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Rezensionen verfasst von
Marcus Goerner "www.hoerspielmaniac.de" (Essen)
(REAL NAME)   

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Intrusion: Thriller
Intrusion: Thriller
von Will Elliott
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Thriller und Inception? Nicht wirklich, leider ..., 28. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Intrusion: Thriller (Taschenbuch)
Der Thriller für alle Fans des Kino-Blockbusters 'Inception'. So leuchtet es dem potentiellen Käufer von der Buchrückseite entgegen. Thriller? Mag ich! Inception? Großartig! Was kann dann noch schiefgehen? Tja, eine Menge, jedenfalls dann, wenn genau diese beiden Schlagworte (Thriller und Inception) den Grund zum Kauf geben. Ich habe jedenfalls nicht verstanden, wieso es sich bei diesem Buch um einen Thriller handeln soll. Auf mich wirkte es eher wie ein surreales Märchen, oder mit etwas Wohlwollen vielleicht noch wie eine Fantasy-Geschichte. Und was die Parallelen zu Inception angeht, so wollen wir darüber an dieser Stelle besser den Mantel des Schweigens hüllen. Nur weil Träume bzw ein Traum hier auch eine Rolle spielen halte es für sehr ungeschickt damit zu werben.

Naja, auch wenn ziemlich falsche Erwartungen geweckt wurden, so muss das Buch ja dennoch nicht schlecht sein. Nun wird es ein wenig kompliziert, denn die eigentlich Idee, die hinter der Geschichte ist noch nicht einmal wirklich schlecht.

SPOILER
Die Handlung spielt sich Kopf eines alten Mannes ab, der Zeit seines Lebens einen Roman über die Welt Nightfall (so übrigens auch der Original-Titel des Buches) schreiben wollte. Leider leidet er mittlerweile an einer Krankheit, die sein Erinnerungsvermögen nach und nach auslöscht. Da trifft ihn die Nachricht des Selbstmordes seines Enkels Aden sehr schwer und er verwendet sein letzten Reserven darauf seinen Enkel in seiner Erinnerung lebendig zu halten, was dazu führt, dass sich die Welt Nightfall langsam auflöst. (Erinnerungen an 'Die unendliche Geschichte' sind erlaubt ;)). In eben jener Welt strandet nun auch seine Erinnerung an Aden und nun werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit die Welt nicht verloren geht.
SPOILER-ENDE

Genau das beschreibt das Buch ' die Reise Adens durch die Welt Nightfall. Dort trifft er auf eine ganze Schar eigenartiger Wesen, die sich allesamt auch überaus seltsam verhalten. Genau hier liegt aus meiner Sicht auch das große Problem des Buches. Über die ersten 200 (von 297) Seiten sucht man als Leser nahezu verzweifelt nach einem roten Faden in der Handlung. Protagonist Aden trifft immer wieder auf weitere seltsame Gestalten und alles mutet sehr abstrus an, regelrecht wirr. Im Hinblick auf das Ende ergibt dies sogar durchaus Sinn, aber das ändert nichts daran, dass es keine Freude macht, die Geschehnisse zu lesen. Man brennt darauf, dass endlich etwas passiert, dass die Handlung in irgendeiner Weise nach vorne bringt, oder ihr sowas wie Tempo verleiht. Dies geschieht aber leider erst nach etwa 200 Seiten und ich war mehrere Male kurz davor das Lesen einfach abzubrechen. Was den Sachverhalt auch nicht unbedingt besser macht, ist der Umstand, dass Protagonist Aden durch und durch unsympathisch wirkt und ich als Leser keinerlei Bindung zu ihm aufbauen konnte. Wie bereits erwähnt nimmt ab Seite 200 alles etwas konkretere Formen an, aber die zurückliegenden Seiten machen 2/3 des Buches aus und die sind nicht gerade leichte Kost. Da heben wir etwa den völlig teilnahmslos agierenden Aden, oder eine Vielzahl an Dialogen, denen man nicht selten nur schwer folgen kann. Hinzu gesellen sich ein paar Szenen, die wohl eine Art schwarzen Humor in das Geschehen bringen sollen, die aber einfach nur albern wirken.

Fazit: Die Idee hinter der Geschichte hat durchaus ihren Reiz und man hätte sicherlich ein sehr spannendes Buch hieraus machen können, doch dies ist hier leider gar nicht gelungen. Ich wüsste jedenfalls nicht, wem ich dieses Buch ans Herz legen könnte. Thriller- und Inception-Fans sind gewiss nicht das Klientel und wenn dies (wie in meinem Fall) der Grund für ein Liebäugeln mit dem Kauf sein sollte, so ist mein klarer Rat: Finger weg!


Die letzten Helden 1 - Über Den Wolken Mordens
Die letzten Helden 1 - Über Den Wolken Mordens
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 12,49

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klasse Start in die neue Serie..., 12. August 2010
Story:
Fantasy zählt im Hörspielbereich immer noch eher zu den Ausnahmen als denn zu den Regelfällen. An wirklich großen Serien gibt es eigentlich nur Drizzt und Abseits der Wege. Da letztere Serie derzeit offenbar längerfristig auf Eis liegt, könnte der Veröffentlichungszeitpunkt für die ersten Folgen von Die letzten Helden kaum besser gewählt sein. Dieses Epos soll sich auf 24 Folgen erstrecken und nur ein Folge soll dabei auf einer CD Platz finden. Ich muss gestehen, dass ich in diesem Moment zum ersten Mal spektisch wurde. Bei Abseits der Wege schaffte man es stellenweise noch nicht mal auf einer CD eine feselnde Geschichte zu erzählen. Allerdings sind bei den letzten Helden nicht Volker Sassenberg und Andreas Gloge am Werk, sondern David Holy. Und diesem kann man zu der Geschichte dieser Debüt-Folge eigentlich nur gratulieren. Man hält sich nicht lange auf, dem Hörer erst einmal die vorkommenden Charaktere zu erklären, sondern man wird direkt hinein geworfen in die Handlung. Im ersten Moment mag das noch etwas verwirrend sein und man muss auch genau zu hören, um nicht den Faden zu verlieren. Lässt man sich aber darauf ein, dann bekommt man eine sehr spannende Geschichte präsentiert, bei der sich verschiedene Zusammenhänge erst im weiteren Verlauf in Form von Rückblenden klären. Ist man dann im Bilde, geht es erst so richtig los mit der Geschichte und dem in der Inhaltangabe erwähnten Giftanschlag. Um dem Täter auf die Spur zu kommen, bedient man sich hier abenteuerlicher Methoden und in diesem Moment, kommt man als Fantasy-Fan vollends auf seine Kosten. Trotz der Spielzeit von 120 Minuten, kommt hier zu keiner Sekunde Langeweile auf und das ist ohne Frage ein großes Plus für diese Produktion. Obwohl die Serie immer sechs Folgen zu einem Akt zusammenfasst, wird das Geschehen der Folge zu einem Ende geführt, so dass man vermutlich die verschiedenen Folgen auch hören kann, ohne alle anderen zu kennen. Inhaltlich macht man hier aus meiner Sicht jedenfalls alles richtig und weckt direkt Interesse für kommende Folgen. Fantasy-Fans sollten hier auf jeden Fall vollends auf ihre Kosten kommen ... sehr gute Arbeit.

Sprecher:
Für die gesamte Produktion sollen mehr als 300 Sprecher engagiert worden sein. Bei dieser Zahl klappt einem ohne Frage die Kinnlade herunter. Natürlich kommen die noch nicht alle in der ersten Folge zum Einsatz, aber mit insgesamt 27 Rollen ist die Crew hier auch alles andere als klein. Trotz dieser Masse, lachen einen die bekannten Namen geradezu an. In den Hauptrollen glänzen Dietmar Wunder als X, Kim Hasper als Amon und Engelbert von Nordhausen als Eye. Dieses Dreiergespann lässt fraglos gar nichts anbrennen und es ist eine wahre Freude, diesen Könnern lauschen zu dürfen. Doch auch ansonsten geht es hoch her und so trifft man hier unter anderem auch noch auf Christian Rode (als Erzähler Chronarius), Lutz Mackensy, Regina Lamnitz, Thomas Danneberg, Detlef Biersted, Claudia Urbschat-Mingues und Santiago Ziesmer. Wer hier aber an reines Namedropping denkt, der liegt falsch, denn alle Beteilgten laufen zur Höchstform auf und versüssen der Hörerschaft die zwei Stunden Spielzeit mit sehr guten Leistungen. Was mir persönlich auch sehr gut gefallen hat ist der Wechsel in der Erzählerrolle. Mal wird das Geschehen aus Sicht von X erzählt, dann wieder aus Amons Sicht und zwischendurch greift auch Christian Rode als übergeordneter Erzähler ein. Durch eben diesen Kniff sorgt man in vielen Szenen für zusätzliche Dynamik, die sonst wohl aufgrund eines normalen Erzählers gefehlt hätte. Wenn alle 300 Sprecher derart motiviert zu Werke gehen, wie die hier zu hörenden 27, dann dürfte jede Folge zum reinsten Genuss werden. Man merkt: Ich bin begeistert, denn hier werden schlicht sehr gute Leistungen geboten.

Musik und Effekte:
Bedient man bei Drizzt die dunkle Seite der Fantasy, so geht es hier eher in die farbenprächtige und pompöse Richtung. Dementsprechend geht es auch bei der musiklischen Untermalung zu. Orchestrale Klänge dringen an die Ohren der Hörerschaft, so dass man direkt an weite Reiche voller Abenteuer denken muss. In diesem Bereich kann also ebenfalls sehr zufrieden sein. Ebenso versteht man sich auch darauf, in den entsprechenden Momenten durch dramatische Musik für zusätzliche Dynamik zu sorgen. Die Musik für die sich Konstantinos Kalogeropoulos kann also insgesamt auf der ganzen Linie überzeugen. Um die Untermalung mit Geräuschen habe ich mir herzlich wenig Sorgen gemacht, denn bei der Produktion Far Cry der Serie Videospielhelden brannte das Team rund um David Holy bereits ein wahres Effektfeuerwerk ab. Über weite Strecken präsentiert man sich hier ein wenig ruhiger, da eben nicht permanente Action angesagt ist. Dafür wirken die Geräuschkulissen aber nicht minder liebevoll ausgetüftelt. Vorallem in den Momenten, in denen das Fantasy-Element zum Tragen kommt, schöpft man aus den Vollen und lässt den Hörer staunen. Die Konkurrenz braucht man im Bezug auf die technische Seite dieser Produktion jedenfalls zu keiner Sekunde fürchten. Auch hier gilt: Sehr gute Arbeit!

Fazit:
Die letzten Helden (1) Über den Wolken Mordens bietet genau die Art von Fantasy-Unterhaltung, die ich mir von Abseits der Wege immer gewünscht habe. Man erzählt in 120 Minuten eine überaus packende und spannende Geschichte, die zu keiner Sekunde langweilig wird, oder sich in zähen Momenten verliert. Stattdessen brennt man ein kleines Feuerwerk an fantastischen Ideen ab und wird der Bezeichnung Fantasy absolut gerecht. Auf der Seite der Sprecher schöpft man ebenfalls aus den Vollen, denn trotz der Masse an Sprechern (27 in dieser Folge) fliegen einem die bekannten Namen nur so um die Ohren. Doch die Namen sind in diesem Falle nicht nur Schall und Rauch, sondern gleichzeitig eine Garantie für phantastische Leistungen, die der Hörerschaft einen wahren Genuss präsentieren. Nun garniert man diese Melange noch mit einem Schuß richtig guter Musik und schmeckt es mit einer imposanten Geräuschkulisse ab. Ich kann sagen, dass mich dieses Hörspiel wirklich sehr gut unterhalten hat und daher gibt es aus meiner Sicht auch keinen Grund ihm die Höchstwertung zu verweigern. Also ' wenn ihr nur irgendeinen Bezug zum Genre Fantasy habt, dann kommt ihr an dieser Folge (und vermutlich auch an der ganzen Serie) einfach nicht vorbei. Von meiner Seite gibt es also das Prädikat TOP nebst einen dicken Kaufempfehlung!


Der Biss der Kobra (02)
Der Biss der Kobra (02)

4.0 von 5 Sternen Eine klare Steigerung gegenüber der eher schwachen ersten Folge!, 18. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Biss der Kobra (02) (Audio CD)
Story:
Bei Canora-Media hat es mächtig gerappelt und Mario Cuneo führt die Reihe "Professor Zamorra" unter dem neuen Label "Delicious Media" weiter. Das Produktionsteam hat sich quasi komplett geändert und es stellt sich die spannende Frage: Neues Spiel, neues Glück? Pauschal würde ich sagen: JA! Allerdings war eine Steigerung auch bitter nötig, denn der erste Teil "Die Quelle des Lebens" kam rein inhaltlich schrecklich unspektakulär und träge daher. Im zweiten Teil geht nun alles flotter und vor allem auch mal actionreicher zur Sache. Es entzieht sich meiner Kenntnis, ob Chris Alleander nun gegenüber Thomas Tippner der bessere Drehbuch-Autor ist, oder ob hier die Vorlage schlicht mehr hergab. Fakt ist: Diesmal hat man größtenteils alles richtig gemacht, denn die Geschichte schreitet flott voran, vertieft das Geschehen und mündet (natürlich) in einem Cliffhanger. Diesmal fiebert man mit, was als nächstes passieren wird und es macht Spaß den beiden verschiedenen Handlungssträngen zu lauschen. Ich muss sagen, dass ich sehr positiv überrascht bin, denn nach der ersten Folge war mein Interesse an der Serie schon fast verflogen. So darf es jedenfalls gerne weitergehen. Allerdings muss man auch eingestehen, dass es hier relativ selten wirklich unheimlich zur Sache geht und so mache sexistische Anspielung eher ein wenig bemüht und peinlich wirkt. Trotz allem ist der Unterhaltungswert diesmal hoch.

Sprecher:
Bei den Sprechern gibt es zwei Veränderungen. Zunächst wäre zu erwähnen, dass die Sprecherin von Nicole Duval ausgetauscht wurde. Christine Pappert ersetzt Ghada Al Akhel und die Entscheidung macht sich bezahlt, denn Pappert wirkt in meinen Ohren doch souveräner als Freundin des Titelheldin. Die zweite änderung betrifft Erzähler Henry König. Die Regie scheint ihn ein wenig mehr ins Gebet genommen zu haben, denn seine Performance der ersten Folge gehört der Vergangenheit an: Dort sprach er stets mit unheilverkündender Stimme, auch wenn rein gar nichts spannendes passierte. Er ist ohne Frage ein guter Sprecher und arbeitet hier nun den Ansprüchen entsprechend. Ansonsten gibt es an der Besetzung herzlich wenig Anlass zur Kritik, im Gegenteil: Reent Reins, Wolf Frass, Robert Missler, Marion von Stengel, Rainer Schmitt ... die Liste der beteiligten Sprecher ist lang und auch prominent. Wichtig ist aber, dass auch den Namen gebührende Leistungen geboten werden. Allerdings hat man sich einem kleinen Fauxpas bei der Aussprache des Namens Sara Moon geleistet. Kurz hintereinander wird er einmal deutsch und dann englisch ausgesprochen. Da dies aber der einzige auffällige Fehler seitens der Regie bleibt, kann hier insgesamt nur von wirklich guten Leistungen die Rede sein.

Musik und Effekte:
Musikalisch erweist sich die zweite Folge dieser Serie ein wenig inkonsequent. Auf der einen Seite fährt man immer noch Musiken von Carsten Bohn auf, die dieses spritzige 80er-Flair vermitteln. Allerdings passen derartige "Gute-Laune-Sounds" nur bedingt zu einer Serie, die im Genre Mystery/Grusel wildert. Zu den Bohn-Stücken gesellen sich einige düstere Melodien, die da schon eher zu der angestrebten Thematik passen. Leider wirkt das musikalische Gesamtbild dadurch etwas unausgegoren, da die beiden musikalischen Stile nicht immer völlig miteinander harmonisieren wollen. Was auch noch ein wenig blass bleibt, ist die Untermalung mit Effekten. Über große Strecken beschränkt man sich hier nur auf das nötigste, so dass einige Szenen ein wenig leer wirken. Dies ist allerdings ein Problem, dass es auch schon bei den Produktionen von Canora-Media gab. Hier ist jedenfalls noch einige Luft nach oben vorhanden und man sollte sich in diesem Bereich eine klare Linie die Musik betreffend überlegen.

Fazit:
Mit der zweiten Folge von "Professor Zamorra" erwartet den Hörer eine Überraschung. Nach der ersten Folge war wohl bei nicht Wenigen das Interesse an dieser Serie nahezu erloschen, doch "Der Biss der Kobra" zeigt sich viel stärker als das recht lahme Debüt. In der Handlung ist endlich Tempo drin und man hat nicht das Gefühl sich auf einem Kaugummi zu bewegen. Auch auf der Seite der Sprecher hat man das größte Problem ausgemerzt, denn Henry König geht seinem Job als Erzähler nunmehr in einer normalen Stimmlage nach und vermittelt nicht permanent den Eindruck, dass etwas unglaublich dramatisches geschehen würde. Was allerdings auch bei der zweiten Episode noch nicht völlig zufriedenstellend gelöst ist, das ist die technische Umsetzung. Musikalisch zeigt man sich zu wenig einheitlich, was doch recht störend ist und auch bei der Untermalung mit Effekten dürfte man gerne noch etwas detailverliebter zu Werke gehen. Trotz allem ist der Spannungslevel dieser Folge recht hoch und in Anbracht des unspektakulären Debüts, kann man dieser Folge mit einem zugedrückten Auge einen GUTEN Unterhaltungswert attestieren. Platz nach oben ist noch vorhanden und mit den kommenden Teilen dieses 4-Teilers sollte dieser auch noch ausgeschöpft werden! In Schulnoten eine knappe 2-.


Die drei ??? - Spuk im Netz.
Die drei ??? - Spuk im Netz.
von Astrid Vollenbruch
  Gebundene Ausgabe

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen WELCH EIN AUFWAND!, 29. Juni 2008
Autorin Astrid Vollenbruch hatte mit ihren ???-Debüt "und der Geiserzug" bewiesen, dass sie es schaffen kann, Geschichten zu schreiben, die ein ähnliches Flair vermitteln wie die älteren Klassiker rund um Justus, Peter und Bob.

Mit "Spuk im Netz" stellt die gute Dame ihren vierten Band für die beliebte Jugend-Krimi-Serie zur Diskussion und schon bei dem Titel leuchten die ersten Wahnzeichen auf: Technik und ???, das ging bisher nur selten gut. Man denke ich diesem Zusammenhang nur an das schreckliche "Hexen-Handy" oder "Codename: Cobra". Gott lob ist der Titel nicht maßgebend für das gesamte Buch, denn um den beschriebenen Spuk im Netz geht es eigentlich nur am Rande, vor allem da relativ schnell klar ist, dass es kein wirklicher Spuk ist. Doch auch die Tatsache, dass man nicht auf Teufel komm raus versucht modern zu sein, kann diese Geschichte nicht großartig retten. Der Grund hierfür ist schlicht und ergreifend die Auflösung, die hinter der Geschichte steht. Es ist mal wieder der Fall, dass man bei Lesen denkt: Ja nee, ist klar. WELCH EIN AUFWAND!

Achtung SPOILER:
Weil ein Mädchen denkt, dass ihr Vater irgendwelche krummen Dinge macht, installiert sie in ihrem Haus eine Webcam und richtet eine gefakte Homepage ein, auf der man angeblich einen Blick in ein Geisterhaus werfen kann. Mit Hilfe des Winkeralphabets teilt sie den Leuten an den anderen Bildschirmen dann mit, wann ihr Vater sein krummes Ding durchzieht. Der ganze Aufwand ist nötig, da sie Angst hat, dass ihr Vater sonst bemerkt, dass sie jemanden informieren will. Klasse, oder? Wie geschrieben: WELCH EIN AUFWAND!
SPOILER Ende!

Doch auch ansonsten zeigt sich das Buch nicht besonders gelungen. Am Ende haben sich die drei ??? in eine sehr brenzlige Lage hinein manövriert und sie überstehen sie nur Dank einer äußerst unglaubwürdigen Aktion von Herrn Jonas. Überhaupt wirkt die Handlung an vielen Stellen schlicht zusammengepuzzelt. Der Versuch, durch Sternenbilder und allem was damit zusammenhängt etwas Mystik in die Folge zubringen misslingt leider, da alles einfach zu bemüht, zu hingebogen wirkt. Zwar geht es hier nicht so verrückt zu, wie es bei "Todesflug" oder "Panik im Park" der Fall war, aber dennoch hinterlässt die Geschichte einen sehr schalen Beigeschmack, so dass am Ende nur eine Wertung von ** drin ist. Schade, denn ich hätte von Astrid Vollenbruch wesentlich mehr erwartet.


I Walk Among You
I Walk Among You
Preis: EUR 11,98

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Neuer Sänger == Alter Sänger ... gute Idee?, 28. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: I Walk Among You (Audio CD)
Es scheint ja irgendwie in Mode zu kommen, dass sich Bands von einem Sänger trennen, um dann zwei Alben zu veröffentlichen, die nicht mehr ganz so erfolgreich sind. Dann holt man schnell wieder den alten als neuen Sänger ins Boot und hofft darauf, dass der alte Erfolg zurück kehrt. Was Iron Maiden und auch Judas Priest gemacht haben, macht nun auch Iced Eart-Chef Jon Schaffer. Allerdings soll es nicht das Ziel dieser Rezension sein zu entscheiden, ob diese ganze Aktion nun glaubwürdig oder sonst was ist. Im Mittelpunkt soll die Musik stehen und eben die Frage ob diese neue EP überzeugen kann.

Eins sei vorweg noch klar gestellt: Ich habe Iced Earth mit Matt Barlow am Gesang geliebt. Ebenso halte ich Tim Owens für einen der besten Metal-Sänger dieses Planeten. Somit befinde ich mich in einer Zwickmühle, da ich keinen der beiden hier wirklich im Vorteil sehe.

Den Beginn dieser EP ("I Walk Among You") stellt die neue Nummer "I Walk Alone" dar. Und ... diese Nummer hinterlässt bei mir so einige Fragezeichen auf der Stirn. Auf einer EP erwarte ich als "quasi Titeltrack" eine Nummer, die mich so richtig heiß auf den bald erscheinenden Longplayer macht und ... genau dies ist "I Walk Alone" NICHT! Auch nach dem x-ten Durchlauf bleibt der Refrain der Nummer bei mir einfach nicht im Ohr. Woran es hapert kann ich nicht genau sagen ... vielleicht hatte ich einfach einen Kracher wie "Ten Thousand Strong" erwartet. Der vermochte es nämlich mit seinem eingängigen Refrain mich richtig heiß auf "Framing Armageddon" zu machen. Insgesamt erinnert mich der Song an einige der eher durchschnittlichen Nummern des "Horror Show"-Albums. Naja ... zwei Songs sollen ja noch kommen.

"Setian Massacre" ist eine "Neuaufnahme" eines "Framing Armageddon"-Tracks. Neu sind natürlich nur die Gesangsspuren von Matt Barlow. Schon auf dem Album war das nicht grade meine Lieblingsnummer und auch mit neuem Gesang will mir der Track nicht besser gefallen. Da hat Jon Schaffer in der Vergangenheit mit Songs wie "The Hunter", "Melancholy", "Damien" oder "Dracula" wesentlich packendere Songs geschrieben. Irgendwie finde ich die Nummer in dieser Version sogar noch etwas nichts sagender als die "Original-Version". Ich wusste selbst zu Beginn nicht ganz wieso, doch die Erkenntnis kam beim nächsten Track.

Auch "The Clouding" ist eine Neuaufnahme mit Barlow am Mikro. Diese Nummer stellte allerdings einen meiner Favoriten von "Framing Armageddon" dar. Hier ist mir allerdings schon nach wenigen Momenten klar, wieso ich die alte Version besser finde. Es tut mir weh es zu schreiben, aber Barlows Stimme passt einfach nicht auf diese Komposition. Bei dem ruhigen Teil zu Beginn kann man es schon erahnen, doch richtig klar wird es im harten Teil, wenn der Refrain "Never trust in the Motives of man" einsetzt. Die Songs von "Framing Armageddon" sind einfach nahezu perfekt auf die Stimme von Tim Owens zugeschnitten. Barlow hat eine einzigartige Stimme, aber diesen Song kann er einfach nicht so singen wie Owens es konnte.

Alles in allem macht sich nach dem Genuß dieser EP eine ziemlich Ernüchterung bei mir breit, denn wenn ich nicht irre, so hatte Mastermind Schaffer erzählt, dass die "Something Wicked Part 2"-Songs bereits größtenteils aufgenommen waren und dementsprechend dürften auch die Songs dieses bald erscheinenden Albums (September) eher auf die Stimme von Owens gemünzt sein. Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, da auch der neue Longplayer ins Regal kommt, aber insgesamt bin ich von dieser EP ziemlich enttäuscht worden und kann nur 2 Sterne vergeben.

Allein auf diese EP bezogen kann ich meine Überschrift "Neuer Sänger == Alter Sänger ... gute Idee?" leider nur mit einem NEIN! benatworten.


Die Dr3i - Folge 05: Das Haus der 1.000 Rätsel
Die Dr3i - Folge 05: Das Haus der 1.000 Rätsel
Wird angeboten von hotshotrecordsmailorder
Preis: EUR 9,98

19 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Klassiker lassen grüßen ... tolle Folge!, 30. Januar 2007
Story:
Titel und Inhaltsangabe lassen einem alten Fan der ??? ohne Frage das Wasser im Mund zusammenlaufen, doch seit der vierten Folge von 'DIE DR3I' (Zug um Zug) weiß ich, dass Inhaltsangaben mit Vorsicht zu genießen sind. Doch bei dieser Folge wird inhaltlich tatsächlich das präsentiert, was versprochen wird. Nach dem Genuss von 'Das Haus der 1.000 Rätsel' musste ich unweigerlich an Klassiker des Kalibers 'Die gefährliche Erbschaft' denken, denn auch hier begeben sich die drei Detektive auf eine vergleichbare Rätselodyssee. In dieser Folge wird wirklich quasi nur geknobelt und das macht genau wie vor x Jahren immer noch richtig Spaß. Natürlich geht das auf Kosten der Actioneinlagen, die man in dieser Folge gar nicht antrifft. Nun mag man befürchten, dass sich dann doch bestimmt wieder einige Längen eingeschlichen haben, denn die Spielzeit von 73 Minuten ist nun alles andere als klassikerlike. Doch in diesem Punkt kann ich Entwarnung geben, denn alle Dialoge habe erkennbare Relevanz für den Fortgang der Geschichte und dienen der Lösung der diversen Rätsel, die die Dr3i hier zu lösen haben. Inhaltlich für mich eine verdammte starke und dichte Geschichte, die einen ganz eigenen Charme besitzt und sich nur dem bisherigen Highlight 'Die Pforte zum Jenseits' geschlagen geben muss. Ich habe mich von der ersten bis zur letzten Minute sehr gut unterhalten gefühlt.

Sprecher:
Die Serie war ja schon in den ersten vier Folgen immer mal wieder für eine Überraschung gut und auch der neueste Output stellt da keine Ausnahme dar. Das die Stammbesetzung hervorragende Arbeit leistet dürfte selbstverständlich sein und dementsprechend ist es immer am interessantesten, wen man diesmal wieder für die Nebenrollen im Studio hatte und da trifft man direkt auf alte bekannte Namen wie Eckhard Dux (Jack Doolan), Gernot Endemann (Harold), oder Lothar Grützner, die hier allesamt überzeugen können. Nein, bei den Sprechern gibt es für meine Begriffe wirklich gar nichts auszusetzen und es ist verdammt erfreulich zu hören, dass die alten Hasen sich heute immer noch ebenso reinhängen wie schon vor 20 Jahren. Lange Rede, kurzer Sinn: Sehr gute Sprecher!

Musik und Effekte:
Mein lieber Schwan ' bei der musikalischen Untermalung hat man sich ja mal wieder so richtig Mühe gegeben und so manches Stück ausgegraben, dass viele Jahre ein Dasein im Archiv fristen musste. Klänge, die ein schönes altes Detektiv-Flair vermitteln und unter anderem in Serie wie Edgar Wallace oder HUI BUH zum Einsatz kamen, wechseln sich mit neuen und ebenfalls äußerst atmosphärischen Stücken ab. Besonders gelungen fand ich die Untermalung in einer Bar, mit schönen Klaviermelodien. Musikalisch ist das wirklich eine sehr gelungene Untermalung, die man bei anderen EUROPA-Serien leider öfter mal vergeblich sucht. Nun ' und dann sind da natürlich noch die Effekte, doch was soll ich zu diesem Punkt noch großartig schreiben, ohne nicht irgendetwas aufzuwärmen, was ich schon in diversen anderen Rezensionen zu EUROPA-Hörspielen geschrieben habe? Also ' auch technisch kann das neuste Abenteuer der ehemaligen ??? überzeugen.

Fazit:
So enttäuscht wie ich nach 'Zug um Zug' war, so begeistert bin ich nach dem Hören von 'Das Haus der 1.000 Rätsel'. Der neuste Fall der drei Detektive erweist sich wahrer Rätselmarathon und steht somit Klassikern wie 'Der seltsame Wecker' oder 'Die gefährliche Erbschaft' in nichts nach. Hier wird gerätselt und geknobelt, dass sich die Balken biegen und da kann man auch gerne mal auf Action-Einlagen verzichten. Auch das Problem der Längen, das grade in 'Das Seeungeheuer' und 'Zug um Zug' sehr problematisch war, hat man hier in den Griff bekommen, denn trotz 73 Minuten Spielzeit geht es in einem ordentlichen Tempo voran, ohne dass sich Langeweile einschleicht. Bei den Sprechern gibt es vom Prinzip keinerlei Grund zur Klage, im Gegenteil: Hörspielfans freuen sich über das Wiederhören mit so manchem alten Bekannten. Musik und Effekte stellen dann noch das krönende Tüpfelchen auf dem i dar, denn beide Punkte können sich absolut hören lassen. Also ' wenn ihr euch auch mal wieder nach einer richtigen Rätselfolge gesehnt habt, denn streicht euch den 09.02.07 rot im Kalender an, denn an diesem Datum wird 'Das Haus der 1.000 Rätsel' veröffentlicht. Zwar geht das fünfte Abenteuer knapp hinter 'Die Pforte zum Jenseits' ins Ziel, aber dennoch handelt es sich um eine wirkliche TOP-Produktion, die man immer wieder hören kann.


Necroscope - Folge 4: Untot.  gekürzte Lesung
Necroscope - Folge 4: Untot. gekürzte Lesung
von Brian Lumley
  Audio CD

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ebenso klasse wie der Vorgänger!, 4. November 2006
Story:

Zum Glück folgt das vierte Hörbuch der Necroscope-Reihe relativ schnell, denn nach dem Ende des dritten Hörbuches saß man mittendrin in der Handlung, da man aus dem amerikanischen Original in der deutschen Version mal wieder mehrere Bücher gemacht hat. In diesem Falle sogar direkt drei, so dass auch „Untot“ noch nicht das Ende der aktuellen Handlungsstränge darstellt. Da Band 5 aber parallel erschienen ist, kann man die Geschichte auch zu Ende hören und genau dies will man ganz schnell, wenn „Untot“ durch den heimischen Player rotiert ist. Autor Brian Lumley treibt seine Geschichte auf spannende Art und Weise voran. Es gibt zwar nicht permanent Action- oder Splattereinlagen, aber wer so was sucht, der ist hier eh an der falschen Adresse. Gut, wenn es mal zur Sache geht, dann sind die beschriebenen Szenarien ohne Frage schon recht heftig, aber im Vordergrund der Handlung stehen eben die Charaktere und ganz klar deren Entwicklung. So erlebt man hier zum einen, wie Yulian Bodescu sich immer mehr zum vollwertigen Vampir entwickelt und zum anderen, wie Thibor Ferenczy zu dem wurde, was er war. Es mag sicherlich Leute geben, denen Lumley zu ausschweifend wird, ich hingegen finde es ungeheuer faszinierend, wie er die Charaktere seiner Geschichte zeichnet und habe mich von der ersten bis zur letzten Minute wirklich sehr gut unterhalten gefühlt.

Sprecher:

Eine Premiere: Zwei Necroscope-Hörbücher in Folge mit demselben Sprecher! Diese Entscheidung war ganz ohne Frage richtig, denn Lutz Riedel konnte schon bei „Kreaturen der Nacht“ auf ganzer Linie überzeugen und bei dieser 5-stündigen Lesung beweist der Gute, dass er ganz einfach ein Vollprofi ist auf den Verlass ist und der darüber hinaus eine sehr markante Stimme hat. Des Weiteren ist es erfreulich, dass sich Riedel abermals die allergrößte Mühe gibt den verschiedenen Charakteren individuelle Stimmen zu geben, so dass man den oftmals längeren Dialog-Passagen ohne größere Probleme folgen kann. Versprecher sind mir diesmal auch keine aufgefallen, so dass ich für die Sprecherleistungen in diesem Falle ein eindeutiges „sehr gut“ vergeben kann.

Musik und Effekte:

Es ist immer wieder schön, wenn mehrstündige Lesungen durch Musik aufgelockert werden. Im Hause LPL-Records hat man bei allen bisherigen Produktionen ein sehr geübtes Händchen bewiesen und auch beim neusten Output der „ultimativen Vampirsaga“ hat Haus- und Hofmusiker Andy Matern ins Schwarze getroffen. Das Titelstück der Serie ist ein waschechter Ohrwurm und es gibt zwischen den verschiedenen Kapiteln und Sinnabschnitten immer wieder leichte Variationen dieses Themas. Besonders gut gefallen hat mir die „Gitarren-Variante“, die einfach eine angenehm düstere Atmosphäre entstehen ließ. Allerdings, und hier wiederhole ich mich, könnte man ruhig noch an einigen Stellen Musik im Hintergrund einsetzten, um unheimlichen Stellen zusätzliche Atmosphäre zu verleihen. Sei’s drum, allein die Tatsache, dass überhaupt Musik zum Einsatz kommt ist lobenswert, denn die Musik passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.

Fazit:

Das Niveau, das man mit „Kreaturen der Nacht“ erreichte, kann man mit „Untot“ ohne Probleme halten. In diesem Falle stimmt beinahe alles: Man bekommt eine düstere, unheimliche und spannende Geschichte vor die Ohren, die von einem sehr guten Sprecher vorgetragen und von unheilsschwangerer Musik unterhalt wird. Horror-Fan-Herz, was willst du mehr? Vielleicht hier und da ein bisschen mehr Gemetzel? Gut, in diesem Falle ist man bei Necroscope definitiv an der falschen Adresse, denn hier steht die Entwicklung der Charaktere im Vordergrund und die gelegentlichen „Metzel-Einlagen“ sind eigentlich nur Beiwerk. Wer den dritten Band schon gehört hat, der kommt an diesem und dem nächsten sowieso nicht vorbei (schließlich will man wissen wie es weitergeht) und wer seine Freude an der Serie hatte, der dürfte auch vom vierten Output keineswegs enttäuscht werden. Also … schön weiterhören, denn noch ist die Geschichte nicht zu Ende. Was kann ich noch sagen? Ich bin wirklich begeistert, ein Hörbuch, dass von vorne bis hinten einfach TOP ist!


Kommissar Dobranski 05. Elena.
Kommissar Dobranski 05. Elena.
von Konrad Halver
  Audio CD

4.0 von 5 Sternen Inhaltlich die spannendste Folge bisher ..., 13. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Kommissar Dobranski 05. Elena. (Audio CD)
Story:

Die vierte Folge zeigte sich vom Inhalt her stellenweise etwas überdreht. Mafia und ominöse Informantinnen waren vielleicht doch etwas viel für einen kleinen Kommissar wie es Dobranski sein soll. In seinem fünften Hörspielabenteuer erleben wir den Cop mit der Schnodderschnauze dafür aber wieder genau so wie man ihn kennt. Die Thematik ist wie gewohnt schon ziemlich hart. Da Menschhandel gewiss kein schönes Thema ist, gibt es als Auflockerung immer wieder kurze Einschübe aus dem Privatleben Dobranskis, bei denen sich dem Hörer schnell ein Schmunzeln auf die Lippen zaubert, denn seine Aktionen sind stellenweise schon reichlich fies, aber dennoch irgendwie nachvollziehbar. Trotz dieser Einschübe bietet die Geschichte aber noch genug spannende Momente um über die volle Distanz von gut 50 Minuten zu überzeugen. Hier gibt es also genau das, was der Hörer erwartet: Solide Krimikost der härteren Art mit sarkastischem Einschlag, einfach gut und unterhaltsam.

Sprecher:

Bei den Sprechern gibt es relativ wenig Neues zu berichten, denn den Großteil von ihnen kennt man aus den vier vorangegangenen Folgen. Etwas unglücklich ist vielleicht die Tatsache, dass Robert Missler wieder dabei ist und (natürlich) einen der Gangster spricht. Missler ist zwar ein großartiger Sprecher, aber eine Runde Abwechslung täte der Serie sicherlich gut. Was allerdings viel schwerwiegender ist als die Dauerbesetzung Misslers ist Reinhilt Schneider. Diese Frau hat sicherlich eine sehr markante und eigentlich auch schöne Stimme, nur leider kommt sie seit einigen Jahren ja nicht mehr ohne „Stöhneinlage“ aus und diesmal geht sie wirklich VIEL zu weit. Ihre Darbietung während eines Telefonats klingt eher so, als sei sie grade mit etwas ganz anderem beschäftigt und das geht ganz schön auf die Nerven, den SO redet wirklich keiner am Telefon (Es sei dann man hat eine entsprechende Hotline gewählt.). Ein Ausrutscher, den man sicherlich verzeihen kann, da die restlichen Leistungen der Sprecher stimmen und grade Konrad Halver wieder so richtig glänzen kann. Allerdings sollte man für meinen Geschmack ein kritisches Auge bzw. Ohr aus Frau Schneider werfen und die Regie sollte sie in Zukunft mal ein wenig zügeln.

Musik und Effekte:

Die verschiedenen musikalischen Untermalungen passen wie schon in den vergangenen vier Folgen gut ins Geschehen und haben auch gewisses Ohrwurmpotential, so dass man sich gelegentlich beim Mitsummen erwischen kann. Neben den bereits bekannten Stücken gibt es auch immer mal wieder neue Melodien, die den Fundus der Serie erweitern und sich ebenfalls hören lassen können. Dafür sind die Effekte diesmal in meinen Ohren nicht ganz so gelungen, wie sie sein könnten. Es gibt in dieser Folge eine ganze Reihe von Kampfszenen die zum Leben erweckt werden müssen und meistens geht es um Kampf mit der Faust oder Messern. Was dort an die Ohren dringt klingt stellenweise wie aus einem Ninja-Computer-Spiel und ist nicht unbedingt selbsterklärend. Hier wäre für meine Begriffe jedenfalls mehr drin gewesen, da man in der Vergangenheit gezeigt hat, dass man ein durchaus geübtes Händchen für die Untermalung mit Effekten hat. Insgesamt zeigt sich die technische Seite solide, mehr leider nicht.

Fazit:

Nachdem die letzte Folge rein inhaltlich etwas schwächelte ist hier von der Geschichte her alles wieder im Lot. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass es sich um die beste Geschichte bisher handelt. Leider macht dieser Umstand „ELENA“ aber nicht zwangsläufig zur besten Folge der Serie. Was den Hörspaß ein gutes Stück schmälert ist das krasse Overacting von Reinhilt Schneider. Darauf sollte die Regie in Zukunft etwas mehr achten. Auch bei den Effekten zeigt man sich nicht ganz so gut, wie es sein könnte, allerdings sind die vorkommenden Szenen ohne Frage auch nicht grade einfach umzusetzen. Demgegenüber steht aber eine äußerst stimmungsvolle und atmosphärische musikalische Untermalung. Alles in allem bekommt man also einen Dobranski wie man ihn sich wünscht: Hart, aber ehrlich und mit einer Prise schwarzem Humor garniert. Wegen der leichten Macken reicht es auch diesmal „nur“ für ein GUT. Schade, denn es wäre mehr drin gewesen. Vielleicht mit der nächsten Folge …


Kommissar Dobranski 04. China Express.
Kommissar Dobranski 04. China Express.
von Konrad Halver
  Audio CD

4.0 von 5 Sternen Nicht so gut wie die letzten beiden Folgen, aber immernoch gut ..., 13. Oktober 2006
Story:

In seinem vierten Hörspielabenteuer bekommt der bärbeißige Kommissar aus Hamburg es mit ganz besonders fiesen Gegner zu tun, denn die chinesische Mafia streckt ihre Fühler nach Deutschland aus. Dobranski muss sich mit einem toten Arzt und einer ganzen Menge blauer Bohnen in dieser Folge auseinandersetzen, denn wenn die Mafia ihre Finger im Spiel hat, dann geht es nicht grade zimperlich zu. Vielleicht übertreibt man es diesmal ein wenig bei der Geschichte, denn so manche Szene wirkt doch ziemlich dick aufgetragen, grade für einem kleinen Kommissar wie es Dobranski sein soll. Agenten und Mafia … da fühlt man sich eher wie bei James Bond, was der Held der Serie auch selbst sagt. Auch wenn es diesmal also vielleicht etwas überzogen zugeht, so sind die 46 Minuten doch überaus spannend und erfreulich kurzweilig geraten. Wer die ersten drei Folgen der Serie mochte, der dürfte auch an „China Express“ seinen Gefallen finden, auch wenn die Geschichte das Niveau der letzten beiden Geschichten nicht ganz halten kann.

Sprecher:

Die Sprecher sind diesmal wirklich allesamt richtig gut. Grade Konrad Halver in der Hauptrolle gibt hier mal wieder so richtig Vollgas. Es ist egal, ob er als Erzähler oder als spielende Figur zum Einsatz kommt. Grade in den gespielten Passagen kann Halver auftrumpfen, denn er beweist, dass er sehr wandlungsfähig ist. Egal ob sarkastischer Spruch in der Polizeikantine, oder Geschrei unter Beschuss … es klingt einfach überzeugend. Witzig ist allerdings diesmal die Tatsache, dass hier das umgekehrte Phänomen aus Folge 1 eintritt. Während man bei Folge 1 sich bei mancher Erzählerpassage dachte, dass man die ruhig hätte streichen können, wünscht man sich hier an ein, zwei Stellen mehr Erzählertext herbei um zu wissen was nun eigentlich passiert. 30 Sekunden Schüsse sind irgendwie nicht grade selbsterklärend. Wie in jeder Folge bisher, gibt es auch diesmal wieder Robert Missler zu hören. Allerdings mimt er diesmal keinen Ganoven sondern einen Hafenarbeiter, was ihm auch gut gelingt. Neben diesen beiden bekannten Stimmen, findet man bei dieser Folge auch noch einige weitere bekannte Namen: Marion von Stengel übernimmt die Rolle der undurchsichtigen Informantin Lucy Lu, die scheinbar noch öfter in Erscheinung treten soll. Das wäre überaus wünschenswert, denn ihre Leistung ist absolut überzeugend. Neben ihr sind hier noch Manfred Liptow und Sabine Hahn zu hören, aber in eher kleineren Rollen. Wie bereits eingangs geschrieben, die Sprecher sind diesmal richtig gut und ich würde sogar sagen, dass es sprechertechnisch die bisher stärkste Folge der Serie ist.

Musik und Effekte:

Der Soundtrack der Serie hat sich ordentlich entwickelt. Man verwendet immer wieder Stücke, die man aus den bisherigen Folgen der Serie kennt und das sorgt für Wiedererkennungswert. Hinzukommen immer mal wieder neue Melodien, die den Kosmos der Serie erweitern und sich gut in das bisherige Gehörte einfügen. Bei den Effekten geht es wieder hoch her, denn hier will so einiges im Ohr zum Leben erweckt werden. Vorallem die beiden Schießereien dürften alles andere als einfach umzusetzen gewesen sein, doch es ist überaus gut geworden, was man vor die Ohren bekommt. Um die technische Seite braucht man sich also keinerlei Sorgen zu machen, denn die ist gut wie immer bisher.

Fazit:

Rein von der Geschichte kann man das Niveau der beiden letzten Folgen nicht ganz halten. An einigen Stellen geht es dann doch etwas abgehoben zu, was nicht so recht zu den bisherigen Erlebnissen des Kommissars passen will. Dafür wird man aber durch die bis dato sprechertechnisch stärkste Folge der Serie entschädigt. Auf diesem Level darf es ruhig weitergehen. Um die Technik braucht man sich nicht zu sorgen, denn schon seit Folge 1 weiß man, wie man ein Hörspiel ordentlich untermalen muss. Für alle Fans der Serie (sofern es nach 3 Folgen schon jemanden gibt, der sich als echter „Fan“ bezeichnen will) gibt es wieder genau das, was man in den letzten Folgen lieb gewonnen hat: Krimi-Kost der härteren Gangart, gemixt mit einer Portion sarkastischer Sprüche. Also … wer es schon kennt und mag, sollte auch hier wieder zugreifen und wer’s noch nicht kennt sollte auch definitiv mal ein Ohr riskieren, denn diese Serie hat reichlich Potential! GUT.


Kommissar Dobranski 03. Der vierte Mann.
Kommissar Dobranski 03. Der vierte Mann.
von Konrad Halver
  Audio CD

4.0 von 5 Sternen Eine weitere Steigerung ..., 13. Oktober 2006
Story:

Die dritte Folge von Dobranski stammt vom selben Autor wie auch „Die Balkan Connection“. So geht es auch hier wieder ein ganzes Stück härter zu, als man es aus einigen anderen Krimi-Hörspielen gewohnt ist. Unterhaltung für Kinder stellt diese Serie also auf keinen Fall dar, denn hier werden auch gerne mal wehrlose Menschen erschossen und auch der Held der Serie agiert nicht grade zimperlich. Krimi-Unterhaltung der härteren Gangart wird also wieder geboten und da man kaum eine vergleichbare Serie auf dem Hörspielmarkt derzeit findet kann man sich zumindest nicht beschweren, dass man das alles schon mal gehört hat. Vom Inhalt her beschreitet man diesmal neue Wege und beschäftigt sich nicht mit Drogen. Es gibt sogar direkt zwei Fälle in die Dobranksi und sein Kollege Hansen verwickelt werden. Am Ende offenbart sich dann die Verbindung zwischen beiden Fällen. Soweit man sowas nach 2 Vorgängerfolgen sagen kann, ist hier „alles beim Alten“. Trotz stellenweise ziemlich harten Szenen bleibt zwischendurch immer noch Zeit für einen sarkastischen Spruch, der dem Hörer doch ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Bislang hat man sich inhaltlich konstant gesteigert, so dass mit „Der vierte Mann“ die bis dato beste Geschichte vorliegt. Ich habe mich jedenfalls wirklich gut unterhalten gefühlt.

Sprecher:

Der Hörbuch-Charakter, der bei der ersten Folge doch störte, wurde hier noch weiter reduziert, so dass man als Hörer hier nun endlich in den Genuss von vielen Dialogszenen kommt. Mittelpunkt der Serie bleibt aber natürlich Konrad Halver in seiner Doppelrolle als Kommissar Dobranski und Erzähler. Auch Robert Missler gibt sich hier wieder die Ehre und natürlich übernimmt er die Rolle von einem Gangster. Es mag vielleicht einfallslos sein die Rollen der Bösewichte „immer“ mit derselben Person zu besetzen, aber Missler kann einfach jedes Mal aufs Neue überzeugen und somit stellt die Entscheidung in meinen Augen kein Problem dar. Mit Ali Sommer, Kai-Henrik Möller und Michael Bideller hat man diesmal auch einige weitere bekannte Stimmen an Bord und das freut das Ohr des Hörers doch direkt. Sprechertechnisch gibt es somit also recht wenig an der Folge auszusetzen. Lediglich Irmgard Jedamzik hat in ihrer Rolle als Oma Else gewisses Talent zum Nerven, allerdings ist die Rolle ja aber auch genauso angelegt.

Musik und Effekte:

Musikalisch hat die Serie ihr ganz eigenes Gesicht gefunden. Was in der ersten Folge noch ein wenig beliebig klang hat durch häufiges Verwenden hohen Wiedererkennungswert und verleiht der Serie ein ganz besonderes Flair. In actionreichen Situationen geht es beat-lastig zur Sache und ansonsten lässt man eher ruhigere Töne durchklingen. Auch auf der Seite der Effekte kann sich diese Produktion durchaus hören lassen. Grade die Schiesserei vor der Bank hat man äußerst realistisch in Szene gesetzt, so dass man als Hörer keinerlei Probleme hat sich in die Szene hinein zu versetzen. Die technische Seite dieser Produktion und auch der Serie im Allgemeinen kann sich also hören lassen und hinterlässt einen guten Eindruck.

Fazit:

Die Serie steigert sich weiter und man legt mit „Der vierte Mann“ die bisher gelungenste Produktion der neuen Serie vor. Die Geschichte ist noch spannender und packender als die beiden ersten. Die Umsetzung geht auch immer mehr in Richtung Hörspiel und entfernt sich weg von den langen Erzählerpassagen. Auch bei den Sprechern steigert man sich und hat diesmal einige weitere bekannte Namen im Studio gehabt, so dass auch sprechertechnisch diesmal alles im Lot ist. Die technische Seite der Serie war schon bei der ersten Folge gut und auch hier hat man sich noch ein Stück weiterentwickelt. 3 Folgen und eine stetige Steigerung sind wahrlich ein guter Einstieg in den Hörspielmarkt. Es bleibt natürlich abzuwarten, ab wann die Qualität der Geschichten nachlässt, aber im Moment kann ich abschließend nur sagen, dass „Der vierte Mann“ eine durch und durch gute Produktion geworden ist.


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