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Rezensionen verfasst von
Jan Reszat (Karlsruhe)

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Der Thron der Sieben Königreiche. Das Lied von Eis und Feuer 03.
Der Thron der Sieben Königreiche. Das Lied von Eis und Feuer 03.
von George R. R. Martin
  Taschenbuch

37 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Wunder geht weiter!, 29. Juni 2002
G.R.R.Martin macht da weiter, wo er in den ersten beiden Buechern der deutschen Ausgabe angefangen hat. Er nimmt uns mit in eine Welt voll Helden und Schurken, Liebenden und Verlorenen, rechtschaffenden Fuersten und machtgierigen Usurpatoren. Und wieder werden wir uns freuen, wenn unsere Lieblingscharaktere die naechste Pruefung ueberstanden haben, und geschockt zurueckbleiben, wenn Martin den einen oder anderen Protagonisten aus dem Spiel nimmt.
Nachdem in Tod von King Robert Baratheon und dem Fall Eddard Starks, steht Westeros vor einem Buergerkrieg. Ein Potentat nach dem anderen erklaert sich zum Koenig, und schon bald ziehen maechtige Heere ueber das Land, Tod und Verwuestung selbst in den letzte Winkel bringend. Gleichzeitig beginnen Kraefte von aussen die Grundfesten der zerruetteten Reiches zu erschuettern, auch wenn bis zum Ende des 4. Buches (Buch 3+4 der dt. ausgabe sind mal wieder als ganzes anzusehen - Gott, wie ich diese Zerstueckelung hasse) noch nicht viel davon zu spueren ist.
Standen in den beiden ersten Buechern politische Raenkespiele im Vordergrund, so geht es in Band 3+4 ans Eingemachte. Martin erhoeht das Tempo ernorm, und eine ueberraschende Wendung folgt der naechsten, bis wir am Ende des 4. Buches vor den brennenden Toren von King's Landing stehen, und nichts, aber auch gar nichts, den Leser davon abhaelt, das Buch fuer auch nur eine sekunde zur Seite zu legen. Wie so oft in den Buechern dieses Epos, sind es besonders die zwiespaeltigen Charaktere, die den Stempel aufdruecken, allen voran Tyrion Lannister, der einfach UNGLAUBLICH genial dargestellt ist.
Es mag sein, dass die Komplexitaet dieses Epos den ein oder anderen Fantasy-Fan abschreckt, oder vielleicht langweilt. Wer aber gerne in liebevollen, realitaetsnahen Details und verzwickten Handlungsstraengen schwelgt, wird voll aus seine Kosten kommen, und spaetestens am Ende des 4. Buches, die naechsten beiden Baende bestellen.
Mich hat G.R.R. Martin spaetestens mit dieser Fortsetzung ('A Clash of Kings' im engl. orignal) vollends ueberzeugt!


Das Lied von Eis und Feuer 01: Die Herren von Winterfell
Das Lied von Eis und Feuer 01: Die Herren von Winterfell
von George R. R. Martin
  Taschenbuch

30 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ueberirdisch gut!, 29. Juni 2002
Gleich vorneweg: Das Fantasy-Epos ""Das Lied von Eis und Feuer" ist (fuer mich) schlichtweg das Beste an Fantasy-Literatur, was in den letzten 5-10 Jahren herausgekommen ist. Dabei glaenzt G.R.R. Martin weniger durch eine phantasievolle Welt mit noch mehr Drachen, Daemonen oder anderen Zaubergestalten, als vielmehr mit seiner Liebe zum Detail, und vor allen Dingen zu seinen Charakteren, die auch einem Charles Dickens Roman haetten entsprungen sein koennen.
Doch eines nach dem anderen.
Lord Eddard Stark, Freund und Gefolgsmann des Koenigs Robert Baratheon, wird von seinem Lehnsherrn zum Nachfolger des ermordeten 'Kanzlers' des Koenigreiches Westeros ernannt. Waehrend Eddard Stark eher widerwillig sich den Aufgaben der 'Rechten Hand des Koenigs'widmet, entfaltet sich um ihn herum eine in Intrigen, Missgunst, Rachsucht und Fanatismus verzettelte Gesellschaft, in der nichts ist wie es scheint, Freunde keine Freunde sind, und augenscheinliche Feinde sich zum wahren Freund erweisen. In dem Versuch das Koenigreich angesichts dieser Widersprueche zu erhalten, wird nicht nur Lord Stark, sondern auch seine gesamte Familie in einen Strudel von Krieg und Vernichtung, aber auch Hingabe und Leidenschaft unwiderstehlich hineingezogen.
Die Staerke von Martin's Werk liegt sicherlich in den vielen Personen, mit ihren ureigenen Ambitionen und Sehnsuechten, die Martin mit unzaehligen Handlungsstraengen gleich einem Spinnennetz miteinander verstrickt. Dabei gibt es weder gut, noch boese: Nur Verlierer und Ueberlebende. Und das ganze dargestellt mit einer frappierenden Ehrlichkeit und Offenheit, die an Lebensnaehe nicht zu ueberbieten ist, und sehr aussergewoehnlich fuer Fantasy-Literatur ist.
Ein weiteres Merkmal ist, dass der Leser zu keinem Zeitpunkt das Gefuehl hat, zu wissen was als naechstes passiert, und wenn man mal denkt, 'ha, so geht's weiter' denkste: Martin hat noch immer eine Ueberraschung parat.
Es ist richtig, dass dieses erste Buch sich vielleicht zu lange hinzieht, und fuer ein spannendes Fantasy/Buch nicht genug Hoehepunkte hat. Leider hat hier wieder einmal diese unsaegliche Angewohnheit der deutschen Herausgeber zugeschlagen, englische Originale aufzustueckeln. Das Ende dieses 1. Buches ist keine gewollte Zaesur des Autors. Deshalb sollte man wirklich Band 1+2 an einem Stueck lesen. Noch krasser wird dies in Buch 3+4 (Band II des Originals: A Clash of Kings). Anyway, es lohnt sich wirklich, weiterzulesen.
2 Dinge noch.
Zum einen, mag der eine oder andere Fantasy-Fan die Magie in Martin's Welt vermissen. Hang on, folks! Westeros ist eine schlafende Welt, und viele Dinge sind nicht so wie sie erscheinen - und manchmal werden auch Ammenmaerchen wahr.
Zum anderen, es gibt viele geniale Charktere in Martin's Epos: Die Stark-Familie, Jon Snow, Daenerys, oder die Clengane-Brueder. Aber, sagt was ihr wollt, Tyrion Lannister steckt alles in den Sack, und ist alleine das Geld fuer diese lange Fantasy-Serie wert. Deshalb vergesst niemals: Ein Lannister bezahlt seine Schulden!


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