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Botte05

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Vegan - ganz einfach
Vegan - ganz einfach
von Daniela Noia
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,50

5.0 von 5 Sternen Absolute Kaufempfehlung, 25. Juni 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vegan - ganz einfach (Gebundene Ausgabe)
Mit diesem Kochbuch halte ich ein äußerlich hochwertiges Buch in den Händen. Auf den ersten Blick sind die Rezepte schön präsentiert und bebildert. Der hochwertige Eindruck von außen findet sich im Inneren wieder.

Im Kochbuch findet sich ein persönliches Vorwort der Autorin und ihres Ehemannes. Positiv empfinde ich hier, dass keine Ab- oder Aufwertung der verschiedenen Ernährungsstile stattfindet. Neben den üblichen Angaben zu Mengen, Kochutensilien und Handhabung gibt es mehrere Saisonkalender, ein 1 x 1 der veganen Ernährung sowie Hinweise zu wichtigen Nährstoffen. Die Rezepte sind diversen Kategorien in einzelnen Kapiteln zugeordnet, zum Suchen und Finden gibt es am Ende ein Register A – Z, wo ich gezielt nach Zutaten suchen kann.

Die Rezepte sind für zwei Personen bemessen, die sich auch richtig satt essen können. Für jedes Rezept gibt es eine Zutatenliste, eine Aufstellung benötigter Kochutensilien sowie gegebenenfalls Tipps für evtl. Verwendung von Resten sowie eine Angabe zu Zubereitungs- und / oder Koch-/Backzeit. Darüber hinaus gibt es die gängigen Nährwertangaben.

Ich habe in der Zwischenzeit diverse Rezepte nachgekocht und bin immer wieder begeistert, wie gut die Zubereitung funktioniert und wie lecker es schmeckt. Erwähnenswert erscheint mir, dass ich in der Regel keine besonders ausgefallenen Zutaten benötige, sondern gängige Gewürze und Kräuter, ergänzt um einen Grundstock spezieller Zutaten der veganen Küche, die jedoch in jedem gut sortierten Supermarkt zu finden sind. Auf Fertig- oder sogenannte Ersatzprodukte wird verzichtet. Auch die Kochutensilien dürften in jedem Haushalt, wo auch frisch gekocht wird, vorhanden sein.

Es gibt Rezepte „für jeden Tag“ und auch Ideen, die für mich in die Kategorie „Sonntagsessen“ gehören. „Natürlich“ kann ich auch im Internet jede Menge Portale mit Rezepten und Kochanregungen der veganen Küche finden. Für mich ist dieses Kochbuch jedoch eine Bereicherung zu dem Online-Angebot. Und im Gegensatz zu früheren Kochbüchern der „normalen“ Küche ist dies ein Kochbuch, aus dem ich wirklich Viel ausprobiert und für wirklich gut befunden habe.

Meines Erachtens ein wirklich schönes Kochbuch, auch hervorragend für Koch- und / oder Vegan-AnfängerInnen!

Rezension: Daniela Noia, Vegan ganz einfach, Kochbuch, Hoffmann Verlag, gebundene Ausgabe, 160 Seiten, 18,50 €, Erscheinungsdatum: 05.10.2015


In Liebe, Layla: Roman
In Liebe, Layla: Roman
von Annie Barrows
  Broschiert
Preis: EUR 12,99

3.0 von 5 Sternen Geschichte und Geschichten..., 20. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: In Liebe, Layla: Roman (Broschiert)
Die Romeyns haben schon öfters Untermieter beherbergt, aber was ihnen an diesem heißen Tag schneeweiß gekleidet ins Haus flattert, ist so gar nicht das Ideal einer geeigneten Untermieterin. Insbesondere Jotti, die Seele des Haushalts und Schwester des Hausherrn Felix, hat so ihre Meinung von dem Fräulein. Die Kinder Willa und Bird finden einen so schillernden Hausgast primär interessant und evtl. sogar nachahmenswert. Zum Hausstand gehören dann noch zwei Tanten Minerva und Mae.

Der Erzähler in dem Buch wechselt immer wieder. Überwiegend erzählt Willa aus ihrer Sicht, dann wird – mehr von außen – berichtet und dann ist das Buch immer wieder durch Briefwechsel unterbrochen, die primär von Layla geschrieben und empfangen werden.

Layla ist nun in gewissem Grade bemüht, sich er Geschichte Macedonia’s zu nähern. Ein schier unmögliches Unterfangen, da die Geschichte und die Berühmtheiten danach variieren, wer gerade befragt wird und erzählen darf, insbesondere spielen vermeintliche Verwandtschaftsgrade eine gewisse Rolle. Und auch die fremdenführerischen Ambitionen von Felix dienen nicht unbedingt dem Fortgang der geplanten Broschüre. Wenn es hingegen um den Bereich Klatsch geht, scheint Jotti ein Quell unerschöpflichen Wissens zu sein. Aber irgendwie schlummern in Macedonia und der Familie Romeyn auch Geheimnisse. Wenn man sie ahnt, sind sie schon wieder weg.

Willa wird langsam erwachsen und bekommt viel mit, was nicht unbedingt aus pädagogischen Gründen immer so erstrebenswert ist. Durch gezielte Fragen, sich dumm stellen oder Lauschen erweitert sie ihre Kenntnisse um Personen und Örtlichkeiten. Und vor ihrem Forscherdrang bleibt keiner verschont, so dass sich hier ihre ganz eigene Geschichte von Macedonia schreibt.

Laut Buchbeschreibung und erstem Eindruck aus der Leseprobe soll Layla ja nun allerorts für Wirbel und Unruhe sorgen. Ich habe diese nicht gefunden. Insgesamt finde ich das Lesen dieses Buches recht mühsam und über größere Passagen anstrengend. Es gibt eine große Anzahl an vermeintlich wichtigen Nebendarstellern, die alle irgendwie etwas zu allem beizutragen haben. Willa hingegen scheint sich selbst und ihre Vergangenheit zu finden, um erwachsen werden zu können. Immer wieder gespickt mit mutmaßlich echten Begebenheiten und eben Ereignissen, die eher der Phantasie der Bürger Macedonia’s – und damit der Autorin - entsprungen sein könnten, plätschert die Geschichte für mich so vor sich hin. Ich vermisse Höhepunkte, Überraschungen oder Skandale.

Das Buchcover ist für mich eine gelungene Überraschung! Schön, angenehm floral gehalten, lässt es sich mit minimalem Aufwand in ein geschmackvoll verpacktes Geschenk verwandeln. Eine wirklich hübsche und gelungene Idee.

Rezension: Annie Barrows, In Liebe, Layla, Literatur, btb Verlag, Broschiert, 608 Seiten, 12,99 €, Erscheinungsdatum: 11.04.2016


Sicht Unsichtbar: Der dritte Fall für Schnyder&Meier
Sicht Unsichtbar: Der dritte Fall für Schnyder&Meier
Preis: EUR 11,99

3.0 von 5 Sternen Tiefe menschliche Abgründe, 20. Juni 2016
Havermann wird ermordet im Naturschutzgebiet aufgefunden. Angeblich hat er – das letzte Bollwerk – gerade erst am Vorabend endlich den Verkaufsvertrag für sein Landstück unterzeichnet, womit endlich das Öko-Projekt VillageGreen in greifbare Nähe rücken kann. Aber unter dem Strich hat das alles gar nichts mit Umweltfreundlichkeit zu tun, wie so oft im Leben geht es doch nur um Geld und wer den Rahm abschöpft. Und natürlich sind auch nicht alle VillageGreen „grün“… Insofern weitet sich der potentielle Verdächtigenkreis in rasender Geschwindigkeit aus. Und jeden Deckel, den man hoch hebt, verbirgt das nächste vermeintliche Geheimnis. Hinzu kommen noch eine Lücke in der Ermittlungsverschwiegenheit, Protagonisten mit mehr oder minder großen (psychischen) Störungen und eine Lebensgefährtin, die sich plötzlich vernachlässigt und gegen ihren Willen als Hausmütterchen zurückgelassen fühlt. Ob es da für ihn spricht, dass Kommissar Meier lange gar nicht wirklich mitbekommt, was er im Arbeitseifer für die Lösung des Falles für einen Mist privat fabriziert?!?

Dies ist der dritte Fall für das Team Meyer / Schnyder. Die vorherigen Bücher habe ich nicht gelesen, hatte auch nicht den Eindruck, dass dies für das vorliegende Buch von Nachteil ist. Die Hauptdarsteller sind sympathisch, menschlich und irgendwie „total normal“, soweit das möglich ist. Es gibt aber eine sehr große Anzahl an Nebendarstellern, Schauplätzen, Neben-Schauplätzen, Haupt- und Nebenhandlungssträngen, so dass für mich die Handlung nicht immer einfach zu verfolgen ist. Knallharte Spannung kommt für mich nicht auf, das Buch ist „nett“ zu lesen. Ein solider Krimi, der nicht unbedingt lange im Gedächtnis haften bleiben wird.

Vielleicht wurde hier mit dem – doch schon oft verwendeten – Thema „Naturprojekt“ auch eine unglückliche Grundlage gewählt. Auch wird mir für einen Krimi zu viel Raum für das Privatleben Meier / Schnyder vergeben, wobei das im Hinblick auf die Situation und die unterschwellige Kennzeichnung als „Ermittlerteam“ mutmaßlich eine zwangsläufige Herangehensweise darstellt.

Rezension: Gabriela Kaperski, Sicht Unsichtbar, Krimi, Storybakery, eBook, 450 Seiten, 11,99 €, Erscheinungsdatum: 20.04.2016


Venezianische Schatten: Luca Brassonis dritter Fall (Ein Luca-Brassoni-Krimi 3)
Venezianische Schatten: Luca Brassonis dritter Fall (Ein Luca-Brassoni-Krimi 3)
Preis: EUR 3,99

3.0 von 5 Sternen Kriminalistik im D-Zug, 27. Mai 2016
Brassoni ist beunruhigt. Erst die von ihm aufgefundene, desorientierte Frau und kurz darauf noch der Fund einer Frauenleiche. Erste Ermittlungen des Teams um den Kommissar führen zu zwei früheren Vermisstenfällen einer benachbarten Dienststelle, welche ungeklärt und offenbar in einem sehr frühen Stadium der Ermittlungen ad acta gelegt worden sind. Die Verstorbene ist eine der damals vermissten zwei jungen Frauen. So bestätigen sich die schlimmsten Befürchtungen; ein Serientäter treibt sein Unwesen in Venedig.

Aber auch im Privatleben des Commissario gibt es diverse Turbulenzen, so dass er sich nicht vollends in die Ermittlungen vertiefen kann.

Bei diesem eBook handelt es sich dem Vernehmen nach um einen Kriminalroman. Aber nur weil ein Kommissar mitspielt und es Opfer gibt, ist es noch lange kein wirklicher Krimi. Die eigentlichen Ermittlungen haben bereits Einzug in die Akten der benachbarten Behörde gehalten und finden außerhalb der Wahrnehmung des Lesers statt. Vielmehr geht es großflächig um das Privatleben des Herrn Kommissar, vermeintlich falsche Fährten und m. E. viel „schmückendes Beiwerk“.

Frau Gesing scheint mir recht inspiriert zu sein von Donna Leon und ihrem Venedig (vielleicht habe ich auch nur zu viel Phantasie und finde, Brassoni klinge Brunetti recht ähnlich…), vergibt hier aber eine gute Grundlage für einen richtig tollen Kriminalroman. Es gibt eine Leiche, mehrere Entführte, einen Quoten-Schwulen, eine Affäre, ungeahnte familiäre Entwicklungen und einen Kommissar, der irgendwie das Entscheidende nicht mitzubekommen scheint. „Auf einmal“ gibt es mehrere Verdächtige, eine falsche Fährte und schwupps! -> Happy End… Es drängt sich mir der Eindruck auf, dass die Autorin unter Zeitdruck stand und „mal eben noch“ den dritten Brassoni fertig bekommen wollte.
Eine Unkenntnis der zwei vorangegangenen Geschichten um den Kommissar hat sich beim Lesen nicht negativ bemerkbar gemacht.

Ich vergebe jedoch trotzdem drei Sterne, weil mich dieses Buch kurzweilig unterhalten hat und im schönen Venedig spielt. Die Leseprobe versprach einen soliden, spannenden Krimi. Ein Versprechen, welches das eBuch leider nicht einlöst.


Ins Gras gebissen: Ein neuer Fall für Pippa Bolle (Ein Pippa-Bolle-Krimi, Band 4)
Ins Gras gebissen: Ein neuer Fall für Pippa Bolle (Ein Pippa-Bolle-Krimi, Band 4)
von Auerbach & Keller
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen Lüttmanns lütte Lüd, 28. März 2016
3L, Lüttmanns Lütte Lüd, ist der größte (und fast einzige) Arbeitgeber im Storchendreieck. In ihrer Funktion als Besitzerin dieser Gartenzwergmanufaktur übt Christabel Gerstenknecht ein strenges Matriarchat aus. Wenn Pippa sich vorgestellt hatte, ein bisschen eine ältere Dame im Rollstuhl hin- und herzuschieben, zwischendrin ein wenig vorlesen und dann mal was Leckeres futtern, um dann einen wohlverdienten, geruhsamen Feierabend zu verleben, dann hat sie sich gründlich geirrt. Frau Gerstenknecht ist ungeachtet ihrer beinahe 100 Jahre agil, tatkräftig und neugierig. Und auch gerne immer dabei, wo was los ist.

Es ist ein beschauliches Leben hier in der Region und die einzige Aufregung bietet in der Regel jedes Jahr die bevorstehende Ankunft des ersten Storches. Unmittelbar vor Pippa Bolles Eintreffen im Storchendreieck gibt es allerdings einen Toten. Es sieht zwar nach Unfall aus, dieser Eindruck könnte jedoch auch täuschen. Als Pippa eintrifft, findet gerade die Beerdigung des Verstorbenen statt und das ganze Dorf ist auf den Beinen. Dank - eher ungewohnten - Schweigens wird Pippa als unterstützende Polizistin identifiziert und befindet sich mittendrin in den Ermittlungen. Als dieses Missverständnis geklärt wird, ist der diensthabende Beamte Seeger ihr nicht wirklich böse; er benötigt sie als „Ohr im Dorf“. Nachdem auch Christabel Gerstenknecht sie als ihre Sicherheitsbeauftragte vorstellt, ist Pippa die Anlaufstelle für alle, die irgendetwas zu sagen haben oder eben auch nicht. Denn Manches, was gerade nicht gesagt wird, kann durchaus sehr wichtig sein…

„Ins Gras gebissen“ ist ein etwas anderer Krimi, so wie Pippa Bolle eine „ziemlich andere“ Detektivin darstellt. Dank ihrer unbändigen Neugier, ihren „großen Ohren“ und wenig Scham, auch mal direkt nachzufragen, gelingt es ihr teilweise recht flott, an interessante und auch brauchbare Hinweise zu gelangen. Aber wer nun im Storchendreieck mordend umherstreift, will sich ihr über lange Strecke auch nicht wirklich erschließen. Es gibt diverse Zwistigkeiten untern Nachbarn, Rangeleien um die Rangfolge bei 3L, den Plan einer Zusammenlegung der drei Dörfer unter eine Samtgemeinde mit nur einem Bürgermeister, ein umstrittenes Bauvorhaben auf der grünen Wiese, Schatten der Vergangenheit über dem Dorf… Alles Gründe, die auch einen Mord „erfordern“ könnten.

Die Autorinnen Auerbach & Keller haben mir ein Buch an die Hand gegeben, welches mich gut unterhalten hat und dabei so verstrickt konzipiert ist, dass auch mir Hobbydetektiv recht lange der Mörder verborgen blieb. Wer einen Kriminalroman mit alternativem Humor etwas abgewinnen kann, wird gerne Pippa Bolle begleiten.

Rezension: Auerbach & Keller, Ins Gras gebissen, Krimi, List, Taschenbuch, 464 Seiten, 8,99 €, Erscheinungsdatum: 12.07.2013


Uebel unterwegs: Skurriles und Bemerkenswertes vom Landweg Hamburg-Shanghai
Uebel unterwegs: Skurriles und Bemerkenswertes vom Landweg Hamburg-Shanghai
von Tina Uebel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

4.0 von 5 Sternen Den Weg er-fahren, 28. März 2016
Tina Uebel „muss“ nach Shanghai. Sie hat ein zweimonatiges Stipendium bekommen. Fliegen kann ja jeder; scheidet allein deswegen schon aus. Vorschlag: mit der Transsib reisen und von dort berichten. Transsibirische Eisenbahn? Pah! Das geht viel besser! Nah am Reisenden an und für sich, den Staub der Äonen schnuppern, quasi „Reisen zum Anfassen“. Okay, nach Shanghai über Land, das geht jetzt nicht wirklich „einfach so“. Also muss gut vorbereitet, geplant und auch auf Alternativen vorbereitet werden. Aber eine Frau Uebel ist ja so was von cool und vertraut darauf, dass sich das letzte, einfach nicht eintreffende Visum spätestens am Bahnhof unmittelbar vor der Abreise zu ihr gesellen wird… Ich als Leser mit eher realistisch-passiver Gesinnung werde überrascht, wie sich doch immer wieder auf dieser Reise das Eine in das Andere fügt und das Ziel in der Tat rechtzeitig erreicht wird.

Es ist mir ein herzerfrischendes Vergnügen, diese Reise begleiten zu dürfen. Ohne Pfefferspray oder Elektroschocker, Leibgarde oder abstoßende Krankheiten erlebt die alleinreisende Autorin eine Reise der Extraklasse. Sie lernt Land und Leute kennen, befindet sich mitten unter den „normalen“ Reisenden und der „normalen“ Bevölkerung und wird – spätestens wenn klar ist, dass sie Deutsche und nicht Russin ist – herzlich aufgenommen, befragt, verköstigt, informiert, eingeladen, herumgeführt und notfalls angeleitet. Wo die ganzen "bösen Buben" sind, vor denen frau vor Antritt der Reise gewarnt wurde, kann nicht aufgeklärt werden...

Und die Sprachprobleme?!? Gibt es nicht. Sicherlich hat jeder Reisende schon die Erfahrung gemacht, dass man mit Freundlichkeit, einem Lächeln sowie Händen und Füßen Sprachbarrieren egalisieren kann. Die gröbsten Sprachschwierigkeiten gibt es angesichts von Behörden und Rezeptionen. Es ist aber auch wirklich schwierig, russisch nach etwas zum Notebook / WiFi zu fragen, wenn Notebook / WiFi dort genauso ausgesprochen wird, wie bei uns. Man bzw. frau ist ja nun mal kein Russe…

Wer nun ein Buch mit dröger Schilderung korrekter Abfahrtszeiten, schlüssiger Eisenbahnverbindungen, detailgetreuer Begutachtung mehr oder minder Sehenswertem entlang der Route und Reportage über die Menschen mit journalistischem Abstand sucht, braucht gar nicht erst loszulesen. Tina Uebel scheint „das Herz am rechten Fleck“ und eine erfrischende Frohnatur in sich zu vereinen. Dies noch ergänzt um Optimismus und notfalls Pragmatismus, gewandet in das „dummer-Tourist-auf-Safari-Outfit“, zum Glück mittelfristig um die unabdingbaren Schwachmatensandalen (im Austausch gegen das gute deutsche vernünftige Schuhwerk) ergänzt, ergibt für mich die Idealbesetzung auf dieser Reise.

Das Cover ist schlicht gehalten und stellt auf der Vorderseite einen Zug dar. Auf der Rückseite überrascht ein mir bis dato unbekanntes, also unübliches Verbotsschild. Das Buch selbst verfügt im Einband über eine Landkarte der Reiseroute. Zudem gibt es im Verlaufe des geschriebenen Textes verschiedene Fotografien von Menschen, Orten, Schildern und Sehenswertem, was eine schöne Ergänzung zum Gelesenen darstellt.

Von mir eine absolute Lese-Empfehlung für Interessenten alternativer „Reiseführer / -berichte“!

Rezension: Tina Uebel, Uebel unterwegs, Sachbuch, Delius Klasing Verlag, Gebundene Ausgabe, 256 Seiten, 19,90 €, Erscheinungsdatum: 14.03.2016


Der letzte Pilger: Kriminalroman (Ein Fall für Tommy Bergmann, Band 1)
Der letzte Pilger: Kriminalroman (Ein Fall für Tommy Bergmann, Band 1)
von Gard Sveen
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt..., 10. März 2016
2003 - Carl Otto Krogh, 85, eine Institution in Norwegen, wurde ermordet. Aufgrund der öffentlichen Aufmerksamkeit werden die Teams der Kollegen Bergmann und Sørvaag zusammengelegt, um möglichst zügig mit den Ermittlungen voranzukommen. Während Halgeir die Gründe für diesen Mord in der Gegenwart sucht, vermutet Tommy sehr schnell einen Zusammenhang zwischen einem Knochenfund von vor gut zwei Wochen. Die Knochen wurden drei Leichen, zwei Frauen und einem, Kind, zugeordnet, die im zweiten Weltkrieg ermordet und verscharrt worden waren. Was, wenn Krogh diese Personen gekannt und dies ihn letztlich mit den möglichen Schatten seiner Vergangenheit nun vereint hat?

1939 – Agnes Gerner wird im Auftrage der Briten als Agentin nach Norwegen entsandt, um die Reihen der Deutschen zu unterwandern. Als Chefsekretärin und Geliebte des Oberstaatsanwalts Schreiner wird sie in die Gesellschaft eingeführt, wo sie zufällig den verwitweten Industriellen Gustav Lande kennenlernt, der ihr sofort verfällt. Als Frau an seiner Seite steigt sie in die Machtetage der Deutschen auf und gewinnt als Agentin an Bedeutung. Für Agnes ist dieses Leben ein schwieriger Balanceakt zwischen ihrer Sympathie für Gustav, der Zuneigung zu Gustavs Tochter Cecilia und der großen, verbotenen Liebe zu ihrem Kontaktmann, dem Pilger. Ein falscher Schritt, ein falsches Wort, eine falsche Reaktion und ihre Tarnung könnte auffliegen. Kann England sie im Ernstfall retten?

„Der letzte Pilger“ ist das Debüt von Gard Sveen, welches als bester Krimi Skandinaviens ausgezeichnet wurde. Anfangs hatte ich etwas Schwierigkeiten, mich in dem Buch zurechtzufinden, weil es mehrere Handlungsorte und verschiedene Handlungszeiten gibt, was mir einen gemeinsamen Bezug zwischen 2003 und den Kriegsjahren zunächst nicht erschloss. Auch gibt es sehr viele Akteure, von denen einige nur eine relativ kurze, aber nicht minder wichtige, Rolle spielen. Die Ereignisse damals, beginnend mit 1939, werden parallel zu den Ermittlungen in 2003, der Gegenwart, geschildert. Ganz langsam eröffnen sich mir als Leser Zusammenhänge, die evtl. dazu angetan wären, bis in die Gegenwart hineinzuwirken. Aber erst im Finale wird mir offenbart, dass es im Leben Wendungen geben kann, mit denen keiner rechnet.

Die Protagonisten sind in sich schlüssig gewählt und dargestellt und auch die Ereignisse in Norwegen unter deutscher Besatzung erscheinen mir gut recherchiert. Besonders Agnes in ihrer schwierigen Situation wächst mir im Laufe der Zeit immer mehr ans Herz. Wohingegen ich mit Kommissar Bergmann, der engagiert und mit großem Aufwand gegen alle Widerstände diesen Fall lösen will, irgendwie nicht wirklich warm werde.

„Der letzte Pilger“ ist ein solider Kriminalroman. Atemlose Spannung kommt nicht auf, wobei mich der Weg von Agnes gefesselt hat und auch hinsichtlich ihrer verzwickten Lage im Feindesland stets eine An-Spannung in der Luft liegt. Über weite Strecken habe ich mich gut unterhalten gefühlt, kann mich jedoch mit dem vom Autor gewählten Ende irgendwie nicht einverstanden erklären. Genau kann ich es nicht fassen, aber ich finde es nicht wirklich schlüssig.

Rezension: Gard Sveen, Kriminalroman, List, Taschenbuch, 554 Seiten, 14,99 €, Erscheinungsdatum: 26.02.2016


Endgültig: Thriller
Endgültig: Thriller
von Andreas Pflüger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Weg des Bushidõ, 4. März 2016
Rezension bezieht sich auf: Endgültig: Thriller (Gebundene Ausgabe)
So viel hat Jenny Aaron seit ihrer Erblindung erreicht. Energiegeladen und kampfbereit hat sie sich voll auf ihre Mobilisation fokussiert und in kürzester Zeit war sie so trainiert, dass sie weitgehend auf fremde Hilfe verzichten kann. Die Vergangenheit hat sie hinter sich gelassen, nicht zuletzt deswegen, weil sie seit dem Unfall an einer Amnesie leidet. Es gibt nur diesen einen Punkt, diese nagende Frage: hat sie wirklich unverantwortlich ihren Geliebten und Kollegen Niko an jenem Tag einfach zurückgelassen und den unausgesprochenen Ehrenkodex gebrochen?

Jetzt, wieder in Berlin, wird diese Frage umso drängender, als das ausgerechnet Niko sie am Flughafen abholt. Aber alle freuen sich offensichtlich über Aaron’s vorübergehende Rückkehr ins Team, insbesondere Pavlik, mit dem Jenny eine innige Freundschaft, die seine gesamte Familie umfasst, verband. Wohltuend "normal" knüpft die Gegenwart sich an die Vergangenheit mit dem Team an.
Aaron wird schnell klar, dass der aktuelle Mord lediglich ein Köder ist, um sie zurück nach Berlin zu lotsen und in ein perfides Katz-und-Maus-Spiel verwickeln zu können. Aber wer zieht die Fäden? Wer hat mit ihr noch eine unbeglichene Rechnung offen? Die Ereignisse nehmen an Fahrt auf und Jenny’s Gespür bewahrheitet sich. Sogar seltsame Situationen aus der jüngeren Vergangenheit geraten in einen anderen Blickwinkel. Nach und nach fällt der Vorhang, was überraschender Weise sogar Türen in Aaron’s verschlossenem Gehirn zu öffnen vermag. Sollte es in diesem Fall letztlich nur um sie gehen?

Die Person der Jenny Aaron ist schlüssig und komplett. Das Blindsein der Hauptdarstellerin ist bar unpassenden Mitleids und – soweit ich es zu beurteilen vermag – gut recherchiert und somit für mich als Leser teilweise schon zu vergessen. Auch hat sie keine exorbitanten Superkräfte, sondern agiert – genau wie früher als Sehende – konzentriert, fokussiert und entsprechend trainiert. Einer asiatischen Kampfkunst, dem Bushidõ, seit Jahren folgend, weiß sie sich zu wehren und ruht ein Stück weit in sich selbst.

Mit „Endgültig“ halte ich einen Thriller der Extraklasse in der Hand. Das Buch mit seinem eher schlichten, aber doch lockenden Cover sowie dem gelben Schnitt hinterlässt sofort einen qualitativ hochwertigen Eindruck. Eine Außenansicht, welcher der Inhalt in nichts nachsteht. Es gelingt dem Autor, mich unmittelbar an die Hand zu nehmen und meinen Lesefluss zu steuern. Andreas Pflüger entscheidet, wann ich aus dem Buch zurückkehre, sich meine innere Anspannung löst und die Atmung normalisiert. Er scheint mit mir zu spielen, ähnlich wie im Buch mit der Protagonistin gespielt wird. Mit dem entscheidenden Unterschied, dass es bei mir nicht um Leben und Tod, sondern lediglich um „wann gibt es was zu essen?“ geht.

Ich kann nur sagen „alle Daumen hoch für Thrillerfans“!

Rezension: Andreas Pflüger, Endgültig, Thriller, Suhrkamp , gebundene Ausgabe, 459 Seiten, 19,95 €, Erscheinungsdatum: 07.03.2016


Die Tote am Lago Maggiore: Ein Fall für Matteo Basso (KiWi)
Die Tote am Lago Maggiore: Ein Fall für Matteo Basso (KiWi)
von Bruno Varese
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Die Wahrheit dahinter, 18. Februar 2016
Matteo Basso hat Mailand den Rücken gekehrt und sucht seinen Frieden in der Heimat. Seine Ambitionen im Angeln dienen eher einer Art morgendlicher Meditation, denn einer Fischmahlzeit. In Gisella hat er eine gute Freundin gefunden, die ihm auch in der elterlichen Metzgerei mit Rat und Tat zur Seite steht. Das Leben in der Metropole fehlt ihm nicht. Nur mit der traditionellen Wurst, der Salsiccia, hadert er; irgendwie will ihm keine wirklich schmackhafte Variante gelingen. Der kleine Ort ist in Aufregung, da das alljährliche Oldtimerrennen am kommenden Wochenende stattfinden wird. Gisella hat ihn sogar überredet, einen Stand entlang der Strecke aufzustellen, um seine regionalen Köstlichkeiten zu verkaufen.

In diese erwartungsfrohe Stimmung schlägt das Schicksal schmerzhaft ein; Gisella fällt einem Badeunfall zum Opfer. Matteo kann und will nicht glauben, dass es „nur“ ein Unfall ist und macht das, was er nie mehr machen wollte; er ermittelt. Durch seine Ungeschicklichkeit landet er eher in Haft, als er gucken kann und lernt so Kommissarin Zanetti kennen, die ihm mit Strenge und etwas Nachsicht gewisse Freiheiten einräumt, ihn jedoch „an der kurzen Leine“ hält.

Dieser Kriminalroman ist das erste Buch von Bruno Varese und demzufolge auch der erste Fall des Gespanns Basso / Zanetti. Eingebettet in die Region rund um den Lago Maggiore entspinnt sich eine interessante Handlung, die ein wenig Fernweh zu wecken vermag. Aber irgendwie doch offenbar eher ein „ungesundes“ Pflaster. Ehe ich mich versehe, gibt es Opfer, viele offenen Fragen, jede Menge neuer Ansätze und selbst Matteo Basso gerät zwischen die Fronten von wem- oder was-auch-immer.

Für mich handelt es sich bei „Die Tote am Lago Maggiore“ um einen soliden Krimi für Fans des Genres, der mich gut unterhalten hat. Es gibt einige Wendungen und Sackgassen sowie angenehme Spannung. Knallharte blutrünstige Szenen werden nicht geboten, es gibt eher leise Töne.

Neben der Haupthandlung erhalte ich wenige Informationen über den Protagonisten Matteo und seine bisherige Biographie, so dass für mich noch jede Menge Neugier für weitere Kriminalfälle verbleibt. Auch die Sympathie zwischen der Kommissarin und dem Neu-Metzger ist mir nicht entgangen und ein kleiner Flirt würde einer Kriminalromanreihe auch nicht schlecht stehen.

Rezension: Bruno Varese, Die Tote am Lago Maggiore, Krimi, Kiepenheuer & Witsch, Taschenbuch, 304 Seiten, 9,99 €, Erscheinungsdatum: 18.02.2016


Albertos verlorener Geburtstag: Roman
Albertos verlorener Geburtstag: Roman
von Diana Rosie
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen Reise zu den eigenen Wurzeln, 11. Februar 2016
Alberto’s Schwiegersohn Juan Carlos hatte einen schweren Unfall. Aufgrund dessen bittet seine Tochter Rosa ihn, den Enkelsohn Albertino (Tino) für ein paar Tage aufzunehmen und sich um das Kind zu kümmern. Nachdem der Junge seinen Vater im Krankenhaus gesehen hat, leidet das Kind an Albträumen und wird immer blasser und stiller. Nachdem Tino schon entschieden hat, dass Alberto unbedingt seinen Geburtstag wiederfinden müsse, beschließt der Großvater, nach Rücksprache mit seiner Tochter, mit dem Enkel eine kleine Reise zu unternehmen. Dies würde dem Kind gut tun und ihm evtl. auch seine Vergangenheit ein Stückweit zurück bringen können.

In diesem Buch darf ich Großvater und Enkelsohn auf ihrer Reise begleiten. Schritt für Schritt reisen sie tiefer in die scheinbar verschollene Vergangenheit und wenn auch nicht alle Spuren zu einem erfolgreichen Ziel zu führen scheinen, kehren ab und an Erinnerungsfetzen wieder, welche den Fortgang des Abenteuers sichern können. Und je weiter Alberto mit Hilfe lieber Menschen zurückfindet, umso größer wird die Sorge, es könne etwas geben, was besser verborgen geblieben wäre.

Parallel wird detailliert das Geschehen rund um Alberto und das spanische Land zu jener Zeit anhand der Menschen, die ihn unmittelbar umgaben, rückwärts aufgerollt; angefangen mit seiner Ankunft im Waisenhaus. Eben dem Punkt, an den Alberto sich heute noch vage zurück erinnern kann.

Diana Rosie gelingt es, mich von Anfang an für Alberto und Tino einzunehmen und meine Neugier auf Alberto’s Herkunft anzustacheln. Ich kann mich anhand des Gelesenen gut in die gegenwärtige Reise sowie auch in die Gegebenheiten der dreißiger Jahre in Spanien hineinfinden. Fast spüre ich die Hitze des Sommers und schmecke den Staub auf den Trauben. Und ich freue mich über jeden kleinen Erfolgsschimmer, der Alberto und Tino zu Teil wird. Und was für den Einen ein großer Spaß ist, wird für den Anderen immer mehr zur Herzensangelegenheit und führt zur Gewissheit, dass es wichtig ist, seine Herkunft doch zu kennen.
Die Autorin verzichtet meiner Meinung nach auf unnötiges Geplänkel, um Seiten zu füllen, sondern bleibt jeweils schlüssig in den Abläufen, was auch das Springen zwischen Heute und Damals homogen stattfinden lässt und mir als Leser keine Probleme bereitet.

„Albertos verlorener Geburtstag“ ist für mich ein sehr lesenswertes Buch, welches mich von A bis Z gut unterhalten hat. Ein Buch über Irrungen und Wirrungen des Lebens, ein Buch zum Träumen, zum Schmunzeln und auch ein wenig zum Trauern. Und des Hoffens, das letztlich doch „immer alles gut wird“.

Rezension: Diana Rosie, Albertos verlorener Geburtstag, Literatur, Droemer Knaur, gebundene Ausgabe, 336 Seiten, 16,99 €, Erscheinungsdatum: 01.02.2016


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