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Rezensionen verfasst von
Stevo (Germany)

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Ballast der Republik (inkl. Jubiläums-Album Die Geister, die wir riefen)
Ballast der Republik (inkl. Jubiläums-Album Die Geister, die wir riefen)
Preis: EUR 19,99

73 von 80 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf der Zeitreise ins Glück, 10. Mai 2012
Die Hosen haben mich während meiner letzten gut 24 Jahre mehr oder weniger begleitet, sei es beim "konservativen" Schützenfest in meiner Heimat oder auf diversen Punkfeten, bei und vor Fussballspielen oder bei Konzerten und Festivals. Deshalb sind sie für mich mehr als eine Band, sie sind eine Art kulturelle Instituition, die mich schon von meiner Kindheit an in verschiedenen Lebensphasen und in völlig unterschiedlichen Umfeldern begleitet und teilweise geprägt hat. Dementsprechend hatten sie es in den letzten Jahren nicht einfach, mich so wie in den 90ern zu begeistern. Daher hätte ich ihnen ehrlich gesagt nicht mehr zugetraut, bei mir einen Volltreffer zu landen.

Und voila, da bringt diese für mich persönlich wichtigste deutsche Rockband zum 30 jährigen Jubiläum ein Album mit Namen "Ballast der Republik" raus, das es doch tatsächlich schafft, mich sowohl in die späten 80er, als ich das erste mal als 10jähriger Alex gehört habe, als auch in die 90er, als ich in meiner Revoluzzerphase durch die "Kauf mich" und "Opium für das Volk" auch eine deutschsprachige Band vorgefunden habe, von der ich mich verstanden fühlte und mich u.a. dazu inspirieren konnte, selbst die Gitarre in die Hand zu nehmen, als auch in die 2000er, als ich mich als Student mit meinem ersten "Auswärtsspiel" vom Elternhaus darüber freuen durfte, dass die Hosen nach ihrem schwachen "Unsterblich" wieder zur Bestform auflaufen konnten, als auch in das Hier und Jetzt, eine Zeit, in der die musikalischen Höhepunkte immer seltener werden und ich mich extrem auf ein geniales Line Up mit dem perfekten Abschluss des Geburtstagsgigs der Hosen bei meinem 13. Rock am Ring freue, zu katapultieren.
Nachdem der Song "Tage wie diese" mein momentanes Lebensgefühl mit der Vorfreude auf den 3. Juni punktgenau getroffen hat habe ich mir schon einiges von dieser Platte erhofft. Aber diese Begeisterung? Die hätte ich beileibe nicht erwartet.

In meinen Augen haben die Hosen genau die Mischung aus politischer Positionierung, Nachdenklichkeit, Liebe, feierliche Hymne, Pathos und Melancholie getroffen, die sie stets so ausgezeichnet hat. Ich bin mir ganz sicher, dass ich Lieder wie "Tage wie diese", "Traurig einen Sommer lang", "Altes Fieber", "Schade, wie kann das passieren","Oberhausen" und "Das ist unser Tag" auch noch in 10 Jahren mitgröhlen werde, ähnlich wie ich das heute zu den passenden Gelegenheiten bei so, so vielen Hymnen der Hosen mache.

Auch die Lieder, die ich lieber zu Hause im stillen Kämmerlein höre als auf Partys oder Gigs konnten und können mich völlig einnehmen. Mein persönlicher Favorit ist "Drei Worte", ein absolut geniales Intro, das ein wenig Hosenuntypisch an "Alice in Chains" erinnert, um punktgenau in dem typischen Hosensound zu münden. Bei "Draußen vor der Tür" bekommt man den Eindruck, da würde ein jugendlicher Campino über das schwierige Verhältnis mit seinem Vater singen. Einfach phantastisch!

Dazu eine Bonus CD mit "Geister, die wir riefen", von deren 15 Covern man den Großteil als Oldschool 70er 80er Punk bezeichnen kann, also Hosen aus den 80ern pur! Zusätzlich sind Gedichte von Hesse und Kästner bzw. das "Moorsoldatenlied" von KZ Häftlingen von Börgermoor vertont. Ein "Schrei nach Liebe" Cover (ein Traum!) und das wunderbare zu Campino und Co. so herrlich passende Volkslied "Heute hier, morgen dort" gibt es ebenso wie ein Antinazisong von 1928 von Fritz Grünbaum, ein jüdischer Komponist, der von den Nazis später ermordet wurde. Nach mehrmaligen Hören merkt man, dass die Cover sehr genau ausgewählt worden sind und man erkennt, dass die Band zwar ihre Wurzeln in den 70ern hat, die Toten Hosen aber mittlerweile viel mehr sind, als der damalige Zeitgeist. Insgesamt kann man sagen, dass alles perfekt abgerundet ist. So muss eine Jubiläums CD aussehen, so muss sie sich anhören.

Gibt es auch schwächere Songs? Ehrlich gesagt interessiert mich das nicht die Bohne! Ich gehöre zu der Generation, die das künstlerische Schaffen einer Band anhand eines Albums als Ganzes beurteilt. Daher gibt es hier nichts zu kritisieren, weil dieses Album im Gesamten eine Perle im Ozean der Musiküberflutung ist.

Fazit:

Da es heute viel schwieriger ist, mich zu begeistern als in den 90ern, behaupte ich, dass die Hosen so gut sind, wie nie zuvor. Sie haben all ihre besten Seiten aus den letzten 30 Jahren zu einer in sich perfekt funktionierenden Einheit gemixt, um ein Album zu kreieren, das in den kommenden Wochen und Monaten noch für Furore sorgen und in Jahren immer noch in kultiger Erinnerung geblieben sein wird. Zumindest was mich betrifft!

Ich bin noch keine 60
und ich bin auch nicht nah dran
Und erst dann möcht ich erzählen
was früher einmal war

Auch wenn Die Toten Hosen auch auf diesem Album den Blick in die Zukunft nicht verloren haben, jetzt wo sie alle um die 50 sind, ist die Zeit gekommen, in der der Blick auf die Vergangenheit ebenso wichtig erscheint. Aus dem Kreuzzug ist eine Zeitreise geworden, und das ist gut so!

Danke liebe Hosen, das was ihr bietet, kann man mit Geld nicht aufwiegen... :-)
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 10, 2012 1:23 AM MEST


World of WarCraft
World of WarCraft
Wird angeboten von Rare-Games
Preis: EUR 69,95

14 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen World of Warcraft - Gefährlich, zeitraubend und im nachhinein immer ernüchternd, 21. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: World of WarCraft (Computerspiel)
Ich war WOW Spieler der ersten Stunde und hatte in meinem Clan bis zu meinem Austritt den höchststufigen Charakter. Damals, ich glaube es war 2004, habe ich das Spiel bis zum Erbrechen gezockt. Jede Nacht saß ich bis 3 Uhr am PC, ohne dass ich irgendeinen Druck von meiner Gilde bekommen hätte (das ist meiner Meinung nach eben nicht die eigentliche Wurzel des übels, sondern...), nur um das in uns allen Menschen innewohnenden Konkurrenzdenken zu befriedigen. Ich wollte die besten Items, die tollsten Zaubersprüche und die besten Verzauberungen haben.

Ich war in einer Gilde, deren Mitglieder ich nur im digitalen Universum von WOW kennengerlent habe, und ich war der erste und damals einzige in meinem kompletten Freundes- und Bekanntenkreis, der WOW (auf einem PvE Rollenspielserver) gespielt hat. Anfangs hatte ich nichts besseres zu tun, als Freitags- oder Samstagsabends auf diversen Partys Leute damit zuzumüllen, wie toll doch diese vírtuelle Realität von WOW sei.

Dabei hätte ich es besser wissen müssen. Schon seit meiner Kindheit habe ich mehr als ein Dutzend Pen & Paper Rollenspiele teils 2 bis 3x die WOche gespielt, seit meiner Jugend habe ich inzwischen unzählige Computer Rollenspiele gespielt, Herr der Ringe mehrmals durchgelesen und, und, und... Ich liebe dieses Genre und hatte mit meinen damals 26 Jahren schon die entsprechende Erfahrung, um das Suchtpotential von MMORPGs, das die primitivsten Instinkte in uns anspricht, eben das "Ich will der beste sein", schnell zu erkennen und dementsprechend entgegenzuwirken.

Ich habe Sage und Schreibe dreineinhalb Monate, unzählige Spielstunden bis zum Erreichen von Lvl. 47 (einschließlich 3 anderer niedrigstufiger Charaktere) gebraucht, um das wahre Gesicht dieses Zeit verschligenden Ungetüms names World of Warcraft zu erkennen. Leider haben sich im Laufe der Zeit immer wieder Leute in meiner Umgebung trotz meinen Warnungen von diesem Spiel vereinnahmen lassen. Hier geht es im Grunde genommen darum, sich mit anderen zu messen, besser, schneller, schöner als sein virtueller Nachbar zu sein, ohne davon auch nur im geringsten im realen Leben zu profitieren.

Bezeichnend ist, dass niemand mehr von diesem Spiel schwärmt, nachdem er von ihm losgekommen ist. Ohne Ausnahme waren alle ernüchtert und ohne Ausnahme haben alle die Zeit, die sie in WOW investiert haben, als Zeitverschwendung angesehen. Das sollte doch abschreckend genug sein, um die Finger von diesem Spiel zu lassen.


Sid Meier's Civilization V
Sid Meier's Civilization V
Wird angeboten von skgames
Preis: EUR 14,99

22 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen CIVILIZATION V ist CIVILIZATION, 29. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Sid Meier's Civilization V (Computerspiel)
Eins vorweg: Ich bin Civilization Spieler der ersten Stunde, war damals 13, als der erste Teil rausgekommen ist, und habe diesen schon damals quasi totgespielt.

Trotz alledem habe ich alle Ableger (Alpha Centauri, Colonization, Call to Power) zumindest angespielt (für mich ist und bleibt die Menschheitsgeschichte als Ganzes der Suchtfaktor bei diesem Spiel!) und alle Teile ebenfalls totgespielt. An keiner Spielereihe habe ich mehr Zeit in meinem Leben verbracht als an Civilization, bis heute mein absoluter All Time Fav. Jeder Teil für sich hat sich im Detail teilweise erheblich anders als der Vorgänger gespielt, jeder Teil war trotzdem und definitiv immer noch im Grundsatz das gleiche Spiel wie CIVILIZATION I.

Diese Tradition hat sich bei Teil V bestätigt.

Ich könnte nun wie der Großteil meiner Vorredner anfangen, das Spiel im Detail mit seinen Vorgängern zu vergleichen bzw. es im Micromanagement zu kritisieren. Auch ich hätte mir einige Neuerungen gewünscht, die für mich Sinn gemacht hätten (Nur ein Beispiel, das mir schon seit dem ersten Teil völlig unverständlich ist: Warum können Späher und Barbaren noch 1000e von Meilen von der Hauptstadt versorgt werden und sind Jahrhunderte und Jahrtausende unterwegs, um bei ihrer Rückkehr immer noch zur gleichen Zivilisation zu gehören? Zum Ende des Spiels dagegen sollte es keine Probleme mehr geben, alle seine Einheiten innerhalb eines Zuges egal an welcher Stelle der Karte zu positionieren) Aber das ist alles Kappes, Civilization hat sich noch nie durch innere Logik im Detail ausgezeichnet, es waren vielmehr die grundlegenden Dinge, die diese Spielereihe bis heute so einzigartig machen.

Was waren denn immer die grundlegenden Eigenschaften von Civilization?

1.) Das Grundkonzept: Am Anfang der menschlichen Zivilisation fängt man im Jahre 4000 v. Chr. technisch, militärisch und kulturell bei Null an und hat alle Freiheiten, sein Volk bis in das 21. Jahrhundert hinein zu entwickeln. Von Spiel zu SPiel ändern sich die Karten, die Völker etc, ergo die Startbedingungen. Der Wiederspielbarkeit sind quasi keine Grenzen gesetzt. Gewinnen kann man das Spiel, indem man gewisse Ziele eher als die anderen Zivilisationen erreicht.

2.) Der Technologiebaum: Die jeweiligen Technologien können nur erforscht werden, wenn man die Kenntnis der dafür logisch notwendigen Vorgängertechnologien erworben hat. Die Geschwindigkeit, mit der man die Technologien erforschen kann, hängt von der Infrastruktur der Zivilisation ab.

3.) Die Besiedlung des Planeten durch Städtebau: Man erweitert seine Zivilisation, indem zuvor gebaute Siedler an geeigneten Plätzen Städte gründen. Dadurch wird es schwieriger die Infrastruktur im Gleichgewicht zu halten und sein Reich zu kontrollieren.

4.) Die Wirtschaft: Man muss über eine florierende Wirtschaft verfügen, die einem (steuerlich) genügend Einkommen sichert, um die Infrastruktur zu finanzieren.

5.) Die Diplomatie: Durch Handel, Verteidigungsabkommen oder Bündnisse mit anderen Mächten kann man seine Infrastruktur verbessern. Die Beziehungen zu den jeweiligen Nachbarn ändert sich stetig.

6.) Das Militär: Auf Basis der Technologien kann man Einheiten bauen oder kaufen, mit denen man Krieg gegen andere Mächte führen und somit sein Territorium bzw. seine Staatskasse erweitern (oder auch verlieren) kann.

7.) Die Erkundung der Welt: Man sieht anfangs nur einen kleinen Bereich der Weltkarte und muss mit der Zeit den Planeten durch Späher oder Schiffe erkunden.

Das sind die 7 Eckpfeiler, auf dem Civilization seit 1991 aufgebaut ist. Und alle 7 Eckpfeiler sehe ich nach zweimaligen Durchspielens von CIV V in keinster Weise berührt.

Dass bei allen Rezensionen des jeweiligen Civ Teils der Bezug auf den Voränger genommen und im selben Atemzug der Untergang eines großartigen Spielkonzeptes proklamiert wird, ist so alt wie Civilization II. So gut Civilization IV in meinen Augen auch war, gerade um eine neue Generation von Civ Spielern (und es gibt auf dem Markt nunmal keine ernstzunehmende Alternative) anzusprechen, sollte man das Spiel mal ohne den Vergleich zu seinen Vorgängern rezensieren. Und für all diejenigen, die Civ IV als das Spiel der Spiele ansehen, habe ich einen guten Vorschlag: Bleibt einfach beim Vorgänger und lasst Civ V links liegen. Besser als Teil IV geht es ja eh nicht mehr.

Jeden geschichtsinteressierten und an Strategiespielen interessierten Jugendlichen kann ich diesen Teil der Civ Reihe jedenfalls wärmstens empfehlen. Es gibt derzeit kein auch nur ansatzweise gleichgutes Spiel, in dem man die Zivilisation der Menschheitsgeschichte nachspielen kann.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 2, 2010 11:09 PM CET


Kein Titel verfügbar

10 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Faszination Star Trek - Mal anders, 26. Mai 2009
Ich habe mir lange überlegt, wie und ob ich diesen Film überhaupt rezensieren soll. Aber da ich mich nach den überschwenglichen Bewertungen und Kommentaren als alter TNG Verehrer genötigt sehe, mir meine Meinung von der Seele zu schreiben, werde ich das hiermit tun.

TOS war für mich in der Kindheit eine interessante und unterhaltende Serie, echten Tiefgang hat die erste Generation aber mMn erst mit den Kinofilmen erreichen können. Entgegen der damals in guten Science Fiction Filmen gängigen dystopischen Visionen hat Star Trek das wohl einzige ernstzunehmende positive Gegenbild der Zukunft gezeichnet. Diese in den TOS Kinofilmen geborene lebensbejahende und wissenschaftsfreundliche Philosophie ist 1987 von den TNG Autoren aufgenommen und bis in die 7. Staffel hinein perfektioniert worden. Vor allen Dingen in der Person des Jean Luc Picard fand man großes Identifikationspotenzial für eine bessere Zukunft, in der die Vernunft auf Basis der natur- und geisteswisschenschaftlichen Erkenntnisse und unserer Historie siegen würde. Picard war in meiner Jugend ein Vorbild und mein Verhältnis zu Star Trek wurde im Laufe der Zeit zwischen 1991 und 1994 weit mehr als das eines Konsumenten zu einem Produkt der Entertainmentbranche. Star Trek hat nicht nur unterhalten, Star Trek hat gebildet und den Charakter konstruktiv geformt und mich in meiner Jugend beim Erwachsenwerden begleitet. Paradoxerweiser wurde gerade in den Kinofilmen mit der TNG Crew der Pfad der Star Trek Philosophie verlassen, die in den Verfilmungen mit der TOS Crew erst erst so richtig in Fahrt gekommen ist.

Jetzt werden sich vielleicht einige Leser fragen, warum ich das alles in eine Rezension für einen Kinofilm schreibe, der vordergründig mit TNG nix zu tun hat!? Es ist doch so, dass ich aufgrund meiner Vita Produkte mit gewissen Erwartungen gegenübertrete, wenn diese mit Star Trek gekennzeichnet sind. Das ist die eine Seite in mir, mit der ich in diesen Film gegangen bin.

Die andere Seite in mir hat inzwischen schon lange aufgegeben, einen echten und tief in die Substanz gehenden Science Fiction Film im Kino zu sehen. Alles, was seit Starship Troopers in die Kinos gekommen ist, hat mich arg enttäuscht.

Und hier bin ich nun bei dem Punkt angekommen, warum ich diesem Film 3 Sterne geben muss.

Ich wurde aufgrund der atemberaubenden Special Effects, einiger wirklich spannender Szenen und sehr guten Schauspielern die volle Länge des Films über gut unterhalten. Also habe ich genau das bekommen, was ich im Grunde erwartet habe und kann mich im nachhinein nicht grundsätzlich beschweren.

Aber Leute, Tiefgang hat dieser Film nun wahrlich nicht.(SPOILER) Bitte führt euch das Drehbuch vor Augen: Ein romulanischer Zivilist bekommt mit, wie Spock versucht, Vulkan zu retten (er hat es ja versprochen), aber dabei scheitert, dreht durch, schafft es seine komplette Crew mit durchdrehen zu lassen und möchte aus Rache einen aktiven Genozid an den Vulkaniern vollführen. Abgesehen von dem absolut idiotischen Rettungsversuch von Spock, den das Volk der Romulaner, die ich in TNG kennen und zu schätzen gelernt habe, im Leben nicht zugestimmt und es selbst versucht hätten, ist die Figur des romulanischen Dissidenten einfach nur schwach gezeichnet.

Der Gipfel des Schwachsinns, und das Star Trek was ich bisher kannte, war alles andere als unlogisch und schwachsinnig, war das Aussetzen Kirks von Spock auf den Eisplaneten, der ihn so unter normalen Umständen den sicheren Tod ausgeliefert hätte. Wir reden hier von einer Gesellschaft, die der europäischen, in der die Aufklärung wohl am weitesten verinnerlicht wurde, in Roddenberrys Sinne weit überlegen ist. Aber damit nicht genug. Auf einem riesigen Planeten wird Kirk von einem Alien angegriffen (über die Star Wars Kopie lässt sich streiten), flieht in eine zufällige Höhle und trifft genau dort auf Mr. Spock. Da fragt man sich doch, warum die Amerikaner Osama Bin Laden noch nicht gefunden haben, Afghanistan wird wohl ein wenig kleiner sein als ein ganzer Planet. Und auch damit noch nicht genug. Zufälligerweise befindet sich in erreichbaren Abstand zur Höhle eine Aussenstation der Föderation, wo sich, oh Zufall sei Dank, ein Mr. Scott aufhält. Wenn das nicht konstruiert wirkt, dann weiß ich auch nicht.

Übrigens: Für mich war einer meiner absoluten Lieblingscharaktere aus Star Trek, Limoy, nur noch ein Schatten seiner selbst. Das einzige, was mir in Erinnerung geblieben ist, waren seine dritten Zähne, die ihn noch älter haben wirken lassen, als er eh schon ist. Gut, dass die nicht rausgefallen sind.

Auch wenn sich das jetzt alles wie ein Verriss anhört, soll diese Rezension wahrlich kein Verriss sein. In der Tat hätte ich diesem Film im Jahre 1994 0 Sterne vergeben, aber auch ich habe inzwischen in Teilen vor der Spaßgesellschaft kapituliert und mich in das gemeinschaftliche Schicksal ergeben. Wenn man keine hinterfragende, gesellschaftskritische und tiefgründige Science Fiction mehr möchte, dann wird sie auch nicht produziert. So einfach ist das.

Früher hieß "Faszination Star Trek" für mich Reflexion über das menschliche Fortschreiten in Verbindung mit sehr guter Unterhaltung.

Heute heißt "Faszinaiton Star Trek" für mich Gehirn ausschalten und sich von den Effekten berauschen zu lassen.

Das ist wie Achterbahnfahren, hat also auch was für sich.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 5, 2009 6:42 PM MEST


The Colour of Snow (inkl. Der Hitsingle "Allein Allein")
The Colour of Snow (inkl. Der Hitsingle "Allein Allein")
Preis: EUR 9,99

40 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es fährt ein Zug nach Nirgendwo, 10. Dezember 2008
Vielleicht würden mich einige Leute zur Generation X zählen, Jahrgang 1978, mein musikalischer Urknall war Nirvana, die zusammen mit Pearl Jam bis heute meine ungeschlagenen Helden sind. Außerdem spiele ich in einer Band, die inzwischen mehr oder weniger erfolgreich, ihr zweites Album rausgebracht hat und deren Mitglieder immer, ganz im Sinne des Grunge und Punks, ihren ureigenen Weg gegangen sind und auf Stimmungen oder modische Erscheinungen einen Dreck gegeben haben.

Es ist schon seltsam, daß ich "The colour of snow" wahrscheinlich genau ein Jahr früher aufgrund meines Musikdogmas von Grund auf abgelehnt hätte. So wie es der Zufall wollte habe ich "Allein, Allein" das erste mal genau zur richtigen Zeit an genau dem richtigem Ort (Anfang August im Autoradio) gehört. Es ist, was bei nachhaltiger und guter Musik bei mir sehr selten der Fall ist, sofort zu mir durchgedrungen. Ich erkannte weder das Hymnenpotenzial, noch war ich Fan von elektronisch unterstützter Musik, noch wusste ich irgendwas über die Band, geschweige denn über das vorherige Album. Trotz allem war für mich auf Anhieb klar, daß ich mir das dazugehörige Album zulegen würde und tat dies dann auch etwas später. Nun, da ich "The colour of snow" sicherlich zum 30. mal durchgehört habe, kann ich bedenkenlos kundtun, daß mich seit "Toxicity" von SOAD kein Album mehr so inspiriert, keines mehr so auf mich gewirkt und keines mehr so bei mir eingeschlagen hat wie dieses. Schon der Opener Tourist nimmt einen mit auf eine Reise zurück in die unbeschwerte Kindheit, deren Erinnerungen und Gefühle so weit weg erschienen, um gerade in diesen Zeiten wieder so nah dran zu sein scheinen. Diese Melancholie, die The colour of snow, Happy go Lucky oder River loves the ocean in mir auslöst, habe ich schon sehr lange nicht mehr in dieser Form gespürt. Obwohl fast alle Lieder einen düsteren, kalten und depressiven Grundton in sich tragen, wird das Lebensbejahende wie von einem über allem schwebenden Engel (namens Felix Räuber) durch das gesamte Album getragen.

2008 wird als eines der wichtigsten Jahre in die Geschichte meiner Biographie eingehen, es ist verdammt viel passiert. Dieses Album hat mich während dieser Zeit begleitet und wird wohl auch noch in Jahren oder Jahrzehnten zu meinen Lieblingsalben zählen, um mich dann, so ist es nunmal bei Musik, immer wieder an diese Zeit zu erinnern. Das weiß ich schon jetzt.

Danke an Polarkreis 18 für diese phantastische Musik.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 11, 2010 2:59 PM MEST


Nirvana - Unplugged In New York
Nirvana - Unplugged In New York
DVD ~ Nirvana
Preis: EUR 9,49

12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weniger als durchschnitt, 29. Januar 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nirvana - Unplugged In New York (DVD)
Hier wird endlich (immerhin habe ich 15 Jahre auf diesen Moment gewartet!) ungeschnitten gezeigt, wie man es heutzutage im musikalischem Mainstream gar nicht mehr, im "Underground" nur noch höchst selten findet. Hier wurde Livemusik einer Band gemacht, die auch heute noch direkt ins Herz geht, einer Band, die auf musikalischen Selbstzweck einen Dreck gegeben hat. Für die Millionen Gitarristen auf dieser Erde, die 5 Stunden fehlerfrei und im perfekten Rythmus 64el Pentatoniken hoch und runter spielen können, muß dieses Konzert der blanke Hohn sein. Allen anderen, die ein Stückchen mehr Glück in ihrem Leben fühlen möchten, kann ich diese DVD wärmstens empfehlen.


Ten
Ten
Preis: EUR 6,99

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen TEN - Auch knapp 16 Jahre nach Erscheinungsdatum immer noch auf der Höhe der Zeit!, 15. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Ten (Audio CD)
Was waren das für Zeiten, Anfang der 90er.

Mit dem Erscheinen von Nirvanas "Nevermind" ist wohl die bisher letzte echte Jugendbewegung mit einem Urknall in Gang gesetzt worden, die bis heute nachwirkt. Diese Welle hat nicht nur die Musik, sondern sehr viele Lebensbereiche meiner Generation nachhaltig beeinflusst und die "Ten" gehört ohne Zweifel bis heute zu den bedeutensten Beiträgen dieser Bewegung. Vor 15 Jahren war Musik wieder wichtig geworden, eine Hochzeit der Jugendkultur, die seitdem weltweit in einem überdimensionalem Medienkarussel einem unaufhaltsamen Niedergang entgegengeht.

"TEN" ist für mich bis heute DAS Album von Pearl Jam. Auch wenn sie das Niveau bis in dieses Jahrtausend hinein fast halten konnten, ist die "TEN" doch unerreicht. Jedes Lied reisst einen mit, Eddie Vedders Gesang fährt sofort in die Glieder ein, niemand kann seine Gefühle stimmlich so gewaltig und direkt rüberbringen wie er, live genauso wie auf Platte. Mein persöhnlicher Favorit ist "Release", für mich mit "Alive" oder "Smells like teen Spirit" die Hymne, der Hilfeschrei meiner Jugend.

Ja, damals hat Musik wirklich was bedeutet, sie hat gesamtgesellschaftliche Auswirkungen gehabt, weil sie für sich selbst stand, kompromißlos, ehrlich und authentisch bis zur letzten Note. Auch heute in der erzkapitalistischen Zeit lechzen die Jugendlichen nach Authentizität, gefunden wird sie leider allzuoft nicht, ein Schicksal, daß sie wohl mit anderen Generationen teilen. Ein nicht wieder gut zu machendes Versagen der Gesellschaft...


Der Soldat James Ryan [2 DVDs]
Der Soldat James Ryan [2 DVDs]
DVD ~ Tom Hanks

87 von 120 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein Kinoerlebnis, was ich niemals vergessen werde..., 7. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Soldat James Ryan [2 DVDs] (DVD)
Eins vorweg. Mein Großvater ist in Stalingrad Ende 1942 als vermisst erklärt worden und ist nicht mehr zurückgekehrt. Als mein Vater mir die Geschichte über den letzten Menschen, der seinen Vater lebend gesehen hat, erzählte, war das wohl einer der prägendsten Momente meiner Kindheit. So wurde für mich der 2. Weltkrieg und die damit verbundene deutsche bzw. Weltgeschichte zu einem Teil meines Lebens.
1998 war "Full Metal Jacket" für mich bis dato (und heute) der einzig echte Antikriegsfilm (auch Wege des Ruhms, Das Boot, Im Westen nichts Neues und Platoon hatten ihre Schwächen). Wie lange habe ich auf einen Film über den 2.WK gewartet, der auch nur annähernd an die Qualität von Kubrick's Werk heranreicht? Und dann das! "Der Soldat James Rayn" wurde in der Presse fast gänzlich als bester 2.WK Kriegsfilm aller Zeiten angepriesen und für seine überaus realistische Darstellung des Krieges gelobt. Da musste ich natürlich rein.
Ich hatte wirklich Herzklopfen, wie niemals zuvor, als der Film begann. Und was für ein grandioser Start: Die Soldaten nervös, als wenn sie auf den Weg zu ihrer Hinrichtung wären, die Klappen ihrer Landungsboote gehen runter und MG Feuer zerfetzt ihre Extremitäten, Organe und Gehirne. Man hatte wirklich das Gefühl, dabei zu sein. Ich war zu der Zeit selber bei der Bundeswehr und habe mit nahezu identischen Maschinengewehren Schießübungen mit scharfer Munition abgehalten. Genau so hätte ich mir das vorgestellt, ohne Deckung unter Beschuß genommen zu werden.
Das war Realismus pur. In einem solchem Kugelhagel gibt es keine Menschlichkeit mehr, da gibt es kein Hoffen mehr und auch kein Heldentum! Nur noch das blanke Entsetzen und Massensterben um einen herum! Auch die Reaktionen gegenüber den deutschen Soldaten waren nachvollziehbar und realistisch! Wenn du drei viertel deiner Freunde verloren hast, dann erschießt du auch unbewaffnete Gefangene. So ist Krieg!
Da saß ich nun in meinen Sessel gedrückt, schweißnaß und hypernervös. Alle meine Wünsche und Erwartungen sind bis zu diesem Zeitpunkt vollends Erfüllt worden. Hier hat man den Horror des gegenseitigen Massenmordes mal wirklich vermittelt bekommen, und dann das...
Der völlige Kontrast zu den ersten 20 Minuten, ja fast schon ein Rechtfertigungsversuch für das Massensterben im 2.WK.
Ist das töten eines deutschen Soldaten gerechtfertigter, sauberer und niedlicher, weil so der Holocaust beendet werden konnte? Ist das verteidigen einer Brücke auf amerikanischer Seite heldenhafter, sinnvoller und gerechter, weil damit Hitler eher besiegt werden konnte? Ist es schäbiger, unmoralischer und verächtlicher einem deutschen Soldaten, der für ein verbrecherisches Regime und sein Vaterland gekämpft hat, die Freiheit zu schenken und ihn stattdessen laufen zu lassen? Darf man im Krieg gegen Mephisto keine Gnade walten lassen?
Weil Spielbergs Film genau diese Fragen stellt und im großen und ganzen auch beantworten will, hat er vollkommen versagt!
Niemand kämpft im Krieg wirklich für irgendeine Sache, weil der Krieg jegliches Pathos, jeglichen Sinn und jegliche Moral tötet. Jeder kämpft irgendwann nur noch um sein nacktes Überleben, egal wofür man kämpft, jeder mordet und jeder verliert sich in die Wirklichkeit des Krieges und vergisst das, wofür er da eigentlich kämpft. Full Metal Jacket hat genau diesen Dualismus gnadenlos aufgezeigt und somit den Krieg selbst zu dem gemacht hat, was er ist: Eine eigene Wirklichkeit, die mit Politik nichts mehr zu tun hat, sondern nur noch als reiner Selbstzweck fungiert. Im Krieg gibt es nur einen Gewinner: Den Krieg.
Spielberg hat mit seiner Moralisierung dieses äußerst sensiblen und existentiellen Themas versucht, den Kampf der US Truppen gegen Nazideutschland zu rechtfertigen. Rechtfertigen kann man das aber nur politisch, aber definitiv nicht durch den Krieg selbst! Krieg ist eben nicht Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, Krieg ist eben nur Krieg, nichts anderes.
Nicht umsonst befinden wir uns auch heute wieder in einer heißen Phase der Kriegsführung. Im Zuge einer jahrelang anhaltenden Bewusstseinsveränderung haben solche und andere Machwerke dazu beigetragen, daß heute wieder Militärs im Kosovo, Afghanistan und Irak etc. stehen!
Fazit: Dieser Film hat in seiner Wirkung nicht nur vollkommen versagt, sondern genau die Kräfte gestärkt, die er eigentlich bekämpfen sollte...
Kommentar Kommentare (8) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 22, 2015 6:03 AM CET


Nevermind
Nevermind
Wird angeboten von A2Z Entertains
Preis: EUR 9,71

5.0 von 5 Sternen Die Liebe meines Lebens, 19. Dezember 2004
Rezension bezieht sich auf: Nevermind (Audio CD)
Für mich ist dieses Album die Grundlage für meinen Zugang zur künstlerischen Selbstverwirklichung. Als passionierter Naturwissenschaftler versucht man sein Umfeld möglichst objektiv zu bewerten, zu Kunst habe ich in meiner anfänglichen Schulzeit einfach keinen Zugang gefunden, weil ich sie nicht verstanden habe. Also ob die Nevermind nu eins der größten Werke der Musikgeschichte ist, kann ich nicht beurteilen. Mir persönlich fällt es viel leichter, eine allgemeingülltige Kritik über ein neues Buch oder einen neuen Film zu verfassen. Ich finde, dass Filme und Bücher im Gegensatz zu Musik einen ganz anderen intellektuellen Zugang in sich tragen. Ergo fällt es mir da viel einfacher, sie mit den derzeitigen gesellschaftlichen Zuständen und meinen Wertevorstellungen in einen Kontext zu setzen und in diesem Zusammenhang positiv oder negativ zu kritisieren. Trotzdem oder gerade deswegen ist die Kraft, die Musik auf meine Individualität ausstrahlt und ausgestrahlt hat unübertroffen.
Ich bin inzwischen 33, Naturwissenschaftler, und weiss, ohne es beweisen zu können, daß mich kein von Menschen gemachtes Werk mehr beeinflusst und verändert hat als dieses Album. Es ist für mich unmöglich in Worte zu fassen, warum gerade dieses Album dieser Band auf genau mich diesen gewaltigen und nachhaltigen Effekt ausgeübt hat?! Tatsache ist, es hat!
Also warum sollte ich mich mit anderen Menschen, die andere Biographien, andere Lebensgefühle und einen anderen Blickwinkel auf diese Erde samt ihrer Mitbewohner haben, darüber streiten, welches nun das größte Werk der Musikgeschichte ist?
Bei einem Album geht es mir viel eher wie bei einer Frau. Entweder ich verliebe mich in sie oder nicht. Manchmal ist es Liebe auf den ersten Blick, die mit der Zeit verblasst, manchmal dauert es länger bis ich mich verliebe, dafür ist sie meist nachhaltiger. Und dann gibt es da noch die Liebe unseres Lebens, nach der wir alle suchen.

Bis dass der Tod uns scheidet...

Nirvana - Nevermind


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