erklärt. Dennoch wird auch das Privatleben der Psychologin hier weiter erzählt, die zwischenmenschlichen Beziehungen entwickeln sich dabei weiter, sodass auch Fans der Reihe neuer Soff geboten wird. Doch im Mittelpunkt steht natürlich der Kriminalfall um die grausam getöteten homosexuellen Männer, der gerade zu Anfang sehr spannend gerät. Die sehr gut inszenierten Morde machen Lust auf das weitere Geschehen, doch der Mittelteil kann den Spannungsbogen nicht so recht erhalten, hier flacht die Geschichte trotz eingängig geschilderter Charaktere deutlich ab. Man hat das Gefühl, ein wenig auf der Stelle zu treten und nicht recht voranzukommen. Freilich ändert sich dies im letzten Drittel wieder, hier überschlagen sich die Ereignisse, geschickt platzierte Winkelzüge und einige gelungene Überraschungen sorgen für einen sehr flüssigen Verlauf. Zudem ist bis zum Ende offen, wer der Täter ist, auch wenn mehrere mögliche Motive im Raum stehen. Der Hintergrund ist sehr gut erdacht und schlüsselt das bisherige Geschehen sinnvoll auf, lässt einiges noch einmal im anderen Licht erscheinen und bleibt nachhaltig im Gedächtnis haften. Sehr gut eingebaut sind die psychologischen Elemente, die immer wieder einen wesentlichen Ansatzpunkt für die Weiterentwicklung der Handlung sind und so noch mehr in den Fokus gerückt werden als in anderen, ähnlich gestrickten Werken.

„Mann ohne Herz“ kann schnell fesseln und bietet einen sehr gelungenen Start in die Handlung. Der Mittelteil kann die dadurch geschürten hohen Erwartungen nicht ganz halten, präsentiert aber durch Perspektivwechsel und interessante Charaktere einen kurzweiligen, wenn auch nicht sonderlich spannenden Verlauf. Das Ende ist dann wieder fesselnd und packend geschildert, wobei die psychologische Seite sehr gekonnt eingebaut ist.


Das letzte Sakrileg: Roman
Das letzte Sakrileg: Roman
von Stephanie Parris
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Das letzte Sakrileg (Stephanie Parris), 26. Juli 2015
Der ehemalige Priester Giordano Bruno, von der Kirche verstoßen, ist mittlerweile als Spion für die englische Krone tätig. Doch als seine alte Flamme Sophia auftaucht, fühlt er sich nicht mehr nur der Sicherheit von Königin Elisabeth I. verpflichtet, sondern fährt auch ins abgelegene Canterbury, wo Sophia ihren Ehemann ermordet haben soll. Bald entdeckt er einen Zusammenhang zu einem weiteren, weit zurückliegenden Verbrechen...

Mit „Das letzte Sakrileg“ hat Stephanie Parris bereits ihren dritten Roman um den Spion Giordano Bruno veröffentlicht. Doch die historische Geschichte kann auch ohne Kenntnis der beiden Vorgängerbände gelesen werden, die grobe Struktur wird dem Leser schnell nahe gebracht. Und so kann man schon bald ins England des Jahres 1584 eintauchen, denn Parris schildert die damalige Zeit sehr lebendig. Doch statt nur auf die reichen und mächtigen einzugehen wie zahlreiche andere Romane, wird hier auch viel vom einfachen Volk erzählt, sodass ein sehr umfassender Eindruck von Orten, Personen und der vorherrschenden Stimmung entsteht. Giordao gibt dabei eine sehr interessante Hauptperson ab. Nicht nur wegen seiner bewegten Vergangenheit, sondern auch wegen seines speziellen Charakters kann er die Handlung gut tragen, gibt aber auch den anderen Rollen genügend Raum, um sich zu entfalten.

Die Handlung entwickelt sich im Laufe der Zeit immer weiter, schlägt dabei mehrere Haken und ist bald deutlich komplexer, als man es anfangs erwartet hätte. Wegen des sehr guten Aufbaus ist dennoch alles sehr gut verständlich, alles wirkt sehr flüssig und ist nach einer kurzen Anlaufzeit auch sehr spannend erzählt. Sicherlich benötigt man viel Aufmerksamkeit, um die Vielzahl der handelnden Personen zu erfassen und in den richtigen Kontext zu bringen, da Parris aber alles so lebendig geschrieben hat, bleiben die Charaktere sehr gut in Erinnerung.

„Das letzte Sakrileg“ ist ein komplexes, aber auch hochspannendes Werk, das die Zeit von Elisabeth der I. sehr gelungen in Szene setzt und einen markanten Eindruck der damaligen Zeit vermittelt. Der packende Kriminalfall ist zudem sehr gut erzählt und überzeugt mit vielen Intrigen und intelligenten Winkelzügen. Eingebettet in viele historische Fakten entsteht ein sehr gelungener Roman, der auf seinen knapp 600 Seiten bestens unterhalten kann.


02:Professor Van Dusen Reitet das Trojanische Pfer
02:Professor Van Dusen Reitet das Trojanische Pfer
Preis: EUR 8,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Professor van Dusen – 2. reitet das trojanische Pferd, 19. Juli 2015
Erster Eindruck: Besuch in der Türkei

Bei seiner in die Türkei, die eigentlich seiner Erholung dienen soll, trifft Professor van Dusen seinen Freund und Kollegen Spiros Makropulos, der ihn bald um seine Meinung bittet. Denn der hat von einer geheimnisvollen Frau ein Stück des legendären trojanischen Pferdes gekauft – angeblich jedenfalls. Denn van Dusen ist davon überzeugt, dass es sich um eine Fälschung handelt. Doch die Hintergründe sind weitreichender, als er zunächst vermutet...

Sherlock Holmes, die berühmte Romanfigur von Arthur Conan Doyle, tritt bereits bei mehreren Labels in neu verfassten Fällen in Erscheinung. Der etwas weniger bekannte, aber im Hörspielkreisen sehr geschätzte Professor van Dusen tut es ihm seit einiger Zeit gleich, Michael Koser selbst hat für die zweite Folge der neuen Serie das Skript verfasst. Und das beginnt mit wie immer mit einer gelungenen Einführung in die Handlung von Hutchinson Hatch, der die Rahmenbedingungen klärt und auch in der übrigen Handlung immer wieder Erzähltexte von sich gibt. Dass er sich dabei direkt an das zuhörende Publikum wendet, verleiht diesen Zeilen immer wieder eine besondere Ausstrahlung. Auch van Dusens leicht arroganter und sehr scharfsinniger Charakter kommt sehr gut zur Geltung, was besonders in den Diskussionen mit Makropulos äußerst unterhaltsam dargestellt ist, die spitzzüngigen Wortgefechte auf recht anspruchsvollem Niveau prägen dieses Hörspiel und machen richtig Spaß. Der Fall ist verzwickter, als man anfangs denkt, durch die Ermittlungen des Detektivduos kommen langsam immer neue Informationen ans Tageslicht, was sehr kurzweilig und unterhaltsam aufbereitet ist. Durch einige Wendungen führt Koser seine Zuhörer in immer neue Situationen und lässt dabei die Charaktere sehr stark in Erscheinung treten. Auch das Zusammenspiel mit zahlreichen geschichtlichen Fakten und einem Hauch der griechischer Sagenwelt fügt vielfältige Elemente mit ein.

Hervorragend ist die Besetzung der Charaktere gelungen, wobei nicht auf bekannte Namen gesetzt wurde, sondern auf ausdrucksstarke Stimmen. Georg Tryphon ist als Spiros Makropulos mit viel Leidenschaft bei der Sache, seine lebendige Ausdrucksweise bringt viel Schwung mit sich. Nicole Hannak ist als Rosa sehr variabel in ihrem Ausdruck und passt sich sehr gut an der unterschiedlichen Gegebenheiten an. Christian Rhodes unverkennbare Stimme sticht auch hier wieder heraus, er verlieht Dr. Kallimachos eine sehr prägnante Note. Weitere Sprecher sind Jürgen Thormann, Lutz Harder und Peter Groeger.

Tom Steinbrecher ist für die akustische Untermalung verantwortlich und hat im Gegensatz zur Originalserie eine deutlich stimmungsvollere Szenerie ausgewählt. So werden auch die Dialoge von leider Musik oder eine vielfältigen Geräuschkulisse begleitet, was eine sehr dichte Atmosphäre erzeugt. Trotzdem liegt der Fokus weiterhin deutlich auf den Dialogen, die von der Untermalung aber deutlich profitiert.

Der dunkle, rote Rahmen mit wenigen Ornamenten in den Ecken wurde auch für dieses Cover übernommen, wie bei der vorigen Folge ist das eigentliche Motiv eine schwarz-weiße Bleistiftzeichnung, die jedoch sehr detailliert gezeichnet wurde. Zu sehen in eine Ausgrabungsstätte, die von van Dusen und Hatch betrachtet wird. Im Inneren gibt es einen einführenden Text von Michael Koser sowie Portraits einiger Sprecher.

Fazit: Der neue Fall aus der Feder von Michael Koser steht seinen bekannten Vorgängern in nichts nach, ist wieder ein recht verzwickter Fall voller Spuren und Ermittlungen. Das Geheimnis um das trojanische Pferd ist dafür ein guter Aufhänger, während wie immer die eine oder andere Skurrilität nicht fehlen darf. Sehr gelungen!


Folge 56: Die Matrix
Folge 56: Die Matrix
Preis: EUR 5,79

5.0 von 5 Sternen Offenbarung 23 – 56. Die Matrix, 19. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: Folge 56: Die Matrix (MP3-Download)
Erster Eindruck: Das Ende ist eingeläutet

T-Rex ist tot. Unwiederbringlich. Doch was hat zu seinem Tod geführt, wer sind die Hintermänner des Verbrechens? Diese Frage stellt sich auch sein Vater, der Georg viel zu spät kennengelernt hat und nun erst viele Details aus seinem Leben erfährt. Unterstützung bekommt er von Kim Schmittke, der das Verschwinden des Berliner Hackers mit Vehemenz aufzuklären versucht. Und auch eine weitere Dame aus Georgs Leben hilft bei der Aufklärung: Georgs Schwester...

Mit Folge 56 lässt Jan Gaspard seinen Handlungsstrang von Offenbarung 23 langsam zu Ende gehen, die ganz große Auflösung findet aber tatsächlich schon in dieser vorletzten Folge statt. Und tatsächlich wird hier schnell ein ganz anderer Blick auf die vorigen Folgen geworfen, das ganze Universum der Serie wird auf den Kopf gestellt. Das ist schon verblüffend gelöst, aber mit vielen Details geklärt. Und plötzlich lassen sich auch die unrealistischen Elemente der letzten Folge wie Zeitsprünge gut erklären. Und neben der großen Auflösung gibt es gleich zu Beginn einige überraschende Momente, in denen die Familienverhältnisse von T-Rex weiter aufgedeckt werden. So steigt der Hörer langsam hinter die „Matrix“ der Serie, wird aber auch selbst in Frage gestellt, wird aufgefordert, seinen ganz persönlichen Bezug zur Serienhandlung zu hinterfragen. Das geschieht in einer sehr ruhig erzählten Folge, die ohne die typisch humoristischen Momente auskommt – und ohne T-Rex. Die Dialoge sind noch länger als gewohnt und verbreiten eine bedrückte, nachdenklich stimmende Atmosphäre. Einige Dinge bleiben jedoch auch hier noch im Unklaren – schließlich handelt es sich ja erst um die vorletzte Folge des Erzählstranges. Diese ungewöhnliche Folge ist zudem nur durch den Tod von T-Rex mit den vorangegangenen Folgen direkt verknüpft, sodass man sie auch hören kann, wenn man bereits vor einigen Episoden aus der Handlung ausgestiegen sein sollte.

Helmut Krauss fallen hier als Nat Mickler und Erzähler nach dem Tod von Georg die meisten Passagen zu, die er routiniert und sehr professionell spricht, dabei seine markante Stimme auch mal ungewohnt emotional klingen lassen kann. Arianne Borbach hat einen weiteren Auftritt als Margo und kann der Figur weitere Facetten abgewinnen, die man so nicht unbedingt erwartet hätte. Peter Flechtner ist als Kim Schmittke mit viel Leidenschaft dabei und spricht mit viel Ausdruck und Energie. Weitere Sprecher sind Lutz Riedel, Philine Peters-Arnolds und Thomas Petrou.

Einige der recht langen Dialoge kommen gänzlich ohne akustische Begleitung aus, sodass die sehr nüchterne Produktionsweise der ersten Folgen wieder zum Vorschein kommt. An anderen Stellen ist die Musik recht progressiv eingesetzt und tritt stärker in den Vordergrund als gewohnt, setzt gekonnt Akzente. Auch das ist eher ungewohnt, passt aber bestens zu der nachdenklichen Handlung.

Von Anfang an war die Serie auch für ihre prägnanten Cover bekannt. Neben dem ausladenden Logo ist stets ein schlichtes Motiv vor tiefschwarzem Hintergrund zu sehen. Passend zum Folgentitel sind einige grün schimmernde Buchstabenreihen zu sehen, wobei sich der Satz „T-Rex ist tot“ - versehen mit einem Fragezeichen am Ende – etwas heller absetzt.

Fazit: „Die Matrix“ ist DIE Folge, die einen großen Teil zur Aufklärung aller Zusammenhänge beiträgt, die viel Überraschendes zu Tage fördert, die aber auch alles bisher Geschehene in Frage stellt. In seiner ruhigen Machart ist das sehr angenehm zu hören und durchaus spannend.


Offenbarung 23 - Folge 56. Die Matrix
Offenbarung 23 - Folge 56. Die Matrix
von Sebastian Pobot
  Audio CD
Preis: EUR 8,90

5.0 von 5 Sternen Offenbarung 23 – 56. Die Matrix, 19. Juli 2015
Erster Eindruck: Das Ende ist eingeläutet

T-Rex ist tot. Unwiederbringlich. Doch was hat zu seinem Tod geführt, wer sind die Hintermänner des Verbrechens? Diese Frage stellt sich auch sein Vater, der Georg viel zu spät kennengelernt hat und nun erst viele Details aus seinem Leben erfährt. Unterstützung bekommt er von Kim Schmittke, der das Verschwinden des Berliner Hackers mit Vehemenz aufzuklären versucht. Und auch eine weitere Dame aus Georgs Leben hilft bei der Aufklärung: Georgs Schwester...

Mit Folge 56 lässt Jan Gaspard seinen Handlungsstrang von Offenbarung 23 langsam zu Ende gehen, die ganz große Auflösung findet aber tatsächlich schon in dieser vorletzten Folge statt. Und tatsächlich wird hier schnell ein ganz anderer Blick auf die vorigen Folgen geworfen, das ganze Universum der Serie wird auf den Kopf gestellt. Das ist schon verblüffend gelöst, aber mit vielen Details geklärt. Und plötzlich lassen sich auch die unrealistischen Elemente der letzten Folge wie Zeitsprünge gut erklären. Und neben der großen Auflösung gibt es gleich zu Beginn einige überraschende Momente, in denen die Familienverhältnisse von T-Rex weiter aufgedeckt werden. So steigt der Hörer langsam hinter die „Matrix“ der Serie, wird aber auch selbst in Frage gestellt, wird aufgefordert, seinen ganz persönlichen Bezug zur Serienhandlung zu hinterfragen. Das geschieht in einer sehr ruhig erzählten Folge, die ohne die typisch humoristischen Momente auskommt – und ohne T-Rex. Die Dialoge sind noch länger als gewohnt und verbreiten eine bedrückte, nachdenklich stimmende Atmosphäre. Einige Dinge bleiben jedoch auch hier noch im Unklaren – schließlich handelt es sich ja erst um die vorletzte Folge des Erzählstranges. Diese ungewöhnliche Folge ist zudem nur durch den Tod von T-Rex mit den vorangegangenen Folgen direkt verknüpft, sodass man sie auch hören kann, wenn man bereits vor einigen Episoden aus der Handlung ausgestiegen sein sollte.

Helmut Krauss fallen hier als Nat Mickler und Erzähler nach dem Tod von Georg die meisten Passagen zu, die er routiniert und sehr professionell spricht, dabei seine markante Stimme auch mal ungewohnt emotional klingen lassen kann. Arianne Borbach hat einen weiteren Auftritt als Margo und kann der Figur weitere Facetten abgewinnen, die man so nicht unbedingt erwartet hätte. Peter Flechtner ist als Kim Schmittke mit viel Leidenschaft dabei und spricht mit viel Ausdruck und Energie. Weitere Sprecher sind Lutz Riedel, Philine Peters-Arnolds und Thomas Petrou.

Einige der recht langen Dialoge kommen gänzlich ohne akustische Begleitung aus, sodass die sehr nüchterne Produktionsweise der ersten Folgen wieder zum Vorschein kommt. An anderen Stellen ist die Musik recht progressiv eingesetzt und tritt stärker in den Vordergrund als gewohnt, setzt gekonnt Akzente. Auch das ist eher ungewohnt, passt aber bestens zu der nachdenklichen Handlung.

Von Anfang an war die Serie auch für ihre prägnanten Cover bekannt. Neben dem ausladenden Logo ist stets ein schlichtes Motiv vor tiefschwarzem Hintergrund zu sehen. Passend zum Folgentitel sind einige grün schimmernde Buchstabenreihen zu sehen, wobei sich der Satz „T-Rex ist tot“ - versehen mit einem Fragezeichen am Ende – etwas heller absetzt.

Fazit: „Die Matrix“ ist DIE Folge, die einen großen Teil zur Aufklärung aller Zusammenhänge beiträgt, die viel Überraschendes zu Tage fördert, die aber auch alles bisher Geschehene in Frage stellt. In seiner ruhigen Machart ist das sehr angenehm zu hören und durchaus spannend.


The Border: Teil 3 - Der Ungebetene
The Border: Teil 3 - Der Ungebetene
Wird angeboten von marvelio-germany
Preis: EUR 11,02

5.0 von 5 Sternen The Border – 3. Der Ungebetene, 19. Juli 2015
Erster Eindruck: Radioreportage außer Kontrolle

Ein junger Reporter erstellt eine Radio-Reportage zum Thema Geister und Horror. Neben einer Passantenbefragung interviewt er dafür auch einen Professor, der sich mit dem Übernatürlichem beschäftigt. Doch der zuständige Redakteur ist alles andere als begeistert und lehnt es schlichtweg ab, das aufgenommene Material zu senden. Doch von seinem Schaffen überzeugt wendet er sich erneut an den Professor und bittet ihn um Hilfe – um recht ungewöhnliche Hilfe...

Mit „The Border“ hat sich Hörspielmacher Oliver Döhring eine Spielwiese geschaffen, auf der er sich im Horrorgenre ordentlich austoben kann. Als Reihe mit immer neuen Geschichten und Protagonisten konzipiert waren schon die ersten beiden Teile voneinander recht unterschiedlich, mit „Der Ungebetene“ begibt sich Döring aber in eine völlig neue Richtung. Es handelt sich um kein klassisches Hörspiel, sondern um die fiktiven Aufnahmen des jungen Reporters, die schnipselartig aneinandergereiht sind – einige Sequenzen dauern weniger als 10 Sekunden. Dabei wird nicht nur die eigentliche Geschichte erzählt, sondern eben auch Teile aus der Reportage und seiner weiteren Arbeit eingebaut. Da gibt es Gespräche mit seinem Redakteur, seiner Freundin, einem unheimlichen Mann auf einer einsamen Parkbank, da sind aber auch nur Selbstgespräche in einer gruseligen Nacht zu hören. Trotzdem wird konsequent die Handlung weiterentwickelt, die an sich nicht sonderlich Aufsehen erregend ist, durch die ungewöhnliche Inszenierung aber sehr gut zur Geltung kommt. Sehr düster, unglaublich spannend und packend wird es dabei, man wird tief in die Welt der dunklen Magie hereingezogen und weiß später selbst kaum zwischen Wahn und Realität zu unterscheiden. Auch das packende Finale ist bestens umgesetzt worden und jagt zumindest mit den einen oder anderen Gänsehautschauer über den Rücken. Feinsinnige Verknüpfungen, packende Szenen, leiser Grusel und krasse Actionelemente – ein absolut gelungenes, experimentierfreudiges Hörspiel.

Sebastian Rüger übernimmt hier die Hauptrolle und damit den weitaus größten Teil der Handlung. Bisher ist er mit in keinem Hörspiel aufgefallen, hier liefert er dennoch eine sehr professionelle und saubere Leistung ab. Mit seiner sehr variablen Stimme kann er die verschiedenen Gefühlslagen des engagierten Reporters sehr gut einfangen und sorgt immer wieder für unheimliche und gruselige Momente. Besonders die aufkommende Panik bei Nacht und die totale Verängstigung gegen Ende sind sehr eindringlich und emotional gespielt. Unterstützt wird er dabei unter anderem von Marco Göllner, Axel Siefer und Michael-Che Koch.

Da es sich hier nur um real wirkende Aufzeichnungen handelt, wurde auf den Einsatz von Musik komplett verzichtet. Dafür wurden umso mehr Geräusche eingebaut, mal dezent als Hintergundgestaltung, mal sehr offensiv und sehr, sehr laut als Schockeffekt. Das hinterlässt einen sehr realistischen Eindruck und steigert die unheimliche Stimmung immer weiter. Auch auf kleine Details wie das Knacken eines Mikrofons beim Ausschalten oder unterschiedliche Lautstärken der Sprecher wurde geachtet. Die kleinen gesprochenen Anmerkungen, zu welcher Zeit welches Tondokument entstanden ist, helfen bei der Orientierung in der zeitlichen Kontinuität.

In weiß leuchtender Schrift, die einzelnen Letter zerbrochen, prangt der Serientitel im oberen Drittel des Cover, während sind unten eine düstere Szenerie ausbreitet. Das vor Angst verzerrte Gesicht des jungen Mannes, der sich die Finger tief in die verwundete Stirn gräbt, fängt die Stimmung des Hörspiels gut ein. Schade ist, dass in dem kleinen Booklet die Sprecher nicht den jeweiligen Rollen zugeordnet sind – wenigstens bei den wichtigsten Charakteren hätte ich dies eigentlich erwartet.

Fazit: Oliver Döring präsentiert eine sehr düstere und packende Geschichte voller dunkler Magie, in dem die Bedrohung stetig wächst. Die ungewöhnliche Inszenierung in Form von real wirkenden Aufnahmen ist sehr gut gelungen und macht aus der Handlung etwas ganz besonderes, lässt sie sehr nahbar und realistisch wirken. Schockeffekte kommen dabei ebenso gut zur Geltung wie leiser Grusel.


Das Erbe der Familie de Chambois-Vol.16
Das Erbe der Familie de Chambois-Vol.16
Preis: EUR 9,98

4.0 von 5 Sternen Sherlock Holmes & Co – 16. Das Erbe der Familie Chambois, 19. Juli 2015
Erster Eindruck: Geistererscheinung auf französischem Landsitz

Auguste Dupin bekommt einen Brief, in dem er um Hilfe gebeten wird. Obwohl der Inhalt recht wage ist, interessiert sich der Detektiv für den Fall und reist mit seinem Chronisten Edgar Allan Poe zum Sitz der Familie Chambois. Der Hausherr Chavalier de Chambois wird allnächtlich von Stimmen gequält, die scheinbar von den Vorfahren seiner altehrwürdigen Familie stammen. Bald werden Dupin und Poe selbst Zeuge dieser Erscheinungen...

„Sherlock Holmes & Co“, die Krimireihe mit den wechselnden Ermittlern, widmet sich in der 16. Folge mal wieder seiner französischen Seite und Auguste Dupin, der wie immer mit seinem treuen Begleiter Edgar Allan Poe unterwegs ist. Der Aufbau der Handlung ist dabei sehr klassisch: Zu Anfang wird in einer stimmungsvollen und unheimlichen Szene die Bedrohung von Chavalier de Chambois dargestellt, danach folgen die Ermittlungen von Dupin, in der immer mehr Details offenbart werden, bis in der Schlussszene der Täter samt Motiv und Handlungsweise entlarvt wird. Dabei weist auch dieser Fall natürlich einige Besonderheiten auf, die geübten Krimihörern jedoch streckenweise schon bekannt vorkommen dürften. Das Rad wird also nicht neu erfunden, dafür ist alles sehr unterhaltsam und kurzweilig erzählt. Der große Charme der Charaktere, die Stimmung im Chateau und die unheimlichen Elemente sind gut zusammengestellt und sinnvoll zusammengefügt. Eine große Überraschung stellt sich dann auch gegen Ende ein, die man so nicht unbedingt erwarten dürfte, ebenso wie die Verknüpfung zu einer anderen Geschichte aus der Feder von Edgar Allan Poe hergestellt wird. „Das Erbe der Familie Chambois“ hält genau das, was die Serie verspricht: Gut produzierte, klassische Kriminalfälle, in denen eine anfangs undurchsichtige Tat durch Ermittlungen und Befragungen langsam aufgedeckt wird.

Der wunderbare Peter Weiß ist hier als Hugo de Chambois zu hören, seine eingängige Sprechweise mit der glaubhaften Betonung schafft einen prägnanten Charakter, der gerade in der ersten Szene sehr positiv auffällt. Christine Pappert ist als Pauline zu hören, ihre sehr variable Stimme passt sich gut den verschiedenen Situationen an und verleiht ihr Ausdruck und Authentizität. Erzähler ist Douglas Welbat, der wie immer charmant und kurzweilig seine Passagen umsetzt. Weitere Sprecher sind Martin May, Asad Schwarz und Daniela Hoffmann.

Die Serie ist auch akustisch hochwertig umgesetzt, der Klang kommt sehr klar, kaut und gut verständlich aus den Boxen. Die eingebaute Musik hält sich dabei insgesamt eher zurück, unterstreicht aber besonders dramatische Szenen oder sorgt für geschmeidige und stimmungsvolle Szenenübergänge. Auch Geräusche wurden nicht um Übermaß eingesetzt, wirken glaubhaft und sind präzise eingesetzt.

Die Serie fällt auch immer wieder durch ihre Cover auf, die ein schlichtes Motiv im Stil einer alten schwarz-weißen Fotografie hat. Zu sehen sind die verschwommenen, dunklen Konturen einer Gestalt, die in einem hell beleuchteten Flur steht. Beim näherer Betrachtung offenbaren sich noch einige weitere Details, die beim ersten Ansehen nicht gleich auffallen. Der orangefarbene Rahmen steht hierzu wieder im krassen Gegensatz.

Fazit: Ein klassischer Aufbau und bereits bekannte Motive, dennoch kann die Folge streckenweise überraschen und bietet sehr solide und unterhaltsame Krimikost. Die prägnanten Charaktere und besonders die gelungene, nicht unbedingt vorhersehbare Auflösung sorgen für einen kurzweiligen Handlungsverlauf.


Pater Brown: Der Marquis von Marne - 1 CD mit 54 Min.
Pater Brown: Der Marquis von Marne - 1 CD mit 54 Min.
von Gilbert K. Chesterton (Autor)
  Audio CD
Preis: EUR 14,95

4.0 von 5 Sternen Pater Brown: Der Marquis von Marne, 19. Juli 2015
Erster Eindruck: Klassisches Radiohörspiel

Seit einigen Jahren hat sich James Mair völlig von der Außenwelt abgeschnitten und lebt zurückgezogen auf seinem Anwesen. Gerüchte besagen, dass er nach dem tödlichen Duell mit seinem Vetter dem Schuldenwahn der katholischen Kirche verfallen ist. Der kriminalistisch engagierte Pater Brown will dies nicht auf der heiligen Institution sitzen lassen und beginnt mit seinen Ermittlungen...

Pater Brown ist vielen insbesondere durch die Verfilmungen bekannt, und auch als Hörspiel wurden seine Fälle umgesetzt. Doch neben den recht modernen Produktionen hat beispielsweise der WDR im Jahr 1956 den Fall des „Marquis von Marne“ als Radiohörspiel umgesetzt, das bei Audiobook-Verlag auch als Kaufversion erschienen ist. Der Einstieg in die Handlung ist dabei gut gelungen, in einem zusammenfassenden Dialog wird die Grundsituation gut erklärt, wobei dem Alter der Produktion entsprechend die Dialoge wesentlich länger und ausführlicher sind als man es heutzutage gewohnt ist. So schleicht sich während der gesamten Handlung oft ein gewisser Leerlauf ein, das Tempo wirkt deutlich gedrosselt. Dennoch ist die Geschichte gut erzählt, man bekommt einen sehr umfassenden Eindruck von der Handlung, die sich konsequent weiterentwickelt. Dabei fließen immer neue Aspekte des Gesamtbildes ein, der stetige Fluss an neuen Informationen sorgt auch für eine sehr gute Charakterbeschreibung. An dieses klassische Radiohörspiel sollte man sich nur wagen, wenn man schon andere Produktionen des Genres gehört hat, ansonsten wird einen die spröde Umsetzung nur wenig Freude bereiten. Kann man allerdings eine gewisse Affinität zu dieser Art Hörspiel aufweisen, bekommt man eine runde und sehr gelungene Produktion zu Ohr, die ohne Audiobook wohl in den Archiven verschollen wäre.

Walter Richter ist in der Titelrolle des Pater Brown zu hören, mit seiner recht energischen und freundlichen Art macht er seine Sache gut, kann sich aber auch zurücknehmen und so die anderen Charaktere ebenso gut wirken lassen. Inge Meysel spricht Lady Outram, sie liefert den Beweis, dass sie auch in jungen Jahren schon sehr viel Ausdruck und Leidenschaft in der Stimme hatte. Sigrun Höhler als Viola Grayson hat mir leider nicht so gut gefallen, ziemlich überdreht, fast schon mit überschlagener Stimme bringt sie jede Menge Unruhe mit. Weitere Sprecher sind Kaspar Brüninghaus, Peter Lühr und Kurt Meister.

Akustische Untermalung ist hier zu keiner Zeit gegeben, keine Musik, kein Geräusch, kein Effekt lockert hier die Dialoge aus. Diese sehr puristische Ausführung lenkt zwar den Fokus deutlich auf die Dialoge, wirkt aber auch sehr spröde und vermittelt nur wenig Atmosphäre. Die sehr guten Sprecher machen ihre Sache zwar gut, ein wenig akustische Untermalung hätte dem Hörspiel aber gut getan.

Die Gestaltung der Verpackung ist sehr schlicht gehalten, statt eines Booklets gibt es hier einen kleinen Einleger, der nur die notwendigen Informationen enthält. Das Titelbild zeigt die Fotografie einer romantischen Gasse, die bläulich eingefärbt wurde. Als Logo ist neben dem Titel des Hörspiels noch die Silhouette des Pfarrers zu sehen.

Fazit: Pater Brown in einem sehr klassischen, reduzierten Hörspiel. Die Vorlage ist gut durchdacht und enthält einen gelungenen Spannungsbogen sowie eine spannende Auflösung. Der Weg dorthin ist zwar etwas zu lang geraten, die meisten Sprecher bringen mit ihrer lebendigen Darstellung Schwung in die Handlung.


The Walking Dead Teil 4
The Walking Dead Teil 4
Preis: EUR 7,99

3.0 von 5 Sternen The Walking Dead – Folge 4, 19. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: The Walking Dead Teil 4 (Audio CD)
Erster Eindruck: Sicherer Unterschlupf

Mit knapper Not kann die Gruppe Überlebender um Rick dem Zombieangriff im Wohngebiet entkommen, doch auch hier gibt es wieder Verluste zu verzeichnen. Zudem gehen die Essensvorräte zur Neige, doch bei einer Jagd wird Ricks Sohn Carl schwer verletzt. Gemeinsam können sie noch auf die Farm von Hershal fliehen, der ihnen Unterschlupf gewährt...

Vier Folgen hat Lübbe zum Start seiner neuen Hörspielserie „The Walking Dead“ nach der gleichnamigen Comicreihe veröffentlicht, dabei wurde jeder Folge ein eigener Anstrich verliehen. Auch dieser vierte Teil steht unter anderen Vorzeichen und bringt die Gruppe um Rick in die scheinbar sichere Unterkunft auf der Farm. Doch hier offenbaren sich mehr denn je zwischenmenschliche Probleme. Konflikte werden mal offen, mal hintergründig ausgetragen, Fragen nach Moral und Zusammenhalt werden gestellt und recht differenziert beantwortet. Das gefällt, auch wenn natürlich die actionlastige Seite ebenfalls einen großen Teil der Produktion ausmacht. Immer wieder wird der Hörer mit Tod und Angriffen konfrontiert, die stetige Gefahr liefert eine spannende Komponente. Allerdings wirkt diese Folge wieder etwas schwerfälliger als ihr direkter Vorgänger und treibt die Handlug nur langsam voran, während die meisten Charaktere schon genügend ausgeleuchtet wurden und hier keine neuen Facetten mehr präsentieren können. Lediglich Hershel, der Farmer und neuer „Gastgeber“ der Gruppe kann hier mit seinen ganz speziellen Ansichten hervorstechen und neue Farbe in die Handlung bringen.

Hershal wird von dem grandiosen Peter Groeger gesprochen, dessen intensive Stimme hier einen recht harten Klang annimmt, nur ab und an schimmert ein väterlicher und warmherziger Ton durch seine sehr gelungene Interpretation. Marleen Heitzmann wirkt ihm gegenüber etwas blass und hätte noch mehr Energie in ihre Stimme legen können, um mehr aus der Rolle herausholen zu können. Viktor Neumann kann auch in dieser Folge als Rick überzeugen und hat die Entwicklung des Polizisten von der ersten Folge an glaubhaft darstellen können. Weitere Sprecher sind Antje von der Ahe, Uve Teschner und Jürgen Wolters.

Das Sounddesign wurde von einer polnischen Produktion der Hörspiele übernommen und auf die deutsche Version übertragen. Hier hätte man sicherlich noch mehr herausholen können, die Südstaatenmusik kommt aber recht gut zur Geltung und verleiht der Handlung eine besondere Note. Die Geräusche jedoch hätten noch präziser und für meinen Geschmack auch noch lauter eingesetzt werden können.

Natürlich ist bei einer Comicvertonung auch das Titelbild im entsprechenden Stil gehalten. Während der obere Balken dieses mal in einem kräftigen Orange eingefärbt wurde, zeigt das eigentliche Motiv eine Szene aus dem Hörspiel in der Scheune von Hershal. Im Inneren hat sich seit der ersten Folge nichts getan, auch die Sprecherliste wurde nicht angepasst sondern zeigt schlicht alle Mitwirkenden der ersten vier Folgen.

Fazit: Schwung und damit auch Spannung lassen in diesem Teil leider wieder etwas nach, sodass lediglich die interessante Figur der Hershal neue Aspekte mit einbringt. Zwar kann die wieder wechselnde Szenerie und die ständige Bedrohung kurzzeitig für Aufsehen sorgen, insgesamt hätte man aus der Vorlage noch mehr herausholen können.


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