Profil für Amazon Customer > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Amazon Customer
Top-Rezensenten Rang: 48.937
Hilfreiche Bewertungen: 30

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Amazon Customer

Anzeigen:  
Seite: 1
pixel
Yogan: Veganes Leben und Yoga
Yogan: Veganes Leben und Yoga
von Grimm, Dominik
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Angenehm unaufgeregt, 18. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: Yogan: Veganes Leben und Yoga (Taschenbuch)
Hier hat sich jemand die Mühe gemacht den Leser beim Transferprozess von gelesenem Ratgeber zur Umsetzung im Alltag zu unterstützen. Allein dafür kann man das Buch schon weiterempfehlen!

Die erste Hälfte liest sich entspannt und unaufgeregt wie jeder reguläre, gutgeschriebene Ratgeber. Von der inneren Einstellung, über einige erste praktische Übungen, verschiedene Atem- und Meditationstechniken bis hin zu Lebensmitteln findet sich in dem Buch alles rund um Yoga und vegane Ernährung wieder.

Die zweite Hälfte ist dann die, die das Buch über diesen regulären Anspruch hinaus wirklich hervorragend macht. Es geht um die Schwierigkeiten, die genannten Dinge umzusetzen.

Was bleibt von unseren Vorsätzen übrig, wenn Arbeitsstress, Beziehungskrisen, Geldsorgen oder stänkernde Freunde und Verwandte die ersten Umsetzungsschritte torpedieren?

Hier setzt der zweite Teil des Buches sehr pragmatisch an und gibt Hilfestellungen und Ideen. Von der Atemübung beim Warten an der Supermarktkasse bis hin zur Essensplanung bei Familienfeiern oder Festtagen.

Das Buch ist gut geschrieben, verfolgt keinen aufdringlichen Missionierungsgedanken (der ebenfalls im Buch thematisiert wird) und bietet praktische, pragmatische, leicht umzusetzende Hinweise für den Alltag. So sollten Ratgeber viel häufiger sein!

Die Rezepte im Buch sind nicht zahlreich, dafür aber ausgesucht einfach (es wird nur ein Pürierstab/Mixer gebraucht) und vielseitig. Ich habe mir zwei Brotaufstriche bzw. Dips herausgesucht. Einen, um ihn zu testen und einen, der sehr nahe an einem meiner eigenen Rezepte liegt.

Pikante Avocado-Kräuter-Crème
Fazit:
Wie ich beim Durchlesen des Rezeptes schon befürchtet habe, ist der Dip extrem sauer. Das ist auf der einen Seite sehr erfrischend auf der anderen ziemlich zitruslastig. Vitamin C wirkt (biochemisch stark vereinfacht gesprochen) ähnlich wie Koffein, deshalb kann ich bei einer Straight-Edge-Lebenseinstellung sehr gut verstehen, warum man einen sehr zitruslastigen Brotaufstrich schätzt. Für mich persönlich würde ich den Limettensaft beim nächsten Mal jedoch auf ein Minimum von einem halben Teelöffel reduzieren.

Nummer zwei der ausprobierten Rezepte ist nahe an meinem eigenen Paprika-Capsaicin-Pesto und deshalb mein zweiter Rezeptversuch aus dem Buch.

Paprika-Chili-Crème
Fazit:
Ähnlich wie bei dem anderen Dip ist auch dieser extrem sauer. Da ich Leinöl (die vorgeschlagene Variante im Buchrezept) nicht gut vertrage, habe ich selbiges durch Rapsöl ersetzt. Durch die starke Säure kann ich leider nicht so gut sagen, ob die Verwendung der Kräuter eine sinnvolle Ergänzung ist. Von den Inhaltsstoffen vielleicht schon, geschmacklich teste ich das gerne mit deutlich weniger Zitrone noch einmal.

Zusammenfassung
Auch, wenn die Rezepte verbesserungswürdig sind oder anders herum: dem eigenen Geschmack flexibel angepasst werden können, sind sie genauso praktisch wie der restliche Großteil des Buches. Hier finden Neueinsteiger in die vegane Küche genauso Tipps wie alte Hasen, die vom Alltagsstress überrumpelt werden.
Und das beste: viele Ideen sind schnell und leicht umzusetzen, so dass der Zeitfaktor keine Ausrede mehr ist.
Ein Buch also, das durchaus lohnenswert ist - für jeden, den Yoga und/oder vegane Ernährung interessiert.


Ich kann fühlen, dass du einsam bist
Ich kann fühlen, dass du einsam bist
Preis: EUR 13,91

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bauch-, herz- und kopferwärmende - Melancholie, 13. Januar 2015
Der „Master of deep s***" hat endlich die Zeit gefunden sich ins Studio zu begeben und seine Texte zu vertonen und seine bisherigen Lieder aufzunehmen.
Herausgekommen ist eine Sammlung von elf Songs, die ich abwechslungsreich und auch beim wiederholten Anhören nie langweilig empfinde.
Auf Vinyl gepresste Melancholie, wie man früher gesagt hätte. Warme - bauch-, herz- und kopferwärmende - Melancholie. Die von der angenehmen Sorte, die mich verzückt lächeln, schmunzeln und nachdenken lässt.

An dieser Stelle kann ich nur kurz und knapp sagen: Danke!

Danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben, Herr Sengbusch, um mir Ihre auf "Vinyl" gegossenen Gedanken zu schenken.


Die Sonne über Berlin - Mordshitze
Die Sonne über Berlin - Mordshitze
Preis: EUR 8,62

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rasanter, adjektivgeladener Erzählstil mit harten, videoclipartigen Schnitten, 23. April 2014
"Trinkgeldpulli" tragende, "langgriedrige Wesen", die in "Seifenschaumhöhlen" tanzen, waschen, kreischen und entschwinden ...

Inhaltlich geht es wie bei jedem Krimi um Mord, Schauplatz ist Berlin und es geht um Antiquitäten, Bau- & Subventionsbetrug, Drogen und was es in Berlin noch so alles gibt. Aber eigentlich ist der Verklappungstext und die eigentliche Rahmenhandlung eher nebensächlich.

Mich hat der Schreibstil der Autorin von der ersten Minute an gefesselt, grandios! Halleluja, was für ein geiles Buch!

Wundervoll virtuos, fast wie in einem Drehbuch. Es gibt keine richtigen Kapitel, keine Buchteile oder dergleichen, sondern nur gröbere Absätze. Die Sprünge zwischen den Absätzen erinnern mich an harte und schnelle Filmschnitte, ähnlich hektischer, modernerer Kinofilme, Musikvideos und vor allem Videospieltrailern.

Ich ziehen den Hut, vor der Leistung der Autorin, dieses Tempo aufrecht zu erhalten, solange der Leser noch nicht genau weiß, worum es in dem Buch eigentlich geht. Ein Kaleidoskop an Fragen und Eindrücken, ganz so wie die Puzzelstücke, die auch die Ermittler erst einmal zusammensetzen müssen. Gegen Ende hin, wird das Buch etwas ruhiger und die Schnitte sind nicht mehr ganz so drastisch.

Ein weiterer, großartiger Kunstgriff ist die Aneinanderreihung von Adjektiven um Sätze auslaufen zu lassen und natürlich Geschwindigkeit zu erzeugen.

Das Buch ist nichts für reine Krimileser, sondern eher für Menschen die virtuose und vielleicht auch skurrile Erzählkunst mögen. So ein Buch hätte ich zu meiner Zeit gerne im Deutschunterricht besprochen. Das hätte sich wenigstens gelohnt. Als Deutschlehrer ist das Buch eine wahre Schatztruhe an Möglichkeiten.

Weitere Infos: [...]


Das Auge des Feinschmeckers: Schottland-Krimi mit Rezepten
Das Auge des Feinschmeckers: Schottland-Krimi mit Rezepten
von Frank Winter
  Broschiert
Preis: EUR 16,90

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine Mischung aus Horst Lichter, Hulk Hogan und Sir Patrick Stewart, 6. April 2014
Die Reihe Mord und Nachschlag des Oktober Verlags vermischt die beiden Genres Krimi und Kochbuch miteinander. Kein Wunder also, dass ich nicht wiederstehen konnte.

Frank Winter hat zwei Krimis in dieser Reihe bisher herausgegeben, die beide in Schottland spielen. Ich mag Tee, Whisky, Schottland und gutes Essen. Da Schottland auch noch auf der Liste der nächsten Urlaubsziele ganz oben steht, kam ich nicht drumherum.

Angus MacDonald ist Feinschmecker und Gourmetjournalist, der einen Kreuzzug gegen den schlechten Geschmack und zum Schutz der schottischen Küche führt. Als ihm in zwei Restaurants undefinierbares Fleisch auf dem Teller serviert wird, kocht das schottische Gemüt über und bringt sein Blut in Wallung.

Die darauf folgenden Ereignisse führen sowohl durch Schottland, als auch durch die unterschiedlichsten kulinarischen Besonderheiten Schottlands.

Der Krimi ist gut geschrieben, mit einer ausgewählt guten Sprache. Die Kapitel folgen episodenartig und sind in sich abgeschlossen. Dem Leser bleibt dabei natürlich die Aufgabe überlassen, die fehlenden Stunden, mit seinen eigenen Schlussfolgerungen zu füllen. Mir liegt diese Art von Leseerfahrung, das trifft aber bei weitem nicht auf alle Lesertypen zu. Der Autor nimmt einen hier nicht an die Hand und erklärt jede Schlussfolgerung der Protagonisten. Ich kann verstehen, wenn man das unübersichtlich und anstrengend findet.

Meine eigene Leseerwartung an diese Krimireihe war extrem hoch, da ich vor Jahren mit dem Autor Robert Crais schon ähnliche Erfahrungen gemacht habe. In seiner Reihe um Elvis Cole und Joe Pike, bereitet der Protagonist ein oder zwei Speisen selbst zu und einige dieser Rezepte sind in mein stehendes Repertoire übergegangen. Frank Winter beschreibt die Rezepte leider nicht im laufenden Buch, sondern hängt eine Rezeptsammlung im hinteren Teil an. (Da dies mein erster Blick in die Reihe ist, kann das natürlich auch eine Rahmenbedingung sein.)

Leider wird nur ein kleiner Bruchteil der erwähnten, gegessenen und zubereiteten Speisen in der Rezeptsammlung aufgeführt. Was mich persönlich extrem enttäuscht zurück gelassen hat.

Die Idee hinter dem Protagonisten gefällt mir gut, die Umsetzung ist jedoch noch ziemlich holprig. Angus MacDonald kommt einem vor, wie eine Mischung aus Horst Lichter (Fernsehkoch), Hulk Hogan (Statur und Temperament) und Sir Patrick Stewart (schottischer Gentleman). Leider greifen diese Eigenschaften nicht sehr sauber ineinander. Es ist daher eher amüsant als beeindruckend, wie der Protagonist agiert und hat manchmal noch etwas mit fremdschämen zu tun.

Ich werde auf jeden Fall auch noch den Nachfolgekrimi mit dieser Figur lesen, da mich die Grundidee begeistert und ich hoffe, dass sich im Nachfolgeband die störenden Ecken und Kanten abgeschliffen haben.


Krieg ist nur vorne Scheiße, hinten geht's!: Ein Selbstversuch
Krieg ist nur vorne Scheiße, hinten geht's!: Ein Selbstversuch
von Gregor Weber
  Broschiert
Preis: EUR 18,00

23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Ausgewogene Erzählung, geeignet für Kriegsgegner & -befürworter gleichermassen., 31. März 2014
Trotz des Untertitels "Ein Selbstversuch" hat dieses Buch nichts mit den unsäglichen Geschichten von Günter Wallraff und Konsorten zu tun!

Es ist mir ein dringendes Anliegen dies Vorweg zu stellen.

Gregor Weber will wissen, was wir (und damit meint er die Bundeswehr, stellvertretend für uns als Bevölkerung) in Afghanistan tatsächlich leisten. Als Schauspieler, Journalist und Autor hätte er den "einfachen" Weg wählen können und für ein oder zwei Tage auf Truppenbesuch gehen können, um einen Artikel zu schreiben.

Im Buch legt Gregor Weber dar, warum er diesen Weg nicht wählt. Er will mehr wissen und irgendwann auch erfahren, was die Bundeswehr vor Ort wirklich leisten muss.

Ich habe das Buch in etwa fünf Stunden an einem Stück durchgelesen. Zu Beginn hatte ich Angst, dass dieses Buch mit erhobenem Zeigefinger, einseitig die Kriegsgegner oder die Kriegsbefürworter präsentiert; und auch damit gerechnet, dieses Buch nach fünf Minuten wieder aus der Hand zu legen. Dieses Vorurteil von mir hat sich als Irrtum herausgestellt.

Das Buch ist außerordentlich gut geschrieben und aufgebaut. Von der ersten Minute an fesseln einen sowohl die Worte, als auch die Handlung an das Buch und die Geschichte von Gregor Weber. Der Leser sieht dem Autor die ganze Zeit über die Schulter und dieser legt dar, vollkommen ruhig und sachlich, warum und wieso sich dieser Mann auf den Weg macht, an einem Krieg teilzunehmen, obwohl er die Wahl hat, daheim bei Frau und Kindern zu bleiben.

Alle Argumente dafür und dagegen werden aufgeführt und gewürdigt. Die Reaktionen der Bundeswehr selbst (als Behörde), wie auch der Angehörigen der Bundeswehr (als individuelle Menschen) werden geschildert. Bohrende Fragen und berechtigter Zweifel kommen zu Wort, ebenso wie der lange Weg vom Reservisten zum Einsatzsoldaten.

Das Buch ist unglaublich spannend und von einer geradzu kathartischen Klarheit. Wie ein 1000 Watt-Halogenscheinwerfer leuchtet der Autor in jeden Winkel eines Krieges und wie wir als Bevölkerung und Land damit umgehen. Er beschreibt die Eigenwahrnehmung der Bundeswehr, die Schwierigkeiten mit der Öffentlichkeitsarbeit, die schwierige Arbeit in Afgahnistan selbst, die Fehler die begangen werden und vor allem - und da hebt sich das Buch deutlich aus dem Lager solcher Bücher hervor -, er beschreibt die Gefühle die damit einhergehen.

Er beschreibt die eigenen Gefühle, zuerst als Außenstehender und dann als Teilnehmender, er beschreibt die Gefühle anderer Menschen, die sich ihm öffnen und von ihren Erfahrungen berichten und das immer wieder so neutral und vorurteilsfrei wie nur möglich.

Es ist schmerzhaft dieses Buch zu lesen und es bereitet Freude und das zu gleichen Teilen. Eben weil es immer wieder den Nerv unserer Zeit (unabhängig der Generation) trifft.

Mir hat das Buch für vieles die Augen geöffnet und ich sehe sowohl unsere Politik, unser Selbstverständnis als Bürger und auch die Arbeit und Afghanistan mit deutlich anderen Augen als vorher und ich danke dem Autor für diesen klaren Blick auf die wesentlichen Details und die richtigen Fragen.

Das Buch ist weder pro noch kontra Krieg bzw. Bundeswehr, sondern erzählt so neutral es geht, eine Reise in eine Kriegszone und den guten, wie den schlechten Dingen die damit einhergehen.

Eine ausdrückliche Leseempfehlung für jeden, der die letzten fünfzehn Jahre Politik und Nachrichten miterlebt hat.

Mehr unter: [...]


Regentränen: 49 Gedichte und Gedankengänge
Regentränen: 49 Gedichte und Gedankengänge
Preis: EUR 6,49

5.0 von 5 Sternen Gedichtband, der Wörter wie Töne nutzt um in unserem Kopf Melodien erklingen zu lassen, 24. März 2014
Regentränen ist ein weitesgehend melancholischer Gedichtband des Poetry-Slammers Armin Sengbusch, auch unter seinem Künstlernamen Schriftstehler bekannt.

"Könnten Augen Fotos machen
Dann wollte ich ein Bild von Dir
In Farbe, hochglanz, neun mal zwölf
Rahmenlos und sonnenwarm"

Armin Sengbuschs Texte sind wie die Musikstücke von Kimmo Pohjonen. Beide packen einen im Nacken und nehmen einen mit ans andere Ende des Universums. Dort angekommen, drehen sie einen um und verpassen einem einen Tritt in den Hintern, dass man zurück rast und mit dem Gesicht auf dem Asphalt bremst.

Armin Sengbusch versteht es wie kaum ein anderer, Worte aneinander zu reihen, die eine eigene Dynamik im Kopf des Lesers/Zuhörers entwickeln. Sie berühren mal hier und mal dort Bilder an den Wänden von Gedankengängen, klopfen mal lauter, mal leiser an fest verschlossene Türen der Erinnerung und bringen so einen Ball ins Rollen, der lauter werdend durch den eigenen Gedankenpalast, die Treppe herunter springt.

"Zweifel kleine Teufel sind
Die schamlos lästern
Spöttisch grinsen ..."

Bei den gedruckten Texten vieler Poetry-Slammern fehlt das Salz in der Suppe. Denn bei vielen Slammern erhalten die Texte erst durch die dazugehörige Perfomance auf der Bühne die entscheidende Wirkung. Armin Sengbuschs Texte können alle und ausnahmslos auch für sich alleine bestehen und verlieren kein Quentchen Kraft und Eleganz. Eine seltene Gabe, die man gar nicht hoch genug wertschätzen kann.

"Frauen, die wie Katzen sind
Wünsch' ich mir so lange schon
Werd' ich niemals wohl begegnen
Weil Männer so wie Hunde sind"

Der Gedichtband erscheint im Eigenverlag, was für mich alleine schon bedeutet: kaufen! Jeder Künstler, der sich eigenständig durch den Buch- und Verlagsdschungel kämpft, sollte die größtmögliche Unterstützung erhalten.

Rezension mit Bildern und Video unter:
[...]


Löffelweise Alltagsscheiße
Löffelweise Alltagsscheiße

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beim Slam gesehen, Buch gekauft, gelesen, für gut befunden!, 20. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Löffelweise Alltagsscheiße (Kindle Edition)
Löffelweise Alltagsscheiße ist die erste Textsammlung der Poetry-Slammerin: Sabrina Schauer.

"Ich dachte immer, die Würde des Menschen sei unantastbar, aber auf dem Kiez lernt man, dass sie bloß schlecht riecht."

Sabrina Schauer gehört zu den deutschen Slammerinnen, die gerne einmal laut "Scheiße" schreit und mit dem Fuß aufstampft.

Das macht sie auf der Bühne sehr symphatisch, da die Präsenz zu den Texten passt. Sie sind dynamisch und voller kleiner Gemeinheiten des Alltags. Vor allem seziert sie mit ihrem Blick fürs Detail diejenigen Alltagsereignisse, die uns allen schon einmal begegnet sind ... die wir aber wohl nie so aussprechen würden.

Im Gegensatz zu einigen anderen Textsammlungen von Poetry-Slammern verlieren ihre Texte nicht an Wirkung. Sie sind sprachlich ausgefeilt und lesen sich flüssig weg.

Wie bei jeder Sammlung von Texten, ist es auch hier ein Potpourri an Gefühlen. Es gibt humorvolle und witzige Texte, es gibt verzweifelte und bedrückende Texte, manische und rührende Texte. Sozusagen für jede Gefühlslage ein handvoll Texte.

"... aus mir immer wieder unerklärlichen Gründen hast du soeben "mich" erworben. Das ist das Gerät mit den Brüsten, das ab sofort neben dir schlafen wird. Oder auf dir, oder am Fußende. Bei Vollmond gar nicht. Du dann auch nicht mehr. Gewöhn dich schon mal dran."

Humorvolle Alltagssituationen bilden den größten Anteil der gesammelten Texte und zeigen, auch wieder mit einem lupenreinen Blick fürs Detail, mit welchen Texten sie ihre meisten Gewinne verbuchen kann.


Gun Machine: Thrilller
Gun Machine: Thrilller
Preis: EUR 7,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bibliophiler Versagercop jagt Profikiller mit Pocahontaspsychose durch NYC, 19. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Gun Machine: Thrilller (Kindle Edition)
Das Gehirn seines Partners noch im Gesicht, steht Detective Tallow über der Leiche des Mörders und traut seinen Augen nicht. Das Loch in der Wand gibt den Blick frei auf ein Appartment voller Waffen. Boden, Wände und Decke sind mit Waffen behangen, es sind hunderte von Waffen ... von einer 200 Jahre alten Steinschlosspistole bis hin zu der konfiszierten Waffe eines Massenmörders (die tief in der Asservatenkammer liegen sollte) findet sich in diesem Raum jede Art von Feuerwaffe.

Mit jeder Waffe wurde ein Mensch getötet und diese Fälle wurden nie aufgeklärt; gegen jede Dienstvorschrift wird er mit der Aufklärung beauftragt, obwohl er dringend psychische Betreuung und eine Auszeit benötigt. Noch ein wenig unter Schock raucht er mit dem Killer vor dem Appartmentkomplex erst einmal eine Zigarette. In Tallow kocht die Wut hoch, in seinem genialen wie total bekloppten Gegenspieler setzt die kalte, methodische Planung ein.

Der Killer hält sich für einen Ureinwohner von Manhatten und betrachtet die Insel als sein Jagdgebiet und wechselt ständig die Zeitebenen. Tallow verkalkter Kopf muss zügig die Arbeit wieder aufnehmen, bevor er die nächste Jagdbeute wird.

Warren Ellis ist mir eher durch seine Comics, wie Transmetropolitan, Global Frequency oder RED bekannt. Sein Debüt als Krimiautor ist schnörkellos, sauber, spannend und ein unaufgeregter Pageturner. Man liest die Seiten so schnell weg, dass man es kaum bemerkt.

Ein Hinweis in eigener Sache, erst Freitag Abend beginnen dieses Buch zu lesen!


Morbus Dei: Die Ankunft: Roman
Morbus Dei: Die Ankunft: Roman

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Außerordentlich gut recherchierter Auftakt einer Trilogie, 11. Januar 2014
Der Inhalt des Buches in Kurzform: Ein geheimnisvoller, getriebener Flüchtling - stolpert sterbend, im beginnenden Winter in ein verstecktes, abgelegenes Dorf, wird gerettet und lebt sich dort etwas ein. Dunkle Geheimnisse, einige verirrte Soldaten und einige Wochen später, brennt das ganze Dorf.

Das Buch beginnt rasant, wechselt dann in ruhigere "Erzählwasser" und gegen Ende entlädt sich die aufgeladene Spannung in einem furiosen Finale.
Mich persönlich hat der Erzählstil von der ersten Minute an gepackt und dann bis zum Ende auch nicht mehr losgelassen. Der Detailreichtum, mit dem das damalige Leben, die Eigenheiten des Dorflebens und der Region beschrieben werden, sind grandios. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass die Erzählung auch problemlos in der Gegenwart spielen könnte, wie das leider nicht selten bei "historischen" Romanen doch der Fall ist. Alles im damaligen Leben ist außerordentlich fundiert und anschaulich beschrieben.

Der Erzählstil lässt den Leser jedoch im Dunkeln und geht kaum über den Wissensstand des handelnden Protagonisten hinaus. Wer diese Art des "im Dunkeln/ungewissen halten" nicht mag, wird wenig Freude an diesem Buch haben. Der Auftakt zur Trilogie beantwortet so gut wie keine Fragen nach Hintergründen der handelnden Personen und dem Hintergrund der Situation in der sich diese Befinden. Es werden im Großen und Ganzen nur Andeutungen gemacht und der Leser muss sich durch aktuelles Geschehen und Handeln mit den Protagonisten anfreunden.

Bei mir hat sowohl der Erzählstil als auch die Beschreibung des damaligen Lebens hervorragend funktioniert. Das Buch hat damit bei mir einen Nerv getroffen und ich werde damit nicht umhin kommen, die gesamte Trilogie zu lesen.


Seite: 1