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Aura
Aura
Preis: EUR 8,49

57 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Rapgameone.de "Aura" Review, 16. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Aura (Audio CD)
Großer Pathos mit Songtiteln wie 'Der letzte meiner Gattung', Rückverweise auf Deutschrapprägende Hits der Jugendjahre ('King of Rap', 'LMS 2012') und nicht zuletzt die straffe Reduzierung der Anspielpunkte auf 12 Songs: Augenscheinlich wollte Savas wohl mit seinem Drittwerk 'Aura' einen Klassiker erschaffen.

Die Frage, die ich mir in den Tagen vor Release aber oft genug stellte, war, ob der heutige Deutschrap überhaupt (noch) einen Klassiker in dieser Form brauch; braucht die Szene in Zeiten von kreativen Genremixes (Marteria, Tua) oder subkulturellen Grenzüberschreitungen (K.I.Z., Casper) überhaupt noch so ein Manifest 'reinrassigen' Raps? Oder, um es bewusst etwas schärfer zu formulieren als es eigentlich gemeint seien dürfte: Ist das Untergenre von Rap, dessen Vorreiter Savas zweifelsohne ist, nicht längst schon Schnee von gestern?

Um es jetzt schon vorwegzunehmen: Wer sich 'Aura' angehört hat, wird bestätigen, dass das natürlich Quatsch ist. Wer sich aber als King of Rap betitelt, und als solcher auch von vielen anerkannt wird, muss es aber auch vertragen sich einem etwas prüfenderem Kritikerblick zu stellen, als die noch experimentierenden Neulinge.

Deswegen war ich von den Enstiegssongs ('Der letzte meiner Gattung', 'Und dann kam Essah', 'Aura') auch beim ersten Hören ein wenig gelangweilt. Klar, kaum einer, wahrschienlich sogar gar kein deutscher Rapper beherrscht sein Instrument so gut wie Savas: Jede einzelne Silbe ist so bewusst akzentuiert und gesetzt, Doubletimes werden in Halbzeilen gerockt als wären es technische Übungen oder zum Finale von 'Und dann kam Essah' auch zu beeindruckenden Strophenabschlüssen gestaffelt. Ganz großes Kino.
Das stand aber nie zur Debatte.

Zur Debatte steht eher, wieso ich mir inhaltlich nochmal anhören soll, was Savas alles für Rap getan hat, dass er sich als einer der letzten seines Schlages sieht und mit 'der Technik kommt die man sonst nur in der Raumfahrt' fortfindet. Das weiss ich alles schon, und das sind bestimmt nicht die 'lyrischen Höchstleistungen', welche uns die Cuts im Intro versprochen haben.

Dann aber kam der Titelsong. Und der kurierte sogar die Kritikerberufskrankheit Hating, denn ab diesem veirten Stück des Albums begreift der Hörer erst so wirklich, was Aura wirklich sein will: Eine großartige Liebeserklärung an Rap. Nicht mehr und nicht weniger.

'Wie soll ich heute noch umkehren? Ich bin zu weit gegang'
Durchquere die Stratosphäre, die Sterne sind zum Greifen nah'

Zurecht waren diese Zeilen schon Inhalt zahlreicher Posts bei Facebook, denn sie bringen exakt auf den Punkt, worum es bei diesem Album geht: Dass Savas Flamme für Rap niemand löschen kann, und dass er hier Musik um der puren Liebe zu ihr praktiziert. Ab 'Aura' kippt das Album von der Stimmung dann in eine viel gefühlvollere, leider streckenweise zu pathetische Richtung, dafür aber auch viel persönlchere: Mit 'nie mehr gehen' führt Savas nicht nur die Liebeserklärung fort, und streut dabei einige persönliche Anekdoten und persönlcihe Gedanken ein:

'Guck diese Verse sind wie Briefe die ich hinausschick,
adressiert an den unendlichen Augenblick'

'Zeiten verändern sich, doch die Ideen bleiben beständig
Wechseln ihren Wirt und leben ewig weiter, ich will nie mehr gehen!'

Der gesungene Refrain auf den leicht elektroiden Beat ist schön sphärisch und passt somit perfekt zu solchen Lyrics. Mit 'Nichts bleibt mehr' schafft Essah dann das, was in den Ohren vieler mit 'All for one' nie so richtig geglückt ist: Eine richtige Hymne zu schreiben. Der Scala Chor, Cineasten sicher bekannt durch ihren Beitrag zu Finchers Film 'Social Network', ersetzt hier die viel zu kitschigen Kinderstimmnen. Und die kitschige Drei-Musketiere-Rhetorik vergangener Tage wird hier durch persönlichere Messages ersetzt:

'Nichts bleibt mehr, wenn ich diesen Weg nicht geh,
nichts bleibt mehr, wenn ich weiter vor mir flieh'.

Dass es bei dem besungenen Weg hier wieder um Rap geht, brauch nicht erwähnt werden. Dass Savas den mit passigen Marschdrums unterlegten Beat berappt wie es kaum ein zweiter gekonnt hätte, wohl auch nicht. Klar, im Grunde wird hier nur fortgesetzt, was er im Titeltrack anfing.

Dem entgegenzuhalten wäre der Song 'Stimme', der zumindest mich über die verträumten Hallsynthies direkt per Beat catchte. Im Grunde geht es genau um das, was der Titel andeutet, Savas und seine Goldkehle, mit der er sich zu Jugendzeiten anscheinend nicht so wirklich anfreunden mochte:

'Ich fand's übertrieben nervig,
Lehrer schickten mich wegen ihr zu diversen Lesewettbewerben,
Sie meinten guck du sprichst wie ein Engel,
Ich dachte mir, die woll'n mich verarschen: Mach das mal selber!'

Dieser lockere Erzählstil, von den Formulierungen her auf freundschaftlicher Augenhöhe, lässt uns das Berichtete plastisch vor Augen erscheinen.

Neben diesem erfirschenden und absolut gelungenen Ausflug ins persönliche erreicht die das Album prägende Liebeserklärung ihren Höhepunkt in 'King of Rap / Ein Wunder': Ein reduzerter Drummachine-Beat samt 'The Message'-Sample im Hook samt textlicher Hommage an Grandmaster Flash's Klassiker: 'Es ist ein Wunder, denn sie kriegen mich nicht unter.' Der nostalgische 80er-Blechhalleffekt komplettiert das Ganze.

Ab der zweiten Strophe zeigt sich dann aber auch die Schattenseite von Savas' Passion. Um im sprachlichen Kontext jener Liebeserklärng zu bleiben, könnte man doch fast ein wenig von Eifersucht sprechen wenn er Emo-Klischees abrollt und mit HipHop-fundamentalistischen Fragen à la 'Das soll Rap sein?' um die Ecke kommt. Fühlt sich da jemand in seinem Revier bedroht?

Müsste er auf jeden Fall nicht, und auch wenn er mit solchen unterschwelligen Disses sicher Sprachrohr für viele seiner Fans ist, ödet mich so etwas immer ein wenig an. Rap entwickelt sich eben weiter. Und, in der Tat, für sein Untergenre ist Savas tatsächlich der 'Last Man Standing', wie es im Outro heisst. Ein Untergenre, dass hauptsächlich auf Technik setzt, quasi das L'art pour l'art des Rap. Nebenbei geht es natürlich um Atmosphäre, um die Huldigung der Musik die man leibt und um höchsten sprachgesanglichen Anspruch. Inhaltlich unternimmt Savas zwar mit 'Stimme' sehr gelungene Ausflüge abseits des Gewohnten. Und das Gewohnte, also der Battlerap, wird durch augenzwinkernde Selbstdarstellungen wie 'Sarrazins Wunderlampe, ein Türke der Deutsch spricht' noch mit etwas Humor gewöhnt.

Deutschrap 2.0 umfasst aber weit mehr als diese Elemente. Und ist nicht weniger Deutschrap als das, was Savas dort tut. Aber nunja, er sagt es ja selber er ist 'Der letzte seiner Gattung'. Und, auch wenn er es nicht direkt ausspricht, auch der beste dieser Gattung. Und mit Alben wie 'Aura' wird er auch noch für eine lange Zeit seine Sache auf höchstem Level durchziehen, und das natürlich zur Freude vieler Hörer. Ein Klassiker? Das wird die Zeit entscheiden. Auf jeden Fall, trotz einiger inhaltlicher Schleifen, eine wunderbare Liebeserklärung auf musikalisch höchstem Niveau.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 8, 2013 5:07 PM CET


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rapgameone.de Review, 16. November 2011
Spätestens seit dem endlich erfolgten kommerziellen Durchbruch von Wiz Khalifa vor ungefähr einem halben Jahr wurde die Stadt Pittsburgh auch auf die Hip Hop-Landkarte gesetzt und fand einen neuen Repräsentanten neben den ganzen Sportvereinen der Stadt, nämlich den Pirates, Penguins und den Steelers. Doch der von oben bis unten zutättowierte Wiz Khalifa sollte nicht der einzige Rapper sein aus (dem nahen Umfeld) dieser Stadt, dem zunehmend Aufmerksamkeit zuteil werden sollte.

Letztes Jahr veröffentlichte der damals noch 18 Jahre alte Mac Miller sein heute Kultstatus besitzendes Download-Album 'K.I.D.S. (Kickin' incredibly dope shit)', mit dem er sich dem Publikum vorstellte. Es dauerte nicht lange bis er die Herzen der Blogger und Hörer erobert hatte und ihnen mit seinem entspannt-zurückgelehnten Raptil den Kopf verdrehen sollte. Glücklicherweise blieb Mac Miller nicht untätig, sondern arbeitete danach an seinem nächsten Freerelease 'Best day ever' und wurde vom Hip Hop-Magazin XXL neben Rappern wie Kendrick Lamar, Big K.R.I.T. oder dem immer noch sehr kontroversen Lil B als einer der zehn Freshmen für das Jahr 2011 ausgerufen. Die Aufmerksamkeit der Medien nahm im Laufe der Zeit immer mehr zu und Mac Millers sympathische Art, gepaart mit seiner Musik, die sich den schönen Seiten des Leben eines normalen Teenagers in Amerika widmen, ließen ihn schließlich zu einer der größten Newcomer-Hoffnungen für das Game werden. Nun erscheint das erste physikalisch und käuflich erwerbliche Release namens 'Blue Slide Park' und die Leute wollen wissen, ob er seinem bisherigen Soundentwurf treu blieb, ohne sich vom Hype zu stark ablenken und verunsichern zu lassen. Und um es vorab zu sagen: es gibt keinen Grund, sich deswegen Sorgen zu machen.

Ein Blick in die Credits des Albums verrät schon mal, dass er ein Album ohne Features (nur ein paar Background-Gesangsgäste lassen sich finden) gemacht hat, zudem mit den Produzenten, mit denen er sich bisher im Studio eingeschlossen hat. Und das Album fackelt auch nicht besonders lange bis es richtig losgeht. Mit den Einstiegssongs 'English Lane' & 'Blue Slide Park' macht er genau da weiter, wo er vorher aufgehört hat: er rappt auf souveräne Weise über die Sonnenseiten des Lebens, verbreitet einfach gute Laune und das auf Beats, die in einer Tradition mit den Soundentwürfen von Rapacts wie z.B. A Tribe Called Quest, De La Soul oder auch Asher Roth steht, deren direkter oder indirekter Einfluss sich beim Hören auf jeden Fall bemerkbar macht. Das Soundbild strahlt das ganze Album eine angenehme, gemütliche Wärme aus, ohne aber dass es zu einschläfernd wird. Es werden jede Menge Basslines durch die Tracks gejagt, die so manche Anlage ordentlich durchschütteln dürften, die Drums sind laut sowie wuchtig und organische Melodien ergeben zusammen mit knarzenden synthetischen Klängen sowie träumerisch-spärischen Flächen einen äußerst geschmackvollen Sound, der sich niemals zu stark an Trends orientiert, sondern eine gewisse zeitlose Ästhetik besitzt und das Herz eines klassischen Rapfans höher schlagen lässt.

Der Grund, warum Mac Miller sich als Albumname 'Blue Slide Park' ausgesucht hat, ist folgender: besagter Park war für ihn in seinem bisherigen Leben ein Dreh- & Angelpunkt für alle möglichen Aktivitäten, die für das Leben eines Teenagers wie ihn eine Rolle spielen. Dementsprechend bezieht Mac Miller auch all seine Inspirationen und Themen aus diesem Terrain und nimmt den Hörer mit auf eine Reise, die in diesem Park beginnt und dort noch lange nicht aufhört.

Das Album fährt einige sehr partytaugliche Nummern auf, die nicht dem Format eines klassischen Club- oder Radiohits nach 2011er Maßstäben entsprechen, aber gerade deshalb so wirkungsvoll sind. Dazu braucht man sich nur einmal die Single 'Party on Fifth Ave' zu geben, die ein berühmtes Marva Whitney-Sample auffährt und dieses Jahr DIE Hauspartyhymne überhaupt darstellen dürfte. Und damit meine ich diese richtig geilen Hausparties: die, wo die Nachbarn aufgrund des Lärms kein Auge zukriegen, immer jemand etwas wertvolles im Suff kaputtmacht (ob mit Absicht oder aus Versehen), die ganze Bude am nächsten Morgen wie ein Saustall aussieht und alle Leute, die nicht irgendwann nach Hause gefunden haben, auf dem Boden, dem Sofa oder in der Badewanne ihren Rausch ausschlafen. In die gleiche Kerbe hauen Songs wie 'Frick Park Market', dem rock'n'rolligen 'Up all night' oder 'Smile back', das mit seinem Lex Luger-artigen Drumset und Synthiesound etwas an die Soundentwürfe von der Maybach Music Group oder Waka Flocka Flame erinnert. Dies wird bestimmt nicht jedem Mac Miller-Fan voll gefallen und bleibt von daher Geschmackssache. Macht nix, solange es Songs wie 'Under the wheather' gibt, die ein extrem geiles Live-Feeling aufkommen lassen.

Thematisch gesehen passiert auf dem Album nicht arg viel. Mac Millers Geschichten handeln in der Regel davon, wie er high auf Parties an Trinkwettkämpfen teilnimmt, kleine Romanzen mit Mädels in seinem Alter anfängt, diese sich irgendwann zu Problemen entwickeln (der Horror eines jeden Jugendlichen!) und am nächsten Tag in der High School erst mal die ersten 2-3 Schulstunden geistig abwesend ist, weil er noch den fehlenden Schlaf aus der Nacht vorher nachholen muss. Ein bisschen Sprücheklopfen ist auch gerne drin und manche Punchlines zaubern einem schon ein leichtes Grinsen ins Gesicht ('I do it big like a jewish nose', das nenne ich sympathisch wirkende Selbstironie!). Vom Flow her weiß er aber auf jeden Fall zu glänzen mit seiner lockeren Art, auch wenn er weit von den technisch wahnwitzigen Floweskapaden eines Eminem oder Tech N9ne entfernt ist. Doch auch wenn er somit bestimmt so schnell nicht in die Geschichte als einer der besten Lyricists oder MCs eingehen wird, tut dies dem Vergnügen an diesem Album gar keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. Genauso will man Mac Miller nämlich hören und der Junge tut nicht nur wie immer genau das, was er will und was ihm Spaß macht, sondern ihm gelingt das ganze auch noch so gut wie es geht und er holt das Maximum für das raus, was er tut. Es klingt abgedroschen, aber hier macht jemand wirklich jemand konsequent 'sein Ding', ohne Maskerade oder Kalkül.

'Blue slide parket' ist unterm Strich einfach ein geiles Rapalbum mit coolen Songs, die man noch lange und oft hören wird, erst recht, wenn es in einigen Monaten wieder wärmer wird. Wer hier nicht reinhört, verpasst auf jeden Fall eines der geilsten Alben des Jahres, zu dem man sich als immer mehr im Leben stehende Mittzwanziger nichts sehnlicher wünscht, als wieder 16-18 Jahre alt zu sein und unbeschwert sein Leben so zu führen, wie einem gerade danach ist.

'You just enterend into Blue Slide Park/the place where dreams comin' true, that's where you find heart/Until the sun come up, yeah, my crew grind hard/See me throughout the day, but you won't find me in the dark' (aus 'One last thing')


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4.0 von 5 Sternen Rapgameone.de - Rezension, 13. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Living Legends (Audio CD)
Einige Rapfan-Generationen, die schon seit geraumer Zeit dabei sind, erinnern sich eventuell noch an die Frankfurter MCs Mad Mic und Calibus Wax, die schon seit den 90ern in der dortigen Szene aktiv sind. Nun haben die beiden Urgesteine sich dazu entschlossen, ein Kollaboalbum aufzunehmen. Dabei alleine sollte es allerdings nicht bleiben, denn wenn man sich die illustre Gästeliste des Projekts ansieht, dürfte so manchem Rapfan das Herz aufgehen. Auf 'Living legends' wurden nämlich u.A. zahlreiche MC-Legenden eingeladen, u.a. Group Home, A.G., Mr. Cheeks oder Sadat X. Somit dürfte die Marschrichtung des Albums deutlich vorgegeben sein: kompromissloser, harter und konventioneller No Bullshit-Rap, wie man ihn aus früheren Tagen kennt. Wer jetzt allerdings denkt, was einem denn die ganzen alten Opas, die schon lange keinen Erfolg mehr haben, erzählen wollen, sollte seine Einstellung nochmal überdenken, denn hier wurde wirklich auf einer Ebene zusammen Musik gemacht und Visionen wurden gemeinsam in die Tat umgesetzt. Das deutsch-amerikanische Musikprojekt funktioniert hier nämlich in den allermeisten Fällen.

Vorab kann gesagt werden, dass hier wirklich großen Wert auf eine harmonische Zusammenarbeit gelegt wurde und nicht einfach nur sinnlos Parts aneinandergeklatscht wurden. Hier passen die deutschen und englischen Rapparts wirklich zusammen und wirken wie aus einem Guss. Was die Beats und Produktionen angeht, werden ebenfalls keine Gefangenen gemacht. Hier wird nicht großartig rumexperimentiert, sondern sich auf klassischen, harten und dreckigen Rapinstrumentals mit massivem Sampleeinsatz ausgetobt, wodurch schon mal garantiert ist, dass das Album einen kompromisslosen und einheitlichen Sound besitzt. Wichtig ist es aber zu betonen, dass das Album nicht rückwärtsgewandt oder gar anachronistisch klingt, sondern wirklich fresh klingt und Spaß macht beim Hören.

Selbstverständlich kann man auf 'Living legends' mit einigen ruffen Battle- & Representertracks rechnen, an denen es hier auch nicht mangeln sollte. Da wäre zum einen 'Never stop', auf dem die beiden Frankfurter sich mit der Bostoner Raplegende Krumb Snatcha zusammengetan haben und wo alle 3 MCs sehr ambitioniert Feuer spucken. 'The word' mit einem Gastpart von Nine fährt die etewas düstere Gangart und redet in bedrohlichem Ton faken Rappern ins Gewissen, die aufgrund der geballten Energie hier wohl oder übel in die Knie gehen müssen. Gemeinsam mit Louieville Sluggah entstand ebenfalls eine sehr gelungene Nummer namens 'Claim they real', wo allein der Beat schon gut ins Ohr geht und sich mit seinen leichten an Down South-Rapmusik erinnernden Klängen auch vom Rest des Albums abhebt, aber eben nicht zu sehr. Mad Mic und Calibuz Wax wissen jedenfalls auch hier, wie sie zu flowen haben, und stellen somit ihre Fähigkeit, sich dem Beat anpassen zu können, erfolgreich unter Beweis.

Es ist aber nicht so, dass hier nur die härtere Gangart bedient wird. Einige tiefer gehende Themen werden auch angesprochen. Mit dem auf 'All eyes on me' gefeatureten Edo G. Wird sich mit dem Ruhm ausgesetzt und welche Schattenseiten er durchaus haben kann. 'Crazy world' hingegen beschäftigt sich Seite an Seite mit Tame One und dem ebenfalls auf deutsch rappenden Texuz mit mehreren allgegenwärtigen Misständen auf der ganzen Welt: Umweltprobleme, mangelnde Freiheit, die Gier nach dem Geld und so weiter und so fort.

Ein paar Tracks können leider nicht so überzeugen, was aber eher an den unspektakulären Beats liegt wie auf 'BK 2 FFM' oder 'My squad' oder schlicht einfach daran, dass die Themenauswahl auf dem Sampler weder die innovativste noch die abwechslungsreichste ist. Allerdings sollte man als sich gut auskennender Rapfan schon im Voraus irgendwie ahnen können, dass hier selbstverständlich bereits bekannte Wege eingeschlagen werden und man das Rumexperimentieren lieber der jüngeren und ungestümen Generation ohne große Berührungsängste überlässt.

'Living legends' ist als Album dennoch ziemlich zufriedenstellend und es auf jeden Fall wert, gehört zu werden. Hier wurde es zum Glück vermieden, dass dem Album ein samplermäßiger Charakter aufgedrückt wird, indem man Rapper für alle möglichen Geschmäcker featuret. Vielmehr gilt es zu erwähnen, dass 'Living legends' wie aus einem Guss wirkt und einen auch die Leidenschaft zum Rappen spüren lässt. Das liegt, wie zu Beginn schon gesagt, einmal daran, dass die meisten Songs harmonisch wirken. Ebenfalls wichtig ist es, dass Mac Mic und Calibuz Wax sich im Vergleich zu ihren US-Kollegen zu behaupten wissen und nicht gegen sie untergehen, da auch ihre Stimmen Präsenz zeigen können und man ihnen ihre jahrelange Erfahrung als MCs jederzeit anhören kann.

Somit kann man dieses Album wirklich empfehlen. Hoffentlich riskieren hier aber nicht nur Leute einen Blick, die schon seit sehr langer Zeit Rapfans sind, sondern auch einige jüngere Hörer, die mehr über das Schaffen einiger Raplegenden lernen und wissen wollen.


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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rapgameone.de Review zu "Monolog", 15. März 2011
Nach seinem letzten offiziellen Release "Gottes blutiger Pfad", das 2008 in Zusammenarbeit mit DJ Ron und DJ Shusta veröffentlicht wurde, tauchte der Mannheimer Stadtpatriot Sprachtot vermehrt im Umfeld des Linzer Produzententeams Beatlefield in Erscheinung. Bevor es lange Zeit ruhig um den Emcee aus der Neckarstadt wurde, erschienen vereinzelte Songs unter dem temporären Künstlernamen Sonnik Boom. Grund für die plötzliche Namensänderung war ein verlorener Rechtsstreit, der letztendlich dazu führte, dass der ehemals als Sprachtot bekannte Rapper sich kürzlich unter seinem bürgerlichen Namen Marc Reis und einer brandneuen Internetpräsenz zurück meldete. Ganz ohne Pseudonym wurden mit den beiden kostenlosen Mixtapes "Das Manhatten Projekt" und "Das Pegasus Projekt", und dem Mixtape "68% Hören auf eigene Gefahr", das es käuflich zu erwerben gibt, bereits drei Teaser zum ersten großen Album "Monolog" ins Rennen geschickt. Was Marc Reis auf "Monolog" zu erzählen hat, ist vor allem eines: Persönlich!

Den "Anfang" macht ein relativ unspektakuläres Intro, das von nervenden Affenschreien begleitet wird. Inhaltlich wird Deutschland zu Marcs "Weg hin zur Sonne" willkommen geheißen. Der darauffolgende Song legt eine ganze Schippe drauf und beginnt mit eingängigen Pianoklängen. Nicht nur die Hook, sondern auch die Thematik kann überzeugen, denn egal wie aussichtslos eine Situation erscheint - mit drei einfachen Worten kann jedes Problem relativiert werden: "Alles ist OK". Für jeden, der sich selbst zu ernst nimmt, hat die Platte ebenfalls ein passendes Statement, das in der Hook durch Vocals von Executive Producer Raf Camora erklingt. "Chill hart" und lehn dich zurück lieber Hörer, denn die ersten tiefgründigeren Zeilen folgen eindrucksvoll auf "Zeit für mich". Nicht nur der Pianobeat, sondern auch die wunderschön von Jonesmann gesungene Hook und ein mit dem Song verschmolzener Protagonist, dem man jedes Wort abnimmt, sorgen für musikalische Feinkost. Richtig unter die Haut geht der wahrscheinlich persönlichste Track des Albums, auf dem man erfährt wie "Marc Reis" mit seiner eigenen Persönlichkeit zu kämpfen hatte und durch welche Äußerungen Dritter er als kleiner Junge verletzt und geprägt wurde.

"Opa sagte mal: ,,Willst du reich sein Marc? Sags mir mal."

Ich sagte ja, er sagte dann: ,,Richt' dich nie nach deiner Mum."

Verdammt wie Worte treffen. Was denkt er, wer er ist?

Der Vater meiner Mutter, ja! Aber wer bin ich?"

Der Titeltrack "Monolog" nimmt dem Hörer die gerade entstandene depressive Atmosphäre, sorgt aber weiterhin für Melancholie. Der Sound gibt Hoffnung, wird gegen Ende durch Gitarrenriffs abgerundet und sollte jenen Lichtblicke vermitteln, die ebenfalls "alleine tanzen" und das Gefühl nicht loswerden, dass die ganze Welt gegen sie sei. "Bourbon Soundz", das vom Songtitel erstmals Bezug zum Coverartwork nimmt, erschien bereits vorab als Videoauskopplung bei Aggro.TV und dessen "Halt die Fresse"-Reihe. Thematisch passt es dort auch ganz gut hinein. Witzigerweise gibt es hier ein weiteres Mal Raf Camora Vocals zu hören, auch wenn es sich nur um das typische "Ah!" des Wiener Multitalents handelt, das durch seinen Kult sogar schon T-Shirt-Motiv wurde. Die "Opiate" tanzen und laden mit hitverdächtiger Hook zum Feiern ein. Der optimale Track um in einen Partyabend zu starten. Eines der absoluten Highlights folgt mit "Jungs ohne Namen", auf dem Atemraub - sorry für das einfallslose Wortspiel - für eine atemberaubende Hook sorgt. Als Spiegel der Gesellschaft wird die gegenwärtige Jugend, die auf der Suche nach sich selbst und vor allem aber auf der Suche nach Liebe ist, lyrisch dargestellt.

"Keine Anerkennung, trotzdem suchst du Liebe jetzt.

Währenddessen kämpfen deine Eltern ums Erziehungsrecht.

Du bist gezwungen vor deinen Feinden immer hart zu sein.

Kaum noch Schlaf, deshalb ziehen Jungs wie ich sich Nasen rein."

Das Resultat aus dieser erfolglosen Suche nach Liebe könnte der mehr oder weniger sinnlose Konsum von Alkohol sein. Diese Zeitverschwendung wird auf "Tanz der Teufel" zum Thema, wo Hauptproduzent Raf Camora zum dritten Mal mit seinen, diesmal französischen, Vocals für das gewisse Etwas im Refrain sorgt. Nicht nur weil der emotionalste Song des Albums den gleichen Namen trägt, sollte man seine "Kopfhörer" aufsetzen und die Musik einfach genießen. Die Geschichte eines kleinen Jungen, der seinen Tod erwartet und nirgendwo Zuflucht findet, außer eben dann, wenn er seine Kopfhörer aufsetzt und eins mit der Musik wird, berührte direkt beim ersten Durchhören und stimmt auch beim dreißigsten Mal noch traurig. Im zweiten Part des Tracks erzählt Marc die Geschichte einer Frau, die durch die falschen Kontakte in die Prostitution driftet, Schmerz erfährt und sich ebenso versucht in der Musik ihre eigene heile Welt zu wahren. Ganz großes akkustisches Kino! Mit Gesangsunterstützung von Eveleen, die bereits auf Chakuzas "Unter der Sonne" trällerte, zollt der Wahl-Berliner mit hörbarem Heimweh Tribut an seine "Heimat". Im Anschluss verabschiedet sich Marc Reis aber schon wieder bei seinem Zuhause und sagt "Auf Wiedersehen" zu Ludwigshafen und Mannheim. Bevor es mit den beiden Bonustracks "Bester Freund", auf dem sich Marc bei seinem ehemals besten Freund für begangene Fehler entschuldigt, und "Fliegen" nochmal richtig verträumt wird, beendet das eigentliche Outro eine mehr als gelungene Rap-Platte und setzt guter Musik vorläufig ein "Ende".

Wer sich ausgibig mit "Monolog" beschäftigt, die Headphones aufsetzt und sich sechzehn Songs lang Zeit nimmt, wird zwischen den Zeilen eine Menge hinter dem Menschen Marc Reis erfahren. Neben Alkoholeinflüssen, einer sehr speziellen Beziehung zu seinem Großvater, vergangenen Freundschaften, Vorurteilen gegenüber der eigenen Hautfarbe und Heimatliebe bietet Marc Reis' erstes Album auch dem Gelegenheitshörer den ein oder anderen Anspielpunkt, den man kopfnickend feiern kann. Wer dann doch genauer hinhören will, was sich durchaus lohnt, sieht vielleicht "schwarz / weiß, den Umriss eines Jungen - er ist Marc Reis."


Die Leatherface-Affäre
Die Leatherface-Affäre
Preis: EUR 5,94

4.0 von 5 Sternen Ganz cool!, 3. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Leatherface-Affäre (MP3-Download)
Kann ich nur empfehlen! Ganz cool, mal was anderes von Oj! Bin auf sein Album gespannt.. stimme dem über mir zu!


M.Bilal 2010
M.Bilal 2010
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen M.Bilal 2010 Review - Rapgameone, 8. November 2010
Rezension bezieht sich auf: M.Bilal 2010 (Audio CD)
Nun ist es endgültig soweit: Manuellsen bringt sein neues Album raus, nachdem er vor knapp 2 Jahren eigentlich seinen Rückzug aus dem Rapgame angekündigt hatte. Vielen war damals von Anfang an klar, dass er es allerdings nicht lange ohne Rap aushalten würde. Denn auch wenn seine Musik am Ende Geschmackssache ist, war schon zu spüren, dass ihm das Rappen und Musikmachen irgendwie im Blut liegt. Schließlich war er die Jahre zuvor extrem produktiv und wenn andere Rapper nach einem Sänger für die Hook von einem ihrer Songs suchten, war Manuellsen neben Jonesmann die erste Anlaufstelle.

Sein Gesangstalent spielt auf seinem neuen Album jedenfalls eine noch größere Rolle als in den Alben zuvor. Der Bezug spielt auch schon im Albumtitel eine Rolle, schließlich suchte sich Manuellsen den Beinamen Bilal aus, als er zum Islam konvertierte. Bilal war laut seiner Aussage nämlich der erste Muezzin, der zunächst als Sklave arbeitete und durch seine schöne Gesangsstimme seine Freiheit erlangte.

Auch bei Manuellsens neuem Album merkt man, dass er sich gewissermaßen befreit fühlt, nachdem die letzte Zeit bei ihm sowohl mit einer Menge musikalischer bzw. businessmäßigen, aber auch privaten Problemen verbunden war. Auf dem ersten Song 'M. Bilal 2010' holt er entsprechend zum Befreiungsschlag aus und stellt klar, dass er motivierter denn je ist, auch wenn ihm einiges an der Szene sowie Musikindustrie nicht passt und er an der Stelle auch durchaus berechtigte Kritik äußert.

Wichtig ist auch der Track 'Generation Kanak', der im Vorfeld bereits einige Kontroversen ausgelöst hat. Zufälligerweise ist das Thema des Songs sehr aktuell durch die seit Wochen laufenden Debatten über die Integration von Migranten. Gut ist hierbei, dass Manuellsen sowohl die Fehler in der Mentalität der einheimischen Deutschen als auch der hinzugezogenen Ausländer beleuchtet. Das Feature von Haftbefehl zieht einen noch krasseren Kontrast, wobei nicht ganz klar wird, ob er wirklich genau so denkt oder nur reflektieren will, was Ausländer denken, die sich nicht anpassen wollten/konnten. Die Hook mit der deutschen Nationalhymne und die kleinen skitartigen Pausen in den Strophen stören leider beim Hören etwas, am Ende ist der Song aber im großen und ganzen in Ordnung. Das Thema hätte aber noch sprachlich etwas raffinierter umgesetzt werden können.

Mit 'Nachtschicht 2' und dem dazugehörigen Interlude ist dann der Höhepunkt des Albums erreicht. Das ist jedenfalls musikalisch gesehen auf sehr hohem Niveau produziert. Die melancholische und verträumte Aura des Beats lassen einen fantasierenund auch wenn das Ende der Story auf dem Song recht früh vorhersehbar wird, hat Manuellsen da seine Storytellingqualitäten wirklich überzeugend präsentiert.

An der Stelle muss sowieso mal gesagt werden, dass Manuellsen auf jeden Fall einer der musikalisch besten Rappern in Deutschland ist. Nicht nur wegen seines Gesangstalent oder weil seine raue, tiefe Stimme extrem wandlungsfähig ist und wirklich viel Soul besitzt, sondern auch weil er in der Lage ist, zu jedem Thema den genau passenden Beat auszuwählen. Hinzu kommt, dass er meistens mehr macht als nur 3 mal 16 Bars auf einen Beat zu klatschen und eine Standart-Hook dranzuhängen.

Der Clubbanger 'Eine Chance' featuring Kitty Kat ist auch ein Beispiel dafür, dass es durchaus deutschen Rap gibt, der im Club gut funktionieren könnte. Die Umsetzung und das Arrangement ist einfach perfekt: der Beat zwingt einen zum Tanzen und Bewegen, die Wortwahl im Text klingt trotz der hart klingenden deutschen Sprache cool und lässig, die Bridge bildet einen geilen Spannungsbogen und die Hook bleibt schnell im Kopf hängen. Auch die Songs 'Wir machen`s groß' und 'Verrückt sein' schlagen in die gleiche Kerbe, wobei der zweite Song sprachlich hier und da etwas zu hart ausfällt und das passt dann nicht wirklich zu dem hellen Beat und Gesang. Wenn jetzt nur die deutschen Djs so was auch mal auflegen würden...

Im Mittelteil des Albums kommen hauptsächlich deepe, persönliche und sozialkritische Songs, von denen besonders 'Kopfghetto' featuring KC Rebell und Chakuza extrem gut umgesetzt wurde. Die bildlichen Strophen und Bilder fahren wie ein Film vor dem geistigen Auge ab und entfalten ihre Wirkung, besonders im Fall von Chakuza. Mit 'Status Kinder' befindet sich noch ein schöner Song über Manuellsens erste Tochter sowie seinen noch ungeborenen ersten Sohn und auf 'Hochs & Tiefs' beleuchtet er seinen Werdegang in der Musikindustrie, wo man merkt, dass er doch schon einiges erlebt hat.

Einen Überraschungsmoment bietet das Album mit dem Kaas-Feature auf 'Welt voller Sonnenschein'. Schließlich nannte Manuellsen einst seinen Namen, als er gefragt wurde, welche Rapper in Deutschland zu den Schlechtesten zählen. Auch wenn Kaas vom Text und der Delivery her sich extrem von Manuellsen und Juvel stark abhebt, passt sein Feature gut zum Rest und bietet eine zusätzliche bereichendere Facette.

Schade hingegen ist, dass das groß angekündigte Gipfeltreffen zwischen Manuellsen, Azad und Sefyu aus bestimmten Gründen doch nicht auf dem Album gelandet ist. Der Song ist ja dann doch nur mit Manuellsen und dem Bozz auf Youtube veröffentlicht worden und konnte einigermaßen überzeugen, auch wenn die Erwartungen meinerseits höher waren.

Im Großen und Ganzen kann man 'M. Bilal 2010' schon als gelungenes Werk bezeichnen, auch wenn das Vorgängeralbum 'Geschichten die das Leben schreibt' mir persönlich besser gefiel, da es teilweise noch interessantere Themen bot. Dennoch ist es schön zu sehen, dass Manuellsen einfach wieder frische Mucke macht, ohne sich dabei wahnsinnig zu machen, weil er einen Klassiker abliefern möchte oder so. Sein primäres Anliegen, Rapmusik auf musikalisch hohem und raffinierten Level zu machen, ist hingegen gelungen.

Trotzdem werden die Kontroversen um seine Person, die in den Foren und dem Internet regelmäßig entbrennen, wohl nicht abreißen. Es mag sein, dass er oft zu widersprüchlich handelt und denkt, und manche Kritik an ihm ist auch in meinen Augen auf jeden Fall schon berechtigt. Daran wird auch ein Song wie 'Gerüchte' nichts ändern, wo er eben diese Diskussionen aufs Korn nimmt, und auch ein Song wie 'Dein Ex' featuring Farid Bang erscheint in manchen Momenten so als ob hier nicht in erster Linie Entertainment geboten wird, sondern die gewalttätigen und bedrohlichen Aussagen recht nahe an der Realität sein sollen. Leider werden manche Leute da draußen weiterhin deswegen nicht zugeben wollen, dass Manuellsen am Ende des Tages ein sehr guter Musiker ist, der geile Tracks machen kann. Deswegen wird er wohl bedauerlicherweise nie die Anerkennung für sein Talent bekommen, die ihm zusteht, und daran ist auch oft er selbst Schuld. Am Ende ist Manuellsen aber auch nur ein Mensch, der Fehler macht wie jeder andere auch. Ich jedenfalls freu mich auf sein nächstes Album, dass ja hauptsächlich oder sogar nur gesungene Songs enthalten soll, denn wie eben erwähnt spielt er in dem Bereich ganz vorne mit, was den Bereich Rap/R`n`B/Black Music (Nennt es, wie ihr wollt) angeht. Der Song '00:00 Uhr' bietet da einen guten Vorgeschmack.

Ach ja, mit dem Produzenten-Dee hat sich Manuellsen einen extrem dicken Fisch geangelt. Da wird noch einiges gehen.


Man on the Moon: End of Day
Man on the Moon: End of Day
Preis: EUR 10,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kid Cudi -Man on the Moon: End of Day Review [Ace], 14. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Man on the Moon: End of Day (Audio CD)
Die Geschichte, wie Kid CuDi zu seinem Majordeal mit Universal kam, ist wieder eine dieser typischen Stories, die nur aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten stammen können. Ein junger Musik bzw. Hip Hop-Nerd aus Cleveland, Ohio, zieht nach Brooklyn zu seinem Onkel und hält sich dort mit Gelegenheitsjobs gerade so über Wasser, weil er die Freiheit sucht. Freiheit bedeutete für ihn auch, einfach Musik zu machen, die ihm am Herzen lag. In der Zeit hat er viel über Musik gelernt und somit konnte CuDi seine Fertigkeiten genauer ausbauen. Irgendwann entstand dabei das Mixtape "A KiD named CuDi", welches über die große Welt der Blogosphäre der Öffentlichkeit präsentiert wurde und seinen Bekanntheitsgrad erheblich steigerte. Zudem zog einer seiner Songs, nämlich "Day n nite" sehr viel Aufmerksamkeit auf sich. Der dazugehörige Remix der Crookers, einem Dance- sowie Uptempo-Produzentenduo aus Italien, brachte den Song nun auch in die Clubs und Discos und verhalf CuDi zu noch größerer Bekanntheit. Irgendwann ging es wirklich Schlag auf Schlag. Er zog sogar die Aufmerksamkeit von Kanye West auf sich und dieser nahm in schnell auf sein eigenes Label "GOOD Music" auf. Durch das Feature, das KuDi auf dem letzten, weltweit erfolgreichen Kanye West-Album "808s & Heartbreak", wurde sein Hype weiter angefacht.

Die letzten Jahre hat das Internet sich zum Promotion-Medium schlechthin entwickelt. Noch nie konnte man so ein weitreichendes Netzwerk zu Menschen auf der ganzen Welt knüpfen und sein Material unter die Leute bringen. Auch in der Hip Hop-Szene kam es die letzten Jahre immer wieder dazu, dass gewisse Newcomer durch das Internet und insbesondere durch diverse Blogger einen Hype im Netz bekamen. Rapper wie z.b. Drake, Charles Hamilton oder eben auch KiD CuDi wurden so weltweit bekannt, ohne dass sie die Wege der Musikindustrie nehmen mussten. Erst durch diese Internethypes wurde vielen von diesen Rappern zu einem richtigen Plattenvertrag verholfen. Manche jedoch wollen sich bewusst noch etwas Zeit damit lassen und warten auf ein Angebot eines Labels, das in ihnen mehr sieht als nur eine Methode, schnell Geld zu machen. KiD CuDi ist, seit es hieß, dass sein Debutalbum ebenfalls über Universal erscheinen sollte, derjenige von diesen Rappern, dem als erstes der ganz große Durchbruch gelingen könnte, Die Mittel, die Aufmerksamkeit und das musikalische Talent dazu hat er sowieso. Möglicherweise ist er einer der Musiker, die ein neues Zeitalter in der Musikindustrie einleiten. Dies bezieht sich sowohl auf seinen Verlauf, den seine Karriere nahm als auch auf sein musikalisches Verständnis.

Auch wenn CuDis Musikstil der Hip Hop-Ecke zugeordnet wird, reicht sein musikalischer Horizont weit darüber hinaus. Die Beats, die er pickt, enthalten oft nicht nur Elemente aus dem Hip Hop und R'n'B, sondern fast genauso oft welche aus Pop, Rock, Electro, Dance, Uptempo usw. Zudem singt er oft mehr als dass er rappt, wobei es sich bei seinem Gesang auch oft nicht um das handelt, was man unter richtigem Gesang versteht. Oft summt und nuschelt CuDi mit leider und ruhiger Stimme auf seinen Songs. Seine Texte handeln oft von sehr persönlichen Dingen, ohne dass es kitschig wird. Seine Musik klingt verträumt, ohne dass sie langweilig klingt oder nicht ernst genug wirkt. Man merkt deutlich, dass er einer dieser Musikliebhaber ist, die mit verschiedenen Genres aufgewachsen sind und sich nur schwer in eine Schublade stecken lassen wollen. Er ist einer derjenigen, die Musik in erster Linie durch die großen Massenmedien wie das Radio, das Fernsehen und vor allem das Internet kennen gelernt haben. Was ihn und auch viele seiner Fans auszeichnet, ist allerdings, dass er sich nicht mit allein mit dem vernügt, was er vorgesetzt und vorgekaut bekommt. Er sucht selbstständig nach neuen, musikalische Ufern, die ihm zusagen, und lässt diese Einflüsse in seine eigene Musik mit einfließen. Für Hip Hopper mit einer klassischen Ansicht, wie Rapmusik zu klingen hat, mag dies grauenhaft klingen. Für Leute wie Kid CuDi ist es jedenfalls ein Alptraum, den gängigen Normen zu entsprechen und sich somit seiner eigenen, persönlichen sowie künstlerischen Entwicklung im Weg zu stehen. Wegen Leuten wie ihm gewinnt Hip Hop neue Facetten, die überlebenswichtig für diese Musikkultur sind, wenn sie auch in zukunft relevant bleiben will.

Nun hat sein Internethype fast schon unmenschliche Erwartungen an sein Debutalbum ausgelöst, erst recht, wenn man betrachtet, was für eine zurückhaltende, bescheidene und schüchterne Person KiD CuDi ist. Er wirkt alles andere als abgehoben, vermutlich scheint er sich auch seiner Situation nicht vollständig bewusst zu sein. Schließlich ist er gerade mal 25 Jahre alt und kann es immer noch nicht glauben, was er da jetzt alles schon erreicht hat. Dennch scheint er sich sehr bewusst zu sein, was er im Studio macht und sein erstes Album kann sich wirlich sehen lassen.

Zuerst muss gesagt werden, dass es ein Konzeptalbum ist, aufgeteilt in 5 Akte. CuDi selbst bezeichnet das Album als den Film zu seiner Fernsehserie, die seine Mixtapes bilden. Das Album erzählt den Verlauf eines Abends bis zum nächsten Morgen und beginnt selbst damit, dass er einschläft, Somit spiegelt dieses Album alles wieder, was ihn eigentlich und sich in seinen Träumen abspielt: Ärger mit Frauen, Existenzängste, Selbstzweifel, schlechte Erinnerungen und vieles mehr. manche Songs haben sogar in Klammern "Nightmare" stehen. Das Album hat auch durchgehend eine sehr verträumte und melancholische Atmosphäre, die perfekt zu nächtlichen Aktivitäten passt, Der Albumtitel ist also von daher nicht von ungefähr gewählt. KuDi schlüpft auf dem Album in die Rolle des notorischen Außenseiters, der das Gefühl hat, nicht in diese Welt und ihre gängigen Normen zu passen. Er ist eben der Mann auf dem Mond, der dort alleine sein Dasein fristet und zusehen muss, wie die Welt sich ohne ihn weiterdreht. Dennoch scheint er aus eben dieser Situation Kraft zu schöpfen, weil er dabei merkt, dass er etwas besonderes und einzigartiges ist. Diese Erkenntnis kommt auch am Ende des Albums auf. Doch gehen wir erst einmal Schritt für Schritt vor.

Der erste Akt namens "The end of day" beginnt, wie gesagt, mit dem Einschlafen, nämlich dem als Intro fungierenden "In my dreams (Cudder anthem)". Der Beat des Songs ist extrem langsam und erweckt mit seinen verträumten Sounds, seinem schlafliedähnlichen Gesang und seinen Zeitlupendrums wirklich das Bild, dass da jemand gerade, völlig müde und erschöpft vom Tagesgeschehen, jeden Moment die Augen schließt und einschläft. Dabei wird CuDi bewusst, dass er in seinen Träumen scheinbar tun und lassen kann, was er will und sich somit von seinen Problemen abkenken kann:

"I can have anything and everything I ever wanted/ yeah, I can thin of anything and everything I ever needed/ right here in my dreams/ Everything is a okay/ I don't worry 'bout anything/ 'cause everyday, everyday is sunny"

Man muss jedoch kein Hellseher sein, dass das ganze anders verlaufen wird, denn unverhofft kommt oft. Auf "Soundtrack 2 my life" kommen im verschiedene Kindheitserinnerungen in den Sinn, die nicht immer schön waren. Der Beat stammt, wie der erste Song, von Emile Haynie und sorgt für eine schön melodiöse und zugleich tanzbare Unterlage für diesen persönlichen Song:

"No sitcom could teach Scott 'bout the dram'/ or even explain the troubles that haunted my mom/ on christmas time, my mom christmas grind/ got the most of what I wanted , how'd you do it, mom? huh?/.../ A independent, older sister kept me fly when she could/ but they all didn't see the little sadness in me/"

"I've got some issues that nobody can see/ and all these emotions are pouring out of me/ I bring them to the light for you, it's only right/ this is the soundtrack to my life"

"The moon will illuminate the room/ and son, I'm consumed by my doom/.../I live in a cocoon opposite of Cancun/ where it's never sunny, the dark side of the moon"

"I am happy, that's just the saddest lie"

zZdem rappt er dort über seine Familie und über das, was CuDi macht, wenn ihn diese Erinnerungen, vorzugsweise nachts, einholen. Der Text ist somit sehr persönlich, ehrlich und gleichzeitig bildlich. Dieser Song ist CuDi wirklich sehr gut gelungen!

Ein weiteres Highlights ist "Solo Dolo", mit dem der 2. Akt namens "Rise of the night terrors" heißt. Der Song ist sehr minimalistisch gehalten, CuDi singt oft nur noch irgendwelche Satzfetzen und Worte über diese Stringkompsition von Emile Haynie

"Why must it feel so wrong/ when I try to do right?/.../When I'm closing my eyes, I 'm Mister Solo Dolo"

Auf "Heart of a lion (Kid CuDi theme music)" spricht CuDi sich schließlich selbst Mut zu, um über all diese Zweifel hnwegzukommen. Mit einem mantraartigen Flow arbeitet er sich auf dem monotonen Pianobeat vor und wirkt hier und da in seinem Bestreben, Mut zu fassen, dennoch etwas verunsichert:

"When I recollect how it used to be like David and Goliath/ Kinda like me and the devil tryna rip out my soul"

"At the end of the day, day/ I'm walking with a heart of a lion"

"I can't see ahead of me, so I move in stealth/ Hide and seek within a dream I seem to glide above my horror"

Dieses leichte Gefühl an Optimismus und Selbstvertrauen wird jedoch in dem nachfolgenden Song "My world" gleich wieder zerschmettert. Dort erzählt er von seinem Dasein als Außenseiter, als er ein Jugendlicher war und den Mädchen zu freakig erschien, wie er seine Jobs der Musik wegen alle aufgegeben hat und dass er sich von vielen Menschen bis heute unterschätzt fühlt. Danach folgt das ja schon sehr bekannte "Day n nite", dass auch bei mir schon vor Albumrelease rauf- und runterlief und weltweit die Charts stürmte. Hiermit wird der 3. Akt namens "Taking a trip" eingeleitet. Dieser Song ist einfach mordsmäßig geil und ansteckend! Diese Melodie, dieser Gesang, dieser Text und dieses "What?" im Hintergrund, einfach nur hammer! Die Melodie des Beats soll CuDi ja nach eigenen Angaben ja während einer seiner Nachtschichten in einem seiner ungeliebten Jobs in sein iPhone eingegeben haben. Dieses Gefühl der nächtlichen Unruhe kenne ich auch nur zu gut.

"Day and night/ I toss and turn, I kepp stress in my mind, mind/ I look for peace, but see, I don't attain/ why I need for keeps, this silly game we play, play/.../Madness the magnet keeps attracting me, me/ I try to run, but see, I'm not that fast/ I think I'm first, but surely finish last"

"Day and night/ the lonley stroner seems to free his mind at night/ He's all alone through the day and night"

"The girl he wants don't seems to want him too/ It seems the feelings that she had are trough"

Der dazugehörige, ebenfalls bekannte Crookers-Remix ist ebenfalls als Bonustrack auf dem Album vorhanden. Hier finde ich aber, dass die hinzugefügten Sounds in der Hook etwas dissonant zum Gesang sind, auch wenn sie dieselbe Töne wie die ursprüngliche Melodie haben. Das Original gefällt mir besser.

Dass CuDi einerseits so traurige und persönliche Songs macht und die andererseits aber doch so schön klingen und sogar teilweise einen gewissen tanzbaren Touch haben, macht ihn zu etwas ganz besonderem.

Dann folgt das von Kanye West gelacete "Sky might fall", das auch schon vor Albumrelease für Begeisterung sorgte. Auch hier beweist sich CuDi als fantasievoller und talentierter Lyricist:

"Take what you need from the valley of the hope/ where even if you drown you'll be be floating higher up/ and can say bye, bye, bye/ sky might be falling, but remember you can fly, high"

der 4. Akt "Stuck" beginnt mit dem mit coolen E-Gitarren-Riffs versehenen "Alive". Hier bezeichnet sich CuDi als ein werwolfartiges Monster, das dazu verflucht ist, die für ihn passende Frau zu finden, damit diese seinen Fluch brechen kann. Zugleich ist genießt er es aber auch, sich an den Frauen zu berauschen, die er zwar bekommt, aber die seinen Fluch nicht brechen und seinen Durst nach mehr Frauen nicht stillen können. Dieser innere Konflikt beschäftigt ihn und das drückt der Song aus:

"Everytime the moon shines, I become alive"

"I smell her scent and I know I will find her soon, soon, soon/ the one to come and free me from this fate"

"A sexy lady whose pure/ she has the cure / and I hope she can find the man within the beast/ and I hope she saves me from the curse I have to be"

"Make her say" feat. Common und Kanye West, der den Song auch produziert hat, enthält Vocalsamples aus dem Song "Pokerface" von Lord ääääh, ich meine Lady Gaga, was mir persönlich schnell auf den Sack geht, da ich den Song von ihr schon fast nich mehr hören kann. Ich finde ihren Song schon gut, aber man kennt ihn schon zu gut. Der Song von CuDi scheint auch als nächste Single vorgesehen zu sein, was ich jetz eher weniger gut finde. Für mich ist dies eine der schwächeren Nummern, da es hier um das altbewährte Groupiethema geht, was wir im Hip Hop schon zu oft hatten.

Auf "Pursuit of happiness" fängt das Album an, fröhlicher zu werden und allmählich merkt man, dass CuDi am Ende seiner nächtlichen Reise ankommt. Der folgende 5. und zugleich letzte Akt "A new beginning" verdeutlicht dies noch mehr. Zuerst kommt das von dem deutschen (!) Produzenten Crada gebaute "Hyyerr" feat. Chip the Ripper. Hier geht es ums Kiffen, was ja auch eines der Klischeethemen von Rapmusik ist. Der schön langsame und entspannte Beat und die Lässigkeit, die CuDi und Chip hier an den Tag legen, können aber dennoch überzeugen. Mit "Up, up away" ist der Mann auf dem Mond dann auch am Ende seiner Reise angekommen und diesen Song kann man mit seiner Gitarrenmelodie getrost als sehr gut gemachten Popsong bezeichnen. Hier überwindet CuDi endlich all seine Zweifel und Ängste und gelangt zu der Erkenntnis, dass er all seine Probleme jederzeit auch regeln und somit überwinden kann:

"Those happy thoughts in my head/ I'm feeling like I'm Peter Pan, minus the tights and the fairies/ Happy to see how far I've come to the same place/ It began my dreams imagination/ perfectly at peace so I move along a bit higher"

"I can take care of my mom and my little niece Zuri/ so sing along little mama/ You ain't gotta worry 'bout no drama, no/ I provide for friends and fam and fans/ a Cleveland city grinder man/.../ The key is hope, I never let a motherfucker break me, dog"

Hier wird CuDi sich auch seiner Situation bewusst, in der er sich als Künstler befindet. Er hat einen Hype, hat viele Leute, die ihm zuhören und die ihn mögen und somit kann er gar nicht so flasch liegen mit dem, was er so tut. Jetzt liegt es an ihm, etwas daraus zu machen.

KiD CuDi wirkt auf seinem Album sehr sympathisch und trotz Hypes alles andere als abgehoben. Dadurch, dass er sich als nicht perfekter Mensch mit einigen Schwächen präsentiert, können sich viele Leute automatisch mit ihm identifizieren. Hier hat man das Gefühl, dass CuDi einen wirklich mit auf seinen Trip nimmt und mit einem selbst dabei spricht. Hinzu kommt sein musikalisch ausgezeichneter Geschmack sowie sein Mut, auch mal gewisse stilistische Grenzen zu überschreiten und Innovationen zuzulassen, ohne dass das Ganze sich unausgereift anhört oder aufgesetzt klingt, nur um eine breitere Masse zu erreichen. Somit könnte dieses Album zu einem Klassiker für einen neuen, futuristischen Hip Hop-Sound werden, der gerade Fuß fasst. Es mag sein, dass er nun zu einem neuen Star am Hip Hop Himmel wird, auch wenn er weder vom Aussehen und Benehmen noch der Musik her dem gängigen, klischeehaften Bild eines Rappers entspricht. Er singt ja sogar hauptsächlich auf diesem Album. Rappassagen sind eher die Ausnahme. Trotzdem braucht Hip Hop Leute wie ihn, denn jede Musikrichtung muss sich zwangsweise weiterentwickeln, um immer noch wichtig zu sein. CuDi ist nur einer von vielen, die genauso denken und Musik machen wie er, es werden noch viele folgen. Wir können also gespannt sein, was und alles noch erwartet. Es wird auf jeden Fall alles andere als langweilig werden.


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