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Weltenträumer

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Lost control
Lost control
von Melanie Rush
  Broschiert
Preis: EUR 12,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hat doch einige Schwächen, 25. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Lost control (Broschiert)
Inhalt
Ria McKenn ist Detective beim CPD und hat gerade einen Mordfall am Lake Michigan übernommen, als ihr ein neuer Partner zugewiesen wird. Camden Reeves scheint ein äußerst mysteriöser Mann zu sein und Pia kann nicht leugnen, dass sie sich sofort zu ihm hingezogen fühlt. Je näher sie der Lösung des Falls kommen, desto weniger können sie einander widerstehen. Nach einer leidenschaftlichen gemeinsamen Nacht, flüchtet Ria und zwar nach Deutschland. Schon bald gerät sie allerdings in große Gefahr und Camden muss ihr zur Hilfe eilen. Doch um ihr zu helfen, muss er sich auch seiner Vergangenheit stellen, die er eigentlich weit hinter sich lassen wollte.

Meine Meinung
Die Geschichte klang wirklich verlockend. Zwei Detectives des CPD untersuchen Morde in Chicago. Leider wurde dieser Erwartung nicht wirklich erfüllt, denn nur ein kleiner Teil des Ganzen spielt dann auch tatsächlich in Chicago. Als Detectives werden die Charaktere auch nur in einem kleinen Teil angesehen, denn danach übernehmen die SEALs.

Ria McKenn ist Detective geworden obwohl oder gerade weil ihr Vater in äußerst zwielichtigen Geschäften verwickelt war. Ihr Partner, Wesley Garroll, ist so was wie ihr bester Freund, der versucht auf sie aufzupassen. Als er gegen Camden Reeves eingetauscht wird, ist sie nicht gerade begeistert. Der attraktive und mysteriöse Mann weckt die Leidenschaft in ihr und lässt sie sich vergessen. Von ihren Gefühlen verschreckt, will sie seinem Charme entkommen. Sie ahnt nicht, dass schon bald Camden zu ihrer Rettung wird, denn die Vergangenheit ihrer Familie holt sie langsam aber sicher ein.

Camden Reeves ist nach Chicago gekommen um seine Vergangenheit hinter sich zu lassen. Da seine Schuldgefühle an ihm nagen, versucht er alle Brücken zu seinem alten Ich abzubrechen. Beim CPD erhofft er sich Abwechslung und neue Erfahrungen. Hier trifft er dann auf Ria, eine Frau, die ihn unheimlich anzieht. Er will ihr nahe sein und sie besitzen. Als sein Freund aus alten Zeiten, Dean Carter, auftaucht, droht ihn seine Vergangenheit einzuholen. Er wehrt sich gegen alle Versuche von Dean ihn in seine alte Einheit zu holen, doch als Ria in Gefahr gerät, muss er sich doch an seine alten Kontakte wenden um sie retten zu können.

Wie bereits erwähnt, spielt nur ein kleiner Teil der Geschichte in Chicago. Der Mordfall, der das Ganze einleitet, wird relativ bald gelöst und einfach links liegen gelassen. Ich finde, dass hier mehr Verbindungen hätten gezogen werden können um diesen Mord nicht ganz unnötig für die Geschichte erscheinen zu lassen. Es weckt nämlich den Anschein, als hätte die Autorin einfach nicht gewusst, wie sie sonst die Handlung ins Rollen bringen soll. Eigentlich schade.

Ein wenig schade fand ich auch, dass Bezüge zu den beschriebenen Städten kaum hergestellt wurden. Wenn nicht erwähnt wäre, dass dir Leiche am Lake Michigan gefunden wurde oder das die Detectives von CPD sind, könnte alles in jede Stadt mit einem See und Polizisten spielen. Auch Berlin oder andere deutsche Orte, werden nur namentlich erwähnt. Einzelheiten gab es hier leider nicht. Ohne Ortsnamen, könnte alles sonst wo stattfinden, einen großen Unterschied würde es auch nicht machen.

Die Sache mit den SEALs, nun ja, erschien mir dann auch eher so als Einschub um neue Charaktere einzufügen, zu denen man später doch eigene Geschichten schreiben könnte. Warum der Eindruck? Nun ja, vielleicht weil zu viele Informationen über die einzelnen Männer eingeflossen sind. Sie sind natürlich alle Teil einer speziellen Truppe und haben alle Spitznamen. Camden war natürlich mal der Anführer, bis zu einem schrecklichen Vorfall.

Klar, zum Ende hin gibt er schon die Überraschung, wer denn hinter den Angriffen steckt, aber dann ist man verwirrt. Ehrlich jetzt? Wie kam es denn dazu? Ich muss schon gestehen, dass diese Auflösung schon mehr als seltsam ist.

Wenn ich ehrlich bin, hatte ich nach dem Lesen das Gefühl, als wäre die Geschichte einfach aus mehreren Teilen zusammen gebastelt worden. Für mich fehlte ein wenig der rote Faden, dem man folgen kann durch das Ganze. Auch die Beziehung der Protagonisten entstand dann doch etwas zu schnell. Sie kennen sich nicht mal nen Tag und sind in Leidenschaft für einander entbrannt und können kaum die Finger von einander lassen. Ich weiß ja nicht, nach Gefühlen klingt das nicht gerade, sondern einfach nur nach Lust auf Sex.

Fazit
Melanie Rush konnte mich mit diesem Buch leider nicht wirklich überzeugen. Die Story wirkt zerstückelt und irgendwie an einander geklebt. Zwar gibt es einiges an Spannung, doch nur im Mittelteil ist diese wirklich gut ausgearbeitet. Die SEALs, wenn auch stärker beschrieben, bleiben doch eine Randerscheinung. Ich hatte eine bessere Geschichte erwartet, deshalb nur schwache drei Federchen.


Sehnsucht auf blauem Papier: Roman
Sehnsucht auf blauem Papier: Roman
von Julia Fischer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Sehnsucht auf blauem Papier, 21. November 2014
Inhalt
Millicent "Milli" Gruber ist eine Heilpraktikerin, die auf die Kraft der Natur vertraut. Als sie hört, dass ihr guter Freund, der Arzt Paul Ebner, seine Frau bei einem Unfall verloren hat, will sie ihm beistehen. Sie ahnt, dass Paul jetzt niemanden um sich haben will und beschließt deshalb ihm ein Jahr lang jeden Tag einen Brief zu schrieben. Mit Worten will sie ihm dabei helfen die schwierigen Phasen der Trauer zu überstehen und neuen Mut für das weitere Leben zu finden. Doch Millicent will nicht nur Paul helfen sondern auch ihrer kleinen Freundin Marie. Sie ahnt nicht, dass dieses eine Jahr auch ihr Leben verändern wird.

Meine Meinung
"Sehnsucht auf blauem Papier" ist eine wunderschöne und ergreifende Geschichte über Trauer und eine unerfüllte Liebe, die über Jahre hinweg unter dem Mantel der Freundschaft versteckt wurde. Der Leser sollte sich allerdings nicht vom Titel in die Irre führen lassen, denn allein um Briefe handelt es sich hier nicht. Im Einzelnen werden nur die Inhalte von wenigen Briefen offen vorgelegt, der Rest sind die Schicksale von Milli und Paul in diesem besagten Jahr.

Millicent Gruber ist beinahe 50, lebt in einer abgeschiedenen Villa und ist eine erfolgreiche Heilpraktikerin. Sie hat die besondere Gabe den Menschen zu helfen oder zu erkennen was sie brauchen. Mit Paul verbindet sie eine tiefe Freundschaft, aber auch Gefühle über die nie gesprochen wurde. Sie stand seinem Glück niemals im Weg und will nun auch bei seiner Trauer helfen. Sie vermisst die Gespräche mit Paul, will ihn aber nicht bedrängen. Milli selbst schätzt sich als glücklich, doch es gibt auch viele Augenblicke der Trauer und der Einsamkeit. Sie hilft anderen, versucht ihr Inneres aber unter Verschluss zu halten.

Paul Ebner ist 10 Jahre älter als Milli und Arzt. Er hat gerade seine Frau verloren und versinkt in tiefer Trauer. Der Schmerz scheint unerträglich, überall sind Erinnerungen an Emma, was ihm den Verlust immer mehr vor Augen führt. Millis Worte zeigen ihm Verständnis und helfen ein wenig, doch sie könne die Wunde niemals heilen. Paul macht eine schwere Zeit durch, er versucht weiter zu leben, selbst als es unmöglich erscheint.

Julia Fischer schreibt über Charaktere, die miteinander verbunden sind. Sie stehen sich nahe, ohne auf einander zu hocken. Sie beeinflussen gegenseitig ihre Leben, bringen Veränderungen hinein und schaffen eine neue Zukunft. Diese Verbindungen untereinander sind wirklich schön aufgebaut. Auf den ersten Blick sind sie kaum erkennbar, doch mit dem Fortschreiten der Geschichte werden sie offenbart. Erst da zeigen sich alle Beziehungen.

Zu einer der wunderbarsten Beschreibungen des Buches, gehört sicherlich die von Millis Haus. Es wird als chaotisch und gemütlich dargestellt, als verwildert und doch ordentlich. Milli sagt ja immer, dass ihr Haus besonders ist und auf die als Bewohnerin reagiert. Es verströmt Gerüche um ihre Erinnerungen anzuregen, zu erinnern an geliebte Menschen. Es reagiert auf ihre Stimmungen und spendet ihr Trost. Ein solches Heim kann man sich wirklich nur wünschen.

Das Verhalten von Paul und Milli wird ausführlich und nachvollziehbar aufgezeigt. Sie will ihn nicht bedrängen, wünscht sie aber doch die Rituale ihrer Freundschaft zurück. Während Paul mit dem Verlust kaum klar kommt und versucht auf verschiedene Weisen vor dem Schmerz zu flüchten.

Der Titel "Sehnsucht auf blauem Papier" ist passend gewählt, gibt er doch einen sehr wichtigen Aspekt der Handlung wieder. Julia Fischer vermag es wirklich ausgezeichnet diese besagte Sehnsucht in Worte zu verpacken, ohne sie übertrieben oder kitschig wirken zu lassen.

Es ist eine schöne Geschichte über die Liebe, die verloren und gefunden wurde. Über eine tiefe Freundschaft, die all die Jahre gehalten hat und so viel Verständnis und Mitgefühl beinhaltet, dass man durchaus neidisch werden könnte.

Für das Lesen des Buches sollte man sich genügend Zeit nehmen um all die Tiefen des Inhalts zu vernehmen und die Gefühle auf sich einwirken zu lassen. Zwar kann man dich das Ende ein wenig denken, doch bis es so weit ist, gibt es sehr viele Wirrungen und Wendungen.

Fazit
"Sehnsucht auf blauem Papier" ist kein Buch für zwischendurch. Mit viel Herz geschrieben, bezaubert es den Leser und nimmt ihn mit auf ein Jahr voller Veränderungen und Emotionen.


Die Diebe von London
Die Diebe von London
von Renée Holler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

4.0 von 5 Sternen Schones Kinderbuch, 16. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Diebe von London (Gebundene Ausgabe)
Inhalt
Da Alyss Sinclairs Vater als verschollen erklärt wurde, hat ihr Onkel Humphrey nicht nur die Vormundschaft für sie übernommen, sondern auch ganz Halton Hill. Durch einen Zufall erfährt sie von den Plänen ihres Onkels für sie und von seiner Suche nach dem Salamander. Um ihr Erbe nicht an ihn zu verlieren, verkleidet sich Alyss als Junge und macht sich auf den Weg nach London. Hier soll ein Freund ihres Vaters leben, durch den Salamander würde er sie erkennen und ihr helfen. Doch Alyss hat Peck, begegnet sie im Trubel eines Jahrmarktes doch dem Taschendieb Jack, der ihr den Geldbeutel mit dem Schmuckstück entwendet. Verzweifelt sucht das Mädchen Schutz bei den Schaustellern, während auch Jack der Verzweiflung nahe ist, ist sein Bruder doch nun sein einer Weile verschwunden. Die Wege der Kinder scheinen verknüpft, denn ohne es zu ahnen, brauchen sie sich gegenseitig.

Meine Meinung
Der Titel des Buches "Die Diebe von London" lässt sich nach der Lektüre auf mehrere Arten deuten. Gemeint könnten sowohl die Kinderbanden sein, zu denen auch der 12 jährige Jack gehört, aber auch die Kinderentführer. Sie stehlen die Kinder aus den Straßen Londons.

Alyss Sinclair stammt aus einer wohlhabenden Familie. Ihre Mutter lebt nicht mehr und ihr Vater unternimmt viele Expeditionen, weshalb sie ihr selten sieht. Die Dienerschaft wurde zu ihrem Familienersatz. Da ihr Vater für verschollen erklärt wurde, ändert sich alles. Ihr Onkel übernimmt Halton Hill. Er entlässt die Dienerschaft und setzt eigene Leute ein. Er scheint alles an sich reißen zu wollen und eben dies will das 12 jährige Mädchen verhindern. Als Junge verkleidet macht sie sich auf den Weg nach London und erlebt dort ein wahres Abenteuer.

Alyss ist in einem wohlbehüteten Heim aufgewachsen und kennt kaum die Gefahren der großen Stadt. Bereits an ersten Tag wie sie deshalb bestohlen. Man könnte sie als naiv oder weltfremd bezeichnen. Zu schnell vertraut sie den Menschen ohne auch nur einen Augenblick lang zu glauben, diese könnten lügen oder sie ausnutzen. Natürlich könnte man sie auch als mutig bezeichnen, aber das würde sie nicht wirklich treffend darstellen.

Jack hat ein völlig gegensätzliches Leben zu dem von Alyss geführt. Er hat aus seiner Familie nur den kleinen Ned, der vier Jahre jünger ist. Zusammen sind sie Teil einer Diebesbande, die für Moll arbeiten. Als Gegenleistung für die Beute, haben sie bei ihr ein Dach über dem Kopf und immer etwas zu essen. Nun ist Ned seit einiger Zeit verschwunden und Jack voller Sorgen. Allerdings muss er erfahren, dass noch viele andere Kinder ebenfalls verschwunden sind. Es sind Kinder, die niemand vermissen wird.

Jack ist mehr oder weniger auf der Straße aufgewachsen. Er muss stark sein um seinem Bruder einen Halt zu geben. Als Dieb ist er geschickt und verschlagen. Jack weiß seinen Kopf zu gebrauchen und denkt über viele Dinge nach. In vielen Situationen beweist er wahren Mut. Voller Sorgen um Ned, ist er bereit sich in Schwierigkeiten zu bringen nur um eine Spur zu finden. Seine Familie geht ihm über alles.

Renee Holler lässt in diesem Kinderbuch zwei Welten auf einander prallen. Die Wege zweier Kinder aus unterschiedlichen Ständen kreuzen sich und lassen sie ein unglaubliches Abenteuer erleben. Obwohl sie zuerst auf unterschiedlichen Seiten stehen, müssen sie schon bald an einem Strang ziehen um aus der Situation zu kommen.

Das den Kindern die Schausteller zur Seite gestellt werden, ist schon etwas außergewöhnliches, doch gleichzeitig erweist es sich auch als schöne Idee um den Kindern zu zeigen, dass man nicht nach dem Äußeren urteilen sollte. Sind es doch eben diese Schausteller, die ihnen im schwierigsten Moment helfen und ihnen bestehen.

Die Verwicklung mit den Kinderdieben ist gut gelungen, bringt sie doch etwas Mysteriöses mit sich. Man darf sich fragen, wozu die Kinder entführt werden oder von wem. Was passiert mit ihnen? Aber auch wie diese Entführungen überhaupt ablaufen.

Die Charaktere, auch wenn der Großteil davon Kinder sind, erscheinen durchdacht und mit individuellen Persönlichkeitszügen ausgestattet. Ihre Handlungen sind verständlich und nachvollziehbar.

Zum Ende hin geschieht allerdings etwas, was mich an der ganzen Geschichte gestört hat. Mir ist nicht klar, was dabei gedacht wurde. Ich meine, es soll ja das Jahr 1619 sein. Wie lange dauert es da wohl mit einem Schiff von London nach Amerika? Da soll das Kind diese Reise allein antreten. Ernsthaft? Keine Angst, dass da was passiert? Nach all dem, was geschehen ist, soll dies in Ordnung sein? Nun ja, ich hätte meinem Kind so etwas erspart und lieber noch etwas gewartet.

Fazit
Renee Holler präsentiert dem Leser eine schön und spannende Geschichte über das Abenteuer zweier Kinder. Mit ungewöhnlichen Protagonisten, schafft das Ganze zu begeistern, weckt die Neugier und bringt stellenweise sogar Gänsehaut. Auch wenn das Ende anderes gelöst werden könnte, schafft es doch ein offenes Tor für eine mögliche Fortsetzung.


Das total gefälschte Geheim-Tagebuch vom Mann von Frau Merkel
Das total gefälschte Geheim-Tagebuch vom Mann von Frau Merkel
von Unbekannt
  Gebundene Ausgabe

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nett und witzig, 15. November 2014
Inhalt
Joschim Sauer, der Ehemann von Angela Merkel, gewährt einen Einblick in sein Leben im Jahr 2012. Während er sich das Zeil setzt mehr Sport zu treiben, will seine Frau den Euro retten, der zurzeit in der Krise steckt. Über das Jahr hindurch berichtet er von den Treffen mit den verschiedensten Persönlichkeiten, den Politikern, über die sich Angela gerne beschwert, und natürlich über die EM. Zu dem aber auch von seiner Rolle als Ehemann der Bundeskanzlerin und den damit verbundenen Nachteilen. Auch die Beziehung zu seiner Angela wird unter die Lupe genommen, denn auch bei bekannten Persönlichkeiten kann es manchmal kriseln.

Meine Meinung
Auch wenn dieses Tagebuch eigentlich nur Schwachsinn ist und das Leben von Joachim und Angela sicherlich ganz anders aussieht, ist es doch voller Witz geschrieben und lässt den Leser so richtig über die Politiker lachen.

Joachim Sauer, Professor und Chemiker an einer Uni, wird hier ein wenig als der weltfremde Trottel dargestellt. Er mist die Reinigungsmittel für den eigenen Haushalt selbst und hat keine Ahnung wer Heidi Klum ist, ist aber auch von ihr angetan und sieht sich gerne die Bilder von ihr an. Auch Angelina Jolie, die scheinbar bei jeder Gelegenheit Kinder adoptiert, sagt ihm absolut nichts. An seinem Arbeitsplatz wird er zwar geschätzt, doch die Kollegen setzen gerne auf ihn, wenn es darum geht Fördermittel zu beschaffen, seine Frau ist ja schließlich Bundeskanzlerin. Von seiner Frau vernachlässigt, ist er auch ziemlich sauer, dass die Bodyguards sich nicht im ihn kümmern. Tja, und natürlich ist ihm die EM mehr oder weniger ein Rätsel, vor allem weil seine Frau ziemliche Begeisterung für so mache Spieler der deutschen Mannschaft zeigt.

Es erscheint schon seltsam, dass ein gebildeter Professor so ahnungslos sein kann. Man kann zwar nicht alle berühmten Persönlichkeiten kennen, aber mal ehrlich, wer ab und zu den Fernseher einschaltet, dürfte schon wissen, wer Heidi Klum oder Angelina Jolie ist. Die kleinen Gedichte, die er seiner Frau schreibt, sind zwar eine interessante Geste, aber gleichzeitig auch irgendwie dämlich.

Angela Merkel kommt in diesem Buch als ziemlich hartnäckige Frau rüber. Zusammen mit ihrem Mann hängt sie ein wenig an den alten Zeiten der DDR. In der Beziehung hat eindeutig sie die Hosen an, denn sie bestimmt immer. Die meiste Zeit wird sie allerdings als abwesend oder abweisend beschrieben.

Doch nicht nur Angela Merkel kommt schlecht davon, auch so mach anderer Politiker bekommt sein Fett weg. Über sie wird abgelästert und man macht sie lächerlich. Dabei wird aber das tatsächliche politische Geschehen des Jahres aufgegriffen und mit eingesponnen.

Dieses Buch ist sicherlich nicht dazu gedacht es in einem Rutsch gelesen zu werden. In Tagebuchform geschrieben, kann man sich so von Tag zu Tag arbeiten und immer kleine Abschnitte lesen. Da der Leser davon ausgehen kann, dass kaum etwas von dem Geschriebenem der Wahrheit entspricht, kann er einfach nur die Dummheit und die Situationskomik genießen und dabei herzlich lachen. Aber hey, wer weiß schon mit Sicherheit sagen, dass in manchen Punkten nicht doch ein Fünkchen Wahrheit steckt.

Genial und dämlich geschrieben, ist der Humor einfach nur grandios. Wer hätte gedacht, dass man das Leben der Bundeskanzlerin so voller Pannen gestalten kann. Bei manchen Stellen hätte man zu gerne zugesehen, bei anderen ist man froh sie nie zu Gesicht bekommen zu haben.

Fazit
Ungehemmt erzählt Joachim Sauer von seinem Jahr an Angela Merkels Seite. Auch wenn alles nur Fiktion ist, ist es sehr unterhaltsam. Eine nette Lektüre für zwischendurch.


Ivory - Von Schatten verführt
Ivory - Von Schatten verführt
Preis: EUR 4,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Etwas zu sehr in die Länge gezogen, 11. November 2014
Inhalt
Seit Jahren befindet sich Ivory Laurentis zusammen mit ihrer Tante auf der Flucht. Wesen, genannt Decessaren oder auch Schatten, wollen dass sie das Tor zu ihrer Welt öffnet. Da sie sich allerdings von den Seelen der Menschen ernähren, würde dies den Untergang der Menschheit bedeuten. Eines Abends will Ivory seit Jahren zum ersten Mal wieder ausgehen und stolpert ausgerechnet da über einen Schatten. Als es keine Fluchtmöglichkeit zu geben scheint, taucht der geheimnisvolle Kil auf und rettet sie. Er behauptet als Aufpasser von ihrer Tante engagiert worden zu sein. Einerseits möchte Ivory dem gut aussehenden jungen Mann vertrauen, doch die Furcht vor einer Falle sitzt tief.

Meine Meinung
Regina Meißner hat mit "Ivory - Von Schatten verführt" den ersten Wettbewerb auf LYX-Storyboard gewonnen und kam deshalb zu dieser Veröffentlichung.

Ihre Geschichte dreht sich um die 19 jährige Ivory Laurentis. Sie hat die Fähigkeit die Tür zum Reich Embonis zu öffnen und den Decessaren Zugang zu unserer Welt gewähren. Diese Fähigkeit bleibt bis zu ihrem 21. Geburtstag erhalten, danach ist sie frei. Bis dahin muss sie weiter fliehen und hoffen immer einen Schritt voraus zu sein. Sie hat eher unauffällige Kleidung, dafür aber echt langes Haar.

Obwohl Ivory fast ihr ganzes Leben auf der Flucht ist, erschien sie mir doch etwas zu vertrauensselig. Klar, sie tut die meiste Zeit abwehrend, ist aber über die Gesellschaft froh. Zu ihrer Tante aber, die fast ihr ganzes Leben lang bei ihr war, führt sie sich abweisend und kalt auf. Wie kommt es, dass sie anderen gegenüber so viel offener ist?

Kilian Aven oder auch nur Kil, ist 24 und verdient sich sein Geld durch das Beschützen von Menschen. Ihm gehören einige Häuser in den verschiedensten Ländern und zu dem sieht er natürlich super aus. In einem seiner Häuser lebt auch noch das blinde Mädchen Caleta, die ihm zutiefst verbunden ist und ihn schon beinahe wie einen Heiligen ansieht.

Kil hat die Angewohnheit viele Geheimnisse zu haben und verschwindet auch gerne mal. Zu dem kann er äußerst launenhaft sein und bei so mancher Gelegenheit aus der Haut fahren. Ihn scheint das Ungewöhnliche anzuziehen, was er aber auch gerne zugibt.

Von einer Vielfalt an Charakteren kann hier nicht gesprochen werden, denn zumeist dreht sich alles nur um Ivory und Kil. Andererseits sind die zwei auch nicht gerade oft zusammen. Zumeist ist es Ivory, die irgendwas vor sich hinquatscht. Ganz ehrlich, oft erschien sie als nervig.

Der Großteil der Handlung kann als nichts sagend angesehen werden. Es geschieht einfach nichts. nach dem Lesen der Geschichte fühlte es sich eher an, als hätte man eine viel zu lange Einleitung gelesen. Eine extrem lange Einleitung.

Von Spannung kann hier leider auch kaum gesprochen werden. Der einzig spannende Moment was das Ende. Hier schein es endlich los zu gehen, aber gleichzeitig brach es ab. Die Handlung hatte noch nicht mal Fahrt aufgenommen, da hörte sie auch schon auf. Es ist frustrierend sich durch all die Nichtigkeiten zu kämpfen nur um am Ende vor einem Nichts zu stehen.

Dazu muss leider gesagt werden, dass ab einem bestimmten Punkt nur all zu klar ist, worauf alles hinauslaufen wird. Die Autorin versucht zwar einige Wirrungen einzufügen, doch selbst diese ändern nichts an der Vorhersehbarkeit.

Von der Idee her, war es gar nicht so übel. Leider hat sich die Autorin aber dazu entschlossen das Ganze in die Länge zu ziehen um eine Trilogie zu schaffen. Sicherlich hätte es auch kürzer sein können, dafür aber umso besser.

Fazit
Eine durchaus interessante Idee, die aber unnötig in die Länge gezogen wurde. Auf Grund der Langsamkeit ging leider auch der Großteil der Spannung verloren. Erst zum Ende hin, nahm diese wieder zu, mündete aber in einem gewaltigen Cliffhanger. Ein anderer Aufbau hätte dieser Geschichte nicht geschadet, deshalb gibt es von mir nur schwache drei Federn.


Geschenkt: Roman
Geschenkt: Roman
von Daniel Glattauer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Geschenkt, 27. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Geschenkt: Roman (Gebundene Ausgabe)
Inhalt
Gerold Plassek, 43, freie Journalist, nicht gerade erfolgreich oder motiviert ist und einen gewaltigen Hang zum Alkohol hat, hat gerade erfahren, dass er einen 14 jährigen Sohn hat. Da dessen Mutter für ein halbes Jahr nach Afrika gegangen ist, soll er am Tag mehrer Stunden mit dem Jungen verbringen. Manuel hat keine Ahnung, dass der Trunkenbold tatsächlich sein Vater ist, und so soll es auch erstmal bleiben. Als dann aber etwas Ungewöhnliches geschieht, dass jemand wegen Gerolds Artikel Geld spendet, beginnt sich sein Leben zu verändern. Immer wieder treffen Spenden wegen seiner Arbeiten ein und Gerold wird zu einer begehrten Person. Endlich kann er allen beweisen, dass er doch kein Versager ist. Manuel freundet sich immer mehr mit ihm an und es gibt sogar die Aussicht auf eine mögliche Beziehung. Doch wer ist für diese Glück verantwortlich und wieso hat sich derjenige gerade Gerold ausgesucht?

Meine Meinung
"Geschenkt" ist mein erstes Buch von Daniel Glattauer. Vorab hat ich viele begeistert Stimmen zu seinen Büchern gehört, was mich neugierig macht. Auch der Klappentext klang nicht übel, weshalb ich mein Glück mit dem Autor versuchen wollte.

Gerold Plassek ist ein erfolgloser freier Journalist einer Gratiszeitung. Seine Frau hat ihn verlassen und ist inzwischen mit einem anderen Mann verheiratet. Seine Tochter, Florentina, hält ihn für einen Versager, der die meiste Zeit eh nur betrunken ist. Nun erfährt er auch noch, dass er einen 14 jährigen Sohn hat, mit dem er Zeit verbringen muss. Doch Manuel beginnt ihn auch anzutreiben. Irgendwann gehen anonyme Spenden bei den Projekten ein, über die Gerold geschrieben hat. Jemand hat sich entschlossen über diese Artikel zu helfen. Doch nicht nur den Projekten wird geholfen, denn Gerold beginnt sich zu verändern. Er sucht sich einen besseren Job und verbringt mehr Zeit mit seinen Kindern, nur vom Alkohol kann er sich nicht trennen. Sein Leben verändert sich, doch er hat keine Ahnung, wer dies eingeleitet hat, oder weshalb.

Gerold ist ein Mann, der sich selbst hat fallen lassen. Er kennt seine Situation, hat aber keinerlei Ambitionen etwas daran zu ändern. Die Faulheit und Trunkenheit sind zu seinem Alltag geworden. Erst mit Manuel und den Spenden erkennt er, dass sein Leben auch anders aussehen könnte. Davon angetrieben, kämpft er sich nach und nach aus seiner Benommenheit hervor und beginnt die Welt mit anderen Augen zu betrachten. Endlich wagt er sich auch auf ein Date und darf auf mehr hoffen.

Daniel Glattauer beschreibt das Leben eines Mannes, der sich selbst beinahe aufgegeben hat und sich nun mit etwas Hilfe von Außen erneut zurück kämpft um zu erkennen, dass es noch Hoffnung gibt. Er stellt Gerold als einen Mann dar, der Tag für Tag in seiner Routine verkümmert und sich auch nur all zu gern einen Drink genehmigt. Wenn man so von ihm liest, könnte man sich gut vorstellen, dass er einen Bierbauch besitzt und ein ungepflegtes Äußeres vorzeigt.

Die Geschichte selbst, strotzt nicht gerade vor Spannung. Eigentlich ist diese gar nicht vorhanden. Viel mehr ist es die Neugier des Lesers, die ihn dazu bringt immer weiter zu lesen. Man will schließlich erfahren, wie Gerold sich entwickelt, wie seine Beziehung zu seinen Kindern sich verändert und natürlich auch, wer denn der geheimnisvolle Geldspender ist. Was die letzte Sache angeht, so bleibt das Geheimnis doch bis zur letzten Seite bestehen. Eine wirkliche Auflösung findet sich ebenfalls nicht, viel mehr ist es eine Andeutung, die der Leser für sich selbst aufschlüsseln soll.

Aus der Perspektive von Gerold, erfährt man von seinen Gefühlen und Gedanken. Er ist es, der dem Leser die ganze Situation näher bringt. Er selbst bemerkt auch, dass er kleine Schritte aus seiner Tristheit tut. Zu gerne zeigt er seinen Stolz als Manuels Vater, traut sich aber nicht dem Jungen selbst seine Rolle zu offenbaren. An manchen Stellen darf man sich tatsächlich fragen, wieso er es nicht sagt.

Beim Lesen des Klappentextes hat sich eine gewisse Erwartung auf die Geschichte eingestellt. An sich ist die Handlung gar nicht so übel, es ist viel mehr der Schreibstil, der mich beim Lesen aufhielt. Es war eine wahre Langatmigkeit. Stellenweise hat man sich gefragt, weshalb manche Szenarien überhaupt nötig waren, wenn sie zum Gesamtbild nicht wirklich etwas beigetragen haben.

Fazit
Glattauers neues Buch, wenn auch nicht langweilig von der Handlung her, Konnte wegen des langatmigen Schreibstils, nicht völlig überzeugen. Wenn der Autor schon eine Geschichte über einen Mann schreibt, der Veränderungen in seinem Leben erfährt, hätte er ihm auch mit seiner Trunksucht helfen können.


Susannah - Auch Geister können küssen
Susannah - Auch Geister können küssen
von Meg Cabot
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

2.0 von 5 Sternen Super nervige Protagonistin, 27. Oktober 2014
Inhalt
Susannah Simon ist 16, musste gerade von New York nach Kalifornien umziehen wegen der Beziehung ihrer Mutter, bekommt nun drei Stiefbrüder und zu allem Übel, kann sie auch noch Geister sehen. Ausgerechnet ein solcher, Jesse, scheint es sich in ihrem Zimmer gemütlich gemacht zu haben. Auf ihrer neuen Schule, der Mission Academy, läuft es auch nicht besser, denn der Geist eines Mädchens hat Rache an ihrem Exfreund geschworen. Der Leiter der Academy, Pater Dominic, verfügt über die gleichen Fähigkeiten wie Susannah. Zusammen sollen sie es schaffen den Geist zu besänftigen, doch die Wut einer betrogenen Frau scheint keine Grenzen zu haben und schon bald gibt es Verletzte. Kann Jesse Susannah vielleicht helfen dem Spuk ein Ende zu setzen?

Meine Meinung
Der erste Band der "Susannah"-Reihe bringt dem Leser nicht nur die Protagonistin selbst näher, sondern auch ein wenig ihre Rolle als Verbindung zum Übernatürlichen. Susannah ist eine Mittlerin der Toten. Sie besitzt die Fähigkeit die Geister der Verstorbenen zu sehen, die noch etwas zu erledigen haben und deshalb auf der Erde verweilen. Sie soll ihnen helfen ihren Frieden zu finden und notfalls auch Aufgaben für sie erledigen. Doch es gibt auch Geister, die gewalttätig werden und von den Mittlern gestoppt werden müssen.

Susannah Simon ist, wie bereits erwähnt, eine Mittlerin. Für das Glück ihrer Mutter musste sie New York und ihre Freunde verlassen um im sonnigen Kalifornien ein neues Leben zu beginnen. Nun hat sie drei Stiefbrüder, die sie eigentlich so gut wie nie beim Namen nennt, und mit denen sie nun auf die gleiche Schule gehen soll. Hier findet sie schnell Freunde, muss ich aber auch mit einem rachsüchtigen Geist herumschlagen. Natürlich ist da auch noch Jesse, der Geisterjunge, der in ihrem Zimmer lebt. Irgendwie findet sie ihn ja süß und hilfreich kann er auch sein.

Susannah ist ein sehr schwieriges Mädchen. Sie hält sich für cooler und besser als alle andere. Ihre Stiefbrüder versuchen nett zu ihr zu sein, sie hat aber ziemlich dämlich Namen für sie. Zwar versucht sie diese nicht laut zu nennen, aber es kann doch schon mal vorkommen. An ihrer Schule lernt sie Pater Dominic kennen, der ja wie sie ein Mittler ist. Er versucht Geister auf sanfte Art und Weise auf die andere Seite zu führen, doch Susannah ist so etwas zu anstrengend. Sie will alles schnell erledigen und auch mal mit Gewalt, wenn es sein muss. Der Pater versucht ihr Tipps zu geben und teilt Warnungen aus, schließlich ist es doch länger im Geschäft, doch sie hört einfach nicht zu. Obwohl sie erst 16 ist, glaubt sie alles besser zu können und alles besser zu wissen. Diese hochnäsige und besserwisserische Art machen sie völlig unsympathisch. Sie glaubt besser zu sein als alle anderen, was mich wirklich genervt hat. Manchmal wollte ich sie einfach nur schütteln und ihr sagen, dass sie doch bitte mal den gesunden Menschenverstand einschalten soll.

Jesse, der geheimnisvolle junge Geist, von dem erst gegen Ende preis gegeben wird, war dagegen viel sympathischer. Er hat zwar nicht so viele Auftritte, zeigt aber wenigstens Verstand und versucht Susannah davon abzuhalten Blödsinn zu machen.
Auch David, der jüngste der Stiefbrüder, sammelt Sympathie punkte. Er ist schlau und hat viele Interessen, weshalb er auch an Susannahs Gabe glaubt.

Eigentlich habe ich nur zu diesem Buch gegriffen, weil ich in letzter Zeit einige begeisterte Stimmen dazu gehört habe. Ich kann schon vorab sagen, dass ich mich nicht zu den Begeisterten zähle. Mich hat die Protagonistin unheimlich genervt. Sie schien immer das genaue Gegenteil von dem zu tun, was ihr gesagt wurde. Mit jedem Mal erzeugte sie sich mehr Schwierigkeiten und trotzdem hielt sie blind daran fest, dass ihre Handlungen richtig waren.

In vielen Rezensionen wurde von einem wunderbaren Humor gesprochen, dass Susannah total witzig wäre. Da hab ich mich tatsächlich gefragt, ob ich das gleiche Buch gelesen habe. Wo war denn da der Witz? Scheinbar ist der Humor 100%tig an mir vorbei gegangen. Ja, der Schreibstil ist gut, lässt sich leicht und schnell lesen, aber besonders fand ich daran nun wirklich nichts.

Das Ende war einfach nur übertrieben. Ich meine, welche 16 jährige kann denn bitte einen Exorzismus durchführen? Wer kommt überhaupt auf solche Ideen? Und mal ehrlich, erwartet man tatsächlich, dass der Gegner seelenruhig dasteht und wartet bis man fertig ist? Ich weiß ja nicht.

Und nun noch eine Frage, die mich beschäftigt hat. Der Titel lautet "Auch Geister können küssen". Schön und gut, aber da erwartet man doch, dass wenigstens auch ein winziger Kuss stattfinden wird. Oder? Ich hab ihn jedenfalls nicht gefunden.

Fazit
Große Erwartungen sollten an dieses Buch sicherlich nicht gestellt werden. Von der Idee her, ist es wirklich in Ordnung, scheint auch noch viel versprechend zu werden. Hier jedoch, scheitert es an der Protagonistin. Zu nervig und stoisch stellte sie sich an. Der Spaß am Lesen des Buches hielt sich in Grenzen, vor allem weil man sich einfach zu sehr über Susannah aufregen muss. Hoffentlich wird sie im nächsten Band etwas erwachsener.


Die Sache mit Callie und Kayden: Callie und Kayden 1 - Roman
Die Sache mit Callie und Kayden: Callie und Kayden 1 - Roman
von Jessica Sorensen
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

5.0 von 5 Sternen Einfach nur berührend schön, 27. Oktober 2014
Inhalt
Seit dem Vorfall an ihrem zwölften Geburtstag hat sich Callie größte Mühe gegeben für die Außenwelt unsichtbar zu werden. Als sei eines Tages ihren Bruder von einer Party abholen soll, wird sie Zeugin eines Vorfalls und schreitet ein. Ihr mutiges Eingreifen rettet dem Sportstar Kayden das Leben. Vier Monate später treffen sie sich auf dem College wieder. Auch wenn Kayden sie nicht sofort erkennt, möchte er sich doch um jeden Preis bei ihr revanchieren. Durch gemeinsame Unternehmungen versucht er Callie näher zu kommen und hinter ihre Fassade zu blicken. Doch nicht nur Callie trägt ein schmerzliches Geheimnis mit sich herum, auch Kayden kann das Erlebte nur schwer verarbeiten.

Meine Meinung
"Die Sache mir Callie und Kayden" ist der erste Band der "Coincidence"- Serie von Jessica Sorensen. Innerhalb der Serie wird nicht nur die Beziehung zwischen Callie und Kayden behandelt, auch ihre Freunde Seth und Luke erhalten ihre Chance aufs Glück. Die Freundschaft unter den Charakteren, so wie das tiefe Vertrauen zu einander, werden bereits hier präsentiert.

Callie Lawrence hat an ihrem zwölften Geburtstag etwas Furchtbares erlebt und sich seitdem zurückgezogen. Seit dem versucht sie sich so unsichtbar und unscheinbar wie möglich zu geben. Sie hat sich von der Außenwelt zurückgezogen, denn sie hat Angst niemand würde ihr glauben. Auf dem College, weit weg von Daheim und den Bekannten, kann sie aufatmen und sich langsam ins Leben zurück kämpfen. Sie freundet sich mit Seth an, der ebenfalls schreckliches erlebt hat. Zusammen mit ihm erstellt sie eine Liste, die ihnen helfen soll wieder normal leben zu können. Sie soll sie wieder langsam ins Leben zurück führen. Als dann Kayden nach und nach versucht ihr näher zu kommen, will sie es zulassen. Doch kann sie ihr verletztes und verängstigtes Herz tatsächlich für die Liebe öffnen?

Kayden Owen ist Footballspieler und daher auch ziemlich beliebt. Auf einer seiner Partys rettet Callie ihm das Leben. In seinem Leben ist nicht vieles korrekt verlaufen, Gewalt gehört zum Alltag. Auf dem College ist er endlich frei von dem Druck seiner Familie. Zusammen mit Luke will er die Zeit genießen. Seine Freundin Daisy findet er immer nerviger, während Callie, die er hier getroffen hat, ihm kaum noch aus dem Kopf geht. Er möchte sich erkenntlich zeigen für ihre Hilfe, muss aber feststellen, dass sie sehr zurückhaltend reagiert. Ihre Näher gibt ihm Trost und weckt Gefühle und Gelüste, die Daysi nie hervorbringen konnte. Kayden muss entscheiden, war er für sein Leben tatsächlich will.

Auf eine wunderbare und rührende Art erzählt Jessica Sorensen die Geschichte dieser verletzter Charaktere. Ihre Ängste und ihre Verwundbarkeit werden dem Leser vor Augen gehalten, aber auch ihre Erfolge und Momente des Glücks. Sie wurden verletzt und versuchen ihren Weg weiter zu gehen, versuchen einen Ausweg zu finden um endlich frei leben zu können.

Wirklich schön fand ich die Idee von der Liste, die Seth und Callie miteinander aufgestellt haben. Sie haben einander kennen gelernt und wissen nun, wie sie einander helfen können. Mit kleinen Schritten kämpfen sie sich in die Realität vor, fort von den Schatten der Vergangenheit. Schritt für Schritt und Situationsabhängig werden neue Punkte der Liste zugeführt.

Ich leibe die Charaktere, ob nun Callie und Kayden oder Seth und Luke. Sie haben mich wirklich berührt und ich will unbedingt mehr über sie lesen. Die Freundschaft zwischen war so beschrieben, dass man sich selbst solche Freunde wünscht. Natürlich gab es auch Charaktere, denen man den Tod gewünscht bzw. die Pest an den Hals wünscht. Aber hey, was wäre eine Geschichte ohne Antagonisten?

Jessica Sorensen hat mich mit diesem Buch sicherlich beeindruckt. Sie füllt die Geschichte mit Emotionen, die der Handlung Spannung verleihen. Immer wieder geschieht etwas überraschendes, womit man nicht gerechnet hat. Wendungen lassen nach Luft schnappen, die fesselnde Handlung die Seiten verfliegen. Es ist so geschrieben, dass sie Seiten einfach zu schnell vergehen. Das College erwacht zum Leben und als Leser findet man sich mitten drin wieder. Zum Ende hin, schockiert die Autorin durch einen Vorfall, den man kaum glauben kann. In einem der spannendsten und sicherlich atemberaubendsten Moment der Geschichte, wird der Leser voller fragen stehen gelassen. Ein Cliffhanger, der absolut böse und grausam ist.

Fazit
"Die Sache mit Callie und Kayden" ist nicht nur unheimlich spannend und emotional, es ist ein Roman voller Höhen und Tiefen. Von der Autorin so geschrieben, dass das Herz des Lesers einfach berührt werden muss. Als Auftakt einer Reihe macht es extrem neugierig auf das, was noch kommen kann. Ich bin begeistert und kann es deshalb wärmstens empfehlen.
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Salt & Storm. Für ewige Zeiten
Salt & Storm. Für ewige Zeiten
von Kendall Kulper
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen Fesselnd, berührend und einfach nur schön, 23. Oktober 2014
Inhalt
Avery Roe wünscht sich nichts sehnlicher als eine Roe Hexe zu werden. Als diese hätte sie die Macht über den Sturm und das Meer, das Glück und die Liebe. Kein Schiff wagt es Prince Island zu verlassen ohne wenigstens einen Glücksbringer der Hexe. Doch ein Fluch ihrer Mutter verhindert, dass Avery zu ihrer Großmutter gelangt um das Handwerk zu erlernen. Als sie dann allerdings aus einem eigenen Traum ihren Tod deutet, sucht sie sich Hilfe. Der Harpunierer Tane verspricht ihr den Fluch zu brechen, doch dafür soll sie seine Träume deuten. So kommt es, dass sie viel Zeit miteinander verbringen und sich näher kommen. Doch Avery hat Angst, denn nach wie vor wird sie von der Vision des eigenen Todes verfolgt. Kann sie ihrem Schicksal entkommen? Kann sie Tane helfen die Wahrheit um die Geschehnisse in seiner Heimat zu finden?

Meine Meinung
"Salt & Storm Für ewige Zeiten" überzeugt nicht nur durch ein wunderschönes Äußeres, sondern auch durch eine gefühlvolle, traurige und magische Geschichte. Im Zentrum des Geschehens stehen die Roe Hexen. Avery Roe, die jüngste der Linie, steht dabei zwischen zwei mächtigen Frauen, die über ihr Schicksal bestimmen wollen.
Ihre Großmutter will sie zur Hexe erziehen, damit sie weiterhin über das Schicksal der Inselbewohner und deren Erfolg bestimmt. Ihre Mutter hingegen, will alles tun damit dies nicht geschieht. Sie will ihrer Tochter ein Leben außerhalb der Hexerei schmackhaft machen, denn sie weiß welchen Preis die Magie verlangt.

Avery Roe ist 16 und wünscht sich nichts sehnlicher als eine Hexe zu sein. Seit vier Jahren wird sie allerdings von ihrer Mutter unter einem Fluch gehalten, welcher ihr nicht gestattet allein gedanklich die Stadt zu verlassen um zu ihrer Großmutter zu kommen. Avery hat schon alles versucht um ihre Kräfte zu entfesseln, doch es wollte einfach nicht gelingen. Dann taucht aber Tane auf, fremd und geheimnisvoll, und verspricht ihr den Fluch brechen zu können. Da sie es aus eigener Kraft nicht schafft, hat sie keine andere Wahl als dich darauf einzulassen.

Avery ist ein äußerst stures und willensstarkes Mädchen. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass diese Sturheit sie ein wenig blind macht. Sie weiß was sie will und kämpft dafür, doch leider hat ihr niemand gesagt, dass ihr Wunsch auch einen hohen Preis verlangt.
Sie mag nicht viele Freunde haben, doch Tommy ist immer für sie da. Erst als Tane hinzu kommt, lernt sie Gefühle außerhalb der Freundschaft kennen. Er fasziniert und frustriert sie, ist aber auch da wenn sie ihn braucht. Tane zeigt ihr etwas andere, was sie sich wünschen könnte.
Avery hat auch die Gabe Träume zu deuten, doch eben dies führt dazu, dass die Angst nach ihr greift. Die hat ihren eigenen Tod gesehen und es scheint kein Entkommen zu geben.

Tane ist 17 und Harpunierer auf einem Schiff. Er weiß, dass seiner Familie etwas Schreckliches zugestoßen ist und sucht deshalb überall nach den Schuldigen. Als er von Averys Fähigkeiten der Traumdeutung erfährt, bietet er ihr einen Handel an, er bricht den Fluch und sie deutet seine Träume, denn darin erhofft er sich Hinweise auf die Mörder seiner Familie. Er hat in seiner Heimat gelernt, wie man einige Zauber zusammenstellt und wirkt. Durch Tattoos kann er Magie wirken lassen, weshalb er selbst auch einige an seinem Körper trägt.

Tane ist ein ehrgeiziger junger Mann, der fasziniert ist von der Schönheit der Welt. Er wünscht sich Rache, weil er seine liebsten Menschen nicht beschützen konnte, doch auch Avery möchte er unbedingt unter seinem Schutz sehen. Er ist klug und gerissen, weiß sich aber auch in manchen Momenten gut zu verstellen. Er ist auch ein Künstler, der die Schönheit eines Augenblicks einzufangen vermag.

Kendall Kulper schenkt dem Leser eine Geschichte über eine zerstrittene Familie, über Hoffnungen, Wünsche und Ängste um die Zukunft, über ein Mädchen, das so vieles wollte und doch so viel verlieren musste. Es ist eine Geschichte über Liebe, aber auch über den Schmerz einer solchen.

Die vielfältigen Charaktere der Autorin offenbaren niemals sofort ihr wahres Gesicht. Nach und nach muss der Leser sie kennen lernen und all ihre Seiten betrachten. An manchen Punkten freut man sich mit ihnen, an anderen empfindet man ihren Schmerz nach. Sie überraschen und verführen, begeistern und enttäuschen.
Doch neben den fantastischen Charakteren, begeistert die Autorin durch ausgezeichnete Wendungen. An vielen Stellen hat man eine Vorstellung was passieren könnte, doch dann geschieht etwas völlig Unerwartetes und erneut können Spekulationen angestellt werden.

Das Ende ist allerdings wirklich gemein und bricht dem Leser das Herz. Gerade als man sich vom voran gegangenen Schmerz erholt hat, schlägt die Grausamkeit des Lebens erneut zu. Auch wenn man sich hier etwas anderes gewünscht hat, passt das Ende doch ziemlich gut. Nach all dem Erlebten, dem Schmerz und der Angst, herrscht hier erneut ein Fünkchen Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Fazit
"Salt & Storm" stellt seinen Protagonisten so manche Fallen. Immer wieder werden sie verletzt und erleiden Verluste, kämpfen sich jedoch immer weiter voran. Magisch angehaucht, ist es eine Suche nach der Wahrheit und Freiheit, die auch Romantik beinhaltet. Schön geschrieben, vermag es zu verzaubern nur um zum Ende hin das Herz zu brechen.


Vollstrecker der Königin - Der Baeldin-Mord
Vollstrecker der Königin - Der Baeldin-Mord
von Angelika Diem
  Broschiert
Preis: EUR 4,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nette, kurze Geschichte, 23. Oktober 2014
Inhalt
Caitlynns "Lynns" Familie verfügt, wie viele andere, über besondere Kräfte. Durch eine grausame Tat ihres Vaters, erwachen ungewöhnliche Kräfte in ihr und bringen sie auch zu ihrer Berufung. Zehn Jahre später ist Lynn eine ausgebildete Vollstreckerin. Im Dienste der Königin soll sie Verbrechen aufklären und den Schuldigen einer gerechten Strafe zuführen. Als im Fürstentum "Baeldin" ein Mord an einem Dienstmädchen verübt wird, wird sie ausgesandt um die Wahrheit zu lüften. Lynn ahnt allerdings nicht, dass dort jede Menge Misstrauen herrscht und die Ermordete daran nicht ganz unschuldig ist.

Meine Meinung
"Der Baeldin-Mord" ist der erste Band um das Leben der Vollstreckerin Lynn. Mit ihren Kräften richtet eine Vollstreckerin die Schuldigen. Ihre Aufgabe ist es zu sehen welche Schuld die Menschen in sich tragen und womit sie diese auf sich geladen haben.

Lynn ist in einer Familie aufgewachsen, in der Macht über andere durch innerlich vorhandene Kräfte ausgeübt wird. Sie mag es nicht diese Kräfte anzuwenden, anderen ihren Willen aufzuzwingen, findet sie falsch. Doch dann entdeckt Lynn die Macht des Todesschmerzes. Daraufhin wird sie zur Vollstreckerin ausgebildet. Die Macht den Schmerz weiter zu geben, ist für sie unerlässlich. Erst 10 Jahre später ist ihre Ausbildung abgeschlossen. Lynn hat so einiges gelernt, doch sie ist noch unerfahren. Sie lässt sich etwas blenden und von Schmeicheleien einnehmen, denn trotz allem ist sie doch nur eine Frau. Aber gleichzeitig ist sie stark und klug. Sie geht ihrem Auftrag nach und wird die Mission auch bis zum Ende durchführen.

Die Geschichte um Lynns Auftrag in Baeldin ist keinesfalls lang, und doch klärt sich alles auf und der Mord wird aufgelöst. Das Einzige, was etwas zu kurz kommt, ist Lynns Vergangenheit. Was geschah tatsächlich zwischen ihr und ihrem Vater? Wie sah ihre Ausbildung aus? Hier bleibt vieles im Dunkeln.

Der Mordfall an sich, scheint simpel aufgezogen zu sein, dafür kann die Autorin aber bei der Zeugenbefragung einiges an Chaos stiften. Jeder hat seine Geschichte und seine Verwicklungen. Erst zusammen gesetzt, ergeben die einzelnen Teile ein großes Ganzes. Lynn muss erkennen, dass hinter all dem doch mehr zu stecken scheint als gedacht. Allerdings wird dabei bereits etwas angesprochen, was hoffentlich in den weiteren Geschichten näher beleuchtet wird. Es verspricht jedenfalls, dass noch etwas Großes kommen wird.

Angelika Diem setzt das Geschehen in eine gewisse, mittelalterlich angehauchte, Zeit. Auch wenn hier sicherlich so manch fantastische Punkte auftauchen, scheint die Kleidung, aber auch die Umgebung sehr passend ausgearbeitet. Von der Umgebung selbst, bekommt man allerdings fast nur das Innere der Burg mit.
Richtig toll hingegen, war die Idee mit der Kommunikation durch die Spiegel. Das diese auch zur Überwachung bzw. Beobachtung genutzt werden können, ist dann aber doch etwas gruselig.

Fazit
Angelika Diem überrascht durch eine gut durchdachte Geschichte, zusammengefasst auf nur wenigen Seiten. Die Aufklärung des Mordes bringt Verwirrung und so manche falsche Fährten, was allerdings die Neugier auf die Antwort ansteigen lässt. Eine Überraschung zum Ende hin, verspricht noch weitere spannende Abenteuer für die Vollstreckerin Lynn.


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