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Beiträge von Dominik Maschek
Top-Rezensenten Rang: 630.097
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Rezensionen verfasst von
Dominik Maschek "DM" (Wien, Österreich)
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Donizetti: Belisario
Donizetti: Belisario
Preis: EUR 36,99

20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen DIE Referenzaufnahme, 16. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Donizetti: Belisario (Audio CD)
Die Meinung meines Vorrezensenten fordert eine kurze Gegendarstellung durch ihre mehr als oberflächlich-geschmäcklerische Haltung ja förmlich heraus... deshalb möchte ich nur in aller gebotenen Kürze diese Neuaufnahme einer der wichtigsten Opern Donizettis besprechen - die zumal bislang nur in sehr sehr wenigen Live-Mitschnitten vorlag (hervorhebenswert hier die 1969er-Aufnahme mit Leyla Gencer und dem wunderbaren Giuseppe Taddei; ebenfalls zu erwähnen ist natürlich auch eine weitere, undatierte Aufnahme mit Mara Zampieri und Renato Bruson, deren Tonqualität allerdings manchmal von etwas fragwürdigem Charakter ist).

Zu den ProtagonistInnen: Frau El-Khoury verfügt, entgegen der wohl auf einer völligen Unkenntnis stimmlicher Kriterien beruhenden Aussage der ersten Rezension, über einen ausgezeichnete Sopran. Sie überzeugt in den lyrischen wie in den ebenfalls nicht zu knapp vorliegenden dramatischen Passagen. Der junge Simone Alaimo gestaltet die Rolle des Belisario eindringlich, wortdeutlich und, vor allem, äußerst stimmschön. Sein elegant geführter Bariton ist für die Rollen der italienischen Romantik, also der 1830er- bis 1840er-Jahre, ideal geeignet. Eine veritable Entdeckung ist schließlich der Tenor Russell Thomas, der bereits nach der konzertanten Aufführung der Oper in London zu Recht von der englischen Presse hoch gelobt wurde. Seine Stimme hat lyrischen Schmelz, Stärke in den acuti, Flexibilität in den Verzierungen; ihrem Besitzer ist überdies eine ausgeprägte Fähigkeit zur überzeugenden, textgetreuen Deklamation zu eigen. Schließlich noch die Leistung von Marc Elder am Dirigentenpult: Die differenzierte Schattierung der Partitur wird von ihm feinfühlig herausgearbeitet; deutlich stärker als der oft zu Forte-Exzessen neigende Veteran David Parry stellt Elder die symphonischen Qualitäten Donizettis gerade in diesem, in weiten Abschnitten musikdramatisch stark aufgeladenen Werk unter Beweis. Das BBC-Orchester ist ihm dabei ein kongenialer Partner. Das wie gewohnt umfangreiche Booklet mit dem musikhistorischen Rahmenwerk von Jeremy Commons soll ebenfalls nicht unerwähnt bleiben.

Alles in allem ist dies, ganz im Gegensatz zu der völlig ungerechtfertigten und substanzlosen Meinung meines Vorrezensenten, DIE Referenzaufnahme eines Schlüsselwerkes im Schaffen Donizettis, das jeder Liebhaber der romantischen italienischen Oper in seine Sammlung aufnehmen muss.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 11, 2013 3:33 PM CET


L'elisir d'amore
L'elisir d'amore
Preis: EUR 11,99

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beinahe das beste Elixir..., 7. Juni 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: L'elisir d'amore (Audio CD)
Eigentlich hat diese nun neu aufgelegte und zu einem unglaublich günstigen Preis verfügbare Aufnahme des Donizettischen "Liebestrankes" aus dem Jahr 1977 nur Vorzüge.

Zum Ersten die Besetzung der Hauptrollen: Der junge Plácido Domingo ist ein traumhafter, romantisch schmachtender Nemorino mit Schmelz, Wortdeutlichkeit und bewundernswertem Gespür für den Puls der Partitur. Ihm völlig gleichwertig der helle und für die Rolle der koketten Adina perfekt angemessene Sopran von Ileana Cotrubas. Das Traumduo der DG-"Traviata"-Einspielung unter Carlos Kleiber harmoniert auch in Donizettis Liebeskomödie auf wunderbare Weise!

Dazu kommt der schön timbrierte, schlanke und mit der geforderten Tessitura wie auch den oft über-brüllten Verzierungen des Belcore in keiner Sekunde überforderte Bariton des souveränen Ingvar Wixell, der seine Eignung für das Repertoire der 1830er- und 1840er-Jahre auch in Aufnahmen von "Lucrezia Borgia" oder "Un giorno di regno" eindrucksvoll beweisen konnte. Der Dulcamara von Geraint Evans klingt durchwegs besser, als es die Meinung des Vorrezensenten suggeriert, wenn er auch in der Tat mehr durch komödiantisches Talent als durch stimmliches Volumen überzeugt. Die Besetzung der Nebenrollen ist ebenfalls adäquat.

Das Orchester des Royal Opera House, Covent Garden wird von Sir John Pritchard inspiriert geleitet, wenn auch die Italianità, wie bei einigen Dirigenten aus dem angloamerikanischen Raum, gelegentlich ein wenig zu dick aufgetragen wirkt. Die meist gestrichene, charmante Stretta Nemorinos in der Szene mit den Dorfmädchen im 2. Akt ist hier dankenswerter Weise in voller Länge zu hören. Fragwürdig mutet hingegen das lautstarke "Jubeln" und "Jauchzen" des Chores in etlichen Szenen an; der kleine Dorfplatz erschallt in diesen Momenten wie die Kurve eines Fußballstadions... Auch das Distonieren des Orchesters am Anfang des zweiten Aktes ist in Kombination mit diesem Geschrei weitaus zu platt aufgetragen!

Abgesehen von solchen kleinen stilistischen Anmerkungen kann man für den Kauf dieser CD nur eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen. Gemeinsam mit der alten, glänzenden Decca-Einspielung (Giuseppe di Stefano und Hilde Güden unter Molinari-Pradelli) ist dies bestimmt die atmosphärisch wie musikalisch gelungenste Aufnahme von Donizettis Meisterwerk!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 10, 2013 11:26 PM MEST


Bellini - La Straniera
Bellini - La Straniera

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großer Wurf, 17. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Bellini - La Straniera (Audio CD)
Mit dieser Einspielung von Bellinis "La Straniera" ist Opera Rara ein weiterer großer Wurf gelungen, und zwar sowohl nicht nur wie gewohnt in editorischer, sondern auch in musikalischer Hinsicht. Das Londoner Label beweist eindrucksvoll, dass nicht große Namen und hübsche Gesichter, sondern kluges Casting den Grundstein für stimmige Operneinspielungen darstellen.

Das Dirigat von David Parry mag ein wenig hausbacken klingen, doch der melodische Spannungsbogen wird konsequent durchgehalten, die Umsetzung der Tempi ist (entgegen der Meinung eines Vorrezensenten) ausgezeichnet , die Sänger werden wunderbar und mit elegischem Pathos in Szene gesetzt. Auch der Geoffrey Mitchell Choir gefällt durch Wortdeutlichkeit und dramatische Präsenz.

Unter den Solisten ragt Patrizia Ciofi, zu Recht seit Jahren eine eminente Belcanto-Spezialistin, als Alaide ('La Straniera') hervor. Ihre Darbietung besticht durch idiomatischen Gesang, sichere Spitzentöne, makellose Koloraturen und innige Lyrismen. In jedem Moment eine wundervolle Interpretation dieser hochromantischen Partie!

Ihr zur Seite steht als Arturo mit Dario Schmunck ein überraschend viriler und stimmschöner Tenor, dessen leicht baritonal gefärbtes Timbre in den lyrischen Passagen mit Schmelz beeindruckt. Die Acuti kommen ungezwungen und treffend. Schmunck mag kein Superstar sein, doch seine Darbietung überzeugt und berührt, vor allem in den ausgedehnten Duetten, von der ersten bis zur letzten Note. Gleiches gilt für den jungen Bariton Mark Stone, der die diffizile Tamburini-Partie des Valdeburgo technisch ausgezeichnet meistert und zugleich auch durch seine vokalen Ressourcen punkten kann. Als Isoletta wurde mit Enkelejda Shkosa ein Mezzo von überdurchschnittlicher Qualität engagiert, was den Gesamteindruck in überzeugender Weise abrundet.

Einziger kleiner Wehrmutstropfen ist die etwas zu bombastische Klangmaschinerie des London Philharmonic Orchestra, die, ohne Verschulden des Dirigenten, manche Subtilität der Partitur untergehen läßt. Hier wäre man mit einem Originalklang-Ensemble (wie bei den Einspielungen von 'La Sonnambula' bei Decca oder 'Imelda de' Lambertazzi', ebenfalls bei Opera Rara) mit Sicherheit besser gefahren! Dennoch kann diese neue 'La Straniera' nur als das bezeichnet werden, was sie ist: Ein rundum gelungenes Plädoyer für eine zu Unrecht in Vergessenheit geratene Oper.


Bellini: I Capuleti E I Montecchi
Bellini: I Capuleti E I Montecchi
Preis: EUR 23,99

73 von 88 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Marketing und seine Folgen..., 24. Februar 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bellini: I Capuleti E I Montecchi (Audio CD)
Diese neue Einspielung von Bellinis "I Capuleti e i Montecchi" gibt sich bereits aufgrund ihrer optischen Aufmachung als gemachte Sensation zu erkennen. Anna Netrebko und Elina Garanca, model-artig in Szene gesetzt; man hat den Eindruck, die Marketing-Abteilung der DG sei davon ausgegangen, dass der Begriff "Belcanto" unbedingt etwas mit gutem Aussehen zu tun haben müsse. Nun, musiziert und gesungen wird auf dieser Aufnahme allerdings auch, und hier darf man sich in Hinblick auf eine Bewertung nicht von der schönen Verpackung täuschen lassen.

Die beiden Heroinen geizen nicht mit stimmlichem Wohlklang, wobei festzuhalten ist, dass Garanca den Romeo alles in allem überzeugender darzustellen vermag als die schon merklich stimmschwere Netrebko ihre Giulietta. Garancas Mezzo ist klangvoll, voluminös und makellos; der Ausdruck kommt dabei allerdings in allen Passagen zu kurz (man vergleiche etwa die Aria di sortita "Se Romeo t'uccise un figlio" mit den von Vesselina Kasarova oder Janet Baker eingespielten Aufnahmen; gleiches gilt in noch größerem Maße für die Kavatine "Deh! tu, bell'anima" im zweiten Akt). Garancas Romeo ist vokal und technisch ausgezeichnet, berührt aber kaum. Bellinis elegische Legatobögen werden zwar mit Klang, aber nicht mit Tränen erfüllt.

Ähnliches ist in Bezug auf Netrebkos Darstellung der Giulietta zu konstatieren: Sogar Beverly Sills klang in dieser Rolle mädchenhafter, zarter als die russische Star-Sopranistin. Leider fällt Netrebko im Vergleich mit Garanca auch technisch ab; ihre Koloraturen sind nicht immer sauber, in den pastosen lyrischen Passagen kann sie stimmlich nur wenig Spannung erzeugen. In den Duetten der beiden Damen treten die angeführten Defizite weitestgehend zurück; das Finale gelingt dann schließlich doch einigermaßen berührend.

Als Tebaldo kann der Tenor Joseph Calleja durchaus punkten und setzt seine angenehm timbrierte Stimme klug ein. Auch er zeigt jedoch Schwächen in der Phrasierung und den Verzierungen seiner Auftrittsarie; deutlich näher am epochengetreuen Stil ist Ramon Vargas in der Aufnahme mit Mei und Kasarova, die dieser Neueinspielung in Hinblick auf die Leistung der Sänger über weite Strecken überlegen ist.

Der große Pluspunkt der Aufnahme liegt mit Sicherheit im Dirigat von Fabio Luisi, der die Wiener Symphoniker prachtvoll aufspielen läßt. Luisi arbeitet die Farben der Partitur wunderbar heraus, setzt auf feine Nuancen und differenziert klug in der Wahl der Tempi. Das Orchester bildet dafür einen idealen Klangkörper. Neben der exemplarischen Aufnahme von Giuseppe Patanè hat Luisi damit eine hörenswerte Interpretation dieser melodisch wundervollen Oper vorgelegt, aufgrund derer im Gesamten - trotz der nicht unbedingt überzeugenden sängerischen Leistungen - doch vier Sterne zu vergeben sind.


La Donna Del Lago
La Donna Del Lago
Preis: EUR 15,99

14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überrschung - gelungen!, 20. Februar 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: La Donna Del Lago (Audio CD)
Naxos hat mit dieser Live-Aufnahme von den Rossini Festspielen in Wildbad in der Tat einen ganz großen Coup gelandet (und bietet das Resultat noch dazu zu einem wahrhaft unverschämt niedrigen Preis an)!

Von allen "La donna del lago"-Einspielungen kann man hier das musikalisch gelungenste Gesamtergebnis hören, was in erster Linie an Alberto Zeddas herrlichem Dirigat liegt. Melodische Charakterisierung, Tonmalerei vom Feinsten. Keine Note bleibt unbedacht, keine Pause unberücksichtigt. Unter dieser magischen Leitung klingt sogar das SWR Radio Orchester Kaiserslauten wie eine Weltklasse-Symphonie!

Die Solisten sind, man muß es schlicht und einfach sagen, exzellent: Als Elena überzeugt die Belcanto-versierte Sonia Ganassi stimmlich, technisch und in Bezug auf dramatischen Ausdruck. Vor allem das Schlußrondo gelingt prachtvoll, aber auch den Duetten vermag sie eindrucksvoll idiomatische Farbe zu verleihen. Marianna Pizzolato singt einen Malcolm der Spitzenklasse: Perlende Koloraturen, ein beeindruckender Stimmumfang, perfektes Legato, stets aufs Innigste verschmolzen mit dem melodischen Duktus. Von der umwerfenden Leistung Marilyn Hornes auf der Houston-Live-Aufnahme von 1981 trennt hier außer der jeweils persönlichen Vorliebe für diese oder jene Stimme eigentlich nichts.

Ebenfalls eine positive Überraschung die männlichen Hauptrollen: Als Uberto/Giacomo bietet der blutjunge russische Tenor Maxim Mironov eine traumwandlerisch sichere und gleichzeitig stimmschöne Interpretation dieser halsbrecherischen Koloraturpartie. Nur am Beginn des Duettes im zweiten Akt klingt die Höhe etwas gezwungen. Sein "O fiamma soave" ist hingegen eine sängerische Meisterleistung, die Stimme wird klug geführt, klingt biegsam und in der Höhe offen, die Koloraturen kommen durchwegs ausgezeichnet, wenn auch gelegentlich mit Aspiration zustande. Im Gegensatz zu Juan Diego Floréz'-Studio-Einspielung aus dem "Rossini"-Album wirkt Mironovs Wiedergabe nicht mechanisch-monoton, sondern erfolgt mit einer gehörigen Portion Ausdruck, die ihn, trotz der klaren Unterschiede in der Stimmfarbe und auch dem interpretatorischen Ansatz, den jungen Rockwell Blake beinahe vergessen lässt.

In Hinblick auf diese deklamatorischen Fähigkeiten ist ihm freilich Ferdinand von Bothmer als Rodrigo noch überlegen, wie es diese für den dramatischeren Tenor Andrea Nozzari geschriebene Rolle auch verlangt. Von Bothmer ist ebenfalls eine echte Überraschung: Er zeichnet meiner Meinung nach im Vergleich mit den anderen Gesamtaufnahmen das beste Bild des heroischen Rodrigo. In seiner Auftrittsarie demonstriert er beeindruckenden Stimmumfang und ein angenehmes, nie gezwungen wirkendes Timbre. Dano Raffanti in der 1981er-Aufnahme, Chris Merritt 1994 oder auch Gregory Kunde in der neuesten Opera Rara-Einspielung fallen dagegen in der Tat ab. Ein größeres Kompliment kann man dem deutschen Tenor wahrscheinlich nicht machen... Besonders beeindrucken beide Tenöre im Terzett des zweiten Aktes, wo ein wahres Koloraturfeuerwerk abgebrannt wird, das in dieser Brillianz und Perfektion in keiner der anderen Aufnahmen zu hören ist.

Der Gesamteindruck dieser Einspielung ist jedenfalls umwerfend. Schon beim ersten Anhören wird man immer wieder dazu verleitet, sich ein Da Capo zu gönnen - ein Luxus, den das Publikum der Vorführung sich wohl auch gewünscht hätte. Eine unbedingte Kaufempfehlung!


Gioacchino Rossini: La Donna del Lago (Gesamtaufnahme)
Gioacchino Rossini: La Donna del Lago (Gesamtaufnahme)
Wird angeboten von KELINDO³
Preis: EUR 188,65

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meilenstein..., 19. Februar 2009
Diese 1981 in Houston entstandene Live-Aufnahme von Rossinis "La donna del lago" ist ein wahres Dokument an stimmlicher Brillianz und interpretatorischer Finesse: Claudio Scimone leitet das Orchester des Houstoner Opernhauses in einer so subtilen und gleichzeitig souveränen Art und Weise, dass man sich beinahe im Zuschauerraum der Scala wähnt.

Die Besetzung ist schlichtweg traumhaft: Frederica von Stade mag nicht die "ideale" Elena sein, überzeugt jedoch in allen Momenten durch Leidenschaft und kluge Stimmführung; technisch gesehen wird sie von Marilyn Horne, dem mit Abstand besten Malcolm auf CD, natürlich um Vieles übertroffen: Die Stimme ist herrlich voll, biegsam, mit dem berühmten Stahl, der diese Sängerin so auszeichnete, in perfekten Auszierungen und Koloraturen mit virtuoser Meisterschaft geführt. Das Duett der beiden Damen gleicht einer vokalen Sternstunde!

Doch es wird noch besser: Rockwell Blake gibt den Giacomo, dreizehn Jahre vor der doch schon etwas verbraucht wirkenden Scala-Live-Aufnahme unter Muti, und hier liefert er mit Sicherheit DEN Maßstab für diese höllisch schwere, dem Tenor Giovanni David auf den Leib geschriebene Koloratur-Orgie! Blakes Stimme ist jugendlich frisch, hat mehr Schmelz als in der 1994er-Einspielung und wird mit einer unfassbaren Technik perfekt in Szene gesetzt. Abgesehen davon überzeugt der Tenor durch dramatischen Ausdruck, der diese Interpretation noch über die makellose und rundum erstaunliche Aufnahme auf Juan Diego Floréz' Erstlings-Recital erhebt!

Dano Raffanti ist ein überaus viriler und italienischer Rodrigo; seine Stimme verfügt über eine wesentlich schönere Färbung als etwa jene des in dieser Rolle ebenfalls ausgezeichneten Chris Merritt. Das Tenor-Paar ist der stellaren Kombination von Stade-Horne also vollkommen gleichwertig.

Als Douglas liefert der würdige Nicola Zaccaria, verläßlicher Baß der Scala zu Callas-Zeiten, eine eindrucksvolle Charakterstudie ab. Detail am Rande: Die kleinen Rollen des Serano bzw. des Bertram werden hier mit Bruce Ford von einem Rossini-Star der nächsten Generation gesungen!

Die Qualität der Tontechnik ist zwar nicht immer ganz sattelfest, dafür wurde aber der Charakter der packenden Vorstellung in unnachahmlicher Art und Weise festgehalten - diese Tatsache und die oben angeführten überragenden Qualitäten entschädigen für gelegentliches Rauschen! Für alle Rossini-Fans und Opernliebhaber: Unbedingt kaufen!!!


Mose in Egitto
Mose in Egitto
Preis: EUR 17,12

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gelungene Referenzaufnahme, 11. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Mose in Egitto (Audio CD)
Rossinis 1818 für das Teatro San Carlo in Neapel komponierte und 1819 am selben Hause neu inszenierte Oper - oder besser "Azione tragica-sacra" - "Mosè in Egitto" stand in der Musikwissenschaft lange Zeit hinter der für Paris umstrukturierten Fassung "Moise et Pharaon" zurück, doch die kritische Editions- und Wiederentdeckungstätigkeit der 1980er-Jahre hat diesen Mißstand behoben. Das Resultat: Eine Oper aus Rossinis neapolitanischer Blütezeit, die ursprünglich für ein Ensemble der besten Sänger Italiens geschrieben wurde. Die klingenden Namen der Uraufführung waren die Sopranistin Isabella Colbran, der Tenor Andrea Nozzari und der Bass Michele Benedetti.

Die musikalische Struktur des Werkes ist im wahrsten Sinne des Wortes fortschrittlich und stellt eine konsequente Weiterentwicklung der von Rossini bereits in "Otello", "Elisabetta" und "Armida" eingesetzten kompositorischen Mittel dar. Die großen Ensemble- und Chorszenen sowie die eindrucksvollen Gebetspassagen werden dem Anspruch der Azione tragica-sacra umfassend gerecht; die Wirkung dieser überaus suggestiven und dramatischen Musik auf Komponisten wie Donizetti und Pacini kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Die vorliegende Aufnahme stützt sich auf die kritische Edition der Fassung von 1819. Mit Claudio Scimone dirigiert ein ausgewiesener Rossini-Spezialist, das Philharmonia Orchestra fungiert als solider, wenn auch bisweilen ein wenig träger Klangkörper. Unter den Solisten ragt Ruggero Raimondi in der Titelrolle hervor. Sein kerniger, charakteristisch gefärbter und stets agiler Baß gibt dem biblischen Propheten ein unverwechselbares Gesicht. Den Vergleich mit Raimondi kann sein Antagonist, der als Pharao besetzte Siegmund Nimsgern, nicht ganz bestehen, obwohl auch er eine gelungene Leistung abliefert. Die ursprünglich von der Colbran verkörperte, koloraturreiche, aber auch dramatisch anspruchsvolle Sopranpartie der Elcia ist mit June Anderson ausgezeichnet besetzt. Für die Tenorrolle des Osiride hingegen war der heutige Flórez-Lehrer und Manager Ernesto Palacio mit seiner zwar in den lyrischen Passagen ansprechenden, in den Höhen jedoch allzu oft gequetscht klingenden Stimmführung nur unzureichend geeignet. Hier hätte es eines Sängers bedurft, der die für den außergewöhnlichen Stimmumfang Andrea Nozzaris geschriebene Musik besser abzudecken in der Lage gewesen wäre (wie etwa zum Zeitpunkt der Aufnahme, 1981, Rockwell Blake und Chris Merritt oder später Francisco Araiza, Bruce Ford und Gregory Kunde). Die kleineren Rollen der Amaltea und des Aronne sind mit Zehava Gal und dem Rossini-Spezialisten Salvatore Fisichella wiederum sehr gut besetzt.

Alles in allem wird diese Aufnahme vor allem aufgrund der Leistung von Ruggero Raimondi und des klugen Dirigates von Claudio Scimone wohl stets eine echte Referenzaufnahme einer der interessantesten Rossini-Opern bleiben.


Rossini - Mose in Egitto / Raimondi · Nimsgern · Anderson · Palacio · Gal · Fisichella · Philharmonia Orhcestra · Scimone
Rossini - Mose in Egitto / Raimondi · Nimsgern · Anderson · Palacio · Gal · Fisichella · Philharmonia Orhcestra · Scimone
Wird angeboten von jazzfred1975
Preis: EUR 74,85

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gelungene Referenzaufnahme, 11. Februar 2009
Rossinis 1818 für das Teatro San Carlo in Neapel komponierte und 1819 am selben Hause neu inszenierte Oper - oder besser "Azione tragica-sacra" - "Mosè in Egitto" stand in der Musikwissenschaft lange Zeit hinter der für Paris umstrukturierten Fassung "Moise et Pharaon" zurück, doch die kritische Editions- und Wiederentdeckungstätigkeit der 1980er-Jahre hat diesen Mißstand behoben. Das Resultat: Eine Oper aus Rossinis neapolitanischer Blütezeit, die ursprünglich für ein Ensemble der besten Sänger Italiens geschrieben wurde. Die klingenden Namen der Uraufführung waren die Sopranistin Isabella Colbran, der Tenor Andrea Nozzari und der Bass Michele Benedetti.

Die musikalische Struktur des Werkes ist im wahrsten Sinne des Wortes fortschrittlich und stellt eine konsequente Weiterentwicklung der von Rossini bereits in "Otello", "Elisabetta" und "Armida" eingesetzten kompositorischen Mittel dar. Die großen Ensemble- und Chorszenen sowie die eindrucksvollen Gebetspassagen werden dem Anspruch der Azione tragica-sacra umfassend gerecht; die Wirkung dieser überaus suggestiven und dramatischen Musik auf Komponisten wie Donizetti und Pacini kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Die vorliegende Aufnahme stützt sich auf die kritische Edition der Fassung von 1819. Mit Claudio Scimone dirigiert ein ausgewiesener Rossini-Spezialist, das Philharmonia Orchestra fungiert als solider, wenn auch bisweilen ein wenig träger Klangkörper. Unter den Solisten ragt Ruggero Raimondi in der Titelrolle hervor. Sein kerniger, charakteristisch gefärbter und stets agiler Baß gibt dem biblischen Propheten ein unverwechselbares Gesicht. Den Vergleich mit Raimondi kann sein Antagonist, der als Pharao besetzte Siegmund Nimsgern, nicht ganz bestehen, obwohl auch er eine gelungene Leistung abliefert. Die ursprünglich von der Colbran verkörperte, koloraturreiche, aber auch dramatisch anspruchsvolle Sopranpartie der Elcia ist mit June Anderson ausgezeichnet besetzt. Für die Tenorrolle des Osiride hingegen war der heutige Flórez-Lehrer und Manager Ernesto Palacio mit seiner zwar in den lyrischen Passagen ansprechenden, in den Höhen jedoch allzu oft gequetscht klingenden Stimmführung nur unzureichend geeignet. Hier hätte es eines Sängers bedurft, der die für den außergewöhnlichen Stimmumfang Andrea Nozzaris geschriebene Musik besser abzudecken in der Lage gewesen wäre (wie etwa zum Zeitpunkt der Aufnahme, 1981, Rockwell Blake und Chris Merritt oder später Francisco Araiza, Bruce Ford und Gregory Kunde). Die kleineren Rollen der Amaltea und des Aronne sind mit Zehava Gal und dem Rossini-Spezialisten Salvatore Fisichella wiederum sehr gut besetzt.

Alles in allem wird diese Aufnahme vor allem aufgrund der Leistung von Ruggero Raimondi und des klugen Dirigates von Claudio Scimone wohl stets eine echte Referenzaufnahme einer der interessantesten Rossini-Opern bleiben.


Rossini: Three Tenors
Rossini: Three Tenors
Preis: EUR 20,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Virtuoses und ausdrucksstarkes Stimmfeuerwerk, 13. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Rossini: Three Tenors (Audio CD)
Die zwischen 1816 und 1819 für das Teatro di San Carlo in Neapel komponierten Opern gehören allesamt zu den dramatisch wie musikalisch eindrucksvollsten Werken Rossinis. Nicht nur konnte er sich auf ein professionelles Orchester und eine gut administrierte Bühnentechnik verlassen, sondern es standen ihm auch einige der besten Sänger ihrer Zeit zur Verfügung.
Besonderen Stellenwert hatte dabei natürlich die unangefochtene Primadonna, die berühmte Isabella Colbran, die Figuren wie Armida oder die Elena in "La donna del lago" verkörperte. An ihrer Seite jedoch sang eine ganze Riege nicht weniger berühmter Tenöre, deren stimmliche wie technische Mittel sich perfekt zur Umsetzung von Rossinis virtuosem, koloraturreichem Stil eigneten. Hier sind vor allem Andrea Nozzari, Giovanni David und Manuel Garcia zu nennen.
Die CD von Opera Rara bringt Ausschnitte aus vier der neapolitanischen Opern Rossinis, in denen die gleichzeitige Präsenz von mindestens zwei Tenören zu verzeichnen ist. Diese Auswahl stellt eine ausgezeichnete Möglichkeit dar, mit der Melodiensprache dieser Werke vertraut zu werden und kann deshalb auch "Neulingen" auf dem Gebiet der italienischen Oper des frühen 19. Jhs. nur empfohlen werden. Die Protagonisten der Aufnahme sind mit Bruce Ford, Paul Austin Kelly und William Matteuzzi drei echte Rossini-Stars der 1990er-Jahre. Ihre unterschiedliche Stimmfärbung und die durchwegs exzellente Technik lassen, vor allem in den Ausschnitten aus "Otello" und "Armida", die Gesangskultur der Rossinischen Opern im würdigen Glanz eines Stimmfeuerwerkes erstrahlen.
Bruce Ford besticht darüber hinaus mit dramatischer Verve, während William Matteuzzis Stimme, im Vergleich zu seinen früheren Aufnahmen, trotz guter Koloraturfähigkeit bereits einige Ermüdungserscheinungen zeigt. Für die Desdemona der "Otello"-Passagen und die Elena der "La donna del lago"-Exzerpt wurde Nelly Miricioiu als Luxus-Besetzung aufgeboten. David Parry leitet das Philharmonia Orchestra solide, aber mit Hang zur uninspirierten Lautstärke.
Alles in allem dennoch eine großartige Produktion, die den Appetit auf Rossini-Opern wahrlich anzuregen vermag!


Donizetti: Imelda de' Lambertazzi [Gesamtaufnahme]
Donizetti: Imelda de' Lambertazzi [Gesamtaufnahme]
Preis: EUR 37,99

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sangue per sangue!, 6. Januar 2009
Einmal mehr prangt ein bedrohlich langer Frauenname auf einem, von spätromantischer Gemälde-Schwulst gezierten CD-Box-Cover: Dem geneigten Hörer italienischer Opern der ersten Hälfte des 19. Jhs. wird spätestens bei diesen optischen Signalen klar, dass Opera Rara wieder einmal zugeschlagen hat!
Und in der Tat: Mit der vorliegenden Aufnahme von "Imelda de'Lambertazzi" wird ein weiteres Kapitel in dieser scheinbar unendlichen Geschichte aufgeschlagen. Die Handlung dreht sich um die Parteikämpfe im mittelalterlichen Bologna und ist darin dem Libretto von Bellinis Romeo-und-Julia-Version "I Capuleti e i Montecchi" hochgradig verwandt. Triebfedern der gewalttätigen Geschichte sind (natürlich) Blutrache und verbotene Liebe. Das Ganze kulminiert in einem dreifachen Mord, der dem Ende von Verdis "La Forza del Destino" vorgreift. Bereits die Kritiker der am 5. September 1830 im Teatro San Carlo von Neapel uraufgeführten Oper ließen an dieser recht konventionellen Struktur von Andrea Leone Tottolas Libretto kaum ein gutes Haar.
Doch auch musikalisch fiel "Imelda" bei der Premiere offenbar durch. Nach Anhören der Opera Rara-Aufnahme kann man sich den, wie üblich profunden und in Form eines dicken Beiheftes wissenschaftlich anspruchsvoll fundierten, Aussagen des Donizetti-Experten Jeremy Commons nur anschließen: Diese Ablehnung lag nicht nur an der wohl inadäquaten Besetzung der Titelpartie mit einer blutjungen Debütantin, sondern vor allem an der ungewöhnlichen musikalischen Struktur des Werkes. Donizetti verzichtete auf etliche konventionelle Elemente (so etwa eine Sinfonia) und legte, gerade in Hinblick auf die ihm zur Verfügung stehenden Sänger, sein Hauptaugenmerk auf das musikalische Drama. Das Ergebnis: Eine Oper, die ihrer Zeit in vielen Punkten deutlich voraus war, aber einem zeitgenössischen Publikum kaum gefallen konnte. Für den modernen Hörer also ein echter Leckerbissen!
Das "sangue per sangue"-Grundmotiv der racheträchtigen Handlung wird vom Komponisten mit scharfem Tempo und geradliniger Brutalität angegangen. Den mal schneidigen, mal drohend verhaltenen Männerchören kommt dabei eine Rolle zu, die sie erst wieder in den frühen Verdi-Opern rund zehn Jahre später erreichten. Die Solisten stürzen sich förmlich in einen Reigen kraftvoller Duette, die Solo-Szenen sind karg gestreut und lassen wenig Raum für Elegie oder Pathos. Die Unausweichlichkeit der Vendetta wird dermaßen markant und gekonnt in den Vordergrund gestellt, dass sich das Werk schließlich wie eine abendfüllende Version des Lucia-Enrico Duettes aus "Lucia di Lammermoor" oder des Edgardo-Enrico-Duells aus der selben Oper anhört.
Die von Opera Rara ausgewählten Sänger können dabei allesamt überzeugen. Die junge Nicole Cabell kämpft in der Titelrolle zwar mit einer übermächtigen männlichen Gewaltgesellschaft, meistert dabei jedoch die in vergleichsweise geringem Maße virtuos ausgezierte Partitur ausgezeichnet. Die beiden (dunklen) Tenöre Frank Lopardo und Massimo Giordano sind als hartherziger Vater (Orlando) bzw. gnadenlos mordender Bruder (Lamberto) gut besetzt (dabei agierten die Produzenten klug und hielten sich in ihrer Auswahl - im Gegensatz zu der Besetzung Donizettis des Vaters mit einem blutjungen Tenor - an den durch die Stimmfärbung angezeigten Altersunterschied). In der Rolle des ursprünglich von Tamburini gesungenen romantischen Liebhabers Bonifacio liefert der Bariton James Westman mit nobler, recht schlanker und elegant geführter Stimme eine Talentprobe ab. Gleichsam als weiterer Solist ist der Geoffrey-Mitchell Choir in den imposanten Chor-Passagen durch Wortdeutlichkeit und dramatischen Impetus mehr als überzeugend.
Das von Mark Elder großartig geleitete Orchestra of the Age of Enlightment demonstriert auf epochengetreuen Instrumenten eindrucksvoll, warum man die Opern der italienischen Romantik von konventionellen Orchestern bislang noch nie dermaßen funkelnd und von klanglicher Wärme erfüllt hören konnte. Man wünscht sich unbedingt eine Fortsetzung dieser - wie auch in der neuen "Sonnambula" von Decca gepflegten - Praxis und möchte Donizetti und Bellini eigentlich gar nicht mehr anders hören! Eine rundum gelungene Produktion!

PS: Noch eine kleine Anmerkung zu der in einem Appendix ebenfalls enthaltenen, von Donizetti 1831 für die Sopranistin Boccabadati hinzugefügten Finalarie "M'odi almen": Dabei handelt es sich nicht, wie Jeremy Commons schreibt, um "a genuinely new composition", sondern um eine für Sopran modifizierte, sonst jedoch mit dem Urstück beinahe völlig identische Version der für Rubini komponierten Tenor-Arie "Vivi tu" aus Anna Bolena (die bekanntlich ja schon im Dezember 1830 uraufgeführt wurde).
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 19, 2011 2:43 PM MEST


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