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Rezensionen verfasst von
anyways "anyways" (Greifswald)

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Elbsirenen: Morinos erster Fall (Der neue Hamburg-Krimi: Band 1)
Elbsirenen: Morinos erster Fall (Der neue Hamburg-Krimi: Band 1)
Preis: EUR 3,99

4.0 von 5 Sternen Elbsirenen, 1. Juni 2016
Kriminaloberkommissar Francesco Morino und seine Kollegin Bea Hinrichs werden zu einem Leichenfund in der „Schanze“, einem Hamburger Szeneviertel, gerufen. Der Tote residierte in einem riesigen luxuriösen Loft. Schon auf den ersten Blick wird deutlich, dass er sich seine Verletzungen im Gesichtsbereich und auch die Verletzung die zu seinem Tode führte, nicht selbst zugebracht haben kann. Überrascht ist Francesco nur über seine Kollegin, denn Bea erkennt den Toten im Gegensatz zu ihrem Kollegen. Der Tote war der berühmte Schlagerstar Harry. Mit dem unbestimmten Gefühl das ein Mordfall an einer lokalen Berühmtheit immer Schwierigkeiten bereitet, recherchieren die beiden Kriminalisten das persönliche Umfeld des Toten. Schnell lässt sich feststellen dass der Tote durch seine rücksichtslose und intrigante Art eigentlich nur Feinde hatte. Darunter sind neben seinem Bruder, sein Ex-Manager, zahlreiche Schlagersternchen, Stars und jede Menge Ex-Gespielinnen. Nein so wirklich trauert niemand um Harry….bis auf eine junge Dame.

Regionalkrimis erfreuen sich einer großen Beliebtheit, deren ich mich ebenfalls nicht ganz entziehen kann, noch dazu spielt dieser im Norddeutschen Raum. Der Kriminalfall ist nicht sonderlich spektakulär, dafür ist die Ermittlungsarbeit der Kommissare doch recht real wiedergegeben. Die viele Laufarbeit, das mühsame Enttarnen der vielen kleinen und großen Lügen der Zeugen und Tatverdächtigen. Das ist zwischenzeitlich etwas langatmig, durch kleine aber gut pointierte Spannungsbögen werden die etwas zäheren Szenen jedoch gut überspielt. Ein kleiner Blick hinter die Kulissen des Showbiz, die heile Welt vor der Kamera und die Abgründe die sich auftun, wenn die Lichter ausgeschaltet sind, versteht die Autorin hervorragend einzubauen. Ein klein wenig enttäuscht war ich von den erotischen Szenen, manchmal wirkten sie auf mich einfach etwas hölzern und auch ähnlich. Mal ganz abgesehen davon dass fast alle Protagonisten über eine doch stark ausgeprägte Libido verfügen und sich ständig Gelegenheiten ergeben diese auszuleben. Das fand ich etwas zu fantastisch…vielleicht ist das aber durchaus möglich in einer Großstadt…
Fazit: Ein vielversprechendes Debüt mit einem sympathischen Ermittlerduo.


Venezianische Schatten: Luca Brassonis dritter Fall (Ein Luca-Brassoni-Krimi 3)
Venezianische Schatten: Luca Brassonis dritter Fall (Ein Luca-Brassoni-Krimi 3)
Preis: EUR 3,99

3.0 von 5 Sternen Venizianische Schatten, 1. Juni 2016
Im noch winterlichen Venedig, hockt am helllichten Tag eine reglose Gestalt auf den Stufen der Kirche Santa Maria Rosario. Trotz ihrer augenscheinlich höherwertigen Kleidung macht sie einen verwahrlosten und verwirrten Eindruck. Zur selben Zeit flanieren Commissario Luca Brassoni und seine Lebensgefährtin, die Pathologin Carla Sorrenti über Venedigs beliebteste Uferpromenade und entdecken die reglose Gestalt. Sofort bieten sie ihre Hilfe an und rufen die Ambulanz. Carla beschleicht das ungute Gefühl, dass dieser Fall sowohl sie als auch ihren Freund noch länger beschäftigen wird. Sie soll Recht behalten, denn nur kurze Zeit später wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Wie sich herausstellt ist die Tote vor einiger Zeit spurlos verschwunden und auch die Unbekannte aus Dorsudoro ist vor langer Zeit als vermisst gemeldet worden. Für Luca steht fest, dass diese Fälle irgendwie zusammenhängen. Leider kommt er mit seinen Ermittlungen nur langsam vorwärts, denn die vermeintliche Zeugin leidet an einer retrograden Amnesie, doch die Zeit drängt, denn schon wieder wurde eine junge Frau entführt.

So kann man sich täuschen, bin ich bisher davon ausgegangen, dass es in der schönen Lagunenstadt keinen Winter im herkömmlichen Sinne, mit Schnee und Kälte gibt, belehrt mich die Autorin doch eines Besseren.
Ich lese sehr viele Bücher dieses Genres, auch und im Besonderen internationale Autoren, und ich erkenne viele Besonderheiten im Aufbau und in der Umsetzung der Story. Skandinavische Krimiautoren zum Beispiel, legen sehr viel Wert auf das Interagieren ihrer Protagonisten, italienische Autoren sind sehr detailverliebt, wenn es um die Landschaftliche Präsentation geht und sie nutzen jede Gelegenheit kulinarische Leckerbissen an den Leser weiterzugeben. Daniela Gesing nimmt sich dieser Besonderheiten ebenfalls an, das hat mir sehr gut gefallen. Bemerkenswert fand ich, das sich die Pathologin Carla bei der Beschreibung ihrer Arbeit nicht in medizinischen Fachbegriffen ergeht, sondern diese auch für einen Laien verständlich „übersetzt“. Eine erfrischende Abwechslung zur eher anderen Entwicklung im Bereich Krimi/Thriller.
Der eigentliche Fall versprach am Anfang sehr viel Spannung und auch Nervenkitzel, hiervon konnte mich die Autorin aber nicht so ganz überzeugen. Das lag zu einem Teil daran, das ich schon ziemlich früh einen „Hauptverdächtigen“ hatte, der auch mit viel zu vielen gängigen Klischees ausstaffiert wurde als das man ihn nicht in Erwägung ziehen könnte, zum anderen Teil wird man als Leser sehr oft (vor allen Dingen bei Szenewechseln) auf die sich in den nächsten Stunden dramatisch verändernden Situationen hingewiesen. Beim ersten Lesen dieses Hinweises fand ich ihn etwas plump, da dies aber noch öfter auftaucht, irgendwann enervierend.
Fazit: Ein solider Krimi, mit einer interessanten Story aber gemäßigten Spannungsbögen.


MINDEXX: Tödlicher IQ
MINDEXX: Tödlicher IQ
von Katharina Stock
  Broschiert
Preis: EUR 9,90

3.0 von 5 Sternen Mindexx, 1. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: MINDEXX: Tödlicher IQ (Broschiert)
Vier Jahre nachdem Nathalie während einer Jugendfreizeit aus einer Jugendherberge verschwand, steht sie wieder bei ihren Eltern und ihrer Schwester vor der Tür. Nach der anfänglichen Freude über ihr Wiederauftauchen, macht sich kurze Zeit später sowohl bei den Eltern, als auch bei den herbeigerufenen Polizisten und der Psychologin , Frustration breit, denn Nathalie ist nicht zu entlocken, wo sie während der fast 48 Monate war. Nur so viel verrät sie, sie war bei einer anderen „Familie“. Erleichtert sind die Eltern nur darüber, dass ihr augenscheinlich keine körperliche Gewalt angetan wurde. Relativ schnell gewöhnt sich Nathalie wieder an ihr früheres Leben und geht auch wieder zur Schule. So ganz lässt sie die Entführungszeit allerdings nicht los, denn ihre „Familie“ hält weiter Kontakt zu ihr, und so öffnet sie sich in ihrer Verzweiflung einem Mitschüler. Was sie ihm berichtet ist einfach ungeheuerlich… es werden bevorzugt Jugendliche entführt, die an sich schon einen überdurchschnittlichen IQ haben, sie werden gefangen gehalten, körperlich und seelisch gedrillt und bekommen eine Droge die sie ihr geistiges Potenzial drastisch steigern lässt. Alles für eine dubiose Firma, die im eigentlichen Sinne im Postgeschäft tätig ist. Fluchtversuche der Jugendlichen aus ihren Kerkern scheitern kläglich, da anscheinend überall Verräter sitzen.

In der Regel gehe ich in meinen oberen Zusammenfassungen des Inhalts nicht so sehr ins Detail, bzw. verrate ich nicht zu viel, diesmal nimmt mir der Klappentext zu diesem Thriller aber schon vieles vorweg. Oft ärgere ich mich dass der Klappentext im Nachhinein sogar nichts mit dem Inhalt des Buches zu tun hat, hier ist es genau umgedreht. Es wird schon alles verraten. Das finde ich recht schade, und sollte vielleicht noch einmal überdacht werden.
Überrascht war ich vom Design des Buches, es ist auf blütenweißem Papier gedruckt und es ist für seine 500 Seiten auffallend schwer, das Cover an sich ist wirklich ausgesprochen treffend.
Mindexx… ein pseudowissenschaftlicher Thriller indem das „Experiment“ auf das „Stockholm Syndrom“ trifft und stellenweise auch Parallelen zu der spektakulären Entführungen von Frau Kampusch und den Fall Josef Fritzl aufweist. Eine recht explosive Mischung an sich, und trotzdem hinterlässt dieses Buch irgendwie einen schalen Nachgeschmack. Der Schreibstil und der Erzählstil der Autorin gefallen mir gut, daran liegt es nicht. Ich habe für mich festgestellt, dass mir die Umsetzung der Geschichte nicht so zu sagt. Auf der einen Seite ist es die Brutalität mit denen die Jugendlichen gefügig gemacht werden, auf der anderen Seite ist es die Hoffnungslosigkeit ausgelöst dadurch, dass die Entführer mit wirklich allem durchkommen. Als weiteres Manko empfinde ich die Darstellung des Kommissars, zu oberflächlich, platt und leider auch dumm. Das missfiel mir sehr.


Remember Mia Thriller
Remember Mia Thriller
von Alexandra Burt
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,90

4.0 von 5 Sternen Remmber Mia, 1. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: Remember Mia Thriller (Taschenbuch)
Kein wütendes Gebrüll. Keine nass geweinten kleinen Babywangen. Ruhe! Doch dann …Mia ist verschwunden! Ganz langsam sickert diese schreckliche Erkenntnis ins Gedächtnis von Estelle. Doch warum und wohin verschwand ihre kleine sieben Monate alte Tochter mitsamt ihrer Kleidung, den Pflegeutensilien und ihren Milchflaschen? Diese Fragen kann sich Estelle nicht beantworten, denn sie leidet an einer retrograden Amnesie, die sie in Folge eines Autounfalls mit Schussverletzung, erlitt. Bewusst wird ihr nur, dass Mia schon lange vor dem Autounfall verschwunden war. Warum ist sie nicht zur Polizei gegangen? Ihr Mann Jack kann (oder will)ihr auch nicht helfen, er besucht sie nur einmal im Krankenhaus und macht ihr Vorwürfe. Erschwerend kommt hinzu, dass sogar die Polizei davon ausgeht, dass sie ihrer eigenen kleinen Tochter etwas angetan hat. Auf der Suche nach ihren verschütt gegangenen Erinnerungen, tauchen vor ihrem geistigen Auge, immer wieder Bilder von kleinen blutigen Händchen und Füßchen auf. Estelle ist schier am Verzweifeln und ertrinkt in Selbstvorwürfen. In dieser Situation, und um sein eigenes Ansehen als Anwalt nicht zu gefährden, lässt Jack sie in Creedmoor, einer psychiatrischen Anstalt unterbringen. Hier beginnt sie mit dem renommierten Psychiater Dr. Aris eine mehrmonatige Therapie. Doch kann er ihr helfen Mia zu finden?

Remember Mia, als Thriller ausgepriesen mit einem sehr gut gelungenen Cover, das mich als Thriller Fan gleich angesprochen hat. Doch dieses Buch ist für meine Begriffe kein Thriller, eher eine intensive Auseinandersetzung mit einer vorübergehenden psychischen Störung, gewürzt mit Krimi Elementen. Die Schilderungen einer jungen Mutter, die sich , ohne dass sie oder ihre Umwelt etwas davon ahnt oder mitbekommen will, in einer tiefen postnatalen (im Buch als postpartal bezeichnet, mir ist der andere Begriff nur geläufiger) Depression steckt. Alexandra Burt hat ihren Roman in unterteilt in vier Abschnitte, wobei der erste und letzte durchaus über Strecken spannend und fesselnd geschrieben ist. Die Beiden mittleren Teile behandeln in langen Abschnitten die psychologische Aufarbeitung des Unfalltraumas und der Erinnerungslücken. Das ist über weite Strecken zwar nicht uninteressant aber doch recht langatmig. Da diesen auch gänzlich die Spannungsbögen fehlen, würde ich das Buch insgesamt eher als Roman bezeichnen.
Sehr gut gefallen hat mir die Darstellung der jungen verzweifelten Mutter, ihre Fokussierung auf das Kind und Muttersein. Der Perfektionismus auf der einen Seite und die Hormonumstellung auf der anderen Seite können durchaus zu einem psychischen Ungleichgewicht führen. Diesen Aspekt und die daraus resultierenden, von Außenstehenden nicht immer nachvollziehbaren Handlungen der Betroffenen, sind sehr gut herausgearbeitet. Weniger gut gefallen hat mir die Figur des Ehemanns und der Polizisten. Hier spielt die Autorin mit zu vielen Stereotypen. Der Ehemann ist wirklich das viel beschworene Abbild eines arroganten, karrieresüchtigen und beziehungsblinden Egoisten und die Polizei als solche mit komplett unfähigen Protagonisten bestückt. Für die Handlung war beides zwar sehr zuträglich, aber auch irgendwie langweilig und einfallslos.

Fazit: Ein spannender Roman und eine Hommage an alle Mütter die das Abenteuer Familie konsequent durchstehen.


Mörderische Wahrheiten: Kriminalroman (Ein Carlotta-Fiore-Krimi, Band 2)
Mörderische Wahrheiten: Kriminalroman (Ein Carlotta-Fiore-Krimi, Band 2)
von Theresa Prammer
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Mörderische Wahrheiten, 1. Juni 2016
Er ist aufgewacht… Carlotta Fiore, Kaufhausdetektivin und vor achtzehn Monaten zusammen mit Konrad Fürst als Undercover-Agenten an der Wiener Oper bei der Aufklärung mehrerer Morde beteiligt, eilt ins Krankenhaus. Bei ihrem gemeinsamen Einsatz an der Oper wurde ihr Kollege Konrad lebensgefährlich verletzt und lag seitdem im Koma. Obwohl sie sich nichts sehnlicher gewünscht hat, als das Konrad aufwacht, hat sie allerdings starke Zweifel daran, ob sie ihm sagen soll, dass er eventuell auch ihr Vater ist. Denn Carlotta wurde im Alter von vier Jahren von der berühmten Operndiva Maria Fiore entführt, die spektakulären Fakten traten bei den Ermittlungen ebenfalls zu Tage. Doch auch Konrads ehemaliger Freund und Kollege Hauptkommissar Krump hat ein berufliches Interesse daran das Konrad aufwacht und vor allen Dingen das er sich erinnert…an eine Mordserie vor über dreißig Jahren. Damals wurden Teenager mit 21 Stichen getötet angezogen mit einem gelben T-Shirt und einer kurzen grauen Hose. Genauso eine Tat mit demselben Modus operandi an einem jungen Mädchen ist gerade passiert und ein zweites wird vermisst, doch der damalige Serienmörder konnte überführt werden und ist vor kurzem erst gestorben. Da den Ermittlern die Zeit davon läuft, will Krump mit aller Macht Konrads Gedächtnis auf die Sprünge helfen, doch dieser kann ihm nicht helfen, da er an einer Amnesie leidet. Er erkennt nicht einmal Carlotta.

Sofort nach den ersten Sätzen hatte ich den vorherigen Fall und auch seinen Ausgang wieder vor Augen, da diese Story fast nahtlos, abgesehen von den 18 Monaten, anknüpft. Dieser Krimi besticht ebenfalls, wie sein Vorgänger, durch einen ausgeklügelten Plot, mit zahlreichen Perspektivwechseln und gut gesetzten Spannungsbögen und einem finalen Show down. Ein klein wenig übersichtlicher finde ich in diesem Buch die Ordnung der einzelnen Erzählstränge. Sehr gut und realitätsnah ist das langsame Aufwachen und Erinnern von Konrad geschildert. Die Ängste und die daraus resultierende Verwirrtheit des Protagonisten sind fast greifbar. Hier beweist die Autorin großes Fingerspitzengefühl. Das gelingt ihr auch bei der Darstellung von Carlottas traumatischer Kindheit unter deren Folgen sie noch heute leidet und deshalb nicht immer rationell entscheidet. Fast war diese Nebenhandlung für mich spannender als der eigentliche Fall.
Ihre Protagonistin lässt Theresa Prammer aus der Ich-Perspektive erzählen. Ein großer Vorteil für den Leser in Bezug auf die Handlung, man ist immer nah am Geschehen. Ein kleines Manko in Bezug auf die Protagonistin, fühlt man sich doch als Leser oft versucht Carlotta an ihrem Tun gedanklich zu hindern. Auf alle Fälle intensiviert dies auf lange Sicht und hält dadurch den Pegel der Spannung ziemlich hoch.
Ein wenig hinderlich fand ich manchmal den österreichischen Dialekt, die Autorin verwendet ihn wirklich nicht sehr oft, aber dann richtig. Unter „Pompfüneberer“ konnte ich mir gar nichts vorstellen, erst das Internet hat hier Klarheit geschafft.


Verletzung: Kriminalroman (Ein Toni-Stieglitz-Krimi, Band 1)
Verletzung: Kriminalroman (Ein Toni-Stieglitz-Krimi, Band 1)
von Manuela Obermeier
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Verletzung, 1. Juni 2016
Häusliche Gewalt zieht sich durch sämtliche Bevölkerungsschichten und Bildungsstände und leider passiert sie auch in Berufsgruppen, die eigentlich genau diese Straftaten verhindern sollen. Kriminalhauptkommissarin Antonia „Toni“ Stieglitz wird von ihrem Freund Mike, der ebenfalls Kriminalkommissar, nur in einem anderen Dezernat, ist, misshandelt. Bisher schien sein ausgezeichneter Ruf ihn in gewisser Weise zu schützen, doch beim letzten Mal rufen Nachbarn die Polizei und der junge Beamte schert sich nicht sonderlich um Mikes Ruf, er verschafft Toni eine Atempause, in dem er Mike zehn Tage der Wohnung verweist. Zehn Tage hat Toni Zeit, ihr Leben zu ordnen und sie beschließt endlich sich zu wehren. Sie taucht unter, irgendwo in München. Mitten in dieser angespannten privaten Situation, wird Toni an einen Tatort gerufen. Auf den Stufen der Sankt Michael Kirche liegt eine weibliche Leiche, drapiert wie eine Puppe. Drei Stiche in die Herzgegend brachten ihr den Tod. Toni stürzt sich in die Ermittlungen, ihre etwas ruppige Art wird aber gerade von ihren Vorgesetzten nicht immer gebilligt, hinzukommt, dass Toni das Gefühl hat, beobachtet zu werden. Hat Mike etwa ihren Unterschlupf ausfindig gemacht? Als sie dann eines Tages einen Blumenstrauß mit einem toten Stieglitz und einer Karte bekommt, auf der steht: „Sing, Vöglein, sing, solange du noch kannst“ steigert sich ihre Angst vor ihrem Ex-Partner ins unermessliche.

„Verletzung“ ist ein ausgesprochen vielschichtiges Krimidebüt. Auf der einen Seite ein Kriminalroman mit einer interessanten Story und gut gesetzten Spannungsbögen und auf der anderen Seite das private Martyrium der Protagonistin. Die innere Zerrissenheit der Kriminalkommissarin Toni , die ohnmächtige Angst die sie vor ihrem Ex-Partner hat und die gleichzeitige Hörigkeit die sie ihm gegenüber empfindet, ist ausgezeichnet dargestellt. Die Hilflosigkeit mit ihrem Problem anscheinend alleine dazustehen, weil die Scham und Angst zu groß ist, sich jemandem anzuvertrauen, war fast fühlbar. Manchmal wirkt die ruppige Art, besonders ihren Kollegen gegenüber, etwas zu stark aufgesetzt, aber keineswegs unglaubwürdig. Der Schreibstil ist flüssig, wirkte an einigen Stellen etwas kühl und distanziert. Dies empfand ich jedoch nicht als negativ. Ein klein wenig irritiert war und bin ich immer noch, das die Autorin ihre Akteurin in der gleichen Stadt wie ihren Peiniger unterbringt. München ist zwar groß, aber Beide arbeiten im Polizeiapparat, da muss man sich doch zwangsläufig begegnen?
Sehr gut dargestellt fand ich die Betriebsinterna des Kommissariats, die Präsentation der beteiligten Personen bis hin zu deren Spitznamen und wie sie dazu kamen. Kurz und knackig werden die verschiedensten Charaktere gezeichnet, ohne maßlose Übertreibung oder heilloser Überforderung des Lesers durch eine zu große Anzahl an Agierenden. Einziger Wermutstropfen, an deren Stelle die mir eigentlich sonst sympathische Toni etwas stark übertrieb, war die Stutenbissigkeit ihrer Kollegin Beate gegenüber.

Das Krimidebüt einer Fachfrau in Sachen realer Kriminalität, hat mich überzeugt.


Maestra: Roman
Maestra: Roman
von L.S. Hilton
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Maestra, 1. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: Maestra: Roman (Broschiert)
Nach einjährigem Praktikum beim renommierten Kunstauktionshaus British Pictures, bekommt Judith eine Assistentenstelle. Sie glaubt es geschafft zu haben… doch irgendwie ist sie nur der Laufbursche ihrer Vorgesetzten und das Geld reicht auch hinten und vorne nicht. Da kommt ihr die zufällige Begegnung mit einer ehemaligen Mitschülerin und deren Nebenjobangebot nach einigem Zögern doch recht. Leanna arbeitet unter dem Pseudonym „Mercedes“ in einer Champagner-Bar, eine Umschreibung für ein Ambiente mit gewissen Vorzügen für ältere oder verheiratete Herren, ohne konkretes eindeutiges Angebot. Judith willigt ein, ist das Trinkgeld doch nicht zu verachten und die Arbeit eine willkommene Abwechslung zum Alltag zwischen verstaubten „Alten Meistern“. Unter dem Namen “Lauren“ lernt sie im Club Gstaad dann auch James „Fatty“ kennen, wobei sein immenser Körperumfang seinem Spitznamen nur allzu gerecht wird. Fatty findet auch sofort Gefallen an der kultivierten und gebildeten Lauren und kontaktiert sie so oft es geht im Club. Diese platonische Liaison geht sogar so weit, dass er Judith und Leanne nach Südfrankreich einlädt. Ein Ausflug der für Fatty leider tödlich endet und Judith ein Fluchtleben der ganz anderen Art beschert.

Jedes Genre hat seine gewissen Klischees. Dieser wartet neben den üblichen Stereotypen eines Kriminalromans noch mit sehr detaillierten Plattitüden eines (billigen)Erotikheftchens auf. Das muss man schon mögen um weiterzulesen. Dieses Buch ist ein wahrer Mischmasch aus „Thomas Crown ist nicht zu fassen“, „Der talentierte Mr. Ripley„ und „Sex and the City“. Von allem ein bisschen, doch das i-Tüpfelchen fehlt. Lange Zeit sucht man vergeblich nach einem Hauch von Thriller, der entwickelt sich allerdings erst ziemlich spät. Vorher liest man sich durch lange Passagen eines allzu aufdringlich beschriebenem „La Dolce Vita“, wird förmlich erschlagen von der Crème de la Crème an exklusiven Markenherstellern und Interpretationen klassischer und zeitgenössischen Meisterwerke. Trotzdem fand ich den Roman durchaus lesenswert. Ein etwas aufdringlicher, jedoch leicht zu lesender Schreibstil. Eine Autorin die Sexszenen nicht nur andeutet sondern (manchmal) knallhart präsentiert. Ein gewisser pornographischer Stil scheint durchaus beabsichtigt zu sein. Eine Protagonistin die man im ersten Teil wegen ihrer bescheidenen Stellung und ihres fast aussichtslosen Kampfes um ein kleines Stück vom großen Kuchens sympathisch findet und im zweiten Teil wegen ihres verbissenen Willens sich nicht wieder in eine graue unterwürfige Maus zu verwandeln. Die Spannungsbögen sind meines Erachtens etwas dürftig, dafür aber an den richtigen Stellen gesetzt.
Wie so oft muss ich an diesem Buch nicht so sehr den Inhalt sondern den Klappentext kritisieren, denn dieser entspricht nicht der Geschichte und ich finde es immer schade, wenn potenzielle Kunden so plump hinters Licht geführt werden. Hier würde ich dringend um eine Änderung bitten.


Die Strömung: Kriminalroman (Die Rönning/Stilton-Serie, Band 3)
Die Strömung: Kriminalroman (Die Rönning/Stilton-Serie, Band 3)
von Rolf Börjlind
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen Die Strömung, 1. Juni 2016
2005 treffen sich vier Männer in einer Hotelbar in Stockholm, die nächsten Schritte für ihre Nationalsozialistische Revolution in Schweden planen. Einer der Männer bekommt als Geburtstagsgeschenk einen Schlüssel zu einer Hotelsuite, in der ein Treffen mit einer Edelprostituierten arrangiert wurde. Stunden später muss der damalige Kommissar Tom Stilton in derselben Hotelsuite, den brutalen Mord an einer farbigen Frau feststellen. Ein Verbrechen das nie aufgeklärt wurde, und das ihn nach acht Jahren immer noch nicht loslässt.
2013 ermittelt eine Freundin von Tom Stilton , Olivia Rönning in einem äußerst entsetzlichen Mord , in Arild, einem kleinen Fischerdorf in Schonen, an einer Dreijährigen. Die kleine Emelie wurde beim Spielen im Sandkasten brutal ermordet. Doch das wird nicht der einzige Mord dieser Art bleiben, denn auch Olivias ehemalige Vorgesetzte in Stockholm, Mette Olsäter ermittelt kurze Zeit später in einem Mordfall an einem Siebenjährigen. Auffällig ist derselbe Modus operandi wie bei Olivias Mordfall. Tom, Olivia und Mette machen sich teilweise zusammen, teilweise einzeln an die Aufklärung dieser brutalen Morde. Ein gemeinsamer Nenner ist die Tatsache, dass alle drei Opfer ausländische Wurzeln haben.

Dem Autorenduo ist ein hochbrisanter, spannender und leider so denkbar realistischer Krimi gelungen. In über fünfhundert Seiten verpacken sie einen atmosphärisch dicht geschriebenen Plot über menschlicher Abgründe und Abarten. Durch die Herkunft der Opfer ist eigentlich relativ schnell klar in welche Richtung die Aufklärung gehen wird, trotzdem wird der Leser durch viele verschiedene Wendungen in der Geschichte und durch gut gesetzte Spannungsbögen über die ganze Länge des Buches gefesselt. Erschreckend war hier insbesondere, wenn man die Mordfälle einmal ausklammert, der Bezug zur Realität, auch in unserem eigenen Land. Gefallen hat mir auch die detaillierte Beschreibung der Protagonisten, ihre Vergangenheit, ihre Freundschaft und Kollegialität zu einander. Obwohl es hier eindeutig nachteilig ist, wenn man so wie ich die Vorgängerbände nicht gelesen hat.

In der Regel gehe ich recht selten auf die Buch und Covergestaltung ein, in diesem Fall möchte ich eine Ausnahme machen, denn ich war hocherfreut, eine Hardcover- Ausgabe mit Lesebändchen aus dem Briefumschlag ziehen zu können. Bei den vielen verschiedenen Möglichkeiten heutzutage, ein Buch zu verlegen, hatte ich insgeheim schon die Befürchtung, diese Version verschwindet langsam vom Markt. Was mich persönlich doch recht traurig stimmen würde.


Der Raub
Der Raub
von Daniel Silva
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

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2.0 von 5 Sternen Der Raub, 5. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Der Raub (Gebundene Ausgabe)
Julien Isherwood, Kunsthändler der sich auf Altmeister spezialisiert hat, hat leichte finanzielle Probleme mit seiner Galerie. Schon seit einiger Zeit bedrängt in der dicke, feiste und einfach unsympathische und skrupellose Kunsthändler Oliver Dimbleby, das Julien ihm seine Galerie verkauft. Aber dieser weigert sich standhaft. Bei einem erneuten Treffen in Juliens Lieblingskneipe engagiert ihn Oliver als Kunstberater für einen Engländer der in Italien lebt. Julien reist dorthin nur um festzustellen dass der Engländer eines gewaltsamen Todes starb. Daraufhin befindet er sich sehr schnell in der Hand von General Ferrari, dem Leiter Kunstdezernates der italienischen Gendarmerie. General Ferrari nimmt unverzüglich Kontakt zu Gabriel Allon auf, da dieser mit Julien befreundet ist, erhofft sich der Ermittler eine, wenn auch erzwungene, Zusammenarbeit mit dem jetzigen Restaurator und ehemaligen israelischen Geheimdienstoffizier und Berufskillers. Der Ermittler verlangt von Gabriel, das dieser ein längst verschollenes Meisterwerk Caravaggios wiederfindet, im Gegenzug würde er den Unglücksraben Julien wieder freilassen. Doch Gabriel ist nicht sehr erfreut das sich seine Lebensumstände ein weiteres Mal ändern, und das obwohl seine Frau schwanger ist und bald entbindet. Für seinen Freund würde er jedoch einiges riskieren.
Gabriel nimmt sich eine Auszeit von seinem aktuellen Projekt, der Restauration von Veroneses „Thronende Muttergottes und Kind mit Heiligen“ in der Kirche San Sebastiano in Venedig. Er besucht die Villa des ermordeten Engländers und muss kurze Zeit später feststellen, dass dieser im Besitz von Meisterwerken ist, die teilweise schon seit Jahrzehnten als verschollen gelten. Doch diese Werke waren nicht leicht zu finden, da sie übermalt wurden. Nur als Restaurator hat Gabriel einen Blick dafür. Doch für wen versteckte der Tote diese Gemälde?

Daniel Silva hat mit „Raub“ wieder einen absolut detaillierten Thriller über die Kunstwelt und deren Schattenseiten abgeliefert. Die Liebe zum Detail, hier ausgedrückt in der umfänglichen Beschreibung der Restauration alter Meisterwerke, die Herstellung einer Kopie des berühmten Malers van Goghs und das ereignisreiche Lebens des italienischen Künstlers Caravaggio. Hier merkt man dem Autor seine Hingabe sehr an. An sich vielleicht eher spröde anmutende Abschnitte erfüllt er mit Leben und Begeisterung. Diese ersten Seiten habe ich sehr gerne gelesen. Dann allerdings wird Silva politisch, denn er verwebt diesen Teil seines Thrillers mit den aktuellen Ereignissen im Nahen Osten. Hier ganz speziell mit Syrien und da kann ich mit der Meinung des Autors, so gerne ich ihn auch sonst lese, nicht mitgehen. Seine Beschreibung der Herrschaft Assads mag ich im speziellen gar nicht widersprechen. Doch der Konflikt der dort unten herrscht wird durch Silva nur im gängigen westlichen Medienstil präsentiert. Das ist mir zu Eindimensional. Der in der westlichen Welt als „arabischen Frühling“ bezeichnete Konflikt, zeigt tatsächlich einen Machtkampf zwischen vielen religiösen Haupt- und Untergruppen in den verschiedensten Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens auf. Es gibt dort keine friedliche Revolution, sondern einen blutigen und brutalen Krieg um die Vormachtstellung einer der vielen religiösen Gruppen. Dabei übertrumpfen sich alle scheinbar in ihren abscheulich ausgeführten Kampfhandlungen. Dies einem einzigen Diktator anzuhängen ist zu einfach und beschreibt nicht annähernd die Situation. Deswegen bin ich diesmal nicht ganz so überzeugt von Silvas neuem Thriller, zwischenzeitlich fand ich die eigentliche Handlung spielte nur eine banale und untergeordnete Rolle. Sie war für Silva anscheinend nicht das erste Ziel sondern eher sein politischer Standpunkt zum Konflikt. Ich wollte allerdings einen spannenden Thriller lesen und bin deshalb enttäuscht.


Morgen früh, wenn du willst: Thriller (Ein Marina-Esposito-Thriller, Band 5)
Morgen früh, wenn du willst: Thriller (Ein Marina-Esposito-Thriller, Band 5)
von Tania Carver
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Morgen früh, wenn du willst, 5. April 2016
Birmingham…ausgerechnet hier wagen Phil Brennan und seine Frau Marina Esposito einen Neuanfang. Vor acht Monaten hat ihr ohnehin schon turbulentes Leben, durch eine Bombenexplosion, die Entführung ihrer gemeinsamen Tochter, den Tod des Opas und durch Phil’s Koma eine dramatische Wendung genommen. In ihrem alten Zuhause und in ihrer gewohnten Umgebung fiel ihnen sprichwörtlich das Atmen schwer. Als Marina dann ein Angebot aus Birmingham erhält, muss sie Phil nicht allzu lange überreden mit ihr und der Tochter gemeinsam dorthin zu ziehen. Obwohl es Marinas Heimatstadt ist, hat sie sehr gemischte Gefühle, die durch dramatische Geschehnissen in ihrer Kindheit zu erklären sind. Die Arbeit als Dozentin erfüllt wider Erwarten und sie blüht regelrecht auf, ganz im Gegensatz zu ihrem Mann. Phil kann sich nur schwer an seine neue Umgebung und an sein „Team“ gewöhnen. Besonders ein Kollege macht ihm das Leben ein bisschen schwer. Detective Sergeant Ian Sperring lässt ihn bei jeder Gelegenheit auflaufen, insgeheim denkt Phil, dass Ian mit der Wahl ihn als Vorgesetzteneinzusetzen, nicht einverstanden ist, da er selbst Ambitionen auf diesen Job hatte. Nun steht Phil an einem neuen Tatort in einer neuen Stadt und auch hier öffnet sich die Pforte zwischen Alltagswelt und der Welt der Alpträume. Sein neuester Fall ist bizarr, die Tote sitzt in einer Wohnung die buchstäblich einem kitschigen Puppenhaus gleicht und auch sie selber ist so ausstaffiert worden. Währenddessen bekommt auch Marinas Euphorie einen argen Dämpfer, denn bei der Weihnachtsfeier des Instituts wird sie sehr stark von Ihrem Kollegen Hugo Gwilyn bedrängt. Gwilym ist der unangefochtene Star der Fakultät, hat er es doch durch seine Bücher und diverse Fernsehauftritte zu einer gewissen Berühmtheit gebracht. Ein Umstand den Marina nicht so recht verstehen kann, denn die Theorien ihres Kollegen decken sich in keiner Weise mit ihren Ansichten und Erfahrungen. Als sie am nächsten Morgen fast ohne Erinnerungen an den vorangegangenen Abend erwacht und Hugo sie unmissverständlich drohend zu einen Kaffeebesuch zwingt, ist sie in heller Aufregung. Was ist an dem Abend passiert, laut Hugos schlüpfriger Andeutungen muss sie vom Schlimmsten ausgehen. Hat sie Phil betrogen?

Seit dem ersten Buch ist das Autorenduo unter dem Pseudonym „Tanja Carver“, ein Garant für nervenzerreißende Thriller. Auch dieser steht seinen Vorgängern in nichts nach. Außergewöhnlich an der Reihe um Brennan und Esposito sind die in aller Regel bizarren Morde und deren spektakuläre Aufklärung. In „Morgen früh, wenn du willst“ laufen die Erzählstränge parallel, auf der einen Seite werden in Birmingham eine Reihe sehr brutaler Morde begangen, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Auf der anderen Seite kommen diesmal viele psychologische Aspekte, hier insbesondere die Kraft der gezielten Einflussnahme auf das Verhalten, zur Sprache. Sehr gut herausgearbeitet finde ich dies in Bezug auf die Protagonistin Marina, trotz ihres Berufes und ihrer Erfahrung mit psychisch auffälligen Tätern, ist sie den Manipulationen ihres Kollegen zum Anfang nicht gewachsen. Sie lässt sich so stark beeinflussen, dass selbst die Beziehung zu ihrem Mann sich verändert. Natürlich hat das wiederum Einfluss auf seine Ermittlungen. Die These die diesmal hinter der Mordserie steckt wirkt auf den ersten Blick zwar etwas unglaubwürdig, jedoch gibt es tatsächlich Parallelen zur Realität. Tanja Carver erwähnt hier nicht nur den „Kannibalen von Rothenburg“ sondern ich könnte mir durchaus vorstellen dass diese reale (absolut abscheuliche) Tat das Autorenduo inspiriert hat. Ein überaus fesselnder, mit vielen Wendungen und Spannungsbögen gespickter Thriller. Hier kann man wirklich von einem Pageturner sprechen!
Kleine Mängel, die sich aber nicht auf die Bewertung schlagen sind die Covergestaltung, hier halte ich die Farbe nicht ganz angemessen für einen Thriller, und den Titel des Buches. Den konnte ich beim besten Willen nicht mit den Geschehnissen in Verbindung bringen.


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