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Rezensionen verfasst von
Herman Fuller

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Asterix 35: Asterix bei den Pikten
Asterix 35: Asterix bei den Pikten
von Jean-Yves Ferri
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,00

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein trauriger Neubeginn, 5. Dezember 2013
Asterix bei den Pikten – ah, das klingt nach guten alten Zeiten, nach den fantastischen Abenteuern aus der Feder der beiden Altmeister Goscinny und Uderzo, das klingt nach einem Aufbruch zu den alten und damit zu neuen Ufern. Aber ist auch drin was draufsteht?

Nun gut, wie kaum anders zu erwarten war, wurde das abgrundtiefe Niveau der letzten hanebüchenen Uderzo-Machwerke etwas überboten. Schlechter ging's ja nun auch nicht mehr. Dafür gibt's zwei, statt einen Stern.

ABER: Die Jubelarien, die hier teilweise angestimmt werden, kann ich als alter Asterixianer der fast ersten Stunde überhaupt nicht nachvollziehen. Natürlich, Goscinny war ein absoluter Meister seines Faches und es wird wohl auch in Zukunft nur schwerlich gelingen den tiefgründigen, verschmitzten Humor und die erzählerische und sprachliche Qualität dieses Genies auch nur ansatzweise zu erreichen. Meine Erwartungen waren entsprechend gering. Leider wurde ich trotzdem enttäuscht.

Die Geschichte ist bemüht, aber sie wird einfach miserabel erzählt. Es hakt und stolpert an allen Enden. Die "Witze" kommen gequält bis zuweilen peinlich rüber. Die "Nebengeschichte" mit der Figur des Volkszählers ist vollkommen überflüssig. Die "Gesangseinlagen" Mac Aphons, neben Asterix und Obelix die Hauptfigur der Geschichte, sind einfach nur daneben und zuweilen auch völlig deplatziert.

Die Idee dahinter will mir auch nicht recht in den Kopf: Mac Aphon habe seine Stimme verloren, heißt es - äh, aber singen kann er? So verworren geht es weiter:

Dank eines Gebräus von Miraculix findet der in einem Eisblock über's Meer ins ferne Gallien getriebene Pikte später auch seine Sprechstimme wieder, freilich nur um sie später in Schottland wieder zu verlieren, wieder zu erlangen und wieder zu verlieren. Und, na so ein Ärger, da hat doch das zuckersüß, kitschig gezeichnete "Ungeheuer von Loch Ness" die Flasche mit dem Heilwässerchen in seine Höhle verschleppt. Aaaahhhh ja! Asterix und Obelix gehen in den Untergrund um sie zu suchen, kriegen sich dabei in die Wolle, wie übrigens andauernd in diesem "Abenteuer", finden die Flasche nicht, stattdessen aber skurrile Helme, die sich Obelix blödsinnigerweise in tumber wachsender Begeisterung reihenweise aufsetzt, kommen schließlich genau an der Stelle einer Insel wieder ans Tageslicht, an der ein grünhäutiger Fiesling, welcher mit der überflüssigen Hilfe der Römer gerne König aller Pikten werden möchte, vor der Versammlung der zerzausten und teilweise dauerbetankten Kunterbunt-Pikten gerade seine Wahlrede schwingt. Der Bösewicht, der aussieht wie Helge Schneider und wohl nur deswegen grün ist weil er dem Zeichner sonst wohl nicht böseböse genug erschienen wäre, kriegt auf die Rübe, Mac Aphon findet vor lauter Erstaunen ob des plötzlichen Erscheinens seiner Freunde auch ohne Heilwässerchen seine Sprechstimme wieder, so dass er seine linke Faust, die er während seiner Gesangseinlagen aus unerfindlichen Gründen permanent geballt vor der Brust hält, endlich sinken lassen kann, und schwupps, ist die Welt der Pikten wieder im Ruder. So geht Asterix heute.

Klingt chaotisch? Ist es auch! Früher, zu Zeiten von "Asterix als Legionär", "Asterix bei den Schweizern", bis hin zur "Trabantenstadt" und den "Lorbeeren des Cäsar" versank man Panel für Panel in der Gemütlichkeit des asterixschen Universums, heute versinkt man im Chaos.

Also, während die Geschichte am Anfang, in dem uns allen wohlbekannten Dorf, noch einigermaßen erträglich ist, entgleist sie mit der Ankunft bei den Pikten restlos und zwar nicht nur erzählerisch: Hier bleibt vom guten, alten "Asterix-Feeling" auch zeichnerisch, gestalterisch nicht viel über.

Conrad orientiert sich sehr am Spätwerk Uderzos und er trifft dessen Strich auch im Ganzen recht gut, trotzdem kann ich die Meinung derjenigen nicht teilen, die in den Zeichnungen Conrads eine Wiederauferstehung und eine Rückkehr zu alter Qualität sehen. Die Gallier wirken insgesamt zerzauster, vor allem Majestix, die Frauen sind recht kitschig gezeichnet, und die Schotten - wie soll ich sagen? - die Schotten kommen irgendwie völlig verwüstet daher und sind für meinen Geschmack nur wenig Asterix-like. Außerdem wirken die Figuren trotz des im Vergleich zu den späten Zeichnungen Uderzos insgesamt etwas lockereren Strichs merkwürdigerweise weniger dynamisch. Darüber hinaus hat Conrad zuweilen Schwierigkeiten mit den Perspektiven und Proportionen.

Insgesamt ist dieser sprichwörtliche Aufbruch zu neuen Ufern also leider ziemlich in die Hose gegangen und ich fürchte, mit dem Spirit, dem spritzigen Witz und den genialen Geschichten aus der Hochzeit der beiden Comic-Heroen Goscinny und Uderzo, von denen die Serie nun schon seit Jahrzehnten zerrt, ist es ein für alle mal vorbei. Asterix wird wohl weiter vor sich hin vegetieren und ich werde die Alben sicher weiterhin kaufen. Die Hoffnung stirbt schließlich zuletzt und vielleicht geschieht ja ein Wunder. Und außerdem: Die spinnen, die Asterix-Liebhaber!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 24, 2013 4:44 PM CET


Golf + Yoga - Ein Weg zum freudigen und besseren Spiel
Golf + Yoga - Ein Weg zum freudigen und besseren Spiel
von Heidelore Schulz-Puschmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,80

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Frechheit!, 4. Juni 2012
Vom Kauf dieses Buches kann ich nur dringend abraten. Zum Thema Golf hat es rein gar nichts zu bieten, außer der ungeheuer wertvollen Information darüber, dass die Autorin angeblich selbst Golfspielerin ist.

Die Grundaussage des "Buches", welches man aufgrund seines sehr, sehr mageren Umfangs, der Inhalt der 112 Seiten fände locker auf ca. 50 - 60 normalen Taschenbuchseiten Platz, wohl eher als Broschüre bezeichnen sollte, ist in einem Satz zusammengefasst:

Wir spielen besser Golf, wenn wir uns wohl fühlen und damit wir uns wohl fühlen, sollten wir Yogaübungen machen.

Wer mehr erwartet, als eine extrem rudimentäre Grundeinweisung in das Thema Yoga und sehr oberflächliche Anweisungen zu einigen "Asana", der sollte das Geld besser in ein paar Std. auf der Drivingrange investieren.

Ich bin leider den verdächtig vielen positiven Rezensionen auf den Leim gegangen, von denen die Mehrheit überraschend bald nach dem Erscheinungstermin des "Werkes" geschrieben wurde, und ärgere mich sehr über das herausgeworfene Geld - meine Aufgabe auf der nächsten Golfrunde besteht nun darin, möglichst nicht an diese Frechheit von einem Machwerk zu denken, sonst sieht man mich garantiert mehr zwischen Büschen und Bäumen, als auf dem Fairway.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 19, 2012 1:17 PM MEST


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